Beiträge von Maresi

    Residuallast ist - wie der Name schon sagt - keine Erzeugung, sondern eine Last. Last entsteht durch den Verbraucher, und die Erzeugung hat die Aufgabe, genau so viel Energie zu erzeugen wie der Verbrauch (die Last) aktuell vorgibt.

    Grundlastkraftwerke dienen zur Abdeckung der Grundlast (die vom Verbraucher erzeugt wird und quasi das unterste, immer nachgefragte Niveau darstellt). Spitzenlastkraftwerke dienen zur Abdeckung der - Überraschung! - Spitzenlast.

    Residuallast ist das Delta zwischen dem jeweiligen Bedarf abzüglich nicht regelbarer (idR: EE-) Energiequellen und wird überwiegend von konventionellen Kraftwerken abgedeckt.


    Eine gute Definition habe ich unter https://www.next-kraftwerke.de/wissen/residuallast gefunden


    Wenn ich dich richtig verstanden habe, wolltest du aussagen: Es bedarf flexibler Residuallastkraftwerke?!? DEM hingegen kann ich uneingeschränkt zustimmen!

    Bin ich eigentlich der einzige, der der sich ein wenig "seltsam" dabei vorkommt: Über viele Jahrzehnte ist das Stromnetz dem Verbrauchsverhalten der Abnehmer gefolgt.

    Plötzlich wird uns die Energiewende als Erfolgsmodell angepriesen, allerdings mit dem Paradigmenwechsel, dass der Verbraucher sich nach der Erzeugung richten muss (aka "flexible Residuallast")?!?

    Hab' gerade nachgeschaut: Der Mygga Spray enthält 9,5% DEET; Antibrumm hat 30%. Von daher würde ich die Mühe nicht auf mich nehmen, da den Import vom Mygga-Spray nicht unbedingt auf mich nehmen.

    Wir brauchen heute keine nennenswerten Speichermengen sondern flexible Residuallast. Das können unsere AKW nicht.

    Nein. Das ist so dermaßen übersimplifiziert, dass es schlicht und ergreifend falsch ist!

    Deutschland hat eine permanente Grundlast von ca. 30 GW im Sommer bzw. ca. 40 GW im Winter.

    Die kann man jetzt entweder (wie die vergangenen Jahrzehnte hervorragend bewiesen haben) über grundlastfähige Großkraftwerke erzeugen, oder über einen Mix aus zigtausenden unterschiedlichen Erzeugern, die (wie im Falle von PV und Wind) oftmals schwer bis gar nicht regelbar sind.

    Dass das dann in Summe flexibler ist als das (zumindest tlw. noch) bestehende System muss erst noch bewiesen werden.


    Bereitet Euch auf einen Stromausfall vor, das war schon immer ein wahrscheinliches Katastrophenszenario und wird es auch künftig sein. Und macht drei Kreuzzeucheb, wenn dann die AKW keine direkte Gefahr mehr sind, denn die können Euch in so einem Fall Euer Haus, Euer Grundstück und alles andere nehmen und dagegen könnt ihr nichts tun.

    Die AKWs werden noch viele Jahre lang eine Bedrohung sein. Und stillgelegte AKWs noch viel mehr als noch laufende, weil sich bei ersteren ja keine Investitionen mehr lohnen...

    Da ich ebenfalls im Bereich der kritischen Infrastruktur mitarbeite, muss ich hier sagen: Das, was von GilleD geschildert wurde, kann ich absolut NICHT bestätigen!

    Das Thema wird bei uns aktiv besprochen (auch auf GF- und Vorstandsebene) und mittels Maßnahmen (sowohl was Schulungen/Trainings als auch Investition in die Infrastruktur anbelangt) so gut wie möglich versucht, da vorzubauen.

    Wir lassen uns da auch von externen Experten (und damit meine ich: echte Experten!) beraten und sind mit dem universitären Bereich einer renommierten Uni bestens vernetzt.




    PS: Nein - ich werde da keine weiteren Details dazu hier in einem Forum veröffentlichen. Dazu ist mir mein Arbeitsplatz zu lieb und teuer...

    Um wieder ein wenig auf die wissenschaftlichen Unterlagen zu kommen: Die dena (deutsche Energieagentur) hat bereits 2016 eine "Studie Momentanreserve 2030" herausgegeben: https://www.dena.de/fileadmin/…_Momentanreserve_2030.pdf


    Damals ist noch mit mehr KohleKWs gerechnet worden als es jetzt tatsächlich sein werden (ca. 3 GW Differenz).

    Bereits damals war die am Netz befindliche Momentanreserve als zu niedrig bewertet wurden, und es wurden Handlungsempfehlungen gegeben (die - no na, möchte man fast sagen) von der Politik 1:1 ignoriert wurden.


    Momentanreserve spielt aber eine entscheidende Rolle wenn es darum geht, bei hohen Lastsprüngen (wie zB heuer im Jänner) da Netz stabil zu halten.


    Die gute Nachricht: Man kann hier gezielt Eingreifen, um solche stabilisierenden Maßnahmen zu setzen.


    Die schlechte Nachricht: Eigentlich ist es fast schon zu spät. Außer, wir haben im den kommenden paar Jahren Glück mit dem Wetter...

    Denn solche Anlagen zu bauen bzw. nachzurüsten kostet Zeit und Geld. Und viel Elektronik, welche sich gerade ein wenig rar macht...

    Ach ja, fast hätte ich das naheliegendste (aus meiner Sicht) vergessen: Das Energieinstitut JKU hatte u.a. zwei Forschungsprojekte zum Thema Blackout (gemeinsam mit der Europäischen Kommission und Partnern aus der (E-)Wirtschaft. Ein Ausfluss daraus ist zB der Blackout-Simulator, welcher die wirtschaftlichen Schäden für einzelne Regionen modellieren kann.

    Ein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit dem Thema, wie man bei einem Blackout wieder Inseln (mit Erneuerbaren) hochfahren könnte...


    Interessant ist auch MOVE2, hat aber weniger mit Blackout zu tun.

    Na ja. Als MSc ist er sehr wohl Wissenschaftler - zumindest nach gängiger Definition ;)


    Als u.a. Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge ist er auch mehr als eine Privatperson, was dieses Gebiet anbelangt.

    Da "Blackoutitis" noch kein offizielles Studienfach oder Lehrberuf ist, gibt es auf diesem Gebiet auch keine formelle Ausbildung. Und auch ein elektrotechnisches Studium alleine ist da weder ausreichend noch eine notwendige Voraussetzung, um Experte für Blackouts zu sein.

    Auch Mark Elsberg hat keine entsprechende formelle Ausbildung genossen, ist aber aufgrund seiner Recherchen zu "Blackout" inzwischen ein international anerkannter Experte.



    Was die Studienlage anbelangt: Es gibt die TAB-Studie, den dt. RH-Bericht, den KIRMin-Zweig der TH Köln und Studien bzw. Szenarien aus dem Bereich der E-Wirtschaft.

    Gerade der dt. RH-Bericht zeigt ja sehr deutlich auf, dass die betrachteten Szenarien unrealistisch optimistisch sind bzw. ungünstige Szenarien (so wie wir sie heuer im Jänner hatten) einfach ausgeblendet wurden.



    Hinzu kommt, dass (was aber relativ selten betrachtet wird) Deutschland bei der Energiewende sehr stark auf Gas als Ausfallshilfe setzt. Hier gibt es aber durchaus auch Grund zur Sorge. Z.B. herrschen aktuell extrem niedrige Füllstände bei den Speichern (im Schnitt unter 40%) in Kombination mit hohen Preisen und einer starken Abhängigkeit von ganz wenigen Anbietern (mehr als 75% kommen aus Russland, Norwegen und Algerien), und zwei dieser drei Länder sind politisch entweder nicht so stabil wie wir es gerne hätten oder aber so stark, dass sie einer Konfrontation durchaus nicht zwangsweise aus dem Weg gehen müssten.

    Egal wie seriös ein youtuber ist, er lebt von clicks. Und wenn gerade ein Thema die Massen interessiert kann man damit Clicks erhalten. Interessanter wird die Frage wie gut oder richtig sie das erklären. Machen sie Panik, verbreiten sie Meinungen, erklären sie sachlich Fakten oder plaudern sie nur nach was sie woanders aufgeschnappt haben?

    Na ja. Auch die vom Faktenfuchs sind dem durch Klicks generierten Mammon nicht abgeneigt. Auch wenn der öffentlich-rechtliche BR nicht zwangsweise von Werbung leben muss, so gibt es doch auch eine gewisse Notwendigkeit, das Publikum zu überzeugen. Sonst wird halt die Sendung abgesetzt...

    Weiß ich, aber auch hier fehlt mir die Evidenz.


    Sich auf Saurugg zu berufen, der finanzielle Interessen an der Materie hat, ist halt noch lange kein Beweis für einen bevorstehenden Blackout.


    Und einen Blackout in einem spezifischen Zeitrahmen wie 5 Jahre vorhersagen zu wollen, halte ich für unseriös.

    Wobei ich in diesem Fall die Kompetenz von Saurugg als die höhere einstufen würde. ;)


    Was die Evidenz betrifft: Da der Begriff durchaus vielfältig zu verstehen ist, wäre erst mal interessant, wie das gemeint ist.

    Falls mit Evidenz ein empirischer Nachweis gemeint war: Gottseidank haben wir noch keine! Wenn es nach mir geht, kann es auch so bleiben.

    Allerdings befürchte ich, dass eher der "bayerische Youtuber" (oder Saurugg oder das Ö BH) recht behalten wird als der Faktenfuchs...

    Was wir haben ist der Pfad von A nach B, da kann es schon mal hakeln.

    Mhmm. Ich sehe das ein wenig anders. Gerade in Deutschland hat man einen Ausgangszustand A, einen Zielzustand B und einen Zeitplan (aber leider keinen durchgängigen Pfad), um von A nach B zu kommen.

    Wenn ich dringend benötigte Kraftwerkskapazitäten abschalte, bevor die notwendigen Ersatzmaßnahmen (Leitungen, Speicher, ...) errichtet sind, dann ist das kein Pfad, sondern das Prinzip Hoffnung!

    Was nicht heißen soll, dass ich gegen die Dekarbonisierung oder den Atomausstieg bin. Aber das was in D gerade versucht wird ist, ein Eingriff am offenen Herzen, der aber nicht von einem Gefäßchirurgen sondern einem Apotheker durchgeführt wird. Der Gefäßchirurg darf aus der zweiten Reihe sagen was er für richtig hält und muss hoffen, dass der Apotheker das tut was er ihm sagt...

    Dass Plan und Wirklichkeit nicht zusammenpassen hat man ja heuer im Jänner bereits gesehen. Trotzdem wird am Plan weiter festgehalten...


    Aber das echte Problem dabei ist: Bei der Stromversorgung darf es nicht "schon mal hakeln"! Welche enormen Schäden und zu erwartenden Todesopfer auch ein vergleichsweise kurzer Blackout (wenige Tage) verursachen kann, ist ja bekannt. Da zu sagen, dass es "schon mal hakeln" kann ist mMn zutiefst zynisch.

    Abwärme der thermischen Kraftwerke entfällt. primärenergetisch erstezt 1kWh Solarstrom z.B. 3kWh Atomstrom (wenn ich 20% Solarstrom im Jahresverlauf weg werfe ersetzt 0,8kWh von 1kWh Solarstrom dann eben 2,4kWh Atomstrom)

    Der e-PKW ist primärenergetisch 4x effizienter als der Verbrenner

    die Wärmepumpe ist ca. 3x effizienter als die Öl oder gastherme

    Wobei die Abwärme aus den thermischen Kraftwerken sehr oft auch als Nah- oder Fernwärme ausgekoppelt wird und daher nicht verloren ist, sondern auch noch genutzt wird. Diese Wärmeenergie muss dann ja erst recht wieder durch zusätzliche Stromerzeugung für Wärmepumpen ausgeglichen werden (weil Biomasse nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht und alle fossilen Heizungsarten ja ebenfalls verboten werden sollen).

    Hinzu kommt, dass der Wirkungsgrad (selbst ohne FW-Auskopplung) von modernen*) GuD-Anlagen bei ca. 60% liegt - die Rechnung bezüglich ersetzter Primärenergie gilt also nicht bzw. maximal sehr beschränkt auch für andere Kraftwerkstypen. Zum Vergleich: Aktuell liefern thermische Kraftwerke etwa 3x so viel Strom wie die noch am Netz verbleibenden AKWs.


    Was aber oft vergessen, verdrängt oder nicht verstanden wird (und worauf auch der "bayerische Youtuber" richtigerweise mehrfach hinweist): Es gibt derzeit keinen ausreichenden Ersatz für die Momentanreserve, welche durch die Energiewende abgebaut wird. Da hilft es auch nichts, dass man vll. irgendwann mal ausreichende Batteriekapazitäten haben wird oder die Regelungsmodule der Windräder theoretisch so umgerüstet werden könnten, dass sie Momentanreserve zur Verfügung stellen: Dem Stromnetz hilft nur das, was wirklich aktiv am Netz hängt.

    Lösungen, die irgendwann kommen, noch in Entwicklung sind oder vll. "nachgerüstet werden können" hingegen helfen sogar noch weniger als Globuli - weil da zumindest der Placeboeffekt greift.


    *) Also alles, was die letzten 30 Jahre gebaut wurde.

    Man könnte schon Konzepte entwickeln wenn man wollte. Z.B. könnte man auch mehr Waren auf der Schiene transportieren.

    Sofern Kapazitäten vorhanden sind. In Österreich z.B. sind auf der (wichtigen) Westbahnstrecke (Salzburg-Wien) keine nennenswerten Slots für zusätzliche Güterzüge mehr vorhanden. Es wird zwar ausgebaut, aber sowas dauert. Und bis das erledigt ist, gibts halt keine zusätzlichen Gütertransporte...

    Bei mir hat sich Sudzuk (RInderwurst aus dem Balkan) als wahrer "Dauerbrenner" erwiesen: MHD August 2018, wurde im April aufgemacht und seitdem (in der Originalverpackung, aber eben angeschnitten) im Kühlschrank aufbewahrt.

    Schmeckt etwas intensiver als im Auslieferungszustand, ist aber immer noch gut zu essen und selbst ungekocht haben sich keine unerwünschten Symptome eingestellt...

    Ich war ja vorige Woche mit Freunden in Kroatien mit dem Motorboot unterwegs. Unbedingt mit dabei sein musste auch meine Engel Kühlbox (Der Board-Kühlschrank war mit Essen voll - wir wären sonst auf dem offenen Meer verdurstet 8o).


    Jedenfalls haben wir (um die Boardbatterie zu schonen - wir waren nur ein mal an Landstrom) die Kühlbox einfach an ein billiges 100W PV-Panel (nicht flexibel) angeschlossen. Da die Engel-Box gottseidank sehr flexibel ist, was die Eingangsspannung anbelangt, ist das sogar ohne zwischengeschalteten DC-DC-Converter gegangen; Die Box wurde also direkt an die Modulspannung (~18V bis 21V) angeschlossen.