Keine erhöhte Gefahr von Blackouts durch die Energiewende

  • Allein was hier im akuten Moment passieren würde, lässt jeden Terroranschlag vor Neid erblassen.

    Es sei denn es handelt sich um selbigen.

    Terroranschläge sind aber deswegen nicht weniger schlimm finde ich. Leitungswasser vergiften, Attentate usw.

    Vor allem die anschließend am Rad drehende Politik macht mir Angst.


    LG

    BO

  • Schon einmal mit den Ingenieuren gesprochen, die diese Hauruck Entscheidungen der Politik irgendwie umsetzen müssen? Die fühlen sich teilweise als ob sie der Geist aus der Lampe wären, die Wünsche erfüllen sollen - Nur, dass sie halt nicht zaubern können.

    acta, non verba - viribus unitis

  • Concideratus Da hast Du meine volle Zustimmung. Die blicken das. Aber tun das auch unsere Politiker... und die müssen das nötige Geld locker machen... in Zeiten, wo es mal wieder auf die Wahl zu geht.

  • Schon einmal mit den Ingenieuren gesprochen, die diese Hauruck Entscheidungen der Politik irgendwie umsetzen müssen? .

    Ich noch nicht, und du?

    Teile uns seine Aussagen mit!


    Die blicken das. Aber tun das auch unsere Politiker...

    Wie viel ein Politiker von der Technik versteht kann ich nicht beurteilen, aber auch in anbetracht der Wahlen wird ein Politiker wahrscheinlich ein Interesse daran haben nicht als derjenige in die Geschichte einzugehen an dem es gescheitert ist.

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Ich noch nicht, und du?

    Teile uns seine Aussagen mit!

    Ich setze mich auf BOS Führungsebene seit ca. 2008 intensiv mit dem Thema Blackout auseinander und hatte im Rahmen von Fortbildungen, Seminaren und auch internationalen Fachmessen desöfteren die Gelegenheit mich auch mit führenden Größen im Bereich Energieversorgung und vor allem auch Netzbetrieb auszutauschen.

    Ich habe schon an behördlichen Einsatzplänen und Notversorgungskonzepten mitgearbeitet, als es dieses Thema wenn, dann hauptsächlich in einschlägigen Foren wie hier, gegeben hat.

    Durch die Bank, egal von wem, hörst du eine Aussage immer wieder: Es ist keine Frage OB, sondern nur WANN etwas Größeres passieren wird. Die übereilte dt. Energiewende wird die Sache nicht gerade entspannter machen - im Gegenteil.


    Der von manchen hier als "monetarisierender Youtuber" abgechancelte ist übrigens selber auch Einsatzkraft beim THW und bei weitem nicht so unbedarft, wie er hier dargestellt wird. Viele seiner Aussagen zu diesem Thema haben durchaus mehr Substanz, als das was von den "Faktencheckern" so zusammengetragen wird. Das aber nur nebenbei.

    acta, non verba - viribus unitis

  • Der von manchen hier als "monetarisierender Youtuber" abgechancelte ist übrigens selber auch Einsatzkraft beim THW und bei weitem nicht so unbedarft, wie er hier dargestellt wird. Viele seiner Aussagen zu diesem Thema haben durchaus mehr Substanz, als das was von den "Faktencheckern" so zusammengetragen wird. Das aber nur nebenbei.

    Der hat zu dem Thema definitv mehr im Kopf als die Jubelperser vom Faktenfuchs, denen wir diesen Faden ja überhaupt erst zu verdanken haben, das steht ja völlig ausser Frage.

  • Ob die Tätigkeit beim THW, ehemaliger Dienst im Bundesheer oder vergleichbare Grundlagen wesentlich zum Fachwissen über die länderübergreifende Energieinfrastruktur beiträgt, sei mal dahingestellt.

  • Ab einem gewissen Level in einer BOS hat man definitiv damit zu tun, präventiv die Folgen eines länderübergreifenden Blackouts gedanklich auf vielen Ebenen durchzuspielen. Aber stimmt schon: der 0815 Mitarbeiter hat damit wesentlich weniger Berührung (nicht abwertend gemeint, aber ich hatte in den Jahren 2008 - 2019 gefühlt fast nichts anderes mehr auf meinen Pflichtenheften).

    acta, non verba - viribus unitis

  • Ach, jetzt wird also doch mal nachgerechnet:

    [...]

    Demnach steigt der Stromverbrauch bis 2030 auf 645 bis 665 Terawattstunden. Dies sei ein Zuwachs von 15 Prozent gegenüber den bisherigen Annahmen, so Altmaier.

    [...]

    Altmaier will noch vor der Bundestagswahl innerhalb der Bundesregierung einen Konsens finden, wie hoch der Strombedarf ausfällt. Dies könne dann Entscheidungsgrundlage sein für Koalitionsverhandlungen.

    Die Frage, wie viel Strom mehr etwa für die Elektromobilität oder Wärmepumpen gebraucht wird, ist zentral. Denn daraus abgeleitet ergibt sich etwa, wie schnell zum Beispiel die erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne ausgebaut werden müssen.

    Si vis pacem, para bellum.

  • Also einen erhöhten Strombedarf hätte ich jetzt nicht erwartet bei steigender Tendenz von angeschlossenen Elektrogeräten und Elektrofahrzeugen... Aber wenn schon die Politik sowas sagt wird es wohl stimmen....

  • Es ist ja immerhin schon mal ein Trost, wenn Bundesminister Altmaier endlich mal öffentlich einräumt, daß man zukünftig

    wesentlich mehr Strom als bisher brauchen wird, wenn man zB für Mobilität und Heizen Strom statt fossile Rohstoffe einsetzt.


    Bei einer öffentlichen Planung müsste man für zukünftige Fälle von mehrtägiger Dunkelflaute auch mal die Möglichkeiten von gezielten

    Stromabschaltungen oder Rationierungen diskutieren . Ist dann allerdings dann das Einräumen des Umstandes, daß man nicht alles

    100 % im Griff hat. Aber wenn ich nur noch eine bestimmte Menge Strom habe, erscheint es mir sinnvoller, den vorhandenen Strom

    nach gewissen Kriterien zu rationieren , als einfach abzuwarten und zuzuschauen , bis das Netzt wegen Überforderung dann komplett zusammen bricht.


    Letzte Alternative hat allerdings den gewissen Charme, daß man bis zum letzten Moment immer noch hoffen kann, daß sich das Blatt doch noch wendet.

  • Aber man kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass viele E-Autos, mehr Stromverbraucher hier, mehr Stromverbraucher dort mit weniger Grundlastkraftwerken und mehr launischen Windkraftanlagen funktionieren kann.

    Auch Grundlastkraftwerke können ausfallen und reissen dann schlagartig ein riesiges Loch ins Verbundnetz. Nur weil das sehr selten passiert, heisst es nicht, dass ein Netz mit einem (bzw. einigen wenigen) zentralen Stromversorger(n) zuverlässiger ist, als ein Netz mit ganz vielen dezentralen Stromversorgern. Wir unterliegen da fast schon einer Art Truthahn-Illusion: "Die bisherigen Kraftwerke waren in der Vergangenheit ja immer sicher und zuverlässig.". Ich halte die Gefahr eines Blackouts beim bestehenden Stromnetz für größer als bei der künftigen Netzstruktur.


    Die Herausforderung bei Wind- und Solar-Kraftwerken ist natürlich die Tageszeit- und Wetterabhängigkeit. Aber die ist zumindest zum Teil ganz gut planbar, der Tag-/Nachtverlauf der Sonne ist absolut vorhersagbar und die lokale Verfügbarkeit von Wind sowie das Auftreten von Bewölkung ist mit einigen Tagen bis Stunden recht genau vorhersagbar.


    Also muss ich den allgmeinen Stromverbrauch insgesamt ein Stück weit an die Verfügbarkeit anpassen. Dass man das jetzt mit "intelligentem Lastmanagement" von (bald) massenhaft vorhandenen größeren Stromverbrauchern wie Wärmepumpenheizungen oder Ladepunkten für Elektroautos plant, sorgt für Verunsicherung, ist aber technisch nur konsequent und richtig. Genau dasselbe hat man getan, als man die großen Grundlastkraftwerke mit Kohle oder Uran als Brennstoff errichtet hat, denn diese lassen sich kurzfristig nur schlecht runterregeln und man hatte nachts ein krasses Überangebot an Strom. Deshalb hat man Elektro-Nachtspeicherheizungen "erfunden" und mit sehr preiswerten "Wärmestromtarifen" erfolgreich in den Markt gedrückt (Stand 2013: 1,5 Mio. Haushalte mit NSH, jährlicher Strombedarf 10-15TWh, Quelle). Auch Pumpspeicherwerke waren eine Art Verlegenheitslösung, um einerseits nachts mit überschüssigem Strom etwas anfangen zu können und tagsüber Spitzenlasten abfangen zu können, vom Gesamtwirkungsgrad allerdings eine Katastrophe (AKW 35% x PSW 70% = 24,5%, Übetragungsverluste der Hochspannungsleitungen nicht eingerechnet, ca. 6% bei 110kV je 100km).


    Ich bin relativ optimistisch, dass man ein künftiges Energienetz mit einer Vielzahl dezentralen und nicht-kontinuierlichen Erzeugern in der Gesamtsicht mindestens genauso zuverlässig hinbekommt, wie das bisherige eher zentralistische Stromnetz mit wenigen Großerzeugern. Der Umbau ist technisch und vor allem politisch eine Herausforderung, ganz klar, weil man den Bürgern gefühlte Unsicherheit vermittelt (was Neues wird immer misstrauisch betrachtet) und gewohnte Sicherheit "wegnimmt".


    Wir haben mit den immer sichtbarer werdenden Folgen der Erderwärmung jedoch genügend Argumente, die bisherigen Versorgungsinfrastrukturen schnellstmöglich zu überdenken. Derzeit regnet es in unseren Breiten zwar mehr, als uns lieb ist, aber der langjährige Trend geht eher in Richtung Trockenheit, Dürreperioden und Hitzesommer. Das bedeutet für alle Großkraftwerke, die auf Kühlung angewiesen sind: Leistung herunterfahren oder abschalten. Vor allem Atomkraftwerke an Flüssen sind davon massiv betroffen, da sie selbst bei heruntergefahrenen Reaktoren einen immensen Kühlungsbedarf haben (Nachzerfallswärme, Abklingbecken usw.) und gleichzeitig die Flüsse in heissen Sommern auch so schon zu warm werden und am Kühlwasserauslass von Kraftwerken kritisch hohe Temperaturen im Fluss entstehen, der niedrige Pegelstand tut sein übriges. Und Kraftwerke an Meeresküsten sind grundsätzlich tsunami-gefährdet, wie Fukushima gezeigt hat und mittelfristig wird man sie besser vor steigenden Wasserpegeln schützen müssen oder aufgeben. 35 von 50 japanischen Atomkraftwerken stehen direkt am Meer (Quelle). Rund ein Viertel aller AKW weltweit steht inmittelbar am Meer (Quelle), in den USA ist ein Großteil der Atomkraftwerke nicht überflutungssicher, Experten rechnen ab 2060, dass an zahlreichen Kraftwerkstandorten mit 2 Überschwemmungen monatlich gerechnet werden muss (Quelle).

    D.h. auch von dieser Seite sind Großkraftwerke angezählt, völlig unabhängig von jeder politischen Diskussion und jedes Festklammern am bisherigen Stromversorgungskonzept verkürzt das Zeitfenster für einen geordneten Umbau des Systems.


    Um in der Übergangszeit von zentraler zu dezentraler Netzstruktur möglichst wenig Probleme zu bekommen, müssen zumindest kritische Infrastrukturen in die Lage gebracht werden, im Inselbetrieb eine zeitlang auch ohne Stromnetz zu funktionieren. Das muss nicht immer ein Notstromaggregat sein, dürfte aber häufig die einfachste und am schnellsten umsetzbare Lösung sein. Die Kosten für Anschaffung und Wartung sind überschaubar und wenn man für den Kraftstoff ein Rotationssystem einführt, hat man auch kein Alterungsproblem beim Diesel. Ich hab das ja mal für unsere 4.000-Einwohner-Gemeinde überschlagen, das wären rund 120.000€ Investition, also 30€ pro Kopf und man ist dann für mindestens 7 Tage Komplettausfall der Stromversorgung gerüstet, was die Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Versorgung angeht. Das ist dann sicher nicht komfortabel, aber es vermeidet katastrophale Zustände mit Toten, Unruhen usw.


    Ideal sind natürlich Versorgungsinfrastrukturen, die zumindest einen Teil der nötigen Energie selber erzeugen können und im Notfall in einem Inselmodus mit reduzierter Leistung weiterarbeiten können. So hat man bei Kläranlagen bis in die 1980er Jahre Faultürme gehabt, in denen der Klärschlamm ausgefault wurde und das dabei entstehende Gas abgefackelt oder verstromt. Die Faultürme verschwanden dann wieder und man ging zu Kammfilterpressen und Lufttrocknung des Klärschlamms über (der dann als Sondermüll entsorgt und verbrannt wird). Heute baut man wieder Faultürme, um das brennbare Gas für die Stromerzeugung zu verwenden (und mit der Motorenabwärme dann die Schlammtrocknung zu unterstützen). So eine Kläranlage kann technisch im Inselbetrieb gefahren werden und vom eigenen Faulgas mit Strom versorgt werden.

    Oder Wasserwerke mit eigener Laufwasser-Turbine zur Stromversorgung des Pumpwerks. Biogas-Anlagen zur Verstromung von Gülle oder Silage sind technisch nichts anderes als große Notstromaggregate und können auch ohne öffentliches Netz Strom kontinuierlich produzieren, man muss ihn halt vor Ort nutzen.


    Grüsse

    Tom


    Notstromversorgung-Kommune.jpg

  • Ich bin überzeugt, dass das Stromnetz in Zukunft ausfallsicherer wird. Aber das muss sich halt in den nächsten 20 Jahren entwickeln.


    Ich habe kein festes Szenario und keine Glaskugel. Wenn ich wüsste was kommt wäre Vorbereitung deutlich einfacher. Die für mich wahrscheinlichsten sind:

    Zusammenbruch der Wirtschaft

    Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung

    Pandemie

    Naturkatastrophen (einschneien, Wasser, Supervulkan)

    Blackout


    Wer 2 Wochen komplett autark zu Hause klar kommt ohne einmal raus zu müssen ist hier schon mal ganz weit vorne (vielleicht 3-5 % der Bevölkerung???). Wer einen ganzen Winter oder Jahre klar kommt noch viel besser.

    Aber mein eigener Brunnen läuft mit Strom und Trinken und Hygiene stehen recht weit oben auf meiner Liste. Ob der Strom nun ausfällt weil die Energiewende schief gelaufen ist, ein Unwetter die Verteilung zerlegt hat, der böse XYZ Anschläge auf Knotenpunkte verübt, Hacker ihr Unwesen treiben oder sich in einem Zusammenbruch einfach keiner mehr darum kümmert ist da relativ egal. Solange es sich nur um einen lokalen Stromausfall handelt wird schon Hilfe kommen aber bei einem Teil-EU-Blackout wird es dauern und dann bin ich froh wenn ich mir selbst helfen kann.


    Für mich ist da auch nicht wichtig ob, wann, wie oder wodurch. Die Möglichkeit besteht. Und gefühlt steigt sie zumindest aktuell durch Solar, Wind und Abschaltung der alten Kraftwerke sowie den großflächigen Verbund (die Vorteile sind mir hier durchaus klar).


    Also Leute, lasst uns preppen ;-)

  • ...

    10.000l Diesel im Jahr zu rotieren sind halt auch 30t CO2 inkl. Vorkette. Das Konzept hat so also eine begrenzte Lebenserwartung.

    Wahrscheinlich ist aber syn. Diesel wesentlich länger haltbar, nur halt heute nicht kaufbar.

  • ...


    Was aber oft vergessen, verdrängt oder nicht verstanden wird (und worauf auch der "bayerische Youtuber" richtigerweise mehrfach hinweist): Es gibt derzeit keinen ausreichenden Ersatz für die Momentanreserve, welche durch die Energiewende abgebaut wird. Da hilft es auch nichts, dass man vll. irgendwann mal ausreichende Batteriekapazitäten haben wird ...

    Woher kommt denn die Vorstellung, dass das Stromnetz von lauter Idioten betrieben wird, die ständig was vergessen oder übersehen, was dann von Laien auf Youtube oder in Foren "aufgeklärt" wird, denen idR schon die einfachen Grundlagen der Physik dazu fehlen???


    Natürlich ersetzt man fehlende Systemdienstleistungen. Biblis A wurde seinerzeit z.B. als schnelle Notlösung zum Phasenschieber umgebaut.

    Sollte man tatsächlich rotierende Massen benötigen wird man eben weiter Massen rotieren lassen oder das Problem anders lösen.

  • Woher kommt denn die Vorstellung, dass das Stromnetz von lauter Idioten betrieben wird, die ständig was vergessen oder übersehen, was dann von Laien auf Youtube oder in Foren "aufgeklärt" wird, denen idR schon die einfachen Grundlagen der Physik dazu fehlen???

    Das Stromnetz wird nicht von Idioten betrieben sondern von wirklich gut ausgebildeten Fachleuten Das Problem ist das ihnen Nichtgachleute/Idioten durch Abschaltung der grundlastfähigen, sauberen und hochmodernen Kraftwerke die Möglichkeit nehmen eine zuverlässige Stromversorgung sicher zu stellen. Den wirklichen Fachleuten und ihrem Einsatz ist es zu verdanken, das wir nicht schon längst in einen Blackout gerasselt sind.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Woher kommt denn die Vorstellung, dass das Stromnetz von lauter Idioten betrieben wird, die ständig was vergessen oder übersehen,

    Ähm... Was die Geschäftsführung angeht: Weil es stimmt. Da sitzt vermutlich kein einziger der sich mit Strom auskennt.


    Die Entscheidungsträger wollen Gewinn machen, die wollen keine Bedenken hören, wer da Probleme oder Bedenken anmeldet wird keine Karriere machen. Die denken nur bis zur nächsten Aktionärsversammlung!


    Ich kenne das aus eigener Erfahrung denn ich bin selbst im Bereich kritischer Infrastruktur unterwegs.

    In schwierigen Zeiten gibt es dann eine Telko nach der anderen, zuvor gebe ich einen detaillierten Bericht mit allen Problemen an meine Vorgesetzten, die kürzen alle Probleme raus und da die echten Experten (meine Kollegen ) an der Front ihr Bestes gegeben haben um die grössten Schäden abzuwenden, ist es ja gar nicht mal so richtig gelogen. In der Telko wird dann demütig berichtet dass alles in Ordnung sei und die Führung beweihräuchert sich selbst und ab und an ergreife ich dann doch das Wort.

    Eine detaillierte Schilderung der schlimmsten Problem hat ein räuspern und Schweigen zur Folge und nach einer kurzen Pause wird weiter gejubelt. Denen geht das völlig am A vorbei.

    Und zum Abschluss der Telko haben wir immer eine kleine Wette laufen welches A*l* der mittleren Führungsebene gleich bei uns anruft um uns mitzuteilen dass man sowas doch nicht sagen dürfe selbst wenn es der Wahrheit entspräche.


    Fazit: Du kannst auch noch so viele Fachleute haben , solange sie nicht in den Entscheidungspositionen sitzen bringen sie nix.

  • Das Stromnetz wird nicht von Idioten betrieben sondern von wirklich gut ausgebildeten Fachleuten Das Problem ist das ihnen Nichtgachleute/Idioten durch Abschaltung der grundlastfähigen, sauberen und hochmodernen Kraftwerke die Möglichkeit nehmen eine zuverlässige Stromversorgung sicher zu stellen. Den wirklichen Fachleuten und ihrem Einsatz ist es zu verdanken, das wir nicht schon längst in einen Blackout gerasselt sind.

    Wenn man so will kam das von Dir beschriebene Szenario genau 1x vor und das war in 2011. Und selbst da hat die Politik nicht einfach so entschieden, sondern sich Expertenrat eingeholt.


    Deine Vorstellung wie sowas abläuft ist also rundheraus falsch.


    "Grundlastfähig" im Sinne von schlecht regelbar ist heute keine positive Eigenschaft.

    Gesichert ist die Leistung keineswegs, gerade die Flusswassergekühlten AKW liefern keine zuverlässige Stromversorgung, wie man in Frankreich mehrmals gut sehen konnte.


    "Modern" trifft auf deutsche AKW keineswegs zu, Neu dürfte man sowas heute nicht mehr bauen.


    Und "sauber" im Sinne von Klimaschutz sind Kohlekraftwerke nun mal nicht, völlig egal welches, außer man verheizt darin gigantische Mengen Holz und das führt zu anderen Problemen. (CCS ist dafür keine realistische Option)


    Also ist völlig richtig, dass die Dinger weg müssen.

    Der Fehler ist nicht, dass wir die zu schnell abschalten, sondern dass die heute immer noch laufen, obwohl das Problem seit über 30 Jahren bekannt ist.


    Ich selber möchte folgenden theoretischen Vorschlag machen. Jeder Steuerzahler ab 18 soll sich 1x entscheiden dürfen, ob er/sie für Klimaschutz bezahlen will oder nicht.

    Die, die wollen bezahlen die Energiewende für alle und bestimmen wie das passiert.

    Die anderen bezahlen die Kosten der Energiewende und für Klimaschutz nicht ( sondern nur die aktuellen Preise), dafür aber alle künftigen Kosten für Klimaanpassung und Klimaschäden, die über das heutige Maß hinaus gehen.


    Da kann dann jeder selber entscheiden, was er für schlauer hält und muss dann auch die Konsequenzen dafür tragen.


    Natürlich geht das aus diversen Gründen nicht ( man denke z.B. die Rente von heute auf morgen freiwillig zu machen), aber als Gedankenexperiment taugt es schon.


    Offenbar glauben ja immer noch viele es wäre eine blöde Idee, Solar-, Wind- und Gaskraftwerke zu bauen und stattdessen viel schlauer, AKW- und Kohlekraftwerke weiter zu betreiben. Offenbar glauben viele, es wäre schlau, in 50 Mio deutschen ( und künftig weltweit 2 Mrd) PKW noch jahrzehntelang weiter Diesel und Benzin zu verfeuern, als gäbe es kein Morgen.

    Hat ja vor 50 Jahren halbwegs gut geklappt, also wieso was ändern?


    Ein Wunder, dass wirs früher mal hinbekommen haben, zuverlässige Kohleöfen durch unsichere Gasheizungen zu ersetzen.


    MfG