Telepolis: Stromversorgung massiv gefährdet

  • Mit dem aktuellen Durchschnittspreis von 33,9 Cent/kWh kostet das den 4-Personen-Haushalt mit durchschnittlich 3.000kWh/a rund 1.000 Euro/Jahr. Bei Neubauten werden fast nur noch E-Heizungen realisiert (in Form von Luft-Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser). Je 100qm Wohnfläche rechnet man mit 6.000kWh/a Stromverbrauch durch die WP. Das macht dann 3.000 Euro Stromkosten für eine 100qm-Behausung.

    Die Zahlen stimmen nicht. Weder kostet der WP Strom 33,9ct/kWh, noch braucht man für 100m² im Neubau 6.000kWh Strom.


    Selbst bei 50kWh/m² Wärmebedarf und Jahresarbeitszahl 4 sind das "nur" 1.250kWh/100m². Der Warmwasserbedarf liegt bei ca. 3.000kWh Wärme pro Jahr für einen 4-köpfigen Haushalt, mit Wärmepumpe sind das weitere 1.000kWh Strom pro Jahrfür das Warmwasser.

    Haushaltsstrombedarf hat man so oder so, mit Pelletheizung eher merklich mehr.


    Ich komme also auf Stromkosten (ohne Haushaltsstrom) von 600-700 Euro pro Jahr für 4P auf 100m².


    Mit einer PV Anlage lässt sich beim Warmwasser klug gemacht noch 80-90% einsparen, beim Haushaltsstrom ca. 30%, bei Heizstrom vielleicht 10-20%.


    Mit der Wärmepumpe als gesteuerte Last gehen ich nicht davon aus, dass die Stromkosten dafür sonderlich steigen werden.


    Eine Pelletzentralheizung macht in einem EFH Neubau finanziell überhaupt keinen Sinn. Ich halte das auch ökologisch für unklug, die verfügbare Holzmenge ist berenzt, wir sollten pellets dort klug einsetzen, wo es wenig Alterantiven gibt, z.B. in manchen Denkmälern.

  • Die Luftwärmepumpe mit einer AZ von 4 zeig mir bitte. In der Praxis sind selbst bei Erdwärmesonden Arbeitszahlen von 3 ein Traumwert. Bei Luftwärmepumpen sind durchschnittliche Arbeitszahlen von 2,6 leider die Realität. Siehe hier: 2jähriger Praxistest verschiedener WP-Systeme.


    Zum Strompreis in D;

    "Eine Kilowattstunde kostete nach Angaben der Bundesnetzagentur in diesem Jahr 32,05 Cent." (gemeint ist das Jahr 2020, Quelle: tagesschau.de)


    "Die Experten des Vergleichsportals Verivox haben jüngst den aktuellen Strompreis pro Kilowattstunde (kWh) ermittelt, basierend auf die Kurse der örtlichen Grundversorger. Im Januar 2021 erreicht der Strompreis demzufolge ein Allzeithoch: Satte 33,77 Cent pro kWh kommen auf Verbraucher zu." (Quelle: computerbild.de)


    Reine Wärmepumpen-Stromtarife liegen je nach Stromverbrauch knapp unter 30 Cent (es sei denn, man verbraucht deutlich mehr als 6.000kWh WP-Strom, dann liegt man bei 26 Cent)


    Bitte unterstell' mir nicht, ich würde haltlose Behauptungen aufstellen.

    Einmal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • Das ist eine Untersuchung an sehr effizienten Gebäude, die heizen prakisch nur noch im Winter (daher sind hier AZ der Luft-WP naturgemäß geringer, aber der Stromvebrauch wäre dennoch noch deutlich kleiner als von uns hier diskutiert)

    und die weitaus ieffizientere Warmwasserbeeritung macht hier ebenfalls einen überproportionalen Anteil aus.


    Die BAFA fördert ab eine JAZ von 3,3 und das ist der Mischwert aus Heizung und WW. Die haben sich diese Werte ja nicht einfach so asu den Finger gesaugt. Man kann davon ausgehen, dass ein Großteil der Systeme das prinzipiell nicht nur erreicht, sondern sogar überschreitet. Ich habe mit 4 für die Heizung (in einem Gebäude das auch in der Übergangszeit noch heizt) und 3 fürs WW gerechnet.


    Ebenfalls Fraunhofer:


    https://www.waermepumpe.de/upl…ht_immer_entscheidend.pdf


    "...Die Er-gebnisse des „WP Monitors“ haben gezeigt, dass die durchschnittlichen Jahresarbeitszahlen weiter steigen: Für neu installierte Erdwärmepumpen haben wir eine Arbeitszahl ermittelt, die im Durchschnitt mittlerweile bei 4,3 liegt. Die Effizienz von neu installierten Luft/Wärmepumpen stieg auf eine durchschnittliche JAZ von nun 3,2..."


    Das war stand 2013 und berücksichtigt eben die Mischung aus Heizwärme und Warmwasser. Gerade mit einer PV Anlagebraucht man fürs WW so gut wie keinen Netzstrom mehr, die möglichen solaren Deckungsraten sind weitaus höher als mit Solarthermie.


    Und im übrigen: Es gibt (meist) auch die Option eine Erwärmepumpe zu installieren, wenn einem die Luft-WP zu ineffizienterscheint. Die ist halt teurer, aber teurer als eine automatische Pelletheizung idR nicht.


    Wer für seine Wärmepumpe den Grundversorger(!)Tarif des örtlichen Versorgers wählt, den sind seine Stromkosten ja ganz offensichtlich vollkommen egal.


    Ich bleibe dabei: Deine Rechnung ist für einen Neubau nicht ansatzweise zutreffend.


    Meine These: Würden sich die Leute um ihren Strompreis Sorgen machen dann wüssten sie, wieviel sie vebrauchen, wofür sie es hauptsächlich verbrauchen und wieviel sie dafür bezahlen. Lass und auf die Sraße gehen und x-beiebige Leute fragen. Ich sagem 90% können die drei Fragen nicht halbwegs richtig beantworten. Wahrscheinlich eher 95%.


    Ich bin im Vorstand eines Kleingartenvereins. Was denkst Du, wieviele Leute aus allen Wolken fallen, wenn sie die erste Stromabrechnung bekommen, nachdem sie sich die billigste Poolpumpe gekauft haben, die sie finden konnten.


    MfG

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Sind die Dinger dann Schrott oder können die bei einer Wiederversorgung (sagen wir mal nach 3 Wochen) einfach so wieder ihren Betrieb aufnehmen?

    So wie bei anderen Dingen kann ich das Problem mit ölgekühlten Trafo´s mal aus der Recycling Perspektive beleuchten,mir hat das mal im Zusammenhang mit der Entsorgung von mehreren Trafo`s mal jemand von der SVO so erklärt :

    Das Öl das zur Kühlung und Isolierung eingesetzt wird unterliegt einem Alterungsprozess,es nimmt dabei Kaliumhyroxid auf.
    Das ist stark alkalisch,erhöht die korossive Wirkung besonders auf den Papieranteil der Zwischenisolierungen.
    Meist wird dem durch eine regelmässige Zugabe von Additiven vorgebeugt eine Art "Auffrischung" des Öles.
    Dies kann unter Last erfolgen,der Trafo wird dazu nicht abgeschaltet.
    Jede Abschaltung und ein "wieder hochfahren" des Trafo`s z.B. bei einer Reparatur oder einem Ölwechsel lässt denTrafo schneller altern,auf Grund des Eintrages von Sauerstoff ( Luft) und der Luftfeuchte nimmt das Papier in den Zwischenlagen schaden. Daher wird ein Ölwechsel nur bei der Reparatur eines Schadens mit vorgenommen. Ansonsten nur die Additivzugabe bei einer Wartung.


    In dem Zusammenhang hat man mir noch erzählt das Trafo`s bei längerer Lagerung in einer Art Leerlaufspannung gehalten werden um die Korosionsbildung zu vermeiden. Alternativ dazu kann man auch die Hohlräume über dem Sollstand mit Stickstoff füllen,eben um den Eintrag von Wasser / Sauerstoff aus der Luft zu vermeiden. Dazu ist gleichzeiting eine periodische Überwachung und Analyse des Öls nötig.
    Macht man das so nicht nehmen die Dinger schweren Schaden.

    Denkt man diese Info mal im Umkehrschluss durch könnte man sagen das man bei dem Zeitraum von mehreren Monaten bis Jahren geredet hat,ob die Geräte dann schon nach "einer Woche" Untätigkeit beim Wiedereinschalten abbrennen ? So weit ins Detail sind wir da nicht gegangen.

    Die Geräte die ich damals zur Entsorgung übernommen habe standen etwa 7 Jahre ohne die o.g. Massnahmen,dadurch definitiv unbrauchbar geworden.

    Ausgelöst hatte meine genaue Fragestellung nach dem Öl der Gedanke nach der Entsorgung ( bzw. auch der Gedanke das man das Zeug - weil so herrlich dünnflüssig - einfach im Auto durchrattert )


    Jedenfalls hatte ich beim Zerlegen immer einen gewissen "Brandgeruch" in der Nase,und die Papierlagen liessen sich nicht mehr abwickeln - die sind bei Berührung schon zerbröselt ! Die Lange Lagerzeit hatte den Dingern definitiv nicht gut getan !


    Ich werde bei Gelegenheit mal meine Trafo-Quelle dazu weiter befragen.

  • Das mit dem Öl wäre mir neu. Bin zwar kein Trafospezialist, aber ich kann mir das rein technisch nicht vorstellen. Trafos sind normalerweise passiv gekühlt (Konvektionskühlung), das Trafoöl kommt beim Erwärmen in ein Ausgleichsgefäß, wo es dann später (wenn das Öl wieder abkühlt) zurück in den Trafo fließt.

    Mag sein, dass es spezielle Typen gibt, die aktiv gekühlt werden. Ist aber im EVU-Umfeld mWn nicht im Einsatz.


    Daher wage ich mal eine vorsichtige Prognose: Nein, der Blackout an sich wird einen Trafo nicht zerstören.


    Zum vorherigen Post: Falls sich das mit den privatwirtschaftlichen Unternehmen auf Netzbetreiber bezieht: Zumindest bei uns in Österreich wird alles, was eine gewisse Marge überschreitet (mWn 6%) automatisch im Folgejahr vom Regulator abgeschöpft. Sparen auf Kosten der Netze bringt also langfristig nichts, weil irgendwann muss man die Infrastruktur ja trotzdem in Stand halten - weil ohne Netz keine Einnahmen. Und ob diese Kosten zur Gänze vom Regulator genehmigt werden, lässt sich im Vorhinein nicht sagen. Trotzdem muss das Netz aufrecht erhalten werden (ein natürliches Monopol hat auch Nachteile!).


    Wie man die Energiewende ohne Speicher schaffen will? Gar nicht. Deutschland bräuchte zig GW an Speicherkapazität. Und selbst das wird nicht reichen! Mit dem Atom- und Kohleausstieg fällt nämlich die Momentanreserve (rotierende Massen) quasi weg. Die Momentanreserve ist aber das, was in den ersten Sekunden das Stromnetz stabil hält, auch ohne irgend welche aktiven Eingriffe.

    Die ersten Kraftwerke der Primärregelung setzen aber frühestens nach 30 Sekunden ein. Bis dahin ist das Netz aber bereits weg.

    Einen ersten Vorgeschmack darauf haben wir bereits am 8. Jänner gehabt: Obwohl gerade Winter ist und demnach viele thermische Kraftwerke am Netz waren, ist durch den Vorfall in Kroatien die Leistung extrem weit abgesackt. Ein Anzeichen dafür, dass bereits jetzt zu wenig rotierende Massen im Netz sind, um Ausfälle solchen Ausmaßes wie bisher gewohnt kompensieren zu können.

    Passiert so etwas in zwei Jahren noch mal, sind wir ziemlich sicher finster!


    Um die rotierenden Massen kompensieren zu können gibt es zwei Möglichkeiten: Diese schlicht weiter laufen zu lassen (z.B. durch einen Elektromotor angetrieben, wenn das restliche Kraftwerk schon lange abgebaut ist), oder mehrere GW an Akkuspeicher zu installieren (Größenordnung: ca. 4 GW?!?).


    Hinzu kommt, dass momentan ja kaum PV und Wind wehen. Deutschland hat eine Grundlast von ~50 GW und eine Spitzenlast von ~80 GW (Größenordnung). Jetzt gibt es aber momentan Tage, wo Wind, PV und Wasser zusammen keine 10 GW bringen. Teilweise nur die Hälfte. Biomasse kann eine gewisse Grundlast (~4,5GW) liefern.

    An schwachen Tagen können also gut bis zu 70 GW (und mehr) an Leistung fehlen. Und das nicht nur über Stunden, sondern bis zu 14 Tage!

    Derzeit gibt es Gaskraftwerke mit einer theoretischen Gesamtleistung von ca. 33 GW. Dazu müssten aber alle Kraftwerke verfügbar sein und mit maximaler Leistung laufen.

    Hinzu kommen noch Importmöglichkeiten von 18,5 GW (Kapazität der Netzanbindung von D ins Ausland). Und auch hier müsste das Ausland diese Strommengen liefern können (wobei Frankreich, Österreich, Benelux und Schweden im Winter das eher nicht tun werden können, so viel sei schon verraten. Gerade Frankreich ist ja traditionell eher umgekehrt auf Strom aus Deutschland angewiesen als selbst aushelfen zu können...).

    Und, last but not least: Es gibt ca. 11,5 GW an Speicherkapazität in Deutschland. Theoretisch, weil nicht alle Speicher derzeit einsatzfähig sind.


    Selbst unter der optimistischen Annahme, dass sowohl die Gaskraftwerke als auch das Ausland zufällig gerade maximal Strom liefern können und alle Speicher verfügbar und voll geladen sind: Es fehlen immer noch ~ 10 GW an Leistung. Die eben derzeit nicht kompensierbar sind!

    Und die meisten Speicher sind nach wenigen Stunden leer!

    Batteriespeicher sind ja nur ohnehin nur für kurzzeitige Überbrückungen gedacht. Die Hornsdale Power Reserve in Australien (dzt. der weltgrößte Netzakku mit 150 MW Leistung und knapp 200 MWh Kapazität) kann eine gute Stunde Strom liefern, dann ist er auf 100 % DoD bzw. 0 % Restkapazität.


    Als einziger Ausweg bleibt also, in den kommenden zwei Jahren ~50 Groß-Gaskraftwerksblöcke (á la 1 MW) zu errichten. Die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich passiert, mag sich jeder selber ausrechnen.



    Falls sich wer die Zahlen selbst anschauen will: Unter https://www.agora-energiewende…on/01.01.2021/16.02.2021/ (den Zeitraum kann dann ja jeder selbst wählen) kann man sich schon mal einen groben Überblick über das aktuelle Desaster verschaffen. Falls sich jemand wundert, dass in Summe mehr Strom produziert als konsumiert wird: Damit hilft Deutschland aktuell gerade jenen Nachbarn, die dann ab 2023 das eigene Politikversagen ausgleichen sollen...

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Seltsam. Das selbe Fraunhofer-Institut kommt in anderen Studien zu anderen Ergebnissen:

    Zitat von https://www.energie-experten.org/heizung/waermepumpe/waermepumpenheizung/test

    Die 29 Außenluft-Luft/Wasser-Wärmepumpen zur Raumheizung und Trinkwassererwärmung erreichten im Wärmepumpen-Test Jahresarbeitszahlen (JAZ) von 2,5 bis 3,8. Der Mittelwert der Wärmepumpen-JAZ lag bei 3,1. Die Erdwärmepumpen schnitten im Test wie zu erwarten besser ab: Deren JAZ im Gebäudebestand lag zwischen 3,3 und 4,7 bei einem Mittelwert von 4,1. Die hohen Arbeitszahlen belegen, dass Wärmepumpen auch im Altbau effizient eingesetzt werden können.

    Zum Energiepreis: Da der Tarif der Grundversorger so was wie den Maximalwert darstellt, sind die ~34 ct/kWh als absolute Obergrenze anzusehen. Ein normaler Stromkonsument kann sich locker 3 bis 5 ct/kWh ersparen. Realistischer sind somit ~ 30 ct/kW (und das auch nur in D; in Ö schaut die Welt nochmal um ein ganzes Stück besser aus).

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  • wie die Energiewende stromintensive Industrien betrifft wenn durch Karaftwerksschließungen die Netzanbindung zum nächsten Versorgungskraftwerk länger wird.


    https://www.welt.de/wirtschaft…hr-naechstes-Problem.html

    Hätte natürlich den Vorteil das diese Sparte dann aus Deutschland abwandert und wir noch weniger CO2 raushauen, Plansoll erfüllt. Blöd nur das dann auch Arbeitsplätze und Steuereinnahmen flöten gehen, macht aber nix auf dem Weg zur Weltenrettung.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Als einziger Ausweg bleibt also, in den kommenden zwei Jahren ~50 Groß-Gaskraftwerksblöcke (á la 1 MW) zu errichten. Die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich passiert, mag sich jeder selber ausrechnen.

    Deutschland verfügt aktuell unter anderem über 44GW an Kohlekraftwerksleistung, 9GW Öl und sonstige.


    Diese 53GW hast Du bei Deiner Auflistung für die nächsten 2 Jahre schon mal vergessen.


    https://www.bundesnetzagentur.…kraftwerksliste-node.html


    Ich verstehe die Diskussionen dazu eh nicht. auf den Seiten der BNetzA finden sich gute Informationen und fundierte Prognosen und Analysen zu dem Thema. Ich bezweifle, dass es irgendjemanden gibt, der das besser weiß und einschätzen kann als die Leute der BNetzA. Komischerweise macht aber jeder landauf, landab seine eigene wilde Rechnung.

    3 Mal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Mea culpa. Gemeint waren natürlich zwei Jahrzehnte (also bis 2038). :flushed_face:


    Aber: Im Prinzip geht es ja genau um diese Kraftwerke: Wenn bis 2038 der Kohleausstieg kommt, muss diese Leistung ersetzt werden. Wobei die Kraftwerksliste der BNA in der CSV-Version übrigens andere Werte ergibt...

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  • Die Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang beim Stromverbrauch weltweit geführt. Das wiederum hat vor allem Kohlekraftwerke aus dem Markt gedrängt: Pandemie verdrängt Kohle aus dem Markt (Quelle: spektrum.de)


    Demnach sank der CO2-Ausstoss im Stromsektor in Indien, USA und Europa ggü. 2019 um bis zu 50%. Der Grund wird darin gesehen, dass fossile Kraftwerke ihren Brennstoff (teuer) einkaufen müssen, während Wind- und PV-Anbieter keine Brennstoffkosten haben. Deshalb werden bei sinkender Stromnachfrage und gleichzeitiger Verfügbarkeit von Erneuebaren zuerst die Kraftwerksarten heruntergefahren, die mit teuren Brennstoffkosten einhergehen.

  • Der Grund wird darin gesehen, dass fossile Kraftwerke ihren Brennstoff (teuer) einkaufen müssen, während Wind- und PV-Anbieter keine Brennstoffkosten haben. Deshalb werden bei sinkender Stromnachfrage und gleichzeitiger Verfügbarkeit von Erneuebaren zuerst die Kraftwerksarten heruntergefahren, die mit teuren Brennstoffkosten einhergehen.

    Interessante Auslegung. Zumindest hierzulande wird die Einspeisevergütung für PV und Wind eher über den Brennstoffkosten für Wärmekraftwerke liegen. Dass man PV und Wind nicht herunterfährt, liegt wohl eher daran, dass das bei kleinen Anlagen gar nicht geht und bei großen Anlagen ggf. Schadenersatzplicht besteht.

  • In Europa macht der Kohle vor allem der vergleichsweise höhere CO2 Preis von nunmekher 30€/t zu schaffen.


    Wenn das mal dauerhaft auf 50-60€/t steigt ist die Kohle auch bei uns tot so wie in UK ja schon passiert.


    Die Errichtung von 50GW an Gaskrafwterkskapazität innerhalb von 20 Jahren sehe ich als gut möglich.


    Mal so als Vergleichsgröße: Der Bund plant bis 2030 5GW an Elektrolyseuren und im Vergleich dazu sind Gaskraftwreke nun wirklich sehr easy.


    ---


    EEG Strom hat hierzulande Einspeisevorrang.

  • Dass die Errichtung von Gaskraftwerken technisch vergleichsweise einfach ist (va. wenn man auf GuD, FW-Auskoppelung und sonstige Spielereien verzichtet, die man bei für den Dauerbetrieb ausgelegten KW üblicherweise macht), ist unbestritten.


    Ich bin nur auf den Politiker gespannt, der sich aufs Rednerpult stellt und den FFF-Kids erklärt, dass jetzt Milliarden an Steuergeldern dafür verwendet werden, kalorische Kraftwerke zu errichten!


    Ich sag' nur: Bayern und Südostlink: Eigentlich vom Freistaat bitter benötigt, aber aus wahltaktischen Gründen blockiert...

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Wenn das Thema 100% EE weiter so halbherzig angegangen wird, sehe ich da auch massive Probleme, aber nicht weil es technisch-Meer Finanziell nicht möglich ist.


    Braunkohletagebau, Sie Endlagerung, castor- Transporte etc. Werden auch nicht aus dem Strompreis finanziert.

    Klimarettung ist ein höheres Ziel und jeder Tonne co2 verursacht langfristig kosten von 200-500 Eur ( die Studien liegen dazu weit auseinander)


    Was man an Akkuspeicher einspart, muss man an Gaskraftwerk bauen. Bei einem reinen Spitzenlast-/ notkraftwerk kostet die MWh Strom dann aber soviel, dass man gleich einen Speicher hinstellen kann.


    Regelbare Lasten sind dagegen vergleichsweise billig.

    Im zeitgemäß gedämmten Haus kann man die Heizung auch zu Zeiten laufen lassen, wo weniger Strombedarf ist.


    Leider wird das in der Auslegung zu wenig berücksichtigt und man geht von immer verfügbarem Strom aus.


    Zum Thema Strompreis: der bundesweit zum identischen Preis verfügbare naturstrom kostet 28,95 ct je kWh und enthält 1 ct je kWh Ausbau EE. Wer mehr zählt, ist zu faul oder zu dumm.



     Verbrau / kWh

  • Was man an Akkuspeicher einspart, muss man an Gaskraftwerk bauen. Bei einem reinen Spitzenlast-/ notkraftwerk kostet die MWh Strom dann aber soviel, dass man gleich einen Speicher hinstellen kann.



     Verbrau / kWh

    Nein.


    Eine Gasturbine/ Gasmotoren kostet unter 500€/kW.


    Selbst wenn die nur 200h pro Jahr während einer Dunkelflaute läuft sind das dann unter 500€ pro umgesetzte 200kWh, also unter 2,50€/kWh pro Jahr.


    Ein Akku-Flautenspeicher kostet 500€/kWh und die Kapazität muss eben diese 200stündige Flaute überbrücken (im Grunde sogar noch mehr, weil man einen Risikopuffer braucht). das ist um den Faktor 200 teurer und die Lebensdauer das Akkus wird auch noch geriner sein.


    Der Ressourcenaufwand für einen solchen Akku-Flautenspecher wäre extrem, entsprechend katastrophal die Ökobilanz.


    MfG

  • Akkuspeicher für 14 Tage ist antürlich unsinn.

    Richtig!



    Akkuspeicher müssen max 1 Tag überbrücken können.

    Auch richtig. Aber nur wenn man genug Gaskraftwerke für länger dauernde Szenarien vorhält.


    Daraus folgt: Akkuspeicher machen durchaus Sinn, z.B. in Krankenhäusern wo es in gewissen Bereichen einfach keine Unterbrechung der Stromversorgung geben darf. Danach springt halt der Generator an.

    Wie groß müssten deiner Meinung nach Batteriespeicher für ein mittelgroßes Krankenhaus ausgelegt sein, um die Versorgung in allen Bereichen auch nur für einen Tag zu gewährleisten?


    Zitat: Rund 6.000 kWh Strom und 29.000 kWh Wärme: Das ist der durchschnittliche Energieverbrauch in deutschen Krankenhäusern – pro Bett und Jahr.


    Und jetzt nehmen wir an das dieses Krankenhaus nur 365 Betten hat.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

    Einmal editiert, zuletzt von Miesegrau ()

  • Zitat: Rund 6.000 kWh Strom und 29.000 kWh Wärme: Das ist der durchschnittliche Energieverbrauch in deutschen Krankenhäusern – pro Bett und Jahr.


    Und jetzt nehmen wir an das dieses Krankenhaus nur 365 Betten hat.

    Mit Krankenhäusern hab ich mich noch nicht beschäftigt, aber bei 2,19 GWh Jahresverbrauch Strom und 10,585 GWh Wärme würde ich erstmal bei der Optimierung des Verbrauchs ansetzen.


    Zitat von Miesegrau


    Auch richtig. Aber nur wenn man genug Gaskraftwerke für länger dauernde Szenarien vorhält.

    Die vorhandenen 30 GW GAs + die 4 GW Öl (Quelle: Bundesnetzagentur) als Notfallreserve reichen in Kombination mit 30-40 GW Redox flow oder anderen Mehrwochenspeichern aus.

  • Akkuspeicher für 14 Tage ist antürlich unsinn. Akkuspeicher müssen max 1 Tag überbrücken können. Eher 6-12h

    Kosten für Redox-Flow-Batterien auf 25 US-Dollar pro kWh


    Bei Redox flow kostet eher die abrufbare Leistung, aber da reichen bei entsprechendem Kurzzeitspeicher mti Akkus 30-40 GW

    Ich hatte 2020 die Fördernanträge von vier großen Speichern der Multimegawattklasse auf meinem Schreibtisch liegen, ich glaube daher recht gut zu wissen, was die Dinger real kosten.


    Natürlich baut man keinen Akkuspeicher für die Dunkelflaute, sondern Gaskraftwerke. Du hattest das doch angezweifelt, oder hab ich Dich missverstanden?


    Für die Tagesschwankungen sind Speicher aktuell nicht rentabel, da ist mehr Flexibilität in der Residuallast (bieten Gaskraftwerke) und Abregeln billiger, langrsitg wird man aber einen kleinen Teil des Solarstroms vom Tag in die Nacht und einen kleinen Teil des Windstroms von der nacht in den tag speichern, aber heute ist das nicht wirtschaftlich.


    MfG


    PS. Auch zu zwei Vanadium basierten Redox-Flow Baterien eines österreichischen Anbieters habe ich Betriebdaten, das ist alles sehr wenig überzeugend.


    PPS: akkuspeicher sind heute bdingt rentabel in der PRL (begrenzter Markt), in UK in der Momentregelung (wird in entso-e wohl auch kommen), man tetstet als Netzbooster. Sekundärnutzen könnte sein Schwarzstratfähigkeit und Load-Shifting, wenn das am Standort passt. Arbitragemarkt ist vorerst tot.

    Solarheimspeicher sind grandios unwirtschaftlich aus volkswirtschaftlicher Sicht, profitieren aber aktuell enorm davon, dass sie die Kosten auf andere wälzen können.

  • Wie groß müssten deiner Meinung nach Batteriespeicher für ein mittelgroßes Krankenhaus ausgelegt sein, um die Versorgung in allen Bereichen auch nur für einen Tag zu gewährleisten?


    Zitat: Rund 6.000 kWh Strom und 29.000 kWh Wärme: Das ist der durchschnittliche Energieverbrauch in deutschen Krankenhäusern – pro Bett und Jahr.


    Und jetzt nehmen wir an das dieses Krankenhaus nur 365 Betten hat.

    Ein 6MWh Speicher ist kein Ding der Unmöglichkeit. Ich sehe aber eher einen 0,25MWh Speicher für 1 Stunde und dann 2 Flüssiggasgeneratoren/BHKW.


    Das Süd-Ost und Westach natürlich voll mit PV, Norddach begrünen, einfach schon aus Prinzip.


    Flüssiggas deshalb, weil man dann auch große Vorräte lagern könnte, die man eben nicht jedes Jahr verbrennen muss, damit der Treibstoff nicht schlecht wird.


    Heute macht mans aber mit Diesel, hält aber auch keine Mengen vor, mit denne ich als Prepper zufrieden wäre. Ich würde die Vorräte in einem KH bei wenigstens 14 Tagen Notbetrieb sehen.


    Der hohe Wärmebedarf erstaunt. Ich steck da nicht drin, was da eigentlich möglich sein sollte.


    MfG