... das Internet wochenlang weltweit kaputt geht

  • Ich teile die oben genannte Meinung :

    Ohne Internet ist Gleich ohne Strom-> Das totale Chaos bis hin zum Wirtschaftskollaps und totalem Zusammenbruch.

    Da geht vermutlich nix mehr , diverse Kaskadeneffekte, abschaltende Kraftwerke, brennende Industrie/Chemiewerke, von all den Idioten die hierzulande rumlaufen mal ganz zu schweigen.

  • Ich schätze irgendwann bei Tag 10 würden wir den Punkt erreichen das unser Wirtschaft aufgrund fehlender Kommunikation irreparabel zusammenbricht.

    Da bist du aber noch sehr optimistisch. Der Technikfolgenabschätzungsbericht des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages hat bereits vor über zehn Jahren ein deutlich düsteres Bild gezeichnet darüber, was bei einem überregionalen, anhaltenden Blackout passiert. Ohne Strom funktioniert die Logistik und Kühlkette des Warenwirtschaftssystems nicht mehr.


    Kein Essen, kein Einkaufen, kein Tanken, kein Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte. Mobilfunk bereits nach wenigen Stunden wegen fehlender Akkukapazität der Sendemasten nicht mehr. Wasserver- und entsorgung ist nicht mehr. Dramatisch wird eher früher als später die Lage zum Beispiel in Krankenhäusern. Und vor allem auch: in Gefängnissen! Ohne Strom funktionieren weder die Überwachungs- und Sicherungsssysteme und auch ein Teil der Türen ließe sich ohne Strom nicht mehr öffnen...


    Heute, über zehn Jahre später, ist dieser Bericht in meinen Augen aktueller denn je! Ja, in einigen Teilen ist man aufgewacht und hat Maßnahmen zum Schutz von Kritischer Infrastruktur getroffen. In anderen Teilen ist man aber anfälliger geworden. Und die politisch Verantwortlichen kommen mit ihren seltsamen Vorstellungen über "Strom speichern im Netz" oder zwar eloquent daher aber zeigen eigentlich nur, dass sie keine Ahnung von der Materie haben.

  • Demnächst gibt es auch https://www.starlink.com/

    Ich finds sooooo doof, dass Musk das Ding nicht SkyNet getauft hat. Hach, das wäre ein toller Name gewesen. :-)


    Ein deutschlandweiter Internetausfall könnte auch Auswirkungen auf die Börsen (Börsenbetrieb), bzw. Aktienkurse haben, insbesondere wenn ausländische Anleger noch deutsche Aktien verkaufen können....

    Daher waren bzw. sind die ein oder anderen noch über eine Kurzwellenverbindung angebunden. Allerdings hab ich nie was detailliertes dazu gefunden. Kann auch vollends veraltet sein, die Info. Wenn das Internet weg ist, ist es viel problematischer, dass sofort unser ganzes Banken und Zahlungssystem steht. Meine Aktien behalte ich ja, sind zwar eingefroren, aber noch da. Wenn aber nix mehr funktioniert, von Kreditkarte zu Geldautomat, dass ist sofortig fatal.

    Ohne Internet ist Gleich ohne Strom-> Das totale Chaos bis hin zum Wirtschaftskollaps und totalem Zusammenbruch.

    Daher habe ich auch mal gesagt, für einen großen Krieg braucht es heutzutage keine Nukes mehr. Wurde böse ausgelacht. Bei Weltkrieg denkt jeder an Hollywood Nukes Tod und Verderben, dabei sind die Schalter ganz andere. Kommunikation und Energie. Daher sagte ich auch mal, Europa nimmt man ein mit einer kleinen taktischen Nuke auf den Knotenpunkt in FFM, der EMP pustet dann dort die restlichen Bankensysteme aus, das reicht. Für Europa.

    Der Technikfolgenabschätzubgsbericht des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages hat bereits vor über zehn Jahren ein deutlich düsteres Bild gezeichnet darüber, was bei einem überregionalen, anhaltenden Blackout passiert. Ohne Strom funktioniert die Logistik und Kühlkette des Warenwirtschaftssystems nicht mehr.

    Die Berichten sind sehr lesenswert. Österreich und Schweiz haben sie auch angefertigt. Natürlich fällt das alles unter "können wir leider nichts dran ändern." aber man kann sowas in die langfristige Preparedness einbetten. Ein klein wenig wie unser OM in Mecklemburg oben, obwohl das vermutlich nicht das Primärziel gewesen ist. Im Prinzip, wenn man in der Hinsicht was machen will, muss man aus den Städten raus.

    in Gefängnissen! Ohne Strom funktionieren weder die Überwachungs- und Sicherungsssysteme und auch ein Teil der Türen ließe sich ohne Strom nicht mehr öffnen...

    Doch, die Türen lassen sich öffnen, immer. Manuell. Aber die Versorgung wäre nicht gewährleistet. In solch einem extremen Fall würde man sogar ab einen Punkt darüber nachdenken nach und nach die Häftlinge zu entlassen. Da viele Akten analog sind, kann man bei den ungefährlichen anfangen, z.B. Steuersünder, GEZ-Nicht-Zahler, kleine Betrüger etc.

    Heute, über zehn Jahre später, ist dieser Bericht in meinen Augen aktueller denn je! Ja, in einigen Teilen ist man aufgewacht und hat Maßnahmen zum Schutz von Kritischer Infrastruktur getroffen. In anderen Teilen ist man aber anfälliger geworden.

    Das stimmt, die Eintrittswahrscheinlichkeit ist gestiegen. Daher hat man auch reagiert, aber sehr behördenmäßig und daher auch recht langsam und ganz vorsichtig. Hat herrscht Angst, dass man wegen Übertreibung seinen Posten gefährdet. Und: Sicherheit kostet Geld, wirkt sich aber nicht unmittelbar aus. Und alles schwer messbar. Prävention lässt sich nur ganz schwer betrachten, da ja der Knall nicht eingetreten ist und man ja nicht weiß, wäre er denn gekommen. Erinnert mich grad irgendwie an die Arbeitsweise mancher mit den AKWs.

    Und die politisch Verantwortlichen kommen mit ihren seltsamen Vorstellungen über "Strom speichern im Netz" oder zwar eloquent daher aber zeigen eigentlich nur, dass sie keine Ahnung von der Materie haben.

    Also, wenn ich so nach oben schaue in der Hierarchie, wo ich sitze, da haben diese Vorgesetzte nur Hollywoodwissen. Teils sogar eine völlig infantile Vorstellung und dieses Denken beeinflusst sehr nachhaltig auch die ein oder anderen Projekte. Keine Ahnung haben ist das eine, gefährliches Halbwissen das andere, aber infantiles Fantasywissen, was in einer Wolke in einer Ebene regelrecht alle infiziert hat, dass ist dann der Knaller. Und das lässt sich nur schwer oder gar nicht durch Berater kompensieren, weil dann diese Leute aufgrund ihrer Machtposition einmal das Steuer in der Hand haben und dazu glauben, dass ihre Machtposition auch ihnen "Kompetenz" verleiht und sie Dinge wirklich "verstehen" (die andere natürlich nicht, weil sie Zivilisten sind, oder Angestellte oder Berater oder Externe, Freelancer.... halt nicht die Sternchen auf der Schulter haben).


    Da machen sich ganze Wasserköpfe völlig ein X vorm U vor und leben in einem Paralleluniversum. Dadurch, dass bequeme Leute nachrücken und auch ähnlich gestrickte im System protegiert werden, erhöht das zusätzlich das Problem. Das wird zwar unten weitestgehend kompensiert, hat aber seine Limits und verschleißt auch die Menschen, die eigentlich alles am Leben halten. Das führt dazu, das dann manche Dinge, die von Oben kommen, nicht mehr kritisch rückgefragt werden und da kompensiert wird, sondern es wird quasi nach "Befehl" oder "Gehorsam" durchgeführt. Nach dem Motto, machen wir so, aber wartet ab, in vier Jahren steht der Salat und dann gehts mit der Nase in den Sand. Das führt dann urplötzlich zu regelrechten Schocksituationen, wo diese Luftschlösser platzen und dann fragt man sich, wie konnte das sein? Natürlich hinterfragt die Struktur sich nicht selbst, sucht die Fehler dann bei Herstellern, Produkten und Mitarbeitern. Da werden völlig abwegige Begründungen solange wiederholt, bis sie jeder glaubt und dann geht wieder von neu los. Behördenzyklen. Die sind lang. Aber enden immer im Knall.


    Galionsfiguren, wie Minister, denk da z.B. mal an Spahn sind nur die Spitze des Eisberges, ich rate mal, das ganze Gesundheitsministerium von dort bis 3-4 Hierarchiestufen ist völlig systemisch kaputt.

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • die Lage zum Beispiel in Krankenhäusern

    Diese sollten laut alter Planung eigentlich Schiffsdiesel als Notstromgenerator haben und für 30 Tage Sprit im Tank.

    Üblicherweise haben die Steckdosen in zwei unterschiedlichen Farben, die roten Steckdosen gehen auch noch bei Stromausfall...

    Im Krisenfall sollten die laut alter Planung militärisch beschützt werden, damit sie nicht durch Attacken aus dem Spiel genommen werden können, was andere Krankenhäuser letztendlich in die Überlastung treiben würde.

  • Heute, über zehn Jahre später, ist dieser Bericht in meinen Augen aktueller denn je!

    Bevor Corona entstand gab es ähnliche warnende Berichte vor Pandemien.

    Es gab zudem als extrem lauten "Warnschuss vor den Bug" Vogelgrippe, Schweinegrippe, SARS 1, MERS, Ebola, HUS-Epidemie 2011, Anthrax-Anschläge 2001....

  • Diese sollten laut alter Planung eigentlich Schiffsdiesel als Notstromgenerator haben und für 30 Tage Sprit im Tank.

    Und das Austauschen von Generatorwellen in Kraftwerken dauert wieviel Monate? 🙄


    Notfallpläne sind immer eine tolle Sache. Auf dem Papier. Unsere Krankenhäuser sind sicherlich besser aufgestellt als so manch anderes Unternehmen der restlichen freien Wirtschaft. Aber auch in Krankenhäusern funktioniert nicht mehr sehr viel ohne umfangreiche IT-Unterstützung. Und die braucht Strom. 🙄


    Ich bin zuversichtlich, dass wir in so einem längerfristigen Ausfall von Strom und Internet nicht "zurück in die Steinzeit" geschleudert werden. Aber unangenehm wird es für alle in jedem Fall werden. Denn was nützt es, wenn die Krankenhäuser Strom haben, deren Mitarbeiter aber zu Hause im Dunkeln sitzen und auf dem Zahnfleisch laufen, weil sie nicht gescheit zur Arbeit kommen (ÖPNV ohne Strom...? Auto ohne Benzin/Diesel, wenn die Tankstellen nichts mehr abgeben können ohne Strom...? ) oder sich Sorgen um die Versorgung ihrer Kinder in der Zeit machen, wenn sie auf Arbeit sind... Das sind alles Implikationen, die man bei den meisten Notfallplänen in der Regel nicht mit auf dem Zettel hat.

  • Bevor Corona entstand gab es ähnliche warnende Berichte vor Pandemien.

    Da ist das Problem mit solchen Berichten. Sie bergen sozialen, wirtschaftlichen und politischen "Sprengstoff", wenn man es konsequent durchdenkt und dem Abhilfe schaffen will. So es denn überhaupt möglich ist.

    Aber gelesen werden sie von dem relevanten Entscheidungsträgern wohl kaum. Und wenn, dann werden sie schnell in der mentalen Ablage P versenkt, weil man mit der Umsetzung oder auch nur der Ankündigung kostenintensiver Präventionsmaßnahmen keine Wahlen gewinnen kann.


    tomduly scheint mir hier einer der wenigen kommunalpolitisch aktiven Menschen zu sein, der sich in seinem Bereich für wirklich nachhaltige Konzepte einsetzt.

    Bei uns in der Gemeinde und erst recht im Landkreis sieht es da eher düsterer aus, auch wenn wir in Sachen Katastrophenschutz nicht sooo schlecht aufgestellt sind. Aber die Coronapandemie hat gezeigt, wie schnell man behördlicherseits an Kapazitätsgrenzen stößt und es nicht einmal schafft, den Mangel auch nur annähernd zu verwalten...

  • UrbanTrapper: das ist zuviel der Ehre :) Hier sind glaub ich eine ganze Reihe Leute aktiv, die den Previval-Gedanken auch bei ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit im Hinterkopf haben.


    Für normale Krisenlagen, die zeitlich und örtlich begrenzt sind, dürften wir in CH/A/D nach wie vor sehr gut aufgestellt sein. Selbst die unerwartet schnell daherkommende Flüchtlingswelle 2015 wurde doch ganz gut gestemmt (wenn ich daran denke, dass allein im KatS-Lager des DRK Kirchheim/Teck damals rund 50.000 Schaumstoffmatrazen umgeschlagen wurden, die von dort an Notunterkünfte verteilt wurden...).

    Die Pandemie hat uns an dann manchen Stellen kalt erwischt, weil die Mehrheit nicht mit der Wucht und dem exponentiell wachsenden Bedarf an Dingen wie Hygienematerial oder Masken gerechnet hat.


    Würde nun das allgemeine Internet ausfallen, aber die restlichen Infrastrukturen, vor allem die Stromversorgung noch funktionieren, wäre das erstmal keine akute Katastrophe. Da kommt uns ausnahmsweise der allerorten beklagte Rückstand in Sachen Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung mal zugute. Auf den fehlenden Zugriff aufs elektronische Grundbuch kann man auch mal vorübergehend verzichten, dann wird ein Grundstücksgeschäft halt später abgewickelt. Kritische Infrastrukturen sollten ohnehin nicht direkt am Internet hängen und schon gar nicht vom Internet abhängig sein.


    Im Alltag der Bürger wäre fehlender Internetzugriff zunächst mal ein massiver Komfort-Verlust: keine Streaming-Dienste mehr, kein minütliches Hin-und-her-Geplapper per Messenger, kein Tiktok-Suchten, keine Status-Schlachten in Whatsapp mehr. Betreiber von Solaranlagen, die die Webdienste der Hersteller ihrer Wechselrichter nutzen, können keine Ertragsdiagramme mehr anschauen. Der evtl. Ausfall der Festnetztelefonie sollte heute kein Problem mehr sein, solange die Mobilfunknetze noch für Telefonie oder SMS genutzt werden können.


    In der Wirtschaft wird es relativ schnell unangenehm und es entsteht konkret finanzieller Schaden: Auto-Werkstätten können keine Reparaturanleitungen mehr beim Hersteller online abrufen oder Steuergeräte neu kodieren. Waren können nicht mehr bestellt oder versandfertig gemacht werden. Logistikunternehmen müssen im Blindflug operieren oder ihre Arbeitsweise umstellen. Aber unmittelbar lebensbedrohlich ist das noch nicht. Halt teuer.

    Einmal editiert, zuletzt von tomduly ()

  • Soo,jetzt ist es hier bei mir ( momentan im Bereich PLZ 29 , Norddeutschland ) soweit...


    Bin jetzt auf meiner " Fall Back Ebene" das Festnetz - Internet von Vodafone hat fertig...Da geht seit einer Stunde nix mehr.


    Hab jetzt aus meinem T-Mobile Handy einen W-LAN Hotspot gemacht und gehe ( oh Wunder es geht noch..3G sollte ja eigentlich diesen Monat abgeschaltet werden...) über das 3G Netz der Telekom rein.


    Kann das einer von Euch bestätigen das Vodafone da auch weg ist ? Wäre mal neugierig ob das nur hier regional ist oder was größeres...

  • Kein Essen, kein Einkaufen, kein Tanken, kein Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte. Mobilfunk bereits nach wenigen Stunden wegen fehlender Akkukapazität der Sendemasten nicht mehr. Wasserver- und entsorgung ist nicht mehr. Dramatisch wird eher früher als später die Lage zum Beispiel in Krankenhäusern. Und vor allem auch: in Gefängnissen! Ohne Strom funktionieren weder die Überwachungs- und Sicherungsssysteme und auch ein Teil der Türen ließe sich ohne Strom nicht mehr öffnen...

    Sehe ich auch so.



    Nur mal so ein Gedanke:


    Alle grossen Lebensmittelhändler haben Online-Kassen, mit dem Barcode wird sofort der Preis, das Inventar oder eine Bestellung ausgelöst.

    Der Preis ist nur noch am Gestell, wen er überhaupt angeschrieben ist.


    Nachbestellen geht ohne Internet oder Telefon auch nicht mehr, wen sie überhaupt wüssten wo und wie.



    Der Laden bleibt zu, bis er wahrscheinlich gewaltsam geöffnet wird.

    „Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer“

  • Man mag mich korrigieren aber mittlerweile ist die Trennung zwischen Telefon und Internet eigentlich nicht mehr so klar, oder?

    Es mag schon noch Bereiche mit echtem Telefonnetz geben, aber ich stelle jetzt mal die These auf dass kein Internet auch in sehr vielen Bereichen auch-> kein Telefon, also auch keine Kommunikation, bedeutet.

    Auch wenn Internet für unsere Führung immer noch Neuland ist, so wird im Hintergrund schon sehr viel über VoIP abgewickelt, bis hin zur Vermittlung, ausserdem muss man Bedenken dass auch vor Corona und Homeoffice sehr sehr viel kritische Infrastruktur ferngewartet und ferngesteuert wurde.

    Sowas würde mit einem Netzausfall noch zu deutlich grösseren Problemen führen, ich finde also manche obigen Prognosen etwas zu optimistisch nur weil irgendwelche feelgooddramen irgendwann mal gemeistert wurden.

  • Man mag mich korrigieren aber mittlerweile ist die Trennung zwischen Telefon und Internet eigentlich nicht mehr so klar, oder?

    Telefon und Internet ist das gleiche. Stichwort: Voice over IP

    Es mag schon noch Bereiche mit echtem Telefonnetz geben

    Ich glaube nein. Wenn dann haben die SatTelefone zb.

    Sowas würde mit einem Netzausfall noch zu deutlich grösseren Problemen führen, ich finde also manche obigen Prognosen etwas zu optimistisch nur weil irgendwelche feelgooddramen irgendwann mal gemeistert wurden.

    Daher hatte ich das mit ner Nuke verglichen. Je nach Ausfallzeit und Fläche wird es sehr ungemütlich. Der Vergleich ist zwar auch nicht sonderlich gut, aber wir können uns die Auswirkungen einer Nuke im Land nicht vorstellen. Genauso sieht es mit einem großflächigen Ausfall der Kommunikation aus oder mit einem Stromausfall über 14 Tage hinweg flächig im Land.

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Es mag schon noch Bereiche mit echtem Telefonnetz geben, aber ich stelle jetzt mal die These auf dass kein Internet auch in sehr vielen Bereichen auch-> kein Telefon, also auch keine Kommunikation, bedeutet.

    Es gibt neben den öffentlichen Kommunikationsnetzen, die von den klassischen Fernsprech-Netzen herkommen, auch nichtöffentliche Netze. So hat die dt. Bundeswehr schon immer ein eigenes Fernsprech-/Fernschreib- und Datennetz betrieben. Das wurde ab 2015 rückgebaut und durch ein redundantes Glasfaser-Netz ersetzt (100 Gbit/s, ca. 6.000km). Damit sind die wesentlichen Einrichtungen und Liegenschaften der BW untereinander verbunden und es gibt etliche definierte "Netzübergänge" in die öffentlichen bzw. kommerziellen Kommunikationsnetze. Stichwort WANBw. Geplant und betrieben wird das von der bundeseigenen BWI Gmbh. Derzeit wird das System um bundeswehreigene Cloud-Lösungen erweitert (pCloudBw). Diese Infos sind übrigens nicht geheim.


    Viele Unternehmen betreiben ebenfalls eigene Kommunikationsnetze. So sind z.B. fast alle Hochspannungsleitungen gleichzeitig auch Glasfaser-Trassen. Ebenso Pipelines. Windkraftanlagen/Windparks sind häufig über drahtlose Datennetze miteinander vernetzt. Diese Firmennetze dien(t)en zunächst dem Zweck der Anlagenüberwachung, so werden Umspannwerke überwiegend aus der Ferne betreut. Sind Glasfasern verlegt, kann man da aber auch jede Menge anderer Daten oder Dienste darauf ausführen. Die NetzeBW-Tocher des Stromkonzerns EnBW tritt mittlerweile mit ihrem Glasfasernetz auch als Anbieter für schnelle Internetzugänge auf.


    Bei einem Ausfall des "öffentlichen" Internets sind nichtöffentliche Netze nicht automatisch auch davon betroffen. Auch die Betreiber künftiger lokaler 5G-Netzwerke (z.B. auf einem Firmen- oder Universitätscampus) sind in ihrem Netzwerk auch nicht vom "Internet draußen" abhängig. Natürlich braucht jede Firma eine Kommunikationsmöglichkeit über das eigene Firmengelände hinaus, aber da sollte eigentlich jeder weitsichtige Unternehmer schon Krisenpläne in der Schublade haben, was er im Notfall tut, wenn er vom allgmeinen Internet abgeschnitten ist. Und wenn man dann halt per Kurier die SSD mit den Fertigungsdaten zum anderen Standort bringen lässt, statt sie zu überspielen.

    Das kann ja auch mal durch lokale Ereignisse passieren (Baggerbiss, Brand). So wie vor ein paar Jahren mal in Nürtingen:

    Gewerbegebiet 26 Stunden offline - Falsche Freigabe der Telekom verursacht beim Kappen einer Glasfaserleitung Schaden in Millionenhöhe


    Grüsse

    Tom

  • So hat die dt. Bundeswehr schon immer ein eigenes Fernsprech-/Fernschreib- und Datennetz betrieben. Das wurde ab 2015 rückgebaut und durch ein redundantes Glasfaser-Netz ersetzt (100 Gbit/s, ca. 6.000km). Damit sind die wesentlichen Einrichtungen und Liegenschaften der BW untereinander verbunden und es gibt etliche definierte "Netzübergänge" in die öffentlichen bzw. kommerziellen Kommunikationsnetze. Stichwort WANBw. Geplant und betrieben wird das von der bundeseigenen BWI Gmbh. Derzeit wird das System um bundeswehreigene Cloud-Lösungen erweitert (pCloudBw). Diese Infos sind übrigens nicht geheim.

    Ähm, du behauptest also, dass es bei der Bundeswehr etwas gibt, was sehr modern ist und gleichzeitig auch noch funktioniert ?

    Was macht eigentlich die ältere, weniger moderne, Gorch Fock ?

  • Die letzten 10 bis 15 Jahre hat sich im IT-Bereich der Bw sehr viel getan - und kann sich hier durchaus mit der IT in großen Firmen vergleichen lassen.

    Abläufe eventuell nicht unbedingt immer, aber die IT selbst ist schon sehr in Ordnung - hängt aber eben auch immer am Personal, welches man auf die Rechner loslässt.


    Da habe ich bei dem ein oder anderen kleineren Betrieb deutlich fragwürdigere IT-Lösungen gesehen.


    In meinen paar Jahren habe ich keine dauerhaften Ausfälle erlebt, keine verschwundenen Daten, keine dauerhaften Störungen oder andere größere Probleme. Die Masse der Probleme wurden durch die Schnittstelle Mensch verursacht. Fälschlich gelöschte Accounts oder Zugänge, zu früh gesperrte Zugänge, keine Informationsweitergabe über geplante Abschaltung der IT usw


    Die normale IT der Bundeswehr wird verwaltet/organisiert über die BWI - und das ist gut so. Die machen das nämlich hauptberuflich und können es, nicht wie früher, als durch Zufall einer bestimmt wurde und dann auf einmal der Admin war.

  • OK... Bundeswehr...Und selbst wenn Standortverwaltung A mit Standortverwaltung B kommunizieren kann , ja man könnte noch meinen alten Herrn als Kradmelder reaktivieren usw und ein gewisses Minimalsystem an Nachrichtenübermittlung aufbauen, aber mit der modernen Kommunikation die heute stattfindet hat das gar nichts mehr zu tun.


    Allein wenn ich mir eine heutige Baustelle ohne Handy vorstelle... unmöglich. Ich bekomm nicht mal mein Personal disponiert, geschweige denn das Material auf die Baustelle.

    Ich glaube viele sind hier arg optimistisch, wenn nicht sogar blauäugig, was solch ein Szenario angeht.


    PS: ich bin auch in einer Firma die mal ein eigenes TK Netz betrieben hat, dieses dann verkauft und gemietet hat, dann zurückgekauft und an eine eigene Tochter ausgelagert hat usw usw usw....lange Rede kurzer Sinn: auch wenn wir in gewissem Umfang eigene Kabel haben so geht doch ein ganz grosser Teil unserer Daten über das Internet. Zwar via VPN aber wenn das Internet mal dicht ist, dann ist trotzdem für einen grossen Teil des Konzerns Schicht im Schacht.

  • auch wenn wir in gewissem Umfang eigene Kabel haben so geht doch ein ganz grosser Teil unserer Daten über das Internet. Zwar via VPN aber wenn das Internet mal dicht ist, dann ist trotzdem für einen grossen Teil des Konzerns Schicht im Schacht.

    Ich glaube, dass der technische und technologische Fortschritt in diesem Punkt mit einer höheren Schlagzahl vorangeht, als dieses jeder Beamtenapparat in seiner Schwerfälligkeit und Trägheit leisten kann. Und tut mir leid: je größer ein Unternehmen ist und damit eher ein Konzern ist, desto mehr nimmt dieses Unternehmen, dieser Konzern, diese Schwerfälligkeit und Trägheit eines "klassischen" Beamtenapparates ein. Daran wird sich wahrscheinlich auch in tausend Jahren nichts ändern. Jedenfalls nicht, solange es dafür nicht das entsprechende Formular oder Formblatt gibt... 🤷‍♂️

  • Ähm, du behauptest also, dass es bei der Bundeswehr etwas gibt, was sehr modern ist und gleichzeitig auch noch funktioniert ?

    Ein schlechtes Image ist durchaus auch ein Schutzmantel, unter dem es sich ganz gut arbeiten lässt. Das gilt für die Bundeswehr genauso wie für den Bundesnachrichtendienst, der das Image der Schnarchigkeit regelrecht selber pflegt.


    Kleiner Exkurs:


    Die BW ist mehr als nur ein paar Hubschrauber, die nicht fliegen oder Schiffe, die nicht auslaufen dürfen. Man hat die Truppe nach dem Fall der Mauer in einem Anfall von Glückseligkeit erst mal bis zur Funktionsunfähigkeit abgewrackt (so kam ich zu meinem Unimog: Ausmusterung über die Vebeg aus "Strukturüberhang", als man das rollende Material mehr als zur Hälfte abgebaut hat) . Dann hat man sie mit zunehmender Zahl an Auslandseinsätzen nach und nach wieder aufgebaut und aus einem unselbständigen Eisenklotz, der mal die Sowjetarmee wenigstens 48h aufhalten sollte, in eine selbständig handlungsfähige Interventionsarmee umgebaut. Die Auslandseinsätze im Rahmen von NATO- oder UN-Missionen sind inzwischen Routine und man hat auch moderne Ausrüstung, die es so vorher bei der BW gar nicht gab. So sind in Afghanistan ausserhalb von Camps heute nur vollgeschützte BW-Radfahrzeuge unterwegs, das hatte man vor 20 Jahren noch gar nicht auf dem Schirm, geschweige denn, dass man überhaupt solche Fahrzeuge hatte.

    Mit den drei großen Einsatzgruppenversorgern der Klasse 702 der Marine kann die BW egal wo auf den Weltmeeren monatelang operieren und andere Schiffe betanken und versorgen.

    Mit der Verschmelzung des dt. Marinebattalions mit dem niederländischen Militär hat die BW Zugang zu einem weiteren Einsatzgruppenversorger und auch zu zwei ausgewachsenen Amphibious Transport Docks der Rotterdam-Klasse, die auf Deck sechs Hubschrauber mit zwei gleichzeitig nutzbaren Start-/Landeflächen haben und im flutbaren Well-Deck bis zu sechs Landungsboote unterbringen und 550 Einsatzkräfte samt Ausrüstung auf dem Schiff beherbergen können. Das könnte zur raschen Unterstützung baltischer EU-/NATO-Staaten in Krisenfall eines Tages nötig sein.

    Vom Transportflugzeug A400M, das mittlerweile aus den Kinderkrankheiten weitgehend raus ist, sind von 53 bestellten Exemplaren schon 36 bei der BW im Dienst. Der Flieger ist sehr flexibel, alle A400M können grundsätzlich auch als Tanker für Luftbetankungen eingesetzt werden, mit dem Armouring Kit ist der Flieger halbwegs gegen Handfeuerwaffenbeschuss geschützt und darf dann auch für den Personentransport (inkl. Zivilisten) in umkämpften Einsatzgebieten verwendet werden. Im letzten Jahr hat die BW mit einem A400M als Tanker von Jordanien aus operierend in 280 Flügen fast 1200 Luftbetankungen in der Operation Counter Daesh geleistet.

    Bis zum Fall der Mauer war die BW zwar waffenstarrend mit unglaublich viel Material und Personal, aber ohne jegliche Einsatzerfahrung und mit in allen Waffengattungen sorgfältig zurechtgestutzten Fähigkeiten, damit die BW ja nicht eigenständig handlungsfähig wäre und die Deutschen auf dumme Ideen kommen könnten. Führung, Aufklärung, Kommunikation war damals immer schön in den Händen der US-Kommandos, Franzosen oder Briten.


    ...um die Kurve zum Thema wieder zu kriegen:


    Was die Kommunikationstechnik angeht, hat die BW massiv modernisiert bzw. beschafft. So hat man mittlerweile komplett eigene Kommunikations- und Aufklärungssatelliten in Betrieb (SATCOMBw und SAR-Lupe bzw. SARah) . Damit ist man nicht mehr auf den Goodwill und die Gängelung durch Kooperationspartner angewiesen (USA, GB, F), die gerade bei Aufklärungsmissionen gerne mal eine Vorauswahl bei den Bilddaten trafen, bevor die BW die Fotos bekam.


    Bei einem Internetausfall/Blackout könnte die BW zivilen Stellen durchaus Amtshilfe leisten und Kommunikationsdienstleistungen anbieten. Allerdings kein öffentliches Internet ersetzen.


    Interessant wäre die Überlegung einer "Schwarzstartfähigkeit" des Internets ähnlich wie bei Stromnetzen: nach einem Blackout kann man von schwarzstarfähigen Kraftwerken die Stromnetze nach und nach wieder aufbauen und regionale Teilnetze wiederherstellen und mit anderen Teilnetzen verknüpfen.


    Ähnlich könnte man mit dem Internet verfahren. Dazu bräuchte man regional verteilte Netzknoten, die z.B. für ihre Region DNS-Dienste anbieten oder Content cachen und als Ersatz-Anbieter auftreten. Technisch wird das heute teilweise aus Gründen der Bandbreiten-Effizienz auch schon gemacht: viel nachgefragte Streaming-Inhalte werden z.B. automatisch in Verteilern z.B. der Telekom zwischen gespeichert. Dann muss man die Top-10 der Netflixserien nicht ständig von einem Netflix-Datacenter in Wyoming nach Hintertux übertragen, sondern nur einmal in einen Telekom-Verteilerkasten am Straßenrand und von dort aus werden die Anfragen dann bedient.


    Uni-Rechenzentren machen das auch. Ich hab das mal erlebt, da war die Spiegel.de-Seite gestört, weil ein Spiegel-Server Probleme machte. Im Bereich des Uni-Netzwerks war die Spiegel-Seite aber noch wähend der Störung komplett abrufbar (mit den aktuellen Inhalten bis zur Störung), nur Links, die z.B. zu alten Artikeln im Archiv führten, wurden zum Spiegel-Server geroutet und liefen dann ins Leere.

  • tomduly: Danke für diese Einblicke. Ich habe, ehrlich gesagt, ebenfalls gedacht, dass unsere Bundeswehr technisch vollständig im letzten Jahrhundert stehengeblieben ist. Das macht ja hinsichtlich Katastrophenhilfe im Ernstfall geradezu Hoffnung.