Schweizer Notkocher

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Wir haben eine Tour von 25 km rund um unsere Heimat im Wald gemacht. Und dabei ein paar unserer Ausrüstungsgegenstände getestet.

Schweizer Notkocher ( Notkocher 71 ) oder auch 1-Mann-Kocher genannt:

Das Teil ist folgendermaßen aufgebaut. Es ist eine Dose mit Schraubdeckel in der ein Brand-Gel ist. Die Dose ist oben nochmals mit einem Aludeckel verschlossen, der sich aber problemlos mit einem Messer öffnen lässt. Unten um die Dose ist das Topfgestell angekippt. Streichhölzer sind auch noch dabei. Das Ganze ist dann komplett wasserdicht in Folie eingeschweißt.

Ruck Zuck auf und an!

Der Geruch in der Dose vor dem Entzünden, erinnert stark an Patex und ich habe schon übelste Befürchtungen gehabt, diese waren jedoch nicht berechtigt. Das Gel verbrennt fast geruchlos und ohne Qualm. Und man hat sofort starke Hitze im Topf.

Ein Epa (Südamerikanisches Gemüsechilli) war nach ca. 3 Min. heiß. Dieser Notkocher ist den Esbit-Kochern, was Temperatur und Handling angeht, um Meilen voraus. Brennt ein Esbit-Kocher mal, dann muss man das Esbit verbrennen lassen. Wenn man bei dem Schweizer Modell fertig ist, kann man das Feuer einfach mit dem Deckel ersticken. Abkühlen lassen und dann zuschrauben.

Folgendes haben wir auf den Kocher alles gebrutzelt:

  • 1. 2 Epas
  • 2. 1 5-Minuten-Terrine
  • 3. 1 Heiße Tasse
  • 4. 500 g Nudelpfanne für 2 Personen

Und es ist noch ungefähr 1/3 drin, der Hammer.

Und nun das Beste: Das Teil gibt es für 2,50 € zum Sofortkauf bei Ebay, bei Abnahme von 10 bekommt man es sogar schon für 1,50 €.

Autor: Wiper

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Der Schweizer Notkocher ist wirklich so gut, dass ich auch noch ein paar Worte schreiben möchte.

Es ist klein und kompakt und passt sehr gut in einen 0,5 l Edelstahlbecher.

Das Spiritus-Gel verbrennt sehr sauber und erzeugt für einen Spiritusbrenner eine gute Hitze.

In einer kurzen Zeit kam das relativ kalte Wasser schnell in "Wallung".

Ich empfehle bei leichtem Wind einen Windschutz anzubringen, z.B. aus Aluminiumfolie , da sonst viel Wärme einfach verpufft.

Im Handel gibt es Spiritus-Gel in Flaschen, so dass man seinen Notkocher nachfüllen könnte, wenn man das möchte.

Wenn man seinen Brenner nicht auffüllen mag, sollte man den oberen Teil den "Aufsatz" aufbewahren. Diesen kann man erst einmal an den Becher klemmen. Der Brenneraufsatz wird dann interessant, wenn man seinen Becher an ein Lagerfeuer oder besser in die Holzkohleglut stellen will. Damit erreicht man einen gewissen Sicherheitsabstand und verhindert das Durchbrennen des Bechers. Es ist zwar schwer vorstellbar, soll aber schon passiert sein.

Natürlich sollte man Streichhölzer nicht vergessen! Diese finden am unteren Teil des Brenners Platz (ebenso an der Tasse versteht sich ;).

ein Video unter: http://www.fluchtrucksack.de/schweizer-notkocher-m71.html

Achtung!

Es ist vorgekommen, dass der im Gel enthaltende Spiritus verdampft ist und nur noch eine trockene unbrennbare Masse zurück geblieben ist. Nach meiner Wägung muss der Kocher um die 200 g (besser etwas mehr!) aufweisen, damit man sicher gehen kann, dass er im Notfall wirklich funktioniert!

Dies scheint ein Grund zu sein, dass die Militärs diesen Kocher regelmäßig aus ihren Beständen entfernen und durch "frische Ware" ersetzen.

Tipp:

Beim Löschen des Kochers sollte man die Außenseite des Deckels nutzen. Es besteht sonst die Gefahr, dass man die innen liegende Gummidichtung des Deckels verbrennt.

Ein Versuch

Ich wollte wissen, ob ein total durchgefrorener Notkocher auch noch zündet. Da ich nicht den kommenden Winter abwarten wollte, legte ich den Kocher über Nacht in das Tiefkühlfach.

Nachdem ich den Kocher aus dem Tiefkühlfach entnommen hatte, bildete sich sofort Eis! Also kalt, sehr kalt ;). Das Gel im Inneren war, wie zu erwarten, etwas erstarrt. Ich musste eine Weile ein brennendes Streichholz an das Gel halten, bevor es sich "schweizerisch-gemütlich" :) entzündete. Es dauerte nur etwas länger bis der Kocher die "Betriebstemperatur" erreicht hatte!

Autor: André Pohle