Stellt euch vor, ihr fahrt mit dem Zug und strandet witterungsbedingt im Nirgendwo

  • Szenario: schweres Unwetter zieht über Norddeutschland und umstürzende Bäume zerstören die Oberleitungen einer Hauptverbindungstrasse zwischen zwei großen Städten in Norddeutschland. Züge mit weit rund 2500 Fahrgästen aller Altersgruppen können noch rechtzeitig in einem kleinen Durchfahrtsbahnhof zum Halten gebracht werden und stehen nun bei rund 35°C im Bahnhof.


    Ansage in den Zügen: Halt auf unbestimmte Zeit. Strecke durch Baumfall gesperrt und Oberleitungen sind beschädigt und müssen repariert werden. (Sprich: Die Strecke muss zunächst freigeräumt werden und ein Reparaturzug der Bahn muss sich erst einmal zur Schadstelle vorarbeiten und die Leitung reparieren.


    Ihr habt euer "übliches" Reisegepäck dabei. Egal, ob als Tages-Berufspendler zwischen diesen beiden norddeutschen Großstädten oder als Urlaubsreisender mit Koffer/Rucksack mit Klamotten für ein bis zwei Wochen Urlaub. Was habt ihr lagebedingt (Temperaturen über 30°C waren bereits vor Fahrtantritt zu erwarten, eventuell auch das Unwetter, wenn auch nicht in dem Ausmaß und eure Reisezeit wäre planmäßig rund 1,5 Stunden (zwischen den beiden großen Städten) oder eigentlich eh planmäßig 4 bis 6 Stunden, weil ihr noch bis in den Ruhrpott fahren wolltet) dabei?


    An diesem kleinen Bahnhof gibt es gefühlt nichts. Toiletten in den Zügen wurden von den Zugbegleitern abgesperrt. Dixi-Klos auf einer Baustelle am Bahnhof könnten genutzt werden, sind aber mit Vorhängeschlössern gesichert. Ein in diesem Bahnhof ebenfalls gestrandeter IC hat zumindest im Bordrestaurant noch etwas Wasser in Flaschen, das reicht aber nicht einmal für die "eigenen" Fahrgäste. Supermärkte sind in gut 1000 Meter Entfernung theoretisch fußläufig zu erreichen, schließen allerdings zwischen 20 und 22 Uhr (je nachdem ob A-Discounter oder richtiger Supermarkt).


    In einem zweiten Teil werde ich das Szenario weiter ausführen und bin zwischenzeitlich auf eure Ideen dazu gespannt. Jetzt muss ich erst einmal wieder weiterarbeiten. 8o :rolling_on_the_floor_laughing:

    aus DE gesendet...

  • ...Ich erkundige mich nach dem nächsten Badesee. 8)

    Unterwegs hole ich mir an einem Wasseranschluss an einem Haus (mit Fragen) etwas Wasser.

    Sieht es nach Unwetter aus Klingel ich an Häuser und bitte um Unterschlupf, auch Garagen oder Nebengebäude werden akzeptiert.

    Birds aren't real!

  • Die Erfahrung hatte bereits real im Jahr 2007 beim Orkan Kyrill.

    Gestrandet in Kassel mit Gepäck "für's Wochenende".


    Die Probleme hatten sich bereits während der Fahrt abgezeichnet:

    Streckensperrung, Umleitung, etc.


    Bereits im Zug mit Leidensgenossen "vernetzt", was sich bezahlt gemacht hat:

    bei einer Person, die Kassel als Zielort hatte, durfte ich das Sofa für die Nacht benutzen.


    Andere haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam Mietwägen genommen.


    Was hatte ich dabei:

    - Klamotten für 3 Tage

    - Handgepäck mit EDC (Taschenmesser, Taschenlampe, Kondome, etc.)

    - Noch 1,5l Wasser und ein paar Müsliriegel und belegte Brote (Abendessen)


    Im Unterschied zu deinem Szenario, war es allerdings Herbst. Im Sommer hätte ich wohl noch mehr Wasser dabei gehabt und evtl. ein paar Wasserreinigungstabletten.


    PS: Keine Diskussion mit mir , ob Kassel ein "kleiner Durchgangsbahnhof" ist oder nicht - das ist sehr subjektiv ;-)

    Einmal editiert, zuletzt von RdM ()

  • Wasserflasche, Jause, Traubenzucker, Papiertaschentücher und feuchtes WC-Papier (einzeln eingeschweißt) habe ich im Rucksack immer mit, Powerbank und Victorinox ebenfalls.

    (Lt. meiner besseren Hälfte: den halben Hausstand. 🙄)


    Für mich wären eher die Temperatur (Schatten? Kreislauf?) und die Suche nach einem abgelegenen Plätzchen, falls ich das Schloss vom Dixi-Klo nicht knacken kann, Themen. 😊

    Think positive, stay negative! :)

  • Supermärkte sind in gut 1000 Meter Entfernung theoretisch fußläufig zu erreichen, schließen allerdings zwischen 20 und 22 Uhr

    Hi,


    also muss ich davon ausgehen dass ich abends dort gestrandet bin. Ich würde mich sofort vom Bahnhof entfernen und die Gegend erkunden. Da finde ich sicher ein Plätzchen für das evtl. erforderliche Geschäft, ein verschlossenes Dixi ist mir herzlich egal. Selbst wenn es offen wäre, würde ich es nur ungern nutzen.


    Einen Supermarkt brauche ich auch nicht, Wasser habe ich dabei, Nahrung brauche ich frühestens morgen oder übermorgen.


    Habe ich ein ruhiges Plätzchen gefunden, lote ich die Situation aus, habe ich Handyempfang, welche Verkehrswege sind zu erreichen, gibt es eine Pension, wo kann ich sonst übernachten usw.


    Dann höre ich Radio und AFu. Morgen sehe ich weiter. Ich gehe nicht davon aus, dass der Zugbetrieb vorher wieder in Gang kommt.


    VG Herzhaus

  • Nun ja... Sollte kein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden würde ich mir wohl ein Taxi oder einen Uber bestellen.

    I feel a disturbance in the force...

  • Okay... Beim Pendeln und dem vorhergesagten Wetter hätte ich nebst EDC, kleinem FAK und Arbeitsunterlagen dabei:

    - mindestens 1L Wasser

    - etwas zu knabbern in Form von 1 oder 2 Müsliriegeln

    - einen billigen Not-Regenponcho, wie sie auf Festivals verteilt werden.

    - garantiert ein Buch und evtl. ein einfaches Kartenspiel (you never know...)


    Was würde ich als erstes machen?

    - Den genauen Akkustand meines Handys nachschauen.

    - Mich bei meiner Frau melden, ihr erklären, dass ich auf unbestimmte Zeit gestrandet bin und dass sie sich keine Sorgen machen muss.

    - Wo ein Bahnhof ist, muss auch eine Strasse sein. Also würde ich versuchen, mir ein Taxi o.ä. dort hin zu bestellen.


    Falls das nicht möglich ist:

    - In der Schweiz hat es an fast jedem Bahnhof diese Selecta Automaten. Ich würde mal schauen, ob so einer an besagtem Bahnhof rumsteht und mich mit mehr Getränken und etwas zu knabbern eindecken. Danach mache ich es mir mit meinem Buch gemütlich oder finde jemanden zum Karten spielen.

    - Als Mann könnte ich das "kleine Geschäft" problemlos hinter einem Busch erledigen. Das grosse zur Not wohl auch, doch dazu müsste es wirklich dringend sein.


    Wenn ich weiss, dass ich mehrer Stunden festsitzen werde, dann würde ich die 1000 m wohl zu Fuss zur nächsten Ortschaft gehen und von dort aus weiter schauen. Entweder fahren Busse, es gibt Taxis, ich komme in einem Restaurant unter oder würde mein Glück bei einem Haus versuchen.

    Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.

    -George S. Patton-

  • Hi,


    also muss ich davon ausgehen dass ich abends dort gestrandet bin. Ich würde mich sofort vom Bahnhof entfernen und die Gegend erkunden. Da finde ich sicher ein Plätzchen für das evtl. erforderliche Geschäft, ein verschlossenes Dixi ist mir herzlich egal. Selbst wenn es offen wäre, würde ich es nur ungern nutzen.

    Bevor ich mich vor hunderten Zuschauern hinhockerl, wenn's keinen uneinsehbaren Ort fürs Klogehen gibt, halte ich mir die lieber die Nase zu und gehe aufs Dixi-Klo.

    Think positive, stay negative! :)

  • Ich würde erstmal googeln, wie es mit dem Schienenersatzverkehr aussieht und Mitreisende nach möglichen weiteren Informationen fragen. Da der vermutlich noch nicht existiert, würde ich um der Menschenansammlung zu entfliehen vermutlich erst einmal zum Supermarkt marschieren. Schön soweit es geht im Schatten, weil ich meist keine Kopfbedeckung dabei habe. Wasser hätte ich genug dabei und wahrscheinlich auch Müsliriegel oder sowas. Falls Schließfächer vorhanden sind, würde ich schwere Sachen (sprich einen Großteil der Klamotten) dort deponieren. Eine regenfeste Jacke hätte ich im Rucksack. Bevor ich losmarschiere würde ich versuchen abzuklären, ob die zuständigen Einrichtungen informiert wurden, dass bei der Wärme vermutlich einige gesundheitliche Probleme bekommen könnten und versorgt werden müssten. Einen Blick auf die Wetter-App würde ich wohl auch noch machen, bevor ich loslaufe.
    Nebenbei würde ich mal schauen, wer von meinen Bekannten im Umkreis wohnt und Taxi zur nächsten Ortschaft spielen könnte, von der aus ich weiterreisen kann. Wenn keiner in der Nähe ist, würde ich nach Übernachtungsmöglichkeiten im Ort schauen und vorsorglich dort ein Zimmer reservieren. Beim Einkaufen im Supermarkt würde ich einige diese kleinen Selterflaschen holen und wenn möglich eine Kühltüte mit Eiswürfeln und Kühlkompressen. Wenn keine Kühlkompressen vorrätig sind, müssen Baumwoll oder Putzlappen reichen. ICh nehme noch ein paar Snacks mit, wenn möglich ein Cap und falls ich keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden habe, latsche ich zurück und schau mal, ob sich beim Schienenersatzverkehr was tut. Ein Buch und eine Powerbank habe ich auch in der Regel dabei.

    Einmal editiert, zuletzt von Darius ()

  • Wenn ich in Norddeutschland unterwegs bin, kann das eigentlich nur urlaubsbedingt sein. In dem Fall würde ich erst mal per Google Maps herauszufinden versuchen, wo genau in Niedersachsistan ich mich befinde und welches die nächsten größeren Städte sind.


    Dann erst mal in Ruhe ausharren und schauen, ob vom Zugpersonal irgendwelche Informationen zu eventuellen Bussen kommen. Normalerweise habe ich im Sommer immer einen Liter Wasser dabei, als Pendler ebenso wie auf dem Weg in den Urlaub. Also besteht da keine Notwendigkeit, sich vom Zug zu entfernen. Fände ich auch eher eine schlechte Idee, falls es doch noch überraschend weitergehen sollte. Das Handy würde ich sofort im Zug an die Steckdose anschließen, um für alle Eventualitäten den Akku voll zu bekommen, und insgesamt nur mal sporadisch schauen, ob man über die Bahn-Webseite etwas erfährt.


    Im Fall eines möglichen menschlichen Rührens würde ich mir auch eher ein Gebüsch suchen, statt ein Dixiklo aufzubrachen versuchen. Taschentücher, Feuchttücher und Desinfektionsmittel sind im EDC vorhanden.

  • Szenario Teil 2, soweit ich das mit der dürftigen Nachrichtenlage und im Einsatz vor Ort rekonstruieren kann:


    Zwischen 17.30 Uhr und 18.00 Uhr zieht eine heftige Gewitterzelle durch, dem der Streckenabschnitt zwischen dem Provinzgroßkaff A und Provinzhauptkaff B zwischen den beiden großen Städten zum Opfer fiel (Bäume im Gleis, Oberleitung beschädigt und eine Reparatur erforderlich).

    Ein mehr als überfüllter Nahverkehrszug (weil er Passagiere aus einem anderen zuvor gestrandeten Nahverkehrszug aufnahm) und ein Fernverkehrszug können rechtzeitig im Provinzgroßkaff A zum Halten gebracht werden. Ein weiterer Nahverkehrszug mit nicht ganz so vielen Leuten strandet auf freier Strecke und wird durch HiOrg-Kräfte evakuiert und versorgt.


    Gegen 20.00 wird entschieden, für die Lage in Provingroßkaff A das große Besteck an HiOrg aufzufahren. Ein paar RTW werden für potentiell kollabierende Fahrgäste in Bereitstellung gehalten. Gruppen Logistik, Technik und Betreuung und einiges an "boots on the ground" wird alarmiert und auf den Weg geschickt. Sind halt Kräfte aus dem Ehrenamt. Selbst gerade eben aus dem Feierabend, vielleicht gerade selbst noch am Abendbrottisch (oder in Essen in Vorbereitung) oder unter der Dusche stehend und der Landkreis ist groooß. Von der einen Seite zur anderen fährt man selbst mit Wege- und Sonderrechten je nach Fahrzeugtyp schon mal eine halbe bis dreiviertel Stunde (Fahrzeuge mit Anhänger fährt man eben nicht an den Grenzen der Physik).


    Bis Alarmierung ausgelöst ist (ein Teil des Alarmierungssystems hat nicht funktioniert und somit wurden nicht alle potentiellen Einsatzkräfte erreicht), sowie Inmarschsetzung und der Aufbau vor Ort abgeschlossen sind, ist es auch schon 21.00 Uhr.


    Das bereitgestellte Wasser (anfangs einfaches Leitungswasser in Bechern oder von den Fahrgästen mitgeführten Flaschen abgefüllt) wird im weiteren Verlauf durch 0,5 Liter Flaschen ergänzt bzw. ersetzt, die mit den Logistik-LKW und ein paar MTW herangeführt wurden. Einsatzkräfte bringen das Wasser (ergänzt um Müsli-Riegel; gefühlt: jeder nur ein Kreuz... äh... Müsliriegel) bis auf den Bahnsteig und teilweise auch in die Züge rein.


    Schienenersatzverkehr? Hmmm.... Lasst mich überlegen. Einige Taxen habe ich gesehen. Busse ganze zwei. Kann auch sein, dass die verfügbaren Busse bei der anderen Evakuierung gebunden waren, weil die ja nun auf freier Fläche stand. Bis etwa 22.00 gab es einen einigermaßen regen Privatfahrzeugverkehr. Etliche Fahrgäste hatten das Glück, dass ihr Reiseziel in maximal ein bis zwei Stunden Autofahrt entfernt lag und sie Freunde oder Verwandte hatten, die sie mit dem Auto abholen konnten.

    Nach 22.00 Uhr sind solche Abholer seltener, kommen aber noch vereinzelt vor.


    Die Einsatzkräfte geben Einwegdecken an Fahrgäste aus. Vor allem Kinder oder Personen, die mit kurzer Hose und T-Shirt reisten und denen der kühler werdende Abend und sicherlich auch die Klimatisierung der Züge auf Dauer dann doch die Reise zusätzlich verhagelten. Der erste Schwung auf den Betreuungsfahrzeugen ist rasch aufgebraucht, der Zulauf weiterer Decken wird organisiert.


    Eine Einsatzkraft kam mir mit ein paar kaputten Vorhängeschlössern entgegen. Fragender Blick: "Von den Dixie-Klos?" - Antwort: "Ja, glaubst du, die vom Ordnungsamt wollen die Schlösser haben?" (Watt weiß ich? Ich bin zwar ausgebildeter Gruppenführer aber keine benannte Führungskraft. 8o )

    Weil noch immer ein Ende der Lage nicht absehbar ist (und auch kein Ersatzverkehr etabliert werden konnte), wird der erste Schwung Nudelsuppe vorbereitet. Eine Verpflegungsgruppe wird herangeführt mit mehr Hockerkochern und mehr Suppe, um zumindest im ersten Schwung den Kindern und deren Müttern etwas Warmes zu Essen anbieten zu können.

    Gegen Mitternacht erhöht sich die Polizeipräsenz wegen der bevorstehenden Verpflegungsausgabe. Man möchte vorbereitet sein und die Einsatzkräfte vor potentiellen Übergriffen durch sich vordrängelnde Männer schützen. Es sollen ausschließlich erst Kinder und deren begleitende Mütter versorgt werden.


    Beobachtung:

    1. Fahrgäste sind überrascht bis erstaunt, dass das Wasser (egal ob das Kanisterwasser oder die Wasserflaschen) und Decken kostenfrei abgegeben werden.
    2. Einzelne kommen zur Ausgabe der Decken und versuchen es gerne noch ein zweites Mal. Könnte ja klappen. (Bei einem Evakuierungseinsatz nach Schadstoffausstoß bei einem Lebensmittelhersteller wunderten sich die HiOrgs im Nachgang, warum sie doppelt so viele Zahnbürsten verbraucht hatten als sie in der betriebenen Notunterkunft zu betreuen hatten....)
    3. Etlichen Fahrgästen ging natürlich nach vier oder fünf Stunden in dieser Lage der Akku des Smartphone über die Wupper.
    4. Viele Fahrgäste hatten Trinkflaschen dabei, die sich relativ einfach am Kanister auffüllen ließen, andere "nur" normale Sprudelflaschen, die etwas schwieriger aufzufüllen waren, weil der Wasserstrahl aus dem Kanister kaum schmaler war als die Öffnung der Flasche.
    5. Einige Fahrgäste hatten auch gegen Mitternacht nur eine kurze Hose und ein kurzes T-Shirt oder Top an und nicht einmal eine leichte Strickjacke oder einen leichten Pullover an.
    6. Einzelne Fahrgäste hatten, als sie an die Wasserausgabestelle herantraten, ihr Reisegepäck dabei (alleinreisend...?) andere holten mehrere Becher/Flaschen gleichzeitig ab, um ihre Familie oder das "Abteil" mit Wasser zu versorgen.

    Lesson learned:

    1. Akkupacks... Akkupacks... Akkupacks... Davon kann man nie genug haben. Wenn man sein Smartphone zum Daddeln längere Zeit am Stück benützt, dann sind vier bis sechs Stunden für eine Akkuladung nichts. Und man wird wohl kaum mit 100 % Akkuleistung in so eine Lage gehen.
    2. Wasser... Wasser... Wasser... 1,5 Liter sollten das Minimum sein. Idealerweise in einer Weithalsflasche, die das Befüllen der Flasche an einer beliebigen Wasserquelle leicht ermöglicht.
    3. Bekleidung... Der von Chuck Noland vorgeschlagene Not-Regenponcho verbraucht praktisch keinen Platz und kostet in der Regel wenig, kann aber bei einer Regenwetterlage Unterkühlung wegen Durchnässung vermeiden helfen. Eine leichte Jacke oder ein leichter Pullover, der trotzdem wenigstens mäßig warm hält, hilft Hypothermie, also Unterkühlen, zu vermeiden, weil man zum Beispiel im Zug bei eingeschalteter Klimaanlage sitzt und sich nicht sonderlich bewegt und dadurch zumindest das subjektive Gefühl des "es ist kalt" entsteht.
    4. Für die Herren mit wenig Haupthaar: hier kann wie unter Punkt 3 eine sehr leichte Mütze ebenfalls Abhilfe schaffen. (Tatsächlich benutze ich mittlerweile leichte UV-Schutzmützen beim Fahrradfahren unterm Fahrradhelm auch und gerade im Hochsommer, um ein Verbrennen der Kopfhaut bei langen Radtouren zu vermeiden.)
    5. Ein paar Kekse oder Müsliriegel oder dergleichen, um den Magen beschäftigt zu halten und damit die Psyche "auszutricksen", denn verhungern wird kein Mensch, weil selbst wenn er mal einen oder zwei Tage nichts zu Essen bekommt.
    6. Frühzeitig die nächsten Angehörigen oder Leute am Zielort über die Lage informieren. Primär, um denen über die Verspätung zu informieren und sekundär, um eventuell ein Abholen zu organisieren. Den Punkt, ab wann man sich abholen lassen möchte oder nicht, muss jeder in Abstimmung mit denen, die dafür zur Verfügung stehen, selbst definieren. Da spielen Faktoren wie Entfernung zwischen dem Ort des Gestrandetseins und dem Ziel mit rein, aber sicherlich auch, ob der abholende in der Lage ist, einen abzuholen. Meinen Vater zum Beispiel würde ich nicht mehr bitten, mich über eine größere Distanz abzuholen oder gar bei Dämmerung oder Dunkelfahrt. Andere trauen sich nicht, ihnen unbekannte Strecken zu fahren.
    7. Wenn Geld und Zeit nur eine untergeordnete Rolle spielt, kann es interessant sein, sich in einem nahegelegenen Hotel oder einer Pension einzumieten. Wenn das Gros auf diese Idee kommt, sind die begrenzten Kapazitäten sicherlich schnell ausgeschöpft.
    8. Als alleinreisende Person: Wenn möglich mit den Leuten zumindest im Abteil oder der Sitzgruppe vernetzen. Dann kann ein Teil der "Schicksalsgemeinschaft" zur Verpflegungsausgabe zum Beispiel gehen, während die anderen auf die Sachen der anderen aufpassen. Ansonsten müsste man immer seine Sachen komplett mit sich rumschleppen.

    So, das muss jetzt erstmal reichen. Vielleicht fällt mir später noch mehr ein.

    aus DE gesendet...

  • Was ich im Zug immer dabei habe ist viel zu trinken und viel zu lesen und einen Ersatzakku für mein Smartphone.


    Ohrenstöpsel oder Musik wären evtl. ne Idee.


    So verbringe ich dann eben im Sommer die Nacht im Zug, wenn sich fußläufig wirklich nichts sinnvoll erreichen lässt oder draußen der Orkan tobt.


    Schlimm wäre nur, wenn er rappelvoll mit Leuten wäre, mit denen man ungerne Zeit gemeinsam verbringt. Das 9 Euro Ticket hat mir da schon ein recht schräges Erlebnis beschert.


    (edit: Hat sich jetzt überschnitten mit Deinem Teil 2)

    Aus gegebenem Anlass: ich distanziere mich hiermit ausdrücklich gegen jeden Form von Gewaltphantasien gegen andere, den Staat oder staatliche Organe. Ich betreibe prepping als Krisenvorsorge und als Hobby und tausche mich hier mit Gleichgesinnten aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

  • Ad 4.: Ich habe im Sommer immer einen Sonnenhut für mich mit und ganzjährig außerdem mehrere Buffs in verschiedenen Farben/Mustern im Rucksack eingesteckt. Die Dinger schauen als Haube zwar 🤢 aus, sind aber besser als nix und brauchen fast keinen Platz. In der Übergangszeit sind sie praktisch als Halstuchersatz und bei Wind und Sonne als Ersatzstirnband.

    Think positive, stay negative! :)

  • Lesson learned:

    Ich bin erst mal beruhigt, dass ich die Punkte 1 und 2 aus deiner Aufzählung auch in meiner Reaktion als Priorität angegeben habe. Die Powerbank, die ich normalerweise dabei habe, ist mit 2500 mAh zwar ziemlich klein, aber halt ein Kompromiss zwischen Kapazität und Raumvolumen. Da leiste ich lieber Selbstdiziplin und nutze das Handy nur so weit wie wirklich nötig. Aber im Zug mit inzwischen ja überall vorhandenen Steckdosen sollte das kein großes Problem darstellen, so lange der Zug selbst noch Saft hat.


    Meine 1-Liter-Flasche ist tatsächlich eine Weithals-Variante.


    Regenponchos werde ich mir mal ein paar zulegen, denke ich. Das ist ein guter Hinweis!

  • Weil noch immer ein Ende der Lage nicht absehbar ist (und auch kein Ersatzverkehr etabliert werden konnte),

    Hi,


    so dachte ich mir das. Habe inzwischen ein Plätzchen zum Übernachten gefunden. Die Rettungsdecke (Tipp hier aus dem Forum?) wird mich vor eventuellem Regen schützen. Werde auch nicht wegen der Nudelsuppe vor morgen früh zum Bahnhof zurückkehren.

  • Nachtrag: Alternativ kann man ja auch aus einem größeren Tuch eine Kopfbedeckung mit Zipfelknoten an den vier Ecken) basteln (à la Heinz Erhart) oder aus einem Dreiecktuch oder Shirt eine Art Kopftuch oder Turban oder aus einer Zeitung eine Schiffchenmütze, wenn sonst nix da ist.


    Meine Kopfhörer fürs Handy habe ich seit vielen Jahren in einem Minitäschchen im Rucksack immer dabei. Das Täschchen ist aus meinem alten Wickelrucksack und war eigentlich für einen Ersatzschnuller gedacht.


    Was ich auch immer mithabe, sind ganz klein zusammengefaltete Plastiksackerl. Die kann man auch für alles mögliche verwenden.

    Falttechnik:

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    Think positive, stay negative! :)

  • Ad 3: Wenn ich auf Urlaub fahre, habe ich im Koffer immer diese extrem dünnen Badetücher mit. Die eignen sich ev. auch zum Zudecken, wenn sonst nix da ist.


    Regenponcho ist eine gute Idee, das werde ich mir für den nächsten Urlaub (ev. zusätzlich zur Regenjacke bzw. zum Knirps) merken.

    Think positive, stay negative! :)

  • Ad 6: Da wir als Familie miteinander eine Ortungs-App nutzen, in der wir sehen, wo die anderen sind, müsste ich den Aufenthaltsort theoretisch gar nicht durchgeben. (Sofern das Internet und GPS funktionieren.)


    Ich würde aber trotzdem daheim anrufen oder simsen und Bescheid geben. Wenn's weniger als 2 oder 3 Fahrtstunden von daheim weg wäre, würde ich meinen Mann um Abholung bitten, sofern es möglich wäre.

    Think positive, stay negative! :)

  • Ad 6: Da wir als Familie miteinander eine Ortungs-App nutzen, in der wir sehen, wo die anderen sind, müsste ich den Aufenthaltsort theoretisch gar nicht durchgeben. (Sofern das Internet und GPS funktionieren.)

    Welche Ortungs-App nutzt ihr, damit ihr euch gegenseitig "stalken" könnt?

    aus DE gesendet...

  • Ad 3: Wenn ich auf Urlaub fahre, habe ich im Koffer immer diese extrem dünnen Badetücher mit. Die eignen sich ev. auch zum Zudecken, wenn sonst nix da ist.

    Das ist noch mal eine gute Idee. Besonders wenn man leicht friert.

    Allerdings habe ich eine Kritik am Szenario. "(...) sicherlich auch die Klimatisierung der Züge" -> Das ist ja wohl völlig unrealistisch! Als wenn bei der DB bei 35 Grad die Klimaanlagen funktionieren würden :D . Ich hatte mich mental eher darauf vorbereitet frisch gebackene Kollabierte da vorzufinden.