... das Internet wochenlang weltweit kaputt geht

  • Wie seid ihr aufgestellt, falls das Internet spontan einfach mal für 8 Wochen weltweit kaputt geht ?

    Klar, ich brauch keine Netzanbindung für mein Leben. Wenn das Internet 8 Wochen komplett weg ist, hab ich erstmal weniger ein Problem.

    Aber alle anderen, die darüber ihre Sachen steuern und die Anlagen und Maschinen und so weiter....


    Fiele wirklich das Internet an sich 8 Wochen aus, hat das ähnliche Auswirkungen, wie eine Nuke.


    Abgesehen davon, dass die Leute alle durchdrehen. Nimm mal den Leuten ihren "weißen Saft" (Star Trek) weg.


    Aber das Internet fällt nicht einfach so langfristig aus. Wenn nur teilweise. Ohne Internet keine Telefonie und nix. Das würde viele wundern, was alles darüber läuft.


    Daher: Bargeld lacht. Also daher immer mal 1-2 Monatsgehälter in kleinen Scheinen und einem riesen Haufen Münzen im Tresor haben.

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Mein erster Gedanke ist immer: "Ich habe kein Netflix und genügend Bücher. Also juckt mich das nicht."

    Damit einhergehen noch ein wenig Schadenfreude ob all den Internetsüchtigen.


    Aber 2 Sekunden später realisiere ich, was alles im Hintergrund vom Internet abhängig ist und von mir in Anspruch genommen wird.

    Da mir eh nie alles auf einmal einfällt, verzichte ich auf eine Auflistung.


    Ich denke, bei einem längerfristigen (Teil-)Ausfall wird es zu kleineren und grösseren Problemen kommen. Diese wird man nach und nach in den Griff bekommen und es werden neue Probleme als Folge der vorderen Probleme auftauchen.

    Es wird ungemütlich, sehr ungemütlich werden. Aber dass die komplette Gesellschaft zusammenbricht, das bezweifle ich.

    Vermutlich wird einer der ersten Schritte sein, dass man sich zuerst mal regionaler organisiert.


    PS: Funktionieren in den Geschäften all diese Kassen noch ohne Internet? Wird da nicht direkt über einen Server die Buchung vorgenommen?

    Wenn die nicht mehr gehen, dann nützt mir auch Bargeld nicht.

    Trotzdem habe ich etwas davon zuhause.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Es wird ungemütlich, sehr ungemütlich werden.

    So ist es, die Kommunikationstechnik ist eine Achillesferse der modernen Welt. Daher ist deren Überwachung auch so ein wichtiges Thema für die Regierungen. Und Wissen ist Macht.

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Auch ich zähle mich zu den Menschen, die das Internet nicht benötigen.

    Für meinen Betrieb halte ich Rohstoffe für ein halbes Jahr vor. meine

    Kasse ist nicht elektronisch und solange ich das auch nicht haben muss,

    wird das so bleiben. Hauptsache Strom und Wasser laufen. Wie diese

    Dinge netztechnisch bei den Werken laufen, weiß ich nicht.

    Wir haben auch etwa ein Monatsgehalt in bar auf Tatze und glücklicher-

    weise wohne ich in einer Gegend, wo man fast alles an notwendigen

    Lebensmitteln beim Bauern kaufen kann. Und selbst genug eingelagert

    haben die meisten von uns doch eh.


    Edit: Chuck Nolands Schadenfreude über die ganzen Internetsüchtels

    teile ich übrigens auch. :P

  • PS: Funktionieren in den Geschäften all diese Kassen noch ohne Internet? Wird da nicht direkt über einen Server die Buchung vorgenommen?

    Wenn die nicht mehr gehen, dann nützt mir auch Bargeld nicht.

    Trotzdem habe ich etwas davon zuhause.

    Zum Teil werden die Warenbestellungen bzw. -lieferungen direkt über die Kasse ausgelöst....


    Arbeiten ohne Internet geht bei mir sehr gut, da eigentlich nur der PC zwecks Kommunikation mit den Kunden mit dem Internet direkt verbunden ist. OK, auch unsere Telefone sind ja inzwischen VoIP basiert. Mein Problem wäre wohl dass die Kommunikation erschwert würde.
    Mit meinen Vorräten käme ich relativ lange aus, Geld haben wir sowieso nie, für Unterhaltung jeglicher Art wäre beim Blick durch's Fenster wohl auch gesorgt - würde wohl jedes Streaming-Angebot um Längen schlagen. Reality TV wortwörtlich...


    Ich kenne Personen bei welchen die Apokalypse schon nach 10 Minuten ohne Internet los geht. Ich stelle mir gerade vor die müssten gleich 8 Wochen auf Social Media verzichten....


    Gut, bei allen Problemen die da bei einem solchen "nie stattfindenden Szenario" auftauchen würden - einer gewissen Schadenfreude könnte ich mich nicht erwehren.

  • Auch ich zähle mich zu den Menschen, die das Internet nicht benötigen.

    Das wirst du dann merken wenn unsere globalisierte Just-In-Time-Ökonomie, gesteuert über das Netz, nicht mehr zur Verfügung steht.

    • Keine Nahrungsversorgung
    • Keine Energieversorgung
    • Keine Gesundheitsversorgung

    Im Grunde ist das gleichzusetzen mit einem Stromausfall.


    Wie SBB+ schon schrieb ist das Netz aber ziemlich fehlertolerant aufgebaut und lässt sich im Grunde nicht abschalten. Den globalen "Internetausfall" wird es also nicht geben.


    Aber: man sieht eine immer weiter fortschreitende Zentralisierung und damit einhergehende Virtualisierung von Infrastruktur und Geschäftslogiken in Clouds (AWS, Azure, etc) und CDNs. Die Kunden werden von den Anbietern quasi in die Clouds hinein gezwungen indem sie ihre On-Premise-Produkte extrem teuer verkaufen und ihre Cloud-Lizenzmodelle attraktiv gestalten.


    Das sehe ich schon eher als Gefahr. Zumindest theoretisch. Denn auch die Clouds sind ja nichts anderes als verteilte Rechenzentren. Klar kann da mal etwas ausfallen. Aber auch eher nur mit lokalen Auswirkungen.

    I feel a disturbance in the force...

  • Grüß Gott Leute,


    es gibt Dinge "im Internet" (Intranet) - das ist sich der geneigte Leser gar nicht bewusst.


    Als Vorbemerkung/Grundlage folgende Info:


    Wie arbeiten die Landesregierungen/nachgeordneten Behörden in der BRD* ? Natürlich haben die Länder keine eigenen Netzte. Es wird ganz "normal" das öffentlich "Netz" genutzt (die gleichen Leitungen) aber die Daten werden zwischen den Punkten natürlich höchst-verschlüsselt.


    Was ist nun in den Landes-Intranetzen drinnen? Nun folgen nur einige K.O.-Anwendungen die in den letzen Jahren auf die IT zu 100 umgestellt wurden (Auskunft nach bestem Wissen und Gewissen - ohne Gewähr was "heute" geändert wurde):


    • Das elektronische Grundbuch. Alle Grundbücher in D werden über das zentrale elektronische Grundbuch in Düsseldorf gehostet. Ausfall = nichts geht mehr.
    • Die Notare in D haben eine Applikation wo alle Verfahren von und zu Gericht "gerichtswirksam" (Zeit/Datumsstempel) beglaubigt werden.
    • Viele Länder haben oder stellen auf elektronische Akten - fast zu 100% - um. Begründung: Damit die Akten nicht mehr verschwinden können. Lach: Aber in NRW ist davon die Finanzverwaltung ausgenommen - warum wohl? (Verschwindibus Akten wenn etwa ist???)
    • Digitaler Funk der Polizei / Einsatzkräfte. Läuft da etwas über das "Internet" (die Leitungen)?
    • Alle statistischen Meldungen erfolgen von den Selbständigen (Firmen ...) an die statischen Landesämter via Internet. Dann nicht mehr!
    • ... und viele andere wichtige bis sehr wichtige K.O.-Verfahren die ich hier nicht alle aufzählen möchte - dauert zu lange.


    • Tankstellen funktionieren NUR bei bestehender Online-Verbindung zur aktuellen Meldung der Mineralöl-Steuer an die Konzerne/Steuerämter. Kein Internet = kein Sprit aus der Zapfsäule
    • Logistikketten, egal welche Märkte (Baumärkte, Lebensmittel, ...) wird alles übers Internet gemeldet. Die Programme sind gar nicht mehr für telefonische Meldungen ausgelegt (Schnell-Erfassungsmasken für Bestellungen , ..., ...) = Nachlieferungen verzögern sich ohne Ende
    • Just in time Produktion (100% elektronisch, z.B. KFZ Hersteller) brechen zusammen. Nichts geht mehr.
    • ...


    Alleine wegen des elektronischen Grundbuches sollte man sich in weiser Vorraussicht einen Auszug besorgen falls man Eigentum hat. Wie will man das ohne Strom machen?


    Waidmannsheil / 73

    zero


    * Ist kein Geheimnis da die regelmäßige Anforderung/Ausschreibung (muss gemacht werden) öffentlich ist.

    Wetten Sie niemals gegen den menschlichen Erfindungsreichtum. Der größte Feind der Propheten der Apokalypse ist ein Ingenieur (Daniel Lacalle)

  • Mich würde das ziemlich anmeiern ohne Internet.

    Alles was wir so in der Firma an Brauchbarem reinkriegen verkaufe ich ja über diverse Kleinanzeigenbörsen. Erreiche ich diese große Menge überregionaler Kunden nicht mehr mit unseren Angeboten...siehts düster aus. Dann kann ich zwar zur Arbeit fahren - aber wohl nur um Kaffee zu trinken bis mir schwindlig iss.Oder dem Hofhund Kunststückchen beibringen.

    Für meine privaten Geschäfte gilt das gleiche - ich würde kaum noch Käufer erreichen. Nicht gut.


    Verkäufe diese Woche nach : Stuttgart,Eckernförde,Belgien und Bamberg. Die Leute hätten ohne Internet nichtmal gewusst das es uns gibt - geschweige denn was wir alles schönes verkaufen...


    Zahlungstechnisch würde uns das in der Firma weniger treffen - wir akzeptieren ausschliesslich Barzahlung bei Abholung bzw. zahlen an die Kunden die etwas anliefern auch zu 100% bar aus.

    Aus dem Norden von DE bzw. dem Süden von ES gesendet

  • Nach 3 Tagen tobt der Mob durch die Straßen

    Nach 5 Tagen fängt das große Hungern an

    Nach 10 Tagen regiert die Gewalt auf den Straßen

    Nach 8 Wochen wird es wieder ruhiger. In den Gassen stapeln sich die Leichen



    Mal Spass beiseite. Ein totaler Internetausfall würde die Wirtschaft innerhalb eines Tages gegen die Wand fahren. Kein Waren Ein und Ausgang. Keine Finanztransaktionen. Der Supermarkt könnte noch nicht mal Waren verkaufen. Von Lieferungen gar nicht zu reden. Keiner wüsste was los ist da TV und Radio stumm sind. Telefone gehen keine. Ich schätze irgendwann bei Tag 10 würden wir den Punkt erreichen das unser Wirtschaft aufgrund fehlender Kommunikation irreparabel zusammenbricht.

    -= NUNQUAM NON PARATUS =-

    Einmal editiert, zuletzt von wolpertinger ()

  • Wie arbeiten die Landesregierungen/nachgeordneten Behörden in der BRD* ? Natürlich haben die Länder keine eigenen Netzte. Es wird ganz "normal" das öffentlich "Netz" genutzt (die gleichen Leitungen) aber die Daten werden zwischen den Punkten natürlich höchst-verschlüsselt.

    Zumindest in Baden-Württemberg betreibt das Innenministerium ein ausgedehntes Netz an eigenen Richtfunkstrecken, die Antennen dazu sitzen zwar teilweise auf den gleichen Funktürmen wie die Antennen der öffentlichen bzw. kommerziellen Anbieter, sind aber technisch separate Systeme. Aber es gibt auch komplett eigene Funktürme, wie z.B. den 132m hohen "Polizeifunkturm" bei Aufhausen, im Volksmund nur "Aufi" genannt oder den ziemlich auffälligen ehemaligen BW-Richtfunkturm bei Hohenstadt. Die Existenz dieser Netze wird nicht an die große Glocke gehängt, aber wenn z.B. Windkraftanlagen geplant werden, dann tauchen diese Funkstrecken im Rahmen der Beteiligungsverfahren plötzlich auf, weil man in den Richtfunkstrecken keine Rotoren aufstellen darf. Da gibt es dann so Geisterlinien in der Karte, auf denen keine WKA-Standorte liegen dürfen. Neben den Innenministerien der Länder betreibt auch die Bundeswehr komplett eigene Netze.


    Das es "das Internet" ja eigentlich nicht gibt (wir hatten die Diskussion an ähnlicher Stelle vor kurzem schon mal), kann "es" auch kaum komplett ausfallen. Am ehesten bei einem Blackout. Ansonsten ist das Internet ein vielfach redundantes Geflecht aus Datenleitungen und Verteilern, dem man nicht so einfach den Stecker ziehen kann. Dann müsste man an sehr vielen Stellen gleichzeitig sehr viel Infrastruktur (zer-)stören. Bis auf einen allgmeinen Blackout fällt mir da aber kaum ein Szenario ein.


    Wahrscheinlicher sind beim Internet regionale Störungen, wenn ein wichtiger Knoten oder wie heute mit Fastly ein wichtiger Dienstleister betroffen ist, auf den sich viele Contentanbieter stützen. Oder wenn Monopolisten wie Facebook, Tiktok oder Amazon ein Problem haben. Dann erwischt es halt die, die ihr Geschäftsmodell komplett auf einen dieser Anbieter stützen (Influencer z.B.).


    Was es auch schon gab, war, dass weit verbreitete Geräte Opfer einer Cyberattacke wurden, z.B. wurde mal eine Schwachstelle bei Speedport-Routern der Dt. Telekom ausgenutzt. Das führte zu einem Ausfall bzw. zur Störung von 100.000den baugleicher Geräte.


    Deswegen ist es immer schlecht, wenn man sich komplett einem einzigen Anbieter ausliefert, in dem man ein Rundum-Sorglos-Paket von diesem nutzt und sonst nichts.


    Da meine Frau und ich mittlerweile sehr viel aus dem Homeoffice arbeiten, zähle ich unseren Telefon- und Internetanschluss auch zu unserer "kritischen Infrastruktur". Der Festnetzanschluss mit DSL und IP-Telefonie ist von der Telekom, die Handys laufen über Vodafone und ein LTE-Router mit einer Prepaidkarte von Vodafone ist die Fallback-Lösung. Dann gibt es noch ein klassisches Handy mit einer alten Telekom-Vertragskarte.

  • Hallo,


    dazu schreibe ich nichts weiter, obwohl es mir bekannt ist. Das würde in „vertraulich“ oder noch höher kommen und mein Job möchte ich behalten. Ich schreibe nur von öffentlich bekannten Sachen. Entschuldigung.


    Aber ich bereite auch gerade ein Fallback vor:


    Hauptleitung Vodafone Kabel D mit 1000 MBit/s - Fritz Cable Box

    Reserveleitung Telekom 100 MBit/s - Fritz Box

    Dienst HotSpot iPad Vodafone - unlimited Volumen


    und „the Last line of Defence“ mein priv. Handy - mit Congstar 15 GB Tarif.


    Sollte in 2 Wochen zu 80 % laufen.


    Waidmannsheil

    Wetten Sie niemals gegen den menschlichen Erfindungsreichtum. Der größte Feind der Propheten der Apokalypse ist ein Ingenieur (Daniel Lacalle)

  • Ein kompletter und lang anhaltender Ausfall des Internets während gleichzeitig Strom, Wasser und sonstige Verbrauchsstoffe weiter zur Verfügung stehen, halte ich für Science Fiction.


    Dass einige Dienste gleichzeitig irgendwann wegfallen, ist sogar auf lange Sicht recht wahrscheinlich.


    Teilausfälle können aber kompensiert werden: Youtube ist weg? Schalten wir halt wieder auf Gnutella um.

    LTE geht nicht mehr? dann halt wieder GSM im Schleichgang mit nicht so vielen Bildchen.


    Such nach "Telecomix" Als damals von Ägypten und anderen Ländern das Internet komplett gekappt wurde, haben ein paar Aktivisten Modembänke aus dem Keller geholt und angeworfen --> Das Netz kann man nicht aufhalten.


    Aber ich find es auch immer blöd, wenn ich frage "Was wäre..." und dann kommt einer mit "kann gar nicht sein, deshalb brauchst Du gar nicht drüber nachdenken", denn gerade das Nachdenken darüber macht ja Freude und schärft den Verstand.


    Also folgende SciFi-Literatur könnte ich zu so einer Technik-Katastrophe ans Herz legen:

    Perry Rhodan: Hyperimpedanz-Erhöhung, und alle Stories, die sich darum ranken. (Menge ca. 1 Regal lang)

    -Hyperimpedanz, von der angenommen wurde, sie sei eine Konstante, erhöht sich plötzlich, und Überlichtschnelle Kommunikation und Reisen funktioniert nicht mehr --> galaktischer Handel kommt zum erliegen, und galaktische Reiche zerfallen.


    Vernor Vinge: Ein Feuer auf der Tiefe, Eine Tiefe am Himmel.

    -Es gibt Technolgiezonen in der Galaxis, je tiefer man in sie eindringt, desto robuster muss die Technik sein. Ab einer gewissen Tiefe funktioniert keine künstliche Intelligenz mehr, und noch tiefer auch keine überlichtschnelle Reise. Nun wird eine Flutwelle dieser "dunklen Tiefe" erzeugt, die durch die höheren Bereiche der Galaxis schwappt, und diese längere Zeit ihrer Hochtechnologie beraubt.


    Resultat ist eine Katastrophe, an die sich keiner erinnert:

    "Es gibt Katastrophen, an die sich keiner erinnert, weil sie so schlimm waren, dass keiner überlebt hat, der sich an sie erinnern könnte."



    Nick

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Ich schreibe nur von öffentlich bekannten Sachen.

    Keine Sorge, ich auch. Der Netzausbau des nöF ist aber in weiten Teilen kein Staatsgeheimnis, gerade im Bereich digitaler BOS-Funk und Migration zu integrierten Leitstellen von Pol/FW/Rettungsdienst wird das Thema auch von ministerialer Seite recht offen diskutiert und öffentlich zugänglich gemacht. Diese Unterlagen sind auch nicht klassifiziert.

  • Wie gesagt: Solange bei mir Strom und Wasser funktionieren bin ich handlungsfähig.


    Clouds lehne ich schon aus Prinzip ab. Noch am Freitag bescheinigte mir ein Kollege,

    nach meinem Telefonwechsel und der damit einhergehenden Schwierigkeiten, alles

    aufs neue Mobiltelefon zu ziehen: "Selbst schuld, wenn du nix in der Cloud hast."

    Hab ich mal müde lächelnd zur Kenntnis genommen.

    Leider finde ich nicht im Netz den Essay eines Wissenschaftlers zum Thema "Die

    Menschheit packt alles in die Monokultur Cloud" in der Süddeutschen Zeitung.

    Quintessenz: Papier(-daten) ist/sind geduldig und immer verfügbar.

  • Vielleicht kann man es mal anhand der kritischen Dienste betrachten:

    - Routing, also wie wird welches Datenpaket weitergeleitet um den Empfänger zu erreichen. Ohne das funktioniert nichts. Fehlerhafte Konfigurationen haben in der Vergangenheit schon große Teile des Internets zeitweise ausgeschaltet. Konfigurationsfehler werden in der Regel schnell behoben, absichtliche Eingriffe (staatlich oder Hacking) sind problematisch.

    - DNS, also die Namensauflösung, ist ebenso wichtig (wenn mann nicht eine lange Liste selbst pflegt). Dieses System ist grundsätzlich hierarchisch aufgebaut, in der Praxis aber doch eher flach. Über Caching kann man sicherlich vorübergehend Ausfälle abmildern, trotzdem ist ein Ausfall sehr kritisch.

    - Zertifikate: immer mehr Dienste setzen auf Crypto, und damit auch oft auf Vertrauenshierarchien. Eine - halbwegs vertrauenswürdige - Quellen sind in Browsern und Betriebssystemen vorinstalliert. Updates (sowohl neue Zertifikate wie auch Löschungen) sind schnell nicht mehr möglich, privat wohl weniger relevant, aber sollte man im Hinterkopf haben.

    - Adressvergabe: letztlich die Frage, wo meine Authentifizierung stattfindet und ich eine IP Adresse erhalte. Das ist oft recht weit weg, gerade in ländlichen Bereichen. Zur Verständlichung: mein Nachbar und ich haben Internet von Provider X. Beide hängen am grauen Kasten an der Straße mit VDSL Technik. Der Zugang wird aber nicht dort terminiert sondern am nächsten BNG (Router und einiges weitere kombiniert), erst über diesen ist IP Kommunikation möglich, und dieser Standort kann weit entfernt sein.


    Das sind jetzt nur ein paar zentrale und relevante Bestandteile des "Internets" für mich als einfachen Nutzer. Davon darf eigentlich nichts ausfallen, sonst kein Internet. Selbst wenn diese Dienste noch jeweils 90% Verfügbarkeit hätten, wäre die Chance auf erfolgreiche Datenübertragung nur noch rund 60%. Also eher Zufall. Die Verfügbarkeit der Server auf die man zugreifen möchte ist da noch gar nicht betrachtet.


    Dagegen wappnen kann man sich eigentlich nur durch:

    - Mehrere unabhängige Zugänge (Festnetz/DSL/Kabel und mobiler Tarif, letztlich mindestens zwei physikalische Wege auf unterschiedlichen Infrastrukturen - salopp gesagt, wenn ich Festnetz/DSL von der Telekom habe gehe ich Mobil zu Vodafone oder O2, jetzt ohne Bewertung, halt Anbieter mit eigenem Netz, über Reseller sind natürlich beliebige Kombinationen möglich)

    - lokale Namensauflösung (zumindest der wichtigsten Seiten, dynamisches ist damit nicht möglich)

    - wirklich relevantes offline halten (zumindest in Kopie)

  • Ein deutschlandweiter Internetausfall könnte auch Auswirkungen auf die Börsen (Börsenbetrieb), bzw. Aktienkurse haben, insbesondere wenn ausländische Anleger noch deutsche Aktien verkaufen können....


    Würde aber gefühlt eher die Reichen und institutionellen Anleger treffen, also alle die, die ohnehin genug haben.

    Problematisch wären allerdings Altersrückstellungen von Normalos.

    1. Kommen diese an das Geld ohne Internet gar nicht ran

    2. würde der Wertverlust sicherlich weh tun.


    LG

    Bo