Beiträge von Feuerwehrmann

    Habe heute von einem größeren Krankenhaus im SW von DE (genauer darf ich da jetzt nicht werden) erfahren: Beatmungsplätze an der grenze, ECMO komplett voll. Hier im Landkreis geisterten Zahlen rum von 10 freien Intensivplätzen - bei zwei großen Kliniken und weiteren mindestens 2 kleineren. In der Statistik sind es wahrscheinlich ein paar mehr - die kurzzeitig aktivierbaren - wenn das Personal dann auch da ist und sonst alles passt. Im Nachbarbezirk (Leitstellenmäßig) werden schon Kräfte im Rahmen des Katastrophenschutzes aktiviert (Reinigung, Essensausgabe, letztlich Entlastung um das ausgebildete Personal am Patienten zu halten).

    So im Gesamtbild kratzen wir jetzt mehr an den Grenzen des Machbaren als in der ersten Welle.


    Bei uns sieht es zahlenmäßig ähnlich aus. Wenn man sich die aufgeschlüsselten Zahlen genauer anschaut, dann sind rund 10% der Beatmungsplätze und rund 20% der Intensivplätze durch Covid19-Patienten belegt. Die restlichen 80% bzw. 90% dann folglich Belegungen durch das normale Tagesgeschäft.

    Die Katastrophenschützer leiden offensichtlich entweder an einen vollkommen Mangel an Phantasie oder an Überzeugungskraft.

    Weder an dem einen, noch dem anderen. Der politisch gesamtverantwortlichen Komponente war das bisher (Thema Blackout hier bei uns mal ausgenommen) scheissegal, da es nur Kosten verursacht und ihnen keinen Nutzen bringt. Ich habe die Befürchtung, das es nach der Krise so wieder weiter geht. Die Volksverdummungsmaßnahmen wirken, der Pöbel wird bespasst und keiner Erinnert sich an die geleisteten Verfehlungen.

    Heute Nachmittag war ich gegen halb vier im Rewe einkaufen. Habe weder im Geschäft noch auf dem Parkplatz (dort standen nur rund 20 Fahrzeuge) keine Person mit Maske angetroffen und außer mir hatte keiner Einweghandschuhe an. Die Kassen waren Kassiererseitig mit Plexiglas eingefasst. Der Toilettenpapierbereich war komplett leer, alles andere war vorhanden und die Regale gefüllt. Die BuPol war Getränke einkaufen, der Kollege war ganz relaxt ohne Mund- und Handschutz unterwegs. Eigentlich bis auf das Plexiglas und den Sicherheitsdienstmitarbeiter ein ganz normaler Einkauf.

    Den hat mein Bruder schon zwei Jahre im Einsatz. Ich selbst einen La.Va V300, der jetzt die zweite Schweissnaht nicht mehr durchgängig zieht. Ich denke mit dem Teil machst du nichts verkehrt.


    Wir haben sogar in die Neufahrzeuge zusätzlich noch die alten 4m-Geräte verbauen lassen, in den Feuerwehrhäusern wurde "vergessen" die alten analogen 4m-Geräte auszubauen. Der Realbetrieb läuft seit Jahren nur noch Digital (Netz- und Direktbetrieb). Falls der Digitalfunk ausfällt, wird sich mit Sicherheit noch ein 4m Gerät finden lassen um ein Relais zu stellen. Auf den meisten Feuerwehrhäusern befinden sich zudem noch Solaranlagen der Stadtwerke, denke mal die können findige Amateurfunker im Notfall auch für sich und uns als Stromversorgung nutzbar machen.


    In den meisten Kommunen hier ist geregelt, das die Feuerwehr nach Stromausfall >30 Minuten eigenständig die Feuerwehrhäuser besetzt und in Ortschaften ohne Feuerwehrhaus ein Fahrzeug in der Ortsmite abgestellt wird. Dort kann dann ein Notruf per Funk an die Einsatzzentrale abgesetzt werden.



    PS: Ins neue Forum bin ich nach langer Zeit mal wieder reingekommen, normalerweise dauert bei mir das Laden einer Seite mehrere Minuten...

    Zitat von Bingo;299021

    Bei uns in Niedersachsen gibt es für Eigentümer keine Pflicht Rauchmelder zu installieren.


    Hallo Bingo,


    in der aktuellen Landesbauordnung von Niedersachsen steht unter §44 Wohnungen folgendes:


    Zitat

    (5) 1 In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. 2 Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. 3 In Wohnungen, die bis zum 31. Oktober 2012 errichtet oder genehmigt sind, hat die Eigentümerin oder der Eigentümer die Räume und Flure bis zum 31. Dezember 2015 entsprechend den Anforderungen nach den Sätzen 1 und 2 auszustatten. 4 Für die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft der Rauchwarnmelder in den in Satz 1 genannten Räumen und Fluren sind die Mieterinnen und Mieter, Pächterinnen und Pächter, sonstige Nutzungsberechtigte oder andere Personen, die die tatsächliche Gewalt über die Wohnung ausüben, verantwortlich, es sei denn, die Eigentümerin oder der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst. 5 § 56 Satz 2 gilt entsprechend.


    Somit besteht die Verpflichtung die Rauchwarnmelder in Wohnungen anzubringen (egal ob private oder gewerbliche Nutzung)

    Mein Senf dazu:


    a) Das mit der Vorplanung im Brandfall (Kind raus, Katze raus, Kleidungskoffer mitnehmen und so weiter) könnt ihr komplett vergessen.
    Wir haben die letzten paar Wochen hier bei uns im Kreis so viele Wohnhausbrände gehabt wie im ganzen Jahr 2016 nicht. Ein persönliches Beispiel von mir aus der vorigen Woche: Familienvater verlässt für die Frühschicht (Beginnt um 6 Uhr) das Haus. Um 6.30 Uhr Vollalarm zum Wohnhausbrand mit Menschenrettung. Beim Eintreffen des ersten Fahrzeuges schlugen die Flammen bereits aus allen Fenstern der Straßenseite. Frau und Kind kamen noch raus, alles was ihnen noch blieb war die Bekleidung die sie am Leib trugen.


    b) Bei uns wurde ab 2017 das Auslösen eines privaten Brandrauchmelders einem Zimmerbrand bzw. einer ausgelösten "echten" Brandmeldeanlage gleich gestellt. D.h. ein kompletter Löschzug plus Polente und Rettungsdienst rückt dann immer an. Ist niemand zu Hause wird erst von aussen erkundet anschließend im Beisein mit der Polizei die Wohnung geöffnet (Ausfräsen Schließzylinder, ggf. wird eine Scheibe zerstört um möglichst wenig Schaden anzurichten). Bei einem echten BMA Objekt kostet dies die Pauschale, wenn es öfters vorkommt und die Anlage nicht von einer Fachfirma gewartet wird, kann es teurer werden. Bei privaten Wohnungen erfolgt aktuell noch keine Rechnungsstellung durch die Kommune, dies könnte sich ändern wenn Fehlalarme auf Grund falsch angebrachter und nicht gewarteter Rauchwarnmelder zunehmen sollten.


    Wie der Hesse bereits schrieb folgende Empfehlung für Privatleute: Dokumentiert die von euch selbst durchgeführte Wartung eurer Rauchwarnmelder in schriftlicher Form. Im Fall der Fälle habt ihr dann einen dokumentierten Nachweis für die Versicherung (die kann sich drücken wenn trotz Vorgabe kein Rauchwarnmelder vorhanden war, bzw. dieser nicht regelmäßig geprüft wurde) und gegenüber der Kommune.

    Zitat von Prof-Remus;293606

    Es muss schon ein GAU, Krieg oder eine Katastrophe passieren um solche ein Prozedere einzuleiten.



    Nein, hier mal zwei Beispiele:


    a) Terroristen sprengen sich irgendwo in einer Innenstadt in die Luft --> ergibt eine Punktlage, leicht beherrschbar ohne grössere Auswirkungen auf unsere Gesellschaft
    b) Terroristen sprengen gezielt ein paar Umspannstationen / Freileitungen in die Luft --> ergibt eine Flächenlage mit grossen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft (Versorgung, Entsorgung, Gefahr der Anarchie, ...)


    Nun kannst du halt nicht öffentlich bekannt geben, das intern mit "b" gerechnet wird. Also bereitet man sich offiziell auf einen Stromaufall der anderen Art (Blackout, Netzüberlastung, Hackerangriff) vor.

    Zitat von T-72;282797

    Was ich zu diesem Thema bemerkenswert finde, mein Arbeitgeber(Versorger) fährt aktuell ein massives Programm zur Verstärkung der Sicherheit gegen Angriffe von INNEN auf die Infrastruktur (aktuell hauptsächlich IT, mehr soll kommen). Von Aussen war die schon immer hoch, aber man hat nun anscheinend auch Angst vor Sabotage von Innen. Und das sind keine Lippenbekenntnisse des Managements, das Budget dafür ist üppig, die Zeitpläne brutal. Man hat es offenbar eilig.


    Es gab dazu auch ne grössere Veranstaltung für alle Führungskräfte, zu der sie allen Ernstes Marc Elsberg (den Autor von Blackout) eingeladen hatten. Das ist für einen knochentrockenen Laden wie meinen ein regelrechter Kulturschock.


    Das zu lesen, freut mich. Zeigt es doch, dass einige umdenken und die schönrederei so langsam aber sicher ein Ende hat. Bei mir im Landkreis ist das Thema "Blackout" mit seinen bösen Folgen mittlerweile Chefsache, mehrmals im Jahr finden diesbezüglich Treffen aller Enegieversorger/Gemeindeverwaltungen zu den Themen Kraftstoffbevorratung und -versorgung, Notstromversorgung von Wasser-, Pumpwerken, Feuerwehrhäusern und so weiter statt.