Beiträge von Axtwerfer

    Sieht ganz danach aus ;)

    Warten wir mal die Einrichtungen solcher Zonen ab, dann sehen wir weiter, auch was die genannten Ausnahmen vom Führverbot angeht.

    Sobald es dort Präzedenzfälle gibt, wird in den entsprechenden Medien schon berichtet werden.


    Gruß vom Axtwerfer

    Ich glaube, ich gehe mal bei Gelegenheit in die Polizeiwache und lasse mir mal die genaue Vorschriften- bzw. Gesetzeslage anhand meines abgerüsteten Finn Wolfs ohne Einhandpin und eines normalen Zweihandklappmessers erklären. Ich sollte nur vorher daran denken, das Finn Wolf sicherheitshalber in ein "verschlossenes Behältnis" zu packen falls ich doch falsch liegen sollte:/:saint:


    Ich kann verstehen, dass bei Messern mit Flipper, leichtgängigem Liner Lock, Emerson Wave usw. die Einhand-Eigenschaft weiterhin als gegeben angesehen wird (habe auch ein schönes HK-Einhandmesser, dass sich auch aus dem Handgelenk aufschleudern lässt, und jetzt seit Jahren unter Vitrinenhaltung leidet), nur das Finn Wolf ist relativ schwergängig, ohne alternative einhändige Öffnungsmöglichkeiten. Aber das sollen mir dann die Vertreter des sog. "Gewaltmonopol des Staates" erklären. Wäre zwar schade, aber es gibt auch andere schöne (Zweihand-)Folder oder aber ein kleines, kompaktes Fixed (schönes Messer, Miesegrau 8))...


    Was auch immer die Entscheidung der Beamten sein wird, ich lasse mir meine Freiheit in Bezug auf´s Messerführen nicht nehmen, und das gilt auch für diese neuen sog. "Waffenverbotszonen". Mal ganz davon ab, dass die Behörden gar nicht mit so vielen Polizeikräften vor Ort sein können, dass sie das Führverbot wirksam durchsetzen können, wurden derart viele Ausnahmen mit rein genommen, dass die Chance, als unbescholtener Bürger eine "Ich- komme-aus-der-Nummer-heil-raus"-Karte zu erwischen, relativ groß ist.

    Nehmen wir beispielsweise nur mal den Ausnahmefall "Inhaber waffenrechtlicher Erlaubnisse":

    Die kleinste in D erhältliche waffenrechtliche Erlaubnis ist der "Kleine Waffenschein" (KWS) für das Führen von Gas- und Schreckschusswaffen.

    Wenn dieser lt. Gesetz wirklich zum Führen eines Messer ausreicht ( es ist nirgendwo festgelegt, welche waffenrechtliche Erlaubnis genau erforderlich ist)

    können sich die Kreisbehörden unter Umständen auf ein sprunghaftes Ansteigen von KWS-Anträgen einstellen - ob das politisch so gewollt ist, wage ich mal sehr stark zu bezweifeln...


    Voraussetzung für den KWS:

    - sauberes polizeiliches Führungszeugnis

    - ca. 60 € bei der Kreisverwaltung bzw. Landratsamt löhnen

    (das mag jetzt böse von mir gewesen sein, aber dazu stehe ich :evil:)


    Ich kloppe das alles jetzt nicht in die Tasten, um unter der Hand zur allgemeinen Bewaffnung aufzurufen, sondern um auf sinnfreie Gesetze und mögliche juristische Fallstricke hinzuweisen damit wir alle auf der juristisch sicheren Seite unterwegs sein können. Jeder Einzelne ist für sein Handeln selber verantwortlich, ich kann jedem nur raten, sich mit der Gesetzeslage auseinander zu setzen um sich darauf basierend abzusichern.


    Sofern wir uns unseren Humor bewahren können, dürfte das noch ganz witzig werden


    Gruß vom Axtwerfer;)

    (breit grinsender KWS-Inhaber)

    Hallo Steppenwolf75,


    Danke für den Hinweis, aber könntest Du mir einen konkreten Hinweis geben, dass bei diesem Messertyp ausschließlich die ursprüngliche Bauweise ausschlaggebend ist? Nicht, dass ich Dir nicht glaube, sondern weil ich bisher die Erfahrung gemacht habe, dass es im Ermessensspielraum der Beamten vor Ort liegt, ob es noch als Einhandmesser gilt oder nicht, besonders auch im Vergleich zu reinen zweihändig ausgelegten Taschenmessern, die sich ebenso leicht einhändig aufklappen lassen.

    Ansonsten bleibt wirklich nur der Rückgriff auf bereits ursprünglich als Zweihandmesser konstruierte Exemplare bzw. einschneidige, feststehende Messer mit max. 12 cm Klingenlänge, die NICHT explizit als Waffe eingestuft sind. Besonders letztere sind zwar genauso gefährlich und schneller einsatzbereit als ein Einhandmesser, aber die Entscheiidungsgewalt darüber liegt wohl nicht in unserer Gehaltsklasse...


    Wo wir gerade diesen Unsinn zu fassen haben:

    niro:

    Besteht die Gefahr, dass eine der nach der neuesten deutschen Waffenrechtsverschärfung genehmigte Waffenverbotszone in dem von Dir normalerweise genutzten Umfeld liegt? Falls ja, dürfen dort nur feststehende Messer bis max. 4 cm Klingenlänge und zweihändig zu öffnende, nicht verriegelbare Klappmesser zugriffsbereit geführt werden. Ausnahmen vom Führverbot bestehen z. B. bei Inhabern waffenrechtlicher Erlaubnisse, Anlieger, usw., und wenn das unter das Führverbot fallende Messer in einem verschlossenen Behältnis (z. B. Rucksack/Tasche mit kleinem Vorhängeschloss) mitgeführt wird. Ich empfehle Dir, dich da ggf. mal schlau zu machen um unnötigen Ärger zu vermeiden. (Wir Deutschen kriegen zwar keine Flughäfen und Bahnhöfe hin, aber idiotische Verbote, ja, das können wir <X)


    Gruß vom Axtwerfer;)

    Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Cold Steel Finn Wolf gemacht, welches nach Abschrauben des Einhandpins zum Zweihandmesser abgerüstet werden kann. Die Klinge im Puukko-Stil ist scharf und stabil, die Verriegelung (Tri-Ad-Lock) ist bombenfest und der Trageclip ist für Linkshänder umsetzbar.

    Die Verriegelung lässt sich wie ein Back Lock bedienen und hält die Klinge beim Aufklappen derart unter Spannung, dass ein einhändiges Öffnen ohne Pin ebenso schwer wie bei einem reinen Zweihandmesser ist. Das Messer selbst ist mit Torx-Schrauben montiert, es kann also notfalls komplett zerlegt werden, was aber im Normalgebrauch so gut wie nie nötig ist. Man kann durch die Schraube an der Klingenachse den Ausklappwiderstand etwas beeinflussen, ich würde die Schraube aber immer recht stramm angezogen lassen, damit möglichst eine gewisse rechtliche Sicherheitsreserve in Bezug auf die fehlende einhändige Öffnungsmöglichkeit gegeben ist.

    Ich führe dieses Messer seit nunmehr ca. 5 Jahren und habe seitdem keinerlei Probleme gehabt, weder rechtlich noch technisch.

    Es liegt preislich bei ca. 60 €, für ca. 20 € weniger kann man auch die Pro Lite - Serie nehmen, die zwar ähnlich aufgebaut ist, ich aber davon ab keine weiteren Erfahrungswerte habe. Ich denke aber, dass man bei dem Preis und der Bauweise nicht viel falsch machen kann.


    Anbei zwei Bilder meines Finn Wolfs nach 5 Jahren EDC-Einsatz 8)


    IMG-20200224-WA0006.jpgIMG-20200224-WA0005.jpg


    Gruß vom Axtwerfer ;)

    @T I D

    Da muss ich Dir zustimmen, beim Fall Hanau war aufgrund der räumlichen Enge und der kurzen Zeit keine Zeit für die Anwendung solcher Konzepte. Das würde nur bei Lagen funktionieren in denen den Anwesenden Zeit und Raum zum Ausweichen, Verstecken bzw. Kämpfen bleibt, z. B. bei einem größeren Gebäude wie z. B. Schulen, Unis, Verwaltungen, usw.. Die Leute, die dem Täter unmittelbar gegenüber stehen mussten, saßen schlichtweg in der Falle...

    Was die Erste Hilfe angeht, so sind die Möglichkeiten eines Laien bei Kopf- und Körperschüssen mehr als dürftig, es bleibt eigentlich nur der Versuch, Blutungen zu stoppen und die Atemwege frei zu halten, und auch das nur wenn es die Lage erlaubt.

    Davon ab ist jede vor Ort vorhandene Erste-Hilfe-Ausrüstung besser als die bloße Hand oder das T-Shirt, die Jacke usw..

    David

    zum ersten zitierten Absatz:

    Tröste Dich, damit entspricht Deine militärische und schießtechnische Ausbildung immer mehr dem durchschnittlichen deutschen Staatsbürger - mit dem großen und wichtigen Unterschied, dass Du dafür sanitätstechnisch wesentlich besser ausgebildet bist als der Durchschnittsdeutsche, der mit den sog. "Sofortmaßnahmen am Unfallort" im Rahmen seiner Fahrschulausbildung die einzige Berührung mit einem Erste-Hilfe-Lehrgang hatte. Und im Gegensatz zu Deiner Ausbildung, die alle zwei Jahre aufgefrischt wird, liegt bei vielen diese Light-Version einer Erste-Hilfe Ausbildung bereits Jahrzehnte zurück.

    Damit erwartet niemand automatisch von Dir, dass Du jetzt im Ernstfall auf Teufel komm raus den Helden spielen musst, aber Du bist zumindest was die Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Erste Hilfe angeht wesentlich besser aufgestellt.


    zum zweiten zitierten Absatz:

    Es werden mittlerweile Stück für Stück Ausrüstung und Einsatzprinzipien in die zivile Rettungkette übernommen die sich besonders in Ausnahmesituationen bewährt haben. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass bei unsicherer Lage wie bei Terror- und Amoklagen der Patient erstmal aus der Gefahrenzone evakuiert wird, wenn überhaupt werden vorher kritische Blutungen gestoppt. Die taktische Lage vor Ort bestimmt das medizinische Vorgehen, nicht der Patient.

    Anbei ein Link zum Thema taktische Verwundetenversorgung durch Polizeibeamte:

    https://www.hspv.nrw.de/filead…izei_NRW_2018_Vortrag.pdf


    Gruß vom Axtwerfer

    Was bei beiden Videos nicht benannt wurde, ist die Erste Hilfe, und da kann man zumindest kleine Beiträge zum Schutz bzw. Gefahrenabwehr leisten:


    - Erste-Hilfe-Lehrgang für betriebliche Ersthelfer absolvieren und aktuell halten ( ist vielseitig nützlich, macht sich z. B. auch gut bei Bewerbungen im
    Lebenslauf und Zeugnis ;)) ,


    - im Hinterkopf behalten, dass jeder Betrieb, Geschäft usw. einen aktuellen betrieblichen Erste-Hilfe-Kasten vorhalten muss, somit z. B. in einer Fußgängerzone mit Geschäften ebensoviele Erste-Hilfe-Kästen zur Verfügung stehen müssten.


    - im Hinterkopf behalten, dass in einer Terror- bzw. Amoklage es NICHT der Patient ist, der das medizinische Vorgehen bestimmt, sondern die vorherrschende Lage. Wenn z. B. ein stark blutendes Opfer am Boden liegt, dann ist es sinnvoller, sich das Opfer zu greifen und erst in Deckung zu ziehen bevor man es versorgt, als wenn man es wie gewohnt möglichst schonend vor Ort verbindet - und sich dabei selber länger als nötig im Schussfeld bzw. der Gefahrenzone aufhält.

    Es besteht natürlich die Gefahr, dass sowohl der durchaus ruppige Abtransport in die Deckung als auch die dadurch verzögerte Wundversorgung Schäden beim Opfer verursachen, es ist aber meines Erachtens besser, als selber zum Ziel zu werden oder das Opfer einfach sterben zu lassen.


    Vielleicht fällt dieser Post eher in den Bereich "Erste Hilfe", meines Erachtens passt er hier aber thematisch auch ganz gut mit rein.

    Uns sind keine wirksamen Möglichkeiten gegeben, den oder die Täter zu stoppen, aber wir haben mit etwas Glück und Können die Möglichkeit, die Zahl der Todesopfer niedriger zu halten.


    "Das Schicksal des Verletzten liegt in den Händen desjenigen, der den ersten Verband anlegt." (Dr. Nicholas Senn, 1897)


    Gruß vom Axtwerfer

    eventuell so: https://autorin.eva-marbach.ne…n/roman/emp/kapitel04.htm


    die anderen Kapitel sind auch gut zu lesen :thumbup:

    Ha, da war mir canuck zuvor gekommen 8)


    Was man zu der hier geschilderten Situation im Wohnheim noch sagen muss, ist, dass die Kommilitonen noch freundlich waren als sie die Vorräte des Protagonisten plünderten, da das SHTF-Szenario zu dem Zeitpunkt erst ein paar Stunden anhielt. Nach zwei Tagen Kohldampf wäre die Situation höchstwahrscheinich um einiges eskalativer ausgefallen sobald sie den Geruch von Essen durch die Tür gewittert hätten...


    Insofern muss ich mich meinen Vorrednern anschließen, dass es wenig sinnvoll, wenn nicht sogar gefährlich wäre, auf so engen Raum mit vielen sehr hungrigen Unvorbereiteten der Einzige mit etwas zu Essen zu sein. Ein voller Bauch kommt vor der Moral, und wenn das Wohnheim nicht in irgendeiner Art ausreichend von außen versorgt wird, kann es innerhalb weniger Tage zum de facto rechtsfreien Raum werden.

    Nach spätestens zwei, drei Tagen sollte man einen anderen, sichereren Aufenthaltsort als solch ein Wohnheim aufgesucht haben, und dort sollten die weiteren Lebensmittel vorhanden sein. Mit Pech wird man auf dem Weg dahin noch von den eigentlich "normalen", sprich unvorbereiteten Mitmenschen gefilzt, sobald man irgendwie vorbereiteter als sie selber aussieht ("Hey, was hast´n da in deinem Rucksack? Zeig mal...!")., daher am Besten ein Verpflegungs- bzw. weiteres Ausrüstungslager außerhalb dieses heißen Bereichs.


    Wenn schon Lebensmittel für den SHTF im Wohnheim, dann nach Möglichkeit Lebensmittel die ohne große Zubereitung und unauffällig (geruchsarm) verzehrt werden können. Wer richtig Hunger hat , der hat auch eine sehr empfindliche Nase und Ohren wie ein Luchs und wittert das Essen durch die geschlossene Zimmertür bzw. das offene Nachbarfenster...:evil:


    Gruß vom Axtwerfer;)

    (der das Buch "EMP" ebenfalls empfehlen kann und mit der Einschätzung, was das krasse Gegenteil eines sicheren Ortes angeht, volllkommen d´accord mit Opa geht...)

    Bei uns an der Westküste von Schleswig-Holstein blieb es soweit auch weitestgehend ruhig, wenn man von einigen Bäumen auf den Straßen und einigen wenigen abgedeckten Dächern absieht. Unsere Feuerwehr musste nicht ausrücken, andere Gemeinden hatten da weniger Glück, aber angesichts der massiven Vorwarnung war es bei uns relativ ruhig abgelaufen, das kennen wir hier schon ganz anders.

    Bei uns wurde gegen ca. halb eins in der Nacht seitens NINA Entwarnung gegeben, von da an hatte die Westküste Schleswig-Holsteins das Schlimmste windtechnisch hinter sich. Zur Zeit ist es stürmisch mit Regenschauern, aber auch immer mal wieder die Sonne zu sehen.

    jp10686:

    Das von mir ausdrücklich in Anführungszeichen geschriebene sog. "Gewaltmonopol des Staates" sehe ich hier auch nicht als zur Diskussion stehend an, es ist aufgrund meiner Erfahrungen damit einfach ein Credo für mich, es in dieser Form zu schreiben. Eine genauere Erklärung wäre zu OT und würde gegen die Forenregeln verstoßen, und ich möchte damit niemandem zu nahe treten.

    Insofern nichts für ungut ;)


    Was Saurugg's Ausführungen angeht, so sehe ich sie als eine der besten Möglichkeiten an, einer großen Zahl von Personen, Behörden und Organisationen eine konkrete Krisenvorsorge auf Eigeninitiative aufbauend seriös nahe zu bringen.

    Die meisten Unvorbereiteten verbinden normale Leute, die umfassender Krisenvorsorge als vom BBK gewünscht betreiben, mit kruden Weltbildern und Verschwörungstheorien, Doomsday-Preppern oder Leuten, die am vielbeschworenen "Tag X" anfangen, ihre Todeslisten abzuarbeiten - da ist ein anerkannter Experte, der bereits Gehör bei offiziellen Stellen wie Verwaltungen und Behörden gefunden hat, eine mehr als willkommene Abwechslung.

    Und wenn er es schafft, diejenigen Kreise zu erreichen, die ansonsten mit Krisenvorsorge auf Eigeninitiative nix am Hut hatten, dann ist es ein Gewinn für die ganze Gesellschaft, denn es entlastet die Behörden und Organisationen die für die Hilfe und Versorgung benötigt werden.


    Was die Kriminalität in einer solchen Krise ( z. B. plündernde Horden) angeht, so wird es immer Elemente geben, die sich auf Kosten anderer bereichern und/oder abreagieren wollen. Durch eine aufgrund der im Vorwege getroffenen Maßnahmen funktionierende Notversorgung und dem dann hoffentlich gegebenen Zusammenhalt der Gemeinschaft könnte dann zumindest die Zahl der kriminellen Delikte kleiner gehalten werden, da der Anteil derjenigen, die aufs Plündern angewiesen sind, geringer als ohne in irgendeiner Weise organisierter Krisenvorsorge wäre.

    Im Endeffekt ist alle Theorie grau, wir alle können nur hoffen, dass es genug Leute gibt, die sich zumindest im Rahmen der Empfehlung des BBK vorbereiten - denn bei einer Großflächenlage wie einem landes- oder gar europaweiten Blackout würden viele Unvorbereitete auf die harte Tour lernen müssen, was Darwinismus bedeutet - und das will keiner...


    Gruß vom Axtwerfer;)

    Gern geschehen ;)


    Der Saurugg hat meines Erachtens das Thema Krisenvorsorge Blackout so formuliert, dass es nicht nur für den einzelnen Bürger, sondern auch für Gemeinden, Organisationen, Betriebe usw. verständlich und mit relativ einfachen Mitteln umsetzbar ist. Der einzelne Bürger, der Bürgermeister, der Wehrführer usw. haben alle als oberste Prämisse, dass die Handlungsfähigkeit und die Sicherheit weiterhin gegeben ist. Wenn also flächendeckend bestimmte Mindeststandards (individuelle Notvorräte, ausgearbeitete, zu Ende gedachte und damit auch realistisch unsetzbare Notfalllpläne, entsprechende Infrastruktur usw.) erfüllt sind, ist das Einrichten und Aufrechterhalten einer Notversorgung wesentlich einfacher.


    Das Prinzip ist wie bei der freiwilligen Feuerwehr:

    Die dortigen Mitglieder erfüllen in den wenigsten Fällen die Ausbildungs- und körperlichen Anforderungen der meisten Berufsfeuerwehren, sind aber durch ihre Ausbildung und die vorhandene Manpower ebenfalls in der Lage, jede feuerwehrtechnische Aufgabe zu erfüllen, da sie sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit mit dem Thema befassen und regelmäßig üben. Es sind dann halt mehr freiwillige "Löschknechte" vor Ort als es bei beruflichen Spezialisten erforderlich wäre, aber in der Gesamtheit machen beide Seiten den gleichen Job.


    Zum Thema Waffen noch mal´n Löffel Senf von mir:

    Die Ausführungen Sauruggs beziehen sich nicht nur auf die individuelle, sondern auch auf die Krisenvorsorge von Gemeinden, Organisationen und Betrieben, und da wird man sich in Europa hüten, das Thema individuelle Bewaffnung anzusprechen, weil das dem überall gepredigten sog. "Gewaltmonopol des Staates" widerspricht und gerade die Gemeinde- und Behördenebene abschrecken würde. Durch das Ausklammern dieses Themas kann er halt auch Kreise erreichen, die mit Bewaffnung nichts am Hut haben und wenn er es schafft, dass diese Kreise sich auch vorbereiten, dann ist das ein Erfolg für alle.


    Was das Anschaffen von (scharfen) Schusswaffen angeht, so ist dieses gerade in D an so viele Bedingungen und Auflagen geknüpft, dass eine Anschaffung ausschließlich für die Selbstverteidigung legal fast unmöglich ist. Illlegale Beschaffung bringt meines Erachtens auch nicht viel, da eine Waffe, die in einer Höchststresslage eingesetzt werden muss, intuitiv bedient werden muss, was ohne regelmäßiges, realistisches Üben nicht geht.

    Just my 2 cents...


    Gruß vom Axtwerfer ;)

    (der sich als Sportschütze über die letzten beiden Absätze weniger Gedanken machen muss :saint:)

    ...

    Nur glaube ich nicht, dass man mit einer Schwedenfackel das Zelt warm bekommt. Nach dem ersten Bild des Videos scheint es sich auch eher um einer Kochstelle mit drei Pfählen als Topfhalterung zu handeln. (Aus IT-Sicherheitsgründen mag ich Videos von https :// youtu . be/ nicht anschauen.)

    ...

    Moin consuli,


    das Teil war zumindest in dem englischsprachigen Video nicht als Kochstelle eingesetzt worden, auch wenn die drei längeren Hölzer an den Seiten das vermuten lassen. Allerdings ist dann der Abstand zwischen der Oberkante des Brennms und der Oberkante der drei Hölzer zu groß für einen vernünftigen Wirkungsgrad beim Kochen. Anhand des Videos gehe ich eher davon aus, dass diese Hölzer, die auch unten sehr weit vorstehen, dafür eingesetzt werden um einen vernünftigen Abstand zwischen dem schneebedeckten Boden und dem Stamm zu haben.


    Gruß vom Axtwerfer ;)

    ...

    Versteht mich nicht falsch: Ich finde das Konzept von TCCC sinnig und richtig, habe es ausgebildet bekommen und bilde es auch selber gelegentlich aus. Aber der rechtliche Rahmen beschert mir etwas Kopfzerbrechen. Der Soldat, der das im Einsatz angewendet hat, hat die Lehrmeinung seiner Armee (hoffentlich) hinter sich, die ihn da vor eventuelle juristischen Konsequenzen schützt, so wackelig die Argumentation auch sein mag. Aber in einem zivilen Umfeld sehe ich noch einige Liter Wasser die Donau runter fließen, bis das wirklich salonreif wird. Und solange sich da die Platzhirsche, für die Abbinden durch den Laien seit 15 Jahren Teufelswerk war, nicht bewegen, sehe ich für etwaige mutige Ersthelfer im Fall des Falles eher schwarz, sollten sie irgendwelche juristischen Probleme bekommen.


    Ps: Mit geschultem Personal ist hier alles ab Rettungssanitäter gemeint.

    Alles gut, theBrain, wir sind eindeutig auf der selben Seite ;)

    Mir ist diese Problematik ebenfalls bekannt. Bei der Freiwilligen Feuerwehr in D darf auch nur das Material benutzt werden, welches seitens der Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) erlaubt ist. Und da ist von Tourniquets und Emergency Bandages nicht die Rede von, zumindest uns normalen Löschknechten gegenüber.

    Ich habe trotzdem ein kleines privates IFAK inklusive Emergency Bandage in meiner Beintasche, einfach für den Fall, dass mitten im unübersichtlichen Einsatzgeschehen (wir stehen als Trupp teilweise weit ab, haben auf dem Land teilweise mehrere hundert Meter lange Schlauchverbindungen usw.) etwas passiert und wir nicht erst zum Fahrzeug zurück müssen. Und im Zweifel nehme ich eher ein Disziplinarverfahren als den Tod eines Mitmenschen in Kauf.


    Ich finde einfach nur diesen Affentanz bescheuert, da er sich beim TQ und Notverband um relativ einfache Gerätschaften mit relativ überschaubarem Risikopotential dreht. Zugegeben, Abbinden ist mit gewissen Risiken verbunden, hängt aber auch mit dem Abbindematerial zusammen. Dass z. B. ein Abschleppseil und Reifenschlüssel nicht so optimal sind, dürfte jedem einleuchten, zumal neben dem Abschleppseil normalerweise ein Kfz-Verbandkasten mit mehreren Dreiecktüchern liegt, deren Verwendung zum Abbinden im Laufe seiner Existenz in genug Erste-Hilfe-Handbüchern beschrieben wurde.

    Bei einem genau dafür entwickelten Tourniquet wurde darauf geachtet, dass die Gefahr, bei Anwendung Gewebeschäden zu erzeugen, minimiert wurde.


    Bei den ganzen Notverbänden ist es sogar noch unverständlicher, da hier das gleiche Prinzip wie bei den Lehrbuchmäßig vorgeschriebenen einfachen Verbandpäckchen angewandt wird, nämlich punktuell Druck auf die Wunde auszuüben. Die neuen Notverbände bieten hier lediglich den Vorteil, stresssicherer und schneller angelegt werden zu können, da hier bereits das Druckpolster fest verbaut ist.

    Die einzige Gefahr besteht meines Erachtens darin, dass man bei Nichtanwenden des jeweiligen Prinzips weniger Druck auf die Wunde bekommt als gewünscht, aber dann kann man immer noch wie beim konventionellen Druckverband einen zweiten darüber setzen.

    Das Gefährdungspotential ist somit nicht größer als bei einem konventionellen Druckverband, sofern man sich nicht ausschließlich auf dieses eine Mittel verlässt (was man bei SanMaterial ohnehin nicht tun sollte).


    Ganz losgelöst von den Problemen wie z. B. dem sog. rechtfertigendem Notstand, Vorschriften usw. sind beides seit Jahren erprobte Mittel, um lebensbedrohliche Blutungen bestmöglich und unter bestmöglicher Schonung der betroffenen Körperteile zu stoppen.

    Es bleibt insofern nur zu hoffen, dass die hier bremsenden Institutionen baldmöglichst ihren Elfenbeinturm verlassen, die Vorschriften und Ausbildung entsprechend reformieren und so dafür sorgen, dass dieses Material vernünftig und weitverbreitet eingesetzt werden kann.


    Gruß vom Axtwerfer 8)

    In AUT gibt es da im Moment das Problem, dass der Platzhirsch unter den Rettungsorganisationen (ich nenne hier bewusst keinen Namen) sich auf den Standpunkt stellt, dass diese Art Notverband nur von nachweislich geschultem (lies: Rettungsdienst-) Personal verwendet werden darf und Abbinden egal womit durch den Ersthelfer sowieso ganz Pfui ist, sowie dass man die Quikclot Combat Gauze doch wunderbar (und beinahe ausschließlich) für großflächige Schürfwunden verwenden kann (und auch hier wieder nur durch geschultes Personal). Und solange hier kein Umdenken einsetzt, stehe ich dem Ganzen mit gemischten Gefühlen gegenüber: Klar, gut, dass es das gibt, aber die beste Ausrüstung ist wertfrei, wenn man damit nicht umgehen kann. Und weder Combat Gauze noch Isi- Bandage sind derartig selbsterklärend, dass ich davon ausgehen kann, dass das ein Laie auf Anhieb kapiert.


    Was verstehen die da oben unter "geschultes Personal"? Nur Ärzte, Notfallsanis und andere Spezialisten, die eine jahrelange Ausbildung genossen haben?

    Die heutigen Soldaten im Einsatz sind weder Medizinstudenten noch allesamt ausgebildete Notfallsanis, sondern haben im Rahmen ihrer Tätigkeit eine Ausbildung gemäß den TCCC - Richtlinien erhalten, in D entspricht das der Ausbildung zum Einsatzersthelfer Alpha, die jeder Soldat der Bw einmal komplett durchläuft und dann jedes Jahr eines der vier Module (A,B,C,D) wiederholt. Reservisten machen diese Ausbildung innerhalb von zwei Wochenenden, die Wiederholung entspricht ca. 4-5 Stunden Praxis und einem schriftlichen Test, der online erfolgen kann.

    Über 90% der Ausbildungszeit sind Standards mit auch im Zivilleben altbekanntem Material, die Ausbildung mit der Emergency Bandage, Hämostypika und Tourniquet nimmt so gesehen nur einen kleinen Teil der Gesamtzeit ein.

    Ich kann verstehen, dass das "geschulte Personal" bei mit Hämostypika verklebten Wunden die Hände überm Kopf zusammen schlägt, da sie den ganzen Klumpatsch wieder raus pulen müssen. Ein Tourniquet ist auch bei korrekter Anwendung für das Opfer eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, schließlich muss buchstäblich das Fleisch auf den Knochen gepresst werden um den Saft abzudrehen. Der Ansetzpunkt zum Abbinden ist immer Herzwärts von der Wunde, am OBERarm bzw. OBERschenkel, da dort nur jeweils ein Knochen vorhanden ist. Jedes Tourniquet hat seine technischen Eigenarten, aber auch diese sind in normalen Erste-Hilfe-Kursen soweit vermittelbar dass zumindest der Durchfluss begrenzt werden bzw. notfalls immer noch mittels eines Hebels improvisiert werden kann. Der Aufbau eines handelsübichen Tourniquets ist so eingerichtet, dass die Möglichkeit der Gewebeschädigung so minimal wie möglich gehalten ist.

    Eine Ausbildung bzw. Sensibilisierung von Laien zumindest an Notverbänden und Tourniquets ist meines Erachtens ohne weiteres in die regulären Erste-Hilfe-Kurse integrierbar, durch die mehrfache Verwendung der (für die Ausbildung benutzten) Verbände und TQs dürften sich die Ausbildungskosten auch niedrig halten.


    Im Zweifel zählt auch im Zivilleben "Life before limb", also Leben vor Körperteil. Eine schwere, lebensbedrohliche Blutung erfordert sofortiges Handeln gerade des Ersthelfers vor Ort, und ihm müssen dafür die bestmöglichen Mittel (und das nötige Wissen) zur Verfügung stehen. Bis zum Eintreffen der hauptamtlichen Helfer kann das Opfer bereits verblutet sein, da helfen dann auch erstklassige Ausbildung und Technik nichts mehr...

    Der Standpunkt des sog. Platzhirsches unter den Rettungsorganisationen ist, um Tsrohinas zu zitieren, "eine konsequente Missachtung des aktuellen Standes von Wissenschaft und Technik" und, angesichts der Dringlichkeit des Stoppens lebensbedrohlicher Blutungen, verantwortungslos, denn er nimmt damit den möglichen Tod vieler Opfer durch Verbluten billigend in Kauf.


    Gruß vom Axtwerfer

    (den dieses elitäre Kastendenken schlichtweg ankotzt <X)

    Uns wurde bei der Ausbildung gesagt. dass auf dem Notverband der Bw weitestgehend nur deshalb ein MHD steht, um der deutschen Bürokratie Genüge zu tun. Solange die Vakuumverpackung noch intakt ist, dürfte kein größeres Risiko bei der Anwendung bestehen.


    Beim TQ soll das MHD offiziell dafür sensibilisieren, dass bei älteren Modellen der Knebel mit der Zeit spröde und damit zu bruchanfällig für den Einsatz werden kann. Auslöser für diese Alterung soll angeblich die UV-Strahlung sein, die auf die im militärischen Einsatz wegen schnellerem Zugriff oft offen an der Ausrüstung getragenen TQs einwirkt. Da diese Trageweise außerhalb eines militärischen Einsatzes eher seltener vorkommt, wäre es mal interessant zu wissen, ob an dieser Begründung etwas dran ist. Wenn ja, dürfte das offizielle MHD bei ursprünglich originalverpackter und danach in geschlossenen Taschen geführter Ware nicht ein derartiges Ausschlusskriterium sein.


    Was das MHD von den Kfz - Verbandkästen angeht, so steht wohl gerade dort die Haftfähigkeit der Wundschnellverbände im Vordergrund, da gerade dort aufgrund der hohen Temperaturschwankungen im Laufe der Jahre mit einer vorschnellen Alterung gerechnet wird. Davon ab sollten natürlich die Schutzhandschuhe auf dem aktuellen Stand gehalten werden.


    Meines Erachtens spricht nichts dagegen, San-Material mit abgelaufenem MHD zu verwenden, sofern die Verpackungen noch intakt, die Wundschnellverbände noch haften und der Eigenschutz in Form aktueller bzw. vernünftig gelagerter Handschuhe gewährleistet ist.


    Zurück zu den Trauma-Boxen:


    Es ist durchaus ein Schritt in die richtige Richtung, man muss sich allerdings im Klaren darüber sein, dass so eine Trauma-Box San-Material im Wert von ca. 40 € für genau eine Person vorhält und diese Box unterhalten werden muss (MHD beachten, Ersatz bei Diebstahl und Vandalismus, usw.). In Falle einer größeren Lage ist damit nicht viel gewonnen, sofern diese Boxen nicht in Gruppen aufgehängt werden. Das ist dann ein ziemlicher Kostenfaktor, daher fließt wohl noch viel Wasser die Flüsse runter bevor es dort zu einer Vebreitung im öffentlichen Raum kommen wird. das wären dann ein bis zwei Trauma-Boxen neben dem Defibrillator...


    In Betrieben wäre eine solche Box bzw. eine Ausstattung mit Notverband und TQ durchaus zweckmäßig, z. B. im Baugewerbe, dann sollte aber auch die Ausrüstung bei der Ausbildung der betrieblichen Ersthelfer berücksichtigt werden.

    Da der verwendete Notverband (dem Bild nach würde ich auf eine Emergency Bandage von First Care tippen) sehr robust aufgebaut ist, spricht nichts gegen eine mehrfache Übungsverwendung, das Gleiche beim Tourniquet, sofern beide dann nur für die Ausbildung genutzt werden. Es wäre also kein Problem, eine entsprechende Ausbildung mit finanziell überschaubaren Mitteln durchzuführen.


    Gruß vom Axtwerfer;)

    Moin ksbulli, moin @ll


    Danke für die Hinweise, angesichts des hier vorliegenden Themas bin ich definitiv der Letzte, der da eine Korrektur krumm nimmt.

    Besonders wenn es sich dabei um kleine Silberstreife am Horizont handelt...

    Es wäre halt nur schön, wenn sich zum einen die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung erhöht und zum anderen die Ausrüstung und Ausbildung derjenigen, die eh regelmäßig wiederholen, auch auf den jeweils neuesten Stand gebracht und dann flächendeckend so durchgezogen wird.


    Man kann natürlich mit zwei Verbandpäckchen, deren Anschaffungskosten für Otto Normalbürger im Centbereich liegen, einen guten und zuverlässigen Druckverband erstellen, und es ist auch richtig und wichtig, dieses mit auszubilden da i.d.R. in jedem Verbandkasten verfügbar.

    Ein sog. Notverband / Emergency bzw. Israeli Bandage usw. kostet zwar den zivilen Endkunden durchaus ´nen Zehner oder mehr, lässt sich aber in einer Höchststresslage schneller und sicherer anlegen, besonders wenn sich der Patient dabei bewegt.

    Wir hatten mal bei der San-Ausbildung beim Bund den Auftrag bekommen, einem am Boden liegenden Patienten einen Druckverband am Arm anzulegen. Einmal konventionell mit einem zweiten Verbandpäckchen als Druckpolster, einmal mit dem Notverband, und das Ganze am Boden liegend nach heranrobben in voller Ausrüstung.

    Was soll ich sagen: Nachdem in der Hitze der Übung jedem von uns bei dem Patienten mindestens drei mal das Druckpolster des konventionellen Druckverbands runtergefallen bzw. verrutscht ist (der Patient spielte nicht mit und bewegte sich die ganze Zeit) schworen wir auf den neuen Notverband, denn da war das Druckelement fest auf der Rückseite der Wundauflage befestigt, und selbst wenn man das System mit Einfädeln der Binde in den Druckbügel, strammziehen und fest entgegenwickeln nicht beachtet hat, so war doch zumindest mehr Druck als ohne Druckpolster auf der Wunde gegeben.

    Hätten wir jetzt das Tourniquet mit einsetzen dürfen, dann hätten wir uns theoretisch mehr Zeit beim Anlegen des Druckverbands lassen können - dann allerdings auch sehr zum Leidwesen des Patienten, dem es verständlicherweise höllisch weh tut und garantiert nicht stiller hält, wenn wir seinem Arm mal im wahrsten Sinne des Wortes den Saft abdrehen :rolleyes:


    Diese neuen Ausstattungen kosten natürlich, und alle drei Teile (TQ, Notverband und Handschuhe) sind offiziell mit einem MHD versehen und müssen alleine schon deswegen (offiziell) regelmäßig getauscht werden, sie sind aber meines Erachtens eine äußerst sinnvolle Ergänzung für jede persönliche San-Ausstattung. Seid nur vorsichtig vor allzu günstigen Anbietern im Netz, lieber notfalls ein Originalteil mit abgelaufenem MHD als ein No-Name-Teil zweifelhafter Herkunft auf Tasch...


    Gruß vom Axtwerfer

    (der auf jeden Fall weitermacht 8):thumbup:)

    Bei unserer Freiwilligen Feuerwehr wird das Thema Abbinden auch sehr stiefmütterlich behandelt, wir haben auch keinerlei Spezialausrüstung in Sachen TQ oder Notverband/Emergency Bandage standardmäßig dabei.

    Bei der Einsatzersthelfer-Alpha-Ausbildung der Bundeswehr wird der Umgang mit Tourniquet (Combat Application Tourniquet (CAT) und Notverband (Emergency bzw. Israeli Bandage) standardmäßig beigebracht, ebenso der Einsatz von Hämostypika (Blutstiller wie z. B. QuickClot).

    Lt. unseren Ausbildern (tätig am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg, Einsatzerfahrung u. a. AFG) kann mit dem TQ der Bw kurzfristig abgebunden werden, um dann in Ruhe einen Druckverband anlegen zu können. Danach kann das TQ soweit gelöst werden, dass die Extremität wieder durchblutet werden kann, es bleibt aber angelegt um im Notfall wieder angezogen zu werden.

    Das TQ selber soll breit genug sein, dass es - korrekter Einsatz vorausgesetzt - bei kurzfristigen Abbindungen innerhalb der sog. "Golden Hour" (im Idealfall bis zur Inaugenscheinnahme durch einen passenden Arzt) nicht zu Gewebeschäden kommen soll.


    Richtig eingesetzt, sind TQ und der Notverband eine sehr gute und auch weitestgehend stresssichere Kombination um lebensgefährliche Blutungen an Extremitäten zu stoppen - nur leider ist in D sowohl der Ausbildungsstand wie auch die Hilfsbereitschaft in Sachen Erste Hilfe mehr als nur mies.

    Die meisten Normaldeutschen machen für den Führerschein einmalig die sog. "Sofortmaßnahmen am Unfallort" mit ich glaube 8 Stunden Lehrgang, werden danach auf den Straßenverkehr losgelassen und werden, wenn sie Glück haben, mit ihrem Kfz - Verbandkasten erst konfrontiert wenn die Polizei sie auf das Ablaufdatum hinweist...

    Dass jemand Angst hat, etwas anzuwenden, was er mitunter vor Jahrzehnten an einem oder zwei Nachmittagen unter Aufsicht in einem warmen, geschützten Raum mal gezeigt bekommen und dann nachgemacht hat, ist, glaube ich, jedem verständlich. Niemand möchte Fehler machen. Dabei ist der größte Fehler, den man machen kann, gar nicht zu helfen.


    So gesehen machen die Boxen nur dann Sinn, wenn sich in deren Nähe auch jemand befindet, der


    - sich mit Erster Hilfe soweit auskennt, dass er mit dem Material umgehen kann

    - der ansonsten in der Lage ist, anhand der Bilder der Bedienungsanleitung die richtige Handhabung schnell zu verstehen

    - und das Wichtigste: Der bereit ist zu helfen, auch auf die Gefahr hin, einen Fehler zu machen.


    Wie kann man eine erhöhte Hilfsbereitschaft erreichen?

    Unsere Obrigkeit in D glaubt ja, dass man uns am ehesten mit Gesetzen und Verboten auf den Pfad der Tugend halten kann - daher einfach mal folgende Gesetzesvorschläge vom axtwerfenden Untert - äh Bürger:


    - Für den Erhalt des Führerscheins standardmäßig Erste-Hilfe-Ausbildung auf dem Stand des Betrieblichen Ersthelfers nach BG, Auffrischung alle zwei

    Jahre nach neuesten Erkenntnissen . Ansonsten Entzug des Erlaubnisscheines für des Deutschen liebstes Kind.=O


    - verstärktes juristisches Vorgehen bei unterlassener Hilfeleistung, Gaffer drakonisch bestrafen (Geldstrafen, bei Behinderung von Hilfskräften zumindest

    Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis, dort strafen wo´s wirklich wehtut (Führerschein, Konto, gesellschaftliche Ächtung, usw.))


    - Die Bevölkerung regelmäßig wiederholt darauf hinweisen, dass jedes Geschäft seitens der Berufsgenossenschaft verpflichtet ist, einen betrieblichen

    Verbandkasten vorzuhalten, sodass z. B. bei einem Unfall/Anschlag in einem Einkaufszentrum oder einer Fußgängerzone immer ein gewisser
    Grundstock an EH- Material verfügbar ist. Es gibt also weniger Möglichkeiten einer Ausrede, es wäre kein Material vorhanden...


    Wenn unsere Obrigkeit schon jeden kleinsten Sch**** bis zum Erbrechen reglementiert, dann kann sie meines Erachtens auch mal was beschließen, was wirklich zu irgendetwas nütze ist.


    Gruß vom Axtwerfer

    (der letztes Jahr bei der Feuerwehr aufgefrischt hat und die Idee der Trauma-Boxen wirklich gut findet - dann geht nicht sein mitgeführtes Material drauf 8))

    Im Magazin FEUERWEHR war in der Ausgabe 11/2017 ein interessanter Artikel zum Thema Blackout aufgeführt, in dem auf die Herausforderungen für die Hilfsorganisationen und speziell für die Feuerwehren eingegangen wird. Der Autor des Artikels, Herbert Saurugg, hat in Sachen Verhalten bei einem Blackout mehrere Leitfäden für den persönlichen Gebrauch, für Feuerwehren, Betriebe, Gemeinden usw. angelegt, die unter http://www.saurugg.net aufgerufen werden können. Aufgrund der Vita des Verfassers dürfte da genug Seriösität vorhanden sein, dass dieser nicht von vornherein als Spinner, Amateur usw. abgetan wird.

    Es ist im Grunde genommen nichts Neues, aber es ist sehr detailliert aufgedröselt und taugt meines Erachtens auf jeden Fall als Denkanstoß bzw. zur Sensibilisierung für das Thema Vorsorge für den Blackout und ähnliche großflächige SHTF-Lagen.

    Anbei der Link: https://www.feuerwehr-ub.de/fachartikel/stromausfall/


    Vielleicht wäre es ein guter Ansatz, diese Unterlagen als Denkanstoß den jeweiligen Organisationen und Verwaltungen zukommen zu lassen, und es bei der Gemeinde dann nicht nur dem Bürgermeister, sondern auch den jeweiligen untergeordneten Entscheidungsträgern auszuhändigen. Das Gleiche wenn möglich auch bei der Feuerwehr, dort würde ich neben dem Wehrführer auch auf jeden Fall die jeweiligen Fach- und Gerätewarte sowie persönlich bekannte und als korrekt eingestufte Feuerwehrleute mit einbeziehen. Andere HiOrgs natürlich sinngemäß ebenso.

    Sollte eine Ebene dies ignorieren, wären zumindest die anderen Ebenen passend "geimpft" und können sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten Gedanken machen bzw. Maßnahmen ergreifen. Ich denke, auch aus eigener Erfahrung, dass gerade bei der Feuerwehr die Wahrscheinlichkeit, einen Pragmatiker und Querdenker mit dazugehörigem Dickkopf und guter Vernetzung innerhalb der Gemeinde (Vereine, Kirche usw.) vorzufinden, nicht gerade klein ist...



    Gruß vom Axtwerfer;)

    (der den Hut vor Trontir und allen anderen zieht, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für ihre Nächsten einsetzen.)