Mehlmotten: Mehl noch nutzbar?

  • Kann man mit Mehlmotten kontaminiertes Mehl eigentlich noch verzehren?


    Als ich meine jetzt vollständig durcherhitzt wie beim Brotbacken?

  • Ich weiß von meiner Mutter das sie sich so als Kriegskinder Geld nebenbei verdient haben, in dem sie beim Bäcker das Mehl wegen der Motten sieben mussten.

    - Der wichtigste Vorrat ist Wissen, den können selbst Plünderer nicht mitnehmen -

  • Kann man mit Mehlmotten kontaminiertes Mehl eigentlich noch verzehren?


    Als ich meine jetzt vollständig durcherhitzt wie beim Brotbacken?

    Ich habe solche Sachen bei geringem Befall schon verwendet, wenn die nicht vollständig von Seidenfäden durchzogen und sichtbar angeknabbert waren. Man stirbt nicht sofort dran.


    Ich kann mich auch daran erinnern, dass bei meinen Großeltern der Mehlvorrat im 25.Kilo-Sack offen im Vorratsraum stand. Im Nachhinein kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass da keine Mehlmotten drin gewesen sein sollen.

  • Ich habe solche Sachen bei geringem Befall schon verwendet, wenn die nicht vollständig von Seidenfäden durchzogen und sichtbar angeknabbert waren. Man stirbt nicht sofort dran.


    Ich kann mich auch daran erinnern, dass bei meinen Großeltern der Mehlvorrat im 25.Kilo-Sack offen im Vorratsraum stand. Im Nachhinein kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass da keine Mehlmotten drin gewesen sein sollen.

    Stimmt, war bei uns genauso. Der hat lange gehalten.

    ich möchte nicht wissen wieviel Vitamine wir da schon als Extradosis genossen haben.


    Also meine Haferflocken habe ich weggeworfen - die waren schön spinnwebig.

    Ich würde sagen, es kommt darauf an wie stark das ganze betroffen ist und wie NÖTIG ich auf DAS Lebensmittel angewiesen bin.

    Wenn ich nur noch einen Sack incl. Mehlwürmer oder Motten habe (nix zu kaufen) .....sieben und dann gibts halt eiweissreiches Brot.

  • Interessant. Das heißt Mehlmotten erzeugen kein z.b. hitzebeständiges Toxin und das Mehl kann im Ernstfall durch Sieben und Durcherhitzen ganz normal verwendet werden?

  • Interessant. Das heißt Mehlmotten erzeugen kein z.b. hitzebeständiges Toxin und das Mehl kann im Ernstfall durch Sieben und Durcherhitzen ganz normal verwendet werden?

    Im Wikipedia-Artikel steht was von möglichen allergien und Magen-Darm-Krankheiten. Sofort giftig ist das offensichtlich nicht.


    Ich kann natürlich nicht mit Bestimmtheit sagen, ob das vielleicht irgendwann mal Darmkrebs oder sonstwas auslösen kann. Da müsste man im Detail mal einen Wissenschaftler fragen.

  • Da würde ich zumindest bei der Verarbeitung recht vorsichtig vorgehen. Also nicht großartig rumstauben, denn auch die Motten "drücken ja mal einen ab" - soll heissen Du hast den Kot auch im Mehl, durchsieben hilft da nix. Der kann - wie z.B. bei Hausstaubmilben - Allergien und Atemwegserkrankungen auslösen. So was möchte man nicht wirklich haben. Ich denke da besonders ans durchsieben, da staubt man ja ganz gut rum !

    Vielleicht nach draussen gehen und mit FFP2 arbeiten....

    Aus dem Norden von DE bzw. dem Süden von ES gesendet

  • UrbanTrapper Herr Biologe? Hast du vielleicht mehr Ahnung hierzu?

    Sorry, nicht wirklich eine ausgewiesene Expertise in Insekten und so Viehzeugs. Habe meine Diplomarbeit in der Biophysik geschrieben und Immunologie als weiteren Schwerpunkt gehabt.


    Daher würde ich, wie AndreasH schon schreibt, den aufwändigen Weg gehen und in einem ersten Schritt das Mehl sorgsam sieben. Wie er schon schreibt, braucht niemand potentielle Allergene in Form von Mottenkot und sonstigen Hinterlassenschaften.

    Auf der anderen Seite soll das Mehl ja zum Backen verwendet werden. Bei den dort üblichen Temperaturen wird so ziemlich alles, was potentiell allergen ist, zerstört. Theoretisch, denn wenn dem so wäre, dann hätten wir keinen Allergiker gegen Weizenmehlprodukte.

    Auf jeden Fall: keinen rohen Teig naschen, wie man es sonst gerne vielleicht mal macht.


    Das wäre mein Vorgehen in einem Krisenfall. In "normalen" Zeiten würde ich wahrscheinlich das Mehl einfach in der Gänze entsorgen und neu kaufen.

    aus DE gesendet...

  • Könnten hier diese Sauerstoffabsorber evtl. Abhilfe schaffen in dem, dass man diesen möglichen Mitessern den Sauerstoff entzieht und sie somit absterben bevor sie sich vermehren können? Aber wahrscheinlich kommen die mit so wenig Luft aus, dass dieser Aufwand nicht dafür sprechen würde.

  • Tasting History hat nen schönen Beitrag zu Schiffszwieback/ Hardtack, da wird auch beschrieben, das Mehlwürner einen starken Senfgeschmack hätten. Man scheint nicht wirklich Schäden davon zu tragen. Und damals, in Klondike, als die Gummiestifel noch aus Holz waren und ich in der Schule, da hatten wir Hauswirtschaftskunde. Da hab ich gelernt, das man das Mehl siebt, und zwar nicht zum auflockern sondern damit die Mehlmotten rauskommen. Scheint also kein ungewöhnlicher Vorgang gewesen zu sein. Ich präferiere meinMehl allerdings auch ohne Fleischbeilage, auch wenn die Hühner das anders sehen-


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  • Mehlmotten und Mehlwürmern sind 2 verschiedene Insektenarten.

    Beide produzieren keine Toxine, allerdings können Mehlwürmer Zwergbandwürmer übertragen.

    Bei Durcherhitzen ist dieses Problem erledigt.

    Mehlwürmern an sich kann man als gute Proteinquelle essen, ich habe es auch schon überlebt.

    Das Allergiepotential von Motten und Würmern ist zwar vorhanden, hält sich aber in Grenzen.

    Vom Gesetz her ist befallenes Mehl nicht mehr verkehrsfähig, aber im Privaten sehe ich bei Durcherhitzen keine gesundheitlichen Probleme.

    Birds aren't real!

  • Auch richtig. Mehlwürmer ---> Mehlkäfer. Ich werde mich bemühen, genauer zu schreiben, was ich meine.

  • Kann man mit Mehlmotten kontaminiertes Mehl eigentlich noch verzehren?


    Das wäre mein Vorgehen in einem Krisenfall. In "normalen" Zeiten würde ich wahrscheinlich das Mehl einfach in der Gänze entsorgen und neu kaufen.


    Aus eigener leidvoller Erfahrung - JA - aber als ich dann am Bodensatz angekommen war und mir das Gewimmel dort ansehen musste war es schon eklig die Masse an Proteinbeilage dort, auch wenn hier tatsächlich die Aussage von Rüdiger RIP mal wieder passt & es wert ist mal wieder an Ihn zu erinnern:


    "Es gibt den gesunden Ekel sowie den anerzogenen Ekel und den Letzteren nicht zu überwinden wird dich in einer Notsituation womöglich töten, den Niemand ist zu gering, um etwas zu bewegen und nichts ist zu eklig, um gegessen zu werden, wenn es heißt „Überleben ums Verrecken“


    Ansonsten hatte ich ja auch HIER schon was zu "meinen" Mehlmotten/larven gepostet...

    "Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!"

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon

    denn jede mögliche Sicherheit ist relativ und unterliegt der alltäglichen Anwendung einer intelligenten Beurteilung selbiger!

    Gruß derSchü

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  • Habe ich schon mal gehabt, sieben und gut ist es.... Sonst blaue Tonne, und nur kurz offen lassen. Oder zb wie beim Roggen, einfach als Korn haben und mahlen.

  • Ich muss gestehen, dass hier mein Ekel bisher immer gewonnen hat. Da fliegt alles in unmittelbarer Umgebung direkt in die Tonne, da im Moment alles problemlos und kostengünstig ersetzt werden kann.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht