Hochwasserkatastrophe in Deutschland Juli 2021

  • Für mich sind die samstägliche Sirenenprobe um 12 Uhr sowie der Sirenenalarm bei Einsätzen der FF normales Alltagsleben hier in der Pampa.


    Da weiß ich auch sofort, dass nach dem ersten der 3 Sirenenalarme sämtliche verfügbaren Florianis aus dem Dorf zum Feuerwehrhaus unterwegs sind.

    Think positive, stay negative! :)

  • Der Stellenwert dieser Einrichtung, die bei uns immer noch via Analogfunk mit USV Pufferung mehrere Stunden nach Totalausfall läuft (und der Umstand, dass bei uns gerade die Feuerwehren als "Leuchtturmprojekt" in den jeweiligen Gemeinden sehr großflächig auch mit Notstrom ausgestattet wurden) wird hier sehr deutlich: eine Flächendeckende Warnung der Bevölkgerung ist mittels Knopfdruck in der Alarm- und Warnzeltrale möglich. Komplett unabhängig davon, ob die Gerade Netz, Akku oder Strom haben.

    acta, non verba - viribus unitis

  • Über NINA und Katwarn habe ich Stadtteil-bezogene Warnungen gesehen. Bis hin zu: "verlassen Sie Ihre Wohnung. Überflutungsgefahr durch möglichen Dammbruch". So völlig nutzlos erscheinen mir die Systeme daher nicht.

  • Über NINA und Katwarn habe ich Stadtteil-bezogene Warnungen gesehen. Bis hin zu: "verlassen Sie Ihre Wohnung. Überflutungsgefahr durch möglichen Dammbruch". So völlig nutzlos erscheinen mir die Systeme daher nicht.

    Dann dürfte es lokal aber eh funktioniert haben!

    acta, non verba - viribus unitis

  • Dann dürfte es lokal aber eh funktioniert haben!

    Jein.


    Mich beispielsweise würde eine NINA-Warnung unterwegs kaum erreichen. Die Warnungen gehen nur (noch) über mobiles Internet raus, und das wird bei mir nur bei Bedarf kurzfristig aktiviert. Mein Arbeitsweg ist kurz (~10 Meter), was soll ich da mit einem Monster-Datenvolumen im Mobilfunknetz, wenn ich ohnehin den ganzen Arbeitstag bzw. auch jetzt in der Freizeit vor einem Riesenmonitor nebst vollwertiger Tastatur sitze?


    Logisch, ich bin wahrlich nicht das Maß der Dinge, will damit aber aufzeigen, dass es durchaus auch Menschen gibt, die nicht mit ihrem Hosentaschen-Internet "verwachsen" sind :winking_face:

    Si vis pacem, para bellum.

  • Jein.


    Mich beispielsweise würde eine NINA-Warnung unterwegs kaum erreichen. Die Warnungen gehen nur (noch) über mobiles Internet raus, und das wird bei mir nur bei Bedarf kurzfristig aktiviert. Mein Arbeitsweg ist kurz (~10 Meter), was soll ich da mit einem Monster-Datenvolumen im Mobilfunknetz, wenn ich ohnehin den ganzen Arbeitstag bzw. auch jetzt in der Freizeit vor einem Riesenmonitor nebst vollwertiger Tastatur sitze?


    Logisch, ich bin wahrlich nicht das Maß der Dinge, will damit aber aufzeigen, dass es durchaus auch Menschen gibt, die nicht mit ihrem Hosentaschen-Internet "verwachsen" sind :winking_face:

    Für Katwarn gibt es bei uns die Möglichkeit sich auch per SMS für einen PLZ Bereich warnen zu lassen - gibt es das in DE auch?

    acta, non verba - viribus unitis

  • Für Katwarn gibt es bei uns die Möglichkeit sich auch per SMS für einen PLZ Bereich warnen zu lassen - gibt es das in DE auch?

    :thumbs_up: ja, gibts, ich hab gerade nachgesehen.


    Das "aber" ist zwangsläufig als zweiter Punkt unter "Info" zu finden:

    KATWARN kann technisch keine 100%ige Zustellsicherheit der Warnungen gewährleisten. Insbesondere bei Störungen des Mobilfunknetzes, des Internets oder der Stromversorgung sind Ausfälle möglich.

    Egal, ich meld mich an. Jetzt muss dank schlechtem Mobilfunkempfang hier in der Bude nur noch die SMS auch rausgehen :grinning_squinting_face:

    Si vis pacem, para bellum.

  • Das passt thematisch ja gerade voll rein: Welt.de | Wie warnt man vor dem Unvorstellbaren?

    Und weiter unten dann das, was wir hier (:confounded_face:) ja schon des öfteren festgestellt und auch bemängelt haben:

    [...]

    Eine Möglichkeit zur Warnung der Bevölkerung wären Sirenen gewesen. Sie aber wurden nach dem Ende des Kalten Krieges vielerorts abgebaut oder ausgeschaltet.

    Ein Fehler, wie der Bund mittlerweile selbst eingesehen hat. Länder und Gemeinden werden laut BBK nun per Förderprogramm mit maximal 88 Millionen Euro beim Ausbau ihrer Sirenennetze unterstützt.

    ---

    Nachtrag:


    In unserem Regional-Onlineschmarrnbladl werden natürlich auch alle Warnungen vom DWD ohne Bezahlschranke veröffentlicht...


    So, nun zieht so ein angekündigtes Gewitter mit Hagel über den (relativ großen) Landkreis - die einen triffts voll, die anderen bekommen nicht mal 1 Tröpfchen ab. Und letztere sind sich dann aber auch nicht zu blöd, in die Kommentarfunktion sinngemäß reinzuschreiben: "alles Panikmache, ihr warnt ja schon beim kleinsten Wölkchen, hier ists trocken und die Sonne scheint" :person_facepalming:


    Gutes Beispiel für derartiges Verhalten ist ausgerechnet ein hiesiger Bauhofmitarbeiter - alles macht am 29.06. Alarm und warnt vor dem anrückenden Wetter, erklärt er mir, dass er nicht an solche Warnungen glaube, weil die letzten von seiner Bauhof-App (?) vorhergesagten Stürme nicht eingetreten wären. Ich hab dann nur in den Himmel auf die Wolken und im Anschluß auf die Armbanduhr geguckt und gemeint, er hätte jetzt noch maximal 5 Minuten, bis es losgeht. Tja, also "trocken" hat er es nimmer ins Auto geschafft :person_shrugging:

    Si vis pacem, para bellum.

    Einmal editiert, zuletzt von Lunatiks ()

  • Ich kann die Kritik an den Wetterwarnungen schon verstehen. Die scheinen mir meist auch sinnlos. Wer den Wetterbericht wahrnimmt, weiß, dass es Gewitter, Glatteis oder was auch immer geben kann. Wer noch nicht mal auf die Wettervorhersage achtet, der wird auch über Warnmeldungen nicht erreichbar sein. Insofern ergeben solche allgemeinen Wetterwarnungen für mich keinen Sinn. Deshalb habe ich bisher auch auf Warnapps verzichtet, denn da laufen praktisch nur solche Meldungen auf, und zwar später als das aus der Wettervorhersage absehbar ist.

  • An einem Cell-Broadcast Warnsystem führt meiner Meinung nach kein Weg vorbei.


    Idealerweise aber eines, dass im Gefahrenfall nicht nur SMS verschickt, sondern auch automatisch Anrufe mit einer Tonbandansage schickt.


    Für diese Notfallanrufe sollte es technisch aber auch eine Lösung geben die Lautloseinstellung des Smartphones zu überschreiben, damit es auch alle mitbekommen, zum Beispiel mitten in der Nacht.


    Keine Ahnung ob das technisch möglich ist?

  • Für diese Notfallanrufe sollte es technisch aber auch eine Lösung geben die Lautloseinstellung des Smartphones zu überschreiben, damit es auch alle mitbekommen. Keine Ahnung ob das technisch möglich ist?

    Bei Smartphones ist technisch sehr viel möglich und denkbar. Wichtig wäre einerseits, dass es einen möglichst großflächigen Standard gibt und dass man mal damit anfängt. Der Standard ist wichtig damit es nicht wieder einen Wildwuchs an Techniken gibt. Cell-Broadcast sollte so ziemlich jedes Handy aus dem letzten Jahrzehnt können. Jetzt noch eine Verpflichtung, dass jedes neue Telefon zuverlässig und nachhaltig alarmieren muss bei definierten Nachrichten. Vorzugsweise global aber zumindest europaweit. Bei Smartphones sollte ein Software-Update dazu genügen.


    Logisch, ich bin wahrlich nicht das Maß der Dinge, will damit aber aufzeigen, dass es durchaus auch Menschen gibt, die nicht mit ihrem Hosentaschen-Internet "verwachsen" sind :winking_face:

    Du hättest zumindest technisch die Möglichkeit per App gewarnt zu werden. Es ist Deine aktive Entscheidung dass das derzeit nicht funktioniert, Du also auf diese Warnmöglichkeit bewusst verzichtest.


    Dort wo ich wohne gibt es kaum Handyempfang, über jede SMS die ankommt bin ich erstaunt. Auch die Sirenen sind zu weit weg um sie bei geschlossenen Fenstern zu hören, selbst im Freien muss ich schon hinhören und darf gerade nichts anderes machen. Da sind die Warnapps sehr wertvoll, Internet funktioniert hier langsam aber stabil.

  • Aus dem Welt-Ticker zum NRW/RP-Hochwasser:

    Landkreistag-Präsident für Katastrophen-Warnungen per SMS 

    Nach den massiven Überflutungen im Westen Deutschlands sieht der Landkreistag Reformbedarf im Katastrophenschutz. „Die Landkreise als Katastrophenschützer vor Ort tun alles Mögliche, die Lage in den betroffenen Landkreisen in den Griff zu bekommen“, sagte der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes, Reinhard Sager, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen allerdings eine noch besser eingespielte Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, den Ländern und dem Bund.“

    Es wäre etwa gut, wenn Warnungen per SMS auf allen Mobiltelefonen sofort sichtbar würden, sobald konkrete Gefahr droht. „Das sollte bei größeren sich anbahnenden Katastrophen damit auch auf älteren Handys und ohne zu installierende Apps möglich sein“, sagte Sager.

    Si vis pacem, para bellum.

  • Heute das Kühlregal für Frischfleisch in unserem Edeka leer, bis auf 1 Bio Hackfleischpaket.

    Ein Zettel pappte draussen an, dass wegen der Wetterkatastrophe der Lieferant nicht liefern kann.


    Ob allgemein alle Warentransportketten so aufrecht erhalten können wie bisher wird man sehen.

    Ich denke auch der Verkehr auf den verbleibenden intakten Straßen in der Nähe der kaputten Autobahnen wird auch massiv zunehmen.


    Ich denke zuallererst an die Opfer der Fluten, erst dann an unsere Versorgungssicherheit und als allerletztes - wenn überhaupt - "dass man jetzt erst recht was gegen den Klimawechsel machen muss" (Als ob das überhaupt machbar wäre. :D)


    Insofern finde ich die Medienberichterstattung bedenklich.


    LG

    Bo

  • Ben

    Hat den Titel des Themas von „Flutkatastrophe in Deutschland Juli 2021“ zu „Hochwasserkatastrophe in Deutschland Juli 2021“ geändert.
  • Katastrophenfall in Berchtesgaden ausgerufen

    Wie bayerische Medien berichten, wurde im deutschen Landkreis Berchtesgaden der Katastrophenfall ausgerufen. Besonders betroffen sind die Gemeinden Berchtesgaden und Bischofswiesen. Dort werden Sturzbäche aus den Bergen vermeldet. Menschen wurden teils aufgefordert, ihr Häuser zu verlassen, weil auch Hangrutsche drohen. Zahlreiche Straßen sind unpassierbar, unter anderem die Verbindung aus Österreich über Großgmain und Bayerisch Gmain.

  • Gibt es eigentlich in unserer Community jemanden der direkt betroffen ist, dem man direkt persönlich helfen könnte?

  • Zu der schwachen Warnung muss man auch sagen:

    Dass es Starkregen gibt kann man leichter vorhersagen. Die Folgen (eingestürzte Häuser usw.) dagegen deutlich schlechter.

    Wahrscheinlich wollte deswegen auch niemand vorschnell eine Evakuierungsempfehlung geben, aus Angst die Folgen könnten vielleicht doch eher harmlos ausfallen.