Beiträge von Thomas

    Das erste ist, dass du anscheinend glaubst, dass die technischen Rahmenbedingungen von den Netzbetreibern gemacht werden. Das ist (zumindest in Österreich) schlichtweg falsch.

    Für Deutschland ist es m. E. richtig, die Technischen Anschlussbedingungen sind AGB der Verteilnetzbetreiber und auch an der Erstellung der einschlägigen VDE-Vorschriften sind diese beteiligt. Ich weiß aber nicht, warum das an dieser Stelle von Bedeutung sein soll.

    Weiters gelten diese Vorgaben (in Österreich die TOR Erzeuger) lediglich für Anlagen mit Netzanschluss.

    Solche Aussagen sind leider interpretationsfähig. Die entscheidende Frage lautet: was versteht man unter einer Anlage? In der extremsten Interpretation ist die Gesamtheit der Elektroinstallation auf einem Grundstück nur eine einzige, zusammengehörende Anlage. Da nutzt es dir dann nix, wenn die PV auf der Gartenhütte selbst eigentlich keinen Netzanschluss hat, insgesamt zählt es trotzdem als Anlage mit Netzanschluss, wenn irgendwo auf dem Grundstück einer ist. Zumindest gibt es Leute, die das so sehen ...

    Ich denke, hier gibt es ein grundsätzliches Missverständnis [..]

    Ein Missverständnis liegt nicht vor, die von dir beschriebenen Details sind mir schon bekannt, ich habe es nur absichtlich etwas vereinfacht dargestellt.

    Dass die Vorgaben der Netzbetreiber von manchem Laien als unsinnige Gängelei empfunden werden lässt sich vermutlich nicht ändern. Dennoch haben sie einen Sinn.

    Dass die Festinstallation von kleinen PV-"Halbinseln" mehr oder weniger verboten ist, die identische mobile Installation in Wohnmobilen und Booten aber erlaubt und absolut üblich ist, und die technisch vergleichbare Installation von USV-Anlagen ohne PV ebenfalls erlaubt und absolut üblich ist, kann nicht wirklich einen Sinn haben.


    Problem wird eher sein, dass an diese Anwendung keiner denkt. Bei PV denkt jeder automatisch an Geld durch Eigenverbrauch sparen oder Geld durch Einspeisen verdienen. Dass es da Prepper gibt, die eine PV-"Halbinsel" vor allem als Notstromversorgung wollen, ist halt leider nicht vorgesehen.

    Das Problem ist, dass die Netzentgelte in Deutschland nur im Arbeitspreis stecken.

    Dann muss man das halt ändern.

    Damit verursachen die Leute sehr hohe Netzkosten, bezahlen sie aber nicht.

    [...]

    Was passiert, wenn das viele machen? Das Netz wird löchrig, immer teurer und kollabiert am Ende.

    Auch das ist kein spezifisches Problem von Inselanlagen. Bei einer PV-Einspeiseanlage mit Eigenverbrauch zahle ich auch weniger Netzkosten. Und wenn ich bei einer Volleinspeiseanlage deutlich mehr einspeise, als ich verbrauche, zahle ich in der Summe sogar gar nichts, sondern bekomme noch was raus. Das wird dann zwar in einer anderen Schublade verbucht, im Endeffekt aber auch auf die verbleibenden Stromkunden umgelegt.


    Natürlich kann es nicht funktionieren, wenn jeder das so machen will. Die Inselanlagen sind aber auch hier eher harmlos. Wenn jeder mehr Strom einspeisen will, als er verbraucht, geht das ja erst recht nicht.

    Dass die Verbrauchsprofile sich nahezu jeder Prognose entziehen kommt erschwerend dazu.

    Mein Verbrauchsprofil entzieht sich sowieso jeder Prognose. Bisher habe ich tagsüber praktisch keinen Strom verbraucht, derzeit aufgrund Corona schon, dafür abends weniger - mein Profil hat sich da genau ins Gegenteil verändert. Wenn ich ein Elektroauto habe, vervielfacht sich mein Verbrauch. Wann ich das Elektroauto lade, ändert sich täglich je nach Arbeitszeit. Dagegen geht der Effekt meiner Notstrom-Inselanlage komplett unter. Selbst wenn ich sie als "Halbinsel" betreiben würde mit Nachladen des Akkus vom Netz, was ich natürlich nicht mache weil streng verboten, wäre das völlig vernachlässigbar.


    Die E-Werke versuchen halt zu verbieten, was sie verbieten können. Die würden auch PV-Einspeiseanlagen und das Laden von Elektroautos verbieten, wenn sie könnten. Verstehe ich auch, so wie der Strommarkt derzeit organisiert ist, ist mit Netzbetrieb zu wenig verdient, um da großartig zu investieren. Nachdem man die politisch gewollten Dinge aber nicht verbieten kann, versucht man es erst mal an Stellen mit weniger Gegenwehr, auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

    da man bei diesen Semi-Inseln dann oft noch die Hälfte des Stroms wegwirft oder sinnlos verbrt ist auch nicht gut.

    Ja was denn jetzt? Wenn man den Strom nutzt, ist es nicht gut, weil das E-Werk zu wenig Netzentgelte verdient. Wenn man den Strom nicht nutzt, ist es aber auch nicht gut, weil er sinnlos verloren geht?

    • Wenn ich meine Notstrom-Inselanlage umbaue auf eine Einspeiseanlage, werfe ich keinen Strom mehr weg, das E-Werk verdient aber entsprechend noch weniger Netzentgelt. Ist das dann gut oder böse?
    • Wenn ich den Strom aus meiner Notstrom-Inselanlage nicht mehr verwende, sondern diese rein für den Fall eines Stromausfalls bereithalte, werfe ich 100% des theoretisch möglichen Stroms weg, das E-Werk bekommt aber mehr Netzentgelt. Ist das dann gut oder böse?

    Vielleicht sollte man einfach ein öffentliches Stromnetz auch aus öffentlichen Mitteln finanzieren, oder meinetwegen über die Grundgebühr, anstatt die Kosten im kWh-Preis zu verstecken. Strom zu beziehen, den man gar nicht braucht, nur um hungerleidende E-Werke zu unterstützen, ist ja schon selten dämlich.

    Nichts gegen Elektronik an sich, ich bin ja auch Elektroniker. Elektronische Steuerungen können auch im Dauerbetrieb Jahrzehnte halten, selbst mit Elkos. Leider werden Elektronikkomponenten aber in vielen Branchen benutzt, um den Kunden in die Abhängigkeit zu treiben und/oder zum vorzeitigen Neukauf zu zwingen. Wenn diese reparierbar oder zumindest einfach austauschbar wären, wäre alles halb so wild. Wenn man bei defekter Wegfahrsperre ein neues Motorsteuergerät braucht, kann das aber nicht die Werkstatt vor Ort einbauen, weil das neue Gerät mit spezieller Software angelernt werden muss, die nur Vertragswerkstätten bekommen. Die hat nicht nur gesalzene Preise, sondern man muss das Auto auch erst mal zig Kilometer abschleppen. Dann weigert sich die Vertragswerkstatt natürlich aus Gründen der Gewährleistung, ein gebrauchtes oder repariertes oder sonst aus günstiger Quelle zu erstehendes Steuergerät einzubauen, es muss ein teures Neuteil sein. Dadurch werden die Kosten so in die Höhe getrieben, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnt und ein ansonsten einwandfreies Auto wegen eines Minifehlers verschrottet werden muss. Solche Sachen passieren bei mechanischen Problemen halt nicht so schnell, weil es unabhängige Werkstätten und Lieferanten gibt, die helfen können.


    Bosch machts mit den Pedelecs genauso, wobei hier noch dazukommt, dass es da nicht mal ein Werkstattnetz gibt. Die meisten Fahrradhändler reparieren nur Fahrräder, die bei ihnen gekauft wurden. Einerseits verständlich, dass sie nicht für billig im Internet gekaufte Räder den Service übernehmen wollen. Andererseits halt blöd, wenn man umgezogen ist. Dann kann man so ein Pedelec für mehrere Tausend Euro entweder wegwerfen oder mit dem Auto hunderte Kilometer zum ursprünglichen Händler fahren, mit der Ungewissheit, ob der das Problem lösen kann oder mag.


    Das ganze wird den Firmen aber irgendwann übel auf die Füße fallen. Wer da ein paar mal reingefallen ist, kauft in Zukunft nur noch billig, da ist dann wenigstens im Preis einkalkuliert, dass man es nach kurzer Zeit wegwirft.

    Seit 1998 ist eine elektronische Wegfahrsperre vorgeschrieben, und diese ist leider oft fehleranfällig und legt das Auto auch für den berechtigten Fahrer still. Überbrückt werden kann da so einfach nichts, dann könnte sie ja ihren Zweck nicht erfüllen, das ist direkt ins Motorsteuergerät integriert. Ich musste leider meinen Golf 4 verschrotten deshalb, Abschleppen + neues Steuergerät + Einbau hätten in etwa so viel gekostet, wie das Auto noch wert war.


    Bei der restlichen Motorelektronik lässt es sich schlecht sagen, man braucht heute einen Haufen Elektronik zur Einhaltung der Abgasnormen, aber bei einem Teilausfall läuft der Motor oft noch im Notbetrieb.

    Die Chip-Verknappung ist derzeit eigentlich nur für die "alte" Automobilbranche ein richtiges Problem.

    Das Problem der Autoindustrie ist eigentlich nur, dass aufgrund der Just-In-Time-Lieferungen gleich die Bänder stehen, wenn mal was nicht ganz pünktlich kommt. Grundsätzlich ist die Autoindustrie aber ein wichtiger Kunde und wird weiterhin beliefert, die Bänder stehen höchstens mal ein paar Wochen, bevor Nachschub kommt.


    Ein wirkliches Problem haben dagegen kleine und mittelständische Elektronikfirmen, die in der Nahrungskette weiter unten stehen und ihren Bauteilbedarf bei Distributoren decken. Dort bekommt man viele Teile zur Zeit nämlich gar nicht, STM32-Mikrocontroller etwa haben inzwischen 2-3 Jahre Lieferzeit. Bis dahin sind die Unternehmen pleite, wenn sich keine andere Lösung findet.

    Hast du denn die TDV (technische Dienstvorschrift der Bundeswehr) zu deinem Aggregat ?


    Wenn du die vorschriftsmässigen Einspritzdrücke deiner Einspritzdüse weisst könnte ich ja mal vorbeikommen und die ausgebaute Düse mit meinem Düsenprüfgerät abdrücken (Ich bin aus Plz 853xx). Düsenöffnungsdruck und Spritzbild wäre jedenfalls das Erste was interessiert wenn so ein Motor nicht gern anspringt.

    Danke für das Angebot, ich schaue jetzt erst mal, wie das Aggregat bei wärmerem Wetter und regelmäßigerem Betrieb anspringt. Wenn das besser geht, baue ich die Einspritzdüse lieber nicht aus, ich bin da nicht so der Experte und gehe lieber nach dem Motto "never touch an running system" ... :/

    Die von dir verlinkte TDv ist von einer neueren Version mit Elektrostart, der Motor dürfte aber der gleiche sein. Und ich habe auch noch eine ältere TDv von 1985, die eher passen könnte. Daten der Einspritzdüse demnach: Abspritzdruck 135 + 8 bar, Förderende 11.5 - 12.5° v. OT, falls dir das was sagt - mir leider nicht.

    Wenn du magst, kannst du mir mal schreiben, wo im PLZ-Bereich 853xx du bist. Ich arbeite in Ingolstadt, vielleicht komme ich auf dem Weg eh in der Nähe vorbei.

    Der effektivste Weg unser Stromnnetz zu sabotieren ist der, dass sich Millionen Leute "Inseln" aufbauen und sich dann im Januar mal eben schnell kurz ans Netz zum Nachladen hängen.

    Die Logik verstehe ich noch nicht ganz, das Problem ist doch nicht die "Insel", das Problem ist die PV an sich, die im Winter kaum Strom liefert. Bei Netzeinspeisung hast du das Problem sogar in verschärfter Form: im Hochsommer riesige Einspeisung von Überschüssen, im Winter dann kaum mehr Einspeisung und zusätzlich Verbrauch aus dem Netz. Bei Inselanlagen gleicher Größe ist die Differenz viel geringer, weil du keine ausfallende Einspeisung hast sondern nur den Verbrauch. Anstatt den Betreibern solcher Anlagen mit unsinnigen Vorschriften das Leben schwer zu machen, sollte man lieber an sinnvollen Regelungen arbeiten. Zum Beispiel das Aufladen der Akkus in Schwachlastzeiten wie früher bei den Nachtspeicheröfen. Wenn man das intelligent löst, könnten sich solche Anlagen sogar positiv auf die Netzstabilität auswirken.

    Der PV WR kann beliebig die Leistung drosseln. Dazu wird der Arbeitspunkt des PV Generators aus dem MPP verschoben.

    Das ist jetzt leider etwas sehr aus dem Zusammenhang gerissen. Es ging seinerzeit um die Frage, ob ein GTI bei Netzausfall im Parallelbetrieb mit einem Notstromaggregat arbeiten kann. Und das ist so einfach nicht möglich.


    Natürlich kann ein GTI seine Leistung drosseln, aber dazu muss er erst mal wissen, dass er sie drosseln soll. Das geht z. B. indem man die Maximalleistung manuell vorgibt oder indem man über eine Frequenzerhöhung eine Abregelung gemäß VDE-Vorschrift erzwingt. Und dabei kann die Leistung auch nicht beliebig gedrosselt werden, sondern es bleibt ein Mindestwert. Für den Parallelbetrieb mit einem Notstromaggregat hilft das erst mal nicht weiter.


    Es gibt von SMA ein Dokument, das beschreibt, unter welchen Voraussetzungen man Stromerzeuger in deren AC-gekoppelten Inselnetzen betreiben kann. Damit ginge es dann unter Verwendung eines Sunny Island und eines geeigneten Stromerzeugers (mit Rückspeiseschutz und geeigneter Kennlinie ...) vielleicht irgendwie.

    Ist das ein Diesel, mit dem Glühfaden alles OK,

    Tja, leider gibt's da keine Vorglühanlage, deshalb die Probleme. Einen Diesel-Stromerzeuger mit Vorglühanlage zu finden, war eigentlich Zweck dieses Threads, aber leider scheint es sowas nicht zu geben.


    ist das das ähnliche Prinzip wie bei einem Flugzeugmotor, den man "anschieben muss", wenn ja würde ich sagen da sti,,t was nicht, denn einen propeller kann man mehrfach hin und her drehen, bis die Maschiene startet,

    Beim Diesel ist halt die Kompression so groß, dass man da nichts mehr manuell drehen kann, sobald die Kompression einsetzt. Daher gibt's zum Starten ja die Dekompressionsautomatik. Das ist wohl schon richtig so.

    Inzwischen habe ich den Bundeswehr-Stromerzeuger wieder zum Laufen bekommen. Es ist scheinbar nichts kaputt daran, es ist nur generell sehr schwer ihn anzuwerfen und bei niedrigen Temperaturen nochmal schwerer oder auch gar nicht mehr möglich. Nachdem er eine Weile in der Sonne stand ist er nach x Versuchen irgendwann angesprungen. Zur Notstromversorgung im Winter ist das natürlich eher schwierig. Ich werde die Garage, wo das Ding steht, wohl irgendwie heizen müssen.

    Leider nein, den Bundeswehr-Generator werde ich mir in den Osterferien nochmal anschauen, leider steht der im Kalten und ich konnte daher im Winter nichts sinnvoll machen.

    Und was den Neukauf eines 230-V-Stromerzeugers betrifft, bin ich nach wie vor unschlüssig, vielleicht lasse ich es auch ganz. ATG MULTIFUEL 3SP ist eventuell eine Option, hat zwar keine Vorwärmfunktion für Diesel, ist angeblich aber trotzdem kaltstartfähig bis -20°C bei Verwendung von Winterdiesel.

    Tja, die große Frage ist, ob das beim Xtender so funktioniert mit Generator am AC-IN und gleichzeitig GTI am AC-OUT. Beides für sich hatte ich schon in Betrieb und funktioniert, aber beides gleichzeitig geht beim Xtender glaube ich nicht. Denn sobald sich der Xtender auf den Generator synchronisiert und aufschaltet, bestimmt ja der Generator die Spannung und die Frequenz und der Xtender regelt diese nicht mehr, sondern speist nur noch bei Bedarf dazu. Somit kann der GTI in dieser Betriebsart nicht mehr geregelt werden. Beim Sunny Island scheint das zu funktionieren, aber keine Ahnung wie.

    wenn der Netz-WR nicht darauf hin prüft, ob das echtetreiber nehme große netz da ist,

    Das ist das kleinste Problem. Netz-WR funktionieren i. d. R. problemlos im Inselnetz per AC-Kopplung mit einem Batteriewechselrichter.

    Zitat

    würde es üebr die Frequenzregelung funktioneiren. Die Frequenz im Generator steigt, wenn die LAst zu niedrig ist.

    Das kommt auf den Generator und auf den Netz-WR an. Wenns ein Inverter-Generator ist, ist die Frequenz unabhängig von der Belastung. Wenns kein Inverter-Generator ist, ist fraglich, ob er Spannung und Frequenz überhaupt in einem Bereich halten kann, bei dem der Netz-WR zuschaltet. Die Netz-WR wiederum können zwar grundsätzlich über die Frequenz heruntergeregelt werden, aber das geht in der Regel nicht bis Null runter, eine bestimmte Mindesteinspeiseleistung bleibt. Auch wird diese Regelung einfach nicht schnell genug sein, um eine Rückleistung in den Generator zuverlässig zu verhindern. Wenn ich da bei meinem Studer Xtender sehe, wie die Batteriespannung wild rauf und runter geht wenn mal 'ne Wolke kommt, möchte ich nicht wissen, was bei einem Generator passiert, der die Rückleistung nicht aufnehmen kann.

    Zitat

    Die Netzbetreiber nehmen meist generatoren mit höherer Frequenz als die üblichn 50 Hz, damit sich die NEtzwr abschalten

    Das wird eben gerade deshalb gemacht, weil ein Parallelbetrieb mit dem Generator i. a. nicht funktionieren wird.

    Mit PV-Einspeisewechselrichtern kann das eigentlich nicht funktionieren - die speisen ja immer die maximal mögliche Solarleistung ein, und diese Leistung muss abgenommen werden. Der Generator kann ja nicht, wie das Netz, überschüssige Solarleistung aufnehmen. Wenn sichergestellt wäre, dass zu jedem Zeitpunkt genügend Verbraucher für die Solarleistung da sind, würde es wohl gehen. Das wird sich praktisch aber kaum umsetzen lassen.

    Mit manchen Batteriewechselrichter/Ladegerätkombinationen wie Victron Multiplus oder Studer Xtender geht das durchaus. Man kann in den Wechselrichtern einstellen, wie viel Leistung vom Generator entnommen werden soll/darf. Wenn diese Leistung nicht ausreicht, kommt der Rest über den Wechselrichter aus der Batterie. Wenn überschüssige Generatorleistung vorhanden ist, kann damit über den Lader des Wechselrichters die Batterie geladen werden.

    Der Grund wird darin gesehen, dass fossile Kraftwerke ihren Brennstoff (teuer) einkaufen müssen, während Wind- und PV-Anbieter keine Brennstoffkosten haben. Deshalb werden bei sinkender Stromnachfrage und gleichzeitiger Verfügbarkeit von Erneuebaren zuerst die Kraftwerksarten heruntergefahren, die mit teuren Brennstoffkosten einhergehen.

    Interessante Auslegung. Zumindest hierzulande wird die Einspeisevergütung für PV und Wind eher über den Brennstoffkosten für Wärmekraftwerke liegen. Dass man PV und Wind nicht herunterfährt, liegt wohl eher daran, dass das bei kleinen Anlagen gar nicht geht und bei großen Anlagen ggf. Schadenersatzplicht besteht.

    Es gibt in der Energienetzforschung den Ansatz ...

    Das Problem an der Sache ist: es wird zum Thema Smart Grids, Virtuelle Schwungmasse etc. in den letzten Jahren viel geforscht und in der Theorie ist vieles denkbar. Mit der Realität in den derzeit vorhanden Stromnetzen hat das aber halt leider überhaupt nichts tun. Weder die derzeitigen Verbraucher, noch die derzeitigen Einspeiseanlagen, noch die derzeitige Netztechnik können das leisten, was du hier beschreibst.


    Wenn die Weichen richtig gestellt werden, könnten wir vielleicht in frühestens 50 Jahren ein Netz nach deinen Vorstellungen haben. Aber mal abgesehen davon, dass die theoretischen Konstrukte erst mal in der Praxis erprobt und fertig entwickelt werden müssten: derzeit fehlt da allein schon das Geschäftsmodell, um entsprechende Investitionen zu ermöglichen. Die Energievertreiber leben davon, Strom zum günstigsten Preis einzukaufen um bei Check 24 ganz oben zu stehen und anderen die Kunden abspenstig zu machen. Die Kraftwerksbetreiber leben davon, die unrentabel gewordenen Kraftwerke stilllegen zu wollen und bei Verbot die Entschädigung für den Weiterbetrieb zu kassieren. Die Verteilnetzbetreiber leben davon, die Netze bei geringstmöglichem Aufwand halbwegs am Laufen zu halten, um bei staatlich reglementierter Durchleitungsgebühr noch ein wenig Gewinn zu haben. Wer sollte denn in diesem System in zukunftssichere Netze investieren wollen, und warum? Das könnte letztlich nur durch staatliche Intervention passieren, aber staatliche Großprojekte funktionieren halt auch nicht immer so, wie man sich das vorstellt. Mag sein, dass China in 50 Jahren solche Netze haben wird, aber wir eher nicht.

    Meine Sorge gilt den Alten, Kranken, Schwachen und den Kindern in so einer Situation. Menschen die eben nicht in der Lage sind so eine Krise schadlos zu überstehen.

    Ich weigere mich, einen simplen Heizungsausfall bei weiter vorhandener Stromversorgung etc. als Krise zu bezeichnen. Sowas ist normal und kann jederzeit passieren. Überall auf der Welt passiert sowas regelmäßig, wir sind da sehr verwöhnt aufgrund der üblicherweise noch recht gut funktionierenden Infrastruktur.

    Auch Alte/Kranke/Schwache können sich mit Heizdecken u. ä. behelfen. Wenn sie das nicht können, kommen sie auch nicht so ohne weiteres in ein Hotel. Dann sind sie eh auf fremde Hilfe angewiesen, das ist ein komplett anderes Thema.

    Dazu kommt noch das viele Menschen verlernt haben vorzusorgen. Früher war das völlig normal einen Ofen mit genügend Brennstoff und eine gefüllte Speisekammer zu haben. Wer mit Fernwärme, Vollversorgung und gut behütet groß geworden ist, wie schon seine Eltern, kommt einfach nicht auf den Gedanken das es mal anders laufen könnte.

    Dann wird es aber höchste Zeit, das zu lernen. Wenn das der Staat jetzt alles lösen würde mit kostenlosen Hotelzimmern für jeden Betroffenen, kommt ja wieder keiner auf die Idee, sich mal selbst um was zu kümmern. Wenn dann mal 'ne echte Krise kommt, wo externe Hilfe für alle schlicht nicht mehr möglich ist, dann gute Nacht.

    Irgendwie befremdlich, das ausgerechnet in einem Survivalforum für so was Simples wie ein Heizungsausfall nach Hilfe vom Staat/EVU etc. geschrien wird. Wenn in einem EFH die Heizung ausfällt, und man deshalb ins Hotel mag, zahlt das auch nicht der Hersteller der Heizunganlage. Technische Systeme können nun mal ausfallen, damit muss man rechnen und leben. Es gibt ja sogar noch Strom und damit alternative Heizmöglichkeiten. Wer nicht mal mit sowas zurechtkommt, was ist dann wenn's wirklich mal 'nen Blackout gibt? Soll der Staat dann auch kostenlose notstromversorgte Hotels für alle bereithalten? Und warum sollen die Heizungsgeschädigten einen Anspruch auf kostenlose warme Hotelzimmer haben, Obdachlose aber nicht?

    Da hier auch Techniker unterwegs sind, eine dumme OT-Frage:


    Nachdem mir gerade eine Fensterscheibe gerissen ist, wollte ich mich neben dem Austausch gleich um eine mögliche Notverglasung kümmern. Eine einfache Möglichkeit wäre ja, eine Plexiglasscheibe passender Größe einzulagern. Stellt sich nur die Frage, wie dick die sein sollte, für eine ausreichende Wärmedämmung.


    Irgendwie komme ich mit den im Internet gefundenen Zahlen nicht klar, beispielsweise:

    • 5 mm Plexiglas: U = 5,3 W/(m²·K)
    • 4 mm Einfachverglasung: U = 5,9 W/(m²·K)
    • 24 mm Wärmeschutzverglasung: U = 1,1 W/(m²·K)

    Warum sind die U-Werte von Plexiglas und Glas praktisch gleich, obwohl Plexiglas die Wärme deutlich schlechter leitet?


    Wenn ich versuche, das nachzurechnen mit den Wärmeleitfähigkeiten von Wikipedia ...

    • Plexiglas: 0,19 W/(m·K)
    • Glas: 0,76 W/(m·K)

    ... komme ich auf völlig andere Werte:

    • 5 mm Plexiglas: 0,19 W/(m·K) / 5 mm = 38 W/(m²·K) ???
    • 4 mm Glas: 0,76 W/(m·K) / 4 mm = 190 W/(m²·K) ???

    Wo liegt hier der Wurm?

    Welche Werte sind richtig bzw. wie kann ich richtig berechnen, welchen U-Wert eine Plexiglasscheibe mit einer bestimmten Dicke hat?

    Welche Plexiglasstärke sollte man verwenden, damit es auch im Winter einigermaßen funktioniert?

    Oder ist die Dicke mehr oder weniger egal, weil die Wärme eher durch Strahlung verlorengeht?