Wie man selber Bratensoßenpulver herstellen kann

  • Hallo zusammen, vielleicht gehts einigen wie mir, ich mag kein "chemisches" Soßenpulver. Aber ich liebe Soße! Darum hab ich was versucht, und es hat ganz gut geklappt: Als ich letztes Mal einen Schmorbraten gemachthabe, habe ich das Schmorgemüse (Wurzelgemüse, also Karotten, Selerie, Lauch, Zwiebeln, Tomatenmark...), das ja voller Geschmack ist, abgesiebt, püriert und auf die Folien meines Dörrgerätes gestrichen. Dieser Brei wurde dann ganz trocken gedörrt, gemahlen und vakuumiert. So hab ich immer ein selbst gemachtes Instant Soßenpulver da, für Notfälle, oder wenns halt mal pressiert und keine eingeweckte Bratensoße da ist.

    Das Pulver wird dann einfach in heißem Wasser aufgelöst und kurz aufgekocht.


    Ich finde, geschmacklich ist es recht gut, auflösen tut es sich im Wasser auch, es bleiben lediglich ganz kleine Stückchen zurück. Dafür einfach den Stabmixer verwenden. Nach belieben noch etwas abschmecken, Sahne dazu (im Notfall auch Sahnepulver, vielleicht ein paar Trockenpilze) und fertig ist eine 100%ig unchemische Soße!

  • Hallo zusammen, hallo HOlF, freut mich, wenn es Euch gefällt. Wer es nachmachen möchte muss gegebenenfalls noch etwas abschmecken/ binden...

  • Hast Du inzwischen noch etwas rumexperimentiert mit Deinem Sößchenpulver und evtl. noch weitere leckere Tipps für uns Soßenliebhaber aus Deinem Erfahrungsschatzkästchen? (Zum Survival gehört für uns Schwaben zwingend Soße, ohne geht gar nix, denn ein Leben ohne Soße mag vielleicht möglich sein, aber es ist völlig sinnlos! ^^)


    Und wie schaut's aus mit der Haltbarkeit des Pulvers? Ist ja vom Anbraten und vom Schmorfleisch her auch Fett mit drin und dieses begrenzt natürlich die Haltbarkeit.

  • ich bastle auch an einer Lösung, welche ich zugegeben noch nicht gefunden habe. Aber ein paar Ansätze sind da:


    - vegetarischer Saucen/Suppengrundstock funktioniert problemlos: gewünschtes Gemüse und Gewürze zerkleinern, trocknen und fein mahlen. Das hält lange und ist unkompliziert in der Herstellung. Mit dem Bratansatz wahrscheinlich schon oft ausreichend.


    wenn es aber fleischiger und konserviert werden soll, wird es meiner Meinung erst interessant. Der verderblichste Teil (wenn alles trocken, durcherhitzt und vakuumiert ist) dürfte das Fett sein. Eine Entfettung sehe ich bei längerer Lagerung als wichtig an - so ab einem Jahr aufwärts. Darunter ist es sicher kein Fehler, bei kurzen Rotationszeiten unter einem halben Jahr im Tiefkühler aber imho zu vernachlässigen.

    Mein Ziel ist aber eine saubere Suppe oder Sauce die leicht lagerbar ist und mehrere Jahre überdauert, idealerweise flexibel im Geschmack.


    Mein Ansatz wäre nun:


    - den vegetarischen Teil separat aufbewahren, in Schraubgläsern oder für längere Lagerung auch vakuumiert.

    - aus der gewünschten Fleischart einen Extrakt kochen (wie Liebig), eventuell vorher angebraten für den Geschmack. (Rind wird funktionieren, Huhn etc muss probiert werden)

    -> das Ganze dünn auf Backpapier und soweit möglich trocknen

    Wenn eine Vollständige Trocknung gelingt -> aus der Fläche Plätzchen schneiden, mit Abstand in einen Vakuumbeutel, vakuumieren und dann mit einem heißen Gegenstand (dazu ist noch Forschung notwendig :-) ) in einzelne Kammern unterteilen.

    Wenn die Trocknung nicht ganz möglich ist -> die kleinsten Weck Gläser verwenden (ich glaube 35ml) und im Dampfkochtopf auf maximaler Stufe sterilisieren


    - die meisten Gewürze dürften kein großes Problem sein, mit Salz aber sehr sparsam umgehen.

    - letztendlich ist das Resultat, egal wie man es dreht, ein idealer Nährboden für viele Krankheitserreger. Also aufpassen!


    Wenn alles nach Plan läuft habe ich

    - große Menge Grundstock, trocken und lange haltbar

    - einzeln entnehmbare Portionen "Fleischzusatz", schätzungsweise für 1/4 bis 1/2 Liter Sauce oder das doppelte bis dreifache für Suppen.

    - Pilzpulver eh in größerer Menge (je nach Rezept)


    wenn ich weitere praktische Erfahrungen habe, ergänze ich das gerne, Kritik ist willkommen

  • Sehr schön, sehr schön!


    So in die Richtung habe ich auch gedacht. Im BOB habe ich neben getrocknetem Suppengemüse und Kräutern auch noch Beef Jerky. Wenn man das Dörrfleisch (ist ja eh immer möglichst fettarm) zermahlt dann ergibt das mit dem Gemüse und den Kräutern zusammen sicher was Brauchbares. Zum Herstellen eines Sößchens könnte man evtl. auch noch Sahnepulver mit reinmischen. Habe aber bisher Sahnepulver noch nicht probiert. (Aber Butterpulver und das von der Fa. Survivor kann ich echt empfehlen.)


    Mal ein Fleischextrakt selbst herzustellen, das muss ich mal in Angriff nehmen .....

  • Hallo Macohe, zur Haltbarkeit kann ich nur sagen, dass das Pulver, vakuumiert, auch nach einem halben Jahr völlig ok war. Wichtig ist nur, dass es völlig trocken ist, bevor man es verpackt.

    Ich habe zum Binden der Soße letztens Röstzweibeln genommen (mit dem Zauberstab untermixen), das gab eine schöne Bindung und war auch geschmacklich nicht schlecht.


    Schön, dass Dir die Idee gefällt!


    Canuck, danke für die Anregung mit dem Fleischextrakt von Liebig, dass es das Zeug tatsächlich noch gibt! Den leg ich mir zu!!

    Einmal editiert, zuletzt von Brigitte ()