Beiträge von tomduly

    Opel ist ein interessantes Beispiel: "Am 17. März 1929 verkauften Wilhelm von Opel und sein Bruder Friedrich Opel zunächst 80 Prozent der Unternehmensanteile an den amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM). Bis 1931 übernahm GM das Unternehmen dann vollständig." Opel war schon 30 Jahre nach seiner Gründung 1898 kein deutsches Unternehmen mehr. Das hinderte Opel nicht, im zweiten Weltkrieg Fahrzeuge für die Wehrmacht und Rüstungsgüter zu produzieren, in den ersten drei Kriegsjahren sogar unter der Regie von GM-Managern bei Opel: "Alfred P. Sloan, GM-Präsident von 1923 bis 1937 und danach bis 1956 Aufsichtsratsvorsitzender, rechtfertigte das Engagement von General Motors beim späteren Kriegsgegner Deutschland damit, dass „ein weltweit tätiger internationaler Konzern […] seine Unternehmungen auf rein geschäftlicher Ebene betreiben [sollte], ohne Rücksicht auf die politischen Ansichten seines Managements oder der Staaten, in denen er tätig ist.“ 1941 hatte der letzte amerikanische Manager Opel verlassen; formal blieb GM aber Eigentümer."


    Heute haben Patente im Rüstungsbereich zumindest unter westlichen Ländern bzw. NATO-Partnern nicht mehr die Bedeutung. Die großen Rüstungsprojekte werden ohnehin politisch eingefädelt und entschieden. Die beauftragenden Staaten erzwingen regelmäßig dann transnationale Kooperationen und Know-how-Austausch. Es werden dann Firmen, die lediglich für die Entwicklung und Produktion eines Kooperationsprojekts (z.B. Eurofighter) zuständig sind, gegründet und später wieder eingestampft.

    Hintergrund ist neben der politischen Randbedingungen ("Wir stimmen euerm Schiffe-Projekt nur zu, wenn unsere Werften einen Auftrag kriegen oder wenn ihr uns an eurem Flugzeugprojekt beteiligt.").


    Übrigens könnte man dem US-amerikanischem 2%-BIP-Rüstungsausgaben-Genörgel ganz schnell den Zahn ziehen, wenn die betroffenen europäischen Staaten dem 2%-Wunsch nur unter der Bedingung zustimmen würden, dass nur europäische Rüstungsunternehmen von diesen Rüstungsausgaben profitieren und keine Aufträge nach USA vergeben werden dürfen.


    Grüsse

    Tom

    Deswegen sind alle Elektroautos mit einem E im Kennzeichen versehen, sodass jeder Feuerwehrmann von weitem erkennt, mit was er es zu tun hat und gleich die Finger davon lässt.


    Ganz sicher läßt der Feuerwehrmann nicht die Finger davon, sondern er geht mit dem gebotenen Respekt und unter Anwendung dessen, was er im Rahmen von Ausbildung und Fortbildungen gelernt hat, vor. Die Besonderheiten bei technischer Hilfeleistung und Personenrettung bei E-Autos werden schon seit Jahren vermittelt. Ist ja nicht so, dass erst seit Herbst 2019 Elektroautos auf unseren Straßen herumfahren. Dass die Feuerwehr von E-Autos die Finger lässt, ist genauso ein Ammenmärchen, wie das nicht totzukriegende Gerücht, die Feuewehr würde Gebäude mit PV-Anlagen auf dem Dach tatenlos niederbrennen lassen, wegen der möglichen hohen Spannungen in der Anlage.


    Grüsse

    Tom

    Im Tesla Model S sieht das Batteriesystem so aus: KLICK


    Und den Quatsch im E-Golf sieht man hier: KLICK (bemerkenswert ist auch das sicher 3m lange Hochvolt-Stromkabel, das vom Tankdeckel einmal längs durchs Auto nach vorn in den Motorraum geführt wird, weil man unbedingt das "Zapfpistolen"-Feeling beibehalten wollte. Führt dazu, dass Golf-Fahrer rückwärts an die Ladesäulen ranfahren müssen...

    Gute Blei-Akkus sind bei richtiger Pflege sehr lange haltbar. In und um meinen Unimog herum verwende ich ausschließlich Blei-Gel-Akkus im "NATO-Würfel-Format". Aktuell habe ich jeweils ein paar vom Typ Sonnenschein/Exide Dryfit A500/115 als Starterbatterien und als Bordnetzbatterien für die Wohnkabine.

    Die Starterakkus sind Baujahr 2001 und funktionieren jetzt 2019 immer noch einwandfrei. Das ist bewährte Technologie. Selbst wenn ein moderner LiFePo-Akku länger halten würde, wäre ich mir bei der notwendigen und oft in den Akkugehäusen verbauten BMS-Elektronik nicht so sicher, ob die auf 20 Jahre ausgelegt ist. Da reichen ein paar Elkos auf der Platine, die je nach Qualität nach 3.000 bis 5.000 Stunden ausgetrocknet sind.


    Blei-Akkus.jpg

    In den USA schätzt man den Aufwand für bauliche Maßnahmen, um alle Küstenstädte ab 25.000 Einwohner "nur" gegen Sturmfluten der nächsten Jahrzehnte zu schützen, auf 400 Mrd. Dollar.


    Allein für den Raum Houston gilt:


    "In Harris County, home to Houston, planners say $30 billion is needed to provide protection against a 100-year flood. Hurricane Harvey, which in 2017 caused 68 deaths and $125 billion in damages in the state, was the city’s third 500-year-flood in three years."


    Übersetzung: In Harris County, der Heimat von Houston, sagen Planer, dass 30 Milliarden Dollar benötigt werden, um vor einer 100-jährigen Flut zu schützen. Der Hurrikan Harvey, der 2017 68 Todesopfer und 125 Milliarden Dollar Schaden im Staat verursachte, war die dritte 500-Jahres-Flutkatastrophe der Stadt innerhalb von drei Jahren.


    Grüsse

    Tom

    Ich stehe beruflich in Kontakt mit einigen Unternehmen aus der Automatisierungsbranche, die wiederum die Autozulieferer und -hersteller. Die Automatisierer merken den Einbruch daran, dass die Autohersteller praktisch nicht mehr in neue Produktionslinien investieren, sondern bei Modellwechseln bestehende Fertigungsstraßen umrüsten. Dadurch verkaufen die Automatisierer deutlich weniger Komponenten/Produktionsanlagen an die Autohersteller als bisher gewohnt.

    Der Grund für diese Zurückhaltung der Autohersteller liegt darin, dass sie großenteils erstmal abwarten, was Investitionen in die künftige Produktion von Verbrennerfahrzeugen angeht. Produktionskapazitäten gibt es genug, der automobile Weltmarkt, vor allem für Verbrennerautos, hat sich abgekühlt.


    Fertigungskapazitäten für E-Autos werden dagegen verstärkt hochgezogen, wobei da auch bestehende Linien umgerüstet werden siehe z.B. VW-Werk Zwickau, das im laufenden Betrieb vom konventionellen Golf auf den rein batteriebetriebenen ID.3 umgestellt wurde und seit gestern in Serie produziert.


    Das Problem für die ganze Branche ist, dass so ein Umstieg nicht sanft stattfinden wird. VW setzt alles auf eine Karte und investiert 30 Mrd.€ in batterieelektrische Autos und hat sich vorgenommen, schon ab nächstem Jahr 100.000 E-Autos jährlich zu fertigen. Für Daimler bedeuten die 10 Mrd. Investition in die Umstellung schon einen ziemlichen Kraftakt und BMW eiert derzeit noch ziemlich "technologieoffen" (aka "planlos") herum. Das was Fiat-Chrysler passierte, dürfte auch BMW blühen. Ich tippe mal auf einen Zusammenschluss mit Daimler.


    Und dann gibt es da noch die fünf Tech-Giganten Apple, Amazon, Google, Microsoft & Facebook, die gemeinsam auf einen Umsatz von 800 Mrd. Dollar kommen, zusammen 140 Mrd. Dollar Gewinn erwirtschaften und ein Viertel der Marktkapitalisierung der US-Börse darstellen. Diese 5 Konzerne haben quasi Komplettzugriff auf die Daten so ziemlich aller potenziellen Kunden auf der Welt, auf ihr Mobilitätsbedürfnis, ihr Kaufverhalten, ihre Vorlieben. Mit den liquiden Mitteln dieser 5 Unternehmen könnte man so ziemlich alle Autohersteller der Welt kaufen - oder platt machen. Stichwort: autonomes Fahren.


    Dass sich ein Auto alleine aufgrund eingebauter Umgebungssensoren und "intelligentem" Bordrechner autonom in heutigen Verkehrssituationen zurechtfindet, ist nach derzeitigem - ernüchternden - Erkenntnisstand so gut wie ausgeschlossen. Mehr als sicheres Spurhalten und Autobahnfahren wird man in den nächsten Jahren autonom für die Massen an Autos nicht hinbekommen. Man braucht dazu Daten. Daten der anderen Autos um einen herum, Daten über die Verkehrslage, Baustellen, zentimetergenaue und tagesaktuelle Navigationskarten und und und. Das können die Autohersteller nicht leisten und nicht liefern. Aber die 5 Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley können das. Die warten jetzt ab, dass sich die klassischen Autobauer beim Wechsel zur E-Mobilität aufreiben und werden dann zuschlagen, Antriebstechnologie und Ladeinfrastruktur aufkaufen und mit ihrem Datenschatz kombinieren. Dann kommt die Marktverdrängung von der E-Klasse zum iCar sozusagen.


    Das hat man beim Smartphone genauso erlebt: als Apple 2006 das iPhone vorgestellt hat, spottete selbst Microsoft-Boss Ballmer, dass sich wohl kein Mensch jemals zum Telefonieren eine kleine Glasplatte ans Ohr drücken werde und auch im finnischen Espoo belächelten die Nokia-Manager den netten Versuch, eines Herstellers von Computern für Grafikdesigner und Medienleute, im Handy-Business Fuß zu fassen. Sechs Jahre später gab der einst weltgrößte Handyhersteller die Mobiltelefonsparte komplett auf.


    Irgendwo auch spannend. Aber es wird klassische Autobauer-Regionen wie den deutschen Südwesten auf den Kopf stellen.


    Grüsse

    Tom

    Hobbyholzspalter : ok - du "glaubst" an die Aussage des IPCC von 2013 und ich an die Aussage des IPCC von 2019 - lustig. Beide male sind es ja keine Hypothesen, sondern zum jeweiligen Zeitpunkt festgestellte Messwerte.


    Das schreibt übrigens Blackrock selbst: Investoren unterschätzen klimabedingte Risiken in ihren Portfolios - BlackRock Report

    Zitat daraus: "New York City is facing rising sea levels of up to three feet by the end of century exposing more than $70 billion of property to potential losses."


    Grüsse

    Tom

    @Frank: bitte nicht nur alte Quellen (IPCC 2013) zitieren. Aktuell (30.9.2019) liest sich das beim IPCC so:


    "A3.1Total GMSL rise for 1902–2015 is 0.16 m (likelyrange 0.12–0.21 m). The rate of GMSL rise for 2006–2015 of 3.6 mm yr–1(3.1–4.1 mm yr–1, very likelyrange), is unprecedented over the last century (high confidence), and about 2.5 times the rate for 1901–1990 of 1.4 mm yr–1(0.8–2.0 mm yr–1, very likely range). The sum of ice sheet and glacier contributions over the period 2006–2015 is the dominant source of sea level rise (1.8 mm yr–1, very likely range 1.7–1.9 mm yr–1), exceeding the effect of thermal expansion of ocean water (1.4 mm yr–1,very likely range1.1–1.7 mm yr–1)22(very high confidence). The dominant cause of global mean sea level rise since 1970 is anthropogenic forcing (high confidence). {4.2.1, 4.2.2, Figure SPM.1}"

    (Quelle: IPCC Report "The Ocean and Cryosphere in a Changing Climate" Kurzfassung, Seite 12)


    Übersetzt: zwischen 1902 und 2015 lag der gesamte Anstieg des durchschnittlichen globalen Meeresspiegels (Global mean sea level - GMSL) bei 0,16 m.

    Für den Zeitraum 1901 bis 1990 lag die jährliche Anstiegsrate noch bei 1,4mm/Jahr, jedoch hat sich diese allein im Zeitraum 2006-2015 auf 3,6mm/Jahr um das Zweieinhalbfache beschleunigt.


    Würde die 2015er-Rate nun konstant bleiben, wären es schon 36 cm statt 17 cm in 100 Jahren, von denen das BSH im verlinkten Artikel noch ausgeht.


    Beschleunigt sich die Rate wie zuletzt gemessen, jedoch alle 10 Jahre weiter konstant um das 2,5fache, hätten wir

    2024: 9 mm/a

    2033: 22,5 mm/a

    2042: 56,25 mm/a

    2051: 140,6 mm/a (= 14 m in 100 Jahren)


    Sollte sich der Beschleunigungsfaktor selber auch erhöhen (was nicht unwahrscheinlich ist), dann steigt der Meeresspiegel noch schneller stärker an.


    Hinzu kommen abrupte Ereignisse:


    Der Thwaites Gletscher liegt derzeit noch auf dem unterseeischen Festlandsockel der Antarktis auf. Durch die Erwärmung des Meerwassers taut er seit einigen Jahren von unten her und bildet gewaltige Hohlräume zwischen Eis und Felsuntergrund. Es wird angenommen, dass dieser Gletscher in absehbarer Zeit komplett ins Meer abrutscht und man schätzt, dass der globale Meeresspiegel allein durch dieses Ereignis innerhalb sehr kurzer Zeit um 0,65 m ansteigen würde.


    Sollte der Grönländische Einspanzer abschmelzen/abrutschen, würde das bis zu 69 m Anstieg bedeuten.


    Grüsse

    Tom

    Tatsache ist aber, zumindest verstehe ich das so in den Medien und in den Darstellungen unserer Volksvertreter, dass AUSSCHLIESSLICH wir Menschen daran Schuld sind, dass sich das Klima verändert.

    Ich fasse das nicht so auf, sondern so, dass wir eben nur diese eine Stellschraube besitzen, an der wir nennenswert drehen können: der Vermeidung klimaschädlicher Emissionen.


    Erst seit etwa 150 Jahren wühlt der Mensch in großem Stil im Erdboden, um Kohle, Öl und Gas zu fördern und letztlich in CO2 umzuwandeln. Diese Kohlenstoff-Verbindungen wurden über Millionen von Jahren nach und nach aus der Biosphäre entnommen und reicherten sich im Untergrund an. Die durch uns "Industrie-Zivilisation" bedingte massive Freisetzung dieser Kohlenstoffe findet dagegen in erdgeschichtlich extrem kurzer Zeit statt. Das ist doppelt ungeschickt, weil nun an sich sehr langsame natürliche Regelkreise nun sehr plötzlich Veränderungen erfahren und sich dann auch noch zeigt, dass CO2 eine in der Atmosphäre sehr wirksame Verbindung ist, was den Aufheizungseffekt betrifft. Das ist, als würde man bei einem seit Stunden langsam dahinrollenden Auto plötzlich Vollgas geben und dann gleichzeitig noch Nitromethan in die Ansaugung einspritzen.


    Wir können natürlich weder die Aktivität der Sonne, den schwankenden Abstand der Erde zur Sonne noch die vulkanische oder seismische Aktivität unseres Planeten beeinflussen. Forscher träumen zwar vom "geo engineering", z.B. dem Ausbringen von Schwefelverbindungen in die Atmosphäre, um die solare Einstrahlung zu reduzieren. Aber nach den bisherigen Erfahrungen bei menschlichen Eingriffen in natürliche System, dürfte Geo-Engineering auch keine besonders gute Idee sein.


    Grüsse

    Tom

    Die Autozulieferer trifft es derzeit doppelt:

    1. Die Autoindustrie steht vor einem Strukturwandel weg vom Verbrennungsmotor hin zu elektrischen Antrieben. Das dürfte zuletzt in ähnlicher Form passiert sein, als die Dampflokomotiven durch Dieselloks und später diese durch E-Loks verdrängt wurden. D.h. verbrennungsmotorenspezifisches Know-how ist innerhalb kurzer Zeit deutlich weniger gefragt, als Expertise bei elektrischen Antriebssträngen, Leistungselektronik etc. Da können Unternehmen, die jahrzehntelang erfolgreich Motorenteile, Kupplungen, Getriebe gefertigt haben durchaus untergehen, weil sie ihre Produktpalette nicht schnell genug umstellen können.

    2. Ein Elektromotor ist um den Faktor 10 simpler als ein Verbrennungsmotor. D.h. man braucht weniger (Zuliefer-)Teile und weniger Arbeitsschritte, um einen Motor zusammenzubauen. Gleichzeitig ist die Automatisierung weiter fortgeschritten, im Vergleich zum Automatisierungsgrad der zum Teil jahrzehntealten (abgeschriebenen und daher profitablen) Fertigungslinien für Verbrennungsmotoren. Eine neue Linie für E-Motoren braucht kaum noch Menschen, Bosch spricht von 1/10 des bisherigen Personalbedarfs verglichen mit dem Arbeitskräftebedarf im Dieselmotorenbau.


    Es wird deswegen sehr bald zu einem brutalen Stellenabbau und Konzentrationsprozess bei den Zulieferern kommen, da braucht man sich nichts vormachen.


    Grüsse

    Tom

    Zu dem Überflutungsmodell: das sind Flächen, die niedrig genug liegen, dass sie künftige bei Jahrhundertsturmfluten von Überschwemmung betroffen sein können. Dagegen kann sich man durch verbesserten Küstenschutz durchaus noch ein paar Jahrzehnte oder länger schützen. Halb Holland liegt schon seit jeher unter dem Meeresspiegel und es funktioniert. Nur werden irgendwann die volkswirtschaftlichen Kosten so hoch sein, dass man diese Gebiete aufgeben muss.


    Wogegen man sich nur schwer schützen kann, ist die Versalzung der oberfflächennahen Grundwasserschichten. Mit steigendem Meerersspiegel drückt salziges Wasser auch im Untergrund weiter ins Land als bisher. Das hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft (Salzwieden statt Ackerland) und auf die Trinkwassergewinnung. In Holland laufen da Tag und Nacht Pumpen, um den Wasserstand zu kontrollieren.


    Miesegrau : man kann Greta und F2F und Co. kritisch gegenüber stehen, das akzeptiere ich. Aber man kann meiner Meinung nach nicht die Augen verschließen, vor einer Häufung von Entwicklungen, die in Summe ganz sicher nicht eine Folge ideologisch verblendeter Aktivisten sind. Wenn ich mir die Berichte des Rückversicherers Munich Re ansehe (Kosten für wetterbedingte Infrastrukturschäden) oder allein die sehr konkreten Pläne der Stadt New York für eine Flutschutzwand im Hafen und rund um Manhattan und Long Island. Oder auch nur die Häufung von Extremwetterereignissen in meiner Heimatregion in den letzten Jahren. Die Alten bei uns im Ort erinnern sich nzwar an einen August, in dem es mal geschneit hat, aber nicht an Starkregenereignisse, die zahlreiche Keller unseres Ortes 2m hoch unter Wasser gesetzt haben. Oder Hagel, der die Dächer in einer ganzen region zerstört hat (2013 Hagelsturm Reutlingen, 3 Mrd. € Versicherungsschaden).


    Aber Krisenvorsorge ist eine sehr persönliche Sache, da muss jeder selber wissen was er tut.


    Grüsse

    Tom

    Für Holland, Norddeutschland und Dänemark sind das keine schönen Aussichten.


    slr-coastal_dem_Nordsee-2050.jpg


    Neues Überflutungsmodell von climatecental.org: Land projected to be below annual flood level in 2050


    Das ist in 30 Jahren. Man sollte deshalb (mit Blick auf BER, S21 und andere "Jahrhundertprojekte") das Thema Küstenschutz sofort angehen.

    Die Niederländer ziehen ihre Deich-Erhöhungen mittlerweile an der Landesgrenze NL/D auch ins Landesinnere, weil Deutschland da erwartungsgemäß nicht aus dem Knick kommt.


    Grüsse (aus 800m ü NN)

    Tom

    Schon vor zwei Wochen:

    - Winterräder montiert (beide Autos auf Michelin Alpin, für mich bester Kompromiss aus Laufleistung und Fahrverhalten)

    - Scheibenwischer geprüft und einmal erneuert. Neue Eiskratzer besorgt.

    - Wischwasser mit Frostschutz aufgefüllt. Scheibenreinigerkonzentrat 2x5l eingelagert - ist im Winter in Baumärkten gerne mal ausverkauft bzw. nur noch sehr teuer erhältlich

    - Winter-Pannentaschen gecheckt: kleine Sporttasche mit Daunenjacke, Schal, Mütze, Handschuhe, Strümpfe, Winterstiefel

    Anfang der 1980er hätte man auch nur verständnislos gelacht, wenn jemand gefordert hätte, 1 Mio. Sowjetsoldaten aus der DDR abzuziehen. Zehn Jahre später waren sie alle weg.


    Dass mal eine Supermacht wie die USA von einem sprunghaften Egomanen regiert wird, hat man bis Oktober 2016 auch milde belächelt. Drei Jahre später denkt Trump laut darüber nach, Grönland zu kaufen und die Türkei (wirtschaftlich) zu zerstören und bezeichnet einen nordkoreanischen Diktator als "Good Guy".


    Ich würde einen US-Truppenabzug aus Europa definitiv nicht mehr ausschließen. Trump ist ein ausgesprochener Dealmaker, der von kurzfristigen Kosten-Nutzen-Rechnungen ausgeht. Wenn ihm einer sagt, was die USA für ihre Truppenstationierung in Übersee ausgeben und was es den USA einbringt, dann sieht er im wesentlichen den wirtschaftlichen Schaden, den Exportnationen wie D aus seiner Sicht ungeniert an der US-Wirtschaft anrichten, sich dafüpr auch noch "kostenlos" von US-Truppen beschützen lassen. Trump schert sich weniger um einen abstrakten geopolitischen Nutzen ("Stabilität", Einhegung Russlands etc.), wie das sämtliche seiner Vorgänger taten.

    Trump ist Europas Schicksal reichlich wurscht. Und deshalb wird er, spätestens, wenn er mal Truppen anderswo braucht oder Haushaltsmittel für Wahlgeschenke im Inland benötigt, an der Schraube "Truppen in Übersee" drehen. Und wenn er nur die Europäer vor die Wahl stellt: Abzug oder volle Kostenübernahme der US-Präsenz. Willfährige osteuropäische Regimes knicken da wahrscheinlich recht schnell ein. Insbesondere, die die kein Interesse an einer starken Aufrüstung Deutschlands oder einer EU-Armee haben.


    Eine zusammengelegte kontinentaleuropäische Verteidigung wäre die logische Folge eines amerikanischen Truppenabzugs. Das haben die bisherigen US-Regierungen als "Transatlantiker" immer erfolgreich verhindert, weil Europa dann unabhängiger von den USA würde und die Amerikaner an Einfluß in Europa verlieren würden. Trump ist dabei, diese jahrzehntealte US-Doktrin über den Haufen zu werfen.


    Das Ganze kann für Europa relativ schnell in einem hässlichen Chaos enden, mit dutzenden Nationalstaaten, die bilateral Verträge mit einer "Schutzmacht" ihrer Wahl abschließen: China, Russland, USA. Im Endeffekt eine Art umgekehrter Kolonialismus: die alten ehemals hochentwickelten europäischen Staaten werden zu abhängigen Gebieten ihrer jeweiligen Schutzmacht, welche selbst früher unterentwickelte Kolonial- oder Schwellenländer waren.


    Grüsse

    Tom

    Lesenswert!


    Hier die wesentlichen Aussagen des Artikels "Nato-Austritt von Amerika : Kann Europa sich selbst verteidigen?" in der FAZ vom 28.10.2019


    "Es ist Februar 2021. Wenige Monate nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten erklärt Donald Trump die Nato für obsolet und kündigt den Rückzug Amerikas aus der Allianz an. Alle amerikanischen Kräfte – das militärische Personal und die Ausrüstung – inklusive der Nuklearwaffen und Raketenabwehrsysteme werden so bald wie möglich aus Europa abgezogen.

    (...)

    Bei einem von der Körber-Stiftung und dem Londoner Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) durchgeführten Planspiel, das in einem vertraulichen Rahmen im Juli in Berlin stattfand, wurde dieses Szenario mit Teilnehmenden aus Frankreich, Deutschland, Polen, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten simuliert. Innerhalb eines Tages spielten die Teams den Rückzugs Amerikas aus der Nato durch, gefolgt von Krisen in einem Mitgliedsstaat auf dem Westbalkan und in Osteuropa. Die Ergebnisse dieses Planspiels waren ernüchternd.

    (...)

    Insbesondere für Deutschland würde ein Rückzug der Vereinigten Staaten aus der Nato eine existenzielle Sicherheitsbedrohung darstellen.

    (...)

    Sollte die Erweiterung des britischen und französischen Nuklearschirms scheitern, erwarteten einige Teams die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen in Europa.

    (...)

    Ein Vereinigtes Königreich nach dem Brexit würde sich als ein führender Akteur europäischer Sicherheit betrachten.

    (...)

    Insbesondere Polen, repräsentativ für die sich besonders verwundbar fühlenden osteuropäischen Mitgliedsstaaten, hatte wenig Vertrauen in Europas Fähigkeit kollektive Verteidigung zu organisieren und war versucht, bilaterale Verträge mit Amerika zu schließen.

    (...)

    Interessanterweise wiesen alle Teams russische Offerten zurück. Dies zeigt, dass Russland nicht als glaubwürdiger Garant für Sicherheit in Europa gesehen wird, auch wenn manche mutmaßten, dass Deutschland möglicherweise zu einem entsprechenden Dialog mit Russland bereit sein könnte.

    (...)

    Für das amerikanische Team war eine Subventionierung europäischer Sicherheit keine Option mehr. Die Europäer sollten im Gegenzug für Sicherheitsgarantien alles auf den Tisch legen: von Handels- bis Iran- und Chinapolitik: „Länder, denen es wichtig ist, werden schon Wege finden, uns zum Bleiben zu bewegen“

    (...)

    Insgesamt waren die Europäer prinzipiell willens, ihre eigene Verteidigung zu organisieren. Die Defizite bei militärischen Fähigkeiten verhinderten jedoch ein effektives Handeln und ließen Risse zwischen den Mitgliedsstaaten sichtbar werden. Ohne die Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten wurden die Prinzipien europäischer Einigkeit und gegenseitiger Solidarität schnell in Frage gestellt."


    Wenn Trump in den USA an der Macht bleibt und auch noch wiedergewählt wird, dürfte das ein sehr wahrscheinliches Szenario werden.

    - USA treten aus der NATO aus

    - RUS und USA bieten einzelnen Staaten "Sicherheitsgarantien gegen völligen Marktzugang"

    - Post-Brexit-UK versucht einen auf Großmacht zu machen und will ebenfalls weitreichende Zugeständnisse der EU gegen "Sicherheit" erpressen

    - Deutschland ringt mit Frankreich und Benelux um eine einheitliche (zentral-)europäische Militärlösung (gemeinsame Kommandostruktur, "Mini-NATO")

    - ggf. rechtspopulistische Nachfolgeregierung nach Macron will ebenfalls Großmacht sein und lässt D/F/BENELUX-Militärbündnis platzen

    - D entwickelt eigene Nuklearwaffen und Raketenabwehr ("nach links und rechts")

    - D und RUS nähern sich an

    - USA und China führen Krieg gegeneinander, USA verlieren.

    - ...


    Ich glaube, die nächsten 10 Jahre werden ziemlich spannend und die Welt wird hinterher anders aussehen, als heute.


    Grüsse

    Tom

    ...fantasievoll. Aber interessanter wäre mal eine Großübung "Evakuierung nach AKW Störfall". Beispiel Kraftwerk Neckarwestheim in Baden-Württemberg. Dort galt bis Fukushima eine Evakuierungszone von lächerlichen 10km Radius um das Kraftwerk. Dort leben immerhin schon 180.000 Menschen.

    2015 wurden die Evakuierungszonen dann auf 20km Radius erweitert. Das betrifft dann um Neckarwestheim immerhin schon 850.000 Menschen, die planerisch in 24h weggebracht werden müssen.


    In Japan hat man nach Fukushima Menschen auch noch in 270km(!) Entfernung vom Unglücksort dauerhaft umgesiedelt. Zieht mal in Gedanken einen 270km-Kreis um Neckarwestheim, da sind wir dann alle mit dabei, egal ob in Berchtesgaden, Innsbruck, Zürich, Nancy, Luxembourg, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Würzburg, München, Freiburg... Das wäre mal eine Übung...


    Hier ein Artikel der Heilbronner Stimme aus 2015 dazu.

    Beim einlagern von Aktivkohle beachten, dass einfache Plastikbeutel aus PE nicht sauerstoffdicht sind. Vakuumieren kann deswegen sogar kontraproduktiv sein: durch den Unterdruck im Vakuumbeutel wird die Diffusion der Sauerstoff-Moleküle von draussen nach innen sogar noch unterstützt.


    Es gibtMehrlagen-Beutel mit Sauerstoffbarriere, die haben dann Zwischenlagen aus Polyamid oder Alu als Diffusionsbarriere.


    Die Original-Nachfüllkohle von Katadyn ist in metallisierten Mehrlagenbeuteln verpackt.


    Grüsse

    Tom

    Wie verbreitet AML in Endgeräten nun tatsächlich ist, scheint unklar zu sein:


    Wikipedia: "Google gibt an, dass 99 % der weltweit verbreiteten Android-Geräte AML/ELS unterstützen. Voraussetzung ist die Android-Version 2.3 oder höher. Apple hatte über längere Zeit kein Interesse daran, AML in sein Betriebssystem zu integrieren, veröffentlichte die Funktion jedoch mit iOS 11.3 im März 2018."


    Leitstelle Lausitz: "Google unterstützt AML in seinen Android-Smartphones bereits teilweise ab der Version 2.3 (in Abhängigkeit vom Hersteller des Smartphones). Vollständig wird es bei allen Android-Smartphones mit Android One und Android 10 unterstützt. Google selbst spricht dabei vom sog. “Emergency Location Service” (ELS). Apple hat bereits seit längerem angekündigt AML in sein mobiles Betriebssystem iOS (für iPhones) zu integrieren. In Deutschland ist die Freischaltung mit einer der nächsten iOS-Versionen geplant (wahrscheinlich iOS 13.1.1 oder höher). Die Untersützung von anderen Herstellern wie z.B. Microsoft ist nicht bekannt."


    Mit anderen Worten, der Mehrzahl der in D im Feld befindlichen Smartphones unterstützen AML nicht vollständig oder gar nicht. Btw., was bedeutet "Google unterstützt AML teilweise"? Was kann man beim automatischen Einschalten von GPS und dem ungefragten SMS-Versand mit den Geokoordinaten "teilweise" unterstützen? Oder gibt es Smartphone-Hersteller, deren Android-Handys AML unterstützen und Hersteller, deren Android-Produkte es nicht unterstützen? Wenn ja, welche Hersteller? So wie oben ist die Aussage zumindest für den Smartphone-Besitzer nutzlos.


    Grüsse

    Tom