... man ein Flugzeug notlanden muss?

  • Zugegeben unwahrscheinlich, aber gut zu wissen. Zusammengefasst:


    1. Moderne Flugzeuge haben eine "Auto-Land" Funktion. Das heisst es genügt ein paar Knöpfe zu drücken, und das Flugzeug landet im Ernstfall völlig selbständig und bleibt auch automatisch am Runway stehen.

    2. Nicht ganz so moderne Flugzeuge haben zumindest einen Autopiloten. Diesen erst bei 50 Feet (ca. 15 Meter) ausschalten und das Flugzeug leicht hochziehen. Sobald man aufsetzt auf die Bremse treten, bis man steht.

    3. Ganz wichtig ist es die Notfallfrequenz 121,5 MHz zu kennen. Diese muss man im Funkgerät einstellen. Wenn man hierüber nun einen Notruf absetzt sollte immer jemand antworten, der dir helfen kann zu erklären, wie man das Flugzeug landet.


  • Da ich beruflich 20 Jahre als Elektroniker mit Flugzeugen zu tun hatte und auch schon mal in einem Pilotensimulator fliegen durfte kann ich das prinzipiell bestätigen.

    Die Frage ist eher ob die Person es schafft emotional so cool zu bleiben das sie von den 200 Schaltern, dem Funk und der Programmierung des Autopiloten nicht überfordert ist.

    Den Flug im Sim habe ich mit einem Arbeitskollegen gemacht der die gleiche Ausbildung hat. Wir sind ohne Autopilot geflogen und es hat stark an die erste Fahrstunde erinnert. Es war für einen einfach zuviel auf einmal. Also ist einer geflogen und der andere hat den Schub geregelt. So sind wir aber beide heil rauf und wieder runter gekommen.

    Aber generell gilt wenn es keiner versucht crasht man auf jeden Fall8o

  • Ich bin schon so alt, 2001 hat man uns erklärt dass der MS Flugsimulator ausreicht alle Flugzeugtypen daheim erlernen zu können.

    Dann hat man im ernstfall nur das Problem das man im Cockpit nach Tastatur und Maus sucht. :P

    Ist eben alles nur Theorie.


    Wenn ich mir vorstelle das ich ein Flugzeug landen soll bekomme ich Angst um die Passagiere, aber nichts zu tun ist auch keine Lösung.


    Eine andere Frage ist ja auch noch ob man überhaubt ins Cockpit reinkommt. Wen die Piloten nicht mehr in der Lage sind zu Fliegen hat das einen Grund, under verhindert dann vielleicht auch das sie die Tür entriegeln.

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

    aus DE B/BB

  • Zugegeben unwahrscheinlich, aber gut zu wissen.


    Und der Code zum Öffnen der Cockpit-Tür klebt als Post-It neben der Tastatur?


    Wenn noch jemand da ist, der den Code kennt, wird der auch geschult sein, wie man eine Notlandung einleitet.

  • Obwohl diese "Door Entey Codes" sich umprogramieren lassen verwenden sogut wie alle Airlines den Factory code. Flugbegleiter kennen den Code, abgesehen davon sind die Ziffern auf dem Tastenfeld meist so abgegriffen, dass es nicht schwer sein sollte ihn zu erraten.


    Nach dieser ersten Hürde fangen die Probleme aber erst an.


    Dass Fluglotsen dich dann "heruntersprechen" gibt warscheinlich nur im Film. Einige werden einen PPL haben, das könnte helfen.


    Ein Airbus z.B. hat Autopilot, Autoland und Autothrottle. Das könnte mitunter schon klappen, grad wenn man vorher auf dem MS Flugsimulator geübt hat.


    Liebe Grüsse

    Vansana, der sich in diesen Thema gut auskennt..

    Het Bun Dai Bun

  • Helios Flug 522 ist ein gutes Beispiel, dass es nicht so einfach ist ein Linienflieger zu landen.


    Durch einen Fehler der Wartung wurde die Druckkabine nicht aufgeblasen, alle Insassen verloren das Bewusstsein.


    Ein Flugbegleiter der fliegerische Ausbildung hatte kam wieder zu Bewusstsein, gelange es aber nicht die B737 zu landen und alle starben beim Absturz.

    Het Bun Dai Bun

  • Wie er im Video sagt überwachen auch andere Flugzeuge die Notfrequenz und deren Piloten können im Notfall unterstützen.

    Klar, die bekannte Notfrequenz von 121. 5 MHz sollte von allen Linienflugzeugen permanent überwacht werden. Die Reichweite in z. B. 10000 m beträgt dann doch 2x256 Meilen. Natürlich wird man dem armen Tropf helfen wollen aber ob bdas in der Praxis dann wirklich klappt....

    Het Bun Dai Bun

  • aber ob bdas in der Praxis dann wirklich klappt....

    Das ist natürlich eine andere Frage. Aber ich bin eher der lösungsorientierte Typ und würde es zumindest versuchen. Immerhin kenne ich jetzt die Notfrequenz und habe somit die Chance überhaupt einen Notruf abzusetzen.

  • Ein Flugbegleiter der fliegerische Ausbildung hatte kam wieder zu Bewusstsein, gelange es aber nicht die B737 zu landen und alle starben beim Absturz.

    Na ja laut Wiki fiel eine Minute nachdem er ins Cockpit kam ein Triebwerk aus und nach 11 Minten das andere. Eine wirkliche Chance sieht anders aus.

  • Na ja laut Wiki fiel eine Minute nachdem er ins Cockpit kam ein Triebwerk aus und nach 11 Minten das andere. Eine wirkliche Chance sieht anders aus.

    Laut Unfallbericht war dieser Flugbegleiter Apnoetaucher. Das ist möglicherweise der Grund dass er als einziger am Bord bei Bewusstsein war. Offenbar konnte er aber nicht ins Cockpit weil er den Zugangscode vergessen hatte (Sauerstoffmangel? ) Erst nachdem alle, glaub ich 5 portablen Sauerstoffflaschen aufgebraucht waren, kam er ins Cockpit. Kurz danach ging dem Flieger der Sprit aus.

    Het Bun Dai Bun

  • Wie der Pilot im Video sagt ist so ein Szenario wo du ein großes Passagierflugzeug landen musst sehr unwahrscheinlich. Schon alleine deswegen, weil es aus Gründen der Redundanz zwei Piloten gibt. Wenn einer an einem Herzinfarkt stirbt, kann der andere übernehmen. Dass beide ausfallen ist sehr unwahrscheinlich.


    Wahrscheinlicher, und bereits mehrmals vorgekommen, ist so ein Vorfall in einer kleinen Cessna. Diese ist aber auch ungleich schwerer zu fliegen und auch zu landen.


    In diesem Video sieht man schön, wie wenig Zeit einem hier bleibt einen Notruf abzusetzen und alles richtig zu machen.



    Im ersten Video lautet die Empfehlung des Piloten für so einen Fall daher: Besser Fallschirm anlegen und springen.

  • Ich bin im letzten Jahrtausend (kein Witz, so alte Menschen gibts) mal auf die Idee gekommen, ich müsse Segelfliegen lernen.

    Habe keinen Flugschein gemacht, aber ein paar Stunden bin ich geflogen.


    Von den drei Dingen: Start, Flug und Landung ist die Landung das mit Abstand schwierigste. Wenn da nicht irgendeine Automatik in dem Vogel funktioniert, dann betet lieber, das hilft ungefähr genau so viel, wie zu versuchen zu landen, ohne schon mal wirklich am Knüppel gesessen zu haben. Sorry.


    Ich würde mir zutrauen, zumindest eine nicht so schlimme Bruchlandung hin zu bekommen, aber eine Bruchlandung vermeiden? Vergiss es.


    Was aber viel eher vorkommt, als dass Du ein Linienflugzeug notlanden musst: Wenn Du mit einem Sportflugzeug oder einem Ultralight mitfliegst.


    Da kann ich z.B. den Tipp geben: In Ultralights gibt es immer einen großen Notfallknopf, und wenn man den drückt, dann landet das Flugzeug an einem Fallschirm. Sollte man vielleicht bei so einem Rundflug fragen, welcher der Knöpfe das ist, falls der Pilot einen Herzinfarkt kriegt.



    Nick

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Eines möchte ich aber noch zu bedenken geben :


    In allen diesen "Tutorials" hat noch keiner über das rechtzeitge Ausfahren des Fahrwerks gesprochen....

    Das halte ich doch für wichtig - es sei denn man will"Kleineisen" auf der Landebahn produzieren ;)

    Aus dem Norden von DE bzw. dem Süden von ES gesendet

  • Werden die Flugbegleiter auch geschult, eine automatische Notlandung einzuleiten?

    Nein.

    Manche Airlines ermöglichen den Purser (Kabinenchef) im Flugsimulator dabei zu sein.

    Unter anderm wird da gezeigt wie z.B. ein inkapazierter Pilot aus dem Cockpit geborgen wird oder wie man eine Checkliste liest, falls das der übriggebliebene Pilot so wünscht.


    Interessant wirds in der Zukunft werden, wenn die Luftfahrtbehörden nur einen Piloten für Linienfligzeuge zulassen werden. (oder sogar ganz ohne Piloten)

    Het Bun Dai Bun

  • Interessant wirds in der Zukunft werden, wenn die Luftfahrtbehörden nur einen Piloten für Linienfligzeuge zulassen werden. (oder sogar ganz ohne Piloten)

    Vielleicht sind die Hersteller dann bereit die bereits in der Schublade liegenden Pläne für Absturz-Sicherheitssysteme umzusetzen.


    Zum Beispiel solche: