Inselanlage / Inselsystem Sammelthread

  • Nabend!


    Wäre schön, wenn wir hier gemeinsam Links, Ideen, Produkte und Projekte sammeln könnten, die sich mit autarken / teilautarken Stromsystemen beschäftigen.


    Es soll nicht um Endverbraucher gehen, wie Kühlschränke, Lampen, oder Staubsauger, sondern vielmehr um Komponenten wie


    Staplerbatterien
    Solarakkus
    Wechselrichter
    Ladegeräte
    Stromerzeuger
    Windräder
    Wasserkraft
    BHKW
    Stirling
    Gleichrichter
    Solarzellen / PV-Module
    NetzUmschalter


    Am besten auch mit konkreter Produktnennung und am allerbesten mit Erfahrungswerten!


    Und um konkrete Systeme, Gesamtprojekte und Schaltschemen, gerne auch etwas technischer - da kann sich dann ja jeder nach Kenntisstand was raussuchen!


    Ich möchte auch gerne mal so zum Schnuppern 2 interessante Links einstellen;


    http://www.victronenergy.de/up…0systems_rev03_DE_WEB.pdf


    http://www.victronenergy.com/u…ts/Book-DE-ImmerStrom.pdf


    Gruß Bastian

  • Hallo zusammen,


    ich möchte Euch die Firma Phaesun empfehlen. Das sind echte Off-Grid-(ohne Netz)Experten.


    http://www.phaesun.com/


    Wenn es um einen Off-Grid-Shop geht, kann ich diesen link empfehlen:


    http://www.sale.offgrid-solar.de/index.php


    Vielleicht sollte man auch mal diskutieren, ob es nicht besser ist, in Krisenfällen auf DC-Verbrauch (Gleichstrom) umzusteigen.
    Ich denke es macht nicht so viel Sinn zu versuchen z.B. seine Kühltruhe mit AC-Verbrauch weiter zu betreiben. Das sind Stromfresser und es scheint mir unrealistisch seinen ganzen Haushalt autark weiter betreiben zu wollen, als wenn nichts wäre...
    Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann natürlich mit den passenden Anlagenkomponenten auch auf Inselversorgung umschalten (z.B. mit dem Backup-System von SMA), aber nicht viele haben die Möglichkeit...dann würde ich doch lieber die Batterie von meinen Nachbarn laden, statt ausschließlich meinen eigenen Haushalt zu versorgen...


    Zurück zur DC-Versorgung für Krisenfälle.
    Wenn man aber ein Modul, einen Laderegler und eine Speichermedium (Batterie) anschafft, kann man unter anderem schon Licht erzeugen oder seine Heizungspumpe in Betrieb halten. Das scheinen mir doch die wesentlichen Dinge zu sein, welche man in Krisen wirklich braucht...Dann braucht man aber natürlich auch einen Verbraucher, welcher mit Gleichstrom betrieben werden kann.
    Zur Lichterzeugung geht das z.B. hiermit:


    Sundaya Ulitium Takeaway Packages von Phaesun


    Artikelbeschreibung:


    Effektive und sparsame LED-Lampen


    „Die LED-Lampen sind laut Phaesun extrem sparsam im Verbrauch und sehr effektiv. Für 240 Lumen Lichtleistung über sechs Stunden reichen 8 Kilojoule Energie pro Stunde aus, die ein Solarmodul mit nur drei Watt Leistung liefern kann, rechnet Phaesun vor. Dimme man die Lampe, was in drei Stufen möglich ist, benötige sie noch weniger Energie - bei 120 Lumen leuchte sie beispielsweise zwölf Stunden lang. Führend sei die LED-Lampe von Sundaya auch, was den Wirkungsgrad angeht: Während es eine Glühlampe auf ein Prozent bringe und eine Energiesparlampe auf fünf bis zehn Prozent, habe die neue LED-Lampe von Sundaya einen Wirkungsgrad von 23 Prozent.


    Die Elektronik und ein Lithium-Ionen-Akku sind bereits in die Lampen integriert. Über die Verteilerbox kann das Solarmodul direkt an die Verbraucher angeschlossen werden. Ein Laderegler wird laut Phaesun nicht benötigt. Bei einer Leuchtstärke von 240 Lumen halte der Akku drei bis vier Jahre, bei 120 Lumen sechs bis acht 8 Jahre."


    Das Speichermedium ist schon integriert und für die Lampen brauchst Du nicht mal ein Laderegler. Du schmeißt einfach Dein Mini-Modul "auf die grüne Wiese" und hast später Licht. Die Sets gibt es in verschiedenen Größen und sind meiner Meinung nach echt bezahlbar.


    Hab einige Zeit im Bauwagen gelebt und weiß, das wir eigentlich alle nicht so viel Energie benötigen, wie uns immer suggeriert wird. Vieles schafft mehr Abhängigkeit anstelle von wirklicher Verbesserung..


    Ich hoffe das jemand Gefallen an den kleinen "Lichtbringern" findet...


    Gruß
    ayalana

  • Hallo,


    ich hatte ja schon mal ein einem anderen Fred meine Teil-Autarke 12V Versorgung kurz vorgestellt .... Hier nochmal etwas ausführlicher:



    Ich habe bei mir ein Windrad (Black 600) und dazu weil es das Steuergerät hergibt ein 100W Solarmodul. Das ganze speist 4 x 100 Ah Akkus (extra Solarakkus weil Autobatterien dafür nicht wirklich brauchbar sind. Aber im Zweifelsfall besser als nix). Ein 1500 W Wechselrichter ist auch noch vorhanden. (Wichtig ist da einen mit echtem Sinus zu verwenden)


    Da ich bei mir im Haus sowieso schon viel Halogenbeleuchtung hatte .... habe ich die einfach auf 12 V Gleichspannung umgestellt. Dazu habe ich selbstverständlich extra Leitungen mit entsprechendem Querschnitt (6 qmm) gezogen. Man muß beim Einsatz von Schaltern immer auf deren maximal verträglichen Strom achten. Von denen gehe ich mit 1,5 qmm dann zu den einzelnen Verbraucher. Im Flur habe ich die Bewegungsmelder auf 12 V umgebaut und mitlerweile auch alle Halogen-Strahler durch LED eingesezt. Die brauchen einfach weniger Strom und es gibt sie ja auch mit warmen Lichtton.


    Ich habe mir auch 12V "Leuchstofflampen" gekauft, die haben den Vorteil das ich die in normal E27 wie eine Glühbirne reinschrauben kann und ich brauchte nicht alle Lampen neu zu machen sondern nur umklemmen. In der Küche hab ich unter den Hängeschränken LED-Leisten und oben drauf ein LED-Streifen von 1,5 m. Das reicht bis auf wenige Ausnahmen und die 220V Lampe ist ja noch da.


    Als Erweiterung hab ich noch geplant den Laptop an das 12V Netz zu klemmen und im Wohnzimmer noch die ein oder andere Lampe zu versorgen. Ebenso will ich ein altes Hauswasserwerk mit einer 12V-Pumpe bestücken. Das jetztige 220V Hauswasserwerk versorgt meine Brauchwasserleitung. Da hängen WC, Waschmaschine und Spülmaschine dran.


    Da ich scheinbar das System nicht auslaste (und dann das Windrad bei vollen Akkus gebremst wird) kann ich locker einmal die Woche noch die Heizungsanlage über den Wechselrichter damit betreiben. Die Anlage würde sogar 4 - 6 Tage laufen wenn es nötig ist. Aber ich will die Akkus ja nicht unnötig weit runter fahren ......


    Das ganze betreibe ich jetzt seid gut 1,5 Jahren und bin sehr zufrieden damit :lächeln:


    Den Wechselrichter benutze ich wenig, da ist einfach der Wirkungsgrad zu niedrig. Das ganze ist sowieso unter den derzeitigen Strompreisen nicht "rentabel" das läuft eindeutig unter Hobby und "wollte ich halt haben". Aber es ist für den Fall der Fälle eine Notversorgung die mal auch noch leicht erweitern kann.


    Von der Firma Prevent habe ich das Windrad, das zugehörige Steuermodul, die 12V 100Ah Akkus, die 12V Leuchstofflampen 7/15W und die Wasserpumpe.
    Das Solarmodul, die LED-Strahlerund den 1500W/3000Wpeak Sinus-Wechselrichter habe ich über ebay aus China kommen lassen. Da kostet das ganze einen Bruchteil dessen was die gleichen Sachen hier kosten.


    Gruß


    Ralf

  • Kurze Anregung :


    Mit einem BHKW, vorausgesetzt, man hat einen Bauerhof und genügend Fäkalgase übrig, ( andere Brennstoffe funktionieren auch )
    schlägt man schonmal die Strom und Heizungsproblematik.
    Einen Brunnen gebohrt und ne Pumpe drangehangen, erledigt auch das Trinkwasser ( ggf. aufbereiten )
    Die Entwässerung, Regenwasser kann man nochmal nutzen, kläranlage oder Mit zu den Biogasen.


    Nur so ein BHKW ist nicht grade leise und lockt Neugierige an.


    Statt Windrad, geht natürlich auch Wasserrad.



    Gruß Daniel

    Mögen die Schwingen der Freiheit niemals Ihre Federn verlieren....

  • Hallo,


    Zitat von Apo;97007

    Schaut euch mal das an. ...Ich glaube, das probier ich mal


    der Sinn des Konzepts erschliesst sich mir nicht ganz: man spaltet mittels elektrischem Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff (Elektrolyse). Den Wasserstoff nimmt man, um eine herkömmliche Zentralheizung damit zu befeuern. Im Link ist wiederum ein Link "Heizen mit Wasserstoff" und dort wird als Stromquelle Netzstrom verwendet (und Strom aus PV als "nächster Schritt" angekündigt).


    Der Wirkungsgrad der Elektrolyse bei der Zerlegung von Wasser liegt bei 70% (Quelle). Mit 1kWh elektrischer Energie könnte ich also im Optimalfall 0,7kWh Heizenergie durch die Wasserstoff-Verbrennung gewinnen. Wäre es da nicht besser, den Strom direkt zum Heizen zu verwenden? Zumal der bewusstseinsentwickelnde Herr Trebuch keinerlei Speicher für seinen selbst erzeugten Wasserstoff vorsieht, also nur bei Verfügbarkeit von Strom auch sein Gas zum Heizen produzieren kann.


    Das ist nicht zu Ende gedacht (typisch für diese Esoterik-Jungs). Vom Ansatz her ist das Erzeugen von brennbarem Gas mit Hilfe regenerativer Stromquellen ja nicht verkehrt. Stichwort Windgas oder EE-Gas. Auch die Elektrolyse von Wasser zur Gewinnung von Wasserstoff z.B. bei Überschussstrom aus Windkraftanlagen scheint sinnvoll. Der Wasserstoff ist aber nur mit sehr viel Aufwand zu lagern und zu verteilen, weil er überall durchdiffundiert (selbst durch Stahl von Rohren und Tanks, ausserdem kriecht Wasserstoff auch an "dichten" Schraubverbindungen die Gewindegänge entlang und entweicht, was die Explosionsgefahr solcher Anlagen (v.a. in geschlossenen Räumen) erhöht.
    Besser ist es daher, Wasserstoff mit Kohlendioxid zu "verheiraten" und Methan (aka Erdgas) zu erzeugen, dafür ist die Lager- und Verteiltechnik flächendeckend verfügbar und auch sind die Erdgasverbraucher von der Gastherme bis zum CNG-Auto weit verbreitet - im Gegensatz zu wasserstoff-tauglichen Heiz- und Antriebssystemen.


    Mein Solarstrom wäre mir definitiv zu schade, um damit Wasserstoff zu erzeugen, den ich dann gleich wieder verfeuern muss. Dann kann ich den Solarstrom gleich durch einen Heizwiderstand/elektrischen Radiator/Fussbodenheizung schicken und hab dabei praktisch 100% Wirkungsgrad.


    Das "Ich-will-auch-im Winter-bei-grauem-Wetter-und-Windstille-eine-beheizte-Bude"-Problem löst die Wasserstoff-Elektrolyse zumindest nicht, solange ich den Wasserstoff aus dem Sommer nicht über Monate in ausreichender Menge lagern kann, um ihn im Winter zu verfeuern.


    Grüsse


    Tom

  • Die Anlage will ich sehn die 100% Wirkungsgrad hat. Aber die Bedenken besser gleich Strom zu nehmen hatte der Herr auch. Hat daher letzten Winter nur mit Strom geheizt im Vergleich zum vorigen Winter. War mehr als doppelt so teuer mit Strom zu heizen.


    Man darf nicht vergessen das nicht nur der Wasserstoff verbrennt sondern auch Sauerstoff. Ich werd es mal ausprobieren.

  • Ich selber stelle mich drauf ein, bei Stromproblemen ganz ohne auszukommen.
    Der ganze technische Krempel kostet eine Stange Geld. Da kaufe ich für einen Bruchteil der Summe ausreichend Kerzen, Petroleum, Gaskocher und Kartuschen und fertig.


    Aber ich kann jeden verstehen, der das nicht so will und kann oder einfach gerne Elektrobastler ist.
    Daher folgend eine simple (erwerbs-)Idee für stromlose Zeiten wo man sich nicht unbedingt aus Sicherheitsgründen mit seiner Strom-Insellösung verstecken muss. Das wird besonders dann der Fall sein, wenn gröbere Unruhen überstanden sind und sich eine Neuordnung etabliert hat und es noch einige Zeit dauern wird, bis überall wieder Strom geliefert werden kann.


    Also: bietet den stromlosen Zeitgenossen Euer System als Ladestation an, damit die dort Akkus aufladen können. Ev. einen Handel mit Akkus aufziehen. Wenn Ihr gleichzeitig 10 Ladestationen für Kleingeräte wie Handies, Laptops u.a. betreiben könnt, dann brummt der Laden. Bezahlung je nach Situation in Lebens- und Genussmittel, Naturalwaren, Arbeitsleistungen, Silbermünzen usw.
    Das Bevorraten von verschiedensten Lade-Adaptern kann sich lohnen.

  • Man sollte vor allem erst einmal abklären, was man überhaupt will.


    Will ich eine dretägigen Stromausfall gut überstehen, dann kaufe ich mir eine Gefriertruhe, die das Gefriergut 72h lang kalt genug hält und besorge mir ein paar Batterien, Kerzen, Taschenlampen, ggf. eine USV für die Heizung und einen Gaskocher.


    Will ich regelmäßige tägliche kurze Stromausfälle wie in Entwicklunsgländern abpufferen, dann brauche ich vor allem ein vernünftiges USV System für die empfindlichen Geräte, evtl gekoppelt mit einer Solarstromanlage (sowas wie das Sunny backup von SMA)


    Will ich mich auf lange andauerende Stromausfälle oder Zusammenbruch der Stromversorgung vorbereiten, dann sollte ich erstmal überlegen, ob mein Wohnort überhaupt noch bewohnbar ist, man denke an Grundwasserpumpen im Bergbaugebiet, Pumpen und Kläranlagen in Bezug auf Abwasser und kerntechnische Anlagen in Bezug auf radioaktiven Fallout.
    Falls man sich wirklich auf dieses Szenario vorbereiten will sollte man überlegen, was man überhaupt an Geräten betreiben will. Brauche ich den 200W Deckenstrahler im Wohnzimmer, zwei Gefriertruhem Wäschetrockner, Elektroherd, das Aquarium, das Wasserbett, den 300W "Multimedia-PC", usw, usf...
    Das ganze wird nämlich viele, viele tausend Euro billiger, wenn man sich auf wenige Sachen beschränkt wie LED-Beleuchtung, Radio, Funkgerät, Netbook, evtl. die Stromversorgung für die Heizung, ein paar elektrische Werkzeuge, statt zu versuchen, einfach den Haushalt wie bisher weiter laufen zu lassen. Erst wenn man das weiß sollte man sich Gedanken darüber machen, WIE man den Strom erzeugt.


    Die letzte Option ist das Energieautarke Haus, evtl noch kombiniert mit einem Elektroauto/Plug-in-Hybriden. Hier ist das Ziel, sich von stiegenden Energiepreisen finanziell unabhängig zu machen. Aus Kostengründen wird man das Stromnetz hier meist als saisonalen Puffer benutzen, theoretisch geht es auch ohne. Dazu braucht es aber eine Beratung, die über die Möglichkeit von Foren doch deutlich hinaus geht und typischerweise ist es auch eher was für den Neubau als für Bestandgebäude. Heizen mit Holz ist hilfreich, um über den Winter zu kommen, ansonsten braucht es große Wärmespeicher. Machbar ist das technisch mittlerweile aber alles und auch für noch bezahlbare Preise.


    ---


    Ich selbst sitze in einer Mietwohnung. Für einen kurzen Stromausfall bin ich vorbereitet mit Kerzen, Battarien, Gaskocker, usw, usf. Nach 2-3 Tagen wär halt das Gefriergut hinüber und im Winter wird die Bude kalt. Alles gut zu überstehen. Bei sehr langem Stromausfall wirds schwierig, da muss man sich fragen, was da dann in der Stadt wohl passiert. Meiner Arbeit kann ich dann jedenfalls nicht mehr nachgehen, würde also wohl zuhause hocken. Für was brauche ich da Strom? Fürs Mobiltelefon (solange es Empfang gibt), Netbook, Licht, Radio. Nichts davon erfordet sonderlich aufwändige Stromversorgung. Das Gefriergut lasse ich auftauen, sind bei mir eh nur 40-50l Inhalt, ohne Kühlschrank kann ich auch leben. Waschmaschine (im Klatwassermodus) betreiben zu können wäre gut, ist aber auch erst nach ein paar Wochen überhaupt relevant. Werkzeuge betreiben zu können wäre nützlich.
    Wahrscheinlich werde ich mir somit einen trabaren 12V Lithium-Ionen-Akku besorgen (lipotrade. de z.B. als Bezugsquelle) und einen dazu tauglichen leistungsstarken Sinus-Wechselrichter. Wenn man das dann auch auf mehrere Monate/Jahre ausdehnen möchte wäre ein 200W Solarmodul und ein 100W Tretkurbelgenerator noch eine interessante Ergänzung, die dann alle o.g. Anforderungen abdecken würde.
    Also quasi das Szenario einer im Krieg belagerten Stadt zwar ohne Strom, aber mit gewisser Versorgung an Nahrungsmitteln.


    Der Gedanke, mit Strom zu handeln gefällt mir gut. Ich habe den sogar im Notfallrucksack (auf kleinem Level) umgesetzt. Genügend Ladegeräte, Adapter und Eneloop AA Akkus besitze ich auch schon.


    mfg

  • Bei einem langfristigen Stromausfall werden sich wohl auch die Lebens- und Arbeitsverhältnisse ändern . Wenn ich von morgens bis abends im Garten arebite, Holz mit hand säge und hacke, Besorgungen mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledige habe ich abends wohl hauptsächlich den Wunsch nach nem Bett. Internet, Telefon , Fernsehen gibts dann wohl auch nicht mehr, allenfalls irgendwelche Radionotsendungen oder Kw /Lw . Da reichen dann für den "Nachtbetrieb"im Sommer ein paar Akulampen . anders vielleicht im Winter , wenn es sehr früh dunkel wird.


    Bei der Nutzung vorhandener Photovolatikanlagen gibts 3 Varianten.


    Vom Netz abkoppeln , und den Gleichstrom gleich direkt verwenden oder kleine Akkus laden ,
    oder Variante 2 nach Einbau eines Inselbetriebswechselrichter bei Sonnenschein 220 V produzieren und verbrauchen scheint, also tagsüber Wasserpumpen, Elektrowerkzeuge, Nähmaschine, Waschmaschine , Getreidemühle, Plattenspieler betreiben. Die Module müssten dann so ausgelegt sein , daß dann auf jeden Fall die stärkste Maschine genügend Strom zum (An-)laufen bekommt.
    Zwischendrin kann ja der Radio. CD-Player laufen,Ladegeräte für AKkumaschinen oder gar ein E-Bolier oder ne Mikrowelle zum Holzsparen. Es bedarf dann eben einer gewissen Koordination.


    Die aufwendigste Varinate bestände darin , zu versuchen in größerem Umfang über Batterien Strom zu speichern , um dann jederzeit wieder über elektrische Energie verfügen zu können . Angesichts der Kosten der Batterien ist dies die teuerste Variante, die aber den jetzigen Standart gewährleistet könnte.


    Wolpi

  • Hallo,


    da Cephalotus das Thema finanzielle Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen angerissen hat, hier ein paar Gedanken dazu:


    "So muss ein Durchschnittshaushalt künftig bei einem Verbrauch von 3.500 kWh mit einem jährlichen Preisanstieg von 175 Euro rechnen." schreibt das Portal Stromanbieterpreisvergleich.de


    Angenommen das stimmt so halbwegs, dann kann man sich leicht ausrechnen, was das bedeutet.
    Heute zahlt ein Privathaushalt für 3500kWh durchschnittlich 800 Euro (ohne Boni/Gutschriften für Vertragsbindung etc.).
    Bei einer jährlichen Steigerung um 175 Euro sieht das innerhalb von 12 Jahren so aus:


    2012 800 €
    2013 975 €
    2014 1.150 €
    2015 1.325 €
    2016 1.500 €
    2017 1.675 €
    2018 1.850 €
    2019 2.025 €
    2020 2.200 €
    2021 2.375 €
    2022 2.550 €
    2023 2.725 €
    Summe: 21.150 €


    Mein persönliches "Eigenstromkonzept" sieht vor, 60% der Stromkosten durch selbstgemachten Strom zu vermeiden. Das wären im 12-Jahres-Beispiel dann 12.690 Euro.


    Mit diesem Budget kann man sich schon eine ganz nette PV-Anlage zusammenstellen, wenn man handwerklich einigermassen begabt ist und sich die Montage in Eigenregie zutraut. Ich hab mir eine Anlage mit 3,4kWp (theoret.), 2x60A MPPT-Laderegler, 14kWh Batteriebank und einen 3kVA-Wechselrichter mit automatischer phasensynchroner Netzanschaltung bei Abschaltung des Wechselrichters und Notlademöglichkeit durch dieselbetriebenen 2kW-DC-Generator zusammengestellt, Materialkosten ca. 10.000 Euro, wobei der Akkusatz allein 2.000 Euro ausmacht. Die Anlage soll diesen Sommer aufs Dach und dann eine Phase unseres Hausnetzes "bespeisen", an der dann Dauerläufer wie Heizungstechnik, Kühlgeräte, PCs/TV/Hifi und die meist genutzten Lichtstromkreise hängen. Ausgenommen sind die Hochstromverbraucher (Küchengeräte, wie E-Herd, Wasserkocher, Spülmaschine, Waschmaschine), weil diese nur kurzzeitig betrieben werden, aber eine gewaltige (und teure) Überdimensionierung der Netzersatzanlage erfordern, die dann in 80% der Zeit nicht benötigt wird.


    Man sieht, dass nicht mehr allzu viel fehlt, dass sich selbst eine nur teilweise Selbstversorgung mit Eigenstrom rechnet. Man muss das natürlich kaufmännisch mit Abschreibung, Wartung und Reparaturkosten durchkalkulieren, denn nicht alles an der Anlage wird 10-12 Jahre lang durchhalten. D.h. man sollte jährlich z.B. 5% der Anfangsinvestition abschreiben und entsprechende Rücklagen bilden. So kommt man über 10-12 Jahre auf reelle Eigenstrom-Kosten von vielleicht 15.000 Euro und kann die Anlage "frisch" halten. Ob man tatsächlich 60% Eigenstromanteil erreicht oder nur deutlich weniger oder vielleicht sogar mehr, weiss man erst hinterher. Ich behalte mir da auch vor, die Anlage ggf. zu vergrössern und wenn es nur zusätzliche PV-Module sind, die nur im Winterhalbjahr bzw. bei bedecktem Himmel zugeschaltet werden um den Ertragsrückgang auszugleichen. Die gesamte Anlage z.B. zu verdoppeln, um im Winter die 60%-Quote erreichen zu können, scheint mir unsinnig, denn im Sommer kann ich mit 6-7kWp nicht wirklich was anfangen (es sei denn der Klimawandel zwingt uns zu Klimaanlagen, dann hätte man kein Problem, die Energie zu verbraten..).


    Grüsse


    Tom

  • Zitat von wolpi;97129

    Bei einem langfristigen Stromausfall werden sich wohl auch die Lebens- und Arbeitsverhältnisse ändern . Wenn ich von morgens bis abends im Garten arebite, Holz mit hand säge und hacke, Besorgungen mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledige habe ich abends wohl hauptsächlich den Wunsch nach nem Bett. Internet, Telefon , Fernsehen gibts dann wohl auch nicht mehr, allenfalls irgendwelche Radionotsendungen oder Kw /Lw . Da reichen dann für den "Nachtbetrieb"im Sommer ein paar Akulampen . anders vielleicht im Winter , wenn es sehr früh dunkel wird.


    Langfrsitiger Stromausfall in Industrieländrn bedeutet vor allem Krieg und das bedeutet üblicherweise, dass man nicht im Garten Holz hackt, sondern die meiste Zeit daheim in der Bude kauert und hofft, nicht erschossen zu werden. Da könnte der Bedarf an Informationen und Zerstreung schon vorhanden sein.


    Zitat


    oder Variante 2 nach Einbau eines Inselbetriebswechselrichter bei Sonnenschein 220 V produzieren und verbrauchen scheint, also tagsüber Wasserpumpen, Elektrowerkzeuge, Nähmaschine, Waschmaschine , Getreidemühle, Plattenspieler betreiben. Die Module müssten dann so ausgelegt sein , daß dann auf jeden Fall die stärkste Maschine genügend Strom zum (An-)laufen bekommt.
    Zwischendrin kann ja der Radio. CD-Player laufen,Ladegeräte für AKkumaschinen oder gar ein E-Bolier oder ne Mikrowelle zum Holzsparen. Es bedarf dann eben einer gewissen Koordination.


    Das würde niemand machen.
    Wer einen halbwegs großen Solargenerator bezahlen kann und einen leistungsfähigen Wechselrichter, der tauscht eben den Preis für 1-2 Module gegen den Preis eines Laderegler und 12V Bleiakkus aus und hat damit ein funktionierendes System.
    Direktnutzung von Solarstrom macht nur bei ganz wenigen Sachen wirklich Sinn und da spart man sich idR die Umwandlung im Wechselspannung. Beispiele dafür sind Wasserpumpen, Lüfter oder evtl. Kühlgeräte. Alle diese Anwendungen haben den Speichereffekt nicht auf der elektrischen Seite sondern beim erzielten Nutzen (Wassermenge, umgewälzte Lüft bzw. Kälte)


    mfg


  • 2023 wäre das dann ein Strompreis von 78 ct/kWh, das erscheint mir absolut nicht plausibel. Selbst ein Umstieg auf 100% erneuerbare Energien inkl. Netzausbau und Speicher wäre nicht so teuer und davon kann bis 2023 wohl kaum die Rede sein.


    Zitat


    Mein persönliches "Eigenstromkonzept" sieht vor, 60% der Stromkosten durch selbstgemachten Strom zu vermeiden. Das wären im 12-Jahres-Beispiel dann 12.690 Euro.


    Macht 40% Restverbrauch. 40% von 3500kWh/a des Durchschnittshaushalts sind 1400kWh/a. Unser 2 Personen Haushalt kommt damit wahrscheinlich locker hin, ich rechne eher mit 1000-1200kWh/a. Wir haben überwiegend (gute) LED Beleuchtung, eine A+ Kühl/Gefriertruhe (A++ gabs damals in der Breite nicht), einen Fernsehr mit LED Hintergrundbeleuchtung, Waschmaschine, Geschirrspüler und Notebooks/Netbooks als Rechner und keinen nennenswerten Standby Stromverbrauch.
    Allerdings verbrauche ich für mein Hobby (Pflanzenbeleuchtung) nochmal grob 700-800 kWh/a, aber das ist eben Hobby.
    Ich will dmait sagen, dass in den meisten haushalten ein gewaltiges Einsparpotential beim Stromvebrauch steckt. Wer 3500kWh als Durchschnittshaushalt (ist das eine 4 köpfige Familie? Durchschnitt wäre das dann ja eher nicht, der Durchschnittshaushalt in D hatte im Jahr 2006 genau 2,08 Personen) verbraucht, der sollte zumindest mal überlegen, WO dieser Strom eigentlich so hin geht. Bis auf einen Wäschetrockner und eine extra Gefriertruhe haben wir eigentlich jedes typische elektrische Haushaltsgerät.


    PV Anlage macht beim Eigenheim trotzdem Sinn. Selbst nach den Förderkürzungen finanziert die sich eben selbst über die EEG Vergütung und die Stromerzeugungskosten liegen schon heute unterm Strompreis für Haushaltskunden. Ohne Akku lassen sich halt nur rund 15-30% des Strombezugs einsparen, aber besser als nix. Ein Akkusystem mit Inselfähigkeit bei Ausfall der Stromversorgung lässt sich ja ggf. später noch nachrüsten, die Solaranlage bekommt man nicht nur quasi kostenlos, es ist auch noch eine attraktivere Geldanlage als das Sparbuch. Unverschattetes Dach ist allerdings Voraussetzung.


    mfg

  • Wasserstoffwirtschaft



    Der Wirkungsgrad der Wasserelektrolyse liegt heute bei 80-90%.
    http://www.hydrogeit.de/wasserstoff.htm
    Der Betriebsdruck in diesem Aggregat liegt bei 30 bar. Bei Nennlast ist ein Wirkungsgrad von 80 %, bei 20 % Last ein Wirkungsgrad von 90 % möglich.
    Der MTU-Elektrolyseur wird bereits an der Tankstelle am Flughafen München seit dem Sommer 1998 eingesetzt.


    Auch die Hybridanlagen von Enertrag direkt an den Windrädern haben 81% Wirkungsgrad bei der Elektrolyse.


    Nach Angaben der deutschen Gaswirtschaft DVGW kann schon heute 10-15% Wasserstoff dem Erdgasnetz beigemischt werden. (Studie power to gas)
    Gaskavernen können z Zt ca 230 TWh Erdgas speichern, bis 2020 wird dies auf 300 TWh ausgebaut.
    Bis 1990 wurde Berlin mit Stadtgas versorgt, dieses hatte einen 50%igen Wasserstoffanteil.
    Theoretisch könnte man das Erdgasnetz auch auf 100% H2 umstellen. (www.bio-wasserstoff.de)


    Sicher könnte man auch mit überflüssigem Strom heizen o. Wärmepumpen betreiben. Das ist auch günstiger wenn genug Windstrom im Winter da ist, aber wenn nicht hat man das gut lagerfähige H2.
    Die Umwandlung von H2 in Erdgas/Methan hat leider weitere Verluste und die künftigen Heizungen werden Brennstoffzellen sein die besser mit H2 betrieben werden. Dasselbe gilt auch für BZ-Autos.


    Fronius plant für zuhause ein H2-Speichersystem, also für Solarstrom.
    http://www.fronius.com/cps/rde…xsl/83_18098_DEU_HTML.htm


    Grundsätzlich könnte auf diese Weise jedes Land sich selbst mit Energie versorgen sofern genügend Windräder aufgestellt werden. Bei der heutigen Größe u. Leistungsfähigkeit der Windkraft wären das nicht mal so viele.


    Zusammenfassend kann man sagen daß es sich also nicht um "Esotherik-Jungs" handelt sondern um Leute die sich dabei was denken!

  • Zitat von Cephalotus;97135


    Macht 40% Restverbrauch. 40% von 3500kWh/a des Durchschnittshaushalts sind 1400kWh/a. Unser 2 Personen Haushalt kommt damit wahrscheinlich locker hin, ich rechne eher mit 1000-1200kWh/a. Wir haben überwiegend (gute) LED Beleuchtung, eine A+ Kühl/Gefriertruhe (A++ gabs damals in der Breite nicht), einen Fernsehr mit LED Hintergrundbeleuchtung, Waschmaschine, Geschirrspüler und Notebooks/Netbooks als Rechner und keinen nennenswerten Standby Stromverbrauch.
    Allerdings verbrauche ich für mein Hobby (Pflanzenbeleuchtung) nochmal grob 700-800 kWh/a, aber das ist eben Hobby.
    Ich will dmait sagen, dass in den meisten haushalten ein gewaltiges Einsparpotential beim Stromvebrauch steckt. Wer 3500kWh als Durchschnittshaushalt (ist das eine 4 köpfige Familie? Durchschnitt wäre das dann ja eher nicht, der Durchschnittshaushalt in D hatte im Jahr 2006 genau 2,08 Personen) verbraucht, der sollte zumindest mal überlegen, WO dieser Strom eigentlich so hin geht. Bis auf einen Wäschetrockner und eine extra Gefriertruhe haben wir eigentlich jedes typische elektrische Haushaltsgerät.


    PV Anlage macht beim Eigenheim trotzdem Sinn. Selbst nach den Förderkürzungen finanziert die sich eben selbst über die EEG Vergütung und die Stromerzeugungskosten liegen schon heute unterm Strompreis für Haushaltskunden. Ohne Akku lassen sich halt nur rund 15-30% des Strombezugs einsparen, aber besser als nix. Ein Akkusystem mit Inselfähigkeit bei Ausfall der Stromversorgung lässt sich ja ggf. später noch nachrüsten, die Solaranlage bekommt man nicht nur quasi kostenlos, es ist auch noch eine attraktivere Geldanlage als das Sparbuch. Unverschattetes Dach ist allerdings Voraussetzung.


    mfg


    Der Durchschnittsverbrauch von 3500 KWh beinhaltet immer auch Heizstrom. Leute die für eine Krise vorsorgen werden sich sicher nicht auf Stromheizungen verlassen.
    Mein 4 Personenhaushalt kommt ohne Probleme auf ca 1700 kwh/a.
    Eine Solarstromanlage die auch auf Selbstversorgung umschaltbar ist ist immer sinnvoll. Im Krisenfall kann man so schon Kühlschrank u. Gefriertruhe damit betreiben. Alles andere ist doch erst mal unwichtig. Im Krisenfall kann ich mit dem Tageslicht leben, für den Notfall gibts Taschenlampen die solar- u. kurbelbetrieben sind. Bei Radios genauso. TV muß nicht sein.
    Die Waschmaschine läuft dann eben mittags an einem sonnigen Tag.
    Eine PV-Anlage ist auch eine Wertanlage der Hyperinflation egal ist.

  • Zitat von Hoffmann;97272

    Der Durchschnittsverbrauch von 3500 KWh beinhaltet immer auch Heizstrom.


    Das halte ich für ein Gerücht, denn Heizen mit Strom zählt statistisch nicht zum Haushaltsstrombedarf, wenn es mittels extra Tarif erfolgt. (Der Heizlüfter im Bad und im Gewächshaus zählt somit schon)


    Möglicherweise ist ein Anteil für elektrische Warmwasserbereitung mit eingerechnet, das weiß ich hier leider nicht. Üblicherweise wird das aber extra mit angebenen.


    Die EA NRW macht hierzu Datenerhebungen, ist ganz interessant:


    http://www.energieagentur.nrw.…ool/page.asp?InfoID=10205


    Zitat


    Leute die für eine Krise vorsorgen werden sich sicher nicht auf Stromheizungen verlassen.
    Mein 4 Personenhaushalt kommt ohne Probleme auf ca 1700 kwh/a.


    Das ist meistens auch problemlos machbar auch ohne Komfortverzicht, aber die Leute verbrauchen trotzdem WESENTLICH mehr Strom. Sei es der Plasmafernseher, 200W Standby, die alte Gefriertruhe, die Heizungspumpen, das Wasserbett oder der Spiel-PC mit der Serverstation im Keller, die man ja heute so braucht. Schau dir die Studie an, die ich oben verlinkt habe.
    Hier verbraucht der durchschnittliche Single Haushalt 1800kWh im Jahr, der durchschnittliche 4 Personen Haushalt 4500kWh/a und das jeweils ohne Warmwasser.


    Angesichts solcher Zahlen verstehe ich Diskussionen um Strompreissteigerungen nicht, denn der Stromvebrauch scheint den Haushalten herzlich egal zu sein, wie man diesen Zahlen entnehmen kann.


    mfg

  • Hallo,


    da ich die 3500kWh eingeführt habe - sie stammten aus der selben Quelle, wie die jährliche Stromkostensteigerung von 175 Euro bei 3500kWh Jahresverbrauch. Da sie aber ganz gut zu unserem tatsächlichen Stromverbrauch passen (2009: 3600kWh, 2010: 3300kWh, 2011: 3100kWh) hab ich das an dem Beispiel mal durchgerechnet. Der Stromverbrauch eines Haushalts hängt von vielen Faktoren ab und pauschal auf einen ineffizienten Haushalt zu schliessen, wäre vorschnell. Bei uns sieht man z.B. die Babyjahre unseres Sohns eindeutig am Stromverbrauch: hat man ein Kleinkind zu versorgen, ist rund um die Uhr jemand zuhause und nutzt zwangsläufig die elektrischen Verbraucher mehr, als wenn z.B. tagsüber alle aus dem Haus sind. Oder wenn man teilweise von zuhause aus arbeitet, was bei einer Familie realistisch nur abends effektiv möglich ist, dann generiert man da jede Menge Licht- und Rechnerstunden. Ist jemand selbständig und muss Bürotechnik vorhalten, dann sind Telefonanlage und Faxgerät immer an und Rechner und Bürobeleuchtung sehr häufig. Ein Single, der morgens um 8 aus dem Haus geht und abends nicht vor 18 Uhr heimkommt, die Wochenenden "auf der Piste" verbringt hat in der Tat nur den Kühlschrank als wesentlichen Stromverbraucher. Bei einer Familie spielt sich ein größerer Teil des aktiven Tagesgeschehens zuhause ab, was sich generell im Verbrauch niederschlägt (auch bei Wasser und Heizmaterial). Haushaltstromverbräuche lassen sich nicht so ohne weiteres vergleichen, auch wenn häufig als Faustregel 1.000kWh pro Person und Jahr angesetzt wird.


    Wir nutzen übrigens seit 2010 einen A+++ Kühlschrank und haben 50% der Leuchten mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet. Die PCs sind allesamt stromsparende Mini-PCs mit 20-35W Leistungsaufnahme. In der Zentralheizung werkelt eine Grundfos Alpha+ aus dem Jahr 2005 (Vorläufer der Alpha pro), die maximal 35W aufnimmt und die auf 50% Drehzahl voreingestellt ist. Der Pelletheizkessel ist der einzige, der seinerzeit bei Warentest einen blauen Umweltengel bekam, wegen sehr niedrigem Stromverbrauch. Bei der nächsten Heizungsrevision soll die Umwälzpumpe durch eine der neuesten Generation ersetzt werden (180 Euro), die spart dann 15-20W, was es nicht wirklich "rausreisst". Schwachpunkt bei unseren Stromverbrauchern sind sicher Waschmaschine (15 Jahre alt) und Kühltruhe (ähnlich alt, aber eine Liebherr "super öko", die im ganzjährig kühlen Stall steht). Die beiden werden sicher in absehbarer Zeit beide durch A+++ Geräte ersetzt, ist halt eine Investition von guten 1.500 Euro, wenn man "was Gescheites" will. Theoretisch könnte ich auch die Umwälzpumpenstation der Solaranlage durch eine DC-Pumpstation mit eigenem Solarmodul ersetzen (ca. 500 Euro), aber das bringt dann wieder ein Stück "Exotentechnik" ins Haus, die sich dann in 10 Jahren bei einem Defekt rächt, weil es den Hersteller oder Teile nicht mehr gibt etc. Dennoch sehe ich keine Chance, den Stromverbrauch eines Familienhaushalts, verbunden mit täglich genutzten Arbeits-/Büroräumen und einer regelmässig genutzten Werkstatt noch sehr deutlich weiter zu senken. 2.500 kWh/a wäre ein Traumziel, halte ich aber in unserem Fall für wenig realistisch. Durch die fallenden Modulpreise bei der Photovoltaik und der Weiterentwicklung der Speichertechnik scheint es mir sinnvoller, eher in die Eigenstromproduktion zu investieren, als mit hohem finanziellen Aufwand den Stromverbrauch auf das mathematisch minimal mögliche zu senken.


    Grüsse


    Tom

  • Zitat von tomduly;97292

    Der Stromverbrauch eines Haushalts hängt von vielen Faktoren ab und pauschal auf einen ineffizienten Haushalt zu schliessen, wäre vorschnell. Bei uns sieht man z.B. die Babyjahre unseres Sohns eindeutig am Stromverbrauch: hat man ein Kleinkind zu versorgen, ist rund um die Uhr jemand zuhause und nutzt zwangsläufig die elektrischen Verbraucher mehr, als wenn z.B. tagsüber alle aus dem Haus sind.


    Ich kenne diese Argumente alle. Die Leute, die viel Kochen, die Windeln für die Kleinkinder wachsne und Trocken, usw, usf...


    Die Statikstik sagt aber ganz eindeutig, dass die leute Strom vor allem für diese Dingen ausgeben:


    - "Büro" (=DSL Router, diverse PCs mit Zubehör)
    - "Unterhaltung" (=im Wesentlichen der Fernseher)
    - Warmwasser (ist ein Sonderfall, bei den o.g. Zahlen nicht berücksichtigt)
    - Kühlschrank
    - Licht


    Das Kochen, Wäschewachsen, der Staubsauger, usw, usf... kommt erst an hinterer Stelle.


    Ein Notebbok braucht 20W und sei 1000 Stunden im Jahr in Betrieb = 20kWh/a. Nehmen wir noch Drucker, Router, usw, dazu und vielleicht das 2. Notebook und bei nichtbenutzung alles im "Ruhemodus", dann sollen es 50kWh/a sein


    Mein LED Fernseher mit 50(?) Zoll braucht zwischen 50-90W herum, bei 1000 Stunden im Jahr sind das 50-90kWh, Radio ist unbedeutend, aber sagen wir mal noch ne Stereoanlage, also 100kWh/a


    Kühlschrank gibt es ab 90kWh/a, ein größeres Modell braucht dann eben 150kWh/a


    Beleuchtung soll satte 20.000 Stunden/a laufen (man hat ja mehr als eine Lampe), aber statt der durchschnittlichen 60W Glühbirne eine 10W LED, das sind dann nochmal 200kWh/a


    Das macht somit für die Hauptverbraucher im Durchschnittshaushalt 500kWh/a.



    Wenn ich hingegen meinen PC 8.000 Stunden im Jahr laufen lasse (Hochfahren dauert ja so lange) bei 150W Stromaufnahme, dann habe ich 1200kWh/a


    Der Plasmafernseher schluckt 250W braucht bei 1000 Stunden im Jahr dann 250kWh


    Der Kühlshrank ist noch der gute alte, alles schön verbaut, damit hinten die Wärme nicht weg kann, macht 500kWh/a


    Und die 20.000 Stundne brennen nun die Glühbirnen, das macht nochmal 1200kWh


    Dieser Haushalt ist dann bei 3150kWh/a bei den Hauptverbrauchern. Bei meiner Ansicht nach haargenau demselben Komfort, ok. es sei denn man ist hardcore Gamer und braucht den Desktop PC (aber dann reichen die 150W wohl auch nicht mehr)


    Die Realität ist ganz offensichtlich der Fall B und nicht der Fall A, obwohl das alles andere als eine Hexerei ist. Ich rede hier noch nicht mal vom Verzicht auf den Wäschetrockner oder den Kauf eines Wäschetrockners mit Wärmepumpe oder dem Umstieg auf Kochen mit Gas oder irgendwas anderes außergewöhnliches.


    Diese 2650kWh/a Differenz sind heute in Deutschland rund 650€/Jahr. Würde man sie mit einem Solar-Akku-System künftig zu 95% des Jahres abdecken wollen müsste man grob 30.000-50.000 Euro investieren. Für nichts.


    Zitat


    Oder wenn man teilweise von zuhause aus arbeitet, was bei einer Familie realistisch nur abends effektiv möglich ist, dann generiert man da jede Menge Licht- und Rechnerstunden. Ist jemand selbständig und muss Bürotechnik vorhalten, dann sind Telefonanlage und Faxgerät immer an und Rechner und Bürobeleuchtung sehr häufig.


    Das zählt nicht als Verbrauch privater Haushalte und ist damit in der zitierten Statistik auch nicht erfasst und in meinen Augen für die Diskussion hier auch nicht relevant. Oder gehst Du davon aus, Dein Büro weiter zu betreiben, während draußen die Welt untergegengane ist und es seit 3 Monaten keinen Strom mehr gibt?


    Zitat


    Ein Single, der morgens um 8 aus dem Haus geht und abends nicht vor 18 Uhr heimkommt, die Wochenenden "auf der Piste" verbringt hat in der Tat nur den Kühlschrank als wesentlichen Stromverbraucher. Bei einer Familie spielt sich ein größerer Teil des aktiven Tagesgeschehens zuhause ab, was sich generell im Verbrauch niederschlägt (auch bei Wasser und Heizmaterial). Haushaltstromverbräuche lassen sich nicht so ohne weiteres vergleichen, auch wenn häufig als Faustregel 1.000kWh pro Person und Jahr angesetzt wird.


    Ich verweise auf die Statistik und die Hauptverbraucher.


    Zitat


    2.500 kWh/a wäre ein Traumziel, halte ich aber in unserem Fall für wenig realistisch. Durch die fallenden Modulpreise bei der Photovoltaik und der Weiterentwicklung der Speichertechnik scheint es mir sinnvoller, eher in die Eigenstromproduktion zu investieren, als mit hohem finanziellen Aufwand den Stromverbrauch auf das mathematisch minimal mögliche zu senken.


    Die Solaranlage mag für Dich durchaus der interessantere Weg sein, vor allem wenn man eh viele Verbraucher tagsüber laufen hat. Solarstrom kostet mittlerweile nur noch 12-15ct/kWh und das die nächsten 20-30 Jahre ohne Preissteigerung.
    Bei einer Inselanlage nach der Apokalypse wäre Dein Stromvebrauch allerdings sicherlich recht schnell auch weiter zu reduzieren.


    mfg


  • Ich hatte meine Infos aus dem Fischer Weltalmanach 2010. Dort steht:
    Vom Haushaltsstromverbrauch entfielen im Durchschnitt der letzten Jahre u.a. auf Raumheizung 23%, Kühlschrank u. Gefriergeräte 21%, Warmwasser (Kü+Bad) 13%, TV,PC 10%, E-Herd 9%, Waschen + Trocknen 8%, Beleuchtung 8%, Rest 8%.


    Einen E-Herd kann man zur Not auch mit einem Gasherd oder Holzherd ersetzen oder man nimmt einen Eintopfofen im Krisenfall. Trocknen kann man Wäsche auch auf der Leine u. selbst die Waschmaschine könnte man mit einem Warmwasseranschluß mit wenig Stromverbrauch betreiben. Mein TV mit 94 cm Diagonale braucht nur 47 Watt.