zweites Pearl Harbor ? / China vs USA

  • Die derzeitige Entwicklung zwischen USA und China erinnert ein bisschen an die Vorgeschichte zu Pearl Harbor.

    Stark vereinfacht beschrieben, wollte Japan seinerzeit expandieren und es wurde ihnen daraufhin der Ölhahn abgedreht.


    Was droht der EU oder NATO, wenn es verdeckt von Corona zu einem zweiten Pearl Harbor (wie auch immer und vielleicht als false flag operation) kommen sollte ?

  • Das ist mir jetzt etwas weit hergeholt. Dass die USA und China um internationalen Einfluss insbesondere in der Pazifikregion ringen, ist keine neue Entwicklung. Momentan verschärft sich der Konflikt ein wenig. Er wird sich auch wieder entschärfen, wenn sich personell was ändert oder sich gemeinsame strategische Interessen ergeben.


    Die USA und China sind wirtschaftlich so eng verflochten, dass der eine den anderen nicht einfach so mit Sanktionen an die Wand drücken kann. Zu einem erfolgreichen direkten Angriff auf die USA ist China meiner Meinung nach nicht in der Lage. Vielleicht kann es irgendwann so weit kommen, dass die strategischen Rahmenbedingungen die Annexion Taiwans möglich machen. Die nächsten paar Jahre sehe ich das allerdings auch noch nicht.

  • Trump will erneut gewählt werden.


    Dass beide Länder Dreck am Stecken haben ist nicht neu. Eine Welt unter den USA ziehe ich aber ganz klar einer Welt unter China vor und ich würde es grundsätzlich begrüßen, wenn sich EU und USA stärker gemeinsam gegen China positionieren würden.

  • wirtschaftlich oder militärisch mit der Bundeswehr und Gorch Fock ?

    Es gibt mehr als nur weiß und schwarz und damit auch Zwischenstufen zwischen "alles abnicken, was China so tut, Hauptsache es stört nicht die wirtschaftlichen Beziehungen" und einem Atomkrieg.


    Ich sehe zuerst weder die militärische noch die (breite) wirtschaftliche Konfrontation, sondern die politische. Hongkong, die Seidenstraßeninititiave, Umgang mit Covid-19, die Uiguren, politische Gefangene, usw, usf... Politische Themen gibt es mehr als genug.

  • Mei, es gibt meiner Meinung mehrere Ebenen auf denen zwischenstaatliche Beziehungen ablaufen - und zu bewerten sind. Hinsichtlich Menschenrechte ist China sicher weiter entfernt als die USA und Russland mitten drin. Wirtschaftlich wird es schwierig, da könnte man angesichts von Sanktionen die USA deutlich nach hinten schieben, mit China, und Russland eher näher sehen.

    Maschinenbau sind wir ja ganz gut, bei den Basics, also dass Halbzeug oder gar Rohstoffe gibt es für Europa sicherlich Lücken, ebenso am oberen Ende, also Chipfertigung und Software. Beim einen braucht man gute Partner (der östliche wäre wegen Landweg vielleicht nicht die schlechteste Option), beim anderen etwas agilere Strukturen (ich sag nur Kosten/Qualität bei der Corona App).

    Meiner Meinung die Abhängigkeiten analysieren und wenn eine große Abhängigkeit zu einem problematischen Partner besteht, daran arbeiten - damit steigt auch die Verhandlungsposition. Wenn andere globale Spieler ähnliche Abhängigkeiten haben - dann schneller sein. Nur hypothetisch: die USA machen sich unabhängig vom chinesischen Stahl, dann werden diese Karten früher oder später ausgespielt - und wenn wir noch davon abhängig sind, sind wir ein Kollateralschaden.

    Aber genug mit Politik, kleine Beben können wir vorbereiten, große Beben eher nicht.

  • Nur hypothetisch: die USA machen sich unabhängig vom chinesischen Stahl, dann werden diese Karten früher oder später ausgespielt - und wenn wir noch davon abhängig sind, sind wir ein Kollateralschaden.

    Aber genug mit Politik, kleine Beben können wir vorbereiten, große Beben eher nicht.

    Die Strafzölle auf Stahl schaden vor allem der US Wirtschaft selbst. Das ist ja nicht das erste Mal, dass solche Zölle eingeführt wurden und das geht praktisch immer nach hinten los.

    Nicht nachgelagerte Industrie (z.B. Automobilbau) hat den Schaden, die zu schützende Industrie verliert den Reformdruc und ist damit in 10 Jahren wrtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig.


    Bzgl Stahl wird die EU vermutlich eine green-steel Strategie fahren. Die Stahlproduktion ist einer der ersten Industriezweige, wo grüner Wasserstoff tatsächlich ein sehr hohes Potenzial hat. Das ist aber von den Kosten nicht konkurrenzfähig, daher wird man sich wohl CO2 Einfuhrzölle bei solchen Vorprodukten überlegen.

    Es ist ja weder Europa noch dem CO2 Gehalt der Atmosphäre gedient, wenn wir hier unsere Stahlproduktion schließen und die Chinesen produzieren dann dort den Stahl weiter mit Kohle.


    Hier geht es aber nicht um Protektionismus, sondern um fairen Wettbewerb bei gleichen Umweltstandards/Umweltkosten.