Dachbodenfund: Petroleumlampe

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Dachbodenfund-Petroleumlampe-001.JPG

Es ist schon krass, was ein wenig Farbe ausmacht, dachte ich, als ich mein Dachbodenfund zusammenbaute.

Bei einer Haushaltsauflösung fand ich diese uralte Petroleumlampe, die so verschmutzt war, dass es mich geschüttelt hat.

Als Erstes wurde das "gute Stück" grob gereinigt und mit Anti-Rostspray behandelt. Nach einem Tag bewegten sich alle beweglichen Teile und ich nahm sie vorsichtig auseinander.

Dichtigkeitsprüfung

Um zu schauen, ob es sich lohnt, sich weiter mit dem "Ding" zu beschäftigen, tauschte ich den Docht aus und befüllte sie mit Lampenpetroleum und zündete sie an.

Nach einer Stunde schaute ich nach und entdeckte, dass Petroleum langsam herauskam. Es tropfte nicht. Also ließ ich sie ausbrennen, was ungefähr 9 h dauerte.

Man schleift an der Stelle, wo die undichte Stelle vermutet wurde. Welch eine Überraschung: Nicht ein Loch, nicht zwei Löcher, nein viele kleine Löcher ;).

Also Löten

Man schleift mit feinem Sandpapier alles blitzblank und behandelt die zu lötenden Stellen mit Salzsäure. (Es gibt hierfür Besseres und nicht so gefährliche Mittel). Mit Lötfett, Lötzinn, viel Geduld, sowie Kontakten einer alten Flachbatterie wurden alle sichtbaren Löcher zugelötet.

1: Eisen mit Löchern, 2: Kontakt einer Flachbatterie, 3: Löcher, 4: Lötzinn

Loeten-001.png

Mit Brennspiritus wurde die 2. Dichtigkeitsprüfung durchgeführt. Siehe da, meine Lötstellen waren dicht. Nur die alte Lötstelle war offen.

Also komplett alles entrostet und überall gelötet, wo ich noch weitere Löcher vermutete.

Die letzte Dichtigkeitsprüfung war erfolgreich. Selbst nach einer Nacht kam kein Spiritus mehr heraus.

Oberflächenschutz

Also wurden alle Metallteile entrostet. Nicht! blitzblank, sondern nur bis zur schwarzen Eisenoxidschicht. Da diese, historisch schon wertvolle, Petroleumlampe noch einige Jahr-(zehnte)e ihren Dienst als Partybeleuchtung versehen soll, und Wind und Wetter ausgesetzt sein wird, ist es nötig, diese mit Zinkspray (zum Schutz vor Oxidation) zu behandeln.

Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, in welcher Farbe diese Lampe ursprünglich lackiert wurde. Also entschied ich mich für mattes Schwarz.

Beide "Farben" sind temperaturresistent und trotzen der Witterung sehr lange. Diese Farben verwende ich regelmäßig, um alte Elektroinstallationen wetterfest zu machen und habe schon die besten Erfahrungen damit gemacht.

Nach dem Zusammenbau war ich froh, dass ich Bilder gemacht hatte, um zu dokumentieren, wie sich ein und dieselbe Sache verändern kann, wenn man sich derer annimmt. Hat es sich gelohnt?

Rechnet man alles zusammen (Kosten für Lötzinn, Energiekosten, Zeit, sowie die Farbe), hätte man sich eine neue Lampe kaufen können...

Aber hey,

wer hat schon eine Petroleumlampe mit der Aufschrift: DR PATENT (Deutsches-Reichs-Patent ;)

Historisches

Nachdem mir zugetragen wurde, dass diese Laterne recht alt sein muss, richtete ich eine Frage an das Projekt: http://www.lampenfreund.de.

Dabei kam Erstaunliches zutage.

Die Lampe ist eine Fledermaus 2850 Mischluftlaterne in einem recht guten Zustand, da das Originalglas vorhanden ist. Diese wurde 1927 bis etwa 1943 von der Firma Stübgen in Erfurt gebaut, so dachte erst Herr Wolfgang Scherb.

Nachdem er diesen Wikiartikel gelesen hatte, änderte er seine Meinung:

Zitat:

"jetzt wo ich deine Datei lesen konnte, wird mir doch einiges klarer. Auf dem Tank steht DRP "Deutsches Reichs Patent". Auch der Tragbügel und seine Befestigung sind ein eindeutiges Indiz dafür, dass deine Laterne nicht wie von mir angegeben ab 1927, sondern um 1900 bis 1923 gebaut wurde. Sie ist also wesentlich älter, als zuvor von mir angenommen."


Ich bin bald vom Stuhl gekippt, als ich das las. Also wird sie wohl keine Partybeleuchtung werden. Sie wird gut verwahrt und nur bei Stromausfällen hervorgeholt.

Mein besonderer Dank geht an Wolfgang Scherb und sein Webprojekt: http://www.lampenfreund.de

Autor: André Pohle

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Siehe: Brennstoffbetriebene Lampen und Geräte, eine Einführung