Beiträge von tomduly

    Viele Kommunen lassen ihre Straßen- und Wegenetze digital erfassen. Hauptmotivation ist die Bestandserfassung für die Bilanzierung des kommunalen Vermögens, ein weiterer Grund die Haushaltsplanung von Sanierungsausgaben. "Wir" haben das mit der Firma Eagle-Eye gemacht. Die fahren sämtliche Straßen/Wege mit Scannerfahrzeugen ab, ähnlich wie die Google Streetview Messfahrzeuge. Als Resultat bekommt man ein digitales Straßenmodell inklusive einer Zustandskartierung in Schadensklassen. Die Lagekartierung kann bis auf 1cm genau durchgeführt werden (Verknüpfung von Laserscan mit DGPS-Daten).


    Solche Datensätze dürften wesentlich genauer sein als digitale Geländemodelle, die meist auf Daten von Radarsatelliten basieren (z.B. mit TerraSAR-X/TanDEM-X erfasstes Höhenprofil der Erde) und eine Genauigkeit haben, die eher im Meterbereich liegt (auch wenn die "-X"-Satelliten mit 30cm Auflösung scannen).


    Was man auf lokaler Ebene für eine Hochwasser-Risikokartierung auch braucht, ist die Bodenbeschaffenheit z.B. von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die wird meines Wissens bislang nicht erfasst. Auch wenn die Nutzung einer Fläche sich ändert (brach liegender Acker vs. Maisfeld vs. Kartoffelacker vs. Wiese) ändert sich das Verhalten bei Neiderschlag erheblich. Eine Wiese kann meistens sehr viel mehr Niederschlag aufnehmen, als z.B. ein Maisfeld, das durch seine geordnete lineare Pflanzstruktur eher eine Rennbahn für Wasser darstellt. Im Ahrtal trugen auch die talwärts orientierten Weinberge zum Problem bei. Würde man die Weinreben quer zum Hang anbauen (dann müsste man die Hänge terrassieren), könnte ein Starkregen nicht einfach geradewegs ins Tal rauschen. Auch bei Feldern wird man sich in hochwassergefährdeten Gebieten Gedanken machen müssen, ob es einen ursächlichen Zusammenhang z.B. zwischen Anbaurichtung und Überflutungsrisiko benachbarter Siedlungsflächen gibt. Auch die Frage der Fahrlässigkeit durch den Landwirt, wenn er sein Feld so anbaut, dass das Überflutungsrisiko, das von seinem Acker ausgeht, maximiert wird, muss diskutiert werden.


    Allerdings sind Starkregenereignisse aber auch sehr dynamische Lagen, das Wasser baut die betroffene Landschaft um. Unbefestigte Wege sehen dann schnell mal so aus:


    Feldweg-als-Bachbett.jpg Verlagerung-von-Schotter-nach-Starkregen.jpg Spontaner-Parkplatz-nach-Starkregen.jpg


    Werden solche Erosionsschäden nicht kurzfristig beseitigt, nützen die besten Risikokartierungen nichts. Aber auch bei befestigten Straßen kann eine abgesenkte Bordsteinkante oder eine Grundstückszufahrt der Beginn eines Hochwasserdesasters sein, wenn die zunächst noch überschaubaren Wassermassen auf der Fahrbahn die Kurve nicht kriegen und sich dann über die abgesenkte Kante in unbefestigte Bereiche vorarbeiten.


    Grüsse

    Tom

    Also auf Sahara-Touren auf übelsten Rüttelpisten hatten sich hochwertiges Gaffatape/Panzerband, große Kabelbinder, Spanngurte und Draht bewährt. Irgendwas rappelt sich immer lose. Deswegen hab das ich heute noch griffbereit im Türfach des Unimog. Um Draht und Kabelbinder wieder aufzukriegen, ist ein großer Seitenschneider hilfreich und weniger unfallträchtig als ein Multitool oder ein Messer.


    Ansonsten ist das große Aluderm-Verbandpäckchen mein wichtigster immer-mal-wieder-benötigter Ausrüstungsgegenstand bei Wanderungen und Radtouren... bei einer großflächigen Schürfwunde gibt es nix besseres.


    Jedes unserer Fahrräder hat in der kleinen Werkzeugtasche unterm Sattel neben ein paar 2-Euromünzen, Werk- und Flickzeug sowie Ersatzschlauch auch noch ein paar große Kabelbinder - die Rettung, wenn nach einem Sturz das Steckschutzblech oder sonstwas lose weghängt.


    In meinen Outdoor-Jacken/Anoraks wohnt immer eine kleine Stirnlampe, ich hab sogar noch die Ur-Tikka von Petzl (glaube von 1999), die einfach nicht kaputt gehen will.


    Als Kind war mein wichtigster Survival-Gegenstand (neben der Rettungsdecke und den Angelhaken...) die Schachtel mit den Sturmstreichhölzern. Später dann noch wasserfest gemacht mit einem Überzug aus in Waschbenzin aufgelöstem Kerzenwachs.

    drudenfuss: man darf mit dem Regenwasser auch seinen Garten gießen. Das erste was bei Wasserknappheit (auch in D, z.B. 2018 in eingien Regionen) eingeschränkt wird, ist die Nutzung von Leitungswasser für die Gartenbewässerung, fürs Autowaschen und für Gartenpools.

    Natürlich schränkt die Trinkwasserverordnung die freie Nutzung von Regenwasser als Trinkwasser ein und Regenwasser-Auffangsysteme müssen mit speziellen Sicherheitssystemen ausgestattet werden, damit jegliche Kontamination des Trinkwassersystems durch Regenwassernutzung vermieden wird. Hat man ein Grauwasser-System im Haus, mit dem man z.B. WC-Spülung und Waschmaschinen versorgt, dann darf z.B. kein direkter Nachfüllanschluss vom Trinkwasser- zum Grauwassersystem vorhanden sein. Das Trinkwasser muss dann z.B. über eine definierte "Freifallstrecke" in den Grauwassertank/Zisterne geleitet werden. Man darf heute auch seine wasserführende Heizung nicht mehr einfach so per Koppelschlauch mit einem Wasserhahn verbinden, um den Heizkreislauf aufzufüllen. Da muss eine spezielle Rückflusssperre verwendet werden, damit auf keinen Fall ggf. belastetes Heizungswasser rückwärts ins Trinkwassersystem gelangt.


    Je trockener es bei uns wird, wird es aber zu einem Umdenken bezüglich Regenwassernutzung kommen. Regenwassertanks sind ja auch gerade im Hochwasser-Fall ein sinnvoller Puffer, die bei einem Starkregenereignis in der Summe sehr viel Regenwasser zurückhalten, das sonst von den Dächern ungebremst in die Kanalisation gelingen würde.


    Ein anderer Gedanke ist, dass wenn man den Regen in immer größeren Volumen auffängt und das Wasser direkt nutzt anstatt es versickern zu lassen über kurz oder lang der Grundwasserspiegel auf ein kritisches niveau sinken wird.

    Deswegen ist man ja seit Jahren dabei, die Hausbesitzer zur Versickerung von Regenwasser auf ihren Grundstücken zu motivieren. Das passiert in D über die gesplittete Abwassergebühr. Man ermittelt die Dachflächen und sonstige versiegelte Flächen (Zufahrten, Hofflächen) und berechnet daraus einen Anteil an Niederschlagswasser, der von diesen Flächen in die Kanalisation fließt. Dafür muss man bezahlen. Versickert man stattdessen das anfallende Regenwasser auf dem eigenen Grundstück, entfällt dieser Teil der Abwassergebühr. Die Versickerung kann über ein durchlässiges Hofpflaster flächig geschehen oder in speziellen Mulden oder Sickerkästen (Rigolen).


    Wenn ich jetzt zwischen meinem Dach und meiner Versickerungsmulde auf meinem Grundstück eine 5.000l-Zisterne schalte, dann versickere ich ja immer noch alles Regenwasser, was bei voller Zisterne anfällt wie bisher (über den Überlauf der Zisterne). Das Wasser aus meiner Zisterne, was ich im Garten und zur Autwäsche o.ä. verbrauche, versickert ja auch wieder lokal. Das Wasser, was über WC oder Waschmaschine zu Schmutzwasser wird, landet in der nächsten Kläranlage und wird dort nach der Aufbereitung in der Regel ebenfalls in großen Sickermulden versickert.


    Bei klassischer Regenwasserentsorgung (von Dach- und Hofflächen) über die Abwasserkanalisation landet das gesamte Niederschlagswasser dieser Flächen in der Kläranlage.


    Unterm Strich ist eine lokale Versickerung auf dem Grundstück auch kombiniert mit einer Zisterne immer noch besser als der bisherige (alte) Stand der Technik der Entsorgung über ein Mischkanalsystem.


    Das Umweltbundesamt fängt auch schon an, nachzudenken:


    "Der ökologische und ökonomische Vorteil von Regenwassernutzungsanlagen in privaten Haushalten wird hingegen unter Fachleuten nach wie vor stark diskutiert. Deutschland ist ein wasserreiches Land, regional sind die Wasservorräte allerdings unterschiedlich verteilt. Die Notwendigkeit für eine verstärkte Regenwassernutzung kann daher nicht generell mit dem Argument der Wasserknappheit begründet werden.

    In Gebieten, in denen wegen zukünftiger Klimaänderungen die Wasservorräte zurückgehen werden, muss über die Etablierung kleinerer Wasserkreisläufe nachgedacht werden und in diesem Zusammenhang auch über Regenwassernutzungsanlagen." (Quelle)


    Grüsse

    Tom

    Ich würde mich bei der Bevorratung von Wasser nicht zu sehr auf die aktuelle Flutkatastrophe fokussieren. Wir werden künftig eher zu wenig Wasser als zuviel haben. Bzw. müssen wir das Wasser sammeln, wenn es in Unmengen regnet und für die trockenen Zeiten vorhalten. Man kann sich da an Australien orientieren, die haben den Wechsel zwischen heftigsten Niederschlägen und extremer Trockenheit ja schon ein paar Jahre länger. Für Privathaushalte sind da Regenwassertanks mit 10-20 Kubikmetern Fassungsvermögen nichts ungewöhnliches mehr. Und für die Landbevölkerung/Farmen gibt es Tanks, die schon auch mal 375.000l Volumen haben.


    Man wird verstärkt Regenrückhaltebecken bauen müssen und dabei das Wasser nicht einfach nur versickern lassen, sondern auch speichern. Alleine das Thema Löschwasserversorgung ist jetzt schon kritisch bei uns in manchen Regionen.

    Wie ist das eigentlich mit dem Wasser in Heizkörpern? Nur der Vollständigkeit halber. Kann man das theoretisch trinken?

    Das willste nicht wirklich. Dreh mal nen Entlüfter an einem Heizkörper auf, bis das Wasser kommt und schnupper mal dran. Das Wasser ist meist leicht schwarz und riecht, schwer zu beschreiben, wie eine Mischung aus Aas und Getriebeöl (kommt auch auf die Art der Leitungen an). Jedenfalls ist das nicht besonders appetitlich. Das ist ja auch schon Jahre/Jahrzehnte in der Heizanlage drin. Da dürfte jede Menge Zeugs aus den Rohrwänden, Kesselwänden, Pumpen (Schmiermittel) und Druckausgleichsbehältern (Gummimembran) ins Wasser übergegangen sein.

    Falls der Boiler im Keller hängt und dieser unterwasser ist, könnte der Zugang erschwert sein.

    Ist natürlich richtig, das gilt auch wenn der Boiler aufschwimmt, abgerissen wird und 4km weiter flussabwärts im Gebüsch liegt...

    Das ist wie immer bei Vorbereitungs-Diskussionen, dass man den allerschlimmsten Fall bzw. die Kombination sämtlicher allerschlimmsten Fälle annimmt und alle diesen Mega-Fall nicht lösenden Vorschläge nicht gelten lässt. So kann ich auch gegen einen Feuerlöscher im Haus argumentieren, der hilft bei einem direkten Meteoritentreffer auch nicht. ;)

    Selbst im Ahrtal mit einer Schadensstrecke von 40km gibt es insgesamt mehr intakte Häuser als vollständig zerstörte oder immer noch geflutete Keller. Man würde dort also durchaus Wasserboiler vorfinden, aus denen sich Wasser zapfen ließe.

    Wenn wir jetzt schon die Katastrophengebiete der Überflutungen als Referenz nehmen: wieviele Übergriffe auf Autobesitzer bzw. auf Helfer/Betroffene und deren Hab&Gut gab es bislang? Mein Eindruck ist eher, dass hier alle an einem Strang ziehen und besseres zu tun haben, als marodierend durch die Gegend zu ziehen. Für eine betonte Unauffälligkeit sehe ich da keinen Anlass.


    Das mit dem Benzin/Diesel fürs Fluchtfahrzeug sehe ich ein wenig anders. Natürlich brauchen die LKW und Arbeitsmaschinen im Katastropheneinsatz Unmengen an Diesel. Aber in den mir verfügbaren (Flucht-)Fahrzeugen bringe ich ohne weiteres Diesel für weit über zweitausend Kilometer unter, ohne zu einem Tankwagen zu mutieren.


    Im Passat Kombi reichen die 66l Diesel im Tank bei moderater Fahrweise 1.200km. Im Reserverad ist ein runder Ersatzkanister mit 9l, was nochmal ca. 150km gibt. Stelle ich noch 5 20l-Kanister in den Kofferraum, habe ich nochmal 1.800km Reichweite - in Summe komme ich dann auf 3.150km, das reicht von Stuttgart bis ans Nordkapp lt. Routenplaner.

    Beim Unimog sind 160l im Tank, 2x20l in den offiziellen Reservekanistern, das sind schon mal 1.100km. In den Aufbau bzw. zwischen Kabine und Pritsche passen nochmal 10x20l Kanister, sind weitere 1.100km - bin ich bei 2.200km Reichweite, das reicht von Stuttgart bis Lissabon (lt. Routenplaner).


    Der Vorteil beim Dieselkraftstoff ist, dass ich in D legal 200l davon zuhause in der Garage lagern darf, bei Benzin bin ich auf 20l limitiert und habe allein schon deshalb einen höheren Verbrauch als beim Diesel, weil der Energiegehalt pro Liter beim Diesel höher ist.

    NIcht vergessen: in jedem Haus, das eine zentrale Warmwasserbereitung hat, steht ein Warmwasserboiler mit typisch 300l Inhalt. Da diese Speicher über den Druck des Leitungswassers betrieben werden, ist dort immer frisches Wasser drin. Denn: drehe ich einen Warmwasserhahn auf, drückt nachfließendes frisches Leitungswasser das heiße Wasser aus dem Speicher zum Wasserhahn. Bei Stromausfall und Ausfall der Leitungswasserversorgung kann ich den Warmwasserspeicher über den Entleerungshahn ganz unten am Speicher anzapfen.


    Weiter ist es sinnvoll, sich einen Tropf-Filter zur Wasseraufbereitung einzulagern. Der erzeugt aus unsicherem Klarwasser (z.B. Regenwasser) trinkbares Wasser, in dem (z.B. über Nacht) Wasser aus dem Rohwassertopf durch die Filterkerzen in den Trinkwassertopf gelangt.

    In der Umgebung um das Chemiewerk wurde die Bevölkerung auch mit Sirenen gewarnt, hört man hier in diesem Video von WupperVideo ab Minute 4:46 im Hintergrund. Bei dem Video ist das Eintreffen der Rettungskräfte am Chempark zu sehen. Wenn man sich die Fahrzeuge der Werkfeuerwehr des Unternehmens so ansieht (überwiegend schwere 3- und 4-Achser und Abrollbehälter mit Spezialtanks), dann kann man sich schon vorstellen, dass es dort nicht gerade wenig Gefahrstoffe gibt.

    Sofern man an genügend Pflanzenöl rankommt, kann das eine Überlegung wert sein.

    Man braucht bei Pöl-Motoren aber immer auch Diesel, sonst wird man nicht glücklich damit. Den Kaltstart muss man immer mit Diesel machen, während der Motor warmläuft, muss man das Pöl aufwärmen, kann man über einen Wärmetauscher machen, ist bei einem luftgekühlten Motor aber mit etwas mehr Bastelei verbunden als bei einem wassergekühlten Aggregat, bei dem man einen Plattenwärmetauscher in den Kühlkreislauf einschleift. Sind Motor und Pflanzenöl warm genug, kann man vom Diesel- auf Öltank umschalten und den Motor mit dem Öl betreiben. Vor jedem Abstellen des Motors muss man den Motor wieder für einige Minuten auf Dieselbetrieb umschalten, damit man das Öl aus dem Einspritzsystem (Pumpe, Düsen) bekommt, das dort sonst für Probleme sorgt, wenn es abkühlt und dickflüssig wird. Da man diese Prozedur an einem Stromaggregat kaum automatisiert bekommt (bei Pöl-Umbauten fpr Autos hat man da ganz andere Möglichkeiten bis hin zur elektrischen Hochfrequenz-Heizung für die Einspritzdüsen), braucht man gut eingewiesenes Bedienpersonal, das auch im Chaos nicht den Überblick verlieren darf.


    Hat man ein Szenario wie aktuell in den Hochwassergebieten, würde ich auf einfach zu bedienende Stromerzeuger setzen und auf einen möglichst großen Tank am Stromerzeuger achten, wenn die Kiste den ganzen Tag durchlaufen soll. Die Beschaffung von Diesel/Benzin in größeren Mengen dürfte in den meisten Fällen einfacher sein, als die Beschaffung von Pflanzenöl.

    Natürlich kann man mit einem Smartphone per Tethering einen WLAN-Hotspot einrichten.

    Damit ist das Smartphone aber für diese Aufgabe gebunden. Hatten wir neulich bei einem kleinen Grillfest an einem Wanderparkplatz: der Gastgeber hatte ne drahtlose Aktivbox zur Musikbeschallung aufgestellt und streamte Musik von seinem Handy dadrauf.

    Dann fiel ihm ein, schnell mal mit dem Auto von zuhause was zu holen, was noch fehlte. Sprachs, steckte das Handy ein und fuhr davon. Nachdem er 20-30m mit dem Auto weg war, brach die Musikverbindung ab.

    Ein Smartphone ist aus rein praktischen Gründen für einen stationären Hotspot ungeeignet...


    Die internen WLAN-Antennen eines Smartphones erlauben nur einen Hotspot mit sehr kleiner räumlicher Ausdehnung, so ein Haushalts-DSL/LTE-Router deckt normalerweise ein Haus über mehrere Stockwerke ab, oder ein komplette Festhalle.


    Auch kann ich an einen dedizierten LTE-Router in der Regel externe Antennen anschließen und mit Richtantennen (siehe Godes Beitrag im Hochwasser-Notfunk-Thread) auch einen weiter entfernten Mobilfunkmast anpeilen. Ich glaube nicht, dass ein Smartphone eine BTS in 10km Entfernung sieht und sich stabil verbinden kann. Evtl. wenn man das Smartphone an einem Mast entsprechend weit oben anbringt.

    Das Endress-Werk ist nicht weit von meinem Wohnort weg. Ich wage mal die Behauptung, dass der Slogan "ENDRESS - Made in Germany" durchaus stimmt und die Produkte im schwäbischen Bempflingen entstehen. Was nicht heisst, dass Motoren oder Generatoren nicht irgendwo auf der Welt zugekauft werden.

    Wobei auch in den kleinen Aggregaten durchaus hochwertige Komponenten verbaut werden, im ESE 2200I z.B. werkelt ein Yamaha-Motor.

    Interessant bei Endress ist auch der Verkauf von werksgeprüften, frisch gewarteten Gebrauchtgeräten (YoUSED-Portal).

    dass ich bei denen gelernt habe, eher zu verschweigen, dass ich Sportschütze bin,

    Fänd ich ehrlich gesagt auch unangemessen, zumindest, wenn es keinen Anlass dazu gibt, das zu erwähnen. Sportschiessen ist per Definition eine Sportart. Punkt. Wenn es in einer Unterhaltung um Sportarten geht, ok, wenn jeder erzählt, was er für Sportarten betreibt, dann kann auch der Schütze seinen Sport nennen und braucht ihn nicht zu verstecken. Aber das in eine Unterhaltung mit Angehörigen einer HiOrg einzustreuen, hätte für mich ein "Gschmäckle". Da würde ich mich fragen: "Warum erzählt er mir das? Was will er damit bezwecken?"

    Den Winter mit hunderttausenden Infizierten zu verbringen ist einfach nicht klug, vor allem weil es auch nicht erforderlich ist.

    Dazu passend:


    RKI drängt auf Vorbereitungen für Herbst und Winter


    "(...)

    Die Bevölkerung sollte laut dem Papier „frühzeitig darüber informiert werden, dass es im Winter wieder zu einer starken Belastung des Gesundheitswesens“ und möglicherweise einer regionalen oder lokalen Überlastung kommen könne, etwa bei der sogenannten ECMO-Kapazität (spezielle Maschinen für Patienten mit schwerem Lungenversagen). Das RKI betont: „Die Vorstellung des Erreichens einer Herdenimmunität im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus“ – also ein weitgehendes Zurückdrängen oder Ausrotten – sei nicht realistisch.Das RKI spricht sich schon länger dafür aus, die Grundregeln gegen Corona wie Abstand, Hygiene, Maske, Lüften und Corona-Warn-App weiter beizubehalten. Im Papier heißt es, durch organisatorische Maßnahmen wie die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten und Teilnehmerbegrenzungen für Veranstaltungen solle die Zahl der „infektiösen Kontakte“ weiterhin reduziert werden. Für den Pflegebereich, Krankenhäuser und Schulen etwa gibt das RKI noch weitergehende Hinweise.

    (...)"

    (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.7.2021)

    WIr haben im Katastrophengebiet in Westdeutschlanfd eine interessante Gemengelage.

    Normalerweise funktioniert unser dezentral aufgestelltes Hilfswesen mit örtlichen Feuerwehren und auf Kreis-Ebene organisiertem Katastrophenschutz sehr gut. Nun wurden jedoch in einem relativ großen Gebiet die örtlichen Strukturen zerstört (Feuerwehren vor Ort waren praktisch nicht mehr einsatzfähig) und durch den Ausfall der BOS-Kommunikation fehlte den Landkreisen tagelang der Überblick und sie hatten auch kaum Zugriff auf die Einheiten vor Ort.

    Das ist für D seit dem 2. Weltkrieg eine neue Erfahrung. Hochwasser und die Schadensbewältigung kennt man ja, z.B. von 2002 an der Elbe. Aber dort kam das Wasser mit Ansage und die Gefahr wurde weitgehend richtig eingeschätzt. Gegen den Sachschaden kann man zwar wenig machen, aber man kann Menschenleben schützen, was im aktuellen Fall kläglich schiefgegangen ist, wegen Fehleinschätzungen und gleichzeitig extrem schnell eintretender extrem hoher Flutwellen, das hat schon was tsunamimäßiges.


    Die staatliche HIlfsmaschinerie ist naturgemäß etwas träge, bis sie angelaufen und voll leistungsfähig ist. Mittlerweile läuft das aber generalstabsmäßig.


    In der Chaos-Phase der ersten Woche waren die Landwirte, Gala-Bauer und Lohnunternehmer schneller vor Ort, als jede andere Hilfstruppe. Die haben damit Fakten geschaffen und auch die Medienhoheit errungen. Hier kam nun noch ein Umstand hinzu, dass viele Landwirte in Gruppierungen wie "Land schafft Vertrauen" organisiert sind, die für die großen Trecker-Demos u.a. in Berlin verantwortlich sind. Ursprünglich war gerade LsV eine Initiative von Landwirten, die sich vom Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ausgebeutet sehen (Milch- und Fleischpreise unter den Herstellungskosten) und deren Geschäftsmodell von zunehmend strengeren Umweltauflagen bedroht wird.

    Die LsV-Mitglieder radikalisieren sich leider zusehends und haben eine sehr niedrige Triggerschwelle, um auf ihre Traktoren zu springen und irgendwelche grenzwertigen Aktionen zu machen. Die fehlende Abgrenzung zu politisch extremen Bewegungen wird in diversen Video-Berichterstattungen erkennbar, die teilweise sogar als Livestream aus den Schadensgebieten (Wipperfürth z.B.) erfolgen, mit deutlich staatsfernem Unterton der Sprecher und der Personen, die in den diversen Videos ausführlich zu Wort kommen.

    Es läuft da viel unterschwellige Hetze gegen THW, Feuerwehren, DRK und die Forderungen der "Trecker-Helfer" werden immer selbstgerechter und dreister: "Wann bringt uns das THW endlich Diesel, Verpflegung und repariert uns die kaputten Reifen und Hydraulikschläuche?" oder "Hier siehste keinen von denen, wir! müssen hier alles alleine machen, das ist unglaublich." Sekunden später stapft der Videoblogger schweigend an einem Bundeswehr-Tankwagen vorbei, der gerade die Traktoren und Bagger eben jener Helfer versorgt. Der Blogger motzt dann noch, dass sich "diese Bundeswehrler nicht filmen lassen wollen.". Dann wird gefordert, dass der Staat ihnen "verdammt nochmal die Maschinenstunden bezahlen solle, wenn wir denn schon helfen". Schon ist es vorbei mit der selbstlosen Katastrophenhilfe.

    Die Weinbauern im Ahrtal appelieren mittlerweile verzweifelt an die Baggertrupps, weggeschwemmte Weinfässer nicht einfach wegzubaggern und zu entsorgen, sondern die Funde den Weinbauern zu melden, da die Fässer wiederverwendet werden sollen. Die zunehmend selbstgerechte Baggertruppe geht teilweise recht radikal mit dem Hab und Gut der Betroffenen um. Auch das behutsame abtragen von Trümmerbergen findet nicht überall statt. Man brettert mit dem 30t-Radlader mit Karacho in den riesigen Berg aus angeschwemmtem Material, egal, ob sich darin noch Tote oder evtl. sogar noch Überlebende befinden. Das ist die Schattenseite der entfesselten Helfer-Massen.


    Der Unmut gegenüber staatlich organisierten Helfern scheint mir stellenweise inszeniert zu sein. Die zuständige Polizei Koblenz kann jedenfalls die behaupteten Übergriffe auf das THW nicht bestätigen. Da hat jemand was gezielt gestreut und es wurde von vielen Stellen gierig aufgegriffen.


    Auch die BILD-Zeitung spielt da keine so tolle Rolle, genausowenig wie die privaten Fernsehsender: eine RTL-Reporterin wurde dabei ertappt, wie sie sich vor der Live-Schalte aus dem Katastrophengebiet erstmal am Wegrand ordentlich mit Schlamm eingeschmiert hat, um authentischer zu wirken. Das wurde gefilmt und ging viral, die Moderatorin wurde beurlaubt und eiert jetzt peinlich herum.


    Grüsse

    Tom

    Ein Baum ist gerade so stabil, dass er höchstwahrscheinlich so lange stehen bleibt, bis er ein paar mal Samen abgeworfen hat, viel stabiler braucht er nicht zu sein.


    So, und nun wirds bedenklich. Bei uns ist ganz in der Nähe vom Haus ein Eichenwäldchen mit ca. 300 Jahre alten Eichen.

    Da kann ich dir nicht ganz folgen. Einerseits gestehst du denBäumen nur ein paar Jahre (bei jährlicher Blüte und Samenbildung) und andererseits schreibst du von 300 Jahre alten Eichen. Gehst du davon aus, dass diese Eichen seit 290 Jahren tot sind und jederzeit umfallen können? Den meisten Bäumen sieht man es eigentlich an, wenn sie krank sind (mal abgesehen von den Eschen, wenn sie mit dem Pilz "falsches weißes Stängelbecherchen" befallen sind, der seit 2010 in Mitteleuropa grassiert - Eschen können gesund aussehen und dennoch spontan umfallen/abbrechen, darum werden sie vor allem entlang von Straßen und Wegen großzügig abgeholzt).

    Bei deinen 300jährigen Eichen hätte ich jetzt weniger Bedenken, alte und vor allem "breit" gewachsene Bäume sind meistens stabiler als junge Bäume oder Bäume aus künstlichem Anbau ("Stangenwälder") wo man bewusst eng pflanzt, damit die Fichten/Douglasien schnell und gerade in die Höhe wachsen.


    Gesunde Eichen werden auch nicht alle paar hundert Jahre von Stürmen wegradiert. Stirbt ein Baum, stoppt der Stoffwechsel im Baum, er trocknet aus bzw. fängt er im erdnahen feuchten Bereich an, von Mikroorganismen zersetzt zu werden, im trockenen Bereich siedeln sich Insekten und Insektenfresser an, die den toten Stamm ebenfalls nach und nach zersetzen. Verwitterung durch Regen und den Gang der Jahreszeiten tun ihr übriges. So verschwinden die meisten alten Bäume. Eine andere Möglichkeit sind Waldbrände, die z.B. in Nordamerika schon immer regelmäßig auftreten und den Waldbestand vergleichsweise jung halten. Nach einem Waldbrand wächst sehr schnell Jungwald aus der fruchtbaren Asche.


    Die Häufigkeit von schweren Stürmen würde ich zumindest hier in Mitteleuropa nicht an dem typischen Alter von Bäumen festmachen wollen. Auf Inseln oder im Küstenbereich evtl. schon. Aber im Binnenland hängt die Kraft von Stürmen eher an dem Energiegehalt in der Atmosphäre durch unterschiedlich starke Einstrahlung der Sonne und durch Treibhauseffekte entweder durch natürliche Ursachen oder menschgemacht.

    Den Huawei E5577C kann ich auch empfehlen. Dazu würde ich gleich zwei externe Antennen (bzw. eine Doppelantenne mit Richtwirkung) mit 5m Kabel ordern. Dann kann man nochmal was an Datenrate und Verbindungsstabilität rauskitzeln.


    Nachteil des Huawei: er ist so klein, dass man ihn verlieren kann (ist mir passiert X()


    Als Rückfall-Ebene für zuhause (Homeoffice/Homeschool) habe ich noch einen alten LTE Speedport von der Telekom. Der funktioniert auch mit ner Callya-Karte von Vodafone. Da hat man gleich noch 4 LAN-Ports für ein Netzwerk, WLAN sowieso und kann auch externe Antennen anschließen. Da er mit 12V läuft, kann man ihn auch mobil z.B. vom Auto aus einsetzen. Und er ist so groß, dass er nicht verloren geht...

    Es gibt ein sehr interessantes Interview vom 19.7.2021 mit dem Biologen Wolfgang Büchs über die Ursachen der Überschwemmungen im Ahrtal - er sagt, dass es bereits drei ähnliche Überschwemmungen gab: am 30. Mai 1601, am 21. Juli 1804 und am 12./13. Juni 1910. Nach dem Hochwasser von 1910 wurden im Ahrtal und in den zufließenden Seitentälern gewaltige Regenrückhaltebecken mit insgesamt 11,5 Mio. Kubikmetern geplant. Es blieb allerdings bei der Planung, weil wohl nach dem 1927 fertiggestellten Bau des Nürburgrings kein Geld mehr für Hochwasserschutz da war.


    Dazu kamen die Änderungen in der Land- und Forstwirtschaft (Buchen-Eichenwälder durch Fichtenwälder ersetzt, Maisanbau für Stallfütterung statt Grünlandwirtschaft mit Weidehaltung, Weinberge, die in Hanglinie bewirtschaftet werden und mit quasi senkrechten Entwässerungsrinnen direkt ins Tal entwässern, Flurbereinigung zur Schaffung großer einheitlicher Ackerflächen usw.), die das Rückhaltevermögen des Bodens insgesamtn negativ beeinflusst haben.


    Dazu noch ein Interview im ZDF vom 21.7.2021 mit Lothar Schott vom Geographischen Institut der Universität Bonn, wo er als Professor für Physische Geographie mit einem Schwerpunkt auf Naturgefahren tätig ist. Er stellt den Wiederaufbau an einigen Stellen im Ahrtal in Frage. Das sei nicht zu verantworten.


    Das sehe ich auch so, siehe meine Musterrechnung für eine Umsiedelung des Ortes Altenburg.


    Grüsse

    Tom