Beiträge von Anomen

    Grundsätzlich ja, aber bedenke:


    14 Tage + 100 Tage bis zur ersten Charge des Impfstoffs.

    Da haben wir mitte März.

    So lange Lockdown zu machen (und noch länger, da ja dann erst die "ersten Chargen" ausgeliefert werden) wird wohl sehr schwierig.

    Ist das so? Ich dachte wir impfen immer noch mit dem Impfstoff gegen den Wildtyp, nicht mit einen modifizierten Impfstoff gegen Delta?

    jetzt ausserhalb des Szenarios, also in Echt: Das würde mich auch interessieren. Mein Stand war ebenfalls, dass wir noch die ursprüngliche Impfung verwenden, da diese noch "genügend" schützt gegen alle bekannten Varianten des Virus (abgesehen wohl vom ganz neuen, B.1.1529 welcher wohl einen eigenen Thread verdienen würde.

    Für mich wichtig wäre spätestens jetzt die Freunde / Verwandte zu informieren. Der Tag würde also aus viel Telefonaten / Textnachrichten / Emails bestehen, sodass möglichst alle informiert sind.

    Gleichzeitig würde ich versuchen bestmögliche Handlungsanweisungen für die Freunde / Verwandte vorzubereiten und ihnen diese Weiterzugeben. Meistens sind die Menschen bei kurz bevorstehender und offensichtlich erkennbarer Not empfänglich für solche Tipps.


    Ich selbst hab bereits alles zu Hause, arbeite von zu Hause und sonst auch nochmals alles doppelt im SO. Würde höchstens noch eine Online-Bestellung mit Heimlieferung vom Supermarkt ordern. ... Wobei das auch mühsam ist, nach der Heimlieferung muss man jedes Produkt desinfizieren... Wobei ich bei diesen Temperaturen die Einkäufe wohl einfach direkt vor dem Haus / im Garten stehen lassen würde für einige Tage bis das potentiell verseuchte hoffentlich abgestorben ist.

    Ich muss leider sagen, dass ich die letzten Tage / Wochen immer mehr die Erfahrung mache, dass die Leute sich nicht impfen lassen wollen. zum Teil Personen, die noch nie geimpft sind ("Anstecken ist der bessere weg als Impfen") oder solche, die zwar zweimal geimpft sind, aber sich sicher kein drittes Mal impfen lassen wollen ("Ist doch ein Blödsinn das ewige Impfen").


    Bei vielen greifen "Verschwörungstheorien" (nicht oder falsch belegbare Behauptungen wie z.B. in der Impfung ist Gift, mein Immunsystem ist von Natur aus gut und kommt mit Viren gut klar, ...).


    Argumentarium, dass die Spitäler bald überlastet sind, scheint nicht zu greifen. Auch wenn es in anderen Ländern bereits eindrücklich gezeigt wurde, was dann passiert.


    Mein Fazit: Wir steuern unweigerlich auf eine Überlastung des Gesundheitswesens zu, erst wenn dies jeder am eigenen Leib (oder eines nahen Verwandten) erfahren hat, wird wohl bei den Meisten Besserung eintreten. Es tut mir sehr leid für das Gesundheitspersonal, aber diese bittere Pille müssen wir wohl schlucken, einen anderen Weg sehe ich nicht.

    Das ist aber teilweise ein Trugschluss. Vieles von der für den Moment eingesparten Energie wird beim Wiedereinschalten sozusagen „nachgeholt“. Z.B. Kühlgeräte, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Spülmaschinen, Kompressoren, Hauswasserwerke, Pumpen, Elektroheizungen, Klimaanlagen usw.werden dann eben beim Wiedereinschalten der Netzspannung die Leistung ziehen, die vorher nicht in Anspruch genommen werden konnte.


    Es wird keiner freiwillig die Wäsche mit der Hand waschen, auch die Kühlgeräte laufen wieder länger, als wenn sie permanent am Netz geblieben wären. Durch geplante Abschaltungen wird der Verbrauch nur in die Zukunft verlagert, außer vielleicht bei Transportmitteln und Beleuchtung.


    Also eine Abschaltung verlagert das Problem nur, kann aber für den Moment durchaus einen kritischen Netzzustand verhindern.

    Bei uns im Kanton sind diese Planungen schon weit fortgeschritten resp. abgeschlossen.

    Die Zeitfenster ohne Strom sind bei uns länger als 2h.

    Reis im original Plastikbeutel aufbewahrt (so ein dünner Plastikbeutel, der nicht luftdicht war).

    MHD irgendwo um 2015 herum abgelaufen. Im Keller aufbewahrt.

    Gekocht und es war wirklich kein Geschmackserlebnis. Obwohl wir Bullion und Zwiebeln benutzt haben zum kochen, schmeckte der Reis muffig und alt. Haben den Rest der Packung dann weggeschmissen.

    Wir haben aber kein Durchfall oder ähnliches bekommen, für den Notfall wäre es wohl ok.

    wie geht nochmals der Link zu dieser Weltkarte bei dem freiwillige zu Hause ein Geigerzähler laufen haben und die Ergebnisse ins Internet stellen? Da hat man ein Netz von freiwilligen unabhängigen Messstellen. Das würde ich gerne jetzt nochmals anschauen...

    Die Bundeswehr kann bei einem Blackout nicht nur "nicht helfen", sondern:

    Zitat
    Grundsätzlich stützt sich die Bundeswehr zur Sicherung ihrer Grundbetriebsfähigkeit und Kommunikation auf eine zivile – also gesamtstaatlich – zur Verfügung gestellte Energieversorgung ab. Ein großflächiger und länger anhaltender Stromausfall kann auch die Bundeswehr vor große Herausforderungen stellen

    Strom weg = Bundeswehr weg.


    Echt übel. Aber gut, gibt es noch das THW, moment was hat dazu der Stefan von Outdoor Chiemgau gesagt? Er ist ja selbst im THW. :huh:

    Hoi WTG, ist gut, dass du der Feuerwehr vertraust. Es gibt aber einige Achillesfersen der Feuerwehr:

    • FWs sind nicht für den Dauereinsatz geeignet. Nach wenigen Stunden müssen Feuerwehren üblicherweise bereits Nachbarfeuerwehren aufbieten.
    • FWs haben kein Konzept, keine Organisation für Verpflegung im Einsatz. Müsste also alles spontan durch zusätzliche Manpower organisiert werden.
    • Gerade die kleinen, ländlichen Milizwehren haben meistens sehr begrenzte Einsatzmittel, begrenzte Ressourcen wie Treibstoff, begrenztes Know-How für grössere Probleme (deshalb wird auch meistens die nächstgrössere FW aufgeboten bei einem etwas grösseren Einsatz, ich kenne das sehr gut)
    • Grösstes Problem, dass ich in einem Blackout-Szenario sehe: Das Personal der FW hat häufig mehrere Hüte auf. Z.B. ist der Offizier der FW auch noch Polizist, oder Zivilschützer, oder im Militär. Und er kann, wenn mehrere der Organisationen im Einsatz stehen, nur einen Hut aufhaben. Es ist nunmal so, dass die "Helfer-Typen" dazu neigen, überall mitzuhelfen, wo es ihnen möglich ist. Und das geht im "Normalen" Alltag gut, aber im Ernstfall leider fehlen dann diese Personen. (Zusätzlich zu den bereits erwähnten "no-shows", die sich nicht einrücken können / wollen)


    Es wird auch in Städten wie Zürich Bemühungen geben, die Bevölkerung mit dem nötigsten zu versorgen.

    nett gemeint, aber wer denkst du, wird dies tun? Und mit welchen Mitteln (vorallem Personal)? Bis die Organisation ans laufen kommt, ist schon das gesamte Handynetz ausgefallen. Sprich kommunikation nur noch sehr eingeschränkt. Ich hab mit diversen dieser Stellen gesprochen. Glaub mir: Verlass dich nicht auf den Staat bei einem länger andauernden Blackout. Da wird nicht viel bis gar nichts kommen.



    Es wird auch Solidarität untereinander geben, gegenseitige Hilfe (ich hoffe es jedenfalls).

    Mag sein, aber sind wir mal ehrlich: Ich wohne auf dem Land in einem Block und kenne meine Nachbarn nicht. Wer kennt wohl in Zürich seine Nachbarn? Vermutlich die wenigsten. Warum sollte ich mit meinen sowieso schon kargen Stadt-Vorräten (die sowieso praktisch niemand hat) noch den unbekannten Nachbarn helfen? Wie gesagt, mag sein, aber ich denke nicht, dass da gross die Solidarität ausbricht. Da wird sich jeder selbst der Nächste sein.




    Es gibt sehr viel zu diesen Themen zu sagen, es ist ein sehr komplexes Szenario mit vielen (auch wüsten) Auswirkungen, die wir, die auch die Krisen-Stäbe, und erst recht die Politik, ausblenden.

    Es hat in meinen Augen absolut die Berechtigung sich 100% autark vom Staat auf eine solche Katastrophe vorzubereiten. Denkt nicht, dass "der Staat" hier gross etwas tun wird / kann. "Der Staat" besteht nur aus den Menschen, die für ihn Arbeiten / dienen:

    Geht der Familienvater in der eisig kalten Winternacht, den zweiten Tag ohne Strom, die Kinder zu Hause haben kalt, die Mutter fühlt sich unwohl alleine ohne Mann zu Hause. Geht da der Familienvater wirklich noch für "den Staat" in den Einsatz (z.B. als Polizist), oder schaut er erstmal für seine Familie, bevor er dem "grossen ganzen" seine jetzt wertvolle Zeit schenkt?

    Super Ding mit dem Szenario, gefällt mir.

    Einige Infos:

    • In der Schweiz gibt es eine grosse Supermarktkette, die für die Filialleiter eine Blackout-Checkliste angefertigt hat. Diese wird vom Filialleiter (oder Stv. je nachdem wer vor Ort ist) abgewickelt bei einem Stromausfall. Dort steht auch drin, dass nach einer gewissen Zeit (ich glaube, es waren 2h, oder maximal 4h) die Türen für die wartenden Personen geöffnet werden und alle gekühlten / verderblichen Waren (und ev. auch alle anderen, da bin ich nicht mehr sicher) graits abgegeben werden. Das wird so gemacht, da sonst sowieso früher oder später die Türen eingetreten werden und die Lebensmittel geholt werden, einfach ungeordnet. So geht es geordnet, ohne Beschädigung. (hoffentlich) Sobald der Laden "leer" ist, wird abgeschlossen und der Filialleiter geht nach Hause.
      --> Wer also am 3. Tag noch mit Lebensmitteln im Supermarkt rechnet, der sieht heute die Situation wohl komplett anders, als diese Supermarktkette.
    • Die Feuerwehr wird am dritten Tag vermutlich weder Personal, noch Ressourcen (Treibstoff, Strom für die Autos, Wasser, Atemschutzgas, ...) haben. Das kann ich ungefähr so sagen aus der eigenen Erfahrung aus der Feuerwehr. Somit mit einer funktionierenden Feuerwehr am 3. Tag zu rechen halte ich für Illusorisch. Bedenkt man die Einsätze, die nur schon am 1. Tag unglaublich viele Ressourcen fressen werden. (Liftrettungen, Brände, Fehlalarme, Unfälle, usw.)
    • Nehmen wir als Beispiel mal die Stadt Zürich mit 420k Einwohner. Und die engere Agglo (alles zusammenhängend) mit 1.3 Mio Einwohner. Ich bin nicht sicher, ob die Wasserversorgung da ohne Strom läuft. Aber nehmen wir es mal optimistischerweise an. Der Durchschnittszürcher (Stadtmensch) hat als Routine 1x abends auf dem Nachhauseweg einkaufen. Sprich am dritten tag wird vermutlich 50% der Einwohner kein Essen mehr haben. Also 210'000 oder 650'000 in der Agglo. Die wollen jetzt was zu futtern. Wo gehen die hin? Der Vegane Imbisladen hat geschlossen. Ich vermute die Hälfter der Hungersuchenden werden die Stadt, resp. Agglo verlassen. Also kommen auf die 4 Himmelsrichtungen (nochmals geteilt durch 4) jeweils 52k resp. in der Agglo gibts ja auch nichts, also 162'000 Menschen auf die Dörfer zu. Ich wohne in einem solchen Dorf. Ich rechne deshalb spätestens am 3. Tag mit grossen Menschenwanderungen. Verzweifelte Städter ohne Essen, Familien, Singles, Junge wie ältere. Falls ihr im Dorf wohnt, habt ihr euch schon überlegt, wie ihr mit diesen Menschenmassen umgehen werdet? Schickt ihr die verzweifelte Familie weg? Kommt der vegane Hipster-Bodybuilder vielleicht in der Nacht wieder und versucht es mit Gewalt?

    Als Mieter einer normalen Wohnung und Pendler (mit Auto da ÖPNV nicht möglich) haben wir leider keinerlei Möglichkeit den steigenden Energiepreisen auszuweichen.

    Nicht in jedem Fall.

    Manchmal funktioniert ein "Balkonkraftwerk"

    (Ein Balkonkraftwerk ist eine Mini-Solaranlage, die mit einem Stecker an das Stromnetz von Haus oder Wohnung angeschlossen wird.
    Der produzierte Strom kann unmittelbar für den eigenen Bedarf genutzt werden. So wird die Stromrechnung reduziert.)


    Vor allem sollte man CME (niederfrequent) und EMP (hochfrequent) nicht durcheinanderbringen. Ersterer wird massive Schäden in der Strom- und Datenverteilungsinfrastruktur verursachen. Solange ein Gerät aber nicht an irgendwelche langen Leitungen (Steckdose, Netzwerk etc.) angeschlossen ist, wird es den CME unbeschadet überleben., beim EMP ist es genau andersrum oder einfach ausgedrückt:

    Beim CME werden große Dinge kaputt (zB. Transofrmatoren in Umspannwerken), beim EMP werden kleine Dinge kaputt (Radio, Laptop etc).

    Danke Nudnik, das war mir so nicht bewusst.

    Kannst du vielleicht noch an Beispielen erklären, wann ein EMP und wann en CME droht? Kann beides durch die Sonne verursacht werden?



    Danke an alle die mitmachen für eure Antworten!:thumbup: