Samowar Heißwasserbereiter

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Samowar

Самовар Водонагреватель

Als ich bei einem guten Freund das erste Mal die Serie „Mascha und der Bär“ (Kinderserie auf KIKA) gesehen hatte, fiel mir der Samowar auf. Der Samowar, ein in der russischen Föderation weit verbreitetes Haushaltsgerät, wie es mir scheint. Er ist dort wohl genau so normal wie bei uns in Deutschland die Kaffeemaschine.

In der Folge Mascha und der Bär „Das süße Leben“ fragte mich die Tochter meines guten Freundes was das eigentlich ist, womit Mascha ihre Süßigkeiten macht. Ich wusste nur: Samowar = Teekocher. Asche auf mein Haupthaar. Es ist beschämend, dass man so gut wie nichts von seinen Fast-Nachbarn weiß. Die Wikipedia brachte Aufklärung und Youtube zeigte mir, wie das Teekochen mit einem Samowar funktioniert.

Was mich persönlich faszinierte, ist die bestechend einfache und durchdachte Bauweise. Eine kleine Brennkammer mit einem Rohr, das durch einen Behälter für das Wasser geführt wird. Durch diese Bauweise bekommt man siedend heißes Wasser in kurzer Zeit! Ich dachte vor diesem Artikel, dass die "Feuerkanne", besser bekannt unter der Bezeichnung: Kelly Kettle, das Ende der Entwicklung der Heißwasserbereitung darstellt. Falsch gedacht, denn die Kelly Kettle kann man als eine für den reinen Outdoor Bereich zurück entwickelte Variante des Samowars sehen. An dieser Stelle frage ich mich, ob die Kellys ;) den Samowar schon kannten oder ob sie das Fahrrad neu erfunden haben. (ein kleiner Spaß an dieser Stelle :).

Kelly Kettle

Was macht dieses Küchengerät für den Prepperbereich so interessant?

1. der Brennstoff = Holz oder Holzkohle
2. 5 Liter heißes Wasser in kurzer Zeit (mit ihm kann man Wasser abkochen & keimfrei machen)
3. muss zwar im Freien gezündet werden, aber nach dem Herunterbrennen kann er ohne Gefahr auf den Stubentisch gestellt werden (ich würde eine feuerfeste Unterlage, z.B. einen Teller, darunter stellen)
4. bringt er im Notfall etwas Wärme ins Haus (nicht viel, aber immerhin kann man seine Hände daran wärmen)

Siehe: http://www.rukauf.de/epages/80334636.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/80334636/Products/9090026

Heißes Wasser ist die Grundlage jeder Zivilisation

Als ich mit einem lieben Bekannten die Idee für diesen Artikel besprach, fragte er mich: Was willst du mit 5 Liter heißem Wasser? Eine sehr gute Frage, dachte ich, die ich an dieser Stelle besprechen werde. Also wir Deutschen sind keine Teetrinker-Nation. Schaut man auf die Karte, so werden wir, also Italiener, Franzosen, Schweizer (um nur ein paar zu nennen), von Teetrinker-Nationen eingekreist: Großbritannien, Schweden und Russland (um nur ein paar zu nennen)…

Wozu einen Teekocher? Eine sehr gute Frage…

Im Fall der Fälle, z.B. bei einem Stromausfall, können wir recht schnell Heißwasser bereiten.

Dieses heiße Wasser ist nicht nur für Tee gut :)

Wir können z.B.: für das Abendbrot im Kreis der Familie viele „heiße Tassen“ Suppe bereiten. Es gibt Asianudeln, die nur mit heißen Wasser übergossen werden müssen. Es gibt Kartoffelbrei und viele andere leckere Sachen fertig im Becher. Man könnte sogar Reis für den kommenden Tag zubereiten, indem man Reis in eine Thermoskanne gibt und ihn mit heißem Wasser übergießt. Über Nacht quillt der Reis auf und kann am nächsten Tag verwendet werden.

Was ich spannend finde: bei kalter Witterung und ausgefallener Heizung kann das heiße Wasser in Wärmflaschen gefüllt werden. Man sagt ja: Warme Füße = Warmer Körper.

Auch das Händewaschen & Zähneputzen ist mit warmen Wasser viel angenehmer.

Ich denke, dass die oben angesprochenen Punkte & Ideen, den einen oder anderen darüber nachdenken lassen, sich solch ein Teil anzuschaffen.

Wenn er nicht gebraucht wird, kann man den Samowar auf den Stubenschrank stellen & ein paar Matrjoschkas davor stellen. Dies macht sich dekorativ und sollten "die Russen kommen" (ein bisschen Spaß muss in der heutigen Zeit sein ;) fühlen sich die Soldaten wie zu Hause.

(Schwarzer Tee, Zucker und etwas Gebäck, zumindest Brot & Salz, sollten für diesen Fall vorgehalten werden ...)

Die Türkische Variante des Samowars

Im Zuge der Recherche für diesen Artikel, bin ich auf die türkische Variante des Samowars gestoßen. Er verfügt über einen weitaus größeren Brennraum und eine breitere Standfläche, was ihn vor allem für das Biwack & Zelten interessant macht. Ich würde ihn allerdings nicht! in die Wohnung nehmen, da er durch seinen größeren Brennraum viel mehr glühende Holzkohle enthalten kann. Die Gefahr einer Kohlenmonoxid- Vergiftung ist dadurch wesentlich höher. Er ist für „Draußen“ gedacht und sollte nur unter freien Himmel verwendet werden.

Autor: André Pohle 29. Oktober 2016

Samowar Quelle Wikipedia

Ein Samowar (russisch самовар [səmɐva'r] само samo „selbst“, вар war „kocht“; wörtlich „Selbstkocher“) ist eine ursprünglich russische Teemaschine, ein Wasserkocher oder Heißwasserbereiter. Samoware gibt es in den verschiedensten Größen, von den bekannten, ausschließlich zur Teebereitung dienenden und oft kunstvoll verzierten Tischgeräten ab etwa einem Liter Inhalt über boilerähnliche Einheiten für die allgemeine Heißwasserbereitung in der Küche oder die Versorgung der Reisenden eines Eisenbahnwaggons (z.B. 1,5 ‚Wedro‘ („Eimer“) zu je 12,7 Litern = etwa 20 Liter) bis zu Kesseln von bis zu 40 Wedro (über einem halben Kubikmeter) Inhalt, die den gesamten Heißwasser- und teils auch Wärmebedarf

Geschichte und Verbreitung

Erste schriftliche Erwähnungen des Samowars finden sich in den 1730er Jahren.[1]

Speziell in Russland, in Weißrussland, in der Ukraine, in Kurdistan, in der Türkei, im Iran und allgemein in Zentralasien ist diese Art des Teekochens verbreitet.

Ein Zentrum der russischen Samowarproduktion ist die Stadt Tula. Wenn man etwas Überflüssiges tut, trägt man in Russland keine Eulen nach Athen, sondern fährt mit dem eigenen Samowar nach Tula.

Funktionsweise und Teezubereitung

Ursprünglich wurde ein Samowar mit Holzkohle oder Petroleum beheizt. Moderne Modelle funktionieren, wie bei heutigen Wasserkochern üblich, mit elektrischen Heizelementen. Den größten Teil eines Samowares stellt der metallene, meist kupferne Wasserkessel dar, an dessen unterem seitlichen Rand sich ein Ablasshahn befindet, durch den das heiße Wasser, bspw. zur Herstellung von Tee oder Mors aus Warenje, entnommen wird.

Die mit Brennstoffen beheizten Samoware haben im Inneren des Wasserkessels eine Röhre, in der die Verbrennung stattfindet. Die Zufuhr der Verbrennungsluft erfolgt über eine Lochblende unter dem Kessel. Über die Rohrwandung wird die Wärme an das die Röhre umgebende Wasser abgegeben. Gleichzeitig sorgt die senkrechte Röhre für den für eine gute Verbrennung nötigen Kamineffekt. Das obere Ende der Röhre durchstößt den Deckel des Wasserkessels mittig von unten. Zum Anheizen des Samowars wird auf das obere Rohrende eine Verlängerung aufgesetzt, um den Kamineffekt noch zu erhöhen. Ist das Wasser fertig gekocht, wird die Rohrverlängerung durch den „Komfort“ ersetzt; hierbei handelt es sich um einen Aufsatz, der an seiner Seite kleine Öffnungen hat, aus denen die noch heiße Verbrennungsluft (oberhalb des Kesseldeckels) austreten kann.

Meist werden Samoware oberseitig über eine Öffnung mit Wasser befüllt, die mit einem Deckel verschlossen wird. In diesem Deckel befinden sich wiederum Öffnungen, durch die der im Kessel bei der Aufheizung des Wassers entstehende Druck in Form von heißem Wasserdampf entweichen kann.

Dient der Samowar der Teebereitung, wird auf dem Deckel eine kleine separate Kanne (russ.: Tschainik чайник = Teekessel, -kanne)[2] gesetzt, in der dann mit einer großen Menge an Teeblättern (meist Schwarztee) und wenig Wasser ein Teekonzentrat – die sogenannte Sawarka – angesetzt wird. Dieses Konzentrat kann so über Stunden warmgehalten und verwendet werden. Den trinkbaren Tee erhält man erst, indem man eine kleine Menge Teekonzentrat mit dem kochenden Wasser aus dem Samowar verdünnt, in etwa im Verhältnis von 1:3 bis 1:10. Diese Vorgehensweise hat zwei Vorteile: Zum einen kann sich jeder den Tee in der gewünschten Konzentration mischen (lassen), zum anderen wird vermieden, dass sich in dem (oft nur umständlich zu reinigenden) Wasserkessel des Samowars Ablagerungen durch den Tee bilden.

Der Tee wird sowohl aus Tassen als auch aus Gläsern getrunken. Ein heißes Teeglas wird oft in einen metallenen Halter mit Henkel, den Podstakannik, eingesetzt und kann so gefahrlos in der Hand gehalten oder in fahrenden Zügen auf den Tisch gestellt werden.


Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Samowar