Erste Hilfe Zeckenstich

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    Allgemeines:

    Zecken beissen nicht, sie stechen!

    • Zecken können durch den Stich die Virus Erkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Dieser Virus kann in der Speicheldrüse der Zecke sitzen. Auch bei frühzeitiger Entfernung der Zecke kann daher diese Krankheit übertragen werden. Gegen FSME kann man sich impfen lassen!
    • Zecken können durch den Stich die bakterielle Krankheit Borreliose übertragen. Diese Bakterien leben im Darm mancher Zecke und dringen daher erst nach längerer Zeit über die Einstichstelle in den menschlichen Körper ein. Es gibt keinen Impfschutz gegen diese Krankheit. Frühzeitig erkannt können aber Antibiotika helfen.

    Vorbeugende Maßnahmen:

    • Geschlossene Schuhe und Hose mit langen Beinen tragen. Die Hosenbeine unten so abdichten, dass die Zecke nicht an die Haut kommt. Dazu entweder die Hosenbeine dicht schnüren, abkleben, oder die Socken aussen über die Hosenbeine schlagen. Da Zecken dunkel sind, können diese bei hellen Hosen leichter gesehen und frühzeitig entfernt werden.
    • Bekleidung (vor allem Hose) mit Permethrin Imprägnierung tragen. Die gibt es so zum kaufen oder das Mittel zum aufsprühen für die Kleidung. Die Zecken mögen das nicht und lassen sich abfallen.
    • FSME-Risikogebiete meiden.
    • Insektenschutzmittel für die Haut (z.B. Anti Zecken Spray) verwenden.
    • Zecken-Bereiche (z.B. Hohes Gras, Gebüsch, Unterholz) meiden.
    • Zecken werden am besten entfernt, bevor sie stechen können. Hierzu regelmäßig den ganzen Körper absuchen (lassen).

    Zeichen eines Zeckenstiches:

    Der unmittelbare Einstich wird meist nicht bemerkt. Nach Stunden bildet sich Juckreiz und eine gerötete Stelle. Die Zecke ist anfangs nur als dunkler Fleck erkennbar. Wenn die Zecke sich vollsaugt, vervielfacht sich das Körpervolumen.


    Empfohlene Maßnahmen bei Zeckenstich:

    • Sofortige und vollständige Entfernung der Zecke. Hierfür eignen sich "lange Fingernägel", eine "Zeckenkarte", ein "Zeckenlasso" oder eine spezielle "Zecken-Pinzette". Darauf achten, dass der Körper der Zecke nicht ausgequetscht wird. Eine Drehung ist zum entfernen der Zecke nicht notwendig.
    • Kein Öl, Alkohol oder Salben etc. auf die Zecke geben.
    • Nach dem entfernen der Zecke Desinfektion der Bissstelle mit Wunddesinfektionsmittel (z.B. Octenisept)
    • Einstichstelle mehrere Tage beobachten.

    Ärztliche Hilfe aufsuchen, bei:

    • Verdacht auf unvollständige Entfernung der Zecke
    • Wenn Zeichen einer Infektion an der Stichstelle auftreten (Einstichstelle schwillt stark an, pochender Schmerz, erhöhte Temperatur im Bereich der Einstichstelle)
    • Ringförmige Rötung an der Bissstelle, die sich nach Tagen bildet und im Durchmesser größer wird.
    • Symptome, die teilweise erst Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich auftreten und deshalb oft nicht mehr in Verbindung mit der Zecke gebracht werden, können auf eine Infektion durch Zeckenstich hinweisen: Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellungen, Bindehautentzündung

    Medikamente zur symptomatischen Therapie, am besten mit Arzt abklären:

    • Zur kurzandauernden symptomatischen Therapie z.B. Fenistilsalbe oder Kortisonhaltiger Salbe um den Juckreiz und die Schwellung zu reduzieren.

    Bei starken Beschwerden Arzt aufsuchen oder Notruf absetzen.

    Autor: Tsrohinas

  • Eine weitere Möglichkeit, sich bereits angedockten Zecken zu entledigen ist, sie bündig mit der Haut abzurasieren. Die Idee dahinter ist, dass die Krankheitserreger, sofern sie nicht ohnehin schon übertragen wurden, hauptsächlich im Hinterleib der Zecke konzentriert sind. Den Hinterleib abzutrennen bietet den Vorteil, dass die Gefahr ihn zu quetschen und damit die Erreger regelrecht in den Körper zu injizieren, minimiert werden kann. Im simpelsten Fall verwendet man einen Einwegrasierer, setzt eine der Klingen an der Bauchseite der Zecke an, und entledigt sich mit einem Ruck von dem blinden Passagier. Der Kopf kann dann entweder mit einer Nadel oder so entfernt werden, oder auch an der Einstichstelle verbleiben, bis er von alleine abfällt/auswächst oder im schlimmsten Fall wie ein kleiner Schiefer herauseitert.

  • Meine bevorzugte Methode als Boreliosegeschädigter nach dem obligatorischen Absuchen nach Waldgängen daheim !

    Hatte noch nie Probleme mit den verbliebenen Köpfen/Kiefern in mir - kratze meist den Grind 1 x ab, wenn's nicht eitert und schaue, das nix einwächst.

    Bemerke ich schon unterwegs eine 'Eingebohrte', benutze ich mein scharfes Tachenmesser oder eine Scalpelklinge im EDC-Schlüsseltäschchen, geht auch...

  • Einfach abschneiden halte ich nicht für die beste Methode. Das kann zu einer Entzündung führen. Für mich als auf dem Land lebenden Hunde- und Katzenbesitzer mit drei Kindern hat sich nach Ausprobieren aller verfügbaren Hilfsmittel die Zeckenschlinge als zuverlässigstes und vor allem einfachstes Mittel durchgesetzt.

    Durch Knopfdruck Schlinge öffnen, die große Schlinge über den Zeck führen, Knopf loslassen, hochziehen fertig. Einfacher gehts nicht.


    Noch ein Satz zum Drehen. Das macht man nicht wegen dem Zeck. Dessen Stachel hat ja kein Gewinde.

    Es ist aber bei Tieren sinnvoll, da man so etwaige Fellhaare ausreisst, die beim hoch ziehen dazu führen würden, dass die Schlinge oder die Zange/Pinzette etc. über die Haare hinweggleitet und den Zeck ausquetscht.

  • Die Zeckenschlinge kann ich ebenfalls uneingeschränkt empfehlen. Sehr einfach in der Anwendung und bisher nur einen minimalen Rest einer Zecke übrig gelassen. Alle anderen gingen komplett raus - auch an "unmöglichen" Stellen.

  • Hei,


    Wir haben hier oft Zecken im Stadium 1. Die sind winzig und damit für die Schlinge zu klein. Meist löse ich die mit ner scharfen Klinge, aber eigentlich finde ich die bevor sie sich festgebissen haben.


    Neulich hab ich aus nem Stück Plastik (Blisterverpackung) eine Zeckenkarte nachgebaut (einfach nen spitzen Keil raus schneiden) und damit bei ner Person eine Zecke entfernt. Das hat erstaunlich gut geklappt. Würde ich wieder machen.


    Grüße


    Tom

  • Ich nutze auch eine Schlinge. Bisher habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Kommt mit Hund natürlich öfter zum Einsatz.



    LG Bulli

  • Ich möchte gerne im Wiki-Beitrag zu den Gerätschaften (Schlinge, Lasso, Pinzette, Karte, selbstgebastelte Karte) Bilder als Beispiele einfügen.

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.


    Alle Gerätschaften habe ich nicht selbst.

    Wer stellt selbstgemachte Bilder zur Verfügung?


    Tsrohinas

  • Nudnik genau diese verwende ich auch. Die Nymphen sind schwierig zu entdecken, weil so extrem klein. Aber entfernen geht mit der Schlinge auch. Ein scharfes Messer könnte ich mir aber auch vorstellen.


    Tsrohinas ich hab zwei Fotos gemacht. Vielleicht hilft dir das schon weiter? Kannst die vielleicht je nach gewünschtem Format zuschneiden? Falls du dir andere Bilder vorstellst, sag Bescheid. Ich probiere dann, ob ich sie erstellen kann.


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  • Hallo,

    ich verwende seit Jahren den Zeckendraht "Nymphia". Er ist insbesondere für kleine Zecken sehr gut geeignet.

    Aussehen ist ähnlich eines Nadeleinfädlers, der feine Draht ist aber stabiler und bleibt in Form (Qualität).


    Die Drahtschlinge wird mittig über die Zecke gesteckt.

    Bei größeren Zecken kann man mit einem Druck auf die Spitze des Drahtes die mittlere Öffnung vergrößern.

    Den Draht dicht an die Haut drücken und die Schlinge so verschieben, dass die Zecke vorne festgeklemmt wird.

    Dann langsam seitlich an der "Nymphia ziehen und somit die Zecke aus der Haut ziehen.


    Unter dem angegebenen Link ist ein kurzes Video anzusehen:


    Da Fotos mehr sagen als Worte, ein paar Fotos von mir dazu.


    Gruß

    Sobi

  • Hi !

    Mal ne ganz blöde Frage: is das Ding nicht baugleich mit einer Einfädelhilfe für Nähfaden?

    guggst Du hier...


    oder bin ich so sehbehindert, dass ich den Unterschied nicht erkenne?

    Ordnung ist das halbe Leben. Ich bin eher an der anderen Hälfte interessiert.:nono:

  • @ DocAlmi

    Keine blöde Frage! Das Ding sieht auf den ersten Blick ähnlich aus.

    Aber, s.o.: Aussehen ist ähnlich eines Nadeleinfädlers, der feine Draht ist aber stabiler und bleibt in Form (Qualität).

    Der Draht eines Fadeleinfädelers ist verbiegbar und bleit in der verbogenen Form.

    Der Draht der "Nymphia" ist ein Federstahl-Draht.

  • Schon mal HIER mit Bild gepostet:


    Hier kann ich das Platzsparende "LeathermanStyle" oder "VictorinoxAmbassador" empfehlen, die Schere ist zwar klein aber echt gut und oft sind es ja nicht unbedingt die großen Verletzungen die auch eine sofortige Behandlung bedürfen. Ein Holzspan in der Fingerspitze ist zwar nicht Lebensbedrohlich, aber doch sehr unangenehm und kann eine Entzündung zur Folge haben, ebenso wie ein eingerissener Nagel oder eine festgebissene Zecke! Auch hier hat man dann bei Beiden direkt ne Pinzette und obendrauf noch eine sehr scharfe kleine Klinge für ne "DraußenOP" zur Verfügung! Bei mir sowieso immer "AmMann" und bei meinen zwei abenteuerlustigen Jungs oft in Gebrauch...

    Schei** Mistviehcher aber evolutionär leider ein Erfolg!

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!
    Gruß derSchü

  • derSchü

    Die Scheren der aufgeführten "Werkzeuge" sind wirklich sehr gut.

    Die Pinzeten sind für Splitter auch brauchbar.


    Aber zum Entfernen von Zecken nur "suboptimal", da das Tierchen eher zerdrückt wird.

    Zum Herausziehen von Zecken muss man zwischen Haut und dem Zeckenkörper kommen, ohne seitlichen Druck auf den Tierkörper auszuüben.

    Dafür sind Spitzpinzetten, Zeckenkarten oder Zeckenschlingen geeigneter.

  • Die Pinzeten sind für Splitter auch brauchbar.

    Aber zum Entfernen von Zecken nur "suboptimal", da das Tierchen eher zerdrückt wird.

    Yep, gerade mal nachgeschaut und beim "VictorinoxAmbassador" befindet sich auf der gegenüber liegenden Seite ein Zahnstochereinschub in den eine zweite Pinzette (die ich spitz anschleifen werde) rein gehört und da ich den Zahnstocher eigentlich noch nie benutzt habe, würde das gut passen!

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    Gruß derSchü