sind lokale und globale Lieferketten in Gefahr?

  • Den Krieg schnellstens durch Sieg beenden oder alternativ den Sitz der Regierung wieder nach Bonn verlegen.

    Denn vom Ausfall der Raffinerie wäre nur Ost Deutschland betroffen.

  • Den Krieg schnellstens durch Sieg beenden oder alternativ den Sitz der Regierung wieder nach Bonn verlegen.

    Denn vom Ausfall der Raffinerie wäre nur Ost Deutschland betroffen.

    Selbst, wenn die Ukraine den Krieg gewinnt, so bleibt trotzdem das Ölembargo bestehen. Man müsste diese Raffinerie anderweitig mit Rohöl versorgen. Dies ist mMn mit Tanklastern schlecht möglich. Ob es gelingt, diese Anlage mittels einer neuen Pipeline an andere Rostoffquellen anzubinden? Großes Fragezeichen!


    Gruß Peter

    An sich ist nichts gut oder böse. Erst das Denken der Menschen macht es dazu.

  • Eine Pipeline zu bauen braucht länger als die Versorgungskrise bestehen wird. Ist daher in meinen Augen zwar sinnvoll, um den Energiebezug zukünftig diversifizieren zu können, wird aber den möglichen Engpass nicht beseitigen.

  • Bei der derzeitigen Lage finde ich es sehr beruhigend, dass die Produktion von wichtigen Medikamenten ausgelagert ist, also nicht in D stattfindet. Das war sehr vorausschauend. Stellt Putin das Gas ab, ist deren Pruduktion nicht betroffen.

    Wer in meiner Aussage eine Spur Ironie findet könnte recht haben.

    Birds aren't real!

  • ⸮ da müssen dann wohl warme Decken,Teelichter und Flickzeug verteilt werden.

    Die bauen jetzt alle "Teelicht-Öfen".


    Sry. Das ganze fliegt uns grad komplett um die Ohren. Sollte eigentlich jeder gemerkt haben. In 4 Monaten gibts RambaZamba.

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • 3.000€ an Mehrkosten pro Jahr für eine 4-köpfige-Familie im Durchschnitt:


    Inflation: Krieg brockt deutschen Haushalten tausende Euro Mehrkosten ein - FOCUS Online


    Gerade bei den ärmeren Haushalten ein absoluter Gau. Steigert sich das noch /wonach es ausschaut), werden moralische Unterstützungskomponenten immer weiter wegbrechen. Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. War schon immer so.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • DPA meldet gegen 22 Uhr 30 :


    "Kriegsbedingt stellt die Ukraine ab Mittwoch den Transit von russischem Gas im Gebiet Luhansk im Osten des Landes ein.

    Damit fielen bis zu 32,6 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag weg - das sei fast ein Drittel der täglich über die Ukraine nach Europa transportierbaren Höchstmenge, teilte der ukrainische Gasnetzbetreiber am Dienstag mit. Aufgrund der russischen Besatzung sei es unmöglich geworden, den Punkt Sochraniwka sowie die Verdichterstation Nowopskow zu kontrollieren, hieß es. Der Betreiber berief sich auf einen Fall «höherer Gewalt»."


    Da können Slowakei, Tschechien , Östereich und Italien sich schon mal auf ein Gasembargo, oder weitere Unterbrechungen einstellen.

    Einmal editiert, zuletzt von frieder59 ()

  • wird dem Gaspreis mal wieder einen Schub geben. Wenn man sieht wie viele Leute erwarten durch die Energiepreise in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen fragt man sich wo das noch hinführen soll:


    https://m.focus.de/finanzen/we…-geraten_id_97169981.html


    Das sind bummelig 25% der Deutschen, also quasi das ganze Prekariat. Aber wir leiden ja gerne für übergeordnete Ziele.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Zum Thema Gas eine Frage:


    Auf Bildern großer Industrieanlagen sieht man immer, das Gas abgefackelt wird. Was da in einem Tag abgefackelt wird, damit könnte ich meine kleine Singlewohnung 10 Jahre heizen und auch noch kochen.


    MUSS DAS SEIN :?: :?: :?:


    Gruß Peter

    An sich ist nichts gut oder böse. Erst das Denken der Menschen macht es dazu.

  • Sind rein wirtschaftliche Betrachtungen ob sich eine Nutzung lohnt oder nicht:


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Abfackelung


    Der Weitertransport oder die Stromumwandlung würden teilweise die gegen zu technenden Einnahmen überschreiten. Wird mit steigenden Energiepreisen jetzt vermutlich zurückgehen, es sei den die Förderstätte oder Fabrik liegt in der Pampa.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Es hat auch technische bzw. geologische Gründe. Gerade das russische Erdgas ist häufig ein "Begleitgas", das bei der Förderung von Erdöl mit aus dem Boden kommt. Eine Ölquelle am "sprudeln" zu halten, ist nicht einfach. Dreht man da den Hahn direkt an der Ölquelle mal spontan zu, dann ist das Risiko hoch, dass anschließend nichts mehr rauskommt oder nur noch sehr unregelmäßig. Dann muss man mit viel Aufwand (und ungewissem Ausgang) versuchen, die Quelle wieder in Gang zu bekommen (z.B. in dem man Unmengen an Wasser in das Öl-Feld presst). Deshalb ist man bemüht, Öl und Gas kontinuierlich aus dem Boden fließen zu lassen. Und wenn mir dann die Gas-Kunden ausbleiben, bin ich gezwungen, den Gas-Strom aufrecht zu erhalten und muss es abfackeln. Um das Gas vor Ort in den Mengen, wie es anfällt, aufzufangen und z.B. zu verflüssigen, fehlen (in Russland) die notwendigen Anlagen.


    Auch aus Klima-Sicht ist es weniger schlimm, Methan durch Abfackeln in CO2 zu verwandeln, als das Methan direkt in die Luft zu blasen, da Methan um ein Vielfaches klimaschädlicher ist, als CO2.

  • Mal zur Veranschaulichung der wegbrechenden Gasliefermengen für Europa. In dem Artikel


    Kriegsbedingter Stopp: Ukraine stellt Gas-Transit nach Europa teilweise ein  - WELT


    wird folgender Sachstand bezüglich der betroffenen Mengen dargelegt: "Mit dem Stopp der Durchleitung im umkämpften ostukrainischen Gebiet Luhansk fielen bis zu 32,6 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag weg – fast ein Drittel der täglich über die Ukraine nach Europa transportierbaren Höchstmenge, teilte der ukrainische Gasnetzbetreiber mit. Aufgrund der russischen Besatzung sei es unmöglich geworden, den Punkt Sochraniwka sowie die Verdichterstation Nowopskow zu kontrollieren, hieß es."


    Wichtig auch noch folgende Info: "Russlands Energieriese Gazprom wiederum erklärte, man habe „keinerlei Bestätigungen über Umstände höherer Gewalt“ erhalten. Die Ukraine habe in den vergangenen Wochen ganz „ungestört“ in Sochraniwka gearbeitet. Die nun wegfallenden Lieferungen stattdessen über andere Routen umzuleiten, sei technisch nicht möglich, sagte Sprecher Sergej Kuprijanow der Agentur Interfax zufolge. "


    Ok, 33% der vormaligen Liefermenge über die Ukraine futsch, schauen wir mal wie die Sachlage ist, an Hand der Gaspipelines in der Ukraine:


    Gas Pipelines Ukraine.jpg


    Welche Mengen sind als maximale Durchleitungsmenge durch die Ukraine gesamt bekannt?


    Pipeline Ukraine Capacity.JPG


    Betroffen ist also die in der Karte ersichtliche untere Pipeline (blau) von Nowopskow nach Shebelinka. Die Hauptpieline(s) Kursk-Dolina sind noch am Laufen (dickste blaue Linie durch die Ukraine)


    Folgende Übergabepunkte in den Westen scheinen somit noch zu laufen/versorgt zu werden, sofern das von welcher Seite auch immer "gewollt" ist:


    Gas Westukraine.JPG


    Wer sich generell für das Gas-Pipelinenetz in der Ukraine und Russland interessiert wird hier fündig:


    Maps of Russian Gas Pipelines - EEGA (eegas.com)


    Lohnt sich sich die Abhängigkeiten der Lieferrouten mal anzuschauen. Man sieht auch schön für die Ukraine wo Verteilerstationen und Kompressorstationen sind.

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  • Die Bestände bei den Reserven von Diesel im Nordosten der USA sinken, teilweise durch hausgemachte Probleme, Ukrainekrieg und Exporte nach Europa und Corona:


    https://www.freightwaves.com/n…tly-running-out-of-diesel


    Sollte man im Auge haben, im Frachtgewerbe wird schon auf gewisse Tankdisziplin geachtet. Obwohl sich die Reserve nach sehr viel anhört ist sie das leider nicht. Kann auch Probleme bis in den Corn Belt bei Landwirtschaftsmaschinen nach sich ziehen.

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  • Warnung vor Treibstoffknappheit:


    Ukraine-News +++ IEA warnt vor Mangel an Benzin und Diesel im Sommer +++ - WELT


    Zitat: "Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor Engpässen bei der Versorgung mit Benzin, Diesel und Kerosin in der Urlaubszeit. „Auf den Ölmärkten könnte es im kommenden Sommer eng werden“, sagt IEA-Chef Fatih Birol dem „Spiegel“.

    „Wenn die Haupturlaubssaison in Europa und den USA losgeht, wird die Treibstoffnachfrage steigen. Dann könnte es zu Engpässen kommen: etwa bei Diesel, Benzin oder Kerosin, besonders in Europa“, sagte er. Die aktuelle Energiekrise nannte er „viel größer“ als die Ölkrise der 70er-Jahre. Zudem werde sie länger dauern. „Damals ging es nur um Öl“, so Birol. „Jetzt haben wir eine Ölkrise, eine Gaskrise und eine Stromkrise zugleich.“

    Er forderte neben dem Neun-Euro-Ticket ein Tempolimit mindestens für die Dauer des Ukraine-Kriegs. Das täte niemandem weh. „Ein paar Kilometer pro Stunde langsamer zu fahren, das ist nur ein winziger Kompromiss, verglichen mit dem Leiden der Menschen in der Ukraine.“



    Da kommen ja die Ölsanktionen gerade zur richtigen Zeit. Wird dann schön wenn man mit der Karre im Sommerurlaub nicht mehr weg kommt :evil:


    Auch schön zu wissen, dass die IEA hier ein schärferes Potential sieht als in der Ölkrise der 70er. Beruhigend.

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd