Löwenzahn

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Dr. Markus Strauß: Schätze der Natur XXIV

Löwenzahn: Taraxacum officinale - Kategorie Heimische essbare Pflanzen

Der Löwenzahn ist ein weit verbreitetes Wildkraut. Im Frühjahr leuchten gedüngte Wiesen im sattem gelb der Löwenzahnblüten, zwei Wochen später ist die Luft voller Pusteblumen-Samen. Zur Sammlung des Löwenzahn empfiehlt es sich aber auf ungedüngte, naturnahe Standorte auszuweichen: Ränder von Feld- und lichten Waldwegen, natürliche Wiesen. Statt sich über das „Unkraut“ im Rasen ihres Gartens zu ärgern können Sie es in Zukunft einfach aufessen.

Inhaltsstoffe

Löwenzahn ist sehr vitaminreich, besonders C und D, enthält viel Kalium und vor allem: wertvolle Bitterstoffe!


Wirkung auf den menschlichen Organismus

Schon der Name sagt es: „officinalis“ – Löwenzahn ist eine altbewährte Heilpflanze. Die Bitterstoffe des Löwenzahns regen die Gallen- und Leberfunktion an und bewirken so eine Steigerung der körpereigenen Entgiftungsfunktion. Im Zusammenspiel mit dem hohem Vitamingehalt und dem Reichtum an Kalium (wirkt entwässernd) bietet er dem Körper wirkungsvolle Hilfe zur Selbsthilfe.


Verwendete Pflanzenteile und Erntezeit

Die ganze Pflanze, also Wurzel, Blätter, Stile und Blüten können verwendet werden. Löwenzahn hat fast das ganze Jahr über Saison: nur im tiefen Winter bei gefrorenem Boden muss man auf frischen Löwenzahn verzichten und auf einen Vorrat an getrockneten Blättern oder auf pasteurisiertem Saft aus dem Reformhaus zurückgreifen. Dies ist möglich, da der Löwenzahn mit einer grundständigen Blattrosette überwintert. Die Ernte wird natürlich ab dem zeitigen Frühjahr einfacher, wenn die zarten Blätter zu sprießen beginnen. Während der Blütezeit im April / Mai ist der Tisch besonders reich gedeckt.

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Rezepte

Löwenzahnsalat Die zarten Blätter im März/April können ganz verwendet werden, große Sommerblätter in feine Streifen schneiden. Wem der Löwenzahn anfangs zu bitter schmeckt der lege die Blätter vor der Zubereitung für 10 Minuten in kaltes Wasser ein, um einen Teil der Bitterstoffe herauszulösen. Die Zugabe von einem in kleine Stückchen geschnittenen Apfel mildert die Bitterkeit ebenfalls. Falls Blüten vorhanden sind: auch diese ernten, ausklopfen und fein verzupfen.

Milder Joghurt-Dressing

Naturjoghurt mit Salz, Pfeffer, Senf, etwas Balsamicoessig oder Zitronensaft, rohem Rohrzucker und frisch gepresstem Knoblauch würzen und unter den Salat mischen.

Deftiger Dressing

In einer kleinen Pfanne eine fein gewürfelte Zwiebel in gutem Pflanzenöl dünsten. Während dessen eine Pellkartoffel und Knoblauchzehen durch die Knoblauchpresse in Gemüsebrühe pressen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Zwiebel-Öl-Gemisch dazugeben, vermengen und unter den Salat unterheben.


Löwenzahnwurzelgemüse

Löwenzahnwurzeln ausstechen, reinigen und in feine Streifen schneiden. In einer Pfanne eine fein gewürfelte Zwiebel in Oliven- oder Sonnenblumenöl glasig dünsten, das Wurzelgemüse hinzugeben, mit etwas Gemüsebrühe ablöschen und langsam dünsten. Mit etwas rohem Rohrzucker, Salz, Pfeffer und Knoblauch würzen.


Löwenzahnblütengemüse asiatisch

Knospen und gerade aufgeblühte Blüten sammeln und waschen oder ausklopfen. In einer Pfanne eine fein gewürfelte Zwiebel und Sonnenblumenkerne in Olivenöl andünsten, mit Gemüsebrühe und Sojasoße ablöschen und die Blüten hinzugeben. Nach Belieben mit Salz, Pfeffer, Knoblauch, Curry, Chili würzen. Die Soße mit etwas Erdnussbutter sämig machen und als Geschmacksverstärker frischen Zitronensaft und etwas rohen Rohrzucker hinzugeben. Ein echt ayurvedisch anmutendes Gericht, welches gut zu Reis oder Hirse passt und gleichzeitig in alle Geschmacksrichtungen schmeckt: süß, sauer, scharf, salzig und bitter.


Löwenzahn-Pesto

Kleingeschnittene Löwenzahnblätter, falls vorhanden auch Löwenzahnblüten, einige Zehen Knoblauch, Pinien- und Sonnenblumenkerne sowie Pfeffer, Salz und kalt gepresstes Olivenöl in einem Mörser zerkleinern. Entweder frisch zu Pasta oder als Brotaufstrich verzehren oder mit Öl bedeckt im Kühlschrank für einige Tage haltbar.


Autor, Lizenz & Quelle

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Dr. Markus Strauß
70182 Stuttgart
http://www.dr-strauss.net/

Quelle: http://www.iknews.de/2012/03/30/schatze-der-natur-xxiv-lowenzahn/




Weitere Rezepte mit Löwenzahn

von Mandy Bantle


Nussige Löwenzahn-Blütenmilch

Über Nacht eine Handvoll Mandeln einweichen und am nächsten Tag schälen. Mit zwei Handvoll Löwenzahnblütenblättern (ohne grüne Hüllblätter), 2 entsteinten Datteln und einem halben Liter Wasser zu einem homogenen Drink mixen und genießen.

Eingelegte Löwenzahn-Stengel

Zwei Handvoll kurze oder eine Handvoll lange Löwenzahnstängel waschen und vom Blütenkopf befreien. In ca. 5 cm lange Stücke schneiden und locker in ein sauberes Schraubglas schichten. Eine Marinade aus 200ml Weißwein, 100ml Wasser, 2 Esslöffel Zucker, ½ Teelöffel Salz, 1 Lorbeerblatt, 1 Teelöffel Senfkörnern und einer halben fein gewürfelten Zwiebel herstellen. Wer mag, gibt noch kleingehackte Knoblauchzehen oder ein Stück Chilischote hinzu. Die Marinade zum Kochen bringen und heiß über die Stängel gießen, bis alles bedeckt ist. Glas verschießen und ein paar Tage ziehen lassen. Eine gute Alternative zu Gewürzgurken.

Löwenzahnknospengemüse

Blütenknospen ca. 3 Minuten in Butter andünsten und Salz gewürzt genießen.

Löwenzahnsalat mit gebratenem Ziegenkäse

8 Tomaten in Scheiben und 100g junge Löwenzahnblätter in feine Streifen schneiden. Dressing aus 3 Esslöffeln Olivenöl, 2 Esslöffeln Senf, 1 Teelöffel Honig verrühren, mit etwas Salz und Pfeffer würzen und mit dem Salat vermischen. 200g Ziegenkäse in Scheiben schneiden, in Mehl wenden und in heißem Öl kurz anbraten. Mit dem Salat servieren. Darüber kann man noch ein paar Walnuss-Krümel streuen.

Löwenzahn-Antipasti

2 Handvoll Löwenzahnknospen in einem Esslöffel Olivenöl ca. 5 Minuten anbraten, bis sie Farbe bekommen. Mit 2 Esslöffel Weißwein ablöschen und mit 2 Prisen Stein- oder Meersalz würzen. Unter rühren weiter köcheln, bis die Flüssigkeit weg ist. Lauwarm oder kalt servieren.

Löwenzahnhonig

Ein gestopftes Litermaß voll Löwenzahnblüten sammeln und etwa eine halbe Stunde locker liegen lassen, damit die Käfer flüchten können. Dann mit einem Liter Wasser zu kochen bringen, aufwallen lassen, Topf vom Herd nehmen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag Blüten durch ein Sieb abseihen und ausdrücken. In die Flüssigkeit ein Kilogramm Rohrohrzucker und eine Scheiben einer halben ungespritzten Zitrone geben. Ohne Deckel auf kleinster Hitze einige Stunden langsam vor sich hin simmern lassen bis ein dickflüssiger Sirup von der honigartiger Konsistenz entsteht. Heiß in sterilisierte Gläser füllen.

Paniertes Löwenzahnwurzel-Gemüse

300 g Löwenzahnwurzeln unter fließendem Wasser abbürsten und schälen oder abschaben. In einem Sud aus 300ml Fleischbrühe, 300ml Weißwein und 50ml Zitronensaft ca. 5 Minuten lang kochen. Anschließend mit kaltem Wasser übergießen, bis sie abgekühlt sind. Mit einem Küchentuch trockentupfen. Anschließend salzen, pfeffern und in Mehl wenden. Nach einem Bad in verqirtem Ei in einer Mischung aus Paniermehl und kleingehacktem Giersch (alternativ Petersilie) wälzen und in heißem Butterschmalz oder Kokosöl ausbraten. Passt gut säuerlichen Fleischgerichten wie Wild oder Rind.

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Quelle: http://www.wildkrautgarten.de/2014/05/05/loewenzahn-beruehmtheit-mit-unbekannten-seiten/




Weblinks

http://www.awl.ch/heilpflanzen/taraxacum_officinale/index.htm