Keine erhöhte Gefahr von Blackouts durch die Energiewende

  • Die, die ich kenne und mit denen ich zu tun habe sind kompetent. IdR auch Interessengeleitet, aber das ist deren Job. Aufgabe der Politik ist, Partikularinteressen und Gemeinwohl abzuwägen.

    Das gelingt unterschiedlich gut, das Hauptdrama dabei ist, dass viele Politiker nur bis zur nächsten Wahl denken wollen und keineswegs immer Vertreter des Gemeinwohls sind.

    Wären sie es, sähe die Welt anders aus. Das sind halt auch nur Leute wie Du und ich und keine Heiligen. Wären wir normalen Leute besser sähe die Welt auch ganz anders aus.


    Die Geschichte, dass bei Euch alles Idioten und Jubelperser sind und Du der einzige bist, der die Wahrheit kennt und heroisch ausspricht ist wenig glaubwürdig.

    Dass Katastrophenschutz grundsätzlich wenig ernst genommen wird ist nicht neu, das ist überall so. Den Leuten fehlt halt die Phantasie und keiner mag bezahlen, bevor es richtig weh tut. Ist auch bei der drohenden Megakatastrophe Klimawandel so. Den leugnet man lieber, als dafür zu bezahlen ihn zu vermeiden.


    Was ist denn übrigens Deine Expertise zu Energiewende und Stromnetze?


    MfG

  • Da ich ebenfalls im Bereich der kritischen Infrastruktur mitarbeite, muss ich hier sagen: Das, was von GilleD geschildert wurde, kann ich absolut NICHT bestätigen!

    Das Thema wird bei uns aktiv besprochen (auch auf GF- und Vorstandsebene) und mittels Maßnahmen (sowohl was Schulungen/Trainings als auch Investition in die Infrastruktur anbelangt) so gut wie möglich versucht, da vorzubauen.

    Wir lassen uns da auch von externen Experten (und damit meine ich: echte Experten!) beraten und sind mit dem universitären Bereich einer renommierten Uni bestens vernetzt.




    PS: Nein - ich werde da keine weiteren Details dazu hier in einem Forum veröffentlichen. Dazu ist mir mein Arbeitsplatz zu lieb und teuer...

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Wenn man so will kam das von Dir beschriebene Szenario genau 1x vor und das war in 2011.

    Falsch. Wir standen danach schon des Öfteren vor einem europaweiten Blackout. Erst letztens als sich sicherheitshalber ein großes Kohlekraftwerk abgeschaltet hat.



    schlecht regelbar

    Sind auch Solarparks und Windmühlen. Du kannst keine Sonne oder Wind zuschalten wenn der Strom knapp wird. Besonders bei Dunkelflaute. Ende Winter war es fast soweit, weil Frankreich etliche Brüter wegen Wartungsarbeiten vom Netz genommen hat war es wieder echt knapp. Besonders lustig ist das zu viel produzierter Strom uns Geld kostet, weil im Ausland konventionelle Kraftwerke gedrosselt werden müssen.


    Also ist völlig richtig, dass die Dinger weg müssen.

    Aber gerne doch. Aber nicht bevor man die Erneuerbaren soweit ausgebaut hat das die Versorgung sicher ist. Dazu gehört auch das Speichern von Energie, egal mit was.



    Offenbar glauben ja immer noch viele es wäre eine blöde Idee, Solar-, Wind- und Gaskraftwerke zu bauen

    Ist es nicht. Aber gute konventionelle Kraftwerke abzuschalten bevor die Stromversorgung gesichert ist ist Wahnsinn.



    Schön auch das China und Indien, die mehr als die Hälfte des CO2 produzieren, das auch noch bis 2035 weiterhin unlimitiert tun dürfen. Nur gut das wenigstens Deutschland (1,8% der weltweiten Emission) mit seinen Einsparungen das Weltklima rettet. Auf welchem Planeten lebst du eigentlich???

  • Was mir so ein bischen in der ganzen Diskussion fehlt: Klimaschutz muss schlichtweg weltweit passieren - es gibt keine Käseglocke über DACH bzw. Europa. Und inwieweit DE noch als glorifiziertes Vorbild für die Welt dienen kann, wage ich im Hinblick auf NIMBY-Initiativen (Not in my Backyard) und exemplarischen Bauvorhaben wie dem BER doch zu bezweifeln :thinking_face:

    BY/DE

    Si vis pacem, para bellum.

  • Ebenfalls kritische Infrastruktur hier und dort auch noch derjenige, der sich explizit mit Notfall- und Krisenvorsorge für den Bereich beschäftigen darf. Ich kenne sowohl die Seite von GilleD als auch die von Maresi und kann beides teilweise bestätigen.
    Ich bin oft derjenige, auf den in solchen Besprechungen zuletzt geschaut wird, weil sich alle ein "ja, ABER" erwarten. Ich darf mich aber nicht aufregen: es wird vor allem seit Covid-19 sehr sehr viel umgesetzt und auch davor haben wir massiv viel in sachen Blackout Prävention getan, was ordentlich Schotter gekostet hat.

    Auch wir greifen viel auf externe Spezialisten (vor allem im Bereich IT) zurück, die entsprechenden Background haben und trotzdem sage ich als "verwöhnter Vorsorger" hier, dass immer noch viel zu wenig getan wird und das finanzielle sehr wohl meistens ein Totschlagargument ist, wenn man Verbesserungen vorschlägt.

    acta, non verba - viribus unitis

  • Wir brauchen heute keine nennenswerten Speichermengen sondern flexible Residuallast. Das können unsere AKW nicht.


    Wir stehen auch nicht ständig vorm blackout. Zu netzkritischen Situationen gibt es idR Berichte der BNetzA. Dort steht was Sache ist und nicht auf Spiegel, Youtube & Co.


    China plant bis 2060 CO2 neutral zu sein, das wird aber noch deutlich schneller passieren, da wette ich mit jedem hier.


    Indien hat viele Pläne für Kohlekraftwerke auf Eis gelegt und durch Solar ersetzt. Ist billiger. Indien plant ein Verkaufsverbot für Verbrenner PKW bis 2030.

    Weltweit ging 2020 mehr Kohlekapazität vom Netz als dazu kam. Evtl noch ne Ausnahme, aber bald schon die Regel. Ohne China heute schon die Regel.


    Wollt ihr ernsthaft, dass sich Deutschland beim Fortschritt an China und Indien messen soll?


    Im übrigen haben die heute lebenden Deutschen im Schnitt genausoviel CO2 emittiert als die heute lebenden Inder, obwohl es davon 15x mehr gibt. Wenn die Inder als auf Gerechtigkeit pochen und die Deutschen morgen früh jeden CO2 Ausstoß einstellen ginge die Welt dennoch vor die Hunde.


    Ihr seid Prepper. Macht Euch bereit, dass das mit dem Klimaschutz schneller geht als ihr denkt und dennoch nicht schnell genug um uns vor katastrophalem künftigen Wetter und anderen Folgen zu schützen.


    Das ist eben der Preis für 30 Jahre nichts tun.


    Mit jeder Katastrophe in Europa, USA, China und anderen bedeutenden Ländern wird das schneller gehen.


    Ihr erinnert Euch an die Diskussion zu Elektro-PKW, wo viele nicht glauben wollten, wie schnell das gehen wird. Jetzt sind 2? Jahre vergangen. Will da noch einer dagegen wetten?


    Bereitet Euch auf einen Stromausfall vor, das war schon immer ein wahrscheinliches Katastrophenszenario und wird es auch künftig sein. Und macht drei Kreuzzeucheb, wenn dann die AKW keine direkte Gefahr mehr sind, denn die können Euch in so einem Fall Euer Haus, Euer Grundstück und alles andere nehmen und dagegen könnt ihr nichts tun.


    MfG

  • Wir brauchen heute keine nennenswerten Speichermengen sondern flexible Residuallast. Das können unsere AKW nicht.

    Nein. Das ist so dermaßen übersimplifiziert, dass es schlicht und ergreifend falsch ist!

    Deutschland hat eine permanente Grundlast von ca. 30 GW im Sommer bzw. ca. 40 GW im Winter.

    Die kann man jetzt entweder (wie die vergangenen Jahrzehnte hervorragend bewiesen haben) über grundlastfähige Großkraftwerke erzeugen, oder über einen Mix aus zigtausenden unterschiedlichen Erzeugern, die (wie im Falle von PV und Wind) oftmals schwer bis gar nicht regelbar sind.

    Dass das dann in Summe flexibler ist als das (zumindest tlw. noch) bestehende System muss erst noch bewiesen werden.


    Bereitet Euch auf einen Stromausfall vor, das war schon immer ein wahrscheinliches Katastrophenszenario und wird es auch künftig sein. Und macht drei Kreuzzeucheb, wenn dann die AKW keine direkte Gefahr mehr sind, denn die können Euch in so einem Fall Euer Haus, Euer Grundstück und alles andere nehmen und dagegen könnt ihr nichts tun.

    Die AKWs werden noch viele Jahre lang eine Bedrohung sein. Und stillgelegte AKWs noch viel mehr als noch laufende, weil sich bei ersteren ja keine Investitionen mehr lohnen...

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  • Wir brauchen heute keine nennenswerten Speichermengen sondern flexible Residuallast.

    Der Unterschied (zum momentanen Stand der Technik!) ist jedoch der, dass diese "Flexibilität" nicht auf "Da, wenn WIR es brauchen" sondern eher auf "Da, wenn gerade die Umstände passen" beruht. Das sorgt nicht gerade für Netzstabilität - eher im Gegenteil.

    Deswegen wird es Speicher brauchen, die eine Überproduktion schnell abfangen und auch verwertbar hinterlegen können.

    acta, non verba - viribus unitis

  • Bin ich eigentlich der einzige, der der sich ein wenig "seltsam" dabei vorkommt: Über viele Jahrzehnte ist das Stromnetz dem Verbrauchsverhalten der Abnehmer gefolgt.

    Plötzlich wird uns die Energiewende als Erfolgsmodell angepriesen, allerdings mit dem Paradigmenwechsel, dass der Verbraucher sich nach der Erzeugung richten muss (aka "flexible Residuallast")?!?

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  • Die AKWs werden noch viele Jahre lang eine Bedrohung sein. Und stillgelegte AKWs noch viel mehr als noch laufende, weil sich bei ersteren ja keine Investitionen mehr lohnen...

    Ich bin da kein Experte.


    Meine Vorstellung ist, dass ein endgültig abgeschaltener Reaktor nach einn paar Monaten keines ausreichende hohe Nachzerfallswärme produziert, um bei einem Stromausfall schon nach wenigen Tagen zu einer Katastrophe führen zu können so wie z.B. der Reaktor 4 in Fukushima, der sich in Revision befand und bei dem das Wasser im Abklingbecken mit vielen noch hoch aktiven nicht "verbrauchten" Brennstäben nach einer Weile zu verdampfen begann.


    (ich hab den guten Artikel dazu leider nicht mehr gefunden, den ich damals gelesen habe, als Notlösung nur das hier, was mir icht so gefällt: http://www.offene-akademie.org/?p=196)


    Irre ich mich? Welches gefährliche Szenario bei z.B..einem14-tägigen großräumigen Stromausfall siehst Du da in deutschen AKW z.B. 12 Monaten nach dem herunterfahren?


    Wenn da durch irgendwas blödes lokal Radioaktivität austritt ist das noch kein InES 6-7 Super-GAU.


    Die Castoren machen wir z.B. gar keine Sorgen. Die sind reinn passiv gekühlt. Da müsste dann schon eine Sturzflut ein ganzes Lager davon irgendwo an einer Brücke eng zusammen aufstapeln und zerquetschen (realitisch vermutlich nicht möglich) oder eine Boeing 737 drauf fallen.

  • Bin ich eigentlich der einzige, der der sich ein wenig "seltsam" dabei vorkommt: Über viele Jahrzehnte ist das Stromnetz dem Verbrauchsverhalten der Abnehmer gefolgt.

    Plötzlich wird uns die Energiewende als Erfolgsmodell angepriesen, allerdings mit dem Paradigmenwechsel, dass der Verbraucher sich nach der Erzeugung richten muss (aka "flexible Residuallast")?!?

    Flexible Residuallast ist in diesem Kontext primär eine Anforderung an die Erzeuger der Residuallast, nicht an die Verbraucher.


    Der "Last"-Bgeriff ist hier wohl etwas missverständlich, genauso wie Grundlastkraftwreke ja auch keine Last darstellen.


    https://www.oeko.de/fileadmin/…lexibilitaetsoptionen.pdf (ist leider schon ein paar Jahre alt, zur Erklärung der Optionen aber ganz gut)


    Beispiel daraus: (Seite 18)


    "...CO2-Emissionen: Solange noch relevante fossile Kraftwerke (insbesondere CO2-intensive Kohlekraftwerke) im System vorhanden sind, führen neue Speicher und Flexibilitätsoptionen zu erhöhten CO2-Emissionen im Vergleichzu einer Flexibilitätsbedarfsdeckung durch neue Gaskraftwerke. Es könnte die Frage gestellt werden, ob die Einführung von Flexibilität gebremst werden sollte, solange eine Minimierung der variablen Stromgestehungskosten im Kraftwerkspark durch den Einsatzvon Flexibilität mit einer Erhöhung der CO2-Emissionen einhergeht. Allerdings können die Ziele der Energiewende nur erreicht werden, wenn Flexibilitäten auf-und die Braunkohleverstromung abgebaut wird. .."



    Das Verschwinden des Bedarfs an Kraftwerken zur Grundlastabdeckung sieht man ganz gut in der Grafk auf Seite 29 (die Schnittpukte mit der x-Achse)

    Das heißt nicht, dass man eine gewisse Flexibilität bei Lasten wie Wärmepumpen und dem Langsamladen von ePKW nicht nutzen soll, das wäre ja blöd.

    3 Mal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Residuallast ist - wie der Name schon sagt - keine Erzeugung, sondern eine Last. Last entsteht durch den Verbraucher, und die Erzeugung hat die Aufgabe, genau so viel Energie zu erzeugen wie der Verbrauch (die Last) aktuell vorgibt.

    Grundlastkraftwerke dienen zur Abdeckung der Grundlast (die vom Verbraucher erzeugt wird und quasi das unterste, immer nachgefragte Niveau darstellt). Spitzenlastkraftwerke dienen zur Abdeckung der - Überraschung! - Spitzenlast.

    Residuallast ist das Delta zwischen dem jeweiligen Bedarf abzüglich nicht regelbarer (idR: EE-) Energiequellen und wird überwiegend von konventionellen Kraftwerken abgedeckt.


    Eine gute Definition habe ich unter https://www.next-kraftwerke.de/wissen/residuallast gefunden


    Wenn ich dich richtig verstanden habe, wolltest du aussagen: Es bedarf flexibler Residuallastkraftwerke?!? DEM hingegen kann ich uneingeschränkt zustimmen!

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Wenn ich dich richtig verstanden habe, wolltest du aussagen: Es bedarf flexibler Residuallastkraftwerke?!? DEM hingegen kann ich uneingeschränkt zustimmen!

    Ja so hätte ich es besser formulieren sollen.


    Das Potezial für DSM gerade im privaten Bereich halte ich abseits von elektrischer Wärmeerzeugung und e-PKW für sehr überschaubar.

  • Das Potezial für DSM gerade im privaten Bereich halte ich abseits von elektrischer Wärmeerzeugung und e-PKW für sehr überschaubar.

    Kühlung wird zunehmend eine Rolle spielen. Die drei Bereiche können schnell 2/3 des jahresverbrauchs aus machen.

    Das Problem sind nutzer die sich bei Einschränkungen durch "Schummeleien" über Restriktionen hinweg setzen und damit eine Kriese befeuern.


    Im Prinzip müsste jeder Zähler einen kriesenmodus haben, in dem bei Überschreitung der Notfall- Maximallast abgeschaltet wird

    aus DE gesendet....

  • Der BR hat einen weitern Artikel gebracht, diesmal allerdings ohne Schulung beim Faktenfuchs


    https://www.br.de/nachrichten/…n-stromschleudern,SeSyUbi


    Hier stellt der Autor ähnlich wilde Thesen auf wie der "bayrische Youtuber"

    Er merkt an dass die steigende Zahl von Wärmepumpen plus Wind der nicht immer weht und Sonne die nicht scheint zu einer realtiv unsicheren Heizmethode machen.

    Im Audioteil wird auch noch angemerkt dass allein die Heizungen bis zu 48 Milliarden Wattstunden Strom brauchen von denen niemand weiss woher sie kommen sollen.

    Wohlgemerkt wird hier noch nicht mal beachtet dass Kohle und Atom derweil ja auch noch abgeschalten werden.

    Berufen wird sich auf einen ominösen Thinktank " Agora Energiewende" mitfinanziert vom Bundeswirtschaftsministerium.

    Tja, die werden halt mit Mathematik der 10ten Klasse versuchen irgendwelche Zahlen zu addieren oder zu subtrahieren, das kann ja nicht funktionieren. :partying_face:

    Da braucht man schon nen Master der Fusionstechnologie und geheime Technologien über die man nicht reden darf.