Was ist euch schon selbst passiert? - S&P Erlebnisse

  • Zitat von el presidente;163929

    Weltfremd? Lieber sterben, hauptsache man hat noch gespiesen? Und warme Malzeiten zu verteilen wäre masslos übertrieben gewesen! Die Entschärfer wären sicher auch gerne zu Hause geblieben...


    Scheinbar ist der Kontext hier nicht deutlich genug. Als "weltfremd", oder auch "realitätsfern", betrachte ich die Maßgabe, (warmes) Essen ungeachtet der Situation erst nach 6-12 Stunden als notwendig zu erachten, wenn mal eben 2000 Menschen zur sozial adäquaten Essenszeit evakuiert werden. Mit anderen Worten: Sie sind hungrig, weil sie sonst erst um diese Zeit essen müssten. Hier müsste man einfach individueller auf die Situation reagieren.


    Sind ja fast schon wenig nette Aussagen hier. Natürlich wäre man nicht innerhalb von Stunden verhungert.


    Zitat von Oscar;163933

    Ich glaube, er meinte nicht, dass eine Evakuierung zur Essenszeit weltfremd sei, sondern bei einer Evakuierung zur Essenszeit keine Mahlzeit zu genehmigen.


    Und Brot mit Aufschnitt, Obst oder sowas gab's auch nicht?


    Genau, danke! Und nein. Kaltgetränke und nach 2 Stunden Warmgetränke. Sonst nichts bis spät in die Nacht bei Beginn am Nachmittag/Abend, wenn die Leute grad heim kommen.


    Ich selbst bin zwar kein Diabetiker. Aber dies ist ein guter Punkt. Bei so vielen Menschen gibt es sicher Fälle, die dringender mal etwas zu essen brauchen. Erkrankte, Kinder, Ältere, oder einfach der Fastende, dessen Rhythmus unterbrochen ist. Und ein Müsliriegel aus dem Automaten reicht nicht immer.

  • Man muss dafür nichtmal irgendeiner "besonders schützenswerten" Gruppe (Kinder, Kranke usw.) angehören. Wenn ich morgens nicht gefrühstückt habe (bei mir die Regel), es Mittags ein belegtes Brötchen gab und ich zwischen Arbeit und geplantes Abendessen noch zwei Stündchen Sport einschiebe, reicht das auch schon, dass ich einen gewissen Bedarf nach Nahrung habe, wenn ich abends heimkomme.
    Natürlich verhungert man nicht so schnell, aber ich kenne das von unserem Betreuungsdienst irgendwie anders. Zumal Essen und Essensverteilung auch super Möglichkeiten sind, die Leute bei Laune und beschäftigt zu halten.
    Wenn sich natürlich abzeichnet, dass man die Betroffenen nur zwei bis drei Stunden versorgen muss, kann man sich das auch noch überlegen. Andererseits ist es ja (vermutlich) nicht so, dass man am Betreuungsplatz bleiben muss, sondern kann sich auch mal absetzen und was essen gehen. Zumindest wenn man Geld, Geldkarte oder Kreditwürdigkeit im Lokal oder bei den Mtinsassen hat. :grosses Lachen:

  • Avesjünger, Oscar
    Es ist unangenehm so lange auf Essen verzichten zu müssen.
    Ich denke aber dass kein Mensch in DACH unter 50 Jahren weiss was Hunger ist!
    Die meisten Menschen sind regelmässiges Essen gewohnt, d.h. keine Notwendigkeit. Diabetiker und Säuglinge ausdrücklich ausgenommen!
    Das Essen, wie Oskar sagt, die Leute bei Laune hält darf dabei nicht vergessen werden. Warme/kalte Getränke sollten allerdings schon ausgegeben werden.


    Selbst erlebt: Stromausfall bei Unwetter, Fläschchen für´s Baby warm machen? Campingkocher aus dem Keller, fertig! Ursache für den Stromausfall: Ein Tornado! Ein Blechdach war auf die Hochspannungsleitung geflogen.


    Evakuierung wegen eines Blindgängers, Absperrung keine Möglichkeit ins Haus zu kommen. Die Familie übers Handy gesucht und statt in der Turnhalle zu warten ein bischen eingekauft. Zum Glück hat die Entschärfung schnell geklappt.


    Grüsse Cosmo

    "Lächle, denn es könnte schlimmer kommen!" Ich lächelte und es kam schlimmer!

  • Wenn du deine Vermutung mit den Unterfünfzigjährigen in DACH auf diejenigen einschränkst, die hier geboren wurden, stimme ich dir zu, aber was hat das damit zu tun?
    Der Sinn des Betreuungsdienstes im Katastrophenschutz ist nicht darauf begrenzt, den Hungertod der Betroffenen zu verhindern. Deswegen und weil ich das bisher vom Betreuungsdienst anders kenne, habe ich das bemängelt. Sonst könnte man mit der Lebensmittelausgabe auch ein paar Tage warten. Verhungert ja so schnell keiner...

  • Hallo zusammen


    Auf dem Campingplatz, die Nachbarin zündete sich beim Kochen, dass eigene Zelt an.


    Dank meinem Feuerlöscher hielte sich der Schaden in Grenzen, Ausser das Zelt.


    gruss unabhäniger

    „Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer“

  • Oscar
    Ja, ich meinte die hier geborenen. Und nein, ich meinte nicht das die Hilfsdienste nur ein Verhungern verhindern sollen.
    Zumindest nicht bei lokalen und zeitlich überschaubaren Problemen. Aber zwischen, ich habe Hunger (möchte was essen) , hungern und verhungern klaffen zum Glück Welten.
    Ich bin auch mehrere Mahlzeiten am Tag gewöhnt, davon mindestens eine Warme. Wenn ich tagsüber aus welchen Gründen auch immer wenig gegessen habe knurrt auch mein Magen.
    Aber wenn ich sage ich habe Hunger, dann denke ich manchmal an die Erzhählungen meiner Großeltern. Die haben zwei Kriege miterlebt und auch die schlechten Zeiten danach.
    Deshalb meine ich ein warme Mahlzeit bei einer eintägigen Evakuierung ist ein Nice-To-Have. Die soziale Komponente klammere ich dabei mal aus.


    Grüße Cosmo

    "Lächle, denn es könnte schlimmer kommen!" Ich lächelte und es kam schlimmer!

  • Bei uns ist vor einigen Jahren die alte Heizung geplatzt als Oma zuviel Holz einlegte. Da ich die Heizung eh erneuern wollte, hatte ich zuletzt keine ordentliche Wartung etc mehr gemacht und so kam es, dass durch den entstandenen Druck ein Riss in der Kesselwandung entstand und das Heizungswasser in die Glut des Holzofens spritzte. Eine ziemliche Sauerei kann ich euch sagen. Bis zur Reperatur und Wiederinbetriebnahme verging gut eine Woche die wir mit einem Küchenherd (im oberen Geschoß) und einem 2000W Elektroofen (im unteren Geschoß) überbrückten. Natürlich passiert so etwas im Winter bei draußen -10 bis -20Grad... Mit den beiden Wärmequellen und natürlich der Abwärme von Beleuchtung etc konnten wir das Haus auf ca 10 bis 15Grad über Null halten.

  • Das erste Mal: Regnerisches Wetter, muss 2001 oder 2002 gewesen sein, mit 12 Rekruten durch die Pampa, Temperatur fällt bei absoluter Nässe schlagartig von 6 Grad auf ca. 6 Grad minus. Ein Junge mit eh schon klammen Klamotten bricht in eine sehr tiefe Pfütze, macht aber die Klappe nicht auf und der stellv GrpFhr sagt nix, innerhalb von 45 Minuten bricht er zusammen, ich stelle fest: Unterkühlung. Wie weiter? Kein Funkkontakt zur Leitung, aber Handy (für mich damals selten) dabei-112. Versuch mal via Karte denen deine Position zu erklären. Rettungsdecke raus, mittlerweile Standard, trocken und warm gelegt. Kommt mei ZgFhr, scheiße, eine Rettungsdecke wär jetzt gut- hat sich gelohnt so was mit zu haben.


    Das zweite Mal: Heizung raucht ab, -20 Grad. Wartung kommt, keine Pumpe dabei. Frühestens in 2 Tagen. Kamin an, Ofen an, 20 Liter Top für warmes Wasser drauf. Fragt der Monteur: Wie lange könne sie so heizen: Junge, lass dir Zeit...

  • Schöner Thread, den ich mit einer kleinen Anekdote wiederbeleben will: „wenn Prepper eine Reise tun“ :)


    Es war im November letzten Jahres, mein Arbeitgeber meinte, mich für knapp eine Woche ca. 550 km weit in die niedersächsische Pampa schicken zu müssen. Weit weg von größeren Städten, untergebracht in einem kleinen Landhotel am Rande eines Industriegebiets. Ringsum Kleinstädte und Dörfer, aber eher über die Fläche verteilt.


    An- und Abreise erfolgte mit der Bahn. Jeder, der regelmäßig in D mit der Bahn unterwegs ist und dabei mehrfach die Züge wechseln muss, weiß, dass allein das mittlerweile ein Abenteuer ist.


    Ich konnte nur so viel mitnehmen, wie in zwei Reisetaschen und einen Rucksack passte. Mit dabei aber ein kleiner Reisewasserkocher, eine Thermosflasche mit heißem Wasser, gefriergetrocknete Fertiggerichte und das an anderer Stelle hier schon mal vorgestellte Thermosgefäß, in dem sich auch prima „kochen“ lässt. Immer dabei das erweiterte EDC mit Minitaschenlampe, Instantkaffee, Tee, Instantsuppen, Tasse und Göffel. ;)


    Natürlich habe ich schon ein wenig gezweifelt, ob das wirklich alles nötig ist. Aber was soll ich sagen. (Fast) alles gebraucht! Denn natürlich klappte schon die Anfahrt nicht, sondern es wurde spät und später. An Abendessen natürlich vor Ort nicht mehr zu denken. Gut, dass ich schnell was „kochen“ konnte.


    Der nächste Arbeitstag ging dann bis ca. 19.30 h. Da ich gerne etwas Essbares bei mir habe, bin ich vom Hotel zum nächsten Supermarkt gelaufen, der etwa 3 km entfernt auf der anderen Seite eines Waldgebiets lag. Wie im November häufig, nieselte es und es war bereits dunkel. Gut, wenn man neben einem kleinen Regenschirm auch eine Taschenlampe dabei hat. :)


    Die Utensilien würde ich bei einer Unterbringung in einer Notunterkunft oder vorübergehendem Aufenthalt in einem Hotel aufgrund eines Notfalls ähnlich verwenden. So gesehen, war es ein schöner Test. Zum Glück musste ich nicht noch zurück nach Hause wandern. Aber auch das hätte mich nicht wirklich geschockt. Den Wasserfilter konnte ich nämlich gar nicht ausprobieren. ^^


    Was sich so nebenbei auch bewährt hat, war die wintergerechte Kleidung mit festem Schuhwerk. Viele Reisende laufen scheinbar auch in dieser Jahreszeit gerne in Sneakers ohne Socken oder mit dünnen Jäckchen herum. Ohne Mütze wirds dann schnell ungemütlich auf den Bahnsteigen. Soll jeder machen, wie er denkt. Aber meine Sache ist das nicht.

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    Viele Reisende laufen scheinbar auch in dieser Jahreszeit gerne in Sneakers ohne Socken oder mit dünnen Jäckchen herum. Ohne Mütze wirds dann schnell ungemütlich auf den Bahnsteigen. Soll jeder machen, wie er denkt. Aber meine Sache ist das nicht.

    Denen käme ja auch nie in den Sinn, dass sie mal länger als geplant draussen sein könnten, weil ein Zug Verspätung oder eine Panne hat.

    In deren Welt passiert immer den anderen etwas, aber nie einem selbst.

    Ich nehme im Winter immer eine Mütze mit. Aber das liegt hauptsächlich daran, dass ich schnell kalte Ohren bekomme.


    PS: Auch mich würde interessieren, was das für ein Thermosgefäss ist.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Zum Thermosgefäß findet ihr in diesem Thread mehr Infos - inklusive mehreren Versuchen, damit zu „kochen“ („garen“ trifft es vermutlich besser). Kann ich rundum empfehlen!


    Thermos Cooking


    Das Ding nehmen wir gerne auf Wanderungen mit. Sehr praktisch und hat für 2 Personen die richtige Füllmenge. Aber auch in einem Krisenszenario kann man damit Brennstoff sparen oder z. B. heißes Wasser für den späteren Gebrauch „aufbewahren“. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig.


    Hier ist zwecks Preisvergleich noch ein Link zu Amazon:

    https://www.amazon.de/Thermos-Isolierbehälter-710-Edelstahl-Cranberry/dp/B00LN5ZEAW/

  • Nur gut das, das Rohr nicht in meinen Keller mündet. Beim letzten Rohrbruch, stand der Keller voller Scheiße sorry für den Ausdruck. Ich bedankte mich und schloss die Tür. Sagte zu den Kindern: Bloss gut, wir haben Wasser eingelagert, so schnell kann das gehen und keine Möglichkeit mehr Wasser abzulassen als Vorrat.


    Joa, bei uns wird seit einiger Zeit wieder das Leitungswasser gechlort (dieses mal ohne das die Stadtwerke vorher Bescheid gegeben haben, habs nur durch nen Anruf dort erfahren, Frechheit), unser 2 jähriger Sohn ist stark (sehr stark) Asthma gefährdet und soll laut Ärztin deshalb nicht mit Chlor in Kontakt kommen. Meine Frau war dann doch recht froh das wir den Bettkasten voller Sixpacks haben, die brauchen sich jetzt dementsprechend schnell auf.

  • ich hatte vor einigen Jahren nen Erlebnis... war zusammen mit einem Arbeitskollegen auf dem Rückweg vom Meeting in Süddeutschland.


    Schneechaos und nichts ging mehr auf der Autobahn.

    Nach den ersten 2 h Stillstand wurde er langsam nervös ob der Sprit reicht um den Motor für Heizung laufen zu lassen, wann wohl decken und heissgetränke von den Rettungskräften verteilt würden etc.


    Bin dann tiefenentspannt mit ihm zum Kofferraum. Hab ihm den vollen Reservekanister gezeigt, dann aus meiner Autobox und GHB Schlafsack Decke sowie Kocher und co raus geräumt.


    Gab dann erstmal ne schöne Erbsensuppe aus der Dose und dazu heißen Tee. Gut für die Seele und 5 h später waren wir ausgeschlafen, warm und satt als es weiter ging.


    Er ist zwar nicht komplett zum prepper geworden aber hat zumindest seid dem n Kanister Treibstoff n Schlafsack und bissi epa im Auto

  • 2015 war ich bei der Betroffenen (Flüchtlings)-"Kriese" als Helfer dabei. In 36 Stunden haben wir eine Notunterkunft für 750 Personen in Betrieb genommen und das war schon eine beeindruckende Leistung aller Akteure. Es hat gezeigt, dass die gelernten Fähigkeiten und auch das Equipment gut aufeinander eingespielt waren. Auch wenn die Verteilung der Personen etwas chaotisch ablief. Für mich war das aber eine sehr lehrreiche Zeit, aus der ich sehr viel an Wissen mitnehmen konnte.

    2017 durfte ich bei der Orga einer größen Sportveranstalltung zu schauen und auch dort konnte ich einiges lernen, wie die Organisation und Unterbringung von über 1.000 Teilnehmer abläuft. Alleine die Verpflegung mit Hilfe des DRKs und externer Firmen war beeindrucken für mich.

  • Damals Pfingsthochwasser 1999, nicht mehr nach Hause gekommen, dort wo ich schlafen sollte stand das Wasser schon über einen Meter. Als dann der Katastrophenalarm losging zur nächsten Feuerwehr und mit geholfen. Am nächsten Tag mit dem Rad nach Hause durchgeschlagen - man schaut schon blöd wenn der Lenker irgendwann unter Wasser ist und man im ersten Gang im stehen fährt... durch die Schneestangen wusste man wenigstens wo die Straße war.

    Bei den letzten großen Gipfeln in Deutschland das Bewegen in der Masse praktisch gelernt (G7 2015 und G20 Hamburg). Also berichterstattung, nicht Steinewerfen... Waren interessante Erfahrungen, und war froh einen Helm mit Visier zu haben.

    Letztes Jahr Schneekatastrophe auch Live miterlebt.