Off-Topic: Langer Marsch und kurzer Fall

  • Die Chinesen haben ja mit ihrer Lastrakete "Langer Marsch" ihren Weltraumkrempel für die eigene

    Weltraumstation am 29.04. ins All geschossen.


    https://www.tagesschau.de/ausl…odul-raumstation-101.html


    Das Modul wurde gut hoch-befördert allerdings ist der Lange Marsch jetzt im Arsch wo er seinen Zweck erfüllt hat. Der Raketenkörper ist ca. 30m lang, hat 5m im Durchmesser und wiegt bummelig 21 Tonnen. Im Augenblick gehen einige Wissenschaftler davon aus, dass der Restmüll unkontrolliert in den nächsten Tagen oder Wochen zur Erde zurückkehren wird mit unbekanntem Ausgang was da so an Masse des Objektes den Wiedereintritt überstehen wird.


    Wer Lust hat den Raketen(rest)körper zu verfolgen wird hier fündig:


    https://www.n2yo.com/satellite/?s=48275


    AndreasH : im Augenblick ist das Teil gerade auf Kurs in deinen Vorgarten der Sommerresidenz.


    B3B2DDDA-7194-4627-8E94-2FE82DEA5F04.png

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • im Augenblick ist das Teil gerade auf Kurs in deinen Vorgarten der Sommerresidenz.

    Mir wäre es eigentlich lieber wenn das Ding ins Headquarter von "The China Great Wall Industry Corp" ballert - also zurück zum Absender...


    Weiss man eigentlich wie lange das Gerät bei der aktuellen Sinkrate noch unterwegs ist ?

  • Weiss man eigentlich wie lange das Gerät bei der aktuellen Sinkrate noch unterwegs ist ?

    Also, bei einer Sinkrate von 10 Metern je drei Sekunden hätte ich dem Ding keine allzu lange Verweildauer im Orbit gegeben. Aber in der kurzen Zeit, in der ich eben a) die Sinkrate beobachtet habe, dann b) eine kurze Kalkulation durchführte und c) wieder auf den Livestatus schaute, hat dieses duselige Ding wieder von 167 km Höhe auf über 170 km Höhe zugelegt. 🙈 Und in der Zeit, in der ich diese Zeilen schrieb, sogar bereits wieder auf über 180 km Höhe... 🙄


    Das blöde ist, dass in der Höhe bereits so wenig Atmosphäre ist, dass Reibungsverluste gefühlt ewig brauchen, bis sie sich negativ auf Umlaufgeschwindigkeit und Flughöhe auswirken. 😒

  • Ich habe den Eindruck als ob das Ding recht unkontrolliert "eiert" Quasi mit der Aerodynamik einer zerdrückten Senftube.


    Wir sollten ein virtuelles Raster auf die Welt legen und in einige Tausend Felder einteilen. Dann können wir zumindest Wetten drauf abschliessen wo es " Bumm" oder " Platsch" macht .


    Die haben in Cihna wohl mit der Wahrscheinlichkeit geplant das es 1:3 Steht das das Ding harmlos im Wasser landet.

  • Die Reste hopsen wie beim letzten mal wo eine Langer Marsch den Rückweg angetreten hat um etliche Kilometer auf und ab im Orbit. Quasi eine Wellenbewegung die aber doch immer weiter abwärts führt. Beim letzten mal hatte der Absturz glaube ich 6 oder 7 Tage gedauert, der Restmüll lässt sich bei Trägerraketen solcher Bauart nicht steuern, so das man die nicht gezielt irgendwo über einem Ozean abschmieren lässt. Glücksspiel an Hand von Wahrscheinlichkeiten für Schäden bestimmen hier das Handeln.


    Ist so ein bischen Deja Vue wie 2020:


    https://www.scinexx.de/news/ko…ck-stuerzt-aus-dem-orbit/


    Wäre das Teil in 2020 vielleicht 30 min vorher in die Atmosphäre eingetreten hätte es direkt als Gruß von der KP an New York verwendet werden können. So ist es nur vor Afrika ins Wasser geplumpst.


    Die Schwankungen in der Höhe wenn man so ein Ding jetzt online verfolgt sind irreführend. Auf und B immer wieder am man sieht quasi nicht das der Metallschrot in diesem Gewusel immer weiter abrauscht….

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Mir drängt sich da noch die Frage auf was denn an Schaden zu erwarten wäre wenn das Ding " auf Land" einschlägt.


    - wie ein kräftiger LKW Unfall ?

    - wie eine Autobombe in Kabul ?

    - wie der Sondermüll im Hafen von Beirut ?

    - Hiroshima ?

  • Kann von der Berechnung her (hab ich mal irgendwo von dem 2020 Absturz gelesen) von der Restmenge wenn die kompakt ist ein Mehrparteienwohnhaus platt machen.


    Vermutlich ist dann die Rechnung: Haus 2 Mio + 5 Tote (5 Mio) = 7 Mio = billiger als Steuerungsinstallation inkl. Entwicklung für geregelten Wiedereintritt.


    Nur in Amiland dürfte das etwas teuerer werden ob der dortigen Schadensersatzhöhen. Den Prozeß würde ich gerne mal verfolgen.

    Sieh es positiv: landet das Ding in deinem Vorgarten hast du viele Teile zum Basteln und Wiederverwerten, wenn auch vermutlich leicht beschädigt. Und du wirst netten Besuch bekommen aus China, von den einschlägigen Schlapphüten, der NASA, der ESA etc, Leute die man sonst nicht kennenlernen würde. Denen kannst du dann je nach Jahreszeit auch gleich selbstgepressten O-Saft anbieten aus deiner Plantage.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Wir sollten ein virtuelles Raster auf die Welt legen und in einige Tausend Felder einteilen. Dann können wir zumindest Wetten drauf abschliessen wo es " Bumm" oder " Platsch" macht .

    Sowas wie das norddeutsche Kuhfladen-Bingo? 😁 Wäre ich bei. 😇


    Was die zu erwartenden Schäden angeht, kann ich das aktuell schwer einschätzen. Es ist ja auch davon abhängig, wie viel davon tatsächlich noch unten ankommt, weil auch noch viel beim Wiedereintritt in die unteren Schichten der Atmosphäre verglühen könnte.

  • Sieh es positiv: landet das Ding in deinem Vorgarten hast du viele Teile zum Basteln und Wiederverwerten, wenn auch vermutlich leicht beschädigt. Und du wirst netten Besuch bekommen aus China, von den einschlägigen Schlapphüten, der NASA, der ESA etc, Leute die man sonst nicht kennenlernen würde.

    Das war auch der erste Gedanke den ich hatte...

    - Aus was für teuren Buntmetallen besteht das Teil wohl ? Wie kann ich die aus dem glühenden Trümmerhaufen sortenrein trennen und wegschaffen bevor die Schlapphüte den Scheiss einsammeln...


    Oder ich zieh da so`n Ding hoch wie in Roswell NM - die Leben ja seit Jahren auch gut von heisser (Alien) Luft 8)

    Sowas wie das norddeutsche Kuhfladen-Bingo? 😁 Wäre ich bei. 😇

    Ganz genau so meinte ich das !


    Dann mach ich mal den Anfang :

    Auf Grund der immer neidriger werdenden Flugbahn und der Tatsache das das Ding momentan in einer taumeligen Linie über Zentralafrika und Südamerika vor sich hinwabert...

    Daher : Atlantik,Falkland Inseln ;)

  • ich nehme mal etwas spektakulärer in ein paar Tagen das östliche Mittelmeer.


    Das mit der Alien-Site wäre übrigens eine coole Geschäftsidee. Dann holst du dir noch allen sonstigen Schrott von eurem Platz (kleine Teile), gießt das Zeug im Epoxi ein und verhökerst es an die Touris als original extraterrestrisch-chinesisches Kulturgut. Du musst aber aufpassen dann die Deko-Alienfiguren nicht asiatisch aussehen zu lassen wegen Diskriminierung und so……..

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • …von der Flugbahn her sieht es in Europa ja aber so aus als ob es nur Spanien/Portugal, Balkan und Griechenland erwischen könnte. Quasi auf der Karte eine gedachte waagerechte Linie durch die Pyreneen und dann nur alle Gebiete die unter der Linie liegen. Man braucht ja nur den oberen Wendepunkt der Flugbahn waagerecht zu verlängern.


    Kuhfladenbingo long!

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Das war auch der erste Gedanke den ich hatte...

    - Aus was für teuren Buntmetallen besteht das Teil wohl ? Wie kann ich die aus dem glühenden Trümmerhaufen sortenrein trennen und wegschaffen

    das Ding ist doch aus China, da war der Versand teurer als das Material. Es ist ein Einmalprodukt, also viel Kunststoff. Die Elektronik ist auch nicht für langen Einsatz geplant.


    Was sollten Schlapphüte gleich welcher Nation davon einsammeln wollen? Geheime Schlacke?

    Da sind die Umweltschützer schneller.


    Ich setze mal gegen die Wahrscheinlichkeit und sage sie schlägt auf Land auf, ein 5m Krater in unbewohnten Gelände plus viele kleine Teile weiträumig verteilt.


    Um mal einen Prepper Bezug herzustellen:

    Wie könnte ich mich dagegen den schützen?

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Oder eine mehrgeschossige U- Bahn Station.


    Daher : Atlantik,Falkland Inseln ;)

    Bloß nicht! Dann haben wir - ratzfatz - gleich einen Bündnisfall, denn die Brexitianer sind ja immer noch in der Nato:D


    Gruß Peter

    An sich ist nichts gut oder böse. Erst das Denken der Menschen macht es dazu.

  • Das ist wohl eines der wenigen Szenarien wo nur ein Bunker 100%igen Schutz bietet.

    Wenn man die Flugbahn per Radar verfolgt (was ja offenkundig versucht wird), kann man das Einschlaggebiet eingrenzen. Da die Raketenstufe sehr wahrscheinlich durch die Atmosphäre ins Taumeln gerät und auf den letzten Meilen wegen des Luftwiderstands auseinanderbrechen wird, gibt es dann noch einen Unsicherheitsfaktor, was wo landet. Die Außenhaut einer Rakete ist relativ leichtes Blech oder aus Verbundwerkstoffen, das segelt vermutlich mehr, als es fällt. Die Brennkammern der Triebwerke und die Turbopumpen sowie ggf. Helium-Drucktanks sind massiver und dürften dagegen "am Stück" runterfallen und durchaus mit einiger kinetischer Energie einschlagen.


    Insgesamt ist die Vorgehensweise der Chinesen zu ächten, eine riesige Hauptstufe einfach unkontrolliert zurückfallen zu lassen. Sie müssten wenigstens mittels Gitterflossen die Rückkehr der Stufe aufs offene Meer sicher stellen.

  • tomduly


    Wozu bitte braucht eine Weltraum - Rakete Helium??? Meines Wissens ist Helium nicht brennbar und auch kein Sauerstoffersatz.


    Gruß Peter

    An sich ist nichts gut oder böse. Erst das Denken der Menschen macht es dazu.

  • Was sollten Schlapphüte gleich welcher Nation davon einsammeln wollen? Geheime Schlacke?


    Um mal einen Prepper Bezug herzustellen:

    Wie könnte ich mich dagegen den schützen?

    Da China ein bedeutender Exporteur für Seltene Erden ist, könnte dies auch ein Testflug für eine neue Versandart von Seltenen Erden sein. Etwas teuer für meinen Geschmack und Greta-Anhänger würden wahrscheinlich wieder Protestmärsche aufziehen lassen, wäre nicht gerade Corona, aber es ist nicht zu unterschätzen, was auch eine Trägerrakete an Ressourcen verschlingt.


    Wie kannst du dich dagegen schützen: Gar nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass dich so ein Ding trifft, dürfte niedriger sein als ein Sechser im Samstagslotto.


    Mein Tipp für den Absturz: irgendwo im Indischen Ozean zwischen Ostafrika und Indien. Völlig unspektakulär.

  • Bloß nicht! Dann haben wir - ratzfatz - gleich einen Bündnisfall, denn die Brexitianer sind ja immer noch in der Nato:D

    Na jaaa,meinen Gedanken mit dem Pentagon als Treffer wollte ich eigentlich für mich behalten - so als Worst Case Szenario...

  • Wozu bitte braucht eine Weltraum - Rakete Helium???


    Helium ist ein inertes Gas, d.h. es reagiert nur sehr ungern, deswegen ist es auch nicht brennbar und für alles Mögliche sehr geeignet, wo man keine Verunreinugungen im System haben will. Im Prinzip verwenden alle Raketen mit flüssigem Brennstoff (Wasserstoff oder Kerosin) und flüssigem Oxidator (Sauerstoff oder Salpetersäure) Helium, um die diversen Leitungen zu spülen, die Tanks unter Druck zu halten oder in der Schwerelosigkeit den Tankinhalt Richtung Triebwerk zu fördern. Zusätzlich kann man Helium für Kaltgas-Steuerdüsen verwenden, mit denen die Lage der Rakete bzw. des Raumschiffs im Raum gesteuert wird.

    Da die meisten großen Raketen heute liegend montiert werden (ist dann in normalen Fabrikhallen möglich, man braucht dann kein VAB), sie aber aus Gewichtsgründen nicht sehr stabil sind, muss man die Tanks unter Druck setzen, um die Rakete überhaupt aufrichten zu können, erst dann kann man sie betanken.


    Hier ein paar Beispiele:


    "Wie bei der Atlas Trägerrakete kann die Rakete unbetankt daher nur aufgestellt werden, wenn die Tanks unter Druck (durch Helium) gesetzt werden, sonst würden sie kollabieren." (Quelle: Bernd Leitenberger: Ariane 5)


    "Die Treibstoffförderung erfolgt mittels Druckgas. Die dazugehörigen Heliumtanks befinden sich bei denen für die Treibstoffe." (Quelle: raumfahrer.net)


    "Der untere Tank ist der Kerosintank, dieser ist 13,1 m lang und hat ein Volumen von 768,4 m³. Er nimmt nominal 590 t Kerosin auf. Während des Transports wird er wie der Sauerstofftank mit Stickstoff unter 1,8 bar Druck gesetzt. Während des Fluges verwendet man dazu Helium, 400 kg Helium sind in 4 Flaschen von jeweils 878 l Inhalt und 213 bar Druck im Sauerstofftank untergebracht (die niedrige Temperatur von -183 Grad im Sauerstofftank erhöht die Dichte). Jede Flasche hat eine Länge von 6 m und einen Durchmesser von 56 cm. Ventile halten einen Druck von 3 bar im Kerosintank aufrecht. Helium wird auch vor dem Start genutzt, um die Luft aus dem Sauerstofftank zu verdrängen und vor allem, um die Leitungen im Kerosintank kalt zu halten. Was man vermeiden wollte waren Gasblasen in den Leitungen, wenn der Sauerstoff an den warmen Leitungen verdampft. Durch den Kerosintank führen 12 Leitungen aus dem Sauerstofftank mit jeweils 42 cm Durchmesser. Diese sind isoliert, damit nicht Kerosin an ihnen zu Eis erstarrt." (Quelle: Bernd Leitenberger: Saturn V)


    Grüsse

    Tom

  • um den 10ten Mai +/- 2 Tage soll der Chinaschrottgruss irgendwo innerhalb der doch weit gestreckten Flugbahn seinen Empfänger erreichen:


    https://www.n-tv.de/wissen/Rak…rzen-article22531539.html


    So ein Trümmerregen über New York oder Madris würde bestimmt die dortigen Bewohner freuen und entzücken. Mal schauen hoffen wir das der Müll ins Wasser patscht.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd