Datensicherung

  • Hallo!


    ich benutze schon längere Zeit den Onlinedienst Dropbox zum "Sichern" meiner Daten. Da drin hab ich zum Beispiel Mietvertrag, Kaufverträge, diverse Polizzen, Meldezettel, Geburtsurkunde eingescannt, Führerschein eingescannt, etc.
    Mittlerweile gibt es einen weiteren solchen Dienst der noch mehr Speicherplatz in der kostenlosen Version bietet und ich werde wechseln bzw. die 2 Dienste kombinieren.


    Sind Urkunden wie Geburtsurkunde oder Führerschein überhaupt gültig in eingescannter Form?


    Wenn zum Beispiel die Wohnung oder das Haus brennt und sämtliche Unterlagen nur dort aufbewahrt wurden? Könnte ich mit einer solchen unbeglaubigten Kopie einen neuen Ausweis ausstellen lassen?


    (Wer übrigens auch Dropbox oder Wuala nutzen möchte, bekommt durch eine Einladung von mir mehr Speicherplatz - also einfach melden - ich hoffe ich verstosse damit nicht gegen die Forenregeln)

    --- Andy ---

  • Ich hab in meiner BOB in einer wasserdichten Dokumententasche beglaubigte Kopien gesichert. Werd mir irgendwann noch beglaubigte Kopien zu meinen Eltern legen. Gescannt hilft auf die schnelle, im Zweifel bringt es nichts.


    Mein Großvater war promovierter Zahnarzt. Als er nach dem Krieg aus Russland wieder kam, hatte er nichts mehr. Das Haus war zerbombt und meine Großmutter mit einem Koffer an der einen Hand, nem Rucksack auf dem Rücken und meiner Tante an der anderen Hand aus Berlin geflohen. Alles war futsch. Jetzt könnte man meinen, dass eine Kopie der Unterlagen bei der Uni gelagert würde und er sich den Nachweis seiner Promotion bei der Uni hätte holen können. Doch auch die war zerbombt.


    Er musste in der Nachkriegszeit bis zu seinem Tod auf das Dr. vor seinem Namen verzichten, sonst hätte er sich eine Anzeige eingehandelt. :banghead:


    Internetclouds sind nicht schlecht, bringen dir bei manchen Szenarios aber nichts und v.a. sind werden sie nicht immer anerkannt. Besser als Nichts ist es alle mal.

  • Zitat von cabell;97531

    ...Onlinedienst Dropbox ...


    Aus den Nutzungsbedinungen:


    • "Sie erteilen uns die erforderlichen Genehmigungen, um diese Schritte, die ausschließlich der Bereitstellung der Services dienen, zu unternehmen. Diese Genehmigung erstreckt sich auch auf vertrauenswürdige Drittanbieter, mit denen wir zur Bereitstellung der Services zusammenarbeiten. Dazu zählt beispielsweise das Unternehmen Amazon, das unseren Speicherplatz zur Verfügung stellt (wiederum ausschließlich zur Bereitstellung unserer Services)."


    Man beachte keine vollständige Auflistung der "Drittanbieter".


    Ist Amazon vertrauenswürdig hinsichtlich Datenschutz ? Hab da meine Zweifel, welche rechtliche Regelungen für ein US Unternehmen gelten, wie damit in Krisenzeiten verfahren wird, ein lehrreiches Beispiel ist die Entwicklung nach dem 11.09.2001.


    Mehr Vertrauen hätte ich gg. meinem Telefon/Internetanbieter, ansässig in Deutschland, die haben sowieso Zugriff auf meine Daten, buchen vom Konto ab, wissen per Schufa jede Menge von mir, denen sollte ich weniger vertrauen als einer x-beliebigen Firma, die evtl. in weniger Jahren verkauft wird, umstrukturiert, deren Kundendaten in "fremde" Hände gelangen.


    Schwierig zu beurteilen, ich halte es mit starker Verschlüsselung meiner Daten-Archive. Das "hält" ein paar Jahre, zumindest bis nicht spezielle Crack-Hardware zum Zuge kommt. Wohin ich das Zeug online als Backup kopiere, ist trotzdem nicht irrelevant, weil Kontrolle über Kopien kann niemand hunderprozentig haben. Wie niemand zweifelsfrei eine Verschlüsselungs-Software auf den Markt bringen kann ohne den Verdacht von versteckten Entschlüsselungscodes für die Geheimdienste zu zerstreuen. :peinlich:


    Steht kein PC oder Internet für den Zugriff auf Originale bereit (ein mögliches Krisenszenario), dann hilft eine beglaubigte Kopie schneller und womöglich als einzigste Art der Beweisführung.

  • Speichere meine Dokumente auch auf einem Online-Speicher (allerdings dezidierter Speicher, kein Dienst á la Dropbox o.ä.). Da jeglicher Online-Speicher allerdings als unsicher zu betrachten ist habe ich die Dokumente mit AES-256 verschlüsselt.

    Die NSA arbeitet übrigens gerade daran, einen Hardware-Codeknacker zu implementieren, mit denen sie 128bit-Codes knacken können (http://www.heise.de/tp/blogs/8/151639).

    [Paranoia]
    Da dies eine öffentlich zugängliche Info ist sind sie vermutlich bereits jetzt so weit und arbeiten eher gerade an 256 Bit. Gegen die NSA ist also vermutlich kein Kraut gewachsen.
    [/Paranoia]

    Da die NSA vermutlich leichter an meine Daten kommt (Anfrage beim jeweiligen Amt dürfte ausreichen) mache ich mir darüber aber keine Sorgen. Und gegen jeden anderen Angreifer dürfte AES 256 vorläufig ausreichen…

    Das elektronische Backup ist allerdings wirklich nur das – ein Backup. Habe nämlich noch Kopien meiner Unterlagen im Banksafe und bei meinen Eltern (deren Haus so dermaßen weit weg von der Zivilisation ist, dass es im Kriegs- oder Krisenfall vermutlich das letzte noch stehende Haus in ganz Österreich ist:Cool:

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Ich empfehle folgendes:


    Alle wichtigen Dokumente:


    1. Online speichern (verschlüsselt mit TrueCrypt) bei z.B. GoogleMail. Hier ist die zuverlässigkeit des Anbieters besonders wichtig. D.h. eher Google nehmen als irgend einen "kleinen"


    2. Bankschließfach mit beglaubigten Kopien+USB Stick


    3. 30L Weithalstonne mit beglaubigten Kopien + USB Stick vergraben. (Je nach Sicherheitsbedürfniss & Szenario mehrere)

  • v.a. gibt es ja Gerüchte, dass Google mit der NSA kooperiert.

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Hallo, ich hab da mehrere Kategorien


    1. Ungesicherte Daten
    2. Bilder, Filmchen, Sachen, die halt nicht sofort beim Plattencrash weg sien sollten: Externe USB-Platte, so ungefähr monatlich bis halbjährlich Auslagerung zu Freund / Bekanntem / Verwandtem
    3. "Wichtigere Sachen" wie z.B. Kopien von Dokumenten, Geburtsurkunde, Grundbucheintrag, ... Auf verschiedenen Arten von Datenträgern ausreichend verschluesselt (AES256) auf verschieden Orte "verteilt", zum Teil auf Servern
    4. Richtig wichtige Daten, wie z.B. Tagebuch, Adresslisten, Lieblingskochrezepte, Algorithmen, etc. --> verschluesselt mit so ner Art erweitertem Blowfish-Verfahren und anschließend versteckt in Bildern oder Musikdateien, auf verschiedenen Bild- oder Filehostern verteilt bzw. in Homepages eingebaut, plus zusätzlich aur verschiedenen Datenträgern gespeichert und versteckt.



    Ich nehme mal an, dass 3 die meisten Krisen überleben dürfte, 4 wahrscheinlich auch einen Atomkrieg :-)
    Für die meisten Szenarien, die ich erwarte dürfte sogar 2 ausreichend sein, 3 und vor allem 4 sind eher Hobby und Spielerei.



    Nick

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Für alle Verschwörungstheoretiker hat Maresi doch schon passendes gesagt:


    Zitat von Maresi;97541


    Da die NSA vermutlich leichter an meine Daten kommt (Anfrage beim jeweiligen Amt dürfte ausreichen) mache ich mir darüber aber keine Sorgen. Und gegen jeden anderen Angreifer dürfte AES 256 vorläufig ausreichen…


    Google kann die Verschlüsselung nicht aufheben und jede staatliche Behörde kommt ganz einfach über das Einwohnermeldeamt und ähnliches an die Daten. Ich gehe davon aus, dass keiner von Geheimdokumente sichern will. Geburtsurkunden, Versicherungspolicen, Ausweise, Kontodaten usw. sind für Geheimdienste leicht zu bekommen alle anderen haben nicht die technischen Möglichkeiten die Verschlüsselung zu knacken. Wer die Unterlagen in Klartext auf den Online-Speichern liegen hat, ist selbst schuld.

  • Zitat von cabell;97553

    Google? *räusper*
    Du weißt aber schon: Google und die Welterherrschaft und so... ;-)


    TrueCrypt 256kb AES Verschlüsselung *räusper*

  • Hallo Cabell


    Um da durchzublicken ............


    Bist DU der Betreiber dieses Dienstes?


    Wenn ja bietest Du unseren Mitgliedern Sonderkonditionen an?


    Das kam nicht so ganz bei mir an.


    Viele Grüsse, Ernst

  • Zitat von ID 2;97583

    Bist DU der Betreiber dieses Dienstes?


    Nein :-)


    Es gibt ein Bonus-System für Werbende Personen.
    Nach der Registrierung bekommt man eine gewissen Menge an Speicherplatz (Beide Systeme unterscheiden sich bereits bei der Speichergröße)
    Lädt ein User einen anderen ein, so gibt es Bonusspeicherplatz - für beide Personen.


    Diese Dienste nutze ich nun schon geraume Zeit und bin davon einfach nur begeistert. Für beide Dienste gibt es ein Smartphone App. Dies bedeutet, dass ich ständig sämtliche Dokumente (wenn auch nur am Handy) bei mir habe.

    --- Andy ---

  • Hallo Zusammen.


    Ich habe das schon einmal geschrieben, dennoch, wer ganz, ganz sicher gehen will: http://www.swissfortknox.ch/


    Kosten: ab 1 GB 7 Euro / Monat


    Nach einem Atomkrieg kann man ja mit einem USB-Stick in der Hand da mal anklopfen um seine Versicherungspolicen wieder runter zu laden. :grosses Lachen:



    Grüsse, Gresli

  • Foto-Kopien der wichtigsten Dokumente (Pers-Ausweise, Pass ) reicht.
    Was nützen bescheinigte Kopien wenn nach einem Gau keine Versicherung mehr da ist die etwas bezahlt, bestätigt usw.
    Was nützen USB Sticks usw. wenn das IE zusammenbricht, die PCs durch Strahlung "verschmörzelt" sind?
    Fall = Schlimm = Die Menschen haben andere Sorgen
    Fall = nicht so schlimm = die Daten und Dokumente können wiederbeschaft werden.


    Das wichtigste sind Peronalausweise. Der Rest.....Phffff.

    Gratuliere, Sie haben gewonnen! Bitte kratzen Sie mit einer Münze dieses Feld XXXXXXXXXXXXXXXX frei und ordern Ihren Preis.

  • Hey Worber,


    Ich verweise auf die Geschichte von meinem Opa, es ist nicht alles wiederbeschaffbar. Es lässt sich zwar alles bei einer kleinen Katastrophe wieder beschaffen, aber der Aufwand beglaubigte Kopien anzufertigen und in ein 30 €/Jahr Schließfach zu legen ist geringer, als die Neubeschaffung.


    Vorsorge ist besser (und günstiger) als Nachsorge :Cool:

  • Hi Worber,
    ich teile auch eher auf Largos Sicht der Dinge. Die Welt (oder zumindest Teile davon) haben immer wieder relativ einschneidende Zerstörungen erlebt (siehe z.B. die beiden Weltkriege) und sind nachher immer wieder zu einer zivilisierten Phase zurückgekehrt.
    In diesen zerstörerischen Zeiten kann es sein, dass gewissen Nachweise verloren gehen bzw. zerstört werden, die schon nach ganz kurzer Zeit wieder nützlich sein können (siehe z.B. Largos Opa). Ich möchte auch nicht auf meinen Titel verzichten, nur weil eine Bombe mein Haus und ein anderer das Ministerium getroffen hat. Oder auf meine Staatsbürgerschaft!
    Aber das muss ja jeder für sich entscheiden, ob und wie viel ihm eine solche „Versicherung“ wert ist.

    Vll. ein Beispiel: Ein Bekannter eines Bekannten hatte das Pech, dass sein relativ teuer eingerichtetes Haus abgebrannt war. Dann begann der Streit mit der Versicherung: Zuerst wurde kategorisch abgestritten, dass überhaupt eine Versicherung existiert.
    Dann wurde um jede Kleinigkeit gestritten: War der Kasten von IKEA oder vom Tischler; war das Hemd von Lacoste oder vom Discounter, war der Boden aus Kirschholz oder Laminat, …
    Auch wenn im Endeffekt dann doch alles halbwegs geklappt hat war es ein langwieriger, mühsamer, zeit- und nervenraubender Prozess inkl. Gerichts- Anwalts- und Sachverständigenkosten.
    Seit damals habe ich sukzessive begonnen, alle Dokumente (Ausweise, Polizzen, …) als Kopie im Bankschließfach abzulegen und auch als Online-Kopie abgelegt. Kostenpunkt: ein ca. 80 €/Jahr. Dafür kann ich aber auch meine Knarren während des Urlaubs deponieren :rolleys:

    Arbeite, als wenn du ewig leben würdest. Liebe, als wenn du heute sterben müßtest.

  • Zitat von Sam de Illian;97646

    Diese Thematik wurde schon bis ins letzte durchgekaut, SuFu hilft!


    So long,
    Sam


    Behördliche Dokumente und unbeglaubigte Kopien? Ich hab nicht wirklich etwas mit der SuFu gefunden - vielleicht kannst du meine Eingaben in die Suchmaske etwas optimieren:
    - behörde
    - originaldokumente
    - unbeglaubigt


    Zudem war das Post in Kombination mit Online-Dienste wie Dropbox und Wuala ... auch hierzu finde ich leider nichts passendes.


    Vielleicht irre ich mich ja doch :-)


    Lg.

    --- Andy ---

  • Zitat von Gresli;97627


    ...
    Ich habe das schon einmal geschrieben, dennoch, wer ganz, ganz sicher gehen will: http://www.swissfortknox.ch/
    ...


    Etwas ähnliches gibt es auch in Österreich: EarthDATAsafe, liegt nur ein paar Kilometer von mir entfernt.


    Zitat von Gresli;97627


    ...
    Nach einem Atomkrieg kann man ja mit einem USB-Stick in der Hand da mal anklopfen um seine Versicherungspolicen wieder runter zu laden. :grosses Lachen:
    ...


    Tja, leider habe ich bei meinen Recherchen zur kürzlich abgeschlossenen Haushaltsversicherung feststellen müssen, dass Schäden durch radioaktive (Ver-)Strahlung im weitesten Sinne explizit von der Deckung ausgenommen sind. Vielleicht solltest Du Dir die Versicherungsbedingungen dahingehend erst mal noch genauer durchlesen.


    Allgemein würde ich mich nicht so sehr auf die bösen Geheimdienste als Bedrohung für die Datensicherheit versteifen. Besonders die ausgesprochen neugierigen Geheimdienste sind mit der bestehenden Datenflut ohnehin schon so überfordert, dass sie nichtmal mehr mit der digitalen Verfolgung echter Terroristen und Staatsfeinde zurechtkommen.


    Viel eher würde ich mir Gedanken um die organisierte Internetkriminalität machen, insbesondere deren "Abteilung für Identitätsdiebstahl". So eine fein säuberliche und lückenlose Sammlung von Dokumenten zu einer Person ist auf dem Schwarzmarkt schon was wert, auch ohne Beglaubigungen. Selbst geknackte Accounts für Online-Spiele werden dort verhökert, teilweise zu absurden Preisen.


    Die Daten werden entweder über Trojaner von den leider immer noch viel zu oft mangelhaft geschützten und gepatchten Computern der User abgegriffen oder durch gezielte Angriffe auf große Datensammlungen (z.B. Sony, Steam, Citibank).


    Leider erlebe ich es in meinem Beruf als Systemadministrator immer wieder, dass die Kollegen nicht ausreichend sensibilisiert sind für diese Gefahren. Aussagen wie "wozu brauch ich so ein kompliziertes Kennwort und muss es auch noch regelmäßig ändern, meine Daten interessieren eh niemanden" höre ich viel zu oft. Erst nach meiner Antwort, wozu wir dem Mitarbeiter dann noch ein Gehalt bezahlen wenn seine Arbeit ohnehin wertlos ist, herrscht dann meist kurzes Schweigen.

  • Ich bin ja hin und wieder im Dienst mit der (Über-)Prüfung von div. Dokumenten beschäftigt.
    Einer unbeglaubigten Kopie glaube ich nichts, einer im Inland beglaubigten Kopie schon eher.
    Sofern ich beglaubigte Kopien akzeptiere, muss diese vollständig sein, d.h. auch leere Seiten müssen kopiert sein.
    Bei kopierten Ausweisen, Reisepässen und sonst. Erlaubnisurkunden werde ich grds. hellhörung und möchte das Original sehen.
    Bestimmte Dokumente behalte ich im Original ein, damit durch die sachbearbeitende Dienststelle die Echtheit durch schriftl. Nachfrage geklärt werden kann.
    Dabei wird dem Bürger eine von mir amtl. beglaubigte Kopie des Originals ausgehändigt und ich vermerke die amtl. Entgegennahme im Computer.


    USB-Stick, etc. wird grds. nicht akzeptiert.