COVID-19: Erfahrungen & Austausch

  • Nur für das durchschnittliche Vermögen, nicht in Bezug auf Bargeld. In der BRD werden aber bspw. barwertige Rentenansprüche nicht berücksichtigt.


    Aus meinen früheren Funktionen im Bankwesen weiß ich, dass die wenigsten Ottonormalbürger mehr als einen Monat aus liquiden ersparten Mitteln bestreiten können.

  • Ich war heute morgen beim Dorfbäcker.

    Zum Hintergrund: Es leben bei uns ca 400Personen.

    Ich komm also an, der Verkaufsraum ist ca. 4x6m gross, der Bereich an dem man ansteht misst ca 1,5x4m und ich sehe von außen, das sich 8 Personen im Laden befinden, draußen aber Spender für Handdesinfektion. Ich bin dann kopfschüttelnd abgezogen und habe mich mal wieder über die Dummheit des Dorfes geärgert.


    Also rein ins Auto und durch die Felder zum Nachbardorf, die hatten aber noch zu. Ergo weiter in die Stadt (8000Einw.).

    Dort dann Limitierung des Zugangs, Kennzeichnungen auf dem Boden etc.


    Was ich damit sagen will, ist, das auf dem Dorf auch nicht alles Gold ist. Durch dje recht isolierte Lage fühlen sich Dörfler bei uns per se sicherer, was aber dann im Falle des Falles auch voll nach hinten losgehen kann.


    Also heute morgen 30km für Brötchen, was so nicht länger funktionieren sollte.


    Gruß


    Tid

  • Zur Faktenlage bei der Wohnungsvermietung folgendes:


    Wer nicht, wie oben genannt, per Erbschaft/Schenkung (Privatvermieter), oder durch einen Kauf weit unter Wert (z.B. vom Steuerzahler finanzierte Wohnungen die an kommerzielle Vermietunternehmen verschleudert wurden) an seine Mietimmobile gekommen ist hat ganz schnell ein Problem: Entgegen der landläufigen Meinung ist das vermieten von Wohnungen kein Geschäft. Wenn das so wäre würden ja allerorts Mietshäuser aus dem Grund wachsen. Das ist ja eher nicht der Fall! Kurzum, ein privater Vermieter, der seine Mietwohnungen per eigener Arbeit, eventl. plus Bankkredit, finanziert hat, kommt sehr schnell an seine Liqiditätsgrenze und geht pleite. Die großen Immobilienunternehmen dürften sich die Hände reiben und das mit Kusshand schlucken, was die Situation am Wohnungsmarkt sicher nicht verbessern würde.

    Noch was:

    Ein Versorgungsunternehmen (z.B. Strom, Gas, Wasser, Mülltonne, usw.) darf bei Nichtbezahlung die Versorgung einstellen. Ein Vermieter darf das nicht! Er muß seinem säumigen Mieter weiterhin alle Nebenkosten bezahlen, auch wenn er sich sicher sein kein, das er da nie mehr was zurück kriegt. So ist das Gesetz!

    Wie unser Staat die energetische Sanierung von Mietshäusern blockiert, gehört m.E. nicht in dieses Forum, ist aber hier nachzulesen: https://www.vermieter-forum.co…getische-sanierung.22724/

  • ... auf dem Dorf auch nicht alles Gold ist. Durch dje recht isolierte Lage fühlen sich Dörfler bei uns per se sicherer, was aber dann im Falle des Falles auch voll nach hinten losgehen kann.

    Diese Erfahrung mache ich als Dorfbewohner auch gerade. Alles "alte" Menschen hier. Trotzdem kommen Sie weiterhin zu Besuch usw. als wäre nix gewesen. Mein Nachbar - vor einigen Wochen Herz-OP - läd mich zum Kaffe ein. Das ist ja alles sooo weit weg mit Corona und Co. Nee....hier kommt das nicht her. Mögen sie gerne recht behalten :) aber ich bin da teilweise schon in der zwickmühle weil ich diese Kontakte eher doch sein lassen würde aktuell. Aber wenn der Nachbar auf einmal aufm Hof steht kann ich ihn auch nicht wegscheuchen ;)

  • Hab heute Euro in Schweizer Franken getauscht.


    Dies stellt zwar den Tausch von Papiergeld zu Papiergeld dar, allerdings ist mein Glaube an den stabilen Euro und positiven Ausgang der aktuellen Lage drastisch gesunken. Mit dem Schweizer Franken sehe ich eine gute Alternative zum Euro, da die Auswirkungen durch Corona auf die Schweiz wesentlich geringer sind als in der EU. Die SNB passt derweil seit ewig gut auf den CHF Kurs unten zu belassen, was nach wie vor für gute Wechselkurse spricht.


    Nicht nur ich kam auf diese Idee, die hatten ordentlich zu tun, gut zwei Dutzend wartende Leute in großem Abstand zueinander. So ziemlich jeder wollte den CHF, einige wenige sprachen vom Dollar; der mir persönlich zu volatil ist.

  • Hab heute Euro in Schweizer Franken getauscht.

    ......

    Die Schweiz wird dann auch keine die Insel der Glückseligkeit sein (fürchte ich).



    In Europa, aber nicht (direkt) in der EU.

    Kann positiv aber auch negativ sein.

  • epwin


    Immerhin hat der Schweizer Franken schon 2 Weltkriege überlebt und wurde bisher nicht durch den Euro ersetzt. Das mit der Insel der Glückseligkeit ist sowieso so eine Sache - die dürfte derzeit entweder sehr schwer zu finden sein und wenn werden wohl die Reisebeschränkungen uns daran hindern diese zu überfüllen....

    Die grösste Verwundbarkeit ist die Unwissenheit - Sun Tsu

  • Ich denke die SBN macht das schon. Zumindest hege ich da wesentlich mehr Hoffnung und Vertrauen als ein Rudel Euro Länder in die nun massenhaft Geld gepumpt wird bzw es aus dem Nichts heraus in den Markt geht. Mir ist durchaus bewusst das wir eine solche Situation noch nie hatten, wo es hingeht wird sich zeigen, ein paar Prozente Verlust nehme ich da in Kauf. Und innerhalb der nächsten Jahre wird irgendwann der Zeitpunkt kommen es zurück zutauschen, welche Währung wir dann auch immer haben werden.

  • Nur für das durchschnittliche Vermögen, nicht in Bezug auf Bargeld. In der BRD werden aber bspw. barwertige Rentenansprüche nicht berücksichtigt.


    Aus meinen früheren Funktionen im Bankwesen weiß ich, dass die wenigsten Ottonormalbürger mehr als einen Monat aus liquiden ersparten Mitteln bestreiten können.

    Also das schockiert mich, wenn ich von meinem Bekanntenkreis ausgehe, dann halten 80% mehrere Monate durch.


    Ich hab ja auch nicht alles in Cash, macht ja keinen Sinn aktuell. Halt nach der Daumenregel der Fixkosten für 3 Monate.


    Hier als Beispiel meine Anlageaufteilung. Die Immobilien sind nicht berücksichtig.


    FW1 und FW2 sind Fremdwährungskonten, das Sperrkonto ebenfalls nicht in Euro.


    Cash Konto FW1 Sperrkonto FW2 Aktien Krypto P2P Forex Gold
    1.64 1.64 11.89 13.80 1.37 21.34 1.64 4.77 36.44 5.47 100
  • Naja, es gibt in diesem Land einen ganzen Haufen Leute, die nicht die dicke Kohle machen. Es sei jedem gegönnt, aber sich hinzustellen und dazu verständnislos den Kopf zu schütteln erscheint mir fragwürdig.


    Ned gschimpfd is fei gloobt gnuuch!
    Der nächste fränkische Stammtisch findet statt, Infos bitte bei mir erfragen.

  • Es geht nicht um dicke Kohle machen, sondern darum, dass man mindestens 10% von seinem Einkommen spart um einen Notgroschen zu haben. Mein Hauptaugenmerk beim preppen liegt halt beim Kapital, Vorräte nur für ein paar Monate und bei der Ausrüstung bin ich Minimalist.


    Genauso ist auch mein Lebensstil. Ich trage keine Markenklamotten, werfe nichts weg was noch zu reparieren ist, koche selbst und gehe nicht essen, fahre einen alten Kleinwagen und habe nicht das neueste iPhone.


    Gerade in der heutigen Zeit wird ja Konsum auf Pump großgeschrieben, klar ist es schön wenn man sich alles leisten kann. Aber das steckt ja schon in dem Wort drinnen, wenn man sich etwas leisten will, dann muss man dafür auch etwas leisten.

  • Meistens bewegt sich jeder sich ja in einem Umfeld, das ihm am ähnlichsten ist.


    So sind in meinem Freundes- und Bekanntenkreis die meisten mit ähnlichem Einkommen wie wir auch, nach oben wie nach unten gibt es da wenige Spitzen.


    Ich sprach von mehreren Beraterplätzen zu meiner Filialzeit (über 16 Jahre), und da ist das Bild wie beschrieben... Die Plätze reflektieren eine Menschenanzahl von über 30.000, da habe ich glaube ich einen guten Querschnitt gesehen...

  • ...wenn man jetzt von seinem Durchschnittsnetto von ?!1500?! EUR 150€ jeden Monat weg legt....sind das 1800€ im Jahr.....


    da muss man schon recht alt werden, um damit 6 Jahre Reserven auf die Seite zu legen....

    Selbst mit akzeptablen Zinsen....


    Nicht das ich der Meinung, bin es wird zu viel und zu sinnlos konsumiert, aber das Problem ist doch, das die ganze Durchschnittliche Bevölkerung im Gegensatz zu den oberen 5% so dermaßen beschissen bezahlt wird, das die Heide wackelt!


    Der Geldelite fliegt die Kohle zu, das es nur so prasselt, begünstigt von unserer Gesetzgebung und hier arbeiten Die Normalbürger seit spätestens der Wende auf so niedrigem Niveau, das sie kaum zwischendurch Luft bekommen...


    Ich bin Realist, diesen Teufelskreis kann weder der Mop, noch die Politik so schnell durchbrechen, hängen sie doch alle am tropf der Sklaventreiber, aber echte Gerechtigkeit geht anders....


    Und ja, uns allen geht es recht gut, hungern muss hier keiner aber wenn man sieht, wie fragil sich unser Scheinwohlstand darstellt....

  • Bei uns werden gerade die letzten Geldautomaten entleert:

    https://www.infranken.de/ueber…en-bargeld;art180,4983346

    Ich war gerade bei meinem heimatlichen Sparkassenautomaten: 6 Leute vor mir (und drängeln verbotenerweise mit in den winzigen Automatenstellraum). Sonst sieht man dort meist niemanden herumlaufen. Ich geb noch eine halbe Stunde, dann ist das Geld alle. Soweit ich gesehen haben werden durchwegs vergleichsweise größere Beträge gezogen. Zeichnet sich hier eventl. schon der nach außen sichtbare Anfang, vom Ende, unseres Fiat-Money ab?

  • Berichte über größere Bargeldabhebungen gibt es schon seit rund zwei Wochen. Ich denke mal, dass das vorerst nur ein logistisches Problem der Geldtransporte und eventuell der Bundesdruckerei ist, da die EZB praktisch unbegrenzten Kredit gewährt. Auch volkswirtschaftlich besteht mittelfristig noch viel Freiraum, da die Inflation ja sehr niedrig ist. Wie sich das langfristig auswirkt, wird man sehen.


    Aber was hat das mit Atemmasken zu tun?

  • Toilettenpapier - das weiße Gold! Heute hatte ich eine interessante Erfahrung, wie man sie nur in Zeiten der Coronakrise machen kann. Seit über einer Woche ist in unserem Tal Toilettenpapier ausverkauft. Leere Regale zu jeder Zeit soweit das Auge blickt.

    Auf dem Weg nach Hause bin ich daher wieder mal in den fast leeren Edeka gegangen. Sofort fiel mir ein Kunde auf, der das begehrte Paket unter dem Arm trug. Ich musste den spontanen Impuls unterdrücken, ihm das seltene Gut zu entreißen. ^^


    Dann eine zweite Kundin einen Gang später: ebenfalls die verräterische Rosa-Verpackung in Maxi-Ausführung unter dem Arm. Mein Puls beschleunigte sich ... hier gab es Klopapier! Und dann noch meine favorisierte Sorte. Man ist ja verwöhnt! Die römische Dekadenz kann nicht schlimmer gewesen sein.


    Also streifte ich an den Regalen vorbei, bis ich endlich zum Gang der Gänge gelangte. Doch wie insgeheim befürchtet: leere Regale! Davor eine Mitarbeiterin im Gespräch mit einer Kundin, was denn los sei und dass sie das noch nie erlebt habe. Unglaublich. Unfassbar. Unerhört.


    Dabei faltete sie gelassen eine große Plastikfolie zusammen, in der noch kurz zuvor Massen an Rollen des begehrten Stoffs umverpackt gewesen waren. Ich rang mich zu einem gequälten Lächeln durch: "Da bin ich wohl zu spät, oder?!"


    Bevor sie antworten konnte, fiel mein Blick hinter ihrem Rücken auf das andere Regal: ganze fünf (!) Packungen waren noch übrig. Inklusive Promoaktion mit 20 % gratis. Yes! Das Ganze Eine davon habe ich dann blickdicht verpackt und nach Hause "geschmuggelt". Und innerlich gelacht. Über mich, die Situation und die menschliche Psyche im Besonderen.


    Warum aber Toilettenpapier kaufen, wenn noch was eingelagert ist? Einfach: die Haushalte um uns herum kommen nicht vor die Tür und fanden Krisenvorbereitung immer nur was für Spinner. Gibt's immer. Brauch ich nicht. Kostet Geld und nimmt Platz weg. Wasser kommt ja auch aus dem Hahn. Und dass es mal anders sein könnte? Unglaublich. Unfassbar. Unerhört.


    Hier, nimm diese Rolle und denk auf einem stillen Örtchen noch mal drüber nach ... ;)

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