Qualität vs Quantität

  • Liebe Leute :)


    Ich als noch sehr unerfahrener "Prepper", fange langsam an mir neben Lebensmittelvorräte auch Ausrüstung zuzulegen. Bei meinen Überlegungen was ich benötige, bin ich oft ein Problem gestoßen: Soll ich mir eine teure Ausrüstung oder mehrere günstige kaufen. Um es besser zu veranschaulichen hier direkt eine Anschaffung die ich mir als nächstes zulegen möchte: Einen Campingkocher. Jetzt stellt sich für mich die Frage Kaufe ich mir einen teuren (ca. 60 Euro habe ich gesehen) oder 2 bis 3 günstigere (ca. 20 Euro).

    Was ist eurer Meinung nach hierbei wichtiger? Die Qualität oder Quantität?


    Da ich bei meinen nächsten Ausrüstungen wahrscheinlich auf das gleiche Problem stoßen werde, werde ich hier wohl öfters mal ein paar doofe fragen stellen ;D

  • Dem schließe ich mich an. Kaufe lieber Qualität. Das Ziel ist ja eigentlich eine Ausrüstung zu haben auf die du dich im Notfall verlassen kannst. Was nützt dir ein Kocher der zwar nur 5 Euro kostet aber bei der dritten Benutzung kaputt geht. Bei einigen Herstellern, deren Produkte schon seit Jahrzehnten erfolgreich am Markt sind bekommst du häufig auch für sehr alte Modelle noch Ersatzteile. Die Geräte sind zudem Wartungsfreundlich und gut erprobt.

  • Ich konnte mir zu Beginn nicht sofort alles in guter Qualität leisten.

    Einiges habe ich bewusst erst billig gekauft mit dem Hintergedanken, dies später durch qualitativere Ware zu ersetzen.


    Auch wenn hier viele nicht müde werden den Spruch "Kaufst du billig, kaufst du zweimal" zu zitieren.

    Aber es können sich schlicht nicht alle sofort alles leisten.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Ich habe auch klein angefangen und einige Sachen habe ich immernoch nicht. Das meiste habe ich gebraucht gekauft. Ich bin der Meinung das ein gebrauchtes Markenprodukt besser ist als ein Wegwerfprodukt.

  • Gehe halt mal auf einen Flohmarkt, da findet sich so manches zu kleinem Preis, was noch aus der guten alten Qualitäts-Zeit stammt.

    Falls der Kocher wenig kosten soll: Petroleumvergaser kosten im Betrieb weniger als Gas (Grillanzündeflüssigkeit als Betriebsstoff verwenden), ist halt etwas unbequem zum Anzünden.

    Wenn du nichts mit Technik zu tun haben willst, ist ein Petrol- oder Benzinvergaserkocher nichts für Dich.

    Wenn das Ding nicht mobil verwendet wird, sondern eher im Wochenend-Schuppen stehen soll oder im Auto mitfährt, lohnt es sich nicht, absolute Leichtgewichtstechnik zu verwenden, die ist teuer und nicht so robust.

    Gaskocher streiken im Winter gerne mal, weil bei Kälte das Gas nicht in Gang kommt.


    Ausnahmen von alt, aber gut gibts eigentlich nur bei Taschenlampen, da würde ich nur LEDs verwenden. Aber auch hier gibts Billigstware, wo sich das Teil beim Wechseln der Batterien zerlegt, oder der Schalter sehr bald sehr zickig tut.


    Noch was beim Kaufen: Heute ist man es gewohnt, dass immer alles sofort da ist. Ein paar Mausklicks und einen Tag später steht der Kram vor dem Haus. Aber damit umzugehen wissen, darauf kommts an. Ein geübter Mensch bringt mit einem Taschenmesser mehr zu Stande als ein Ungeschickter mit einer ganzen Werkstatt.

  • Hm... gerade bei den Campingkochern "im Koffer" kostet das Markenmodell von Campinggaz gerne mal 50 Euro, die No-Name Version aus dem Actionmarkt gibts einmal im Jahr für ~15 Euro.

    Beide habe ich schon auf diversen Festivals im Einsatz gesehen - damit z.B. eine kleinere Perkolatorkaffeekanne auf das Campinggazmodell gestellt werden kann, musste vorher mittels Metallzeltnägeln eine kleinere Auflagefläche improvisiert werden; beim NoName-Modell hingegen gingen die Auflagestege generell weit genug, dass die Kanne auch ohne Improvisation darauf gestellt werden konnte.

    Letztes Jahr am Breeze ging in einem Nachbarcamp beim neu gekauften (!) Campinggazkocher direkt auf dem Festival die Piezozündung kaputt, im anderen Nachbarcamp hat ein NoName-Modell dagegen schon jahrelang funktioniert...

    Dann gibts die No-Name MSF1a-Kartusche einzeln für 1,29 Euro, die MSF1a-Markenkartusche von Campinggaz kostet einzeln im Obi aber gerne mal über 3 Euro das Stück.


    Ich selbst habe für unterwegs ein Spirituskochset von Tatonka und zuhause einen Holzkochherd - aber ich würde mir im Hinblick auf das, was ich in den letzten Jahren so im Bezug auf diese Koffergaskocher mitbekommen habe, eher zwei No-Name Koffergaskocher kaufen, als 1x den von Campinggaz :/

  • Hallo Chuck,


    ich hatte oben ja auch geschrieben ggf. gebraucht. 


    Mit ein bisschen Suche auf Flohmärkten und Veranstaltungen oder im E.... habe ich sehr viele Dinge ausgesprochen günstig bekommen, die ich mir neu wohl nie gekauft hätte, entweder weil ich das Geld nicht hatte, oder sie mir zu dem aufgerufenen Neupreis einfach zu teuer waren. Das braucht aber (viel) Zeit.


    Etwas ganz schnell zu brauchen ist aber meistens keine gute Ausgangslage für einen günstigen Einkauf / Schnäppchen.


    Wenn man in der Lage ist ein defektes technisches Gerät selbst zu reparieren, wird es meistens noch viel günstiger. Oftmals sind die Fehler ganz profaner Natur....

    Wie z.B. bei einem Benzinkocher oder Petromax Lampe einen Generator zerlegen und reinigen....

    .....


    Generell:

    Ich denke "Grashalm" sollte sich zunächst mal eine Prioritätenliste erstellen mit für ihn ganz wichtigen "essentiellen" Sachen, die er meint schnell zu brauchen und solchen, die "nice to have, but not essential" sind.


    Wenn man mit der "Prepperei" anfängt, denkt man oft, man braucht alles Mögliche und das gleich. Morgen geht die Welt unter.


    Zunächst mal über ein oder mehrere ev. wahrscheinliche / mögliche Problem-Szenarien nachdenken und die Eintrittswahrscheinlichkeit versuchen abzuschätzen, und dann langsam und überlegt anfangen.


    Das sollte man mit viel Augenmaß angehen, vor allem keine Vorräte kaufen, die man normalerweise nicht isst, ausser vielleicht etwas als die "letzte Reserve" an NRG 5 oder sowas was vielleicht 10 Jahre hält....

    Ein ordentlicher Vorrat des alltäglichen Bedarfs in ständiger Rotation, hat sich da bei mir als "das Sinnvollste" heraus gestellt.

    Fang erst mal mit Mengen für ein paar Tage an.

    Ein paar zusätzliche Kästen Trinkwasser, Wasserkanister darin ggf. auch trinkbares Brauchwasser , Essen, ein Kocher, dazu Gas (-> Butangas verdampft nicht mehr bei Minusgraden!) , Petroleum oder Benzin, ein paar Taschenlampen, Reserve-Batterien, Kerzen. Das Essen ggf. so, dass nichts gekühlt werden muss falls der Strom ausfällt. Ein Batterieradio (Ersatz Batterien -> ggf. Lithiumzellen) , eine Led - Zeltlampe (Res, Batt.), Petroleumlampe, ggf. ein mit Holz zu befeuernder Ofen falls die Hausheizung nicht funktioniert wenn der Strom ausfällt oder ein Petroleumofen (Brennstoffe dazu) . Ein guter Verbandskasten und ggf. Medikamente, wenn ihr welche braucht. Eine Powerbank zum Aufladen des Mobiltelefons (falls Stromausfall und da doch noch irgend was funktioniert, oder für Unterwegs).

    Eine ordentliche Werkzeugkiste, Klebeband, 2 Komponenten-Kleber, Taschenmesser und Streichhölzer / Feuerzeuge sollten wohl schon da sein, oder ?


    Wenn ihr meint ggf. von zu Hause weg zu müssen:


    Erst mal ein Rucksack oder Handkoffer mit dem Allernötigsten für ein paar Tage inklusive Kopien der wichtigsten Dokumente, Bargeld in kleine Stückelungen.

    (Szenario: Z.b. in Nachbars Garten findet sich eine Fliegerbombe die entschäft werden muss und ihr werdet evakuiert....). Da können ggf. Kleider drin sein, die eigentlich schon in den Kleidercontainer sollten, Hauptsache das ist noch brauchbar und fertig gepackt) Kulturbeutel, Handtuch, ev. Schlafsack, Thermarestmatte. Etwas Essen als Notration. Ev. ein Nothandie mit Prepaid Karte (regelmäßig bewegen !) . Wichtigste Adressen und Tel.- Nrn. Ev. ein Stick mit wichtigen Computerdateien .....


    GGf. weiter eine gute Campingausrüstung, ein Zelt, ein ausgestatteter Wohnwagen oder eine Schrebergarten-Hütte/ Wohnung bei Verwandten / Freunden..... als "sicherer Ort", ein Auto das Euch da hin bringt mit Ausrüstung und ggf. etwas Zusatz-Sprit (rotieren !), falls das nicht mit einem Tank geht.


    Alternativ die Reise mit dem Fahrrad notfalls Handwagen oder zu Fuss, wenn das in Deinem Szenario Sinn macht. Landkarten der Region, ein Kompass Entsprechende Kleidung für die Jahreszeit (Sommer bis Winter), Schuhe, Rucksäcke mit dem Allernötigsten.... Ein Zelt oder Tarp.... Weniger ist mehr, ansonsten brauchst Du eine Umzugsgesellschaft um den ganzen Kram zu bewegen....

    Das Haus / die Wohnung sollte halbwegs einbruchssicher zu verrammeln sein....


    Dazu findest Du hier im Forum sehr sehr viel zu lesen....


    Man kann das sehr weit treiben aber eben auch übertreiben. ;)


    Ich hoffe das zeigt Dir ein bisschen wohin das gehen könnte.


    Die Vorsogeschriften der Bundesregierung sind erst mal auch ein ganz guter Anhaltspunkt....


    Puuh, das ist viel geworden...


    Gruss, Udo

  • Ich würde auch nicht so grundlegend geringen Preis und schlechte Qualität bzw. hohen Preis und hohe Qualität gleichsetzen. Oft stimmt das, aber eben nicht immer.


    Erst mal sollte man sich überlegen, was man wirklich benötigt und was nur "nice to have" ist, in der Praxis aber selten oder nie gebraucht wird, oder für einen kleinen Mehrwert einen deutlich höheren Preis aufruft. Beim Gaskocher wäre so eine Frage: Muss es wirklich zwei- oder dreiflammig sein oder reicht eine einzelne Kochstelle?


    Dann sollte man sich viel Zeit nehmen, den Markt beobachten und dann bei vielleicht drei oder vier Produkten, die in Frage kommen, in die Tiefe gehen. Damit meine ich, im Internet Erfahrungsberichte (also nicht nur Unboxing, obwohl es auch schon helfen kann, mehrere Bilder von einem Produkt zu sehen) und Bewertungen zu studieren. Bei den Bewertungen sind oft die schlechten die aussagekräftigeren. Vielleicht haben hier im Forum auch Leute mit dem jeweils speziellen Produkt Erfahrungen gemacht. Bei Foren, hier wie anderswo, sollte man allerdings etwas vorsichtig sein. Da trifft man manchmal auf Leute, die ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Lösung für absolut überlegen halten und da nicht immer für Argumente offen sind. Vorsicht ist natürlich auch bei Leute gebaoten, die mit Produktpräsentationen Geld verdienen, wie man es oft auf Youtube findet.

  • Oh wow so schnell so viele Antworten. Vielen Dank schonmal :)

    Mir ist bewusst, dass meist teuer besser ist. Aber manchmal ist es nicht der Fall. Ich muss zugeben, dass ich die Leistung nicht berücksichtigt habe. Meine Überlegung war folgende (die Zeiten sind jetzt nur als beispiel gedacht um meine Gedanken besser darzustellen): der teure Kocher(60 Euro) hält 1 Jahr lang. Der günstigere (20 Euro) 3 Monate. Demnach könnte ich mir 3 günstige kaufen. Sollte eine Situation (Stromausfall) eintreffen und ich nur einen Kocher habe und der mir aus irgendeinen Grund kaputt gehen sollte, dann stehe ich doof dar. Mit den günstigeren wäre ich dann doch auf der sicheren Seite.

    Wie schon gesagt: Das war nur mein Gedankenspiel. Kann mich natürlich auch völlig irren. Darum bin ich ja hier :)


    Also ich möchte mir nicht alles so schnell wie möglich kaufen da morgen die Welt untergehen könnte. Ich möchte mich schon vorher genau erkundigen ob etwas taugt oder nicht.

    Meine Vorräte belaufen sich nur auf Dinge die wir selber gerne Essen. Ich bin absolut kein Fan davon Lebensmittel wegzuwerfen :D

    Ich bereite mich auf kein spezielles Szenario vor. Ich denke aber das ein Stromausfall (auch wenn's nur ein paar Tage ist) aus meiner Sicht am wahrscheinlichsten ist.

  • Der Einfachheit halber kann man auch sagen :

    Informiere dich vorher!

    Überlege was du brauchst, schau nach was es da gibt und lese zum Beispiel hier im Forum Erfahrungsberichte.

  • häufig gibt es nicht nur "high-quality" und "Schrott", sondern dazwischen auch noch ein gutes Mittelmaß.


    Das gilt es für den reinen Anwender in meinen Augen zu finden.


    Beispiel.

    Es gibt Messer, die werden nie wirklich scharf, der Stahl ist weich und die Klingengeometrie ist daneben.

    Dann gibt es Messer aus ordentlichem Stahl, mit denen kann man Arbeiten.

    Und dann gibt es noch Messer aus "Hochleistungsstahl" mit dementsprechender Verarbeitung, mit denen kann man arbeiten (nicht viel besser als mit den ordentlichen), sie sind minimal besser, aber sie erfreuen ggfs das Herz, solange man darauf steht. Wenn man nicht darauf steht, sind sie eher Verschwendung.

  • Du kannst dir einen Spirituskocher praktisch für lau aus alten Getränkedosen bauen, siehe https://happyhiker.de/dosenkocher-bauanleitung/

    Der Brennstoff ist auch weitverbreitet verfügbar.

    Natürlich ist so ein Kocher eher was für Slow Food-Liebhaber. Aber es reicht für den Anfang, und für ein Heißgetränk geht das allemal.


    Bei Musikinstrumenten und Outdoorsachen kaufe ich das beste, was ich mir momentan leisten kann. Im ersten Fall höre ich den Unterschied, und im zweiten Fall bin ich unter Umständen dann, wenn die Bedingungen ungünstig sind, darauf angewiesen, dass alles funktioniert. Um auf den Kocher zurückzukommen, so habe ich meinen Whisperlite Benzinkocher auch schon unter Feldbedingungen (Musikfestival mit Wetter, das nach heißem Kakao verlangte) repariert. Wenn du so ein Service-Kit dabei hast und eine Kopie der Anleitung, ist das auch für den Laien machbar. So ein Teil kann jahrzehntelang halten und gut funktionieren! Aus der Praxis kann ich dir sagen, dass guter Brennstoff sehr wichtig ist, dass ein Blick auf die Brennstoffzuleitung lohnt (also diesen Bowdenzug in der Zuleitung bei jeder Betankung mal mit dem Multitool greifen und hin und her bewegen, und etwas Schmierstoff kann auch nützen), die Düse hin und wieder gereinigt werden sollte, und sich der Mechanismus der Brennstoffpumpe auch über Schmierstoff freut (unter Feldbedingungen kannst du als Schmierstoff für das Pumpenleder Ohrenschmalz von 3 schmutzigen Kindern verwenden, ausprobiert!).


    Piezozündungen, auch von Feuerzeugen, mögen feuchtes kühles Wetter nicht so. Beim Feuerzeug kannst du es zu bestimmungsgemäßer Funktion überreden, wenn du es direkt auf der Haut unter deiner Wäsche trägst. Ein Feuerstahl als Backup ist dann keine schlechte Sache, reicht allemal für einen Benzin- oder Gaskocher. Bei Spiritus wird es etwas mühsamer, wenn es kalt ist. Nimm eine Anzündhilfe, also einen trockenen Grashalm, etwas Papiertaschentuch/Küchenpapier als Docht, das zündet besser, und man trifft diese Anzündhilfe besser mit dem Funken des Feuerstahls, ohne den Spiritus zu verschütten.

  • Moin, Gaskocher gibt es wie Sand am Meer mittlerweile. Da sind auch einige einfach China-Kocher dabei, die durchaus was taugen. Die Frage ist, wozu man es nutzen will und wo. Soll er leicht und mobil sein oder geht es darum in der Küche bei einem Blackout Ravioli zu erwärmen? Oder soll es was sein, dass man lange Zeit intensiv nutzen kann ohne dass was kaputt geht? Oder nur sporadisch?


    Ich bin mobil mit dem https://www.amazon.de/Relags-P…KQS8?tag=httpswwwaustr-21

    super gefahren bisher, aber der liegt über deinem angegeben Budjet.


    Aus dem Billig-Segment: https://www.amazon.de/Campingk…4RCA?tag=httpswwwaustr-21

    Beliebt und funktioniert. Billig. Nicht grundsätzlich hochzuverlässig, aber gar nicht übel. Kenne viele, die sowas nutzen, ich koche damit ab und dann im Garten. Große Pfanne drauf oder ein großer Topf. Das ganze ist sperrig und nix für den Rucksack. Je nachdem, was man braucht.


    Leichtgewicht Billig-Segment:

    https://www.amazon.de/CENXINY-Campingkocher-Piezozündung-Hochtemperaturbeständiger-Winddichter/dp/B085H7GMH3

    https://www.amazon.de/LATTCURE-Campingkocher-Piezozündung-Aufbewahrungsbox-Gasbrenner/dp/B07PDY217L

    Einen davon hab ich und er funktioniert. Tut was es soll. Die Frage ist hier, wo nutzt man den und wie oft und wie zuverlässig soll es sein. Als Notfallkocher getestet mit einigen Kartuschen vielleicht nicht das schlechteste.


    Kommt alles darauf an, was man genau braucht.


    Gruß

    SBB

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Meine Erfahrung bezüglich Qualität vs. Quantität:


    Es gibt, gerade bei Kochern und anderer Outdoorausrüstung, sehr ausgefeilte hochwertige Systeme. Sie sind oft aber auch nicht sehr bedienerfreundlich. Wenn man nicht gerade jährlich mehrere Himalaya-Expeditionen durchführt, dann würde ich neben Qualität und Quantität als weiteres Auswahlkriterium die Bedienbarkeit der Ausrüstung beachten.

    Beispiele: ich habe seit 20 Jahren den klassischen "Asien-Gaskocher" von verschiedenen Herstellern (1x Reimo, 1x Camping Gaz, 3x Noname) im Einsatz. Sie funktionieren alle noch und weil ich mir vor über zehn Jahren mal versehentlich zuviele Gaskartuschen (48 Stück) bestellt hatte, kann ich auch sagen, dass die Kartuschen problemlos langzeitlagerfähig sind (ich hab immer noch ein paar aus der Lieferung in Verwendung). Die Kocher sind preiswert, simpel im Aufbau, standfest und haben als größten Vorteil die einfache Bedienbarkeit und dass man normales Kochgeschirr aus dem Haushalt drauf verwenden kann. Dafür taugen sie nicht fürs Wandergepäck.


    In meiner Jugend gabs für uns damals quasi nur den Kartuschenkocher Bleuet von Campinggaz. Leicht, faltbar, aber wacklig und windempfindlich. Man brauchte winzige Töpfe und trotzdem landete so mancher Topfinhalt unfreiwillig im Gras.


    Irgendwann hab ich mir den XGK EX Multifuel-Kocher zugelegt. Ein schönes Hightech-Spielzeug, aber aufwändig und komplex in der Bedienung. Außer mir kann (und will) den in unserer Familie niemand benutzen. Dabei wäre er im Vergleich dieser drei Kocher von der Qualität her der hochwertigste.

    Wenn ich aber in einer Krisenlage z.B. wegen Krankheit flachliege, bleibt für die Familie die Küche kalt - hätten wir nur diesen Kocher. Und ich will bei den grundlegenden Geräten nicht immer wieder alle Gruppenmitglieder schulen müssen, da leidet ganz schnell die Akzeptanz.


    Das ist bei Funkkommunikation übrigens ähnlich: Amateurfunk ist die hochwertigste Art der Notfallkommunikation, aber eben auch die für Laien komplizierteste (abgesehen von den gesetzlichen Rahmenbedingungen). Da ist ein PMR-Funkgerät mit "einschalten, drücken & sprechen" um Welten einfacher zu bedienen, auch wenn es technisch und von der Performance her ein Vielfaches schlechter ist, als Afu-Geräte.


    Mr. Burns hat am Beispiel der Messer gut beschrieben, was manche auch als Gearporn bezeichnen: man kauft sich höchstwertige Ausrüstungsgegenstände oft nicht nur aus rationalen Gründen, sondern weil man sie haben will.

    Gleiches gilt z.B. bei Taschenlampen. Man kann sich eine 60-Euro-Lampe von Fenix kaufen oder eine LED-Taschenlampe für 9,99 vom Discounter. Sie leuchten beide, die Fenix projiziert vielleicht helleres und gleichmäßigeres Licht mit weniger Farbfehlern; die Aldi-Lampe macht aber auch hell, vielleicht nicht mit perfekter Lichtverteilung und mit farbigen Rändern. Aber wenn man nicht gerade unter Feldbedingungen eine chirurgische Gefäßnaht bei Nacht am verletzten Kameraden machen muss, sondern nur bei Dunkelheit in den Sicherungskasten schauen will, warum das Licht ausgegangen ist, reicht die einfache Lampe in der Regel völlig aus. Und hier hat der Preis den Vorteil, dass man fürs gleiche Geld mehrere Lampen bekommt, die man z.B. im Auto, in der Wohnung, im Werkzeugkasten, bei der Arbeit im Spind/Schreibtisch deponieren kann. Mit der Fenix wäre das ein teures Unterfangen.


    Die Wahl der Ausrüstung hängt auch davon ab, welche Szenarien ich abdecken möchte. Stromausfall zuhause in der Wohnung würde ich mit dem eingangs erwähnten Kartuschenkocher, batteriebetriebenem Radio und einer Campinglaterne abdecken. Dafür brauchts keine Expeditionsausrüstung aus Titan und Carbonfaser. Hab ich nen Balkon oder ein eigenes Dach, brauche ich auch keine falt- oder rollbaren Solarpanels. Dann tuts ein normales Glasmodul. Usw.

    Will ich Notfallausrüstung ins Auto packen, muss ich auch nicht auf jedes Gramm achten und kann mit solider Basisqualität aus dem Discounter schon was anfangen. Da tuts dann auch ein Kunstfaserschlafsack für 19,99.

    Möchte ich alles Notwendige mit dem Fahrrad oder im Rucksack über weite Strecken transportieren, steigen die Anforderungen: möglichst leicht, kleines Packmaß und so robust wie möglich. Da kann man sich dann beliebig austoben und preislich gibt es keine Grenzen nach oben. Aber je ausgefeilter die Sachen dann sind, um so erklärungsbedürftiger ist dann auch ihre Benutzung und bei Fehlbedienung gibts gerne mal (sehr teuren) Bruch.


    Grüsse

    Tom

  • Zu deiner ursprünglichen Frage ...

    Es kommt auf den Zeitraum deiner Planung an. Wenn deine Planung 2 bis 3 Wochen beinhaltet, dann sind mehrere günstige Teile durchaus eine Alternative. Es kommt auch darauf an ob du das Teil nur im Notfall oder dauernd brauchst. Bei dauernder Benutzung ist etwas höherwertiges sicher besser geeignet.


    Ich selber haber oftmals mit günstigen Sachen angefangen und wenn ich gemerkt habe das es an die Grenzen des Teiles geht, dann habe ich mir etwas Hochwertiges besorgt und das Günstige dann als Backup auf die Seite gelegt. Insgesamt bin ich mit der Strategie durchaus gut gefahren.


    Wobei günstig nicht unbedingt schlecht sein muss. Manche Discounter haben da nette Sachen, halt ein Vorjahresmodell oder eine komische Farbe oder etwas wiegt 500g mehr als üblich. Aber wenn du nicht auf solche Feinheiten achtest, dann kannst du auch dort tolle Schnäppchen ergattern.

  • ...

    Wenn man mit der "Prepperei" anfängt, denkt man oft, man braucht alles Mögliche und das gleich. Morgen geht die Welt unter.


    Zunächst mal über ein oder mehrere ev. wahrscheinliche / mögliche Problem-Szenarien nachdenken und die Eintrittswahrscheinlichkeit versuchen abzuschätzen, und dann langsam und überlegt anfangen.

    ...

    Hey Udo


    Dank deiner Beschreibung fühlte ich mich wieder an meine Anfänge erinnert.

    Man könnte meinen, du hast mich damals heimlich beobachtet. ;)

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Hallo Chuck,


    ich denke dann könnten wir zusammen fast sowas wie eine "Selbsterfahrungsgruppe" aufmachen ;)

    Ich wette wir würden von "unserer Sorte" hier noch ein paar finden, die da mit reinpasen würden....


    Gruss, Udo

  • Hallo zusammen,

    Ich stehe auch noch am Anfang und habe mich in dem Satz tatsächlich ein wenig wieder gefunden. Es gibt ja schon einige Sachen.

    Mir fällt es auch noch schwer zu selektieren, was jetzt wirklich nötig ist und was nicht.

    Bevor ich mir unüberlegt alles anschaffe, erstelle ich mir denke ich erstmal eine Liste mit dem was ich wirklich brauche. Natürlich kann ich mir auch nicht alles sofort zulegen. Ich möchte schließlich auch auf ausreichende Qualität achten.

    Irgendwo habe ich schon gelesen, dass das Preppen ein Prozess ist, vor allem in den Anfängen. Ich denke da ist was dran, oder?


    In diesem Forum erfährt man auf alle Fälle jede Menge Tipps. Da muss ich mich noch intensiver mit beschäftigen. Danke euch für die Beiträge.

  • Irgendwo habe ich schon gelesen, dass das Preppen ein Prozess ist, vor allem in den Anfängen. Ich denke da ist was dran, oder?

    Wir haben mit den Lebensmitteln angefangen.

    Dafür habe ich ca. 500 Einkochgläser verschiedener Größen und 2 Einkochautomaten mit Entsafteraufsatz per Container kommen lassen.

    Dieses Geld war m.M. nach sehr gut angelegt.

    In der Küche wurde ein 5-Flammen-Kochfeld eingebaut ( Gasflasche draußen in einem extra angebauten Häuschen )

    Als Notnagel haben wir im Depósito noch einen Brasero, auf dem wir mit Holz oder Holzkohle kochen können.

    Für Licht bei Stromausfall ( leider nicht so selten bei uns ) haben wir LED-Lampen.

    Momentan bereiten wir das nächste Projekt vor: die Installation eines 2500-Liter-Tanks, aus dem bei Stromausfall das Wasser drucklos ins Haus geleitet wird. Gleichzeitig wird ein neues Depósito vor dem Haus gebaut.

    Das Material ist bestellt und sobald es da ist, wird angefangen.

    Das nächste Projekt wird dann ein Generator sein.

    Immer dann, wenn genug Geld da ist, wird weitergepreppt.

    Lache das Leben an, und es knurrt zurück. ( Jean Paul )