Notfall-Kurbelradio Sangean MMR-88

  • Hallo,


    Ich halte schon seit Längerem Ausschau nach einem qualitativ guten Kurbelradio und bin über das Sangean MMR-88 gestolpert. Von den Fotos und der Beschreibung sieht es recht robust und wertig aus. Sangean hat sich mittlerweile auch mit ihren Empfängern einen guten Ruf gemacht.


    Seht es euch mal an: https://www.amazon.de/dp/B00U2…sc=1&tag=httpswwwaustr-21


    Ist kein Schnäppchen aber vom Funktionsumfang ein sehr durchdachtes Paket.


    LG. Nudnik

  • Hallo Nudnik,


    habe ich mir ebenfalls schon angeschaut und mich darin verguckt. Es soll aber demnächst eine Version mit zusätzlich DAB+ geben, die wäre dann sofort gekauft! Weiss aber nicht, ob und wann das Ding auf den Markt kommen soll.


    EDIT: es GIBT bereits eine DAB+ Variante! *smile* Scheint aber bei amazon derzeit nicht auf Lager zu sein. Also Korrektur meines Statements von oben: weiss aber nicht, wann das Ding wieder auf den Markt kommen wird.



    Gruss
    Ghostrider


    .

  • Kann die DAB+ Version denn auch (zusätzlich) noch analoges UKW?
    Wenn nicht, halte ich es für nur sehr bedingt notfalltauglich - zumindest in den nächsten paar Jahren.


    Sollten im Krisenfall irgendwelche offiziellen Bekanntmachungen per Rundfunk ausgestrahlt werden, wird man - sofern möglich - versuchen, möglichst den Fokus auf altes, analoges UKW zu legen. DAB+ hat kaum einer.
    Und wenn nicht offiziell sein soll - einen simplen 5W Analogsender im UWK-Band kriege ich mit ein bisschen Nachdenken wohl noch hin (ist halt schon einige Jahrzehnte her...) Damit komm ich auf'm platten Land problemlos auf 10-15km Reichweite und kanns mit jedem ollen Radio empfangen.

  • - Was machst Du wenn der Accu defekt ist?
    - Standard Batterien als zweite Energielösung sind nicht möglich
    - Bei dem Preis wüsste ich gerne die Kapazität des Accus

  • Ich verstehe, ehrlich gesagt, den Sinn dieser Kurbelradios nicht.


    Alle von meiner Familie verwendeten Radios laufen auf Batterie und halten rund ein ganzes Jahr mit einem Satz.
    Für jedes Radio halte ich Reservebatterien vor.


    Wofür dann Kurbelradios?


    Tsrohinas

  • Ich bin was Kurbelradios angeht recht skeptisch. Das Modell, was du oben verlinkt hast, ist wenigstens nicht völliger Schrott. Es gibt soviele Modelle, dessen Qualität ziemlich fragwürdig ist. Das Akkuproblem ist allgegenwärtig. Das Radio ist ja nicht ständig im Betrieb - wird oft eingelagert für schlechte Zeiten. Die Kurbelei würde mir nur Zeit klauen. Da kurbele ich 15 Minuten, um einen völlig alten, meist dann defekten, Akku aufzuladen. Die Solarfläche ist ganz schön klein.


    Ich denke daher, dass man mit einem Faltsolarpanel zum Laden von Akkus und guten Enloop Zellen besser beraten ist und dann dazu ein guter Weltempfänger, der auf jeden Fall auch SSB kann. Zum Beispiel so ein Modell: https://www.amazon.de/Tecsun-P…1-60&tag=httpswwwaustr-21 Da muss ich nicht kurbeln, habe auch die Option von irgendwoher Batterien zu nutzen. Die Mignon Zellen sind überall aktuell verfügbar.


    Das Krisenradio wird selten durch Schlamm und Dreck geschleppt und wenn doch, kann man es in eine Tüte oder so einpacken und etwas schützen. Da brauchts das etwas martialische Aussehen nicht.


    Sobald Geräte alles mögliche beinhalten, wie Taschenlampe, Solarzelle, Radio, Kurbel mit Generator und ein Akku mit Ladeelektronik - eine Eierlegendevollmilchsau, da gibts meist nur etwas von allem, aber irgendwas richtig kann das Produkt dann nicht. Daher eine gute Taschenlampe und ein gutes Radio und entsprechend eine Lösung zum Laden von Akkus mittels Solar - ist oft Nachhaltiger und universeller einsetzbar - beim Campen beispielsweise. Sonst einfach seperat einige Packungen Batterien einlagern, weil wie Tsrohinas sagte, der Batteriesatz läuft eine ganze Weile. Mit einem Trockensäckchen in einem Zip-Beutel eingelagert hält das alles länger, als das Kurbelradio.


    Viele Grüße

  • Hallo "Widofnir",


    was Du da geschrieben hast finde ich ausgesprochen gut.

    Ein Satz Litiumbatterien zu diesem Empfänger dazu zu legen wäre sicher nicht schlecht (die sind über 10 Jahre lagerfähig) . Auf jeden Fall besser als so ein Kurbelradio.

    Wenn man sich eine Möglichkeit zum Aufladen von (z.B. Eneloop) AA Akkus mit Solarzellen schafft, kann man damit sehr lange Betrieb (bei Stromausfall) machen, kann bereits SSB mithören und in die Amateurfunk Notfunkfrequenzen reinhören....


    Der Kollege Wasser hat übrigens mit diesem Tecsum Empfängerchen angefangen und unsere Notfunkübungen erfolgreich mitgehört.....


    inzwischen wurde er "angefixt" und besitzt die Amateurfuklizenz Klasse A ;) .

    Er war übrigens schon vorher ziemlich aktiv in Sachen CB Funk und hat sehr schöne Erfolge (von QSOs mit über 100 Km mit CB Funk) von einem Standort in den Bergen nahe seinem QTH vorzuweisen....

    Lies da mal nach, was er so berichtet hat in den Notfunkübungen Threads...


    Er hat auch vielen CB Funkern geholfen so richtig "in die Pötte" zu kommen... ;)


    Beste Grüße,


    Udo (DL 8 WP)

  • [MENTION=3708]flywheel[/MENTION] guck mal in den Rezensionen bei Amazon, da hat einer Fotos von seinem Radio hochgeladen. Da sieht es aus wie ein normaler Norm-Akku, erreichbar über eine klappe ohne schrauben zu müssen. Denke mal irgendwas in Richtung C-Celle von der Größe her.

  • Kleines Update: Anscheinend ist der verwendete Akku ein 18350. Gibt's preislich zwischen 5-15€, kennen tue ich diesen Typ Akku noch nicht.


    Es fand sich bei Amazon ja folgendes unter der Fragensektion:


    Zitat

    Irgendwo hab ich gelesen, 5 Minuten kurbeln reicht für 5-10 Minuten Radio hören. Selbst ausprobiert hab ich es noch nicht. Hab das Radio mit Mini-USB Kabel und Handystecker aufgeladen, Radio in die Sonne gestellt und 3 Stunden Musik gehört. Durch die Sonne wird der Stromverbrauch beim Musik hören wieder ausgeglichen. Akku war nach 3 Stunden also immer noch voll. Beim Lagerfeuer sind mit vollem Akku 3 Stunden Radio auch kein Problem. Danach muss allerdings der Akku wieder an den PC oder an die Stromdose. Oder man stellt das Radio einen Tag lang in die pralle Sonne. Dann ist der Akku auch wieder voll.
    Kleiner Tipp:
    Ich hab das Radio immer am Fenstersims in der Küche stehen. Hier scheint fast den ganzen Tag die Sonne drauf und ich hab immer einen vollen Akku wenn ich das Radio dann im Garten oder Abends beim Grillen brauche.


    Hat mittlerweile hier im Forum jemand eigene Erfahrungen damit gemacht?


    Gruß


    Avesjünger

  • Zitat von Avesjünger;317048

    Anscheinend ist der verwendete Akku ein 18350


    Warum verwenden die ohne Not (das Radio ist nicht gerade zierlich) nicht ein Standart 18650-Akku?

  • Zitat von Henning;317111

    Warum verwenden die ohne Not (das Radio ist nicht gerade zierlich) nicht ein Standart 18650-Akku?


    Auch wenn 18650 in meinen Augen nicht grade Standard ist, pflichte ich dir bei, dass er deutlich weiter verbreitet ist. Andererseits müssten meine Ladegeräte so oder so auch für 18350 geeignet sein.


    ALLGEMEIN sagt mir, bis auf fehlendes DAB, bisher eh folgendes eher zu: https://www.alan-electronics.d…ER-300-Outdoor-Radio.aspx


    Midland ER300 bzw. ER310. Ein Kurbelradio mit einem auswechselbaren 18650er und zusätzlich der Möglichkeit, AA-Batterien zu verwenden. Parallel. Da ich eh auf der Suche nach nem Radio bin und mir das Sangean zwar sehr gefällt und DAB reizvoll ist, aber etwas teuer, bin ich hierauf gestoßen. Ich glaube nicht, dass UKW innerhalb der nächsten 10 Jahre abgeschaltet wird, vielleicht 15 Jahre, aber dafür ist mir diese Investition klein genug, das Risiko der Abschaltung einzugehen.



    EDIT: Außerdem... man sollte generell froh sein, wenn IRGENDWAS heute überhaupt einen auswechselbaren Akku hat. :devil:

  • Ich habe mir das MMR-88 mit DAB+ letztes Jahr als Ersatz für ein altes Kurbelradio gekauft. Ausschlaggebend war tatsächlich die DAB+ Funktion. Da ich noch kein Radio damit habe. Eine richtige Rezension kann ich die nächsten Tage mal schreiben.


    Für den Notfall stimme ich aber zu, dass UKW wohl ausreicht und gebräuchlicher sein könnte. Auch stört mich der verwendete Akku, und dass keine Standard-Batterien oder Akkus möglich sind. Als Ersatz habe ich mir mit einigem Aufwand einen Ersatz-Akku für das Radio bestellt. Nur für den Fall, dass der Original-Akku mal schlapp machen sollte.


    Eine gute (vielleicht auch bessere) Alternative ist das kleinere Modell von Sangean (MMR-77): https://www.amazon.de/Sangean-…FEG/?tag=httpswwwaustr-21


    Das läuft alternativ mit AA-Batterien.

  • Hier die versprochene Rezension zum MMR-88 DAB+. Das Kurbelradio von Sangean ist robust verarbeitet, handlich (15,5 x 8,5 x 7 cm) und noch einigermaßen Rucksack-tauglich (400 g mit Akku).


    Vorteile

    + (Erhaltungs-)Lademöglichkeit per kleiner Solarzelle

    + Ladeanzeige über separate LED

    + UKW und DAB+ Empfang (jeweils 10 Stationsspeicher)

    + Notfall-Lichtfunktion über drei LEDs mit verschiedenen Lichtmodi (normal, schwach, blinkend, SOS)

    + separater Kopfhörerausgang (3,5 mm Klinke) mit überraschend gutem Klang

    + robuster Kurbelbetrieb zur kurzfristigen Ladung

    + alternativ kann der Akku auch über USB-Anschluss geladen werden

    + USB-Ausgang (5 Volt, 500 mAh) zur kurzfristigen Versorgung externer Geräte (v.a. Handy)

    + einfache Bedienung/griffige gummierte Tasten

    + Akku einfach austauschbar


    Nachteile

    - nicht spritzwassergeschützt

    - kein MW/LW-Empfang

    - keine Standardbatterien/-Akkus (z. B. AA) als alternative Stromversorgung vorgesehen

    - Lithium-Akku (Typ ICR 18350, 850 mAh, 3,7 Volt, erhabener Pluspol), der schwierig zu bekommen ist

    - ohne Akku KEIN Radioempfang (nur Licht und Laden externer Geräte über USB und Kurbelgenerator)


    Achtung: Sangean bietet das Radio mit der Modellbezeichnung MMR-88 in zwei Versionen an: mit und ohne DAB+. Falls es die Version ohne DAB+ sein soll, würde ich das ältere Modell MMR-77 empfehlen. Es verfügt über die Möglichkeit, die Stromversorgung neben einem eingebauten (nicht wechselbaren) Akku über AA-Zellen zu betreiben.


    Ich habe lange zwischen dem DAB+ und dem MMR-77 geschwankt. Ausschlaggebend war dann, dass ich die DAB+-Funktion ausprobieren wollte (hatte noch kein solches Radio). Die Empfangsqualität ist wie beworben rausch- und störungsfrei. Allerdings besteht der bekannte Nachteil, dass der Empfang kurz aussetzen kann, wenn die Senderstärke zu schwach wird oder der Empfang beeinträchtigt ist.


    Was mich auch überrascht hat: DAB+ speist die wichtigsten Sender NICHT bundesweit ein. (Hätte ich mich vorher besser informieren sollen.) Ich hatte die Erwartung, dass ich in Süddeutschland z. B. auch Radio Hamburg hätte hören kann. Dem ist nicht so.


    Die Audioqualität über Kopfhörer ist überraschend gut. Der eingebaute Lautsprecher klingt dagegen eher dünn und entwickelt keine Bässe. Die Lautstärke reicht zwar aus, aber einen großen Garten kann man damit nicht beschallen. ;)


    Größte Nachteile sind der verwendete Akku und die interne Schaltung zum Kurbelgenerator: ohne den eingelegten Akku gibt's keinen Radioempfang! Zwar leuchtet die LED-Lampe bei Kurbelbetrieb und/oder Lichteinstrahlung auf das Solarpaneel, aber ausgerechnet das Radio bleibt stumm. Das hätte Sangean anders lösen sollen.


    Ich habe mir einen Ersatzakku besorgt, aber das war nicht ganz einfach. Meist werden sie nur mit flachem Pluspol angeboten oder mit integrierter Schutzschaltung. Dann sind sie zu lang und passen nicht ins Akkufach. Es funktioniert nur ein ungeschützter Akku Typ 18350 mit erhöhtem Pluspol. Die Laderegelung erfolgt durch das Radio.


    Ich habe das MMR-88 DAB+ trotzdem behalten, da es meine Erwartungen weitgehend erfüllt und gut verarbeitet ist. Wahrscheinlich kaufe ich mir aber wegen der Akku-Abhängigkeit irgendwann doch noch das MMR-77.


    Mit aufgeladenem Akku verspricht Sangean bis zu 10 Stunden Radioempfang. Ich habe das Gerät einige Stunden ununterbrochen draußen genutzt, dabei wurde der Akku durch das Solarpaneel nachgeladen, sodass ich die Nutzungsdauer nicht überprüfen kann. Solarenergie funktioniert im Sommer jedenfalls gut und deckt den Bedarf beim Empfang vollständig. Eine komplette Ladung benötigt laut Anleitung 15 Stunden.


    Für die Kurbelfunktion verspricht Sangean 5-7 Minuten Nutzungsdauer nach 1 Minute kurbeln. Das reicht für die Nachrichten. Da mein Akku noch nie vollständig leer war, kann ich die Aussage nicht überprüfen.


    Einsatzszenarien sind für mich: kompaktes Reiseradio (z. B. Hotelzimmer), Nutzung im Garten, Einsatz bei Unterbringung in einer Notunterkunft (Licht- und Ladefunktion über Kurbel stelle ich mir in dem Fall praktisch vor), Radioempfang bei Stromausfall.


    Frontansicht_Akku.JPG Kurbel_Akku.JPG IMG_2322.JPG LED-Lampe.JPG Gewicht.jpeg

  • Nachdem ich schon lange die Anschaffung eines Kurbelradios geplant hatte, habe ich mich nunmehr für das von Trontir vorgestellte Sangean Survivor DAB+ entschieden. Nicht zuletzt wegen dieser hervorragenden Rezension.


    Das Radio macht einen total wertigen Eindruck und hat einen guten Empfang, sowohl im UKW-Band als auch mit DAB.


    Einige Kritikpunkte von Trontir möchte ich etwas relativieren. Ich habe mehrere Akkus 18350 mit Flattop (also ohne hervorstehenden Pluspol) im Bestand. Diese kann man im Radio ganz einfach nutzen, indem man einen kleinen Neodym-Magneten daraufsetzt. Und schon funktionieren diese im Sangean.


    Weiterhin funktioniert das Radio sogar ganz ohne Akku, indem man es mittels USB-Kabel an eine Spannungsquelle anschließt. Hier kommen z.B. jegliche Powerbanks, Solar-Klapp-Paneele, Yetis usw. in Betracht.


    Ich finde das Teil genial. Besonders der Klang an einem angeschlossenen Verstärker oder Kopfhörer ist trotz fehlender Klangregelung richtig gut.

  • Noch ein kleines Update zur Rezension des Sangean MMR88 DAB+: Das Radio hat 5 Stunden und 10 Minuten bei 75% Lautstärke mit DAB-Empfang coole Musik (sunshine live) gespielt, bis die rote "low batt."-LED zu leuchten begann. Nach genau 6 Stunden und 45 Minuten ging das Radio aus. Danach hatte der Akku eine Restspannung von 3,02 Volt, was meines Erachtens schon an Tiefentladung grenzt.


    Bei UKW-Empfang dauerte es genau 6 Stunden, bis sich die rote LED meldete, nach 8 Stunden und 20 Minuten war das Radio dann stumm.


    Diesen Zustand habe ich genutzt, um die Kurbelfunktion zu testen. Eine Minute kurbeln (also 120 Umdrehungen) lassen das Radio im DAB-Modus drei Minuten, im UKW-Betrieb vier Minuten weiterspielen. Bei längerem Kurbeln addieren sich die Laufzeiten entsprechend.

  • Interessant. Es heißt ja immer, dass DAB+-Empfang erheblich mehr Strom verbraucht. Aber so groß scheint der Unterschied dann doch nicht zu sein.

  • Interessant. Es heißt ja immer, dass DAB+-Empfang erheblich mehr Strom verbraucht. Aber so groß scheint der Unterschied dann doch nicht zu sein.


    Nun, der DAB-Chip kann auch UKW.

    Man müßte mit einen reinen UKW-Radio vergleichen.