Kartoffeln lagern

  • Hallo an alle,


    ich habe ein Problem bei meiner Vorratshaltung, nämlich Kartoffeln! Unser Keller hat konstante Temperaturen von etwa 12- 14 °C und ist relativ dunkel. Trotzdem keimen bei mir die Kartoffeln immer schon nach wenigen Wochen, so dass ich nie mehr als 5 kg lagern kann. Für eine echte Krisenvorsorge für 4 Personen definitiv zu wenig :traurig: Und nur mit Pulver Vorräte anzulegen ist mir zu einseitig.


    Was könnt ihr mir raten? Meine Ex- Schwiegermutter in Griechenland hat die Kartoffeln immer mit einem weißen Pulver behandelt, die haben dann nicht mehr gekeimt, aber was ist das überhaupt und ist das nicht ungesunde Chemie? Viellecht kann mir jemand weiterhelfen.


    Danke, Katja

  • Hallo,
    das Problem ist die Temperatur: Die sollte für Kartoffeln so um die 5 Grad betragen.
    Ausserdem sollte man Kartoffeln nicht zusammen mit Äpfeln lagern.
    Chlorprophamhaltige Keimhemmer sind (im Privatbereich) schon seit Jahren aus gutem Grund verboten.


    Gruß
    Ping

    [SIZE=2]Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei und Unwissenheit ist Stärke.[/SIZE]

  • Hallöchen,


    ich hab genau das gleiche Problem!


    Aus diesem Grund werde ich heuer im Nebengebäude (nicht unterkellert) einen alten Kartoffelkeller erweitern und reaktivieren.
    In der alten Grube hatten meine Eltern früher die Kartoffeln bis zum Frühjahr gelagert.


    Alternativ hätte ich noch zwei andere Vorschläge.
    1. Kellerschacht auf der Nordseite als "Kartoffelkeller" nutzen. Von oben komplett dicht machen und gut isolieren. Entnahme über das Fenster. Sollte kühler sein als der Keller.
    2. In den Kellerboden einen Schacht ausheben und z.B. ein 200ltr Kunststofffass versenken. Das ganze wieder gut verdichten und nach oben dämmen. Aufpassen bei erhöhtem Grundwasserspiegel oder bei Hochwassergefahr ist das wohl nichts!



    Tsrohinas

  • Hallöle,


    dachte ich´s mir doch, dass ich keine Lösung finden werde! Kellerschächte gibt es in unserem Haus nicht, weil der Keller ein Stück aus der Erde herausschaut. Loch Graben geht auch nicht, weil massiver Betonboden und wir außerdem zur Miete wohnen :traurig:. Und in unserem Schuppen ist es im Winter frostig...


    Hm, mal schauen, wie wir das Problem lösen. Einkochen vielleicht?


    Katja

  • Hallo,


    Dein Raum ist vermutlich noch zu hell und auch zu warm.


    Versuchen solltest Du mal folgendes:
    - Die Kartoffeln mal in einem Jutesack (Kartoffelsack) lagern
    - Den Raum noch mehr abdunkeln (Z.B. Karton vor das Fenster).
    - Den Raum besser belüften? Wenn möglich.
    - Mal die Kartoffeln wo anders holen, vielleicht liegt es schon an Deinem jetzigen Lieferanten, oder der Sorte?


    Dieses Puder zur Keimvermeidung ist leider nicht mehr in D für Endverbraucher zu beziehen. Kenne ich auch noch von früher bei den Großeletern und Eltern. Schade eigentlich.


    Versuch es mal.


    Ciao
    Zeltengehen

  • Das Pulver kriegst du im Landi in der Schweiz, viel brauch man davon nicht ich habe eine 500ml Flasche seit 5 Jahren. Aber lesen was drauf steht betreffend Wartezeit mit dem Verzehr.


    Ich halte es so, die Hälfte kriegt das pulver und wird im Frühling gegessen, der Rest nicht und wird zuerst gegessen.


    Wichtig!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Kein gewaschenen Kartoffeln einlagern, die müssen noch ihre Erde haben



    Moléson

  • Zitat von Franz;161827

    Wie legt man so einen Erdkeller an?


    Also zunächst kannst du dir über das Forum zusätzliche Infos holen:
    https://www.previval.org/forum…=1341&viewfull=1#post1341


    Die Tante Gurgl spuckt auch einiges zum Thema "Erdkeller" oder "Gemüsekeller aus".


    Wenn du genauere Informationen über deine Voraussetzungen für einen Erdkeller geben würdest, dann könnte man auch eine bessere Antwort geben.....


    Tsrohinas

  • Das ist mal ein Projekt für die nächste Ernte.


    Die Lagerung sollte doch auch in Kunststoffkisten mit Gitter rand gut gelingen. Mein Keller ist dunkel (abgeklbte Fenster) und bei gekipptem Fenster zum Lichtschacht mit ca. 10°C eigentlich ganz gut "klimatisiert".

  • Naja einseitig..als Krisenprävention muss es ja nicht 2-Sterne-Küche sein. Kartoffel im Glas, plus Kartoffelpüreepulver, plus Kartoffelklosspulver sonst eben andere leicht zu lagernde Kohlehydrate wie verschiedene Nudeln,Reiss, Eblis.
    Satt wird man auf jeden Fall damit.
    Ich gehe davon aus im echten Notfall wird mehr auf überhaupt Ernährung als auf "super lecker" Wert gelegt werden.
    Bei der Wärme wird es nichts mit dem Kartoffelkeller.

  • Zitat von witchcraft;162141

    Naja einseitig..als Krisenprävention muss es ja nicht 2-Sterne-Küche sein. Kartoffel im Glas, plus Kartoffelpüreepulver, plus Kartoffelklosspulver sonst eben andere leicht zu lagernde Kohlehydrate wie verschiedene Nudeln,Reiss, Eblis.
    Satt wird man auf jeden Fall damit.
    Ich gehe davon aus im echten Notfall wird mehr auf überhaupt Ernährung als auf "super lecker" Wert gelegt werden.
    Bei der Wärme wird es nichts mit dem Kartoffelkeller.


    Ein Kartoffellager muss natürlich die richtigen Voraussetzungen mitbringen, da stimme ich zu.


    Kartoffeln einzulagern halte ich aber, wenn die Bedingungen dafür vorhanden sind, schon von Vorteil.
    1. Kartoffeln, in größerer Menge gekauft, sind günstiger als kleine Mengen
    2. Z.B. 100kg eingelagerte Kartoffeln bedeuten eine bedeutende Lebensmittelreserve für den Winter.
    3. Bei vernünftiger Lagerung ist nächstes Frühjahr Saatgut verfügbar.


    Ich lege außerdem schon Wert auf guten Geschmack im Rahmen meiner Vorbereitungen.
    Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden......


    Übrigens, das eine schließt das andere doch nicht aus. Nichts hindert mich trotzdem Kartoffelpürree oder dergleichen vorzuhalten.



    Ein paar Fakten zur Kartoffellagerung:


    Quelle: http://www.lebensmittellexikon.de/k0000860.php


    [h=2]Kartoffellagerung[/h]Speisefrühkartoffeln sind nicht für die Lagerung geeignet. Sie sollten höchstens zwei Wochen in einem dunklen kühlen Ort aufbewahrt werden. Zur längeren Aufbewahrung eignen sich mittelfrühe und in besonderen Maße späte Sorten. Zur Einlagerung eignen sich vielmehr die mittelfrühen, mittelspäten und besonders die späten Sorten.
    Als Lagerplatz eignen sich trockene, dunkle Orte mit ausreichender Luftzirkulation. Der Lagerort sollte zudem fei von Fremdgerüchen sein und zwischen 4 und 6° C haben. Die Kartoffeln sind am besten in Kisten erhöht auf Lattenrosten oder Luftdurchlässigen Gestellen oder in loser Schüttung aufbewahrt werden. Da Kartoffeln druck- und stoßempfindlich sind, darf die Schüttung Idealerweise nur 50 cm, höchstens aber 100 cm betragen. Darüber hinaus sind Kartoffeln empfindlich gegenüber Nässe oder zu hoher Luftfeuchtigkeit. Die optimale Luftfeuchtigkeit zur Einlagerung von Kartoffeln beträgt etwa 90 %.
    Bei zu niedrigen Lagertemperaturen, ab unter 3° C wird ein Teil der Stärke in Zucker umgewandelt, so dass die Kartoffeln dann unangenehm Süß schmecken. Legt man sie dann geschält in Wasser, löst sich der Zucker aus den Kartoffeln, so erhalten sie weitgehend ihren ursprünglichen Geschmack wieder. Bei zu hohen Lagertemperaturen hingegen verlieren die Kartoffeln durch Verdunstung und Atmung Gewicht, die Kartoffelknollen schrumpfen und erhalten eine Runzlige Oberfläche. Zudem werden die Hemmstoffe abgebaut, die in der Ruhephase die Keimung verhindern. Die Kartoffeln treiben vorzeitig aus und bilden lange Keime. Die Keime entziehen den Kartoffelknollen wertvolle Inhaltstoffe.


    [h=2]Kartoffel: Qualitätsmerkmale[/h]Kartoffeln sollten sortenrein, fest, völlig makellos also gesund, unbeschädigt, sauber bzw. frei von Erde und größensortiert sein. Für Kartoffeln, die zur Lagerung bestimmt sind müssen zudem bestimmte Qualitätsanforderungen entsprechen. Die lassen sich durch drei Qualitätsproben Erkennen.


    [h=2]Qualitätsproben zur Beurteilung der Lagerfähigkeit von Kartoffeln[/h]

    • Reibeprobe: Die Kartoffelhälften einer rohen angeschnittenen Kartoffel müssen beim Aneinanderreiben zusammenkleben. Zudem sollte sich am Rand Schaum bilden.
    • Druckprobe: Es darf beim Drücken auf eine rohe angeschnittene Kartoffel kein Wasser austreten.
    • Kochprobe: Kartoffeln sind minderwertig, wenn sie beim Kochen außen weich und innen hart bleiben.



    Tsrohinas

  • Danke Tsrohinas!
    Du hast mir sehr weitergeholfen! Das mit der Temperatur könnte ein Problem werden, zumindest in unserem Keller. Ich werde es aber mal mit gekipptem und abgedunkeltem Fenster probieren. Vielleicht bringt das im Winter eine Verbesserung. Ich habe schon in der dunkelsten Ecke eine Kartoffelkippe aufgestellt, habe aber vorsichtshalber erst mal mit kleineren Mengen probiert.......... und es hat nicht funktioniert, die Kartoffeln werden schrumpelig und beginnen nach zwei Wochen zu keimen.


    Sollte das mit dem Fenster auch nichts bringen, werde ich in diesem Haus wohl auf das Einlagern von Kartoffeln verzichten müssen, leider! :traurig:
    Wie verwendet man denn Kartoffeln im Glas? Sind die schon weichgekocht wie Salzkartoffeln?


    Gruß Katja

  • Zitat von traumtaenzerin;162160

    ........
    Wie verwendet man denn Kartoffeln im Glas? Sind die schon weichgekocht wie Salzkartoffeln? .......


    Ja, die sind gar.
    Über den Geschmack kann man streiten.
    Pur würde ich die nur im Notfall essen.


    Ich habe ein paar Gläser im Vorrat. Gibts z.B. beim Edeka zu kaufen.
    Um eine Rotation zu erreichen, wandern "Glaskartoffeln" bei mir, mit frischen Kartoffeln gemischt, in die pürierte Kartoffelsuppe.


    Tsrohinas

  • Wie verwendet man denn Kartoffeln im Glas? Sind die schon weichgekocht wie Salzkartoffeln?


    Gruß Katja[/QUOTE]


    Ja die sind gar aber nicht zu weich. Man kann sie nachdem sie gut abgetropft sind auch braten oder auch in den Kartoffelsalat schneiden. Da sie etwas fester sind matschen sie nicht so schnell.
    Als Junggeselle habe ich die früher oft gekauft,weil ich zu faul zum Kartoffelschälen war.:kichern:

  • In der Grillsaison nehmen wir gerne die Glaskartoffeln, umwickeln sie mit Bacon (Zahnstocher zum fixieren durchstechen) und werfen sie kurz auf den Grill. :lechts: Fresspulver pur!:Gut:


    lg
    melusine

  • Meine Großeltern haben für die Lagerung Obst, Gemüse u.ä. (vor allem Most :grosses Lachen:) einen Erdkeller angelegt. Das war bei uns relativ einfach, da der gewachsene Boden ein extrem stabiler Lehm ist. Der Keller (ca. 4m breit und etwa doppelt so lange) wurde per Hand gegraben (die Wände so senkrecht und glatt wie möglich), dann eine einseitige Schalung aufgebracht und betoniert.
    Der Boden ist noch der ursprüngliche Lehmboden, mit Holzlatten ausgelegt.


    In dem Keller waren/sind Holzregale, in denen das Obst und Gemüse (v.a. Kartoffeln, Zwiebeln, Wurzelgemüse) gelagert wurde. Die Temperatur beträgt winters so ca. 8°, also halbwegs ideal.
    Die Luftfreuchtigkeit ist allerdings relativ hoch, sodass die Vorräte wöchentlich überprüft werden mussten um faulige Stücke rechtzeitig zu entfernen, bevor sie weiteren Schaden anrichten können.
    Dennoch konnte so genügend Obst und Gemüse gelagert werden, um den Winter zu überstehen...


    LG,


    Maresi

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Auch wenn es schonmal gesagt worden ist.
    Wirklich wichtig, ist dass die absolut dunkel liegen. Nur ein abgedunkeltes Fenster reicht da nicht.
    Guter Trick auf für das Mikroklima sind alte Zeitungen, die über die Kartoffeln gelegt werden, auch nicht zu dünn. So kommt wirklich kein Lich ran, und das Mikroklima fällt noch besser aus.
    Lg
    ody

  • Zum Kartoffeln und Krautkopf lagern war ich fleissig:
    previval.org/f/index.php?attachment/40167/


    Ist ein 200 liter Kunststofffass.


    previval.org/f/index.php?attachment/40168/


    previval.org/f/index.php?attachment/40169/


    Versteckt unter einer neuen Hütte.


    previval.org/f/index.php?attachment/40170/


    previval.org/f/index.php?attachment/40171/


    Mit isoliertem Deckel.


    previval.org/f/index.php?attachment/40172/


    previval.org/f/index.php?attachment/40173/


    Diesen Winter wird es mit 10 kg Kartoffeln und 3 Krautköpfen getestet.
    Ich werde berichten.


    Tsrohinas

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  • Der Test der Lagerung war ein voller Erfolg!


    Den unten abgebildeten Weisskrautkopf habe am 01.12.2017 im Fass eingelagert und gestern, also nach über 3 Monaten, herausgeholt.
    Die Temperaturen waren am Anfang relativ warm, in letzter Zeit hatten wir aber konstant Frost mit bis zu - 17 ° C aussen.


    previval.org/f/index.php?attachment/41594/


    Tsrohinas

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  • Meine Großmutter hat ihre selbstgeernteten Kartoffeln immer im nicht mehr benutzten Kuh-Stall gelagert. Dazu war in der (gemauerten und verputzten) Heuraufe unten ein Holzrost eingelegt, darauf eine Lage Karton, und auf dem die Kartoffeln. Das ganze wurde mit alten Säcken und Kartons abgedeckt.


    Richtig kalt wurde es nie in dem Stall, trotzdem haben die Kartoffeln so ohne auskeimen den Winter überstanden. Was im Frühjahr noch übrig war, wurde neu im Garten gesetzt.
    Allerdings hat meine Großmutter an bestimmten Tagen gesagt, dass sie die Kartoffeln nicht berühren dürfe, weil dann Bewegung im Haufen entstünde - soweit ich mich erinnere (ich war da noch ein Kind) hing das mit der Mondphase zusammen. Da half dann auch alles kindliche betteln nix und es gab kein Kartoffel-Wunschgericht :weinen:

    Si vis pacem, para bellum.