Blackout-Vorsorge für Personen mit besonderen Bedürfnissen

  • Ich hatte ja kürzlich schon mal das Thema Radio und das Thema Wasser für alte Mitbürger hier angerissen.

    So weit, so gut.


    Je mehr ich nach Lösungen für alte Mitbürger bei Blackout suche, desto sorgenvoller meine Gedanken.

    - Viele alte Mitbürger wohnen alleine und weit entfernt von den Kindern.

    - Mobilität und körperliche (geistige) Fitness deutlich eingeschränkt.

    - Empfindlichkeit gegen Kälte, Veränderungen, abweichende Ernährung

    - Ortswechsel in ein Rettungscamp wird ein Albtraum

    - häusliche Pflege bei Blackout nicht möglich

    - Apotheke bei Blackout nicht möglich

    - Wärme bei Blackout nicht möglich

    - Resilienz nahe dem "Gefrierpunkt"

    - Fahrstuhl bei Blackout nicht möglich


    Wie habt ihr eure Eltern auf Blackout vorbereitet ?

    Welches waren dabei die wichtigsten zwei Punkte ?

    aus D / NRW

  • Alte Mitbürger bei Blackout

    ...

    - Mobilität und körperliche (geistige) Fitness deutlich eingeschränkt.

    ....

    - Fahrstuhl bei Blackout nicht möglich

    Ich finde es gut, sich darüber Gedanken zu machen, aber es betrifft ja nicht nur und ausschließlich ALTE Leute:

    Ich würde den Thread ändern auf "Blackout-Vorsorge für Personen mit besonderen Bedürfnissen". Das schließt natürlich auch "alte", betreuungsabhängige Leute mit ein.

    Aber einerseits ist nicht jeder unter-100-Jährige automatisch körperlich u/o geistig "nicht mehr so fit", andererseits gibt es Menschen jeden Alters, die Haushalt und Beruf gut mit einer körperlichen Beeinträchtigung bewältigen (z.B. Rollstuhl), aber für den Blackout-Fall besondere Schwerpunkte vorsorgen sollten.

  • Grüß Gott,


    meine Mutter lebt mit ihrem Lebensgefährten zusammen (Vater verstorben).


    Die wohnen mitten in Wuppertal (direkt im Zentrum - aber sehr günstige Miete - 380 kalt für ca. 65qm - 70er Jahre Haus - gepflegt) auf der ersten Etage.


    Mein Ansatz war vor ca. 1,5 bis 2 Jahren, dass die sich eine "Speise" (Lager) anlegen. Nach einigen Erklärungen wurde das nach und nach umgesetzt. Und dann auch viele Dinge die ohne Strom essbar sind (Dosenbrot, Dosensuppen, ...).


    Aktuell haben sie jetzt immer 8 Pack 1,5L Wasser, 4 Pack Zitronenlimo (zero) und einige Dosen Coca im Keller gebunkert. Dazu dutzende Dosensuppen, usw. Die kommen nun ohne Kochen mind. für 2 Wochen über die Runden und müssten nich raus aus ihrer Wohnung. Die Wohnungstüre ist aus Metall und hat schon Sicherheitsverankerungen wenn diese geschlossen ist.


    Die wichtigsten zwei Punkte:


    1. Für zwe Wochen autark sein (Lebensmittel, Getränke, Medizin, ...)

    2. Die beide bei Bedarf bei uns im WZ "einkellern" zu können


    Wenn dann alle Stricke reissen sollten, müssen sie halt bei uns im Haus im Wohnzimmer schlafen. Dann können sie in der Nacht auch Holz im Kamin nachlegen. :P


    Waidmannsheil

    zero


    PS: Nachtrag - die haben einen Gasherd der ohne Strom funktioniert. Solange also Druck auf der Leitung ist, sollten sie kochen können.

    Wetten Sie niemals gegen den menschlichen Erfindungsreichtum. Der größte Feind der Propheten der Apokalypse ist ein Ingenieur (Daniel Lacalle)

  • Auf die Schnelle:


    Als Angehöriger einen oder mehrere "Pflegekurse" besuchen ... könnte schon helfen wenn an vor Ort lebt.


    Wir haben das Pflegebett für Blackout getestet, soll heissen: "Mit einer entsprechenden Autobatterie und Spannungswandler kann man den Lattenrost bewegen.


    Der "Clan" schaut wo der ambulante Pflegedienst bei uns im Viertel jetzt hält ... Folge ... dort wird es bei einem Blackout "spannende".

    bis dann - nutze die Zeit - Wissen schafft Zukunft - epwin - 6DPNC6RE - epwin02@web.de; ;)

  • Ben

    Hat den Titel des Themas von „alte Mitbürger bei Blackout“ zu „Blackout-Vorsorge für Personen mit besonderen Bedürfnissen“ geändert.
  • Teilweise müssen Medikamente bei 2 bis 8 C gelagert werden.

    Ich habe im Keller so aus Blumentöpfen und nassem Sand eine Kühlmöglichkeit die nach dem Verdunstungsprinzip arbeitet gebastelt.

    Funktioniert bisher ganz gut.

  • Wie habt ihr eure Eltern auf Blackout vorbereitet ?

    Der war gut :-)


    Meine Eltern haben einen Keller wie man sie früher hatte.


    Ich habe Vorrat halten von denen gelernt.


    Sie sind zwar in einem Alter, wo das Gebäude anfängt, brüchig zu werden, aber einen Blackout alleine dürfte ihnen keine Kopfzerbrechen machen. Ich glaube auch, dass man da von heute auf morgen nicht viel machen kann.


    Wenn sie nicht Prepping-Affin sind, dann kannst Du ihnen vielleicht Dinge schenken, die ohne Strom funktionieren:

    Kochen: Fondue und ein paar Liter Spiritus

    Wärme: Kuscheldecke, Schal und selbstgestrickte Handschuhe

    ...


    Nick

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Meine Eltern haben mir die ersten Prepperschritte vorgelebt. Wenn auch unbewusst, da das für sie absolut normal war.


    Daher muss ich denen kaum noch was beibringen.


    Und notfalls wohnen sie 10 Gehminuten von uns entfernt.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Schwiegermutter würde von Anfang an mit in unsere Vorratsplanungen etc. mit einbezogen. D.h. wir berechneten immer für drei.

    Notwendige Medikamente bevorraten wir für Sie auch bereits.

    Irgendwann wurde sie dann auch in den Sachstand "eingeweiht".

    Erst war sie total perplex. Nach einem intensiven Gespräch sah sie die Notwendigkeit auch wirklich ein.

    Als der "Run aufs weisse Gold" etc. los ging, sagte sie uns dass sie doch sehr beruhigt sei, dass wir alles haben.

    Mittlerweile nennt sie unseren Lagerort *unseren Mini-Spar* 😂

  • Meine Eltern haben mir die ersten Prepperschritte vorgelebt. Wenn auch unbewusst, da das für sie absolut normal war.


    Daher muss ich denen kaum noch was beibringen.

    Genau so ist es bei mir. Meine Eltern haben einen Lebensmittelvorrat für mind. 4 Wochen, genügend Getränke, Taschenlampen, einen Kachelofen zum Heizen. Sie haben einen Keller mit Not-WC, genügend Spritvorräte, Batterien, Heizmaterial, Medikamentenvorräte etc. etc.


    Um die muss ich mir keine Gedanken machen, außer um das CPAP-Gerät der Mutter. Aber nach ihren Aussagen käme sie im Notfall auch ohne das Teil zurecht. Ansonsten ist ein Yeti von mir dafür eingeplant.


    Und: Sie wohnen im gleichen Haus wie wir. :) :children_crossing:

    aus D - TH

  • Wie habt ihr eure Eltern auf Blackout vorbereitet ?

    Sie wollen nicht und damit gibt es dort keine Vorbereitung. Da sie aufm Dorf leben ist vieles da erstmal nicht so arg kritisch. Wenn es soweit ist, muss darauf reagiert werden.


    Vorräte selbst bei Corona wurden keine angelegt und das auch alles als nicht Wichtig tituliert. Somit ist auch hier nichts bei meinen Eltern vorhanden und das wird sich nicht ändern. Da gibt es eine Verweigerungshaltung.


    Also auch da, wenn es soweit ist, kann man dann reagieren. Solange erst mal bleibt dort alles, wie sie es wollen. Sobald der Strom weg ist, gibts eh zur Mittags- oder Kaffee- oder Abendessen Zeit dann viel Gejammer (der Staat hier und bla bla gefälligst das und Strom und bla) . Dann kann ich immer noch was vorbei bringen. Ich zwinge auf jeden Fall ihnen nichts auf.


    Das ist eine wird schon nichts passieren-Mentalität. Basiert auf Aussagen, wie: "Wenn man dran denkt, dann passiert es auch." Da sag ich mal. Machen lassen.


    Hochwahrscheinlich ist es eh nicht und eine Vorbereitung bei ihnen auch nicht grundsätzlich entscheidend.


    Gruß

    SBB

    -<[ Nunquam-Non-Paratus ]>-

  • Meine Mutter lebt in 15km Entfernung in einer Kleinstadt in einem Mehrparteienhaus mit sehr guter Hausgemeinschaft. Die kämen zunächst zurecht. Die Rentner/innen im Haus sind alles Vorrats-Halter vom alten Schlag, verhungern müsste da niemand. Ein Hausbewohner ist Gebäudetechniker, ein anderer bei der Feuerwehr. Die würden sich schon gegenseitig unterstützen. Sollte die Versorgung mit Leitungswasser ausfallen, müsste man sich was einfallen lassen, es ist ein kleiner Fluß in der Nähe, Brauchwasser wäre zunächst kein Problem. Da das Haus mit Fernwärme versorgt wird und die ursprünglich vorhandenen Heizkamine jeder Wohnung schon vor Jahrzehnten wegsaniert wurden, würde ich meine Mutte bei einem Blackout in der kalten Jahreszeit aber zu uns holen und bei uns einquartieren.


    Die Schwiegereltern wohnen 600km entfernt in Sachsen-Anhalt auf dem platten Land und sind schon immer Selbstversorger, hungern müsste da auch niemand. Sie haben sogar einen eigenen Brunnen. Allerdings ist auch hier die Heizung die Schwachstelle, da es nur eine Ölzentralheizung gibt, aber keine Möglichkeit für einen Kaminofen o.ä. Hier müssten evtl. die Geschwister, die im Umkreis von wenigen km leben, eingreifen. Oder die Nachbarn. Es gibt dort auch ein altes Dorfgemeinschaftshaus, das mit einzelnen Ölöfen beheizt wird. Die funktionieren stromlos, man muss sie noch per Heizölkanne nachfüllen.


    Hauptproblem für mich ist in beiden Fällen die Kommunikation, die 15km zur Mutter kann ich mit Auto oder E-Bike überbrücken, um nach dem Rechten zu sehen oder Sachen vorbeizubringen. Ich überlege auch, eine Funkkommunikation über LoRaWAN einzurichten. Da gibt es einige interessante Bastellösungen mit umgestrickten Handys oder Blackberrys und LoRa-Repeater kann man mit einem solarversorgten Arduino völlig autark realisieren, den (oder mehrere) könnte man einfach an passender Stelle in einen Baum hängen oder an einem Aussichtsturm anbringen.

    Bis in die Altmark ist es dafür zu weit. Es gibt dort im Ort einen Funkamateur und bei uns auch. Das wäre mein Plan B, um ein Lebenszeichen zu bekommen bzw. zu senden. Die Rufzeichen und Kontaktdaten habe ich in unserem Notfallordner abgeheftet.


    Was ich beiden Haushalten allerdings mal geschenkt habe, ist ein Stromausfallkoffer - in der Altmark wird er bei den dort fast schon regelmäßigen Stromausfällen bei Sturm/Regen/Schneefall auch immer wieder gerne gebraucht. Enthält Gaskocher, Campinglaterne, Radio, Batterien, Gaskartuschen und ein Löschspray.


    Grüsse

    Tom


    Stromausfall-Koffer_LiKoRa_2.jpg