Artikel: Fluthelfer beschimpft und angegriffen

  • Es ist schon verrückt: Wir tun nichts unrechtes, müssen aber quasi im Geheimen agieren...

    Ein wohlsortiertes EDC, ein wenig Improvisationstalent und die Möglichkeit, unter Verweis z. B. auf Verbindungen zu Betroffenen und/oder auf eine ehrenamtliche Tätigkeit (Feuerwehr, THW, usw.) auf zivilschutztechnische Empfehlungen der Behörden hinzuweisen kann ein guter Weg sein, um relativ gefahrlos Gehör zu finden.

    Wenn ich bedenke, wie oft mein Ehrenamt als Erklärung für Hinweise auf private Krisenvorsorge hinhalten muss...:saint:


    Gruß vom Axtwerfer;)

  • Ich habe gestern einer alten Freundin etwas geholfen. Als ich erfahren habe das sie momentan von Hartz4 leben muss, und krankheitsbedingt um die Frührente kämpfen muss. Hab da mal in meinem Keller mich umgeschaut und ein Paket geschnürrt. Dann noch zwei Kästen Wasser und einiges aus dem Garten zusammengesucht und mal schnell nach Bottrop rübergehuscht und alles abgeliefert.

    Nun hat sie die Möglichkeit darauf aufzubauen. Zum Glück weis sie sich zu helfen, und ich bin gutes Mutes das sie nicht gleich die ersten Tage bei einem Blackout oder ähnlichem hungern muss.

    Ich habe ihr auch erzählt das ich Vorsorge mache, und habe ihr einiges erzählt wie Ich/wir uns das so vorstellen. Hab ihr auch die Bröschüre vom BBK gegeben.

    Zumindest sind hier meine Worte auf fruchtbaren Boden gelandet. Und das war es wert.

  • Hatte jetzt schon jemand die klarstellung gepostet? https://www.mimikama.at/aktuel…-thw-keine-falschmeldung/

    Ja, schon vor 7 Tagen, am 25.07. auf Seite 3 des Threads:

    Was aber immer noch nicht klar ist und auch Mimikama nicht klargestellt hat: Woran erkennt man denn nun, dass die Anfeindungen ganz speziell durch Prepper bzw. Queries erfolgt sind?


    Bzw. woran will Frau Lackner (die ja wohl als Vize-Präsidentin eher nicht selbst dabei war) das festmachen? Denn:

    Hinter den Angriffen steckten ihrer Meinung nach frustrierte Flutopfer, vor allem aber Menschen aus der Querdenker- und Prepper-Szene, die sich als Betroffene ausgäben und bewusst Stimmung machten, sagte Lackner RTL und ntv.

    Hervorhebung von mir.


    ---


    Übrigens, der recht heftig getroffene Ort Mayschoß muss ja voll von Preppern sein - immerhin haben die sich ziemlich gut selbst geholfen, zumal wenn man die dortige Lage in den ersten Tagen bedenkt: https://www.rosenheim24.de/wel…-kaempft-zr-90888275.html

    BY/DE

    Si vis pacem, para bellum.

  • Spannend wird es daher, wenn die KI soweit ist, dass sie aus nüchternen Polizei- und Feuerwehrlagemeldungen sowie aus Pressekonferenzen einen journalistischen Artikel generieren kann.

    Eine "Zusammenfassung" zu schreiben, dazu braucht man gar keine AI, das geht mit etwas augefeilter Statistik.


    Ich habe mir vor ein paar Jahren genau so ein Programm geschrieben, und ich bin gerade über die Seite Resoomer gestolpert, der zumindest von der Ergebnisqualität her genau das gleiche macht.


    Wenn Du Dich also einfach Durch große schwülstige Texte kurz durchlesen willst, dann geht das...


    Wenn man es Übertreibt, z.B. einen Roman von 400 Seiten auf 3 Seiten kürzt, dann wirds schwierig zu lesen, aber selbst das geht einigermaßen.


    Für Prepper vielleicht schon interessant, so ein Programm zu haben, falls alle Medienberichte durchzulesen Nachmittage füllen würde.



    Nick

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Mich beschäftigt schon, wie man mit der Beschlagnahmung eines Begriffes durch eine weder qualifizierte noch fähige noch interessierte Minderheit umgehen soll.

    Wahrscheinlich wäre das beste, darauf so zu reagieren, wie eine erfahrene Kindergärtnerin auf ein quengelndes Kind reagiert.

    Ich bin ein "Prepper", weil ich auch bei einem Schönwetterausflug ins Gebirge eine Windjacke dabei habe - mit den Spinnern, die sich in Texas in Bunkern verschanzen und auf die Polizei schiessen, habe ich auch mental nichts zu tun. Bloss weil einige Journalisten keine Ahnung haben, muss ich mich nicht rechtfertigen oder distanzieren.

    Es wäre wohl eine Bemerkung angebracht, wonach ein Medium mit Behauptungen wie diesen sehr sorgfältig umgehen sollte, weil sie damit die überwiegende Mehrheit der wirklichen Helfer in Verruf bringen und der Kollateralschaden in keinem Verhältnis zum möglichen kurzlebigen Sensationserfolg steht - eben einfach das, was sich journlistische Verantwortung nennt und was so auch im Ehrenkodex der Journalisten (Absatz 1 und 2) steht. Der gilt übrigens auch für Online-Medien. Vielleicht sollte man das diesen Publizisten wieder einmal in Erinnerung rufen.

  • Auch ich habe bisher reflexhaft mit "nein, wieso?" auf die Frage, ob ich ein Prepper sei, geantwortet. BEVA meinte unlängst, schlauer wäre wahrscheinlich die Gegenfrage: "keine Ahnung, sag du es mir - was ist denn ein Prepper für dich?" :person_shrugging:

    BY/DE

    Si vis pacem, para bellum.

  • Den Begriff Prepper nutze ich eigentlich gar nicht, das ist doch ein künstlicher Gattungsbegriff, als ob man Menschen in Bauarbeiter, Polizisten, Krankenschwestern oder halt Prepper einteilen könnte. Als ob es ein Beruf wäre oder die wesentlichen Eigenschaften einer Person beschreibt.


    Politik und Medien leben davon, Sachverhalte stark zu vereinfachen, komplexen Themen einen Namen zu geben, ob es passt oder unangemessen ist, zählt da erst mal nicht, Hauptsache das Kind hat einen Namen. Und dann wird sowas ein Selbstläufer.


    Ich glaube auch nicht, dass es sich lohnt, zu versuchen, den Begriff des Preppers (mit dem ich mich ohnehin nicht so recht identifiziere) aus dem anrüchigen Bereich in den sauberen Bereich zurückzuerobern. Ich glaube, dass speziell unter Journalisten der Prepper schon immer mit dem spleenig-ieicht irren, am besten noch waffennärrischen Klischee des us-amerikanischen doomsday preppers gleichgesetzt wurde. Da ist auch viel Gedankenlosigkeit dabei, gepaart mit dem Druck, einen Artikel mit "flotter Schreibe" abzuliefern, der sich gut verkaufen lässt. Schreibt man da lieber über Leute, die Gaskocher in billige Baumarktregale in ihren Keller stellen und Spaghetti und Konservendosen im Vorrat haben, aber ansonsten brav ihren Rasen mähen und wochentags irgendeinem normalen Job nachgehen - oder berichtet man spekulativ über geheimnisvolle Aktivitäten von Leuten mit möglichen Verbindungen zu Terroristen, korrupten Elite-Polizisten oder umstürzlerischen Soldaten mit Hang zum Reichsbürgertum?


    Meine Freunde, Bekannten, Kollegen usw. wissen, dass ich auf alle möglichen Gefahrenlagen vorbereitet bin, aber eher im Sinne, dass sie mir das zutrauen, mir in Fall eines Hochwassers, Stromausfalls oder anderer Notlage selbst helfen zu können. Da hilft natürlich auch etwas meine Wüstenfahrer-Vergangenheit aus den 2000er Jahren, die Vorbereitung und Durchführung von Saharatouren ist ja Prepping und "Anwending" von Selbsthilfefähigkeiten in Reinkultur: (Über-)leben unter unwirtlichen Bedingungen, Vorräte, Werkzeuge, Navigation, Kommunikation, medizinische Selbsthilfe usw.


    Den "Vorwurf", Prepper zu sein, musste ich mir noch nie anhören. Es ist eher so, dass speziell Städter manchmal staunen, wenn sie z.B. bei einem unserer Scheunenfeste mitbekommen, dass man "hier auf dem Land" halt etwas reichhaltiger mit Werkzeug und Geräten ausgestattet ist und sich auch gegenseitig hilft. Und manche berichten dann irgendwann, durchaus mit Stolz, dass sie "jetzt auch einen Garten/ein Wochenendgrundstück gepachtet" haben und sich nun ein Stromaggregat, eine Pumpe usw. zugelegt haben.


    Man kann seinen Drang, auf alle mögliche Lagen vorbereitet zu sein ja auch in vielfältiger Form im Alltag, im Ehrenamt oder im Hobby ausleben, ohne sich gleich mit Preppern zum gemeinsamen preppen in Preppercamps treffen zu müssen, was im Umfeld zurecht Argwohn auslösen wird. Preppen als Selbstzweck ist ausgemachter Blödsinn. Genauso wie das manchmal herbeigeschriebene Preppen als Training für einen Tag X. Preppen in meinem Sinn ist Krisenvorbereitung und Durchhaltefähigkeit ("Resilienz") im eigenen Alltag und im Optimalfall verzahnt mit den Mitmenschen (Familie, Nachbarn, Gemeinde, Gesellschaft).


    Heute ist man Dank Social Media sehr schnell in der Lage, Themen öffentlichkeitswirksam für die eigene Agenda zu besetzen. Das haben im Ahrtal einige aus dem Bereich der Landwirtschaft versucht (Lee Anthony vom LsV z.B., der geschickt auch die virale Prominenz des Lohnunternehmers Markus Wipperfürth ausgenutzt hat), die ob beabsichtigt oder im Eifer des Gefechts, umfassend gegen institutionalisierte Helfer gegiftet haben und nur ihren Helfereinsatz gelten ließen. Aus dieser geschürten Anti-Stimmung entstanden nach meinem Kenntnisstand dann auch die Stories der Übergriffe auf organisierte Helfer. Dass sich dann auch noch Querdenker und andere verlorene Gruppierungen der Gesellschaft im Katastrophengebiet blicken ließen, macht das Ganze nicht einfacher.


    Als vernünftiger Prepper hält man sich aus diesen Diskussionen - vor allem mit Unbelehrbaren und auch mit Pressevertretern, die unter "Sensationsdruck" stehen - raus.


    Grüsse

    Tom

  • Das läuft doch viel unter dem Thema '... was Oma und Opa noch wussten ... '. Sowas wie Einwecken, nicht jeden Tag einkaufen gehen, Vorratskeller für ein paar Tage, Dinge reparieren ...


    Was sie nicht wussten: dass die 'Prepper' sind :)

  • Übrigens, der recht heftig getroffene Ort Mayschoß muss ja voll von Preppern sein - immerhin haben die sich ziemlich gut selbst geholfen, zumal wenn man die dortige Lage in den ersten Tagen bedenkt: https://www.rosenheim24.de/wel…-kaempft-zr-90888275.html

    Ja, das ist schön und zeigt, dass es keineswegs gleich zu Mord- und Totschlag kommt, WENN maan weiß, dass eie Katastrophe lokal ud zeitlih begrezt ist und Hilfe kommt.

    Das ist meiner Ansicht nach das allerwichtigste in einer Katastrophe überhaupt und selbst wenn das nicht so ist, so muss es unbedigt einen geben, der genau diese Lüge glaubwürdig verbreite kann.


    Was ich mit gemischte Gefühle sehe ist der Wille, "alles wieder aufzubauen". Hoffentlich erst NACH einer Risikoeinschätzung, ob das Tal in Zukunft sinnigerweise wieder so bebaut werden kann. Nutzt ja wenig, wenn es das in 30 Jahren wieder weg schwemmt.

    Hoffentlich auch mit Pfichtversicherug für alle (ist aber ein allgemeines Thema, das nur die Politik lösen kann)

  • Passt zur aktuell hier geführten Diskussion:

    Unterstreichungen von mir.


    Zeigt aber gut die Richtung auf, in die die Bezeichnung "Prepper" mittlerweile abgedriftet ist...

    BY/DE

    Si vis pacem, para bellum.

  • Passt zur aktuell hier geführten Diskussion:

    Unterstreichungen von mir.


    Zeigt aber gut die Richtung auf, in die die Bezeichnung "Prepper" mittlerweile abgedriftet ist...

    Ok, um ein richtiger Prepper zu sein, muss ich mir also noch ein paar Knarren besorgen! Im Moment haben wir nur 3 x Pfeil und Bogen und ein paar Küchenmesser.

  • Bisher fahre ich mit der Selbstbezeichnung als "Softprepper" ganz gut. Bei der Nachfrage was damit gemeint ist ergänze ich dann, dass ich mich nicht auf Atomkrieg und Zombieapokalypse vorbereite, wohl aber auf sehr wahrscheinliche Ereignisse wie z.B. ein Blackout. Danach dreht sich das Gespräch dann praktisch nur noch ums Blackout. Da kommen die Gesprächspartner schnell ins Grübeln wenn man ihnen die vielfältigen Risiken und massiven Auswirkungen plakativ erklärt. Dazu noch die Empfehlungen vom Zivilschutz, der gilt durchaus als seriös.


    Dass die Zombies ihr blaues Wunder erleben würden muss man ja nicht unbedingt erwähnen. :evil::saint:;)

  • Ein Grund der negativen Berichterstattung wird auch darin liegen, dass eine "andere Staatsform" lieber Bürger hat die sich nicht eigenständig helfen oder unterstützen sollen. Quasi nur noch Menschen als Bürger, die völlig vom Staat abhängig sind. Daher werden die "Vorbereiteten" nun in den Schmutz gezogen.


    Die flächigen Schäden und die vielen Toten der Flutkatastrophe haben mich sehr traurig und nachdenklich gemacht, wenn man bedenkt das das ganze quasi direkt nebenan von mir passiert und nicht irgendwo in einem Entwicklungsland.


    Was mich jedoch extrem Hoffnungsvoll stimmt und freut ist, dass tausende fremde Menschen her kommen um anderen fremden Menschen in ihrer Freizeit zu Helfen. Das ganze ohne staatliche Organisation, zu Anfangs einfach nur von wenigen organisiert die damit letztendlich ein grosses Feuer der Hilfsbereitschaft entzündet haben. Das ganze wird sich in den Köpfen der Menschen festsetzen und bei vielen auch zu einem Umdenken führen.