Gesetzliche Rente und Altersvorsorge

  • Von denen sind die meisten aber noch den Beweis schuldig, dass das wirklich auf Dauer funktioniert, auch ohne die Einnahmen aus ihren Büchern, Vorträgen und Youtube-Werbung.

    Das kommt noch dazu. :rolleyes: Ich sehe es auch noch nicht als belastbares Konzept. Aber wenn man mal über den großen Teich schaut, dann brauchen die Amis für ihre Altersvorsorge (401k) auch mindestens 500 k $ bis 750 k$, wenn sie ihren Lebensstandard halten wollen. Die Situation auf der anderen Seite des Teiches ist nicht zu 100% mit Deutschland vergleichbar, weil Anlagen im 401er steuerlich völlig anders bewertet werden als ähnliche Produkte in Deutschland. Und in den USA ist man es "gewöhnt", dass man für seine Krankenversicherung selbst aufkommen muss.


    Dadurch, dass ein deutscher Ruheständler zumindest eine gewisse Absicherung über eine Altersrente erhält, Ausnahmen mögen hier die Regel bestätigen, wird eine deutscher Ruheständler nicht zwingend diese 500 k € bis 750 k € benötigen, sondern käme wahrscheinlich schon mit weniger aus, weil man statt 2000 vielleicht nur noch 1000 € monatlich erwirtschaften muss. Aber die grundsätzlichen Überlegungen darüber, wie hoch der Kapitalstock sein muss, um kapitalverzehrend für x Jahre sein Auskommen zu haben oder nicht-kapitalverzehrend quasi unbegrenzt leben zu können, die gelten hier wie dort.


  • Wie vorher schon beschrieben... EM können harten Handelsrestriktionen unterworfen werfen, FW auch (vor allem in Form von Bargeld).

    Du beobachtest hoffentlich bei deinen "Devisen" (in cash) welche Sorten gegen neue Auflagen außer Verkehr gezogen werden? Viele mit "alten" Serien USD und CHF und auch Euro fallen durch Umtauschversuche in neue Serien am Schalter auf....


    Hab nen Haufen Bargeldtauscher "Euro alt" gegen "Euro neu" in ne GWG-Verdachtsanzeige laufen sehen....

    Alles noch besser als eine Immobilie die schon im vornherein dem Staat über das Grundbuch ausgeliefert ist und w die meisten ihre ganzen Ersparnisse gesteckt haben.

    Wie gesagt: Der Großteil des ganzen Volksvermögens steckt in immobilien - wenn der StaatGeld braucht dann MUSS und wird eer es dort holen!

    Gold etc. spielt vom Volumen her gar keine Rolle - da ist nichts zu holen


    Wer in der Vergangenheit eine Mischung aus Bargeld, Edelmetallen und Devisen hatte ist prima durch ALLE Krisen gekommen - Immobilienbesitzer nur selten.

  • xsurvivor:


    Deine Haltung zum Thema "Immobilien" ist hart "schwarz". Fakt ist aber, dass der Vermieter den Großteil ALLER Kosten - auf welche Art und Weise auch immer - auf den Mieter umwälzen wird.


    Ich will hier aber keine Diskussion lostreten, weil das Thema meistens auch emotional geladen ist und sehr polarisiert dargestellt wird.

    Das auch nur über einen langen Zeitraum verteilt - uznd die Politik arbeitet gerade daran, dass das nicht mehr möglichs ein soll bspw. die gGrundsteuer dem Mieter aufzubürden.

    Ganz einfach, weil die meisten Mieter sich das gar nicht mehr leisten können


    Meiner Ansicht nach wird die Immobilien grundlos verklärt ("das gehört alles mir und ich kann machen was ich will") - es ist eine Falle und man ist auf Gedeih udn Verderb an das System bzw. den Staat gekettet, ohne ausweichen zu können = das Gegenteil von Vorsorgen

    Immobilien sind was für "gute Zeiten" in denen alles rund läuft, die Staatsschulden nicht explodieren und das Finanzsystem nicht in einer Blase ist - all das haben wir heute, deshalb Alarmstufe rot.


    Mein Vater ist Heimat-Vertriebener - da kamen die Tschechen nach dem zweiten Weltkrieg am Morgen und sagten, dass er in 24 Stunden verschwinden muss - soviel zum Thema "Immobilien-Eigentum". Da ist ein Goldbarren, eingesteckt schon was anderes...

  • Wer in der Vergangenheit eine Mischung aus Bargeld, Edelmetallen und Devisen hatte ist prima durch ALLE Krisen gekommen - Immobilienbesitzer nur selten.

    Ist aber eine steile These. Der aktuelle mittlere Verkaufspreis für eine Bestandsimmobilie der Kategorien Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte/Reihenhaus/Stadthaus nähert sich momentan der 500.000 € - Marke. Diesen Gegenwert wollte ich jetzt nicht wirklich in Form von Bargeld/Edelmetall und Devisen zuhause oder gar bei Banken gelagert haben. Die gesetzliche Einlagensicherung greift in D nur bis 100.000 € pro Kunde und Bank. D.h. ich müsste den Zaster auf ein halbes Dutzend Banken verteilen oder einen ziemlich sicheren Tresor in meiner (in diesem Fall gemieteten...) Immobilie haben. Wenn mir die Bude abfackelt oder absäuft, habe ich ein Problem, den Versicherungen den üppigen Bargeldbestand plausibel nachzuweisen. Das Verlustrisiko von physischem Geld zuhause halte ich für extrem hoch.


    Es gab meines Wissens in der jüngeren Geschichte in D erst einmal eine Zwangsabgabe auf private Vermögen (Lastenausgleichsgesetz 1952), die in der Praxis dann vor allem Immobilienbesitzer traf, weil Immobilien in der Bevölkerung noch das einzig nennenswerte Vermögen waren, das existierte!


    Denn alte Bargeldbestände (Reichsmark) waren quasi wertlos, da die Währungsreform 1948 nur einen Umtausch in DM im Verhältnis von 1:10 erlaubte. Es wurde also tatsächlich nahezu das komplette Reichsmarkvermögen der Bürger vom Staat vernichtet, in dem es auf 10% des Wertes reduziert wurde.


    Dagegen mussten Immobilienbesitzer zwar 50% des Nennwertes ihres Hauses über 30 Jahre verteilt als Abgabe zahlen, hatten aber immer noch ihr Haus. Und wenn ein Haus z.B. 150.000 DM wert war, dann mussten 75.000 DM / 30 = 2.500 DM pro Jahr bzw. 208 DM/Monat als Abgabe gezahlt werden. Das war durchaus verkraftbar. Und es stellt keine Enteignung dar, anders bei einer Währungsreform mit Reduktionsfaktor der die Altguthaben mal eben um 90% reduziert. Auch bei der dt. Wiedervereinigung passierte 1990 wieder was ähnliches: DDR-Mark zu DM wurde 2:1 umgetauscht, also wurde auch hier Geldvermögen schlicht vernichtet, in diesem Fall die Hälfte des Vermögens. Andererseits wurden vom DDR-Staat enteignete Grundstücke und Immobilien, ja sogar ganze Betriebe an die ursprünglichen Eigentümer nach der Wiedervereinigung zurückübereignet. Also auch hier waren Immobilien-Eigentümer eher im Vorteil gegenüber denjenigen, die Geld statt Boden besaßen.


    Grüsse

    Tom

    Einmal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • Dagegen mussten Immobilienbesitzer zwar 50% des Nennwertes ihres Hauses über 30 Jahre verteilt als Abgabe zahlen, hatten aber immer noch ihr Haus. Und wenn ein Haus z.B. 150.000 DM wert war, dann mussten 75.000 DM / 30 = 2.500 DM pro Jahr bzw. 208 DM/Monat als Abgabe gezahlt werden. Das war durchaus verkraftbar. Und es stellt keine Enteignung dar, anders bei einer Währungsreform mit Reduktionsfaktor der die Altguthaben mal eben um 90% reduziert. Auch bei der dt. Wiedervereinigung passierte 1990 wieder was ähnliches: DDR-Mark zu DM wurde 2:1 umgetauscht, also wurde auch hier Geldvermögen schlicht vernichtet, in diesem Fall die Hälfte des Vermögens. Andererseits wurden vom DDR-Staat enteignete Grundstücke und Immobilien, ja sogar ganze Betriebe an die ursprünglichen Eigentümer nach der Wiedervereinigung zurückübereignet. Also auch hier waren Immobilien-Eigentümer eher im Vorteil gegenüber denjenigen, die Geld statt Boden besaßen.


    Grüsse

    Tom

    Ich denke du hast vergessen was damals eine DM wert war. Wir bewohnten eine 5 Zimmer Altbauwohnung mit ca. 120-130 qm für 120 DM. Mein Vater verdiente etwas um die 400 DM. Wenn er jetzt ein Haus im Wert von ca. 150 000 DM gehabt hätte, und davon die Hälfte dem Staat geben müsste dann würde sich sein Verdienst um die Hälfte kürzen. Und das 30 Jahre lang.

    Sicher gerieten die Gehälter in Bewegung und man verdiente mehr, aber die Ausgaben auch. Im Endefekt blieb es bei der Hälfte.

    So hatten wir 80 DM mehr in der Geldbörse, und das war auch bitter nötig, denn große Sprünge war mit dem Verdienst nicht zu machen. Auch wenn meine Mutter als Krankenschwester mitverdiente. Heute würde man sagen, wir krochen auf dem Zahnfleisch.

    Mit einem Haus an der Backe wäre das nur bedingt möglich, aber vermutlich wäre da etwas Land dabei gewesen um vom Garten mitzuleben. Was wir auch etwas später hatten. Ein Schräbergarten wo meine Mutter zusätzlich noch Angorakaninchen hielt, um auch hier etwas dazu zu verdienen, neben dem Gemüse. Zudem kam auch Fleisch in Form von Kaninchen auf den Tisch. Das alles zwischen 1950-60.

  • @Arwed: stimmt, die Gehälter waren in den 1950er deutlich niedriger als heute und ich war mit der Annahme des damaligen Hauspreises zu großzügig: 1952 hätte man für 150.000 DM wohl eine Mega-Traumvilla bekommen. Diesen Beitrag aus einem anderen Forum habe ich soeben gefunden:


    "Heute habe ich Unterlagen zu einem Hausbau au[s] dem Jahr 1957 erhalten. In dem Bauvertrag steht, das Haus wird zu einem Baupreis von 22000,-DM erstellt. Ein typisches Siedlungshaus mit 2 Wohnungen zu ca. 80qm, hinzu ausbaufähigen Spitzboden,, sogar großer Unterkellerung mit Waschküche, Heizungsraum und bereits damals schon Holzofenzentralheizung. Sogar 2 Bäder sind drin." (Quelle)


    Dann relativiert sich auch die Belastung durch die Lastenausgleichsabgabe: 50% von 22.000 DM über 360 Monate = 30 DM pro Monat. Das wäre dann 1/13 eines Monatseinkommens von 400 DM.

    Was man auch sehen muss, die Besteuerung von Einkommen war damals deutlich niedriger als heute. Wikipedia:

    Einkomenssteuer bei einem Jahreseinkommen von von 1.681 DM bis 8.009 DM:

    ESt = 0,2 * (zvE - 1.680)


    D.h. bei z.B. 5.000 DM wären das 0,2 * (5.000 - 1.680) = 664 DM Steueranteil gewesen. Davon kann man heute nur träumen.


    Langer Rede kurzer Sinn: was ich sagen will, ist dass "Enteignung von Immobilienbesitzern" durch die Vermögensabgabe nach dem Lastenausgleichsgesetz ein Mythos ist, der sich hartnäckig hält. Durch die Streckung der objektiv schon sehr hohen Abgabe von 50% auf den Immobilienwert bei Einführung des Gesetzes über einen Zeitraum von 30 Jahren relativiert sich die Belastung doch deutlich. Gemein wäre es gewesen, wenn man die Abgabe wie eine Hausratversicherung "dynamisiert" hätte, also die Abgabe jährlich vom aktuellen Immobilienwert neu festgelegt hätte... Man darf auch nicht vergessen, dass die Immobilie ja im Besitz des Eigentümers blieb und dass der Staat durch seine "Daseinsvorsorge" wie Straßenbau, Versorgungsinfrastruktur, Schulen, Kindergärten, Gewerbeflächen etc. den praktischen Nutzwert einer immobilie wesentlich mit beeinflusst.

    Abgesehen davon ist die Vermögensabgabe für die Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg auch so etwas wie ein "Soli" gewesen, um das Land wieder auf die Beine zu bekommen. Es ist ein Geben und Nehmen. Die Bevölkerung war ja auch nicht ganz unbeteiligt daran, dass das Land zu einem Trümmerhaufen geworden ist. Aber das ist ein anderes Thema...


    Grüsse

    Tom

  • ...wenn man es hart auf die Spitze treiben möchte...


    Klar kommt man als Angestellter kaum umhin Lohnnebenkosten zu zahlen, kann aber einiges dafür tun diese geringer zu halten....

    Betriebsrente wird, wenn nicht uralt, bei Auszahlung versteuert..

    Das drückt schon mal die Renteneinzahlung...

    Wenn ich nun frühzeitig anfange auf die Kinder zu vererben, uns zwar ALLES kann ich mir dann auch die Anlagen für mein Alter möglichst so auszahlen lassen, das ich neben meiner dann mickrigen Rente kaum was bei Auszahlung auf Schlag versteuern muss, am besten könnte man die Auszahlung so splitten, das man nahe beim Grundbemessungssatz landet...

    Die Kohle verschwindet dann wiederum schnell vom Konto, damit es im Pfegefall nix zu holen durch das Amt gibt....


    Offizielle Schenkung und Übertragung sollte ja möglichst 10 Jahre abgeschlossen sein, damit nix rückgefordert wird...


    Man macht sich also bettelarm.......Vollgas in die Altersarmut! Am besten in einer kleinen Mietsbude...dann kommt auch kein Amt um was zu holen, und bringt eher noch Wohngeld und Erstausstattung..


    Die Wohnung vermietest du jetzt günstig weiter an wen anders, der dir die Post weiterleitet...


    Die Kinder können behaupten sie hätten den Kontakt sei Jahren aktiv abgebrochen, ich glaube da gabs ein Passus, dass in diesem Falle die Kinder nicht mehr für Zahlungen herangezogen werden können?!


    Und ab da greift voll der Sozialstaat...


    Auf dem Weg zur Rente kann man noch mal ebend 24Monate Arbeitslosengeld 1 mitnehmen.....


    Wenn man sich geschickt als Sozialschmarotzer verhält kann man also recht gut durchs Leben kommen .. und gleichzeitig dem Nachwuchs ein ordentliches Leben ermöglichen...und sein Erbe gut weiter bringen.... Man braucht allerdings gut erzogene Kinder, die dir den Geldhahn dann nicht abdrehen...


    Verbessert mich gerne, wenn ich grobe Fehler in der Aufzählung habe....


    Und wie gesagt... keine Aufforderung, sondern nur ein Gedankenspiel...


    Gruß EZS

  • Wie genau läuft das ab, wenn eine Person pflegebedürftig ist, keinen Besitz mehr hat, aber z.b. zwei Kinder hat. Müssen diese für's Pflegeheim aufkommen?


    Gruß offroader

  • Reicht das Geld von pflegebedürftigen Eltern im Heim nicht, verlangt das Sozial­amt von den Kindern „Eltern­unterhalt“. So war es bisher. Anfang 2020 hat sich die Rechts­lage jedoch geändert. Viele erwachsene Kinder müssen jetzt nicht mehr für bedürftige Eltern im Pfle­geheim zahlen. Behörden können jetzt nur noch Eltern­unterhalt bei Kindern einfordern, deren Jahres­einkommen 100 000 Euro über­steigt.

  • Dann Zähltt zum Einkommen auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Aktien, Gewinnbeteiligung etc?

    Hast du zufällig eine kompetente Seite wo man sich da ein bisschen einlesen kann?


    Dankeschön

  • Die 100000eur sind wenn es um die jährlichen zu versteuernden oder auch versteuerten Einkünfte geht wohl kaum durch die breite Masse zu erreichen....


    Bei 100tsd Eur Besitz der Erben sähe das wohl anders aus...


    Da insbesondere die Nachkriegsgenerationen bis Baujahr in die 70er hinein gerne versuchen möglichst viel in die Taschen des letzten Hemdes zu packen, anstatt sich von den irdischen Gütern zu trennen, bleibt da oftmals zu lasten der Erben so einiges amts-seits zu holen!


    Bei meiner Aufzählung hab ich noch die mannigfaltigen Möglichkeiten vergessen sich krank schreiben zu lassen....


    Gruß EZS

  • Ich denke, das mit dem Lastenausgleich kann jemanden durchaus in den Ruin/Zwangsversteigerung treiben. Wie wir schon gelesen haben, kosten Bestandsimmobilien um 500tsd, bei uns hier gerne mal 2-300tsd mehr. Habe ich also gerade eine Immobilie für zB 600tsd gekauft und vielleicht noch für 100tsd renoviert und kommt dann der Lastenausgleich mit 50% für 30 Jahre, so sind das mal eben 350tsd extra. Also fast 12tsd/Jahr bzw rund 970/Monat. Ob das jeder mal eben ZUSÄTZLICH zu Finanzierung stemmen kann, wage ich zu bezweifeln. Kommt das dann womöglich noch wenn du schon 50 oder älter bist, musst du mit 80 immer noch jeden Monat nen Tausender abdrücken. Wohl dem Rentner, der sich das leisten kann.

    Himihergottzagramentzefixallelujamilextamarschscheissglumpfaregtz

  • Previ: hier nochmal was zur Vermögensabgabe in 1952:

    "Zunächst wirkte der Lastenausgleich durchaus radikal: Alle Vermögen über 5.000 D-Mark wurden mit einer Abgabe von 50 Prozent belegt. Trotzdem wurden die Vermögensbesitzer kaum belastet, denn die Zahlungen wurden über dreißig Jahre gestreckt, sodass allein schon die Inflation dafür sorgte, dass die Raten immer leichter aufzubringen und am Ende fast bedeutungslos waren. Zudem wurden Immobilien nach dem Einheitswert angesetzt – und nicht etwa nach dem Verkehrswert, der wesentlich höher lag." (Quelle: taz vom 1.4.2020)

  • Um mal wieder einen Beitrag ohne Immobilie zu bringen:

    ...

    Von Finanzmarktspielchen halte ich auch nicht viel. Wenn ich schon Begriffe wie "Fonds für risikofreudige Anleger" höre oder Lebensversicherungsmodelle, die nicht mal die vollständige Auszahlung der selbst eingezahlten Beiträge garantieren wollen, dann hört es bei mir auf...

    Rendite gibt es derzeit nur für Risiko (im Grunde war das früher auch schon so, wenn man die Inflation betrachtet)


    Ein Sparmodell mit Garantiebeitrag kann keine gut Rendite erwirtschaften.


    Man hat das in 2020 super bei Fairriester & Co gesehen. Ende März, beim stärksten tief sind die alle massiv aus den Aktien raus, weil sie durch die Graantiebedingungen dazu gezwungen waren. das war das maximal blödeste denkbare Verhalten, aber so ist das halt mit Garantien.


    Wenn man 30 Jahre lang Zeit hat wäre es die letzten 120 jahre schlichtweg blöd gewesen, nicht in Aktien zu investieren. Immer, zu jeder Zeit. einzige mit bekannte Ausanhme war der Nikkei Ende der 80er Jahre und der neue Markt Anfang 2000. Da gabs halt KGV von 100 und wer in sowas investiert ist von Gier getrieben und nicht von rationaler Überlegeung.

    Beispiel für heute: Tesla Aktie. Das ist zum zocken. Wer das für langfristig kauft muss fest daran glauben, dass in Zukunft jedes zweite Auto auf der Welt von Tesla gebaut wird.




    Zitat

    Was man allerdings jedem jungen Menschen nicht deutlich genug sagen kann, ist so früh wie möglich mit Rentenbeiträgen zu beginnen. Nur wer mindestens 45 Jahre in einem 100%-Job wenigstens 16 Euro die Stunde verdient, hat nachher überhaupt einen Rentenanspruch, der über die Grundsicherung hinausgeht. Wer mit 18 aus der Schule geht, sich dann erst mal 2 Jahre mit Weltreisen oder als Youtuber selbstverwirklichen will, um dann 8 Jahre herumzustudieren, ist halt schon 28, bevor er überhaupt nennenswert Sozialversicherungsbeiträge leisten kann.


    Hmm, das ist grob mein Leben, nur dass ich zwischendrin mal Soldat war, etwas mehr auf Reisen war und erst mit 30 das richtige Arbeiten begonnen habe :-)


    Ich bereue davon absolut garnix, das war eine tolles Leben und man macht mit 25 einfach Dinge, die mit 45 so nicht mehr gehen (alleine schon mental, aber auch von den Gewohnheiten her und vor allem natürlich auch vom sozialen Umfeld, schau Dir eine Party von 25jährigen an und eine von 45jährigen) und ich fürchte, dass man das was man mit 45 nicht macht dann auch mit 67 nicht wird nachholen können.


    ...
    Was man allerdings jedem jungen Menschen nicht deutlich genug sagen kann, ist so früh wie möglich mit Rentenbeiträgen zu beginnen. Nur wer mindestens 45 Jahre in einem 100%-Job wenigstens 16 Euro die Stunde verdient, hat nachher überhaupt einen Rentenanspruch, der über die Grundsicherung hinausgeht....

    Ich bin jetzt nicht auf der F.I.R.E Schiene, dass Arbeit was unglaublich Schreckliches ist, dass einem das eigene Leben verleidet, aber weniger davon und deutlich mehr Flexibilität fänd ich schon schön.


    Mir ist neulich mal beim Spielen mit Excel gekommen, dass ich mir mein "lebenslanges bedingungsfreies Grundeinkommen" prinzipiell ja auch selber machen kann.


    Die heute oft genannten 1200 Euro + Inflation und in der Zeit vor der Rente (mit 67?) dann eben 1200 Euro + Inflation + Krankenversicherung


    ist jetzt nicht so, dass man davon das luxuriöse Leben führt, aber es wäre eine sehr gute Basis für mich um zu tun, wozu ich Lust habe.


    Ich bin halt jetzt im Gegensatz zur neuen Generation an MINT Absolventen ein Spätzünder, aber ich hab mir ausgerechnet, dass in meinem Fall mit 50 Jahren ein Depot über 360.000 Euro ausreicht*), um mich damit die 17 Jahre bis zur Rente durchzuschlagen und danach die bis dahin erzielten Rentenansprüche noch etwas aufzustocken.


    Das sind jetzt bei gutem Verdienst und normalem Lebensstil keine unmöglichen Summen.


    Mit jedem weiteren Jahr reduziert sich die Summe drastisch. (wer will kann noch ein Jahr bzw 9 Monate ALG I einrechnen, mach ich mal nicht)


    Ich hätte dann 20 Jahre in meinem Leben "richtig" gearbeitet.


    MfG


    *) die Idee dahinter ist, dass die letzten 120 Jahre ein weltweit breit gestreutes Aktiendepot noch niemals, egal zu welchem Zeitpunkt nicht ewig gereicht hätte, wenn man davon jährlich 3% + Inflation entnimmt. Daraus lässt sich ableiten, dass man wenigstesn 3% vom bisherigen Höchsstand so lange entnehmen kann, bis sich der Höchsstand wieder erhöht, man hat also eine sehr, sehr gute Chance, dass das Geld im Laufe der Zeit auch nach Inflation immer mehr wird.


    Wenn ich also mit 400€/Monat (4800€/Jahr) dauerhaft bis zum Lebensende (+Renditechance) rechne brauche ich dafür 160.000 Euro.


    Um 17 Jahre lang monatlich weitere 1000 Euro (+Inflation) zu verbrauchen mit  einer Anlageform die gerade mal die Inflation ausgleicht (1,5%/a)  brauche ich weitere 200.000 Euro

    Nach 17 Jahren entfallen dann Krankenversicherung und der Sockelbetrag, weil mir das die gesetzliche Rente auszahlt.


    Das ist super konservativ gerechnet. Jeder Mikrojob mit Sozialabgaben verbessert die Situation gleich vielfach (mehr Einkommen, selbst bezahlte Krankenversicherung entfällt, mehr Rentenpunkte für später). Meine Ansprüche aus der bAV sind die nicht drin (komme ich erst mit 67 ran) und das Gold ist auch nicht drin (das will ich eh vererben)


    Ob ich das so hinbekomme ist nicht prognostizierbar, aber selbst wenn es erst mit 55 Jahren nach 25 Jahren Arbeit soweit wäre ist das auch schon was.


    Meine Traumvorstellung derzeit wäre ein "Beraterjob" von 10-20h/Woche zu 1/4-1/2 meines normalen Bruttogehalts bei meinem jetzigen Arbeitgeber mit der Option mich auch immer wieder mal für ein paar Monate auszuklinken.


    Schau mer mal....


    Ich hoffe jedenfalls nicht, dass es bei mir am Ende doch auf 40 Jahre Rentenpunkte ansammeln hinaus laufen wird.

  • Hab nen Haufen Bargeldtauscher "Euro alt" gegen "Euro neu" in ne GWG-Verdachtsanzeige laufen sehen....

    Ich hab "ewig" gebraucht die alten 50er gegen die neuen umzustauschen, als vor ein paar Jahren die neuen 50er Scheine eingeführt waren. Ich bezahl ja fast allen Alltagskram bar, da hab ich dann immer mit den alten Scheinen bezahlt und neue abgehoben und wieder in den "Vorrat" gelegt. Aber nachgefragt hat an der Kasse nie einer. Wirklich "mühsam" war es auch nicht, es dauert halt.


    Ich ha aber keine Bargeldmengen, die relevant für die Altersvorsorge wären. Das ist primär "Fluchtgeld" oder wenn doch mal was am Geldsystem sein sollte (Zypern)

  • Der DAX hat sich in den letzten 20 Jahren über alles gerechnet um 21% entwickelt. D.h. hätte ich 2010 in den DAX-Mix 830.000€ investiert, hätte ich jetzt eine Million draus gemacht. Aber ich hätte 2010 irgendwoher 830.000€ nehmen müssen. Im Zeitraum März 2015 bis November 2016 ist der DAX mal um gut 30% gefallen. Da hätte ich von den 2010 investierten 830.000€ nur noch 580.000€ rausbekommen. Blöd, wenn man dann gerade in den wohlverdienten Ruhestand wechseln und sich mit dem Kapital ein Häuschen in Südfrankreich als Winter-Fluchtort kaufen wollte. Mist, geht noch nicht, ich muss noch weiterarbeiten, bis der DAX wieder die Verluste rausgewirtschaftet hat.

    Für mich wäre das nix.


    2010 war vor 10 Jahren, nicht vor 20.


    Wenn ich Emde 1999 bis Ende 2019 nehme hat der DAX (performance Indiaktor) um 83% zugelegt.


    Das ist eine Rendite von 3,2% pro Jahr.


    Tatsächlich nicht so berauschend. Allerdings erinnern wir uns war das Jahr 1999 just das Jahr, kurz bevor die DotCom Blase platze mit dem größten und längsten Crash ich glaube in diesem Jahrhundert.


    Hier ist die jährliche(!) Rendite des Dax begonnen von 1969 bis jeweils zum Jahr 2019:

    Man sieht also einen Reditezeitraum von 50 Jahren, dann 49 Jahren bis zuletzt 1 Jahr von 2018 bis 2019: (Quelle: Eigene Berechnung aus DAX Werten zu jeweils Jahresende)


    Lustigerweise ist der Zeitraum von 1999-2019 tatsächlich der worst case gewesen (die ganz kurzen Zeiträumemal ausgenommen), meistens landete man so bei 7%/a herum. Der DAX ist ein Sonderfall unter den Indizes und beinhaltet bereits die Dividenden.


    Jahr Rendite/a
    1969 6,3%
    1970 7,2%
    1971 7,2%
    1972 7,0%
    1973 7,9%
    1974 8,1%
    1975 7,4%
    1976 7,9%
    1977 7,9%
    1978 7,9%
    1979 8,5%
    1980 8,9%
    1981 9,0%
    1982 8,9%
    1983 8,2%
    1984 8,3%
    1985 6,9%
    1986 7,0%
    1987 8,4%
    1988 7,7%
    1989 6,9%
    1990 8,0%
    1991 7,9%
    1992 8,3%
    1993 7,0%
    1994 7,6%
    1995 7,6%
    1996 6,8%
    1997 5,3%
    1998 4,7%
    1999 3,2%
    2000 3,8%
    2001 5,3%
    2002 9,3%
    2003 7,8%
    2004 7,8%
    2005 6,6%
    2006 5,5%
    2007 4,2%
    2008 9,6%
    2009 8,3%
    2010 7,4%
    2011 10,6%
    2012 8,1%
    2013 5,6%
    2014 6,2%
    2015 5,4%
    2016 4,9%
    2017 1,3%
    2018 25,5%


    Natürlich muss man an der Börse aushalten können, dass auch mal 50% des eigenen Depotwertes verschwindet, wenn es blöd läuft sogar auch mal 70%. Wenn man das nicht kann muss man den Aktienanteil entsprechend verkleinern.

    Gut ist immer, wenn man noch viel Zeit hat. Besonders gut ist, wenn man immer noch investiert.

    das allerbeste was einem neuen Investor überhaupt passieren kann ist dass relataiv schnell ein tiefer und langer Crash kommt und er über jahre ständig tiefrot ist. So enstehen dann Millionärre, wenn es wieder aufwärts geht und die Jahrelang billigst geakuften Aktien dann nach oben schießen. Nicht jeder hat halt das Glück in einen großen und langen Crash hinein investieren zu dürfen.

  • Es gab meines Wissens in der jüngeren Geschichte in D erst einmal eine Zwangsabgabe auf private Vermögen (Lastenausgleichsgesetz 1952), die in der Praxis dann vor allem Immobilienbesitzer traf, weil Immobilien in der Bevölkerung noch das einzig nennenswerte Vermögen waren, das existierte!

    Was denkbar ist ist die Grundsteuer deutlich zu erhöhen (USA) oder z.B. den Mietwert der eigene Immobilie zu besteuern (Schweiz).


    Man kann sich aber beliebig blöde Szenarien basteln, die Idee des threads war eigentlich davon auszugehn, dass erstmal nichts Weltbewegendes passiert. Den Fall möchte man ja auch abgesichert haben.


    Die Immobilie kann da schon Bestandteil der Altersvorsorge sein, vor allem über mehrere Generationen.


    Wenn man heute kauft, kauft man halt in vielen Gegenden in eine Blase hinein, weil sich die Leute wegen der niedrigen Zinsen immense Kredite leisten können. Man spart trotzdem die Miete, unabhängig von der Wertentwicklung, aber die Finanzierungsphase ist für die meisten halt über viele Jahre alle Eier in einem Korb.

    Kreditgehebelt.

    Mit zusätzlichen Unflexibilitätsrisiken wie Scheidung, Jobverlust, usw...


    Für die meisten ist es die letzten 10 Jahre super gelaufen, Zinsen fallen und der Wert steigt (und die Löhne steigen auch). Aber Vergangenheit ist vergangen, heute zählt für die, die neu überlegen nur die Erwartung an die Zukunft.


    Hier haben Immobilien mittlerweile eine Mietrendite (Kosten abgezogen) von vielleicht 1-2% pro Jahr, das ist nicht viel, bei den Aktien wäre das ein KGV von 50-100. (man berichtige mich, wenn ich da jetzt zu blöd rechne)

  • Deine Quelle ist falsch, also ist auch Deine Rechnung falsch.


    Bei 2% Inflation und nur 4% Rendite/a nach Steuern genügt für ein Vermögen von 500.000 Euro inflationsbereingt! ( = absolut 1,06 Mio €) nach 37 Jahren eine monatliche Sparrate von 760 Euro (+ Inflation)


    Nimmt man 1,5% Inflation und 5% Rendite/a was wegen des cost average Effekts über 37 Jahre immer noch konservativ ist braucht man für 500.000 Euro Inflationsbereingt (875.000€ absolut) eine monatliche Sparrate von 552 Euro (+Inflation).

    Nach 15 Jahren übersteigt der Zins bereits die eigenen Zahlungen.


    Das sind alles noch ordentliche Summe, aber für viele immerhin prinzipiell erreichbar


    Um das Geld plus die gesetziche Rente dann als Rentner noch durchzubringen (ohne im Pflegeheim zu sitzen) kann man sich alternativ auch ganzjährig auf Kreuzfahrten vergnügen. Vermutlich 1. Klasse.


    Würde man das Depot dann mit Renteneintritt an die Kinder abtreten, die das einfach nur 30 Jahre lang liegen lassen würden aus den 875.000 Euro dann nach weiteren 30 Jahren 3,8 Millionen Euro (in heutiger Kaufkraft dann 1,4 Mio Euro).

    Sie müssten nichts tun, außer das Depot liegen zu lassen und ggf mal die Steuererklärung zu machen (oder machen zu lassen, bei den Summen kann man sich das leisten).


    Sie könnten sich auch 2000 Euro pro Monat auszahlen (+Inflation) und das auf ewig und das Depot würde trotzdem immer weiter wachsen. (auch nach Inflation)


    Die deutsche (nicht-) Aktienkultur ist der wesentliche Grund dafür, warum unser Staat wohlhabend ist, aber die Bürger erstaunlicherweise kaum Vermögen haben.

    Bisher wars halt nicht nötig, der Staat sorgt ja für einen und dazu noch das offenbar ererbte Kollektivtraume der Hyperinflation von vor fast 100 Jahren.


    Als 1999 die Deutschen am Ende des größten und längsten Aktienbooms des 20. Jahrhunderts plötzlich in Scharen eingesteigen sind kam gleich danach der Megacrash. :-)


    MfG