Weltweit steigende Energiepreise

  • Bei den Energiepreisen haben die Staaten sich schön verrannt. Schaut man sich den Anteil der Besteuerung an wäre da noch gut Luft nach unten wo man nachjustieren könnte, will man aber nicht, weil die Knete gebraucht wird um (unter Anderem) die Corona-Kosten zu kompensieren. Zahlen muss es am Ende der Verbraucher, weil mit steigendem Energiepreis am Weltmarkt auch die lokalen "Nebenkosten" in Form von Steuern steigen. Würde man hier eingreifen wollen könnte man nun die Steuersätze senken um den Anstieg für den Endverbraucher geringer zu halten.


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    Quelle: ARD/Tagesschau


    Die CO2-Entgelte tun ihr übriges.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Mit niedrigen Energiepersein wird es nun mal keine Energiewende geben, wie auch?


    Warum soll jemals ein Unternehmen Wasserstoff für 10ct/kWh kaufen, wenn es Erdgas für 2ct/kWh gibt?

    Warum sollte jemand irgendwas an seiner alten heizung und seinem ungedämmten Gebäude ändern, wenn die Energie doch billig ist?


    Eben.


    Da die Energiewende in 24 Jahren weitgehend abgeschlossen sein soll, was innerhalb der Lebensdauer heute neu installierter Technik liegen kann sind niedrige Preise nun mal schädlich.


    Je länger man mit hohen Preisen wartet und je stärker der Staat dagegen steuern umso härter wird es später werden. Es sei denn für die, die glauben, dass wir auch in 30 jahren noch fleißig billige fossile Energieträger verfeuern werden.


    MfG

  • ...


    Zum Ladepunkt Thema: da hab ich Glück gehabt, der Vorbesitzer meiner Garage hat sich vor einiger Zeit auf eigene Kosten eine Drehstrom Steckdose installieren lassen. OK, jetzt braucht es nur noch ein Elektroauto :-) Aber bei Sitzungen, wenn der Hof mit weiteren Stellplätzen eh aufgerissen wird, gleich mal eine Vorbereitung zu machen - sehr schwierig.

    Grüß Gott zusammen!


    Im letzten Jahr hatte mein Schwager mir in der Garage auch Drehstom installiert und angeschlossen (er darf das und hat es gelernt). Dafür 2,5mm Leitungen und 10A Sicherungen genutzt (meine ich - muss einmal darauf schauen). Die Entfernung Schaltschrank zur Unterverteilung in der Garage ist ca. 8 Meter.


    Dazu kommt dann in der Zukunft Solarstrom für ein Plugin-Hybrid-Auto. Ich interessiere mich aktuell für einen Mitsubishi Outlander 4x4 PHEV.


    Damit kann dann, so hoffe ich und die Hoffnung stirbt zuletzt - dam Wahnsinn "Spritkosten" ein wenig entgegengesetzt werden. Damit könnte ich die Kurzstrecken, diese fahre ich zu 85% in der Woche, komplett abdecken. 4x Woche nur innerstädtisch mit ca. 50km/Tag (aufgeteilt auf Morgens/Nachmittag) sowie 1x 110km Wuppertal <-> Düsseldorf. Vor Ort in D sind mehrere Ladesäulen die ich noch kostenlose nutzen könnte.


    Also möchte ich mit meiner kommenden Solaranlage inkl. Speicher meinen Kostenblock deutlich reduzieren bzw. konstant halten.


    Waidmannsheil + 73

    zero

    Wetten Sie niemals gegen den menschlichen Erfindungsreichtum. Der größte Feind der Propheten der Apokalypse ist ein Ingenieur (Daniel Lacalle)

  • Schön währe mehr Wettbewerb, damit die Strompreise sinken oder zumindest noch eine ganze Weile stabil bleiben. Wenn die Stromkreis genauso stark steigen würden wie die Öl/Gas/Benzin Preise dann hätte Strom ja keinen Vorteil und alle würden die Verbrennungstechnik behalten.

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

    aus DE B/BB

  • Nicht aber für Rentner, Geringverdiener, alleinerziehende Mütter/Väter, Aufstocker, Sozialhilfeempfänger und andere Millionäre.8o

    Das Problem wird für diese leute nicht einfacher, wenn man versucht es auszusitzen. Ganz im Gegenteil.

  • Auch schon bei den letzten massiven Spritpreiserhöhungen (2012?) gab es die Diskussion wie ärmere Menschen das denn machen sollen.


    Ergebnis von Umfragen war: Sie schränken andere Bereiche ihres Lebens ein. Wenn der Sprit jetzt 100 bis 200 Euro mehr vom Monatsbudget kostet, dann wird eben anderswo gespart. Wenn es ganz eng ist, selbst bei den Lebensmitteln.

  • Hat jemand zufällig ein Diagramm wie viel Prozent vom Monatsgehalt in den letzten Jahrzehnten für Strom/Heizung/Treibstoff draufgingen?

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

    aus DE B/BB

  • Nö, da dürften eher die Koalitionsverhandlungen in Berlin ursächlich sein, die UBS-Studie zur Blasengefahr auf dem Wohnungsmarkt und die Aussichten auf ein höheres Zinsniveau.


    Der Artikel spricht übrigens nicht von Aktien sondern von Unternehmensanleihen.

  • Die EEG Umlage wird 2022 auf 3,7ct/kWh sinken. das ist natürlich auch das Resultat steigender Preise an der Strombörse. Zuletzt waren der Marktwert von Wind und Solar sogar höher als die festen EEG Vergütungssätze für Neuanlagen.


    Kann sich natürlich auch wieder drehen, das große Abschmelzen der EEG Umlage beginnt vermutlich um 2025/2026 herum.

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Wir haben zum Glück unsere Verträge verlängert, bevor sich das so abzeichnete.

    Wenn die Energie teurer wird, dann soll es so sein, mit ist es letztlich egal, weil ich eh keinen Einfluss darauf habe.


    Gruß.



    Tid

  • Hier mal ein Artikel zu den Hintergründen.

    "Hier wird faktisch ein Krieg erklärt"

    aus D / NRW

    Einmal editiert, zuletzt von Ben () aus folgendem Grund: Anhang entfernt - Urheberrechtsverletzung

  • Ich hatte den Artikel gestern gelesen. Da ist imho durchaus etwas dran. Ich finde die Argumentation aber mindestens in einem Punkt unlogisch und mindestens ein anderer Aspekt wird ausgelassen


    Unlogisch scheint mir die strategische Argumentation, Russland wolle den europäischen Green Deal bremsen. Wenn die Gasversorgung gestört wird, dann ist das für die Europäer doch eher ein Argument, die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern schneller auszubauen. Das wäre also aus russischer Sicht kontraproduktiv.


    Ausgelassen wird die derzeit hohe Nachfrage nach Gas in China, verbunden mit dort gezahlten höheren Preisen als in Europa. Es dürfte also russisches Gas, mit marktwirtschaftlich logischen Gründen dorthin umgeleitet werden.

  • Hier mal ein Artikel zu den Hintergründen.

    "Hier wird faktisch ein Krieg erklärt"

    Eine Bezahlschranke ist zwar ärgerlich, hat aber seinen Grund. Sie zu umgehen, indem Artikel als PDF abgespeichert und hochgeladen werden ist eine Urheberrechtsverletzung. Bitte das in Zukunft unterlassen, danke.

  • In einem Interview mit dem bulgarischen TV-Broadcaster bTV stellt der Vizepräsident der EU-Komission Frans Timmermans klar:


    https://www.montelnews.com/new…t-commitments--timmermans


    "Russia is fulfilling its gas supply contracts." He added that "we have no reason to believe it is putting pressure on the market or manipulating it."

    Russland hat auch während des ganz kalten Kalten Krieges Energielieferungen immer erfüllt und Energie nie als Waffe eingesetzt, dazu sind die Deviseneinnahmen zu wichtig.


    was wir hier sehen ist schlicht Marktwirtschaft, die Russen halten sich stur an die vertraglichen Lieferbedingungen. Wird Energie über das vereinbarte Maß hinaus benötigt ist halt der augenblickliche Weltmarktpreis zu zahlen, warum sollten die uns Quersubventionieren? Braucht Asien mehr Gas wird es halt weltweit teurer. Bauen wir unsere Grüne Energie weiter aus und wird dadurch die konventionelle Energiezufuhr aus dem Ausland wie z. B. In einem extrem windarmen Jahr wie wir es hatten unberechenbarer weil Gaslieferverträge nun einmal langfristig sind und werden dann von uns die Mengen runter gefahren wurden (vertraglich) waren wir halt selber zu blöd und müssen dann den Preis zahlen der gerade vorherrscht. Wenn die Amis ihr LPG selber verfeuern und wir sowieso nicht genügend LPG-Terminals in den Häfen haben ist das unser Fehler.


    Was wir jetzt sehen sind einzig und allein normale marktwirtschaftliche Mechanismen die ablaufen.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Man sollte auch im Auge behalten, dass die Energiepreise nur ein Teilbereich eines Bedrohungspotentials sind, was im Augenblick passieren kann (wirtschaftlich und gesellschaftlich). Die Einbettung der Energiepreise zeigt heute ein Artikel im Spiegel gut auf:


    https://www.spiegel.de/wirtsch…bf-48e0-8a50-8b4183bcb8fe


    Beginnen tut er ganz harmlos, in der zweiten Hälfte kommt dann das Beschreiben der möglichen gesamtwirtschaftlichen Risiken. Wobei ich persönlich die Energiepreise als ein (wenn nicht das) Hauptkriterium ansehe ob es "gut" oder "schlecht" weiter geht. Bleiben die Preise hoch wird das schneller als gedacht das eh schon sehr fragile wirtschaftliche Kartenhaus erschüttern. Sowohl auf der privaten Konsumschine als auch im globalen wirtschaftlichen Kontext.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd