Adi's kleine Testtour

  • So,
    der Rucksack ist gepackt.
    Morgen startet meine kleine sehr entspannte Testtour.
    Geplant ist Kfz-Marsch zum Ausgangspunkt, welcher eine kleine Hütte mit Grillplatz ist. Wobei ich mich immer wieder frage, warum wir eine Hütte mieten, die wir dann sowieso nicht nutzen. Aber was solls.
    Dort wird zunächst das Lager errichtet und danach stehen folgende Programmpunkte an:
    - Gulasch aus dem Dutch oven
    - Seilkunde
    - Bogenschießen
    - Messer schleifen
    - Alkoholische Getränke zu sich nehmen


    Die Reihenfolge ist nicht fix aber ich weiß jetzt schon womit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit begonnen wird.


    Dann irgendwann Übernachtung, in meinem Fall in meiner neuen DD-Hammock.


    Nach dem Frühstück steht eine Wanderung an, mit Wasser und Zunder sammeln. Und was man sonst so findet.


    Nach der Rückkehr gibt es folgende Programmpunkte:
    - Feuer machen auf verschiedenen Arten
    - Unterschlupf bauen (Diese Nacht tausche ich die Hängematte gegen den Boden)
    - Alkoholische Getränke zu sich nehmen
    - Und was uns sonst noch so einfällt


    Gedacht ist die Tour um das ganze Gerödel mal wieder zu testen, den Umgang damit zu üben und zu schauen, was man alles an den Packlisten optimieren kann. Und deshalb haue ich die auch noch in den nächsten Post, damit ihr euch dazu auslassen könnt. Ich bin für jeden Tipp dankbar. Das ganze ist modular aufgebaut und ich packe immer die Packs ein, die ich wahrscheinlich brauchen werde.


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    1. EDC
    Leatherman Sceletool cx
    Feuerzeug
    Mini Palm 101 Lampe
    Bleistift
    Geld
    Smartphone



    2. IFAK
    Tourniquet
    Israeli Bandage
    2 Verbandpack
    Wundschnellverband Stück+einzeln
    Oktenisept
    Chest Seal
    Steri Stripes
    Wundkompresse starksaugend
    Leukoplast
    Pinzette Feilchenfeld
    Kleiderschere
    Kanülen
    Wendl Tubus
    Rettungsdecke
    Ibu 600



    3. WASSER
    Sawyer Filter
    Micropur
    Faltbeutel
    Nalgene 1L
    Handle Mug



    5. SHELTER
    Carinthia Defence 4
    Thermarest
    Tarp
    Heringe
    Paracord ?m
    Hängematte



    6. HYGIENE
    Zahnbürste
    Zahnpasta
    Kernseife
    Zahnseide/Stick
    Desinfektionstücher



    7. BOB
    Messer Enzo Trapper
    Faltsäge
    Hobokocher Bushbox Xl
    Feuerstahl
    Tampons
    Vaseline
    Streichhölzer
    Spork
    Topfset
    Tuch
    Kopflampe
    Taschenlampe
    Paracord ?m
    USB-Stick Unterlagen
    Powerbank mit AAA Akkus
    USB-Kabel
    Poncho
    Panzertape mini
    Nadel+Faden
    Socken
    Nahrung?
    Energieriegel
    Salz
    Traubenzucker
    Erbswurst ;-)


    - - - AKTUALISIERT - - -


    Natürlich werde ich dann die Tage die Tour mit ein paar Fotos dokumentieren und mich hier dazu auslassen, was funktioniert hat und was weniger.

  • Hört sich doch gut an...Bei den Programmpunkten Messerschleifen und Bogenschießen würde ich tatsächlich vor dem Programmpunkt "alkoholische Getränke" bleiben :-) sonst braucht Du die umfangreiche Erste Hlfe Ausstattung wirklich.
    Wieviel Tage sind geplant ? Wie viele seid ihr ?
    Auf jeden Fall ist es immer nützlich sich und die Ausrüstung mal unter halbwegs realistischen Verhältnissen zu überprüfen. Man lernt jedes mal etwas dazu.

  • So,
    nachdem mein Arbeitgeber wieder fröhlich meine Freizeit verplant hat, komme ich leider etwas verspätet mit dem versprochenen Erfahrungsbericht zu unserer kleinen Tour.


    witchcraft: Die Tour erstreckte sich über 3 Tage und wir waren zu fünft.


    Doch fangen wir vorne an.
    Nach dem erfolgreichen Kfz-Marsch in eine fast unbewohnte Gegend (Aussage des Vermieters: Dann kommt ihr in den Ort. Da gibt es zwei Häuser. Das Linke ist es.) haben wir zunächst das Lager errichtet. Und aus Erfahrung der letzten Touren habe ich direkt meine Schlafstätte aufgebaut um das nicht wieder im Dunkeln zu machen. Man verquatscht sich bei so etwas ja immer gerne.



    previval.org/f/index.php?attachment/38699/


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    Der Aufbau ging zügig und meine neuen Titanheringe (günstig bei Amazon erstanden) haben, dort wo ich sie in den Boden bekommen habe, gut gehalten und sind sehr leicht. Also klares Plus für den Ausstausch zu meinem alten Setup.


    Wie jedes Mal haben wir uns auch direkt wieder beim Bierchen verquatscht, so dass an diesem Tage nur noch Seilkunde und Kochen auf dem Plan stand.


    Nachdem ich dann mittels Tampon, Vaseline und Feuerstahl unser Lagerfeuer entzündet habe startete das große Schnibbeln für das Gulasch. Der Dutch Oven Petromax FT9 hat sich dafür hervorragend bewährt und wir durften ein gelungenes Mahl genießen. Natürlich ist solch ein Topf zu schwer um damit wandern zu gehen, aber für eine motorisierte Tour, auf der das Gewicht nicht so wirklich eine Rolle spielt, ist der DO genial.


    previval.org/f/index.php?attachment/38701/
    Hier mal ein kleiner Vorgeschmack: das Schmorgemüse


    Die Nacht war mit 3°C, Wind und leichtem Regen perfekt um das Tarp und den Defense 4 zu testen. Und was soll ich sagen? In der Nacht musste ich den Reissverschluss öffnen, da mir zu warm war. Also alles richtig gemacht ;-)


    Naja, fast alles. Wenn man vergisst das Handy zu laden und es vor der Kält zu schützen geht der Akku schon recht schnell in die Knie. Wenn man dann noch die Powerbank zu Hause lässt reicht es nur noch für ein Foto wie ich das Wasser für den Kaffee gekocht habe:


    previval.org/f/index.php?attachment/38702/


    Die Bushbox XL funktioniert hervorragend. Entzündet habe ich das ganze wieder mit Feuerstein und Zunder. Als Hilfsmittel habe ich noch in Wachs getränkte Wattepads genutzt, die ebenfalls sehr gut funktionieren, klein und leicht sind und ein kleines Packmaß haben.
    So bekommt man auch feuchtes Holz zum brennen.


    Der einzige Nachteil der Bushbox ist leider das Gewicht. Daher kann ich nur empfehlen die Titan Version zu wählen, denn das Teil ist schon schwer!


    Nach dem Frühstück sind wir dann auf einen 10km Marsch gegangen und haben etwas Karte Kompass geübt.


    Als wir zurück waren habe ich dann meine Hängematte abgebaut und das Tarp als Satteldach aufgestellt.
    Auch dieser Aufbau ging sehr fix und es war schon gemütlich ;-)


    Auf die sportliche Betätigung von Bogenschießen sowie Axt und Messerwerfen unter Alkoholeinfluss gehe ich besser nicht ein. Zumindest brauchten wir das MediPac nicht, also kann es nicht so schlimm gewesen sein.


    Den Tag haben wir dann noch entspannt ausklingen lassen, da ja der Erholungswert auch nicht zu kurz kommen darf.


    Als Fazit kann ich ziehen, dass meine Ausrüstung mit insgesamt 13kg nicht zu schwer war und sich soweit gut bewährt hat. Dennoch habe ich natürlich einige Dinge wieder nicht genutzt. Da muss ich dann nochmal in mich gehen, ob ich die weiterhin in meinen Packs belasse.
    Außerdem kann man ja nie leicht genug unterwegs sein, daher werde ich wahrscheinlich auch mal die Bushbox XL Titan testen ;-)

  • Das mit der Bushbox dachte ich mir. Laut vielen Erfahrungsberichten scheint die ja wirklich super zu funzen, aber das Gewicht! Ich schätze, ich gönne mir eher mal den Picogrill 85 oder den 239. Oder den Holzvergaser Toaks Titanium-Hobo.


    Dein Erste Hilfe Set enthält ein paar Dinge, die in einem BOB oder INCH für den SHTF Fall tatsächlich sehr sinnvoll sind, die Du bei so einem motorisierten Übungs-Wochenende aber vermutlich nicht brauchst. Da hätte ich vorher ein paar Sachen rausgenommen (Israeli Bandage, Tourniquet, Chest Seal, Wendl Tubus, Kanülen). Zumal Ihr ja nicht vorhattet, mit voll gepacktem BOB Strecke zu machen, um zu sehen, ob er vom Gewicht her tragbar ist und wie weit Ihr damit kommt.


    Ist das Dein vollständiges IFAK? Falls ja, würden mir für den Ernstfall noch ein paar Dinge drin fehlen. Ein paar mehr Medis z.B. (Kohletabletten, Breitbandantibiotikum, Antiallergikum, ...), was zur Wunddesinfektion (Betaisodona Lösung), eine Lupe (z.B. zum Erkennen von Fremdkörpern im Auge, von Speißeln etc., Sonnencreme mit hohem LSF - nur um mal ein paar Beispiele auf die Schnelle zu nennen.


    Ich nehme an, Du hattest auch einen Teller dabei? Oder dient dazu ein Deckel aus dem Topfset?


    Was zum Messerschleifen würde ich noch empfehlen. Z.B. den DC4 oder DC3 von Fällkniven oder den Lansky BladeMedic.


    Ich würde zudem noch mehr Ersatzkleidung einpacken: je 1x Unterhose, Hose, Jacke, sowie (Arbeits-)Handschuhe und eine Mütze, oder Hut, oder Buff. Wenn Du bei nasskaltem Wetter klatschnass werden solltest, kann es u.U. Tage dauern, bis die Klamotten wieder trocken sind.


    Ein wasserdichter Packsack mach evtl. auch Sinn, um da die Dinge reinzutun, die auf gar keinen Fall nass werden dürfen (wie z.B. Ersatzklamotten). Ich hab einen Sea to Summit UltraSil Nano 13l Drysack, der gerade mal 28g wiegt. War schon öfter im Einsatz. Bin sehr zufrieden damit.

  • Macohe: Vielen Dank für deine Hinweise!


    Das IFAK ist so komplett und ich habe mich entschieden, da auch nichts rauszupacken, sondern immer so mitzunehmen. Egal ob ich auf der Arbeit bin, am jagen oder nur auf Wanderung.
    Zu den einzelnen Posten die du aufgeführt hast: Zur Wunddesinfektion ist Octenisept Gel dabei. Über eine Lupe denke ich jetzt noch mal nach. ;-) Die anderen von dir aufgeführten Dinge habe ich im MediPac, da ich der Meinung bin, dass ein IFAK wirklich nur die akute Erstversorgung vor Ort abdecken muss. Alles andere hat dann noch etwas Zeit.


    Als Teller nutze ich den Deckel bzw. den Topf vom MSR Alpine.


    Das Messer wird unterwegs mit dem Victorinox Dual 4.3323 geschärft. Und da muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich den wirklich auf meiner BOB Liste vergessen habe.
    Das gleiche gilt für Ersatzkleidung. Da führe ich 1xSocken, 1xUnterhose, 1x langes Unterhemd mit. Alles andere hoffe ich trocken zu bekommen.


    Packsack ist eine sehr gute Idee! Und wenn du so zufrieden damit bist, werde ich den doch mal testen. ;-)

  • Nette Aktion die du gemacht hast, es ist immer lehrreich seine Couch zu verlassen!



    Was mir auffält ist das du ein Chest Seal dabei hast aber keine Nadel zur Entlastung (pneumothorax). Vielleicht sollten wir das Thema IFAK noch mal gesondert diskutieren. Bin der Meinung man darf dieses nicht zusehr ausbauen und vom First Aid Kit getennt sehen


    --> Konsequens man führt 2 Kit's mit. Eines für die üblichen Verletzungen und Erkrankungen + Notfallapotheke und eines für besondere Lagen wie du es auch gemacht hast.


    Im HSP haben wir das vor kurzem schon mal angerissen:
    [URL="http://www.human-survival-project.de/forum/index.php/topic,8985.0.html"]IFAK (individual first aid kit) für besondere Lagen[/URL]

  • Danke Kupfersalz für deine Anmerkung!


    Zitat von KUPFERSALZ;304576


    Was mir auffält ist das du ein Chest Seal dabei hast aber keine Nadel zur Entlastung (pneumothorax). Vielleicht sollten wir das Thema IFAK noch mal gesondert diskutieren. Bin der Meinung man darf dieses nicht zusehr ausbauen und vom First Aid Kit getennt sehen


    Bislang habe ich eine Kanüle im IFAK zur Thoraxentlastung. Ich habe jetzt aber gehört, dass die je nachdem wie gut gebaut man ist evtl. zu kurz sein kann. Daher denke ich, dass ich noch ein Lifeguard T-Pack reinpacken werde.


    Danke für den Link! Den kannte ich noch nicht.


    Gruß,
    Adi

  • offtopic:
    Wozu ist im SHTF-Fall die Versorgung von Pneumothorax relevant, wenn es keine anschließende Versorgung gibt ?
    Bei der Betrachtung militärischer Erster Hilfe ist zu bedenken, das es immer nur um Erstverorgung geht. Im SHtf-Szenario fliegt uns keiner aus ;-)


    Gruß


    TID

  • @ Mods könntet ihr das Thema IFAK (individual first aid kit) für besondere Lagen bitte abtrennen sonst geht das hier zusehr ins OT.


    @ TID es kann ja auch sein das nicht sämtliche Strukturen im Arsch sind und es noch eine rudimentäre Versorgung gibt. Dann gilt es Zeit zu gewinnen und vom wem kommt denn der viel zitierte Spruch "besser haben als brauchen" :-)

  • @TID: Ich gebe dir da vollkommen recht!


    Da ich allerdings mein IFAK nicht nur im ShtF-Szenario dabei habe, sondern eigentlich immer wenn etwas passieren könnte, finde ich die Versorgung eines Pneumothorax sinnvoll.
    Vor allem weil eine Kanüle ja auch nicht so viel Platz wegnimmt.


    Und wenn ich das noch richtig im Kopf behalten habe, kann man mit TQ, einem Wendl-Tubus und einer Entlastungsnadel prozentual gesehen am meisten Leben retten.
    Natürlich nur wenn man davon ausgeht, dass man damit umgehen kann und eine Nachversorgung nicht ausgeschlossen werden kann.