Beiträge von scavenger

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    Ein lesenswerter Faden einer Journalistin, die die Gegebenheiten vor Ort kennt und das Ganze aus einer etwas beruhigteren Sicht sieht. Ich würde ihr gern recht geben.

    2000 Liter zu EUR 1,3167 + Steuer

    Tanks sind jetzt, wie man sieht, wieder annähernd voll und reichen so für einen strengen Winter + einen halben.

    Da in Österreich durch einen Defekt in der OMV Raffinerie derzeit Diesel etwas knapper wird, wurde die Heizölproduktion bis in den Herbst reduziert um das zu kompensieren.

    Ich hab meinen Wasserfilter wieder aus dem EDC Rucksack herausgenommen, seit ich eine Isolierte Trinkflasche mit UV-C Bestrahlungsmöglichkeit im Deckel habe. Mir ist bisher immer nur klares Wasser begegnet, weshalb ich das Filtern per se für mein EDC mit dieser Option nicht mehr als notwendig erachte. Wenn ich wirklich mal eine etwas unsichere Quelle erwische, hab ich jetzt die Möglichkeit aufs Knöpfchen zu drücken und der Flascheninhalt wird 3 Minuten lang mit UV-C Strahlung gegrillt (Wirkprinzip wie beim SteriPen). Der Deckel hat Strom für einige Tage (hält mit einer kleineren Dosis auch laufend den Flascheninhalt sauber) und kann einfach mittels Powerbank geladen werden.
    Wie gesagt: funktioniert so für mich - Ich bin aber auch nicht in Bereichen unterwegs, wo ich nur eine Schlammlacke als Wasserquelle vorfinde.

    Im Bob hab ich weiterhin einen Filter (Miniwell)

    Das ganze Spiel nennt man eigene Ressilienz. Es gab in einer Fachzeitschrift hierzu vor nem Jahr oder zwei mal nen guten Artikel der sich eben auch damit beschäftigte wie man die eigenen Einsatzkräfte in Ihrer Ressilienz soweit stärken kann dass sie einem im SHTF zur Verfügung stehen und nicht aus Angst um ihre eigene Lage zu Hause bleiben.

    Da ging es auch darum das Thema einfach mal auf Dienstabenden aufzugreifen, dass die alle zumindest eine Mindestprepardness im Sinne des bekannten Krisenratgebers betreiben.

    Machen wir seit Jahren so bei uns und evaluieren auch jährlich (abwechselnd im Sommer und Winter) - Blackoutszenarien werden theoretisch durchgegangen und auch real beübt (stecker raus - schauen, auf welche Probleme die Dienstmannschaft trifft). Daraus wurden auch schon sehr viele Verbesserungen abgeleitet und umgesetzt - wir haben auch eine Sonderverpflegung für eine solche Schadenslage auf der Dienststelle eingelagert (inkl. autarker Kochmöglichkeit) und haben für einige Szenarien sogar vorgesehen, als "Goodie" für einen angetretenen Dienst auch die enge Familie des Mitarbeiters mitzuversorgen (Wenn der seine Familie in Sicherheit und verpflegt weiss, ist es auch einfacher in den Dienst zu gehen).

    Dennoch ist hier das größte Problem auch das Erreichen der Dienststelle an sich (irgendwann kommt man mit dem eigenen Auto nicht mehr weiter). Es gibt hier ein sehr realistisches Planspiel eines Bundesheeroberst a.D., in dem es bei einer Blackout-Lage am Tag 3 zu massiven Personalproblemen bei ALLEN BOS kommt, weil nur noch ein geschätztes Drittel es überhaupt zur Dienststelle schafft.

    Ein Sportschütze, der nur 200-300 Schuss daheim hat (Bei mir gehen an einem Rangeday locker 300 Schuss durch die Läufe), wird die nächsten 1 1/2 Jahre nicht mehr schießen können, weil schon jetzt die Verfügbarkeit am Markt sehr eingeschränkt ist. Auch für 9mm.

    Wenn man dann doch kaufen kann, dann mittlerweile zum doppelten oder noch höheren Preis als zuvor Marktüblich war.

    Es gehört auch hier zu einer gewissen Preparedness, ein wenig mehr daheim zu haben, als gerade mal bis zum nächsten Rangeday. Ausserdem bekommt man größere Gebinde sonst auch wesentlich günstiger.

    Und: was man auf jeden Fall immer wieder gegenüber solchen Scheinargumenten, die nur zum Ziel haben, den legalen Waffenbesitz in ein rechtes Eck zu drängen sagen muss: ES IST LEGAL - SO WHAT?

    Das Einsatzleiterwiki hat keinerlei Relevanz im echten Leben - Das ist eine (wertvolle) Ideensammlung sonst aber auch schon nichts. Ausserdem steht hier nichts von "nur RTW" - hier steht, was auch richtig ist, dass der Transport mit einem RTW empfohlen wird, da KTW idR kein Beatmungsgerät an Bord haben.

    Bei einer derartigen Lage reden wir aber nicht von einem "normalen" Notfall, wo ich unzählige Fahrzeuge zur Verfügung habe - da wird als improvisiertes "Beatmungsgerät" kurzfristig wohl womöglich sogar ein Sanitäter mit Beatmungsbeutel herhalten müssen.

    Sowieso undvöllige Zustimmung - der Unterschied ist der, dass wir dann auch die Ressourcen dafür bereitstellen - ist beim Dialysepatienten ja auch nicht viel anders. In meinem Bereich haben wir keine Daten über heimbeatmete Patientinnen vorliegen. Da wären wir sowieso auf die Alarmierung angewiesen.


    Jemand, der seinen Haushalt gut und krisenfest abgesichert hat, unnötig in ein Krankenhaus zu überstellen, wäre imho nicht nur eine Ressourcenverschwendung. Wenn die Familie gut vorgesorgt hat, ist der Patient daheim in so einem Fall wohl sogar besser aufgehoben.

    Die Einsatzorganisationen nehmen das seit vielen Jahren ernst und werden bei Budgetverhandlungen diesbezüglich regelmäßig ausgelacht. Die sind idR gut im Bilde, was in ihrem Wirkungsbereich los sein könnte - die "Schuldigen" sitzen hier ganz woanders und füllen Blianzbücher aus.

    Ja das wäre ein riesen Problem. Die Gesellschaft erwartet auch in so einer Situation, dass die Hilfsdienste zu 100% funktionieren, wie man es gewohnt ist. Da werden dann einige leider sehr schnell und hart mit der Realität konfrontiert werden.


    Wie es UrbanTrapper richtig angesprochen hat: ab einem gewissen Level der Katastrophe, wird schlicht niemand mehr zum Dienst erscheinen, weil das
    a) gar nicht möglich sein wird, wenn der Verkehr zum erliegen kommt und
    b) die eigene Lage nicht zulassen wird.

    Ich habe hier mit meinem damaligen Führungsstab auch eine sehr interessante Diskussion geführt, indem ich einfach mal die Frage "Wann wäre für euch der Moment gekommen, an dem ihr sagt "ich komm nicht mehr" bzw. "ich gehe jetzt nach Hause" in den Raum geworfen habe.

    Nachdem wir vor ein paar Wochen mit den Eltern eine Diskussion bezüglich eines neuen Konzeptes für deren Notfallvorrat hatten und sie sich mittlerweile ob des Alters mit dem Rotieren etwas schwer tun, hab ich kurzerhand mal 1 Monat für sie in Form von Langzeitdosen klar gemacht - die sind gestern angeliefert worden.
    Die Freude war groß - wieder eine Sorge weniger und den eigenen, bereits bestehenden Vorrat um 1 fixes Monat mit quasi "Kaufen und vergessen" Vorrat erweitert.

    Da es sich hier auch um meine eigene BOL am Land handelt, kann ich das jetzt gedanklich auch beruhigt abschließen.

    Der Blackout ist diesbezüglich sicher der SuperGau, der sich durch die gesamte Gesellschaft zieht. Wir können auf kleinere, lokale Störungen mit dem gesamten Einsatzpotential super reagieren - wenn es aber überall gleichzeitig "brennt", muss man sich sehr schnell von der Vollkaskomentalität, die uns anerzogen wird, verabschieden.

    Krankentransporte werden in einem solchen Szenario übrigens als allererstes eingestellt, weil die Fahrzeuge dann für Rettungseinsätze eingsetzt werden müssen. Man bedenke allein mal die Anzahl an Verkehrsunfällen, wenn die Ampelkreuzungen von jetzt auf gleich weg sind.

    Nicht böse sein: ich bin Jahrelang für meinen Bereich in der obersten Verantwortung gestanden und habe an solchen Konzepten mitgeschrieben, bzw. sie auch schreiben lassen.

    Ich kenne die Hintergründe da ganz gut und wenn jemand aus der Branche sagt, dass alles Friede Freude Eierkuchen ist, dann nur, wenn ihm eine Kamera vors Gesicht gehalten wird. Oder er ist komplett fehl am Platz, weil seine Risikobewertung grottenschlecht ist.


    Zitat


    Falls die Feuerwehr hier im Irrtum sein sollte, wird es bundesweit zahlreiche Todesfälle bei Heimbeatmeten Patienten geben.

    So realistisch müssen wir sein, um zu sagen, dass es in dem Bereich tatsächlich zahlreiche Todesfälle bei einem Blackout gäbe - wir wären wohl schon überdurchschnittlich gut, wenn wir alle Menschen aus den Gebäudeliften befreien könnten, bevor sie verdursten.

    Ich hoffe, dass dieses Konzept nie mit der Realität konfrontiert wird.
    Der Rettungsdienst ist im Blackout schwer limitiert, da auch dieser in den meisten Fällen keine eigene Tankstelle hat.
    In den Städten mag das ein wenig besser und länger hinkommen, bei uns (Landrettung) hat man pro Tagdienst schnell eine Kilometerleistung von über 600. Nach 12h wäre also sehr bald schluss, weil der RTW schlicht keinen Treibstoff mehr hat.
    Der Funk wäre wohl auch sehr bald mal erledigt, da die Relaisstationen dafür auch nur eine sehr begrenzte Akkuleistung haben.

    Schön, wenn man seine kritische Infrastruktur in die Hände derer mit BWL Abschluss legt oder?

    Das ist auch in Österreich ein großes Problem. Hier ist jede Bezirksstelle des Roten Kreuzes dafür zuständig im Ernstfall binnen 1,5h eine Ausgabestelle aufzubauen.

    Kann ich so leider nicht bestätigen. Das höre ich zum ersten Mal so und muss wohl etwas Bundeslandspezifisches sein.

    Du hast ja gesehen, wie schnell es auch im Jahr 2022 geht und kein Mann im wehrfähigen Alter darf das Land nach einer Generalmobilmachung mehr verlassen.


    Ich kann mich noch an eine Diskussion Anfang 2020 erinnern, als mir abgesprochen wurde, dass es bei uns jemals Ausgangsbeschränkungen in größerem Ausmaß geben könnte... Da wurden wir auch sehr schnell von der Realität eingeholt.

    Sich auf Gesetze zu berufen, in einer Lage, in der mehr oder weniger nur noch martial law gilt, wird einem nicht helfen.