Beiträge von UrbanTrapper

    Das wird erst NACH dem Blackout wieder der Fall sein, einige werden während des Blackouts extern unterkommen müssen, da sie den Heimweg nicht schaffen

    Wenn ich beim Blackout nicht zu Hause bin, werde ich in jedem Fall den nächsten sicheren Ort aufsuchen wollen. Seien es Freunde oder Familie oder eben direkt nach Hause. Wäre nicht das erste Mal, dass ich 30 oder 40 km Strecke zu Fuß zurückgelegt hätte.

    Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass aktuell würde ich das nicht hinbekommen mit meiner täglichen Ausrüstung, die ich im Rucksack dabei habe. Aber selbst wenn ich langsam gehe, wäre ich spätestens in zwei Stunden zu Hause, wenn ich jetzt von der Arbeit losginge... Da hält sich die erforderliche Ausrüstung in überschaubaren Grenzen.

    Dass das Militär im Blackout-Fall überall helfend mit Sprit und Notstromaggregaten zur Verfügung steht, kann man sich getrost abschminken.

    In den 1990er Jahren wäre das tatsächlich realistisch vorstellbar gewesen!

    Da hatte jede Division ein Transportbataillon und in diesen Transportbataillonen gab es eine Betriebsstoffkompanie, die mit bummelig 20 Tanklastzügen ausgestattet waren (jeweils diese großen 18.000 Liter Schüsseln). Bei bummelig einem Dutzend Divisionen kann man sich schon ausrechnen, was da an Kapazität vorhanden war. Dazu kommen dann noch die Transportkapazitäten, die auf Korpsebene (wir hatten drei) und auf Brigadeebene verfügbar war.


    Da in diesen Transportbataillonen noch schlappe 80 LKW (10t handelsüblich, 10t geländegängig ubd/oder 12t multi) plus Anhänger und etliche LKW mit 5t bzw. 2t Nutzlast zur Verfügung standen, die man für palettierten Kanistertransport einsetzen konnte, wäre da einiges möglich gewesen. Dazu noch das, was mit den Nachschubverbänden an Transport- und Umschlagkapazität möglich war...

    Betonung liegt auf gewesen und war, denn in den 2000ern und noch mehr nach dem Aussetzen der Wehrpflicht hielt man es für eine "kluge" Idee, die Nachschub- und Transportkapazitäten zu Lande von Heer, Luftwaffe und Marine zu bündeln in der Streitkräftebasis. 🤷‍♂️


    Es war schon ein Jammer als mein Spieß damals 2002 sagte, dass ich zu meiner nächsten Wehrübung im nächsten Jahr doch bitte Besen und Kehrblech mitbringen müsse, da im nächsten Jahr um diese Zeit das Batallion nicht mehr existieren würde (oder kurz vor der Auflösung stünde). Und der Nachschubverband in Delmenhorst war überhaupt nicht glücklich darüber, "noch einen Reservisten" in seiner Liste zu haben... 🙄🤷‍♂️


    Lange Rede, kurzer Sinn: Wer HEUTE sagt, "die Bundeswehr könne doch mal eben..." hat die Entwicklung in der Bundeswehr in den letzten zwanzig Jahren nicht mitbekommen. Selbst ich bekomme nur noch einen Bruchteil dessen mit und kann nur mit dem Kopf schütteln. Wenn ich das gesamte Bild hätte, würde mir wahrscheinlich vor lauter Kopfschütteln der Kopf abfallen.


    Die Bundeswehr, wie such sicherlich das Bundesheer in n Österreich und die Schweizer Armee wären in einem Blackoutszenario eigentlich die idealen Ansprechpartner für eine Zusammenarbeit und Amtshilfe. Immerhin sind deren Systeme und Strukturen darauf ausgelegt, autark zu funktionieren. Im Idealfall auch nach einem Atomkrieg...

    Da wo die Kabeltrommel (50 m ) erwähnt wird ?

    Ich hoffe auch, dass die Kabeltrommel dort steht. Auf der anderen Seite, DIESE Kabeltrommel wird niemand "mal eben" wegschleppen. Ich glaube kaum, dass das eine handelsübliche Kabeltrommel mit vier Steckplätzen für Schule-Anschluss und 50 m Leitungslänge aus dem Baumarkt sein wird. 😉 Die wird, neben der nötigen Leitungslänge auch einen ordentlichen Querschnitt haben, um die Stromlast von 500 Krankenhausbetten und dem dazugehörigen "Schnickschnack" bedienen zu können.

    Vor allem, wenn man aufgrund durchschnittlicher Körpergröße ohne Leiter oder Sessel gar nicht zur Decke raufkommt...

    Dafür hat man(n) eine Frau oder ersatzweise einen Zollstock, um die Distanz zu überwinden. Der Schornsteinfeger war bei uns die Tage zur Überprüfung der Rauchmelder. Zollstock ein oder zwei Glieder ausklappen und man kommt problemlos überall ran. Hat bei uns im Haus trotzdem noch seine Zeit gedauert. 🤷‍♂️

    Dachboden Ost 1x

    Dachboden West 1x

    Wollte ich gerade vorschlagen. Wenn bei euch das Reetdach potentiell die größte Feuergefahr darstellt, dann wären Rauchmelder dort wahrscheinlich sinnvoll untergebracht, auch wenn sie durch die einschlägigen Landesvorschriften dort nicht verlangt werden.


    Solche Gesetze sollen ja nur den allgemeinen "Normalzustand" abdecken und sind in der Regel bewusst einigermaßen vage gehalten, um juristischen Spielraum zu haben.

    Und was die vertraglich zugesicherten Treibstofflieferungen angeht: Die gibt es nur auf dem Papier.

    Das Problem bei den Treibstofflieferanten sind im Zweifelsfall deren eigenen Mitarbeiter. Die werden ja irgendwo ebenfalls pennen müssen und wenn sie aus der Schadensregion kommen, dann werden sie sich wahrscheinlich auch in der einen oder anderen Form um ihren eigenen Hausstand und/oder Familie kümmern wollen oder müssen. Je nachdem, was der Grund für den überregionalen Blackout war.


    Meine Erinnerung bezieht sich auf den 2011er TAB-Bericht Stromausfall eine nationale Katastrophe.

    Ich habe den auch nicht mehr im Detail im Kopf, habe aber auch gerade keine Lust, den Bericht rauszusuchen. Aber wenn ich mich recht entsinne, dann wurde für einige Einrichtungen wie Krankenhäuser und auch Gefängnisse bereits für wenige Tage nach dem Einsetzen des Blackouts ein kritischer Zustand an die Wand gemalt. Vornehmlich aufgrund der hygienischen Zustände, die in diesem Fall erwartet würden.

    Was machen eigentlich Dialysepatienten wenn wirklich länger der Strom weg ist

    Angenommen, die hätten, aufgrund unterschiedlicher Lieferverträge und -garantien quasi unbegrenzt Diesel für ihre Netzersatzanlagen/Notstromaggregate: Wie käme man alle paar Tage, oder gar jeden Tag, zur Dialyse und wieder zurück? Die Dialysezentren sind ja in der Regel, soweit mir bekannt, auf ambulante Versorgung ausgelegt und nicht darauf die Zahl Patienten, die sie täglich durchschleusen gleichzeitig auch quasi als Dauergäste aufzunehmen.


    Aber in der Tat eine sehr berechtigte Frage.

    • Wenn es um Kostenreduzierung geht, könnte man einen Teil der NRG Riegel gegen Hartkekse austauschen.

    Von Hartkeksen (du meinst vermutlich die der Bundeswehr aus den EPAs) rate ich mittlerweile ab und habe sie gar nicht mehr in meiner Vorratsplanung.

    Teilweise erreichen sie mit ach und krach das MHD und schmecken da bereits leicht muffig. Trotz korrekter Lagerung. Die alten, die ich kenne, konnten gefühlt von kurz nach dem letzten großen Krieg sein und schmeckten selbst bei total ungünstiger Lagerung (Winterkälte, Sommerhitze im Wechsel) eigentlich immer gleich nach nichts oder zumindest nach sehr langem im Mund zergehen lassen leicht süßlich.


    Ich bin da mittlerweile auf kleine 50g-Packungen Butterkekse umgestiegen. Mal schauen, wie es sich da mit Überlagerung verhält.

    Wäre hier eventuell ein Bleistift besser?

    Ja, Bleistifte der B-Reihe schreiben auf nahezu jedem Untergrund. Einschließlich durchnässtem Papier. Der Standard-Bleistift in der Stärke HB wäre schon mal ein Anfang (weil in jedem Haushalt, zumal mit schulpflichtigen Kindern auch heute noch garantiert vielfach vorhanden), aber diese Stärke schreibt längst nicht so gut auf nassem oder auch nur feuchtem Papier.

    Das geht weit günstiger. Alleine bei der Produktauswahl kann man es locker auf unter 250 Euro optimieren, ohne allzu groß bei der Qualität sparen zu müssen.

    Klar. Günstiger geht immer. Aber trotzdem halte ich 100 € pro Person als Minimalausstattung (und für den Anfang) als gute Hausnummer, die man sich auch merken kann. Und ohne auf das Pferd "der Staat sorgt durch die entsprechende Masse für einen guten Skaleneffekt". Wenn man das Paket durch Skaleneffekt auf rund 100 € für vier Personen gedrückt bekäme m: super Sache. Nur 25 € pro Nase und man ist für die ersten Tage einigermaßen auf der sicheren Seite.

    Im Ahrtal haben wir keine echte Krise.

    Deswegen habe ich das Wort Krise in Tüdelchen gesetzt. 😉 Für die individuell betroffenen Menschen dort vor Ort ist es ohne Frage eine mehr oder weniger große Krise. Psychisch, emotional wie auch wirtschaftlich. Das wird wohl niemand ernsthaft bestreiten können.


    Gesellschaftlich oder auf staatlicher Ebene betrachtet ist das natürlich keine Krise, sondern nur eine Großschadenslage, die entsprechend abgearbeitet werden muss: Menschenleben retten, Tote Bergen, Notunterkünfte bereitstellen, ggf. Übergangsunterkünfte bereitstellen, Verkehrswege sichern und wiederherstellen, Gebäude sichern (und sei es durch Abriss eine Gefährdung ausschließen), Aufräumen (Gebäude, Straßen und Plätze, Landschaft).


    Jede Form von staatlicher Unterstützung (Hilfsorganisationen mit eingeschlossen!) sollen niemals die eigenständige Versorgung ersetzen, sondern immer nur Auffangen in der Chaosphase des Unglücks und anschließend Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Sei es durch personelle Unterstützung oder auch stumpf Geldzahlungen (Stichwort: Soforthilfe).

    Hier kurze Kostenaufstellung:

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    Interessant. Knapp 100 € pro Person. Das ist meiner Meinung nach ein überschaubarer Kostenfaktor. Auch wenn man bei der Zahl von knapp 400 € erstmal schluckt. Bis man sich klargemacht hat, dass die Kostenaufstellung für vier Personen ist.

    Was man auch nicht vergessen darf: Gerade aus dem Bereich Hygiene und Beleuchtung ist da einiges bei, was in den "eh da"-Posten fallen dürfte. Sprich: hat man eh schon im Haus und muss es nur bei nächster Gelegenheit wieder auffüllen.

    Das sehe ich im Moment zwar im Ahrtal sehr schön, allerdings bliebe abzuwarten, wie sich das bspw. bei einem flächendeckenden und anhaltenden Problem wie einem Blackout verhält :thinking_face: Hier habe ich auch so meine Bedenken...

    Nicht nur dies: auch die Nachhaltigkeit ist so ihre Sache. Die "Krise" hält dort gerade einmal zwei Monate an. Es geht jetzt auf den Winter zu. Das wird wahrscheinlich für den ersten "dramatischen" Helfereinbruch nach der Ersthelfer-Euphorie (und deren Abflauen) in den ersten Tagen danach sorgen.


    Und ob dann im Frühjahr wieder so viele Helfer aktiviert werden können, wie derzeit? Die kriegen im Zweifelsfall über den Winter mit, was sich bei denen zu Hause alles an Uvos (UnVollendete Objekte) angesammelt hat... 🤷‍♂️

    Sind zwar riesig aber gar nicht so viele, die Mengen die dort gelagert werden sind auch für die zu versorgende Menge an Märkten und Kunden minimal.

    Ich habe mir das mal eben für den Discounter mit dem großen L angeschaut:

    Rund 40.000 m² Grundfläche je Zentrallager. 39 an der Zahl gibt es für Deutschland. Bedeutet bummelig 80 Filialen, die von jedem Zentrallager versorgt werden müssen. Also rund 500 m² Grundfläche je Filiale rein rechnerisch für sämtliche Versorgungsgüter. Toilettenpapier kann man schlecht futtern, benötigt aber viel Lagerraum.


    Ubd wenn ich mir vorstelle, dass das über Daumen 500 Europaletten sind und diese Zentrallager als Hochregallager mit gut und gern 10 m, vielleicht sogar eher 15 m oder gar 20 m Hallenhöhe sind, dann kriegt man da einiges unter. Selbst bei nur knapp über 10 m Stapelhöhe wären das gut und gerne 2500 Europaletten je Filiale.


    Der Haken aber dürfte sein: Aktionsware wird man in den seltensten Fällen essen können, die Retouren von der Aktionswoche davor benötigen auch noch ihren Platz. Und auch andere Trockenware wird nicht beliebig vorgehalten werden können. Zudem: frisches Obst und Gemüse wird einen hohen Umschlag erfordern. Also wenig vorhalten, um den Verderb und damit den Verlust zu minimieren. Nachschub parkt im Zweifelsfall von den Plantagen in Spanien und der Türkei derweil auf der Autobahn.

    Also, wenn man auf frisches Obst und Gemüse verzichten kann, würden wir theoretisch noch einige Tage einigermaßen gut gefüllte Regale in den Discountern vorfinden können. Spätestens nach einer Woche würde es sich aber vermutlich trotzdem ausdünnen. Vielleicht weniger, weil die Lager leer wären, sondern weil sie keine Kraftfahrer mehr haben, da die lieber zu Hause bei ihren Familien sind, um dort den Laden am Laufen zu halten bei Szenario xyz. 🤷‍♂️ Sind schließlich auch nur Menschen und bislang noch keine Drohnen, die einfach nur zu funktionieren haben.

    Die regelmässig zu nehmenden Medikamente werden von mir auch so 6 Monate bevoratet. Für meinen Mann sind die teilweise überlebenswichtig, einige können nicht/nur schlecht ausgetauscht werden und in Corona Zeiten könnten Lieferketten zusammenbrechen.

    Ich achte aber strikt darauf, dass die routiert werden, und immer lange vor Ende der Haltbarkeit schon verbraucht sind.

    Bis zu sechs Monate Vorrat strebe auch ich an. Da das Medikament bis zu fünf Jahre laut Prägung des Herstellers eine Haltbarkeit hat, sollte ich damit nicht in Schwierigkeiten mit dem MHD kommen. Und Italien ist in Sachen Lieferketten dicht genug bei, aber wer weiß, wo der Hersteller tatsächlich effektiv seine Produktion stehen hat oder wie seine Zuliefererketten sind.

    Im Unterschied zu deinem Mann ist mein Medikament nicht "überlebenswichtig" im klassischen Sinne. Aber eine konsequente Therapie trägt entscheidend dazu bei, einen Behandlungserfolg zu erzielen. Und bei diesem Medikament wird dringend davon abgeraten, die Behandlung zu unterbrechen (warum auch immer), da eine Wiederaufnahme dazu führen kann, das der Patient nicht mehr so gut auf diese Therapie anspricht. Und da die Therapie bei mir gut anspricht, werde ich den Teufel tun und da irgendwas zu riskieren, wenn ich es vermeiden kann.

    Das Thema dieses Threads war Trinkbeutelrationen selbst gemacht. Es gibt im Fachhandel sündhaft teure Trinkwasserrationen, da kam die Frage auf, ob man so etwas selbst machen kann.

    Und was ist deine bisherige Einschätzung der tatsächlichen Kosten einer solchen selbstgemachten Trinkwasserration? Also Materialkosten (Wasser setze ich als vernachlässigbar an, aber die Tütchen?), anteilige Gerätekosten (ein Vakuumiergerät wird man nicht ausschließlich dafür angeschafft haben, aber hierunter würde ich zum Beispiel insbesondere Strom zählen), individuelle Arbeitszeitkosten (und seien es "nur" 12 € pro Stunde), denn auch wenn man es in seiner Freizeit, als Hobby und aus Spaß macht, so stelle ich mir die verschiedenen Arbeitsschritte doch einigermaßen zeitaufwendig vor. Mit der gewissen Übung und Routine würde man das wahrscheinlich auch "kostengünstiger" hinbekommen. Aber alleine, wenn ich mir vorstelle, dass ich derzeit aufgrund eines gut gefülltwn Gefrierschrankes derzeit gar nicht den Platz hätte, um größere Mengen vorzubereiten und dadurch Skaleneffekte nutzen zu können...

    Die Idee des verpflichtenden Notvorrat weiter gesponnen würde bedeuten das auch jeder für eine Notunterkunft vorgesorgt haben muss.

    Diesen Gedanken mal ganz wild weitergesponnen... Wäre diese Unterkunft, die man vorhalten muss eine Bw-Dackelgaragenhälfte für jede Person als Minimalvoraussetzung inklusive Isomatte à la Bw-Mehrzweckfaltplane und Schlafsack? Oder dann doch eher eine zweite Wohnung hinreichend weit vom Hauptwohnsitz entfernt um bei einem Schadensereignis nicht ebenfalls als Unterkunft auszufallen?

    Die Kämmerer werden sich dann über eine Zweitwohnsitzsteuer oder Fehlbelegungssteuer freuen. Kleine Städte abseits von den Metropolen werden sich freuen, wenn auch bei ihnen angefangen wird, ohnehin schon raren Wohnraum die meiste Zeit des Jahres unbewohnt zu lassen, nur weil bei irgendwelchen Parlamentariern ein Hirnfurz querschoss und aus einem "Gesetz zur Pflichtbevorratung von Vorräten und ausgewählter Ausrüstung" ein "Gesetz zur Pflichtbevorratung von Vorräten und ausgewählter Ausrüstung sowie ständigen Berreithaltung einer Zweitunterkunft als Notunterkunft im Katastrophenfall" wird... DAS wäre ein politischer GAU, der in einer demokratischen Gesellschaft einen schweren Schaden in das Vertrauen der gewählten Volksvertreter haben könnte. Aber gut, dass diese Art von Gesetz hoffentlich so schnell nicht kommen wird.