COVID-19: Erfahrungen & Austausch

  • Naja, "kippen" hört sich irgendwie dramatisch an. Für mich ist es logisch, dass nach einer gewissen Zeit bei gleichzeitig sinkenden Krankheitsfällen der Ruf nach einem Ende der Einschränkungen lauter wird. Genau das passiert und parallel werden de facto Beschränkungen abgebaut. Ich nehme das eher als weitgehend gute Stimmung wahr, weil zunehmend wieder mehr Normalität möglich wird.

  • Es sollte mich freuen wenn es Euch so wenig "erwischt" hat ! Doch wenn ich mir die Zahlen aus Euren Nachbarländern angucke komen bei mir leichte Zweifel auf ob die Zahlen zutreffen bzw. die Erfassung richtig funktioniert...

    Die Zahlen stimmen.

    Wären sie höher, würden sie das kommunizieren, denn mit diesen niedrigen Zahlen können sie die harten Maßnahmen ja kaum begründen.

    Da bremsen die Klinikärzte und die Journalisten den Gesundheitsminister aus.

    Der redete auf einer Pressekonferenz von hunderten Toten und Hunderttausenden Infizierten.

    Da haben ihm die Ärzte erklärt, daß auch schon vor Covid-19 Menschen gestorben seien und das auch weiterhin tun werden. Das monatliche Mittel ist sogar niedriger als die vorigen Jahre.

    Das liegt meiner Meinung nach vor allem daran, daß der Straßenverkehr sehr stark eingschränkt war und es viel weniger Verkehrstote gab als sonst.


    Hier im Land gibt es auch nicht die Elendsviertel wie z.B. in Brazil.

    Das einzige "Elendsviertel" befindet sich in der Haupstadt.

    Die Leute dort haben alle gemauerte Häuser und bekommen Wasser und Strom gratis vom Staat. Auch die ärztliche Versorgung kostet für diese Leute nichts. Wenn man da durchgeht, glaubt man nicht, daß es ein Elendsviertel sein soll.

    Vor fast jedem Haus steht ein Moto und Autos gibt es dort auch reichlich.


    Seit Beginn der Krise kocht das Militär für diese Armen. Die bekommen täglich eine warme Mahlzeit, was für viele normale Bürger momentan ein Traum wäre.


    Zu den Zuständen in den Elendsvierteln Chiles kann ich nichts sagen.

    Zu denen in Brazil schon.

    Da schreien sie in den internationalen Medien, daß die Regierung ihnen nicht helfe.

    Fakt ist, daß selbsternannte Wächter der Banden, die die Viertel beherrschen, die Favelas abgeriegelt haben. Sie lassen keinen raus und vor allem keinen rein.

    Auch keine Ärzte oder Hilfsgüter.

    Die Regierung vereinbarte, die Hilfsgüter und Medikamente vor den Vierteln abzuladen, damit die Leute sie selber holen und reintragen könnten.

    Die "Wächter" haben Riesenberge an Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern mit Benzin übergossen und angezündet.

    Seither wird natürlich nichts mehr gebracht.

    Die Hilfsgüter werden jetzt dort verteilt, wo sie gerne angenommen werden.


    Bei uns wurden die Hilfen nun doch nicht eingestellt.

    Montag wurden wieder Lebensmittelpakete in den Schulen verteilt.

    Der Gouverneur ließ erneut an Familien mit (Schul)Kindern Essencials verteilen.

    Auch meine Sis profitierte davon.

    5 kg Reis

    5 kg Nudeln

    5 kg Mehl

    5 kg Zucker

    2 kg Bohnen

    2 kg Locrillo

    2,5 l Öl

    1 kg Salz

    und noch ein paar Kleinigkeiten


    So ein Paket bekommen die Familien pro Kind.

    Wer also 5 Kinder hat, der musste mit einer größeren Transportmöglichkeit kommen.


    Wie es in anderen Provinzen aussieht, weiss ich natürlich nicht.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )

  • Hier in der Region Darmstadt gibt es Demos mit für mich merkwürdigem Hintergrund (Verschwörungstheoretiker, "Forscher", Rechte etc.). In Impfdosen sind Minimikrochips zur Steuerung der Menschheit o. ä., Grundgesetzbewahrer und all so ein Kram....


    Die Presse muss vorher für Interviews Fragebögen ausfüllen und die persönlichen Daten eintragen.....


    Auffällig sind auch Aufkleber in der City "gib Gates keine Chance - wir zahlen diesen Bill nicht" oder so ähnlich.



    Nur ein Gefühl von mir, aber da könnte sich aus verschiedenen Anschauungs-Ansätzen der Zündstoff für was Explosives zusammenbrauen; wir hatten das im letzten Jahrhundert schon einmal hier...

  • Gerade vom Einkauf zurück.

    Lange Schlangen mit entsprechend Abstand.

    Auf der EDEKA-Fläche jedoch einige, die die Maske unter der Nase tragen und im Möbelgeschäft ein Kundenberater, der während des Gespräches mit seinen drei Kunden in 5 Minuten mehrmals seine Maske „lupfte“, was offenbar für die Mutter nebst ihren beiden Töchtern die Aufforderung war, es ihm gleich zu tun. Saßen dicht aufeinander. Wir standen draußen an der Fensterfront.

    Draußen auf einer Bank vor dem Möbelhaus vier aus der Altersgruppe „Risikopatienten in spe“ (70+) die eng nebeneinander ein Pläuschchen hielten. Masken umgehängt bzw. neben sich liegen/in der Hand.🤢


    Da frage ich mich, ob der Virus aufs Gehirn geht.


    Offensichtlich nehmen es mittlerweile viele Leute nicht mehr ernst genug.

    Wenn uns das mal nicht gehörig um die Ohren fliegt.


    Bin ich froh, dass ich nicht oft einkaufen muss.

  • Am Bodensee waren heute die Massen an Touristen, gefühlt mindestens so viele wie letzten Sommer.

    Mir fällt zunehmend auf wie die Leute die Maske nur noch "Alibimäßig" tragen, es wird nichts mehr konsequent gemacht.

    Bezüglich der "Covidioten": Teilweise wurden hier Propaganda-Zeitungen in die Briefkästen geschmissen. Inhalt war das SARS-COV2 nicht existiert/nicht so schlimm sei... Ich frag mich wer die Zeit und das Geld hat um solchen Mist zu erstellen und zu verteilen.

  • In den alternativen Medien wird immer aggressiver das Nicht-Masken-Tragen propagiert.


    Vor allem stört mich, dass so wenig Grautöne akzeptiert werden. Es wird einem (also mir) einfach nicht zugebilligt, durchaus zum Teil system- und impfkritisch zu sein und trotzdem eine situationsgerechte und zeitlich befristete Maskenpflicht zu befürworten.


    Das ist bei mir durchaus so eine Art "Prepper-Denke": Ich habe ein paar Akkus mehr gebunkert, da ich einen Blackout nicht vollkommen ausschliessen kann. Ich nutze derzeit noch Masken, da ich von der relativen Ungefährlichkeit von Corona nicht vollkommen überzeugt bin.


    Gerade durch die Maskennutzung rückt die von früher lieb gewonnene Normalität wieder in greifbare Nähe. Noch etwas Durchhalten ist angesagt!

    Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.

  • Naja - bei 42.000 noch akute 19 Infizierte -

    In der jetzt - ehemaligen- Firma keine Ausfälle - war früher bei Grippezeiten bis zu 20-40% Ausfall

    Bin skeptisch wegen Corona

    An 2. Lockdown glaube ich nicht


    Klopapier und alles Andere reicht - Masken waren schon vorher da- zusätzliche kamen von Familienmitgliedern und Freunden


    Was sich geändert hat :

    Noch mehr lokal einkaufen - max. 1mal in der Woche- um hier die wirklichen Opfer - z.B. Gärtnereien und Freischaffenden aller Art zu unterstützen.

  • Man kann sehen wie zerbrechlich die Erfolge der letzten Wochen sind :


    .....Die wiedergewonnene Freiheit bei der Ausübung ihres Glaubens bezahlen zahlreiche Besucher eines Gottesdienstes in Frankfurt mit einer Infektion mit dem Coronavirus. Das örtliche Gesundheitsamt bemüht sich um die Nachverfolgung der Kontakte. Doch das gestaltet sich schwierig......


    .....

    Vor knapp zwei Wochen eröffnet - als eines der ersten Bundesländer - Niedersachsen seine Gastronomie. Nun führt ein Restaurantbesuch im Landkreis Leer zu sieben Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Mindestens 50 weitere Menschen müssen vorsorglich in Quarantäne.....


    Ich kann mich täuschen,aber angesichts solcher Meldungen dann in ganzen Bundesländern (Thüringen ) die Beschränkungen völlig aufzuheben bzw. Bundesweit Gottesdienste zu erlauben kommt da zu früh !

  • Man wird sich wahrscheinlich daran gewöhnen müssen, das Recht eine Maske zu tragen, notfalls gegen die Covidioten notfalls auch mit Gewalt verteidigen zu müssen.


    Extra ein Grund nicht mehr rauszugehen, wenn dann an der nächste Ecke wahlweise das Virus oder der Covidiot lauert.



    frieder

  • Ich finde das Thüringer Modell derzeit eigentlich das intelligenteste, weil dort die Regionalisierung konsequent umgesetzt wird, die am Anfang vernachlässigt wurde. Meiner Meinung nach hätte im Norden und im Osten der Lockdown von anfang an sanfter ausfallen können, weil es dort kaum Fälle gab, währen Bawü und NRW eigentlich die strengeren bayerischen Regeln gebraucht hätten.


    Auf der anderen Seite finde ich die grundsätzlich sinnvollen Rücknahmen bundesweit in einigen Punkten zu riskant, beispielsweise dass Restaurants und Fitbessstudios wieder öffnen oder dass in Hessen Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen wieder erlaubt sind.

  • Asdrubal
    prinzipiell stimme ich Dir zu, leider haben wir auch von Italien, der Schweiz und auch In Österreich lernen müssen, daß die durch den lokalen Lockdown ausgelösten Bevölkerungsströme eine große Virus Verbreitungseinheit sind.

    Die Italiener sind in den Süden zu ihren Familien oder weil die Schule geschlossen zum Kurzfristig aus Mailand ins Virus freie Tessin zum Urlaub.
    Damit ist nur Regionales handeln ohne Bewegungsbeschränkung eigentlich vom Tisch. Ich denke aber das Regelungen sich nicht an Landkreis-, Bundesländer-, Kanton- oder Staats- Grenzen orientieren müssen. Oft mal würde es sein machen andere geographische Trennlinien zu ziehen.
    aber wahrscheinlich bin ich da zu blauäugig, weil das wieder für alle viel zu kompliziert ist.


    Gruß Kcco

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

  • Oft mal würde es sein machen andere geographische Trennlinien zu ziehen.
    aber wahrscheinlich bin ich da zu blauäugig, weil das wieder für alle viel zu kompliziert ist.

    Naja, wenn man schon Apps entwickelt, die Annäherungen von einzelnen Personen nachverfolgen, dann sollte es eigentlich machbar sein, dynamisch auf die örtliche Lage abgestimmte Regeln zu formulieren und zu kommunizieren.


    Und was die Ausweichbewegungen betrifft: Natürlich funktioniert das nicht bei sehr krass unterschiedlichen Graden der Einschränkung wie in Italien. Aber mir sind zumindest keine größere Fluchtbewegungen aus Bayern bekannt. Und ob es zu denen gekommen wäre, wenn in Mecklenburg-Vorpommern etwas mehr vom Einzelhandel (selbstverständlich bei Einhaltung von Abstandsregeln) geöffnet geblieben wäre, würde ich eher bezweifeln.


    Aber natürlich sind das alles Diskussionen im Nachhinein, die kaum noch einen Mehrwert haben.

  • Die meisten Leute fahren ständig über die Kreisgrenzen und nicht wenige überschreiten regelmäßig aus unterschiedlichsten Gründen Staatsgrenzen. Wenn von diesen Leuten nur einer krank ist, dann hat man in einem Gebiet welches keine Schutzmaßnahmen trifft schnell ein großes Problem.


    Hinzu kommt, dass dann jeder wissen müsste in welcher Region welche Regeln gelten. Aber im Moment weiß ich persönlich nicht mal mehr welche Regeln genau in meinem Bundesland gelten...

  • Da ich in Schweden lebe hab ich mal die hiesige aktuelle Statistik rausgekramt (die zahlen werden einmal täglich bis 11Uhr30 zusammen getragen und dann am Nachmittag veröffentlicht).pasted-from-clipboard.jpg

    Die Dunkelziffern dürften allerdings deutlich höher liegen, da es sich nur um durch Tests bestätigte Fälle handelt und bisher nur etwa 210 000 Proben genommen wurden.

    Das öffentliche Leben läuft in etwa so wie vorher. Spezielle Abstands- und Hygieneregeln sind nur Empfehlungen, werden aber im Allgemeinen eingehalten. Sollte man es vergessen wird man vom Personal darauf hingewiesen. In einigen Supermärkten, Einzelhandelsgeschäften und Restaurants findet man im Eingangsbereich Desinfektionsmittel und/oder Handschuhe. In vielen Pausenräumen in den Firmen wurden die Stühle an den Tischen reduziert und die Rahmenzeiten für Pausen verlängert.

    Bis auf weiteres wurde der Karenztag im Krankheitsfall ausgesetzt, die Arbeitsämter verzichten auf Aktivitätsraporte der Arbeitssuchenden und einige Ausbildungsstätten wurden geschlossen (Eigeninitiative).

    Im Krankheitsfall ist es sehr schwer einen Arzttermin zu bekommen, im Regelfall wird eine Anamnese durch eine Krankenschwester am Telefon erstellt und man wird nachdem diese dem Artz zugänglich gemacht wurde zurückgerufen und erhält Ratschläge für eine Eigenbehandlung.

    Was es hier im Gegensatz zu Deutschland nicht gibt sind zusätzliche Hilfspolizisten in Einkaufszentren etc. die ihre Machtgelüste an den Kunden ausleben und Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsämtern die fette Bußgelder verhängen weil man sich seinem Nachbarn zu weit annähert oder seine Eiswaffel zu nah an der Verkaufsstelle verzehrt.

    Sicher ist weder die deutsche noch die schwedische Herangehensweise die ideale, aber man muss sich halt damit arrangieren. Wenn ich allerdings die Medien verfolge kommt es mit so vor als wenn es in D im Moment mehr Coronaspezialisten als aktuell Infizierte gibt.


    Bleibt gesund und lasst euch nicht unterkriegen.