Krieg nicht mehr ausgeschlossen: THW stellt sich neu auf

  • Bomben zur Waldbrandbekämpfung wird es in Deutschland wohl niemals geben.

    Außerdem werden keine Löschflugzeuge in Deutschland vorgehalten. Dafür sind die Wälder zu gut erschlossen.


    Außerdem ist der Name des Threads "Krieg nicht mehr ausgeschlossen thw stellt sich neu auf" und wie kommt man dann auf ein Waldbrandkonzept?


    Bevor sich hier alle zum Profi für Katastropheneinsätze von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) aufschwingen möchte ich doch diese lieber darum bitten einfach mal in die örtliche Feuerwehr, das THW oder den Rettungsdienst einzutreten.


    Dort könnt ihr bewährtes lernen und euch bis an die Führungsebene hocharbeiten. Dort könnt ihr euch dann einbringen und versuchen die zähen Mühlen der Bürokratie zu überwinden.


    Gruß vom Prof der gerne zu Diskussionen bereit ist, solange sie nicht ins Absurde abdriften.

  • Um von meiner Seite den Waldbrand abzuschließen: der große in Lübtheen ist laut verlinktem Wikipedia Artikel aus einem kleinen entstanden, der zwar bekämpft wurde, wegen Munitionsbelastung im Wald aber nicht vollständig. Möglicherweise ist da was schief gelaufen.

    - Beendigung Löscheinsatz wohl nur mit der Mitteilung, dass wegen Gefährdung der Einsatzkräfte nicht mehr weiter gemacht wird.

    - Da nicht optimal abgeschlossen, müsste nun das Monitoring folgen, ja, je nach Walddichte schwierig.

    - offensichtlich gibt es Gebiete in denen wegen Munition nicht effektiv genug gearbeitet werden kann.

    - werden solche Gebiete durch die Kampfmittelräumung systematisch bearbeitet?

    - gibt es Zeitpläne (Jahre, Jahrzehnte...)?

    meiner Meinung genug Stellschrauben ohne die große Keule zu brauchen.

  • - offensichtlich gibt es Gebiete in denen wegen Munition nicht effektiv genug gearbeitet werden kann.

    - werden solche Gebiete durch die Kampfmittelräumung systematisch bearbeitet?

    - gibt es Zeitpläne (Jahre, Jahrzehnte...)?

    In den Gebieten gibt es Pläne bzw. jährlich wiederkehrende Aufräumaktionen. Dabei geht es aber im SP um offen liegendes Material, leicht ersichtlich oder wenn aus besonderen Gründen an einzelnen Stellen detailliert gesucht/geräumt werden muss (Bauvorhaben, Vorfälle)

    Grundsätzlich ist das Gelände impact area, also Zielgebiet eines Übungsplatzes. Hier ist betreten verboten, eben auf Grund der Gefahr durch die Munition und die Unmöglichkeit, dort alles aufzuräumen.

    Gutes Beispiel ist Münsingen auf der schwäbischen Alb.

    Hier hat die Bundeswehr vor Jahrzehnten einen Übungsplatz abgegeben und Münsingen hatte große Freude, das riesige Areal zu übernehmen und große freie Flächen zu bekommen.

    Mittlerweile ist die Masse des Gebiets "Naturschutz mit Betretungsverbot", weil es eben nicht möglich ist, ein so großes Gebiet kampfmittelfrei zu machen.


    PS: Mit den Ansprüchen der deutschen Gründlichkeit (100%, ganz garantiert, bis in 10m Tiefe) sowieso nie.


    Zum eigentlichen Thema:

    Ich hoffe dass dieser Aufrüstungstrend beim THW noch eine Weile anhält und dass das ganze auch so abläuft, dass, wo möglich, Synergien zwischen FW, THW und Bw genutzt werden können. Nicht nach dem Motto: Leitern hat ja die Feuerwehr, das braucht THW und Bw nicht, sondern 6 eck Platten (Panzerkekse) sind in der Ausfertigung bei allen gleich, die Übernahme eines Bw-Angehörigen zum THW wird dadurch erleichtert. (evtl. zu simples Beispiel, aber ich hoffe, man versteht, was ich sagen möchte.)

  • ...fantasievoll. Aber interessanter wäre mal eine Großübung "Evakuierung nach AKW Störfall". Beispiel Kraftwerk Neckarwestheim in Baden-Württemberg. Dort galt bis Fukushima eine Evakuierungszone von lächerlichen 10km Radius um das Kraftwerk. Dort leben immerhin schon 180.000 Menschen.

    2015 wurden die Evakuierungszonen dann auf 20km Radius erweitert. Das betrifft dann um Neckarwestheim immerhin schon 850.000 Menschen, die planerisch in 24h weggebracht werden müssen.


    In Japan hat man nach Fukushima Menschen auch noch in 270km(!) Entfernung vom Unglücksort dauerhaft umgesiedelt. Zieht mal in Gedanken einen 270km-Kreis um Neckarwestheim, da sind wir dann alle mit dabei, egal ob in Berchtesgaden, Innsbruck, Zürich, Nancy, Luxembourg, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Würzburg, München, Freiburg... Das wäre mal eine Übung...


    Hier ein Artikel der Heilbronner Stimme aus 2015 dazu.

  • Das sind durchaus wertvolle Hinweise.


    Nur sind das Gründe, warum es zu einem Waldbrand kommt. Davon könnte es noch viele weitere geben. Z.B.:

    • Es ist viel trockener als sonst (Klimawandel).
    • Es herrscht starker Wind.
    • Kleines Feuer brennt in Windeseile den Hang hoch.
    • Leute sind unvorsichtig. Verbrennen Gartenabfälle. Parken Auto mit heißem Auspuff auf hohem trockenen Gras.
    • Eisenbahnräder schlagen funken.
    • Nasser Strohballen vergärt und entzündet sich.
    • Glasscherben oder Wassertropfen an Bäumen brechen das Licht.
    • Kinder stickern mit Feuerzeug im Wald rum.
    • Immobilienhaie wollen Bauland generieren.
    • ...

    Aber wenn der Wald brennt, kommt es auf den Grund nicht mehr an. Sondern nur noch darauf, dass man fähig ist diese Krisensitaution zu beherrschen.

    Def.: Prepping bedeutet, zukünftigen lebenswichtigen Problemen möglichst bereits dann zu begegnen, bevor sie akut werden. Jippie ja ja ja, jippie jippie jey.

  • Vorbereiten schadet nicht. Wem sag ich das?


    Man darf aber sehr gesapnnt sein wie der nächste große europäische Krieg aussehen wird. Ich wette völlig anders als die bisherigen.


    Wie war es 1870? Die ist man mit der Kavalarie losgestürmt um die feindlichen Kanonen nieder zu metzelen


    1914 war das eine fatale Taktik und endete im Stacheldrahtverhau im Maschinengewehrfeuer


    1940 hatten die Franzosen dann die großen Bfestigungsanlagen und die waren vollkommen sinnlos, weil es sich plötzlich um einen hoch motorisierten Bewegungskrieg handelte


    Bis 1940 hat die Marine wie blöd Schlachtschiffe gebaut und hatte dafür gigantische Ressourcen verschwendet. Im Krieg kamen die Dinger nicht mal dazu auf Flugzeugträger zu feuern, so chancen- und bedeutungslos waren die gegen die Flugzeugträger.


    Ich weiß auch nicht, womit der nächste Krieg gewonnen wird.


    Ich vermute er spielt sich im Weltraum ab (Hoheit über die Satelliten), im Cyberspace (Zerstörung feindlicher Kommunikation und Infrastruktur) und dann vermute ich, dass die Fertigungskapazität von Drohnenfabriken entscheidend sein könnte und die eigenen Möglichkeiten diese zu schützen und mit Ressourcen zu versorgen.


    So ein Krieg würde vermutlich völlig anders aussehen wie die bisherigen und vermutlich auch völlig andere Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben.


    Mindestanforderungen an die Katastrophenschützer wäre mMn eine parallele Infrastruktur, die auch bei völligem Zusammenbrauch der Stromnetze, das Internets und das Zahlungsverkehrs dauerhaft funktionsfähig bleiben kann.


    MfG

  • Hallo Ceph,


    du schreibst, dass du vermutest, dass so ein Krieg völlig andere Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben wird.


    Hast du dazu konkrete Vorstellungen und Vermutungen, auf welche Art und Weise die Bevölkerung darunter leiden könnte?


    Gruß

    mm

  • auf welche Art und Weise die Bevölkerung darunter leiden könnte?

    Kein Strom & keine Kommunikation - dadurch: keine Finanztransaktionen (Kartenzahlung, Geldautomaten), keinInternet (für die Jugend: kein Snapchat, Insta, Tiktok), kein Onlineshopping, keine Medikamentenversorgung für Apotheken und Krankenhäuser, kein Bahnverkehr, keine Belieferung der Lebensmittelläden, keine Kraftstoffe, keine Verkehrsleitstysteme (Ampeln), gesperrte Tunnels, kein Leitungswasser. Nach einer Woche Probleme bei Atomkraftwerken (Kühlung der Abklingbecken).


    Die Nato hats im Serbienkrieg vorgemacht: Grafitpulverbomben auf Umspannwerke zur Abschaltung der Stromversorgung.

    Heute käme noch hinzu: (Zer-)Störung der militärischen und zivilen Kommunikationsinfrastruktur (Satelliten, Datenknoten wie DE-CIX). Abschaltung von Mobilfunknetzen, IoT-Systemen (Smart Home, Smart Production, Smart X).


    Grüsse

    Tom

  • Kein …

    die unvorbereiteten werden es dann nicht lange aushalten und es wird nach kurzer zeit sehr ungemütlich werden.

    Und wie du schon an anderer Stelle geschrieben hast wird auch der Sprit für die NEA´s mal zur Neige gehen - was braucht so ein Ding eigentlich in 24h


    Mit den zusätzlichen neuen NEA´s gibst dann ja eigentlich auch ned so richtig viel mehr Strom pro Nase.

    Punktuell kann man ein paar wichtige Dinge am laufen halten, aber das wars dann auch schon.


    und in ein paar Jahren wird das bestimmt von einem Rechnungshof in Frage gestellt - kostet ja nur und der Strom kommt ja eigentlich aus der Steckdose- Hierzu ein Artikel vom Tagesspiegel von 29.03.2012 aber da geht's um Lebensmittel.

    Du kannst die Zukunft verändern mit dem was du heute tust. :huh:

  • wie der nächste große europäische Krieg aussehen wird. Ich wette völlig anders als die bisherigen.

    (...)

    Ich vermute er spielt sich (...) im Cyberspace (Zerstörung feindlicher Kommunikation und Infrastruktur) ab.

    Ja, das könnte sein. Cyberkrieg ist vergleichsweise billig. Die gegnerische Infrastruktur kann - muss aber nicht - zerstört werden. Möglicher will man sie auch einfach übernehmen.

    Def.: Prepping bedeutet, zukünftigen lebenswichtigen Problemen möglichst bereits dann zu begegnen, bevor sie akut werden. Jippie ja ja ja, jippie jippie jey.

  • Ja, das könnte sein. Cyberkrieg ist vergleichsweise billig. Die gegnerische Infrastruktur kann - muss aber nicht - zerstört werden. Möglicher will man sie auch einfach übernehmen.

    Ich fürchte das genau ist ein Irrglaube. Krieg ist und bleibt das lukrativste aller Geschäfte, das war früher so und ist auch heute noch so. Doch an was wird denn beim Krieg so viel verdient? Waffen? Munition? Nachschub für die Kämpfenden? Nein, es sind nach wie vor die geplünderten Werte. Patente, Edelmetalle, Rohstoffe(der Besatzer kann dann ja bestimmen welches Unternehmen daran verdient), der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur(und umso komplexer die war desto besser und mehr wird beim Wiederaufbau verdient) und natürlich freigewordene Vermögen und Liegenschaften. Letzteres verlangt eine hohe Sterblichkeitsrate auch bei de Zivilbevölkerung, sonst lohnt es sich nicht richtig. Und der eigentlich wichtigste Grund für Krieg, das vertuschen und resetten eines sterbenden Finanzsystems. Da waren dann immer die Kriegswirren Schuld am Crash des Finanzsystems, und natürlich der Verlierer. Dann wie immer, Schuldenschnitt, Währungswechsel und dann ist bald wieder Zeit zum durchladen ;)
    Letzter Schuldenschnitt 1953, letzter Währungswechsel 2002, ........ 8)


    Gruß Frank

  • Natürlich wäre ein größerer regionaler Krieg oder ein Weltkrieg die wirkungsvollste und einfachste Möglichkeit, um viele Probleme der derzeitigen Weltwirtschaft zu bereinigen. Als "eigentlich wichtigster Grund" würde ich das aber nicht bezeichnen. Das scheint mir eher ein positiver Nebeneffekt. Volkswirtschaftlich sind freiwerdende Vermögenswerte und viele tote Menschen dabei auch eher zweitrangig oder sogar kontraproduktiv. Der Knackpunkt ist die Vernichtung von Vermögenswerten aber auch von Produktivmitteln, die nachfolgend das Potenzial zum Wiederaufbau von beidem und damit zum Wachstum schafft. Das mangelnde Wachstumspotenzial ist ja derzeit das große Leiden nahezu aller Volkswirtschaften.

  • Als "eigentlich wichtigster Grund" würde ich das aber nicht bezeichnen. Das scheint mir eher ein positiver Nebeneffekt. Volkswirtschaftlich sind freiwerdende Vermögenswerte und viele tote Menschen dabei auch eher zweitrangig oder sogar kontraproduktiv. Der Knackpunkt ist die Vernichtung von Vermögenswerten aber auch von Produktivmitteln, die nachfolgend das Potenzial zum Wiederaufbau von beidem und damit zum Wachstum schafft. Das mangelnde Wachstumspotenzial ist ja derzeit das große Leiden nahezu aller Volkswirtschaften.

    Nun, Du sagst es ja selbst:

    Menschen=Produktivmittel, der Menschen Eigentum=Vermögenswerte, muss man beides vernichten um Potential für Wiederaufbau und Wachstum(natürlich mit einem frischen Finanzsystem) zu schaffen.


    Gruß Frank

  • Menschen=Produktivmittel, der Menschen Eigentum=Vermögenswerte, muss man beides vernichten um Potential für Wiederaufbau und Wachstum(natürlich mit einem frischen Finanzsystem) zu schaffen.

    Eigentum vernichten ja, aber nicht unbedingt freisetzen, wie du ursprünglich schriebst. Nach der klassischen marxistischen Definition hast du natürlich recht: Da wird die menschliche Arbeitskraft zu den Produktivkräften gezählt. Ich habe aber "Produktivmittel" geschrieben und meinte damit durchaus die dinglichen (einschließlich immobilien) Produktivkräfte. Diese müssen aber bedient werden, und da ist ein Mangel an menschlicher Arbeitskraft eher hinderlich. Eher hilft es dir, wenn du ein Überangebot an Arbeitskraft hast, weil dann die Lohnkosten sehr gering ausfallen.

  • Wie passen die BIP-Wachstumraten von Schweden und der Schweiz zwischen 1950 und 1960 in deine These?

    Ich schrieb ja von heutigen Problemen der Weltwirtschaft. Außerdem wirkt sich ein Krieg auch positiv auf die nicht direkt beteiligten Staaten aus. Sie können überzähliges Kapital in die Kriegsproduktion und den Wiederaufbau der beteiligten Länder abfließen lassen. Auch in den Weltkriegen war ja bei weitem nicht alle Staaten der Welt beteiligt. Aus diesem Grund würde, wei von mir geschrieben, auch ein größerer regionaler Krieg das Wirtschaftssystem stabilisieren. Natürlich hängt das von den Ausformungen im Detail ab. Aber grundsätzlich würde eine umfangreiche Vernichtung von Sachwerten die Weltwirtschaft auf Dauer stützen.