Pro & Contra: Verpflichtende Krisenvorsorgeausstattung für zu Hause

  • Wenn der Artikel im Boulevardblatt stimmt haben 60% der Österreicher Lebensmittel für 10 Tag eingelagert.

    Diese Umfragen haben leider wenig Aussagekraft, da nicht nachgefragt wird, ob sie auch ohne Strom diese Lebensmittel zubereiten können.


    In Österreich wird regelmäßig vom KfV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) eine Umfrage zum persönlichen Krisenbewusstsein gemacht. Das ergibt dann erstaunliche Dinge. Zum Beispiel, dass 25% der Menschen, die bereits Schäden durch ein Hochwasser erlitten haben, nicht davon ausgehen von einem Hochwasser betroffen sein zu können.

  • Die Frage ist doch, wo wir gesellschaftlich hinkommen, wenn wir die Eigenverantwortung nach und nach abbauen. In meinen Augen erbringt der kreative Umgang mit Risiken die Chancen für Entwicklung und nicht umgekehrt.


    Spannender ist doch die Frage, warum selbst bei der Flutkatastrophe vor einigen Wochen, der gemeinschaftliche Apparat nicht in der Lage war, die Situation adäquat zu handeln. Klar kann man immer mehr aus der politischen Verantwortung in den Bereich des Einzelnen transferieren, ich halte das aber für falsch.

    Deine Aussage bezogen auf die Eigenverantwortung ist meiner Meinung nach nur allzu korrekt. Du stellst du eine richtige Frage: wo kommen wir da gesellschaftlich hin?


    Wir haben die ein oder anderen Aspekte mit Arbeitskollegen bezüglich der Flutkatastrophe und dem entsprechenden fulminanten Versagen an der ein oder anderen Stelle erörtert insbesondere was die ein oder andere technische Geschichte anging. Das war sehr interessant.


    Ich bin für die komplette Eigenverantwortung im Rahmen der preparedness bzw im Rahmen der Vorbereitung auf Katastrophen. Es ist nicht die Aufgabe des Staates grundsätzlich jeden zu seinem in anführungsstrichen Glück zu zwingen. Genausowenig ist es seine Aufgabe die gemeinschaftlichen steuergelder für überlebenspakete und allerlei Behörden-like zu verschwenden.


    Das Geschrei will ich nämlich erleben: wenn jeder in Deutschland gezwungen ist, so und so viel Kilo nrg5 vorzuhalten. Und das auch noch aufzufuttern.😉 Nach dem Motto gemäß Paragraph XYZ musst soundsoviel Nahrungsmittel comprimat in jedem Haushalt verfügbar sein.


    Völlig bescheuert. Deswegen sollte sich jeder selbst individuell um seine eigene Preparedness kümmern und in einem vollen Maße da in Eigenverantwortung handeln. Insbesondere auch in diesem Rahmen der Eigenverantwortung, das er sich entsprechend selbst weiterbildet und selbst informiert und seine ohnehin lädierten grauen Zellen durch das Privatfernsehen mal ein bisschen anstrengt.


    Ein Umzugskarton staatlich verordnete EPa ersetzen nicht das vorbereitet sein in einem Katastrophenfall.


    Wenn in diesem Land keiner mehr selbst denkt, sondern nur nach oben guckt, wird er feststellen, dass oben keiner sitzt.


    Gruß SBB

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Ein Umzugskarton staatlich verordnete EPa ersetzen nicht das vorbereitet sein in einem Katastrophenfall.

    Vorbereitung fängt im Kopf an (worauf möchte ich vorbereitet sein?), geht über die Handlung (Umsetzen der geplanten Vorbereitung) und endet im Kopf (Überprüfen der getroffenen Vorbereitung und ggf. Planung einer Anpassung).


    Bei vielen fängt es schon bei dem ersten Kopf an, dass es da hakt. Da ist die größte Katastrophe, wenn abends die Lieblingsserie im Streamingdienst der Wahl nicht mehr geguckt werden kann (wegen Stromausfall) oder die Party am Wochenende ins Wasser fällt (weil die S-Bahn wegen Bäumen auf der Strecke und einer Unterspülung der Strecke nicht fährt) oder sie nach Feierabend nicht mehr nach Hause kommen, weil das Auto mit vielen anderen im Stau steht und es nicht nur gefühlt Stunden dauern wird, bis der Stau sich auflösen wird...


    Viele werden sich bei den oben beschriebenen Szenarien ärgern, aber nicht wirklich Vorbereitungen in unserem Sinne treffen. Wobei für die meisten mittlerweile ein Akkupack (damit das leergedaddelte Smartphone noch ein paar Stunden mehr Daddeln und Surfen aushält) oder wenigstens eine kleine Flasche mit etwas zu trinken gerade für Pendler zum Standardgepäck dazu gehört...


    Aber meine Grundthese unter der Prämisse von SBB+ bleibt: die meisten werden vom Kopf her nicht dazu bereit sein, sich auf eine Katastrophe welcher Art auch immer vorzubereiten. Und da wird es nicht helfen, wenn man vom Staat turnusmäßig Fresspakete als Notvorrat zugeschickt bekommt.

  • Ich bin für die komplette Eigenverantwortung im Rahmen der preparedness bzw im Rahmen der Vorbereitung auf Katastrophen. Es ist nicht die Aufgabe des Staates grundsätzlich jeden zu seinem in anführungsstrichen Glück zu zwingen. Genausowenig ist es seine Aufgabe die gemeinschaftlichen steuergelder für überlebenspakete und allerlei Behörden-like zu verschwenden.

    Was denkst du wer den Katastrophenschutz bezahlt?


    Ich wage zu behaupten, dass es um einiges mehr Geld kostet nach einer Katastrophe die betroffenen Menschen versorgen zu müssen, statt ihnen vorher die Notfallausrüstung zu bezahlen. Ganz zu schweigen von den Verletzungen und Todesfällen die vermeidbar wären.


    Aktion ist immer besser als Reaktion.


    Besser mit dem Fettbrandlöscher den Brand am Herd gleich löschen, als nachher 8 unbewohnbare Wohnungen im Haus zu haben.


    Besser einen mobilen Hochwasserschutz einlagern und im Ernstfall selbst aufbauen, als nach dem Hochwasser tagelang auf die Feuerwehr warten, bis sie Zeit haben deinen Keller auszupumpen.

  • Ich wage zu behaupten, dass es um einiges mehr Geld kostet nach einer Katastrophe die betroffenen Menschen versorgen zu müssen, statt ihnen vorher die Notfallausrüstung zu bezahlen.

    Bin mir da nicht so ganz sicher.

  • Bin mir da nicht so ganz sicher.

    Ich denke doch. Völlige Eigenverantwortung bedeutet ja auch, dass es keine staatliche Vorsorge mehr braucht. Das heißt all die Kosten für Katastrophenschutz könnten massiv zurück gefahren werden.


    Wer nach einem Hochwasser nichts zu essen hat, muss halt auf die Nächstenliebe der Nachbarn hoffen, oder auf die Hilfe von NGOs oder eben hungern. Eigenverantwortung eben.


    Was kostet so ein Basiskrisenvorsorgepaket bei 41 Millionenfacher Ausführung? Weniger als 100 Euro pro Paket vermutlich. Da kosten alleine die Wiederaufbauarbeiten im Ahrtal mehr.


    Und wer sagt, dass man die Pakete kostenlos hergeben muss? Der Verbandskasten ist ja auch nicht kostenlos. Da gäbe es verschiedene Modelle. Kostenlos, subventioniert, oder völlig selbst zu zahlen, zB.

  • Wer nach einem Hochwasser nichts zu essen hat, muss halt auf die Nächstenliebe der Nachbarn hoffen, oder auf die Hilfe von NGOs oder eben hungern. Eigenverantwortung eben.


    Was kostet so ein Basiskrisenvorsorgepaket bei 41 Millionenfacher Ausführung? Weniger als 100 Euro pro Paket vermutlich. Da kosten alleine die Wiederaufbauarbeiten im Ahrtal mehr.

    im Ahrtal wären die Paket einfach mit untergegangen, weggespült, unbrauchbar geworden. Daher braucht’s den staatlichen, freiwilligen Katastrophenschutz.


    Gruß Kcco

    Gsund bleiben

    Keep clam and chive on

  • im Ahrtal wären die Paket einfach mit untergegangen, weggespült, unbrauchbar geworden.

    Von den 4.200 Gebäuden entlang der Ahr sind geschätzt mehr als 3.000 beschädigt worden, aber "nur" 192 komplett zerstört. https://www.swr.de/swraktuell/…-ist-der-schaden-104.html


    Das heißt die meisten Anwohner hätten ihr "Krisenvorsorgepaket" zur Verfügung gehabt.


    Daher braucht’s den staatlichen, freiwilligen Katastrophenschutz.

    Was ist denn ein "staatlicher, freiwilliger Katastrophenschutz"? Ob ich Vorbereitungen treffe ist meine Sache, aber wenn was passiert und ich keine Vorbereitungen getroffen habe, soll der Staat bitteschön kommen und mir helfen? Wo ist hier nochmal die Eigenverantwortung zu finden?