Weltweit steigende Energiepreise

  • Mein Bruder hat gerade zur Altersvorsorge eine Wohnung gekauft zum vermieten. Neubau Mehrfamilienhaus in einer Gemeinde. "Nein, die Parkplätze sind nicht für Ladestationen vorgesehen. Dafür reicht der Trafo hier nicht aus."
    Die legen noch nicht einmal die Leitungen oder Leerrohre. ?(

    Das Problem wird eben sein, dass die zusätzliche Anschlussleistung für die Ladestationen vom E-Werk nicht bereitgestellt werden kann. Zumindest nicht, ohne die entsprechenden Kosten für stärkere Trafostationen und Leitungen in Rechnung zu stellen, daran scheitern viele solcher Projekte. Den Bauträger trifft da erst mal keine Schuld, solange er durch die Installation der Ladestationen keinen entsprechend höheren Verkaufspreis erzielen kann, wird er das natürlich nicht machen. Und der Netzbetreiber hat wiederum gar kein Interesse daran, das Netz entsprechend auszubauen, und erstellt daher eher Abwehrangebote. Am Verkauf des zusätzlichen Stroms verdienen schließlich in erster Linie andere und er handelt sich nur Ärger mit zusätzlich benötigter Regelleistung etc. ein.


    Wobei es bei privaten Carports ja evtl. ausreichen würde, eine normale Steckdose zu installieren und an den Zähler der zugeordneten Wohnung anzuschließen. Für die typischen Pendlerstrecken bekommt man das Auto über Nacht auch per "Ladeziegel" vollgeladen, da braucht man nicht zwingend eine Wallbox. Auf Firmenparkplätzen wird das abrechnungstechnisch und auch von der Gesamtleistung her schon schwieriger.

  • Unter Vorbehalt


    Hmmm, habe gerade auf einem YouTube Kanal gehört das es in Europa mittlerweile Engpässe bei Magnesium gibt. Das Zeugs kommt zum größten Teil aus China und es wird hier für die Aluminium Produktion benötigt. Die Lager sind allerdings fast leer. Wenn das wirklich stimmt (ich habe auf die Schnelle im Netz nix erhärtendes gefunden), wird unsere Industrie stark ins schleudern kommen.


    Werde noch ein bisschen suchen, sobald ich etwas Offizielles finde liefere ich es nach.


    Hier ist etwas, allerdings hinter der Bezahlschranke.

    https://www.welt.de/wirtschaft…e-deutsche-Industrie.html

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

    Einmal editiert, zuletzt von Miesegrau ()

  • Wobei es bei privaten Carports ja evtl. ausreichen würde, eine normale Steckdose zu installieren und an den Zähler der zugeordneten Wohnung anzuschließen.

    Das ist bei der Wohnung, die wir vor vier Jahren gekauft haben, auch so gemacht worden: jeder Tiefgaragenstellplatz hat seine eigene Steckdose, die über den Wohnungszähler abgerechnet wird. Also zumindest das normale Wechselstromladen von E-Bikes oder E-Motorrädern ist kein Problem.
    Sobald die Akkus größer werden, käme aber das Problem dazu, dass das Laden zwar möglich, aber die Steckdose nicht für so eine dauerhaft hohe Belastung vorgesehen ist. Abgesehen davon dauert ein Ladevorgang bei den größeren E-Autos auch gerne bis zwei Tage.
    https://teslawissen.ch/tesla-tipps-laden-steckdose/

  • Sobald die Akkus größer werden, käme aber das Problem dazu, dass das Laden zwar möglich, aber die Steckdose nicht für so eine dauerhaft hohe Belastung vorgesehen ist.

    Aus dem Grund wird über die "Ladeziegel" meist nur mit 10 A geladen, während die Steckdose maximal 16 A könnte. Die 10 A sollten schon dauerhaft gehen, wenn die Installation entsprechend ausgeführt ist.

    Abgesehen davon dauert ein Ladevorgang bei den größeren E-Autos auch gerne bis zwei Tage.
    https://teslawissen.ch/tesla-tipps-laden-steckdose/

    Klar, bei einem komplett leeren Tesla braucht man mit sowas nicht anzufangen. Aber so viel wird ja kaum jemand täglich fahren.

  • Aus dem Grund wird über die "Ladeziegel" meist nur mit 10 A geladen, während die Steckdose maximal 16 A könnte. Die 10 A sollten schon dauerhaft gehen, wenn die Installation entsprechend ausgeführt ist.

    Klar, bei einem komplett leeren Tesla braucht man mit sowas nicht anzufangen. Aber so viel wird ja kaum jemand täglich fahren.

    Selbst die 10 A sind als Dauerlast grenzwertig.
    Und zum zweiten: auch mit einem Tesla kommt man manchmal nach einer längeren Fahrt leer zuhause an, und muss am nächsten Morgen wieder weiter.
    Aber natürlich: für den Anfang ist eine normale Steckdose am Parkplatz immerhin schon mal etwas, ich will jetzt nicht unnötig meckern.

  • Selbst die 10 A sind als Dauerlast grenzwertig.
    Und zum zweiten: auch mit einem Tesla kommt man manchmal nach einer längeren Fahrt leer zuhause an, und muss am nächsten Morgen wieder weiter.
    Aber natürlich: für den Anfang ist eine normale Steckdose am Parkplatz immerhin schon mal etwas, ich will jetzt nicht unnötig meckern.


    für den überwiegenden Teil der Leute reicht ein 3kW Lader voll aus. Ich persönlich kenne nur wenige die mehr als 75km am Tag fahren. Das sind dann im Extremfall etwa 30kW die geladen werden müssen.

    Angenommen du hängst das Auto um 19Uhr abends an den Lader und fährst morgends um 6uhr wieder los. Dann sind das 11h.

    Selbst wenn der Akku nicht voll geladen ist, schaffst du es unter normalen Umständen nicht den Akku in 5 Tagen zu leeren. Am WE hängt das Auto meist durchgehend am Lader. Da kannst den Akku wieder komplett laden.


    Selbst bei meinem Fahrverhalten (wöchentlich ca 430km ohne Wochenende) würde ich es nicht schaffen einen Akku leer zu fahren. In Ausnahmefällen kann man sich immer noch an einen größeren Lader hängen.


    Das schwierige ist hierbei, sich nicht selber zu belügen. Ich stand dem ganzen am Anfang auch skeptisch gegenüber. Wenn man aber mal nachdenkt wieviel man tatsächlich fährt und wie lange das Auto steht, dann merkt man schnell das so ein vermeintlich kleiner Lader ausreicht.

    Bei mir würde das heißen, ich geh um 6 aus dem Haus und komme gegen 17uhr wieder heim. Das Auto würde dann noch ca 13h am Lader hängen. Selbst wenn ich nochmal übertrieben 3h fürs Einkaufen abziehe, sind das an diesem Tag dann "nur" 10h.

    Hiermal zum Verlgeich ein paar Verbrauchsdaten:

    ADAC Vergleich

    Die meisten aktuellen EAutos liegen zwischen 13kW und 30kW.


    Viele schätzen, meiner Erfahrung nach, ihr eigenes Fahrverhalten schlicht völlig falsch ein und haben eine, meiner Meinung nach, völlig unbegründete Reichweitenangst. Wer fährt mit seinem privatem Auto mehr als 350km am Tag und das 5 Tage die Woche?


    Wenn die Energiepreise noch weiter steigen, sind diese Überlegungen eh hinfällig. Dann kommen viel mehr Faktoren zusammen. Z.b Rationierung oder auch "Spitzenglättung" genannt wie sie ab Mai 2022 in GB möglich ist.

  • Viele schätzen, meiner Erfahrung nach, ihr eigenes Fahrverhalten schlicht völlig falsch ein und haben eine, meiner Meinung nach, völlig unbegründete Reichweitenangst.

    Ja, kann ich bestätigen. Ich hatte in meinem letzten Job einen Tesla 3 als Firmenauto. Da ich im Außendienst tätig war, bin ich auch bis zu 300 Kilometer am Tag gefahren.


    Dabei bin ich 1 bis 2 Mal am Tag eine Supercharger Station angefahren. Nicht weil es unbedingt nötig gewesen wäre, aber es ist schon sehr praktisch 15 bis 30 Minuten zu stehen, sich einen Kaffee zu holen und währenddessen am Laptop zu arbeiten.


    Ich finde ein Elektroauto entschleunigt. Man plant seine Routen vernünftiger und macht auch genug Pausen.


    In der Firma hing das Fahrzeug an einer Wallbox und war bis zum Abend hin wieder aufgeladen.

  • Sinnvoll erscheint mir, wenn eine Firma einen Teil der Mitarbeiterparkplätze mit Ladensäulen ausstattet und selbst auf dem Betriebsgelände den benötigten PV-

    Strom produziert und direkt zum Laden zur Verfügung stellt.


    Bei 100 Mitarbeiterautos und 20 Ladeplätzen , könnte jeder Mitarbeiter an einem Tag pro Woche sein Auto für 8 Stunden direkt mit Sonnenstrom laden.

    Mit Schnellladern könnte man das auch auf 10 Schichten a 4 Stunden erweitern,

    wobei einer dann vielleicht nur 4 Stunden , und ein anderer 12 Stunden braucht.


    Wem das nicht reicht, oder wenn die Sonne nicht scheint, muß der Strom eben (ergänzend) aus dem Netz geholt werden, was ja auch der Fall ist, wenn jemand nachts zu Hause ladet (seofern er keine eigene PV mit Spreicher hat)

  • Nun saufen wegen Überflutungen in China auch noch teilweise die Kohleminen ab


    https://www.channelnewsasia.co…-coal-mines-power-2235656


    Betrifft in der Provinz Shanxi 60 von 682 Minen, also nicht unerheblich. Die 682 Minen stellen ca. 30% der Koleabbaumenge in China dar. Heisst also durch die Fluten ist erst einmal bummelig 2% weniger heimische Kohle da. Die Lücke muss dann jetzt erst einmal durch Aufkäufe am Weltmarkt geschlossen werden und das in einer Zeit wo die KP die Kohleminen eh schon dringlich aufgefordert hat ihren Output zu erhöhen. Doof gelaufen.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • PS: was auch noch interessant ist (Meldung 3 Tage alt) ist auch der generelle Mangel an Kohle in Indien:


    https://www.ndtv.com/india-new…restored-minister-2569709


    Das ist für mein Gefühl ein sich weiter verschärfendes Problem generell, leider an sehr vielen Orten gleichzeitig, was auf eine sehr hohe Fragilität der Lieferketten hindeutet. Hoffen wir mal das dies nicht systemisch wird. Sinkende Preise werden wir im Energiesektor die nächsten Wochen über erst einmal knicken können. Das ist wie beim Kuchen der immer kleiner wird….

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Auch der Verbund (Österreich ) hat am vorigen Wochenende die Reisleine gezogen und es gibt zur Zeit nur Floattarife bei neu Gaslieferungsverträgen. Einige andere günstige Anbieter scheinen im e-Control preisvergeichsportal auch nicht mehr auf.


    (Da hatte ich richtig Glück der Preiserhöhung meines Lieferanten sehr zeitnah wiedersprochen zu haben und noch einen Verbundtarif Zeichen mit 12 monatiger Preisgarantie Zeichen konnte 😅🤣)

    Gruß

    Kcco

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

  • Stromgroßhandelpreis an den Strombörsen knackt 400€ für 1MWh



    75DAA229-1967-4EB8-A51B-E40826FFC38E.png


    Quelle: http://www.apg.at


    In der Vergangenheit waren Preise über 120€/MWh nur im Hochwinter zu sehen über €200/MWh sah ich in den vergangen Jahren überhaupt nie.



    Gruß

    Kcco

  • (Da hatte ich richtig Glück der Preiserhöhung meines Lieferanten sehr zeitnah wiedersprochen zu haben und noch einen Verbundtarif Zeichen mit 12 monatiger Preisgarantie Zeichen konnte 😅🤣)

    Gruß

    Kcco

    Hier auch :).

    Und einerseits wünscht man sich ja einen schönen Winter mit viel Schnee und Frost aber mit Gedanken an die Heizkosten Rechnung darf es gerne auch etwas milder sein .

  • Ich halte das immer noch für einen großen Hype... Zitat aus dem Spiegel, basierend auf den Daten des statistischen Bundesamtes...


    Wichtigster Satz ist der letzte!

    Passend dazu dass zB Sprit um 28% gestiegen ist: ich habe im letzten Jahr so wenig wie seit vielen Jahren nicht für Sprit bezahlt. Jetzt sind wir gerade wieder auf vor-Corona Niveau.

    Erdgas 5,7%, Strom 2%, das sind alles noch Peanuts. Heizöl ist zwar teurer, aber der Vergleich basiert halt auf den Rekordniedrigpreisen aus dem letzten Jahr.


    Die hohen Zahlen die im Moment durch die Presse geistern, sind hauptsächlich Preise vom Spot Markt. Die schlagen größtenteils erst mal nicht bis zum Endverbraucher durch.

    Und wenn das Preis-Zocken dadurch erst mal beendet wird, dann werden sich die reellen Preise auch wieder einpendeln und spätestens im Frühjahr wieder auf Normalniveau liegen.


    Zitat

    Schon jetzt spüren die Verbraucher die Krise: Heizöl verteuerte sich laut Statistischem Bundesamt im September um 76,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sprit kostete 28,4 Prozent mehr. Auch die Preise für Erdgas (plus 5,7 Prozent) und Strom (plus 2,0 Prozent) zogen an. Die teuren Energiepreise sind ein maßgeblicher Faktor dafür, dass die Inflationsrate in Deutschland zuletzt über die Marke von vier Prozent gestiegen ist. Zum Teil liegt das daran, dass die Preise im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres so niedrig waren.

  • Streifenkarl

    Was in deiner Ableitung m. E. jedoch nicht berücksichtigt wird, sind die vielmals oben genannten Hinweise, dass es derzeit zu Großaufkäufen von Substitutionsgütern (wie bspw. vorgelagert Kohle) durch dominierende Marktteilnehmer gibt, dies getrieben durch exogene Imponderabilien wie Exportstopps, Minenflutungen etc..


    Mich interessiert konkret deine Meinung, welche mitigierenden Maßnahmen so Versorgerriesen wie e.on hätten einleiten können, um weiterhin in der Lage zu sein, Neukunden mit marktgerechten Gasverträgen bedienen zu können, anstelle das Neukundengeschäft einzufrieren.

    Du scheinst ja tiefergehende Kenntnisse in der Versorgerwelt zu haben.


    Können da perspektivisch knappe Gasspeicher eine Rolle spielen? Die können m. E. ja nur kurzfristig durch Spot-Andienung und damit auch nur durch Ausgleich des Spotpreises aufgefüllt werden. Die Zeche zahlt m. E. der Verbraucher, dessen Vertrag bald ausläuft. Dazu zähle ich wie gesagt in letzter Instanz auch uns Verbraucher, aber auch die Produzenten.... Die heben die Preise der (Halb-)Erzeugnisse kräftig an, zum großen Teil zahlt das auch wieder der Konsument am Ende....

  • Erdgas 5,7%, Strom 2%, das sind alles noch Peanuts.

    die 5,7% sind der Mittelwert über den Markt. Aber jeder der einen neuen Vertrag abschließen muss, zahlt 20% oder mehr Aufschlag. Bei Strom ähnlich, da ist es aber noch etwas verzögert. Ich denke die Keule kommt nächstes Jahr

  • Wenn das Schule macht ist man auf Gedeih und Verderb in seinem jetzigen Vertrag gefangen. Nix mit mal schnell wechseln und sparen.

    Also meine Prepping Strategie ist: Bezahle Strom und Gas bei denen die vor Ort sind. Also bei mir die Gemeindewerke. Natürlich finden sich Wundertarife, wenn es aber mal Probleme gibt - und wenn es nur wegen Kurzarbeit etc. mal am Geld hapert - lokal, zumindest bei uns, könnte man deutlich unbürokratischer Lösungen finden, wenn vom Anbieter die Zählersperre kommt, muss diese auch so ausgeführt werden. Außerdem brauchen "meine" Gemeindewerke das Geld, die wollen umfangreich ins Netz invertieren - und wenn die Projekte klappen ist auch eine begrenzte Inselfähigkeit der Gemeinde denkbar.


    Zum Ladepunkt Thema: da hab ich Glück gehabt, der Vorbesitzer meiner Garage hat sich vor einiger Zeit auf eigene Kosten eine Drehstrom Steckdose installieren lassen. OK, jetzt braucht es nur noch ein Elektroauto :-) Aber bei Sitzungen, wenn der Hof mit weiteren Stellplätzen eh aufgerissen wird, gleich mal eine Vorbereitung zu machen - sehr schwierig.