• Hallo, was eignet sich als ersatzheizung? Also ich möchte jetzt kein Feuer in der Wohnung machen. Aber Elektro und Gas kann ich mir vorstellen. Gibt es hier einen Vergleich bzgl kosten und Nutzen?


    Danke


    Andre

  • Vorteile Elektro :

    - Preiswerte Heizlüfter verfügbar

    - Steuerung (Thermostat, Zeitschaltuhr) üblich eingebaut

    - Für (geschlossenen) Innenräume zugelassen

    - Emittiert keine Feuchtigkeit und keine Abgase


    Nachteile Elektro :

    - Netzversorgung notwendig

    - bzw. eine Ineffiziente Heizart bei Ersatzversorgung (PV, NEA)


    Vorteil Gas:

    - Netzautark

    - Höhere Heizleistungen gegenüber ortsveränderliche Elektoheizer


    Nachteile Gas:

    - Für Innenräume zugelasse ortsveränderliche Gasheizungen sind am Markt weniger verfügbar bzw. teurer durch

    - mehr erforderliche Sicherheitsmechnismen wie Sauerstoffmangelsicherung

    - Emittiert Wasserdampf und Abgase.

    Abgase enthalten überwiegend Kohlendioxid, bei unsauberer Verbrennung aus Kohlenmonoxi d.

    - Anforderungen an die Sicherheit des Brennstoffvorrates (Gaslagerung)

    - Die Kosten pro kWh liegen bei Flüssiggas in transportable Druckgasbehältern (vulg. Gasflaschen) höher als die für die kWh Strom.


    Einige Einschränkungen und Probleme der Gasheizungen lassen sich umgehen, indem die Verbrennung außerhalb geschlossener Räume stattfindet und dem zu beheizenden Innenraum nur die Warmluft zugeführt wird.

    Stichwort Standheizung (Gas oder Diesel)

    In Groß findet dieses Prinzip auch bei Zeltheizungen für Großzelte (Veranstaltungen, Armee, Hilfsorganisationen).


    Lies aber bitte auch diesen aktuellen Thread zum Thema Ersatzheizungen in Wohnungen


    Wohnung heizen durch Badentlüftung?

  • Die einzige halbwegs sichere Ersatzheizung dürfte ein Kaminofen sein. Setzt aber einen passenden Kaminanschluss voraus und einen Ofen und Brennholz. Auf dem Land weit verbreitet, in Stadtwohnungen eher nicht, teilweise sogar verboten (z.B. in Stuttgart je nach Quartier).

    Für die kaminlose Wohnung bleibt eigentlich nur eine Elektroheizung ich würde einen "Ölradiator" empfehlen). Damit kann man einen nicht allzugroßen Raum durchaus beheizen. Aus meiner ehrenamtlichen Arbeit mit Geflüchteten kenne ich eine weitere Heizmöglichkeit: den elektrischen Backofen... Auf 250°C bei Umluft stellen und die Klappe aufmachen. Die Heizleistung liegt über der eines Ölradiators. Aber nicht ganz ungefährlich mit Kindern und Haustieren. Elektroheizungen setzen natürlich voraus, dass man noch Strom hat. Und ein gewisses Budget: 2kW-Radiator im Dauerbetrieb macht ca. 7 Euro Heizkosten pro Tag.


    Von allen anderen Heizmöglichkeiten mit offener Flamme in Innenräumen würde ich die Finger lassen. Auch Kerzen/Teelichte verzehren Sauerstoff und produzieren zudem ziemlich viel ungesunden Ruß als Feinstaub. In kritischen Situationen (z.B. Säugling droht zu unterkühlen) lieber zum Aufwärmen ins Auto vor den Haus sitzen und den Motor ne Stunde laufen lassen, kann man nebenbei noch elektrische Geräte betreiben und aufladen. Ist zwar nicht umweltfreundlich, aber vom Spritverbrauch her überschaubar: im Stand brauchen PKWs so um die 0,5-0,8l pro Stunde. Mit vollem Tank kann man das so 70-100h lang machen. Keinesfalls sollte man das mit dem Auto in einer Garage oder einem Parkhaus machen.


    Grüsse

    Tom

  • Aus meiner ehrenamtlichen Arbeit mit Geflüchteten kenne ich eine weitere Heizmöglichkeit: den elektrischen Backofen... Auf 250°C bei Umluft stellen und die Klappe aufmachen.

    Habe ich, als ich noch zur Miete gewohnt habe, bei Heizungsausfall auch schon gemacht. Funktioniert tadellos, wenn die Wohnung halbwegs kompakt geschnitten ist.

    Einmal editiert, zuletzt von Asdrubal () aus folgendem Grund: Typo

  • Vielleicht noch ein Tipp zur Sparsamkeit, wenn man schon mit Strom heizen will/muss:


    Ein Heizstrahler kann die Hitze viel besser da konzentrieren, wo man sie braucht.

    Mein 400-Watt Heizstrahler(chen) an den Füßen ist gefühlt wärmer als ein 2000-Watt Heizlüfter für die ganze Werkstatt.



    Nick