Essen aus der Flasche: Complete Food

  • Zitat

    Vor vier Jahren startete der amerikanische Softwareentwickler Rob Rhinehart einen Selbstversuch. Weil ihm die tägliche Essenszubereitung zu mühselig und teuer war, recherchierte er Nährwerttabellen und kaufte Inhaltsstoffe zusammen, aus denen er ein Pulver mixte, das für ihn einen Monat lang alle Mahlzeiten ersetzen sollte. Das Experiment dokumentierte er – inklusive Arztbefunde – in einem Blogbeitrag. Der Text fand viel Beachtung und Rhinehart machte aus seiner persönlichen Mission ein kommerzielles Unterfangen. Er startete eine Crowdfunding-Kampagne für seine Erfindung, die er "Soylent" genannt hatte.


    Quelle: https://derstandard.at/2000068…-Hype-zum-Milliardenmarkt



    Hat von euch jemand schon mal "Complete-Food" getestet? Wäre das auch was für die Bevorratung? Was meint ihr?

  • Hallo Ben,


    den Krempel gibt es schon eine ganze Weile länger als der Artikel suggeriert. Ich kenne Trinknahrung bzw. Pulvernahrung aus dem Altenpflegebereich, meine Mom war dort bis zu ihrer Rente tätig.
    Ich habs mal probiert, aber nicht im Langzeittest. Eine Flasche Banane, eine Schoko - vom Geschmack her in etwa wie Müllermilch mit einem leichten Beigeschmack von Pappe, also nichts was in irgendeiner Weise als "kulinarisch" zu bezeichnen wäre. Vom Sättigungsgrad her wars in Ordnung, etwa einen halben Tag lang pappsatt. Seltsamerweise ist mir dieser Test auch eine ganze Weile im Gedächtnis geblieben, und so habe ich irgendwann mal genauer recherchiert was ich mir da reingepfiffen habe:
    Verkauft wurde es mir damals als Astronautenkost. Wars auch, Astronautenkost hochkalorisch, auch bekannt als Sondennahrung. Wird eingesetzt bei Patienten mit mehr oder weniger akuter Mangelernährung oder schwer(st)en körperlichen Leiden um sie aufzupäppeln.
    Mutti meinte wohl ich könnte etwas mehr auf den Rippen haben - was die Astronautenkost nicht geschafft hat hat dann die Zeit besorgt. :grosses Lachen:


    Persönliche Einschätzung:
    Ich kenne nur die "Oldschool Astronautenkost". Diese ist hocheffizient weil relativ lange haltbar, enthält alles was man so braucht und hat eine hohe Energiedichte auf engem Raum. Was den Geschmack angeht sollte man vielleicht zusätzlich eine Menge getrocknete Chilis bevorraten um den Geschmacksnerven vorher den Gnadentod zu ermöglichen. ;-)
    Ausserdem ist IMHO Vorsicht geboten, da diese Nahrung normalerweise nur unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal eingesetzt wird, an Patienten die entsprechend engmaschig überwacht sind.


    Persönliches Fazit:
    Nix für mich - es gibt ausreichend viele Möglichkeiten Lebensmittel langzeitmässig einzulagern, da brauchts wirklich nichts aus dem Labor, das dann auch noch so aussieht, schmeckt und gehypt wird. Aber wie immer gilt: Jeder wie er denkt. :-)


    *2 cents in die Kaffekasse werfend und sich einen schicken strammen Max mit Eiern vom Nachbarhof und schwarzwälder Schinken vom Stück bratend*


    LG, Bremsstrahlung

    Die Kunst ist einmal mehr aufzustehen als man umgeworfen wird. - Winston Churchill

  • Hier gibt es einen ausführlichen, mehrteiligen Review von was Ähnlichem, das angeblich nicht zu sehr auf Chemie basiert: https://www.youtube.com/watch?…oLMSqIBuP3bqsyGUAAob4xCAP


    Der Reviewer ist davon recht begeistert. Ich bin eher skeptisch. Selbst wenn man damit alle Nährstoffe aufnimmt, könnte ich mir vorstellen, dass es irgendwann physiologische Probleme gibt, weil der Darm nicht mehr genügend Material zur Verarbeitung hat. Und schließlich bin ich skeptisch, ob man wirklich nur mit Bio-Ausgangsmaterial eine so hohe Energiedichte hinbekommt bzw. ob man nach der dafür vermutlich nötigen hochgradigen Verarbeitung wirklich noch von "Bio" sprechen kann.


    Aber getestet habe ich das Zeug auch nicht.

  • Danke fürs Feedback. Ich stell mir das Zeug in Pulverform relativ "unendlich" haltbar vor. Dementsprechend wärs vielleicht eine Überlegung wert sowas als ultima ratio zusammen mit NRG 5 einzulagern.

  • Da mein Mann eine chrinisch-entzündliche Darmkrankheit hat, gibt es hin und wieder Zeiten, in denen es einen Schub bekommt und deutlich weniger isst, weil er zu dieser Zeit vieles nicht verträgt und vor jedem möglichen Essen Angst hat.
    Vor acht Jahren war es besonders schlimm. Ein Arzt hat ihm empfohlen, er könne es mit Astronautennahrung aus der Apotheke probieren.
    Er hat einige Zeit lang (vielleicht zwei Wochen?) ein bis zwei Mahlzeiten Pro Tag durch so eine Flasche ersetzt.


    Die Marke fällt mir nicht mehr ein. Es waren Fläschchen, die an Smoothies erinnern. Es gab mehrere Geschmacksrichtungen, ein paar fruchtige, eine schokoladige, vielleicht noch etwas. Aber wirklich viele Sorten waren es nicht.
    Geschmacklich fand er es okay, aber es waren nicht sehr viele Sorten und nach einigen Tagen hätte er sich etwas mehr Abwechslung gewünscht. Kalorienmäßig etsprach es (meine ich) etwa einem Drittel des Tagesbedarfs und sollte jeweil eine Mahlzeit ersetzen.
    Damals waren wir jung und arm und fanden den Preis pro Fläschchen recht hoch, wobei ich nicht mehr weiß, wie viel es war.


    WIe lange die haltbar waren und ob sie unbedigt in den Kühlschrank mussten, weiß ich leider auch nicht mehr.

  • Zitat von Ben;314176


    Hat von euch jemand schon mal "Complete-Food" getestet? Wäre das auch was für die Bevorratung? Was meint ihr?


    Das verlinkte nicht, ein Kollegen schleppte mal https://drink-mana.com/de/ an.
    Kann man mal essen, es sehe da ich aber weder Vorteile beim Preis noch bei der Halbarkeit (1 Jahr, geöffnet 1 Momat)


    Und essen ist für mich mehr, als irgendwie sattzuwerden. Da will ich mehr Abwechselung im Mundgefühl und Geschmackt, als so eine Pampe bieten kann.
    Warum also darauf ohne Not verzichten.


    Wenn es wirklichmal auf jedes Gramm Gewicht und Volumen ankommt: NRG5 und Co. sind kompater, leichter zu händeln (bei Mana wird ein Öl zugemischt) und deutlich länger haltbar.

  • Vorteil an Malto ist, das es dem Essen nicht diese Süße gibt wie es normaler Industriezucker macht. Malto ist langkettiger und daher nicht so süß wenn man mal größere Mengen davon verdrückt. Zumindest ist es mir nicht so in Erinnerung

  • Dextrine sind langkettige Zucker, die, aus Sicht des Bäckerhandwerklehrbuches zwischen Doppelzucker (Industriezucker) und Stärke angesiedelt sind. Sie sind leicht aufzubrechen und werden schnell zur Süße beitragen. Speichel funktioniert z.B. schon, um die Ketten aufzuspalten zu normalem Doppelzucker. Dextrine entstehen an der Kruste des Brotes (durch Hitzeeinwirkung auf die enthaltene Stärke), wenn man es noch heiß aus dem Ofen nimmt und feucht abwischt. Dann karamelisieren sie und die Kruste knistert und platzt, was dem Brot das typische Aussehen verleiht (Glanz, das Knusprige (Haptik), sowie das aussehen wie Eisschollen)

  • Hallo Ben,


    genau dieses Produkt habe ich jetzt noch nicht getestet aber aus meiner Erfahrung mit Diät Shakes vermute ich mal, dass es nicht satt macht. Andererseits nimmt man in der Kriese alles was man kriegen kann und wirklich Satt wird man da wahrscheinlich sowieso nicht, weil man auch mit dem was man hat so lange durchhalten will wie möglich.


    Meine beschiedene Meinung!

  • Zitat von melcorethefirst;316804

    aus meiner Erfahrung mit Diät Shakes vermute ich mal, dass es nicht satt macht.


    Diät-Shakes sind ja auch zum abnehmen.


    Hier geht es um Pordukte, die eine vollwertige Ernährung beinhalten sollen.

  • Ich habe mal auf einer Wintertour Bertrand ausprobiert ein Pulver anzurühren mit Wasser das auch den gesamten Tagesbedarf abdecken soll. https://de.bertrand.bio/


    Klar ging das war mal interessant nicht kochen zu müssen. Aber tatsächlich stellte sich bei mir auch kein richtiges Sättigungsgefühl ein.


    Gruß KUPFERSALZ

  • Da Ich gerade dabei bin die Vorräte neu zu Sortieren und event. auch neues in die Lagerung mitaufzunehmen, grab Ich mal dieses Thema aus.

    Wusste nur nicht ob hier oder ob mein Beitrag doch eher in Hochkalorische Trinknahrung rein soll. (ggf. bitte verschieben)


    Meine Frage: Hat sich auf dem Markt der Trinknahrung ewas getan bzw. gibt es eurer Meinung nach mittlerweile Produkte die eine Überlegung der Lagerung wert sind?


    Ich denk mal allgemein im Auto, Fluchtrucksack, Wohnung mit event. wenig Platz.



    Würd mich über eure Meinung freuen.


    Mfg Mr_Water

  • Das errinert mich irgendwie ein bissl an Almased. Das bekommt man in jeder Apotheke und bei Rossman, ist alles drin an Spurenelementen, Aminosäuren und Mineralien. Dient eigentlich zur Gewichtsreduzierung oder dem halten des Gewichts, wenn man aber mehr Öl rein macht oder anderweitig unter das Müsli rührt zum Beispiel gibt es zumindest keinen Mangel.


    Man kann auch in Soßen mehr Mehl zum Binden reingeben, es gibt ja mehr außer Weizen, Roggenmehl und Co. auch Soja, Linsen oder Kichererbsenmehl gibt es, wenn man das dan in den Dörofen verarbeitet wird, sollte es auch mehr Kcal geben.


    Werde ich mal versuchen wenn ich einen Dörofen habe.

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