Pro & Contra: Verpflichtende Krisenvorsorgeausstattung für zu Hause

  • Auch wenn der Supermarkt notstromversorgt wäre, brächte das kaum etwas, da die bargeldlosen Zahlungssysteme nicht funktionieren und sicherheitsbedingt nur eine geringe Menge Bargeld in den Märkten vorgehalten wird.

    Ferner wird wohl kaum jemand freiwillig auftauchen um an der Kasse zu sitzen in solch einer Situation.


    Ich erinnere da an 02/2020 wo es nur wegen Corona bei uns in Bremen schon echte Schlägereien wegen Klopapier gab. - > zu jedem Zeitpunkt war der Versorgung gesichert, trotzdem sind alle Läden leergekauft gewesen, wenn es um Nudeln, Klopapier und Hygieneartikel ging.


    Das Groß der Menschen in D ist dumm und reagiert ausschließlich fall- und anweisungsbezogen.

    Sprich, im Falle des Falles wird dann politisch reagiert, der Grossteil der Menschen folgt in solch einem Falle den staatlich verordneten Maßnahmen ohne sie zu hinterfragen und fertig.


    Das macht es dann für den Prepper einfach, den Vorsprung zu halten und darum ging es meines Verständnisses nach mal bei der ganzen Vorbereitetei .


    Ich glaube daher, daß das Notfallpaket erst einmal nix an der Situation auf den Straßen und in den Supermärkten ändern würde.


    Gruß


    Tid

  • Streifenkarl ok...

    Bitte nicht krumm nehmen , aber geh mal zu deinem örtlichen Aldi, Lidl etc und schau dir das mal genau an. Geh aussen um das Gebäude rum, dann seh dir den Verkaufsraum an, zieh Personalräume Toiletten und Haustechnick ab, bedenke dass die Aktionsware zwischengelagert wird und du wirst feststellen dass das "Lager" irgendwo anders sein muss.

    Falls du die Zeit hast achte mal auf die Laderampe und wie oft da der LKW am Tag kommt.


    Und was das Zentrallager angeht, die kann man googeln. Sind zwar riesig aber gar nicht so viele, die Mengen die dort gelagert werden sind auch für die zu versorgende Menge an Märkten und Kunden minimal. Spätestens wenn da aus irgendwelchen Gründen \ hier bitte das eigene Szenario einfügen/ da kein Nachschub mehr ankommt ist am nächsten /übernächsten Tag das Regal leer.

  • Eine interessante Diskussion welche auch die verschiedenen Sichtweisen auf Katastrophen aufzeigt.

    Vermutlich haben beide Parteien nicht unrecht.


    Imho wäre es hilfreich, beim nächsten Warntag (wurde abgesagt...) in Deutschland einfach mal 24 h Blackout zu testen.

    Verpflichtend, für alle.

    aus D / NRW

  • Ich glaube daher, daß das Notfallpaket erst einmal nix an der Situation auf den Straßen und in den Supermärkten ändern würde.

    Doch, tut es: Wer eins hat muss bei dem Spass nicht mitmachen. Ein Verkehrsinfarkt ist viel lockerer, wenn man nicht selbst fahren muss und nicht kann.

    Es ist aber schwierig, sich der Hamsterkaufpanik zu entziehen, auch wenn man genug Vorräte hat.

    Die Nachfrage nach angeblich oder tatsächlich knappen Artikeln verstärkt sich selbst, man kauft mehr von dem Kram, falls es noch hat.

  • Sind zwar riesig aber gar nicht so viele, die Mengen die dort gelagert werden sind auch für die zu versorgende Menge an Märkten und Kunden minimal.

    Ich habe mir das mal eben für den Discounter mit dem großen L angeschaut:

    Rund 40.000 m² Grundfläche je Zentrallager. 39 an der Zahl gibt es für Deutschland. Bedeutet bummelig 80 Filialen, die von jedem Zentrallager versorgt werden müssen. Also rund 500 m² Grundfläche je Filiale rein rechnerisch für sämtliche Versorgungsgüter. Toilettenpapier kann man schlecht futtern, benötigt aber viel Lagerraum.


    Ubd wenn ich mir vorstelle, dass das über Daumen 500 Europaletten sind und diese Zentrallager als Hochregallager mit gut und gern 10 m, vielleicht sogar eher 15 m oder gar 20 m Hallenhöhe sind, dann kriegt man da einiges unter. Selbst bei nur knapp über 10 m Stapelhöhe wären das gut und gerne 2500 Europaletten je Filiale.


    Der Haken aber dürfte sein: Aktionsware wird man in den seltensten Fällen essen können, die Retouren von der Aktionswoche davor benötigen auch noch ihren Platz. Und auch andere Trockenware wird nicht beliebig vorgehalten werden können. Zudem: frisches Obst und Gemüse wird einen hohen Umschlag erfordern. Also wenig vorhalten, um den Verderb und damit den Verlust zu minimieren. Nachschub parkt im Zweifelsfall von den Plantagen in Spanien und der Türkei derweil auf der Autobahn.

    Also, wenn man auf frisches Obst und Gemüse verzichten kann, würden wir theoretisch noch einige Tage einigermaßen gut gefüllte Regale in den Discountern vorfinden können. Spätestens nach einer Woche würde es sich aber vermutlich trotzdem ausdünnen. Vielleicht weniger, weil die Lager leer wären, sondern weil sie keine Kraftfahrer mehr haben, da die lieber zu Hause bei ihren Familien sind, um dort den Laden am Laufen zu halten bei Szenario xyz. 🤷‍♂️ Sind schließlich auch nur Menschen und bislang noch keine Drohnen, die einfach nur zu funktionieren haben.

    aus DE gesendet... 

  • Das sehe ich nicht so. Im Gegenteil: der Großteil der Menschen ist sehr anpassungsfähig, hilfsbereit und engagiert, wenn es zu einer Notlage kommt.

    Das sehe ich im Moment zwar im Ahrtal sehr schön, allerdings bliebe abzuwarten, wie sich das bspw. bei einem flächendeckenden und anhaltenden Problem wie einem Blackout verhält :thinking_face: Hier habe ich auch so meine Bedenken...

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Das sehe ich im Moment zwar im Ahrtal sehr schön, allerdings bliebe abzuwarten, wie sich das bspw. bei einem flächendeckenden und anhaltenden Problem wie einem Blackout verhält :thinking_face: Hier habe ich auch so meine Bedenken...

    Nicht nur dies: auch die Nachhaltigkeit ist so ihre Sache. Die "Krise" hält dort gerade einmal zwei Monate an. Es geht jetzt auf den Winter zu. Das wird wahrscheinlich für den ersten "dramatischen" Helfereinbruch nach der Ersthelfer-Euphorie (und deren Abflauen) in den ersten Tagen danach sorgen.


    Und ob dann im Frühjahr wieder so viele Helfer aktiviert werden können, wie derzeit? Die kriegen im Zweifelsfall über den Winter mit, was sich bei denen zu Hause alles an Uvos (UnVollendete Objekte) angesammelt hat... 🤷‍♂️

    aus DE gesendet... 

  • Und das wäre?

    Was wird das hier?? ;-)


    Wir haben schon 2003 unseren jetzigen Wohnort unter diesen Betrachtungen gewählt , und "preppen" seit 1998, wir "besitzen" mehrere SOs auf eigenen Waldgrundstücken, wie es so schön heißt, haben einen Brunnen im Haus, einen im Garten.

    Wir lagern im Schnitt 400Ltr Treibstoffe, 60-100kg Propan, Lebensmittel für ein halbes Jahr, Fluchtausrüstungen für jeden erdenklichen Einsatzzweck, Medizinische ausrüstung, Medikation etc. etc.


    Um es auf den Punkt zu bringen:


    Wenn so ein Ereignis eintritt, leben wir erst einmal ganz normal weiter, mit dem schönen Nebeneffekt, das wir nicht zur Arbeit müssen.

    Wir können dann die Zeit nutzen unsere weiteres Vorgehen ohne Rücksicht auf "staatliche" Hilfsaktionen abzustimmen.


    Gruß


    TID


    PS: Und was machst Du so, wenn es soweit ist??

    Einmal editiert, zuletzt von T I D ()

  • Im Ahrtal haben wir keine echte Krise.

    Wir haben dort ein lokales Großschadenereignis, das individuell natürlich extrem Scheiße ist.

    (die gesamte Versorgungsstruktur ist im Umfeld gegeben, dennoch kommt hier das "System" schon an seine Grenzen. Na dann Prostmahlzeit ;-) )


    Gruß


    TID

  • Im Ahrtal haben wir keine echte Krise.

    Deswegen habe ich das Wort Krise in Tüdelchen gesetzt. 😉 Für die individuell betroffenen Menschen dort vor Ort ist es ohne Frage eine mehr oder weniger große Krise. Psychisch, emotional wie auch wirtschaftlich. Das wird wohl niemand ernsthaft bestreiten können.


    Gesellschaftlich oder auf staatlicher Ebene betrachtet ist das natürlich keine Krise, sondern nur eine Großschadenslage, die entsprechend abgearbeitet werden muss: Menschenleben retten, Tote Bergen, Notunterkünfte bereitstellen, ggf. Übergangsunterkünfte bereitstellen, Verkehrswege sichern und wiederherstellen, Gebäude sichern (und sei es durch Abriss eine Gefährdung ausschließen), Aufräumen (Gebäude, Straßen und Plätze, Landschaft).


    Jede Form von staatlicher Unterstützung (Hilfsorganisationen mit eingeschlossen!) sollen niemals die eigenständige Versorgung ersetzen, sondern immer nur Auffangen in der Chaosphase des Unglücks und anschließend Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Sei es durch personelle Unterstützung oder auch stumpf Geldzahlungen (Stichwort: Soforthilfe).

    aus DE gesendet... 

  • Naja, so einfach wie man es sich als Laie vorstellt ist es dann doch nicht.

    Logistikzentren sind nicht immer Hochregallager. Logistikzentren brauchen sehr viel ihrer Grundfläche für ....Tada: Fahrwege... da sie der Logistik dienen, wenn da Gabelstapler und Hubwagen unterwegs sind, da wird Platz benötigt.


    Gemüse wird eigentlich gar nicht gelagert, deshalb ist es bei den Diskontern auch immer von bester Frische.


    Und zu guter Letzt wird immer mit rollendem Warenlager und Lagerzins kalkuliert, es wird bis auf den letzten Cent durchgerechnet und deshalb wird so gut wie nix gelagert.

    Fast alles wird just in Time vom Erzeuger geliefert und wehe nicht, dann bezahlt er Strafe. Die LKW Fahrer haben sogar genau kalkulierte Zeitfenster für die Anlieferung.


    Habt ihr die "Klopapierkrise" schon vergessen? Die Logistikketten waren in keinster Weise beeinträchtigt, und dennoch waren die Regale (auch bei Lebensmitteln) leer bzw waren irgendwelche Weihnachtsrestposten reingestellt damit es nicht so dystrophisch aussah.


    Aber ok, da soll es nun gewesen sein, komm zwar aus der Branche ,aber bin ja kein Missionar.

  • Apropos Rauchmelder, ich habe glaube 2009 mal einen Karton mit 12 Rauchmeldern von meiner Versicherung geschenkt bekommen, aber immer noch keinen aufgehängt...

    Kommt jetzt zwar etwas OT :


    Aber die Rauchmelder solltest Du schnellstmöglich aufhängen ;)


    Ich war auch bis vor etwa 1 Jahr der Meinung das wäre ein " nice to have" ,kann man "bei Gelegenheit" mal ein paar von besorgen...


    Nachdem mir aber einer der Dinger buchstäblich den Hintern gerettet hat sehe ich das anders !


    In meinem Südlichen Domizil hat es eine Wetterlage gegeben die " alle 100 Jahre" mal vorkommt. Durch starke Fallwinde aus den nahen Bergen hat es mir im Abgasrohr des Ofens so einen Druck aufgebaut das der Rauch über die unteren Schieber mit denen man die Luftzufuhr einstellt rausgedrückt hat.


    Ich lag im Hochbett quasi unter der Decke und schlef tief und fest.

    ( Wenn ich schlafe kann man mir problemlos Socken,Matratze und den Rest der Wohnung klauen....)


    Als sich der Rauchmelder gemeldet hatte war die Bude bereits so stark verraucht das trotz Licht kaum noch was zu sehen war !


    Man merkt es beim schlafen wirklich nicht - die Gefahr wird vielfach unterschätzt !


    Ich weiss jetzt nicht wie viel Zeit noch gefehlt hätte bis mich die CO Vergiftung gelegt hätte , aber das ist etwas das ich nie ausprobieren möchte !

    Aus dem Norden von DE bzw. dem Süden von ES gesendet

  • "wenn da Gabelstapler und Hubwagen unterwegs sind"

    Wenn Sie denn dann bei einem Blackout noch unterwegs sind. Flurförderzeuge brauchen auch Gas, Diesel oder Strom um zu funktionieren.

    Viel Spaß ohne deren Hilfe eine voll gepackte Palette aus der fünften Lagerebene im Hochregallager zu bekommen.

    Dann ist nur noch Leiterklettern und händisch abpacken angesagt.

  • Viel Spaß ohne deren Hilfe eine voll gepackte Palette aus der fünften Lagerebene im Hochregallager zu bekommen.

    Dann ist nur noch Leiterklettern und händisch abpacken angesagt.

    Für das bischen, was bei Aldi und Co im "Lager" ist *) reicht die Tagesladung vermutlich aus.


    *)Ab und zu kann man ja einen Blick ins "Lager" erhaschen und gefühlt ist das, das da gelagert ist 15-30 Prozent des Sortiments. Vermutlich, das was innert eines Tages abverkauft wird?

  • Ich hatte mal Einblick in ein Zentrallager von A***.

    Ca.40.000 qm Fläche. 60 Laderampen.

    Bedient werden hieraus ca. 62 Fillialen.

    Die Ware, die dort steht, wird 24 stündlich umgeschlagen.

  • Ich denke zum Thema Logistikzentren denken wir zu komplex.

    Ich glaub viel mehr das dort einfach nichts umgeladen wird.
    Am Beginn werden alle warten bis der Strom wieder da ist und die Systeme wieder normal laufen. Wenn’s dann soweit ist das der flächendeckende Stromausfall durchsickert werden die Mitarbeiter einfach heim gehen um dort nach dem Rechten zu sehen. Es macht ja auch keinen Sinn Ware zu verladen weil auch niemand mehr sagen kann wohin welche Waren sollen. Die Ausgänge der Ware nicht verbucht und in der Filiale nicht eingebuchtet werden kann.
    Ist der Verkauf ohne Buchung nicht vorbereitet durch Notfallsysteme, Prozeduren klappt das nicht und ist fast nicht möglich den Warenstand wieder aktuell zu bekommen.


    Aber da bewegen wir uns schon sehr weit vom eigentlichen Thema Pro und Contra der verpflichtenden Notvorsorge weg.
    Gruß

    Kcco

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

    Einmal editiert, zuletzt von Kcco120 ()