SMS-Notruf

Vorwort

Um im Notfall nicht nur die Notfall-Kontakte, sondern auch die Einsatzkräfte zu benachrichtigen, empfiehlt es sich den offiziellen SMS-Notruf als Notfallempfänger abzuspeichern.

Inhalt einer Notruf-SMS

Eine Notruf-SMS sollte alle Daten enthalten, die auch bei einem Sprachnotruf übermittelt werden würden:

  • Wo ist das Ereignis (Ort, Straße, Hausnummer)
  • Wer übermittelt den Notruf (Name, Telefonnummer)
  • Was ist geschehen (z.B. Häusliche Gewalt)
  • Wie viele Betroffene (z.B. Mutter, Tochter)
  • Weitere nützliche Informationen für die Einsatzkräfte

Eine Notruf-SMS könnte also zum Beispiel lauten: Wien, Beispielstraße 1, Stiege 1, Tür 1, Martina Musterfrau, 0123456789, Häusliche Gewalt, Mann droht mir und meiner Tochter mit dem Tod, ist mit Messer bewaffnet. 

Notfallkontakt abspeichern

Die Nummer des SMS-Notrufs sollte im Telefonbuch des Smartphones bereits jetzt entsprechend abgespeichert werden.


Bei Gefahr, dass jemand das Smartphone kontrolliert, sollte ein unverfänglicher Kontaktname gewählt werden, wie Susi's alte Nummer, Tante Irma Handy, etc.

Österreich

In Österreich lautet die Nummer für den SMS-Notruf 0800 133133.

Schweiz

In der Schweiz lautet die Nummer für den SMS-Notruf 079 702 01 00 (Achtung, SMS muss mit dem Wort "Notfall" beginnen).

Deutschland

In Deutschland steht kein bundesweiter SMS-Notruf zur Verfügung. Grund: Im Gesetz ist vorgeschrieben, dass eine Rückrufmöglichkeit bei einem Notruf gegeben sein muss. Dies ist bei SMS nicht gewährleistet.


Deutschland stellt stattdessen einen Faxnotruf über die Telefonnummer 110 zur Verfügung.


Hinweis:

Manche Bundesländer haben eine Faxnummer, die per SMS erreichbar ist. Aber nur kompliziert über Umwege (Faxvorwahl des eigenen Handynetzbetreibers muss bekannt sein, SMS wird in Fax umgewandelt) und mit einer bis zu 10 minütigen Verzögerung. Deshalb als Notruf ungeeignet.


Einige Bundesländer bieten aber sehr wohl eine Notrufnummer an, die auch per SMS erreichbar ist.

Bundesländerspezifische SMS-Notfallnummern in Deutschland:

  • Baden-Württemberg: 01522 / 1 807 110
  • Bayern: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Berlin: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Brandenburg: 0171 /869 2500
  • Bremen: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Hamburg: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Hessen: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Mecklenburg-Vorpommern: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Niedersachsen: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Nordrhein-Westfalen: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Rheinland-Pfalz: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Saarland: (01 72) 4 48 89 21
  • Sachsen-Anhalt: 03931 19222 (nur Landkreis Stendal)
  • Sachsen: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Schleswig-Holstein: keine SMS-Notrufnummer vorhanden
  • Thüringen: keine SMS-Notrufnummer vorhanden

Antworten 7

  • Habe die Faxnummern entfernt, da inzwischen ALLE 16 und nicht mehr nur einige Bundesländer eine SMS-Funktion anbieten

  • Habe die Faxnummern entfernt, da inzwischen ALLE 16 und nicht mehr nur einige Bundesländer eine SMS-Funktion anbieten

    Quelle? Ich habe nichts dazu gefunden.

  • Uh Mist, ist zu früh am Morgen, bitte mach es rückgängig ...

    Sorry ;(

  • Frage: Würde es Sinn machen eine Notruf-SMS an eine Nummer eines anderen Bundeslandes zu schicken?


    Beispiel: Ich befinde mich in Berlin, dort gibt es aber keine Notruf-SMS-Möglichkeit. Wenn ich nun eine SMS mit all den relevanten Daten an die SMS-Nummer in Brandenburg sende, sollte es ja dennoch klappen, dass die Leitstelle dort die diese SMS liest die Kollegen in Berlin informiert, oder?

  • Eventuell kann ein SMS Notruf - besonders im Falle Häuslicher Gewalt - kontraproduktiv sein. Je nach dem wie der diensthabende Beamte drauf ist wird der erstmal versuchen eine Rückfrage loszuwerden. Schlimmstenfalls dann per Rückruf. Kriegt das dann "die Bedrohung" mit kann da was eskalieren.

    Ich bin mir halt nicht sicher ob man eine SMS als Notruf ernstnimmt - in den Leitstellen ist man es ja gewohnt die Person zu hören, mitsamt der Tonlage bzw. dem Stresslevel des Hilfesuchenden. Das kommt halt per SMS oder Mail nicht rüber.

  • Ich bin mir halt nicht sicher ob man eine SMS als Notruf ernstnimmt

    Da wo SMS Notrufe etabliert sind, also Österreich, Schweiz und manche deutsche Bundesländer, weiß der Disponent genau was er tun muss und wie ernst das zu nehmen ist.


    Eigentlich schade, dass in Zeiten einer massiven Zunahme an häuslicher Gewalt der SMS Notruf nicht viel mehr bekannt gemacht und ausgebaut wird.

  • Ben, es ist in D leider so das wir tiefstes Entwicklungsland sind was alles Elektronische oder Digitale anbelangt. Man sieht es ja daran das Behörden ihre Bescheide immer noch in Papierform verschicken bzw. wenn man etwas beantragen will alles in Papierform haben wollen.

    So ähnlich ist die Denke sicher auch bei einem " nicht verbalen" Notruf - " das kann ja nix sein"


    Genausowenig taugt das Portal der Polizei wo man in der " elektronischen Wache" einen Kontakt per Mail herstellen kann. Wir haben da einen Dieseldiebstahl angezeigt, zusammen mit einigen hochgeladenen Bildern von dem vergriesgnaddelten Tankstutzen am LKW usw.

    Reaktion : "Bitte kommen Sie zur Aufnahme der Anzeige in die zuständige Polizeiwache" ( Dort wurde dann Papier beschrieben )


    Ich stelle mal folgendes in den Raum :


    Streit in der Partnerschaft,Frau verbarrikadiert sich im Schlafzimmer,schickt einen SMS Notruf an die Zentralnummer einer Landesdienststelle.Die klären erstmal die Zuständigkeit einer Wache,müssen sehen ob die Wache überhaupt 24h besetzt ist,lokal Rückfragen ob ein Peterwagen frei ist.


    Lassen wir die Situation gleich, Streit,verbarrikadiert im Schlafzimmer.

    Frau schmeisst schwere Gegenstände ( PC Bildschirm,Nachttisch,Fernseher) aus dem Fenster auf unten parkende Autos, die Alarmanlagen plärren los.Es kommen auf der lokal geschalteten 110 etwa 8 Notrufe von der gleichen Adresse an.


    Wobei erfolgt wohl eine schnellere Reaktion ?

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