Waldbrand bei Tschernobyl - Radioaktivität freigesetzt?

  • Hallo Foris,


    die Dummheit der Menschen und so, ne?


    https://www.n-tv.de/panorama/W…-aus-article21700310.html


    Kurzer Abriss: Ein Mann hat, Motiv unklar, trockenes Gras angezündet in/an der Sperrzone. Mehrere dutzend Hektar brennen, erste Aufnahmen von deutlich erhöhten Ausschlägen von Geigerzählern in der Nähe des Brandes wurden von Behörden dementiert und der ursprünglich die höhere Strahlung meldende Mensch hat seine Aussagen nun zurückgezogen.


    Man befürchtet dennoch ggfs Freisetzung radioaktiver Partikel (wen wundert's).


    https://www.n-tv.de/mediathek/…oehe-article21695422.html


    Ob es zu einer Wolke führt wie damals bei der Katastrophe selbst würde ich persönlich jetzt nicht erwarten, aber natürlich im näheren Umkreis würde ich jetzt nicht sein wollen, bzw. als Feuerwehrler am Ort.


    Gruß


    Avesjünger

  • Passiert das nicht immer wieder in der Sperrzone? Vegetationsbrände kommen ja auch nach Blitzschlag vor. Ich meine mal was zur lokalen Belastung rund um die Zone nach Bränden gelesen zu haben. Bis nach Westeuropa trägt es der Wind aber nicht.

    Trotzdem mal im Auge behalten: https://odlinfo.bfs.de

  • Ist wohl etwas aus dem Ruder gelaufen, das ganze:


    Zitat

    Der Waldbrand in der Sperrzone um das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl ist nach mehr als einer Woche noch immer nicht unter Kontrolle. Die ukrainischen Behörden erklärten, für das havarierte Atomkraftwerk bestehe "keine Gefahr". Greenpeace Russland erklärte dagegen unter Berufung auf Satellitenbilder, das Feuer sei an der nächstgelegenen Stelle nur noch 1,5 Kilometer von der Schutzhülle um den havarierten Reaktorblock entfernt.

    Die Feuerwehr bekämpfte den Brand gestern noch mit mehr als 400 Einsatzkräften am Boden und aus der Luft. Die ukrainischen Behörden machen seit einigen Tagen keine Angaben zur Ausdehnung des Feuers in dem radioaktiv belasteten Gebiet. Der Leiter des Regionalen Feuer-Beobachtungszentrums für Osteuropa, Sergej Sibzew, sagte, das Feuer sei "riesig" und "unberechenbar". Im Westen der Sperrzone seien bereits 20.000 Hektar betroffen.

    Quelle: n-tv


    Spätestens wenn das Feuer an den Reaktor kommt werd ich mir definitiv mehr Sorgen machen!

  • Soll erste erfolge geben:


    ...Erfolge bei der Brandbekämpfung erzielt. "Es gibt kein offenes Feuer"...


    https://www.spiegel.de/panorama/ukraine-braende-in-tschernobyl-zone-erste-loescherfolge-a-591d01cb-e74b-4f66-9914-81b2374018ff


    Bleibt abzuwarten und zu beobachten...

  • Mal ein wenig Entwarnung, zumindest für die nicht direkt in der Nähe wohnenden


    HIER mal der Bericht und eine norwegische Studie: Bereits 2015 hatten Fachleute Gelegenheit, diese Frage zu beantworten.


    Wie gefährlich sind Waldbrände bei Tschernobyl?

    In der Sicherheitszone brennt radioaktiv verseuchter Wald.

    Wie gefährlich ist das Feuer wirklich?


    Die radioaktiven Elemente verbreiteten sich über große Bereiche Osteuropas, das bei den Feuern freigesetzte Cäsium ließ sich sogar in Norddeutschland nachweisen. Allerdings in extrem geringen Konzentrationen, wie die norwegischen Fachleute berichten. Selbst in den am stärksten betroffenen Regionen lag die zusätzliche Strahlenbelastung weit unter jener, die man durch eine Röntgenuntersuchung oder einen Transatlantikflug abbekommt. Die Belastung in Norddeutschland lag laut der Studie unter derjenigen, die man beim Verzehr von zehn Bananen aufnimmt.


    Interessant vielleicht noch für Kaminofen/Pelettofenbetreiber mit nicht heimischen Hölzern:


    Wie strahlungssicher ist Holz?


    Zwischen der Atomkatastrophe in Tschernobyl/UA 1986 und jener in Fu-

    kushima/JP Anfang im Februar liegen gerade einmal 25 Jahre. Tausende

    Quadratkilometer Wald um Tschernobyl wurden damals mit einer Mi-

    schung langlebiger Radionuklide, nämlich Cäsium 137 und Strontium 90,

    belastet. Radionuklide sind instabile Atome, deren Kerne radioaktiv zerfal-

    len können und dabei unterschiedliche Arten von radioaktiver Strahlung

    abgeben. In der Erdkruste selbst findet sich eine größere Zahl natürlicher

    radioaktiver Nuklide, die überwiegend aus Zerfallsreihen der chemischen

    Elemente Uran und Thorium stammen. Jedes gesteinshaltige Baumate-

    rial, wie Ziegel, Fliesen oder Zement, weist gewisse Mengen radioaktiver

    Nuklide auf. Die künstlichen Radionuklide Cäsium 137 und Strontium 90

    gelangten erst im Zuge der Atomversuche beziehungsweise durch Reak-

    torunfälle in die Umwelt. Abgesehen von Tschernobyl und Fukushima hat

    die damalige Sowjetunion 1989 noch einen weiteren Unfall zugegeben,

    nämlich jenen in der Stadt Kyschtym, der sich 1957 in einer dort ansässi-

    gen Plutoniumfabrik ereignete. Dieser lang verheimlichte Supergau gilt

    als der drittschwerste Atomunfall der Geschichte. Auch in Kyschtym wur-

    den große Waldflächen radioaktiv schwer belastet. Es stellt sich die Frage:

    Wie „strahlungssicher“ ist Holz, das aus radioaktiv belasteten Gegenden

    stammt? Ist Holz gefährlicher als andere Materialien? Ist radioaktive Be-

    strahlung zu befürchten, wenn man in einem Blockhaus wohnt, seine

    Wohnräume mit Holz auskleidet, oder öfters eine Sauna besucht?

    Cäsium 137 wird seit vielen Jahren laufend dokumentiert und weltweit

    werden für 1 kg Holz 2 bis 5 Bq (Becquerel) als Grundbelastung angege-

    ben. Die Einheit Becquerel sagt aus, wie viele Atome je Sekunde in einem

    Kilogramm Material zerfallen. In Holz aus Schweden wurden aufgrund des

    Tschernobyl-Unfalls 50 Bq Cäsium 137 pro Kilogramm gemessen, in öster-

    reichischer Fichte wurden bis 200 Bq gefunden. Im Holz aus Gegenden um

    Tschernobyl sind diese Werte 10- bis 20-fach höher. Trotzdem, im Baum ist

    das Holz durch Radioaktivität relativ gering belastet: In Nadeln österreichi-

    scher Fichten, beprobt 1993, wurden 3000 Bq Cäsium 137 je Kilogramm

    gemessen, kleinere Äste kamen sogar auf 5000 Bq.

    Wie kann Radioaktivität überhaupt in das Holz gelangen? Der wach-

    sende Baum nimmt über den Boden und die Wurzeln die Mineralstoffe

    Calcium und Kalium auf. Da das Radionuklid Cäsium 137 dem Calcium

    chemisch sehr ähnlich ist, wird dieses ebenfalls aufgenommen und in die

    Holzzellwände eingebaut. Radionuklide können außer durch die Wurzel

    direkt über die Blattoberfläche beziehungsweise durch die Spaltöffnun -

    gen von Blättern und Nadeln in das Holz gelangen.

    Kritischer ist der Umgang mit Holzasche. Nach Verbrennung von Holz

    ist die Radioaktivität in der Asche wesentlich höher, da Asche die Sum-

    me aller im Holz vorhandenen anorganischen Elemente darstellt. Die Cä-

    sium 137-Konzentration in der Holzasche kann deshalb 100-fach höher

    sein als in massivem Holz. Es gibt die Empfehlung, Holzasche aus radio-

    aktiv belasteten Gegenden nicht in Gärten auszubringen. Höhere radioak-

    tive Aktivität wurde auch in Ablaugen aus der Papierindustrie festgestellt,

    wenn Holz aus stark radioaktiv belasteten Wäldern verwendet wurde.

    Hiervon sind jene Personen betroffen, die mit diesen Laugen nur unter

    Schutzmaßnahmen hantieren sollten.

    Halten wir fest, dass grundsätzlich jeder Baustoff aus der Natur Radio -

    nuklide enthält. Künstliche Radionuklide wie Cäsium 137 werden vom

    Baum aufgenommen und in das Holz eingebaut. Die dabei entstehende

    Radioaktivität ist messbar, bleibt aber bei heimischem Holz so gering, dass

    es zu keiner bedenklichen Belastung kommt. Da Holzprodukte dem Men-

    schen nicht als Nahrung dienen, so wie Gemüse und Obst, kann es auch

    zu keiner direkten gesundheitlichen Schädigung durch Teilchenstrahlung

    kommen. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte auf die Herkunft des Hol-

    zes achten und bei Billigangeboten ohne Herkunftsnachweis vorsichtig

    sein. Schlussfolgerung: Wer heimisches Holz verwendet, hat strahlungs-

    sicher gewählt.


    QUELLE: UNiv.-PRof. dR. RUPERt WiMMER

    GEoRG-AUGUst-UNivERsität GöttiNGEN

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!
    Gruß derSchü