Beiträge von busbeck

    Hallo da draußen!


    Keine Angst, bin nicht selbstmordgefährdet - im Gegenteil, uns geht's allen super hier! Aber während ich in der Frühlingssonne so meinen Gedanken nachhänge, kommt eben auch das eine oder andere eher morbide Stückchen autark produzierte Poesie dazwischen. Und zwar: Könnt ja sein, dass eine Situation eintritt, wo ich denk: "Jetzt wär es das Nützlichste (oder Vernünftigste), wenn ich meinem Leben ein Ende setze." Um dieses oder jenes zu bewirken oder zu vermeiden. Also nicht Weltschmerz oder so, wobei ich das auch nicht dogmatisch ausschließen will (es sei denn, es würde eine Forenregel verletzen).


    Also, wenn ich einmal zu einem solchen Entschluss kommen sollte, dann müsst es für die (vor allem geliebten) Beteiligten ein möglichst lustiges und nicht-traumatisierendes Erlebnis sein. Kann natürlich sein, dass diese Bedingung aus dem einen oder anderen nicht unwahrscheinlichen Grund nicht so leicht zu erfüllen ist. Dann hätt ich noch ein paar Bedingungen: Möglichst unblutig, möglichst schmerzfrei, möglichst friedvoll. Zeit spielt keine Rolle, denn ich denke, es ist bestimmt interessant, den Vorgang des eigenen Sterbens bewusst mitzubekommen.


    (Auch wenn es ein wenig provozierend sein mag, habe ich das Thema bewusst mit einer rhetorischen Leichtigkeit vorgestellt, denn es muss ja nicht sein, dass ich schon bei der rein theoretischen Erörterung des Themas meine Sommerbekleidung gegen ein Trauergewand eintausche.)

    Das gefällt mir gut! Ich denke an die Han-Chinesen, denen nachgesagt wird, dass sie Freundschaft sehr mit Nützlichkeit verknüpfen. Ich habe mich lange dagegen gewehrt, muss aber sagen, dass ich das immer mehr verstehen kann.


    Und aber gleichzeitig das Gegenteil:

    Vorhin habe ich mit meiner Frau über diesen Thread unterhalten. Wir haben gehört, dass in Berlin der Gründer der Arche in diesen Plattenbau-Siedlungen von Wohnung zu Wohnung geht, um dort in Sachen Corona Familien mit Kindern zu helfen (Thema "häusliche Gewalt"). Er selbst ist deswegen total ausgezehrt. Und doch scheint es sein Weg zu sein, obwohl er keinen unmittelbaren Nutzen von seiner Selbstlosigkeit hat.


    Ich bin in der ganzen Frage irgendwo zwischen den beiden Extremen Egoismus (oder milder: Eigennutz) und Altruismus (oder milder: Selbstlosigkeit, Mitmenschlichkeit). Wahrscheinlich ist es gut, beides anzuerkennen und darin eine eigene Position zu finden. (Und da bin ich froh über die Beiträge in diesem Thread - auch über jene, die nicht mit meiner Grundeinstellung übereinstimmen mögen.)

    Es ist ein schreckliches Thema. Auch ich hoffe, dass dieses Doomsday-Szenario-ähnliche Bild nie oder wenigstens an uns vorbeigemalt wird.


    Ich würde nur die Freunde versorgen, für die es eine Zukunft gibt und mit denen man auch etwas aufbauen kann. So hart es sich jetzt eben anhört. Sollten wirklich 1929er Verhältnisse Einzug halten, so macht es mehr Sinn, um sich junge, gesunde und kräftige Menschen zu versammeln.

    Der übergewichtige, 70 jährige Diabetiker hat leider verspielt...

    Wichtige Entscheidungen im Leben sind leider schon immer schwierige Entscheidungen gewesen und haben immer Konsequenzen gezogen.


    Gruß offroader


    Meine Oma (die ich sehr geliebt und geehrt habe), hat mir, als ich noch ein Kind war, die absolut unmögliche Frage gestellt, wen ich mehr liebe, meinen Vater oder meine Mutter. Ein echtes pädagogisches No-Go! Warum sollte ein Mensch solch ein Ranking aufstellen? Dennoch fällt mir diese nicht sehr einfühlsame, ja, geradezu schreckliche Frage zu diesem Zusammenhang ein. Wen lass ich rein, wen lass ich draußen. Und das muss - oder eigentlich will - ich vorher schon klar haben. Puh.


    FAMILIENBANDE


    Meine behinderte Schwägerin ist vollkommen nutzlos für unser Selbstversorger-Projekt. Mag sein, dass sich das eine oder andere Merkmal ihrer Einschränkungen oder Behinderungen mit etwas Kreativität selbstversorgerlich ausschlachten ließe (oder auch das an ihr, was nicht unter die Kategorie "behindert" fällt). Dennoch ist das Kriterium "geliebte Schwägerin" (oder "geliebte Schwester meiner Frau") absolut nicht zu vernachlässigen. Im Gegenteil ist es sogar das ausschlaggebende.


    Nein, ich will nicht ausweichen:


    NÜTZLICHKEIT


    Ein Bekannter von mir, mit dem ich fast täglich rede, weil es ihm sehr schlecht erging in den letzten Jahren, ist mir wegen seinen tiefen Depressionen eine echte Last geworden, die mich begleitet als wäre es meine eigene. Jetzt ist es Liebe und Entschiedenheit, die diese Last geduldig mitträgt. Aber wenn er vor dem Tor steht und daneben steht ein anderer Bekannter, der ohne viel zu reden entschieden mit anpackt, der sich im Garten auskennt und gut mit Tieren umgehen kann - tja, was soll ich da sagen?


    offroader, Du hast recht provokativ geantwortet, und ich liege wohl nicht allzu falsch, wenn ich vermute, dass es Dir vermutlich eher nicht um eine Diskussion über Diabetes oder Übergewichtigkeit ging. Der eigentliche Satz aus Deinem Beitrag, der für mich das Herz meiner Gedanken getroffen hat, ist: "Wichtige Entscheidungen im Leben sind leider schon immer schwierige Entscheidungen gewesen und haben immer Konsequenzen gezogen."


    Schwierige Konsequenzen.

    Hallo da draußen!


    AKTUELLER ANLASS:


    Wegen dem Corona-Shutdown wohnen meine liebe Frau und ich jetzt hier auf unserer Selbstversorgerinsel im Bauwagen, umgeben von unseren Tieren, dem Geblöke der Schafe, dem Gackern der Hühner und dem zunehmenden Gesummse der Bienen. Wir bekommen nur von unserem mobilen Internetstick mit, dass da draußen die Welt in zunehmender Verrücktheit mit Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel irgendwelchen Klopapierrollen hinterherrennt. Alles ist ruhig bei uns, ein schöner Selbstversorgerflow.


    Aber immer mehr Leute aus unserem Bekanntenkreis bekommen mit, dass es uns richtig gut geht, dass wir alles haben, was wir brauchen, für Monate, vielleicht sogar für Jahre. Vorräte, Garten, Nutztiere. Natürlich, den meisten Leuten in unserem Bekanntenkreis geht es den Umständen entsprechend gut, denn noch geht es uns allen ja ohnehin (noch) gut.


    Egal, wenn ich im Garten bin, dann hab ich Zeit und fang an zu denken.


    WEITERFÜHRENDE ÜBERLEGUNGEN:


    Was für wirtschaftliche - und damit auch gesellschaftliche - Folgen wird diese Corona-Sache haben? Die Banken sind schon lange am Knabbern wegen dem Nullzins. Was, wenn die kippen? Und so weiter, so geht es in meinem Kopf. Dann kommt diese gewaltige Derivateblase dazu, die ich nicht einschätzen kann. Mir geht es hier nicht um Corona und nicht um Fragen zur aktuellen Wirtschafts- oder Finanzpolitik; deshalb machen wir einfach mal ein allgemeines "1929" draus. Jetzt kommt mein Punkt: Dann stehen die Bekannten da draußen am Tor.


    Werden unsere lieben Bekannte zu Bettlern, zu Feinden, die da draußen stehen? Und wir zeigen ihnen die kalte Schulter, die leere Hand?

    Wir haben richtig bös bissige Hunde. Da kommt keiner rein.

    Was ist wichtiger: Gute Freunde HABEN oder ein guter Freund SEIN? Aber wir können ja nicht alle versorgen.


    Hm.

    Hab gestern ins Gewächshaus Kohl zum Vorziehen gestellt. Und ich hab für mich eine revolutionäre Neuerung entdeckt: Das ganze Vorzieh-Geschäft geht am besten rückenschonend an einem Tisch - und nicht auf der Erde sitzend mit gekrümmtem Rücken. Aufstehen. Hinsitzen. Aufstehen. Hinsitzen. Peinlich. Hätt mir doch auch einer sagen können.

    Jetzt freu ich mich schon auf Vorziehen Teil II (= Vorziehen Reloaded) und Teil III (= Vorziehen Revolutions). Am Tisch.

    Sorry, aber was hat das mit dem Kollaps des Gesundheitssystem zu tun?

    Was das mit dem Kollaps des Gesundheitssystems zu tun hat?


    Kein Arzt. Kein Krankenhaus. Keine Apotheke.


    Wie gehe ich damit um?

    Welche Mittel stehen mir in solch einer Situation zur Verfügung?

    Habe ich Erfahrungen mit Ersatzmedizin, Heilkräutern etc.?

    Was habe ich in meinem Vorrat?

    Welche Netzwerke habe ich, um den Notstand zu bewältigen?

    Welche Probleme kommen da auf mich zu, wenn ich auf "das System" nicht mehr zugreifen kann?


    Wenn ich die Möglichkeit habe, einen weniger gefährlichen Probelauf zu machen (z.B. Grippe), dann ist das eine hervorragende Ressource.


    Oder?

    Meine Frau und ich waren vor zwei Jahren mit dem Fahrrad und Hund im Baltikum und in Skandinavien unterwegs. Das war für den Hund nicht so der Hit. Wir sind dann nach ein paar Monaten auf Schusters Rappen umgestiegen - und ich zog in der Zeit einen eigens dafür konstruierten gekauften Anhänger hinter mir her (Trailmate), sehr komfortabel. Auf einer anderen Tour hatten wir ein älteres Zelt dabei, das aber schnell undicht war - was natürlich nicht so toll war, vor allem wenn es viel regnete. Und deshalb haben wir darauf geachtet dieses Mal, ein richtig gutes und neues Zelt dabei zu haben, das eine akzeptable Kombination war aus hoher Wassersäule, kleinem Gewicht, viel Platz. Es war unsere Heimat. Viele Abende, ein Jahr lang.


    Wir sind mit unserem hündischen Reisekamerad von der Schweiz durch Italien nach Sizilien gelaufen, dann durch Sardinien und über die Pyrenäen von Spanien nach Frankreich. Mit von der Partie war vor allem: möglichst wenig. Dabei sein musste: ein Wasserfilter. Immer. Eigentlich beim Reisen eher was für andere Länder als was für Italien. Aber es hat dann eben doch immer wieder Situationen gegeben, wo wir an dem Filter froh waren, vor allem in Süditalien. Ausrüstungskleinigkeiten sind uns wichtig geworden: eine lange, dünne, stabile Schnur, Wäscheklammern, Draht, Natron (waschen, spülen, Zähne putzen, ph-Wert im Magen...). Dann der Kocher! Ein Juwel der Autarkie! Dazu: Heiße Schokolade. Ein Muss. Keine Apokalypse, kein Weltuntergang, kein Corona-Virus ohne heiße Schokolade. No Go.


    Wir hatten ein Navi für Radler. Das war super, weil der Akku viel länger hält. Ist halt nicht so komfortabel, dafür aber wasserdicht.


    Thema Änderungen und Flexibilität:

    Wir haben immer wieder unsere Reise geändert. Ursprünglich wollten wir mit dem Rad nach Tibet, weil wir das letzte Mal wegen der Olympiade in Peking nicht durften. Aber Türkei, Iran, Indien und auch China sind keine gute Idee mit Hund. Also: Europa. Erste Änderung. Dann die zweite Änderung: Der Wechsel vom Fahrrad zu Rucksack und Trailmate. Und schließlich mussten wir in Frankreich auf persönlichen Gründen abbrechen. Schade. Das war die ultimative Flexibilität...


    Wir sind ein Team, meine Liebe und ich. Und das ist wichtig. Ich glaube, dass so viele Tage auf so engem Raum in anderen, nicht-alltäglichen Bedingungen ein gewaltiger Beziehungsstress sein können. Und da ist abrufbare Routine Gold wert. Sollten wir einmal fliehen müssen oder das alles hier aufgeben müssen, unser schönes Land hier, die Autarkie, die Tiere und den Garten, dann KÖNNEN wir fliehen, dann KÖNNEN wir unterwegs sein, dann haben wir Routinen, die uns helfen den sonstigen Stress einer Flucht oder anderweitiger Unsicherheit besser zu bewältigen. Das fühlt sich sehr gut an.


    Was ich ganz klar sagen kann: Für solche Situationen ist zwar Ausrüstung total wichtig, aber eben auch die "menschliche Software", Kenntnisse und Fertigkeiten. Feuer machen, Knoten binden, essbare Pflanzen kennen, Reparaturen improvisieren, Übernachtungsplätze beurteilen, Tarp bauen, Umgang mit Tieren, körperliche Fitness und Ausdauer. Aber auch eher charakterliche Züge wie Freundlichkeit bei Unfreundlichkeit, Frustrationstoleranz, Demut, Flexibilität, Durchhaltevermögen, Kreativität, Spontaneität, Hilfsbereitschaft.


    Jetzt fällt mir nix mehr ein. Reicht auch.

    Ich hab schon seit fast 10 Jahren Konserven gebunkert und mach immer wieder mal eine Dose auf, aber noch nie war was schlecht.


    Einmal waren Pilze ein bisschen komisch. Und erst heute beim Aufräumen in der Scheune hab ich gedacht, dass die eigentlich was fürn Kompost wären.


    Meiner Schwester sind mal Konserven wegen der hohen Luftfeuchtigkeit durchgerostet. Finde ich auch interessant und bedenkenswert in Bezug auf den Ort der Lagerung.


    Ich hab im Netz mal einen Bericht von einem Ehepaar gelesen, das zur Hochzeit unter anderem eine Dose Hühnerfleisch bekommen hat. Und zur Silbernen Hochzeit haben die beiden die Dose aufgemacht, gekocht und gegessen: Alles noch gut. Weiß aber nicht, ob das wahr ist. Nach meinen Erfahrungen mit Konserven kann ich mir's jedenfalls gut vorstellen.

    Na ja, wenn Du einfach "nur" eine Grippe hast, dann ist das von den Konsequenzen her unter den gegebenen Umständen recht heftig. Die Ärzte sind nicht für Dich da, weil sie überlastet sind. Find ich krass. Egal wie, Du hast auf alle Fälle gezwungenermaßen einen sehr realistischen (und unangenehmen) "Probelauf". (Ich meine das nicht flapsig oder gar sarkastisch.) Ich gehe solche Situationen gerne gelegentlich im Kopf durch (vor allem nach einschlägigen Spielfilmen...), um abzuchecken, was ich noch brauch, um für dieses oder jenes gewappnet zu sein. Viel mehr als theoretisches Kopfkino jedoch kann das Durchleben einer "realen" Grippe als Check dienen, mit dem Ziel, herauszufinden, was noch fehlt.

    ... oder Krankheit...

    Mich hats jetzt erwischt. Fiese Erkältung, Grippe, Corona... wer Weiß das schon. Der Hausarzt ist schon am kollabieren .

    Kannst Du erzählen, wie Du mit der Situation umgehst? Welche unerwartete Schwierigkeiten ergeben sich? Welche Lösungsoptionen hast Du? Wie gehst Du mit den körperlichen Auswirkungen der Krankheit um? Hast Du ein privates kleines Netzwerk, das jetzt greift? Oder entsteht vielleicht sogar spontan ein improvisiertes Netzwerk? Welche Rolle spielt dieses Forum in Deiner Situation?

    Auch wenn ich (noch) kein Fieber habe - ich fiebere sehr mit!

    jp10686:

    Grundsätzlich bestimmt die Unterlage, ob es ein Nieder- oder Halb- oder Hochstamm wird.


    busbeck:

    Danke! Das war meine Frage! Super! Macht auch in der Tat Sinn. Und mich freut es, dass ich mir darüber beim Schneiden keine Gedanken machen muss.


    jp10686:

    Ich würde einen Kurs besuchen und mir eine Literatur dazu durcharbeiten. 


    busbeck:

    Beides schon passiert. Ich mach meine Sache auch recht gut und fühle mich sicher. Jedenfalls hat es sich rumgesprochen, dass meine Bäumeschneiderei funktioniert. Und so fragen tatsächlich immer wieder Bekannte, ob ich ihre Bäume schneiden kann (was mich auch riesig freut, denn ich liebe Vertrauen und Zutrauen). Ich weiß einfach manche Sachen nicht - und anstatt gleich wieder einen ganzen Kurs zu belegen, frag ich halt jemanden. (Zum Beispiel Dich.) Aber einen Kurs mach ich demnächst doch: einen Erste-Hilfe-Kurs mit meiner lieben Holden zusammen. Und dann vielleicht im Herbst noch einen Tanzkurs.


    DANKE FÜRS LÜCKENSCHLIESSEN!

    Zitat von Arwed51:

    Da bin ich leider auch überfragt.


    busbeck:

    Kein Problem.


    Zitat von Arwed51:

    Entweder versuchst du es mal hier: www.youtube.com/watch?v=E59fGobqhfs. Die haben viele Beiträge um das schneiden von Obstbäumen. Solltest du dort keine Anwort erhalten wende dich an eine Baumschule. Die haben das spezielle Wissen. Wenn ich mal was nicht weiß schau ich auch erst bei Youtube rein und wenn ich da nichts finde geht es in die Baumschule oder in die Gärtnerei.


    busbeck:

    Da hast Du Recht! Es gibt so viele Antworten über so viele Quellen! Ich bin auch in einem anderen Selbstversorgerforum drin und versuche zum Beispiel da die Antwort zu bekommen. Dann habe ich ein paar Bücher über Bäume und Obstgehölze, über Selbstversorgung und Pflanzenpflege. Dann hab ich vor ein paar Jahren eine Ausbildung zum Baumpfleger gemacht. Und doch: Manchmal bleibt eine ganz grundlegende Frage peinlicherweise unbeantwortet. Und dann freue ich mich über die flexible Dynamik eines Forums wie dieses es ist.

    Leider sind Filme (also auch YouTube) bei mir nur ganz begrenzt drin, weil ich nur mobiles Internet hab, das mit Filmen schnell aufgebraucht wäre.


    Dann warte ich einfach noch. So ein Forum besteht ja auch mehreren Leuten!

    Asdrubal:


    Ja, da bin ich auch drüber gestolpert. Im Netz gefunden habe ich bei Tichyseinblick.de Folgendes:

    Der Untergang der Währung ist bisher nicht eingetreten, aber die Bank von Japan sitzt noch tiefer in der Zinsfalle als die EZB, weil sie schon seit 1990 das Loch tiefer gräbt, in dem sie sitzt. Die Zombifizierung der Unternehmenswelt ist wesentlich weiter fortgeschritten als in Europa, wahrscheinlich sind schon ein Drittel der Unternehmen Zombies mit dem Ergebnis, dass es gesamtwirtschaftlich keinen Produktivitätsfortschritt mehr gibt. Es gibt stattdessen einen Produktivitätsrückschritt, der sich darin manifestiert, dass die verfügbaren realen pro-Kopf-Einkommen seit 20 Jahren um ca. 1% pro Jahr schrumpfen. Nur ein Volk, das den Stoizismus so sehr zur Kunstform erhoben hat wie die leidensfähigen Japaner, lässt sich so etwas so lange gefallen.

    (https://www.tichyseinblick.de/…en-sozialismus-untergang/)


    Wichtiger aber ist für mich: Mir geht es nicht darum, Recht zu haben oder Markus Krall Recht zu geben (wobei ich seine Gedanken überzeugend finde), sondern darum, dass in einem Forum nach Möglichkeit sachlich und "hochwertig" argumentiert wird. Danke deshalb für Deine Antwort!


    (Mein Zitat aus Tichyseinblick lässt übrigens nicht auf meine politische Gesinnung schließen. Es verwischt und vermischt sich grad alles bei mir. Weltanschauung im Wandel.)

    Sorry, dass ich das nochmal hochhol. Aber aktuell ist es ja noch.


    Ich hab mich eine Zeit lang mit den Thesen von Markus Krall beschäftigt (Vorträge und Interviews).

    Krall ist Bankberater und war für ca. 80 % aller Banken in Deutschland für die Installation und Durchführung der Stresstests verantwortlich. Er hat echt eine Ahnung, wenn es um Banken geht, das merkt man vor allem in Interviews mit anderen Interviewpartnern, die meist viel Halbwissen und Vermutungen oder halt Meinungen haben - aber eben keine Ahnung, kein echtes Fach- oder Insiderwissen. Man merkt schnell, dass da einer mitspricht, der echt Ahnung und differenziert durchdachte Argumente hat. Jedenfalls hat es nichts mit der Interpretation eines (natürlich sehr faszinierenden) Kalenders gemein, sondern mit der Auswertung aktueller Zahlen durch einen hochkompetenten Fachmann.


    Nach Basel II dürfen Banken nur dann Kredite vergeben, wenn sie eine gewisse (vorgeschriebene) Eigenkapitalquote vorweisen können. Krall hat nun lediglich ausgerechnet, wie lange es aufgrund der Niedrigzinspolitik noch dauert, bis mehr als 50 % der Banken (ich glaube von Deutschland, kann aber auch sein von der Eurozone) weniger einnehmen (in Form von Zinsen aus Krediten, die sie vergeben haben) als sie ausgeben (insb. Personalkosten bzgl. Abfindungen durch Personalabbau zur Kostenreduzierung). Dieser Zeitpunkt ist Ende 2020 (oder auch ein paar Quartale später) der Fall. Seine bisherigen Prognosen (nicht vermutet, sondern errechnet) waren stets korrekt, auch in Bezug auf Deutsche Bank und Commerzbank.


    Wie die EZB auf diese Entwicklung reagiert? Er erwähnt Helikoptergeld als Puffer (freies Geld für alle mit der Verpflichtung, es auch auszugeben - zur Ankurbelung der Wirtschaft). Aber das ist eine Verschiebung der Fallhöhe nach oben und keine langfristige Lösung.


    Eine weitere Sache, die Krall aus der Niedrigzinspolitik ableitet ist, dass mittlerweile viele vor allem börsennotierte Unternehmen eigentlich schon pleite sind. Sie gedeihen lediglich als "Zombies" noch vor sich hin, weil sie an der Nadel billiger Kredite hängen. Sollte eine Zinswende eintreten (was aber wegen insb. Italien nicht passieren dürfte), dann können diese Unternehmen ihre Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen, was eine Insolvenz zur Folge hat. Und wenn die Banken händeringend pleite sind, dann bekommen solche Unternehmen auch keine Kredite mehr. (Es muss hier gesagt werden, dass mittelständische Unternehmen eher nicht auf diese Niedrigzins-Sache reingefallen sind und deshalb auch um einiges besser dastehen.) - Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat die Berechnungen von Markus Krall bestätigt - allerdings mit ein bisschen pessimistischeren Ergebnissen.


    Wir werden sehen.

    Hallo da draußen!


    Ich hab eine kleine Streuobstwiese mit Hochstämmen drauf, die aber noch einigermaßen klein sind. (Mir ist klar: Schossen schön knapp wegschneiden, nach innen Wachsendes wegschneiden, zu eng beieinander Liegendes wegschneiden, parallele Spitzen wegschneiden etc.)


    Meine Frage:

    Wenn ich jetzt Hochstammbäume habe, was muss ich da anders schneiden, sodass es nicht versehentlich Halbstammbäume werden? Oder werden das automatisch Hochstammbäume?

    Anders herum: Kann ich Hochstammbäume auch zu Halbstammbäumen erziehen?

    Nochmal anders herum: Kann ich Halbstammbäume zu Hochstammbäumen erziehen (was Quatsch ist, weil die Unterlage nicht stimmt)?


    Danke fürs Mitdenken!