Beiträge von Opa

    Der positive Aspekt den diese Pandemie auf die mRNA-Impfstoffentwicklung hat, wird sich hoffentlich auch bald auf die Entwicklung von Impfstoffen gegen andere Erkrankungen wie Krebs auswirken.

    Dieser Punkt wird noch spannend. Die Technik, die jetzt als Massenimpfung verwendet wird, wurde ja für Individualtherapie entwickelt, mit dem Ziel da pro "Schuss" um die Million Dollar verlangen zu können. Jetzt wurde demonstriert, dass man den mRNA-Impfstoff für einstellige Dollarbeträge herstellen kann...


    Bin gespannt was sich die Pharmariesen da einfallen lassen.




    Nick

    Am besten ist es doch, gar nicht erst in den Stau reinzukommen.

    1. Immer vor der Auffahrt auf die Autobahn Staumeldungen oder Google Maps angucken.

    2. Auf der Fahrt immer wieder kontrollieren.

    3. beim kleinsten Anzeichen von Ärger runterfahren.


    Es gibt Navis, die man auf "Schleichwege" programmieren kann. Da würde ich den "MapFactor" empfehlen. Nicht so einfach zu bedienen, aber sehr sehr viele Einstellmöglichkeiten.



    Nick

    Zehn Sekunden sind verdammt lange.


    Bewegungsmelder kann man überlisten und machen die Kamera sehr auffällig.


    Ich empfehle auch eine kleinen Actioncam mit großer Karte und großem Akku, falls notwendig. Auswertesoftware gibts OpenSource.


    Für mich würde ich einen Selbstbau bevorzugen. Es gibt auch für Privatleute frei verkäufliche Platinenkameras, bei denen Chip+Optik ungefähr ein Kubikmilimeter groß sind. Die kannst Du überall einbauen und die brauchen Energie im 10 Milliwatt-Bereich.


    Nick

    Ich dachte, ich bin in einem "Prepper"-Forum, hier sind die harten Kerle (und Frauen ;)) unterwegs, die nichts wirklich schrecken kann. Vorbereitet auf so ziemlich alles, sogar bis zur Zombie-Invasion.

    Das ist low quality Bait. Aber ich beiße trotzdem mal an.


    Als Prepper, als Kämpfer und eigentlich überall halte ich Aufklärung für wichtiger als ein großer Munitionsvorrat.

    Und zur Aufklärungsarbeit gehört nicht nur Tagesschau zu schauen, sondern sich aus verschiedenen Quellen zu informieren, und, was seit Corona auch bei vielen Preppern nachgelassen hat: Nachzudenken.


    Wenn Sich ein Innenminister hinstellt, und verkündet, Verkehrspolizisten werden zu Coronakontrolleuren degradiert, dann bedeutet das nicht nur, dass Partysüchtige mehr zu befürchen haben, sondern das bedeutet auch, dass es im Verkehr gefährlicher wird. Unter anderem durch solche, die endlich ihren Geschwindigkeitsrekord über 100 km Überlandfahrt verbessern wollen, und welche, die durch solche Aussagen dazu verleitet werden, "schon immer sinnlose" Verkehrsvorschriften zu ignorieren.


    Und die Verkehrsrowdies halte ich noch für eine der harmlosesten Folgen des Coronaaktionismus.


    Wenn Du in der aktuellen Lage wirklich meinst, du atmest gesiebte Luft, holst Dir alle 3 Monate einen neuen Schuss, und damit bist du völlig sicher vor allen Coronamaßnahmenfolgen, dann bist Du auf mehreren Augen gefährlich blind. Aber mach es ruhig, dann stirbst Du wenigstens nicht am Virus. Kannst Du Dir dann auf den Grabstein schreiben lassen.



    Nick

    Das ist halt leider dem Virus egal, ob man nun nicht mehr will.


    Wer keinen Bock mehr auf Pandemie hat, deshalb auf Booster und Masketragen verzichtet, wird sich vermutlich anstecken. Je nach Alter und Vorerkrankungen kann dies tödlich enden. Entscheidungen haben Konsequenzen.

    Da gebe ich Dir absolut recht. Aber wer nicht sterben will, hätte halt nicht geboren werden dürfen.


    Außerdem gehen die Selbstmorde durch Depressionen gerade durch die Decke. Irgendwas mit 4000 pro Monat in den USA hab ich kürzlich gelesen. Dass daran auch Vereinsamung durch "Kontaktbeschränkungen" schuld ist, dafür gibts natürlich keine Studien, aber es dürfte naheliegend sein.


    Wenn ich schon sterben muss, dann lieber stehend als an einer Depression.



    Nick

    ich würde nicht alle in einen Topf werfen.

    Seh ich genau so. Zu deinen zwei Gruppen kommt aber noch mindestens eine weitere: Diejenigen, die einfach die Schnauze voll haben. Ich leugne das Virus nicht, aber ich will einfach nicht mehr. Zusätzlich zur Impfung nochmal testen? Aus "Vernunft"???? Ich mach den ganzen Scheiss zwar mit, so lange es gesetztlich vorgeschrieben ist, aber keinen Bruchteil eines Millimeterbruchteils mehr.


    Sehr viele, die ich kenne, sehen das genau so. Einige sind noch einen Schritt weiter, nämlich dass sie auch die Gesetze hier nur noch einhalten, wenn sie ernsthaft befürchten müssen, dass sie erwischt werden. Und dank totgesparter Polizei wird dieses Risiko immer geringer.



    Nick

    Cephalotus:

    Die Aussage muss so zwischen 2000 und 2005 gefallen sein.

    Über mein Alter möchte ich nicht sprechen :-)


    In der Konstruktion war die wichtigste Arbeit das Nachdenken. "Kompliziert konstruieren kann jeder!" ist auch so ein Spruch.

    Ich kenn mich in der Industrieprogrammierung nicht so sehr aus, aber da kann man sicher auch mit viele Programmzeilen oder mit wenigen Programmzeilen das gleiche Problem lösen. Wobei die vielen Programmzeilen (=mehr Arbeit???) eher die schlechtere Lösung sein dürfte, oder?


    Was ich damit sagen will: Gute Arbeit zu messen ist schwierig. Meiner Meinung kann man sie nur an der Kundenbindung festmachen. Anzahl der Programmzeilen, Kilogramm verbrauchtes Papier, Arbeitsstunden... das sind alles nur Krücken.



    Nick

    Wenn man das etwas weiterd denkt stellt sich in manchen Bereichen dann auch gleich die Frage, warum es jmd mit 100% Homeoffice aus DACH sein muss, wenn man Arbeitnehmer in Polen, Rumänien oder Indien viel billiger bekommt.

    Das sehe ich eher entspannt. Ein hohes Tier in meiner Firma hat vor langer Zeit mal sinngemäß gesagt: "Ein tschechischer Konstrukteur kostet mich zwar nur ein drittel vom deutschen Konstrukteur. Aber ich brauche vier stück davon für die gleiche Arbeit."


    Nick

    Hab da mal nachgedacht, und auch schon von Bekannten und Arbeitskollegen das Gedankenspiel gehört:

    Da immer mehr Firmen Homeoffice anbieten kann man auch bei einem Arbeitgeber arbeiten, der sehr weit weg von der eigenen Wohnung ist.

    Bisher ist es so, dass in Großstädten auch deutlich höhere Löhne gezahlt werden, einfach weil dort die Lebenshaltungskosten auch deutlich höher sind als auf dem Land.


    Wenn nun Firmen mitten im Nirgendwo mit relativ niedrigen Lohnkosten plötzlich in den Wettbewerb mit Großstadtfirmen treten müssen, die locker mal 50% mehr zu zahlen bereit sind... das dürfte auch für mittlere und große Unternehmen in der Pampa echt happig werden.


    Meint ihr, das wird Pleiten nach sich ziehen?

    Werden traditionell auf dem Land hergestellte Produkte dadurch deutlich teurer?

    Können Großstadtbetriebe ihre Löhne drücken, weil ja "günstigere" Arbeiter über das Internet von Hinterstein aus zu arbeiten bereit sind?

    Könnte es sein, dass es auf dem Land plötzlich unangenehm voll wird, weil alle aus der Stadt raus wollen?



    Nick

    Das Argument: damit sie wieder weg gehen dürfen, ist übrigens eindeutig freiwillig ...

    "Hausarrest + nur raus zur Schule"

    Sowas wurde zu meiner Zeit als Höchststrafe verhängt.


    Du hast schon komische Vorstellungen von Freiwilligkeit.


    Vielleicht gehst Du ja nicht so gerne unter die Leute, deshalb für die Nerds unter uns:

    Hausarrest ist für normalere Kinder wie Computerverbot für euch.



    Nick

    Meine Kinder haben von der Schule mitbegbracht:


    1. Alle Kinder die sich haben impfen lassen, haben das nicht freiwillig gemacht, sondern auf Druck von Eltern, Trainern oder damit sie wieder weg gehen dürfen.

    2. Bei so ungefähr der Hälfte gabs Reaktionen mit zwei oder drei Tagen krank.

    3. Diejenigen, die von Allgergien geplagt werden, bei denen hat die Impfung Allergieschübe zur Folge.


    Deshalb, und weil gerade bei Kindern eventuelle Langzeitfolgen schlimmer wären als bei Alten, habe ich für die Kinder einen Arzttermin gemacht, wo erst mal die Antikörper getestet werden, ob bei ihnen die Impfung überhaupt notwendig ist. Schließlich sind sie ja täglich im Bus eingepfercht, und es ist doch recht wahrscheinlich, dass sie Corona schon überstanden haben.



    Nick

    Überall, wo viel Geld im Spiel ist (Tabakindustrie, Pharma, Erdöl oder auch Energieversorger) wirst Du immer Studien gemäß "Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing" finden.


    Deshalb solltest wirst Du vermutlich ohne zu studieren, Dir keine wirklich 100% ige Überzeugung beschaffen können.


    Es gibt ein Physikexperiment, bei dem man mit niederfrequenten Wechselfeldern das Kristallwachstum (ich glaube Calziumacetat wars) beeinflussen kann. Da das und ähnliche Stoffe auch in Lebewesen vorkommen, kannst Du als sicher annehmen, dass auch niederfrequente Wechselfelder, also das, was von Stromleitungen kommt, Auswirkungen auf Lebewesen hat.


    Damit ist aber *nicht* bewiesen, dass diese Auswirkungen gut oder schlecht oder überhaupt bemerkbar sind.


    Dafür müsste man statistisch signifikant erhöhte Krankheitsbilder entlang Hochspannungstrassen finden, und da ist es erst mal schwierig wegen Datenschutz an solche Daten zu kommen, und dann muss ja noch jemand den, der die Studie durchführt finanzieren. Energieversorger werden das nicht tun, falls das Ergebnis "ja" ist. Und Pharma und Tabak werden auch nichts zahlen, weil es denen schlicht egal ist.


    Außer es wird ein Medikament gegen magnetische Wechselfelder entwickelt, dann könnte die Pharmaindustrie vielleicht Geld reinbuttern, um einen Bedarf zu belegen :-)


    Das bezieht sich alles auf die Strahlung.


    Ein 50-Hz-Brummen kann auch ganz schön störend sein, aber dafür gäbe es Schallschutzfenster.


    Und man kann sich natürlich an alles gewöhnen. Andererseits man kann sich auch in Kleinigkeiten hineinsteigern, und ein Leben lang immer ein Bisschen geärgert werden, das kann sich ganz schön summieren.


    Alles in allem: Ich würde ein Haus suchen, bei dem ich sozusagen "Liebe auf den ersten Blick" verspüre. Es ist ja schließlich für ungefähr so lange wie eine Ehe.



    Nick

    Ich hab mal (aus Versehen!!! nicht absichtlich) wegen einer falsch konfigurierten Cisco-Infrastruktur das komplette Netzwerk eines Standortes lahm gelegt, und zwar über Stunden.


    Cisco ist sehr unkomfortabel, es richtig einzusetzen erfordert schon fast ein Studium, *und* im Monatstakt werden dort Anfänger-Sicherheitslücken wie Wartungszugänge etc. bekannt. Und trotzdem ist es überall verbreitet.


    Ganz allgemein könnte man sich vielleicht mal überlegen, was man als Prepper, als einzelner vorbereiten könnte, wenn man damit rechnen, dass, schätzen wir mal... , über Tage kritische Dienste ausfallen.


    Alle persönlich wichtigen Daten auf einer eigenen Festplatte zu haben, ist da wohl das mindeste.


    Nick

    Was genau zu tun ist kann letzten Endes nur der Hersteller der Software (Log4j) sagen. Die haben die entsprechende Expertise. Alle anderen raten nur.

    Das würd ich mal in Frage stellen.


    Der Hersteller der Software log4j hat das Feature eingebaut, dass während des Loggens z.B. aktuelle Variableninhalte ausgelesen und mit ins Logfile geschrieben werden können. Das ist so variabel gestaltet, dass eben nicht nur ausgelesen, sondern auch geschrieben und ausgeführt werden kann. Das ist soweit sinnvoll und keine Sicherheitslücke. Wenn man das Feature komplett aus log4j entfernt, dann funktioniert log4j in vielen Anwendungsfällen nicht mehr.


    Eine Sicherheitslücke entsteht erst, wenn ein anderer Softwarehersteller einfach nur beliebige Strings, die z.B. von einer Texteingabe stammen, in ein Logfile schreiben will, aber eine falsche Bibliothek einsetzt, die viel mehr tut als wegschreiben. Dass sie viel mehr tut als wegschreiben ist dokumentiert und bekannt. An dieser Stelle der Auswahl der ungeeigneten Bibliothek liegt der Fehler, und er entsteht durch fehlende Expertise. Von solchen Klitschen ist alles zu erwarten, aber keine Expertise.




    Nick

    Ben:


    Es ist ein Totalschaden.

    Fremden Code mit Serverrechten ausführen zu können, das ist das höchste, was man sich als Angreifer wünschen kann.

    Ein Skriptkiddie könnte Reihenweise Server lahmlegen oder sie für weitere DOS-Attacken oder ähnliches nutzen.


    Analogie zum Atomkraftwerk: Du hast eine Telefonnummer direkt zur Schaltzentrale, und die tun alles, was du ihnen sagst, ohne nachzufragen.


    Das log4j ist in verschiedenen Geschmäckern überall drin. z.B. log4net ist eine Adaption auf .net-Umgebungen, und dort ist meines Wissens bisher noch nicht geguckt, ob sich da einer das gleiche erlaubt hat, und damit hättest Du vermutlich 90% aller Anwendungen, die irgend etwas loggen, also fast alles was es überhaupt gibt.


    Wie kommt so eine Lücke zu Stande?


    Ich hab selber auch schon solche "Sicherheitslücken" eingebaut. Du willst für ein kleines Programm, dass eigentlich nie für Produktivzwecke gedacht ist, kurz einen eingehenden String parsen, z.B. einen JSON-String? Saubere Lösung wäre, einen Parser zu schreiben, der genau das tut, was Du willst. Bequemerweise gibt es auch eine faule Lösung: Jage den JSON-String durch einen Java-Skript-Interpreter, den Du direkt schon im System hast. Eine Zeile. Fertig. Der Interpreter verhält sich wie ein Parser, so lange im String kein ausführbarer Code ist. Da ich das Programm nur für einen ganz bestimmten Zweck geschrieben habe, ist nicht zu erwarten, dass da was anderes als ein JSON-String drin steht. --> 10 Sekunden Arbeit statt 1 Tag Arbeit.


    Ich selber programmiere keine Atomkraftwerke, weil ich mir im Klaren darüber bin, dass ich nicht gut genug und akribisch genug bin, um sicheren Code zu schreiben. Bleiben also zwei Gruppen: Die die das sicher können, und die Hipster die nicht wissen, dass ihr Code Lücken wie Scheunentore enthält. Jetzt kannst Du mal tippen, welcher von beiden teurer ist, und was das für Konsequenzen für den großen Softwarehaufen da draußen hat.



    Nick

    Ich habe ja fast zehn Jahre in einer Großstadt gelebt (leben müssen), und wenn ich mir in Gedanken jetzt vorstelle das Szenario dort zu erleben...


    Zweiter Stock eines Hochhauses, Zweizimmerwohnung, kleiner Einmann-Gefrierschank, Ölheizung (elektrisch betrieben, aber noch so alt, dass man alternativ mit Ölkännchen das Öl hat vom Keller holen können),...


    1. Heizung wär erst mal kein Problem gewesen.

    2. Vorräte ähnlich wie heute, jedoch nur für eine Person gedacht. Ein Paar Wochen wär ich schon über die Runden gekommen, allerdings viel einseitiger als heute.

    3. Werkzeug war deutlich eingeschränkter bzw. noch nicht so weit aufgestockt. Das stärkste wäre vermutlich ein Klappspaten oder ein kleines Klauenbeil gewesen. Wobei man hier natürlich mit Panzertape und Staubsaugerrohr improvisieren könnte.


    Was mir eher sorgen gemacht hätte, wären die Nachbarn gewesen. Obwohl ich da sehr lange gewohnt habe, habe ich die Nachbarn ab und zu gesehen, geredet nur mit einem regelmäßig, und auch sonst hätte ich von denen keinen wirklich einschätzen können. Am gemeinsam nutzbaren Keller, durch Gitter getrennte Abschnitte hätte man abschätzen können, dass da vielleicht einer ein bisschen Vorräte hat, aber den meisten wäre sicher innerhalb drei Tagen, in denen sie in den ca 100 Meter entfernten Supermarkt nicht mehr können, das Essen ausgegangen.


    Könnte mir sehr gut vorstellen, dass ich da nicht drei Wochen friedlich Pornos geguckt und mir nebenher auf dem Ölofen ein Käsefondue warmgehalten hätte.


    Taktisch wäre die Wohnung ein Alptraum. Wenn einer zu Dir rein will, muss er durch eine stabile Holztür. Von außen mit Zeit gar kein Problem. Der der Arbeitet kann aus dem Treppenhaus von mir uneinsehbar gedeckt werden. Will dich einer wirklich fertig machen, kannst Du nichts dagegen machen, wenn er die Wohung unter Dir anzündet, falls die kleine unter mir das nicht ganz von alleine geschafft hätte :-(


    Wenn nur einer im Hochhaus ein Feuer verurusacht trifft es alle. D.h. das Risiko multipliziert sich mit der Anzahl der Wohneinheiten.


    Das einzige, was mir in der Stadt von großem Vorteil erscheint, ist der riesengroße Vorrat an Zeug, mit dem man improvisieren kann. Liegengebliebene Autos, Schrott, Abfalleimer, Unterschlupf, Dächer, Kanalisation, ... Ein kompletter Nichtsurvivler dürfte aus Abfalltonnen länger überleben als im Wald.



    Nick

    Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass es entgegen der Studien des Büros zur Technikfolgenabschätzung nach zwei Wochen immer noch keine Bürgerkriegsähnlichen Zustände gibt.


    Ich freue mich drüber, dass wir im Wesentlichen "nur" etwas mehr Freizeit haben.


    Seit der Strom wieder da ist, habe ich mal wegen Homeoffice nachgeschaut, aber auf der Statusseite unseres Unternehmens gibt es den Hinweis, dass die Produktion heruntergefahren ist, und dass zur Zeit kein Betrieb stattfindet.


    Die Beschäftigung auf dem eigenen Grundstück, die letzte Woche schon ab und zu den Charakter offensichtlicher ABMs hatte, wird zur Routine. Wenn man mal angefangen hat, dann findet man sehr schnell weitere Arbeit. Die Schleuse haben wir zur Hütte erweitert und dort "fließendes" Wasser aus der Zisterne installiert.


    Wir machen regelmäßig kleine Rundflüge mit der Drohne, und trotz des erhöhten Risikos, die Drohne kaputt zu machen, dürfen auch die Kinder mal ran. Es gibt noch zwei weitere Drohnen in der Nachbarschaft, die auch rumfliegen. Ist wie Drachen steigen.


    Wachen werden auch bei uns organisiert. Das sind meistens Zweierteams bei denen auch meistens ein Hundebesitzer dabei ist.


    Der Strom hat die Stimmung sehr gehoben, wobei ich mich überhaupt nicht darauf verlassen will, dass das auf Dauer so bleibt, weil gerade jetzt sehr viele alle verfügbaren Heizlüfter anwerfen...



    Nick

    Jetzt mal auf den zweiten Blick betrachtet...


    Die gezeichneten Szenarien erwarte ich realistischerweise in Gegenden, wo Leute "vernünftig" sind.


    In Brennpunkten, und davon gibt es ja immer mehr, dürfte nach eineinhalb Wochen Lockdown und halbwöchigem Stromausfall die Kacke am Dampfen sein.


    Eigentlich schön, dass hier keiner so ein Szenario zeichnet, denn das bedeutet, dass wir hier lauter Vernünftige sind :-)


    Aber ich denke mir, was diese brennenden Viertel und die Verzweiflung der dortigen Menschen für Auswirkungen auf uns haben würden. Im zweiten Weltkrieg gabs sogenannte "Hamsterfahrten" aufs Land, wo die Stadtbevölkerung die goldene Uhr vom Opa gegen einen halben Zentner Schinken getauscht haben.


    Ob das heute auch so ist? Kommen da Leute, die gar nicht mit Gewalt etwas holen wollen, sondern aus Verzweiflung ihr letztes Hemd gegen ein Stück Butter tauschen wollen?

    Wie würdet ihr damit umgehen?


    Kurz: ich erwarte, dass in der zweiten Woche sich ein Schwarzmarkt entwickelt mit allen seinen Gefahren und Chancen.


    Eine der Gefahren wird sein, dass sich Banden organisieren, Raubzüge starten, und die Beute auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Dürfte ein sehr lukratives Geschäftsmodel sein.



    Nick

    Langsam fällt uns allen das Dach auf den Kopf, es muss dringend Ablenkung her.


    Mit den Kindern suchen wir vom Haselnussstrauch Wanderstöcke, Abstandshalter, Meinungsverstärker,... wie auch immer. Die werden schön mit dem Schnitzmesser verziert. Das ist schon mal ein Nachmittag.


    Ich improvisiere in der Gartenhütte eine Dekontaminations"schleuse". Ich habe zwar nicht sehr viel Desinfektionsmittel gelagert, aber ich hoffe, dass Viren empfindlich auf Spiritus reagieren. So bald die Temperaturen wieder steigen, wird man über Brandschutz nachdenken müssen.


    Das, was man sowieso gerne tut, nämlich erzählen, was man so gesehen hat, wird zum Ritual: Wenn einer draußen war, erzählt er jede noch so kleine Auffälligkeit. Schult die Beobachtungsgabe.


    Die Stöcke waren eine gute Idee. Wir trainieren seit Ewigkeiten mal wieder Stockkampf. Ich fange mir einige blaue Flecken ein und auch ernsthaftere Verletzungen wie eine kleine Platzwunde. Ist für eine Krise jetzt vielleicht nicht so gut, aber sich gegenseitig im Haus drin umzubringen wäre noch schlechter. Aus der Platzwunde wird ein großes Happening, jeder will mal den Opa verbinden. Verbandsmaterial ist überreichlich vorhanden.


    Homeschooling kommt gut vorran. Ich habe so das Gefühl, die lernen zu Hause mehr als in der Schule ...


    Das Grundstück wird etwas mit Hindernissen vollgestellt. Ich kann eh nicht so tun, als ob niemand zu Hause ist, dann lieber gleich den Eindruck erwecken: Kommt liebe Einbrecher! Dann ists den Kindern nicht so langweilig und sie haben was zu tun!


    Über eins mach ich mir jetzt zum ersten Mal ernsthafte Sorgen: Ich hab zwar Vorräte, aber ich bin kein Selbstversorger. Was tun, wenn meine Firma kaputt geht? Wenn man keine Spezialisten wie mich mehr braucht? Was kann ich, wofür man Butter, Zahnbehandlung oder Kerzen kriegt? ... Einen Tag verbringe ich damit, die alte Nähmaschine wieder zum Laufen zu bringen, ein Tag geht drauf, die Holzbearbeitungswerkzeuge incl. Verbrauchsmaterial (Bohrer Sägeblätter Schrauben Bits,...) zu inventarisieren.





    Nick