Beiträge von scavenger

    Billigsdorfer Ausrüstung gleich links liegen lassen. Ich habe über die Jahre gelernt, dass man sich auf zu "tolle" Angebote dann im Ernstfall nicht immer verlassen kann und warum Qualität in vielen Dingen auch ihren Preis hat.

    Und schon bin ich wieder "mühsam" weil ich eine derartige Ansprache nicht mag.


    Dein Wikipedia Artikel bezieht sich als Quelle für das "nicht wirksam sein von isotonischen Getränken" auf einen(!) Fall bei dem ein Allgemeinmediziner einem 2 Monate(!) alten Säugling(!) ein isotonisches Sportgetränk als Behandlung verordnet hat. Das Baby hat (oh Wunder) weiter gekotzt und 1 Tag später war mit Fläschchen alles wieder gut.


    Daraus eine "nicht Tauglichkeit" abzuleiten ist gelinde gesagt sportlich - aber hauptsächlich mal für die englische Wikipedia ...


    Es geht darum, Wasser in den Körper zu bekommen - der Goldstandard bei einer schweren Erkrankung ist hierbei eine Infusion mit entsprechend isotonischen Elektrolytlösungen und nichts anderes. Da brauchen wir nicht darüber diskutieren, ob jetzt da 5 mg Salz mehr oder weniger drinnen sind, als im anderen Pulverl.


    Sorry.

    Das mag sein ändert aber nichts am Wirkprinzip der WHO Lösung.


    Ist dieses nicht vorhanden, ist eine effiziente Aufnahme eben nicht möglich.

    Du kannst Isotonische Getränkepulver auch gern in der Apotheke kaufen, wenn es dir dann ein besseres Gefühlt gibt.


    Inhaltsstoffe Isostar:
    Zutaten:
    Saccharose, Glucosesirup, Zitronensäure, Natriumcitrat, Maltodextrin, Calciumsalze der Orthophosphorsäure, natürliches Aroma, Magnesiumcarbonat, Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Vitamin C, Thiamin


    Da hätten wir dann sogar das Kalium dabei :-)

    Nochmal: WHO Rezepte orientieren sich selten am "Goldstandard" den wir in unsrer glücklicherweise verwöhnten Gesellschaft gewohnt sind, sondern vielmehr am "was lässt sich mit den wenigsten Mitteln annähernd in jedem Land der Welt zusammenschustern" (siehe z.b. Desinfektionslösung nach WHO, die im Jahr 2020 auch in Österreich Hektoliterweise im Notfallverfahren (mit eigener Zulassung) zusammengepantscht wurde, weil wir das gewohnt "gute Zeug" aus Deutschland durch einen dortigen Ausfuhrstopp nicht mehr bekommen haben.

    Hat isostar denn die benötigten Bestandteile im richtigen Verhältnis enthalten, um den nötigen Effekt zu erzielen?

    Der benötigte Effekt ist in dem Fall primär die Zufuhr von Flüssigkeit - im Idealfall in einer isotonischen Lösung, die leichter vom Körper aufgenommen wird. Das macht sowohl das WHO Rezept als auch Isotonische Getränke aus dem Bereich Isostar & co.


    Das Kalium kommt in beiden Fällen nicht aus der Trinklösung, sondern von der zusätzlich empfohlenen Banane ;)

    Ich hab' Isostar (als Pulver) für solche Fälle im Vorrat.

    Die gibts regelmäßig beim Hofer in Aktion. Ich kaufe mir normalerweise zwei Dosen pro Jahr und rotiere dann die beiden alten Dosen im Büro (ich trinke viel Wasser, und gelegentlich gebe ich etwas vom Isostar-Pulver hinein, damit es etwas Geschmack erhält).

    +1 für Isostar Pulver. Mache ich auch so.

    Infusionen bitte nur von Menschen machen lassen, die sich auskennen. Wenn ihr eh schon Flitzekaka ohne Grundversorgung habt, wollt ihr nicht auch noch eine Sepsis.

    Da ist einmal mehr jeder einzelne gefordert, sich entsprechend vorzubereiten und zu verhalten. Aber auch seitens der Einsatzorganisationen wird bei so einer Lage normalerweise schon präventiv einiges in die Wege geleitet:


    https://www.roteskreuz.at/wien/cooling-center


    Diese Cooling Center wurden schon vor einigen Jahren das erste Mal geöffnet und gönnen dem Kreislauf eine kleine Auszeit, wenn man sich selber keine Kühlung in den eigenen vier Wänden leisten kann.


    Am Land ist es noch ein wenig einfacher: ein Waldspaziergang kann da oft Wunder wirken - gefühlte 10 Grad kälter sind da durchaus drinn.


    Und Regel Nr. 1: Schatten, Trinken, keine schwere Arbeit in der größten Hitze.

    Ich wohne in einem Mehrparteienhaus - "Ich" kann also hier nur wenig machen und vieles wird von der Hausverwaltung in unsrem Auftrag an Firmen in Auftrag gegeben.


    Prinzipiell beginnt es damit, dass die Behörde einen der "aktuellen Technik entsprechendes Hochwasserschutzkonzept HQ100" verlangt um überhaupt eine Baugenehmigung zu erteilen, welches von einem entsprechend qualifizierten Ziviltechnikbüro ausgeführt werden muss. In der Bauordnung gibt es keine weiteren rechtlichen Verpflichtungen. Sprich: Die Behörde nimmt sich da raus, es muss aber alles passen 8o


    Dieses wurde damals von Ziviltechiker erstellt und beim Bau des Gebäudes mitberücksichtigt.


    Rückschlagklappen sind zentral im Keller im Raum für "Wasserübergabe" ausgeführt worden und werden auch entsprechend im Intervall von den Firmen gewartet.


    Als "Backup" haben wir noch 2 Paletten Sandsäcke im Hochwasserschutzraum befüllt gelagert. Diese würden im Falle des Falles für die Tiefgaragenabfahrt verwendet werden, falls tatsächlich Aluprofile nicht einsatzfähig sind. Bei den Übungen haben wir diese auch noch jeweils in einer Reihe vor und hinter die stehenden Aluprofile verlegt um letzte kleinere Lücken zu schliessen.


    Für "normalen Starkregen" haben wir ein eigenes


    Dazu muss man sagen: Die Aluprofile werden bei uns alle 2 Jahre im Rahmen einer Hochwasserschutzübung aufgebaut und beübt. Weiters sind jeweils 4 Elemente + Stützprofile als Reserve eingelagert. In der Eigentümerschaft sind 3 Personen als Hochwasserwarte der Behörde benannt worden. Diese bekommen auch die entsprechende Information per SMS, wenn der Hochwasserschutz aufzubauen ist und haben dann die Aufgabe diesen mit den anderen Eigentümern aufzubauen bzw. bei Verhinderung auch die Vollmacht eine Firma damit zu beauftragen (diese Leistung ist auch vertraglich im Vorfeld schon geregelt worden).


    Warum ich dennoch glaube, dass das bei uns nie zum Echteinsatz kommt:


    Das Bächlein, um das es geht, bedroht in direkter Lage auch das Bezirkskrankenhaus (es fliesst sogar unterirdisch durch dieses durch). Hier wurde in der Vergangenheit eines der umfangreichsten Hochwasserschutzprojekte in meinem Bundesland durchgeführt, welches durch ein enormes Rückhaltebecken, mit Überlaufschutz in ein anderes (landwirtschaftliches) Gebiet, verfügt und den maximalen Zulauf in den Bach auf 5m³/sec begrenzt (und gleichzeitig bereits vor Geröll und Material schützt). Der davor als Hochwasserschutz ausgeführte Ausbau des Bachbetts kann prinzipiell jedoch über 20m³ verkraften. Es kommt dadurch also zu einer massiven Wasserretention, die dann gemächlich und kontrolliert ablaufen kann.
    Das Wasser bei uns "steht" geht allein von der Topografie nicht - da säuft vorher ein flächenmäßig sehr großer Teil ab.


    In der Zeit, in der ich jetzt in der Wohnanlage bin, hatten wir bereits 2 Starkregen und 1 HQ30 Ereignis. In den tiefergelegenen Stadtteilen wurde hier präventiv der Hochwasserschutz aufgebaut - bei uns war das nichtmal ansatzweise notwendig. Die Ablauftrasse in der Tiefgarage ist auch mit größeren Regenmengen sehr gut klargekommen.

    Was ich bei solchen Lösungen immer als Grundsatz-Problem ansehe:


    man muss sicherstellen, dass entweder die ganze Straße lang die Nachbarn eine solche Lösung haben oder das eigene Grundstück quasi sonst ringsum mit einer Mauer/Erdwall versehen ist. Was hilft es mir, wenn die Wassermassen 3 Grundstücke weiter eindringen und dann von der Seite in das eigene Grundstück schwappen.

    Vollkommen richtig.


    Unser Haus wurde genau nach diesen behördlichen Vorgaben errichtet: wir haben mehr oder weniger nur durch ein paar Meter durchbrochene (Eingang, Parkplatz, TG Einfahrt) massive Stahlbetonwände mit gut 3m Höhe bzw. Hausfronten ohne Fenster in den Bereichen.


    Da das Gelände bei uns sehr abschüssig ist (wir sind am Randgebiet eines sehr großläufigen Tales, das in Richtung Süden abschüssig ist) würde das Wasser bei uns nicht stehen können, sondern vorbeilaufen.

    Wir brauchen heute keine nennenswerten Speichermengen sondern flexible Residuallast.

    Der Unterschied (zum momentanen Stand der Technik!) ist jedoch der, dass diese "Flexibilität" nicht auf "Da, wenn WIR es brauchen" sondern eher auf "Da, wenn gerade die Umstände passen" beruht. Das sorgt nicht gerade für Netzstabilität - eher im Gegenteil.

    Deswegen wird es Speicher brauchen, die eine Überproduktion schnell abfangen und auch verwertbar hinterlegen können.

    Jein.


    Mich beispielsweise würde eine NINA-Warnung unterwegs kaum erreichen. Die Warnungen gehen nur (noch) über mobiles Internet raus, und das wird bei mir nur bei Bedarf kurzfristig aktiviert. Mein Arbeitsweg ist kurz (~10 Meter), was soll ich da mit einem Monster-Datenvolumen im Mobilfunknetz, wenn ich ohnehin den ganzen Arbeitstag bzw. auch jetzt in der Freizeit vor einem Riesenmonitor nebst vollwertiger Tastatur sitze?


    Logisch, ich bin wahrlich nicht das Maß der Dinge, will damit aber aufzeigen, dass es durchaus auch Menschen gibt, die nicht mit ihrem Hosentaschen-Internet "verwachsen" sind :winking_face:

    Für Katwarn gibt es bei uns die Möglichkeit sich auch per SMS für einen PLZ Bereich warnen zu lassen - gibt es das in DE auch?

    Wie aus einigen Medienberichten am Abend zu entnehmen war, wurden viele der jetzt tatsächlich massiv betroffenen Gebiete zwar evakuiert, es sind aber tagsüber zahlreiche Menschen zu ihren Wohnungen zurückgekehrt - entgegen der Behördenvorgaben. Das ist natürlich für alle eine sehr schlimme Situation. Vor allem aber für Einsatzkräfte, die Lagebedingt ein Gebiet "abhaken" nur um dann zu erfahren, dass es aus den gerade eingestürzten Häusern plötzlich zahlreiche Notrufe von eingeschlossenen Menschen gegeben hat.

    Der Stellenwert dieser Einrichtung, die bei uns immer noch via Analogfunk mit USV Pufferung mehrere Stunden nach Totalausfall läuft (und der Umstand, dass bei uns gerade die Feuerwehren als "Leuchtturmprojekt" in den jeweiligen Gemeinden sehr großflächig auch mit Notstrom ausgestattet wurden) wird hier sehr deutlich: eine Flächendeckende Warnung der Bevölkgerung ist mittels Knopfdruck in der Alarm- und Warnzeltrale möglich. Komplett unabhängig davon, ob die Gerade Netz, Akku oder Strom haben.

    Es gab gebietsbezogene Warnungen vor extremem Starkregen und der Gefahr von Überflutungen. Insofern haben die Apps schon gewarnt.


    Was die Apps nicht gemacht haben, waren ortsbezogene Warnungen "Bringen Sie sich in Sicherheit, Ihr Haus stürzt demnächst ein." Denke, dass das auch schwierig ist, das zu realisieren. Ist auch ein Thema, wenn man ständig Daueralarm gibt, ob die Leute dann nicht abstumpfen und die Warnungen nicht ernst nehmen.

    Aber genau diese Warnungen (In Sicherheit bringen,...) erwarte ich mir eigentlich hier! Mir kommt es so vor, als würden die Katwarn Apps von den Behörden eher für Wetterwarnungen "missbraucht" werden als dass man sie für echten Zivilschutz verwendet.


    Leider funktioniert der Sirenenbezogene Zivilschutzalarm in Deutschland ja grottenschlecht, wie der Alarmtag 2020 zu Tage gebracht hat. Da haben wir in Österreich ja tatsächlich noch eine wahre "Goldgrube" an Alarmierungsmöglichkeit (Sirenen mit SISIPAK Notstromversorgt, Zivilschutzsignale können sowohl lokal stark begrenzt als auch bundesweit von der jeweils zuständigen Behördenebene ausgelöst werden, jährlicher bundesweiter Test mit Auswertung und in den allermeisten Fällen auch ein wöchentlicher Test der Sirenen an sich).

    Die Frage muss sich jeder BOS Mitarbeiter stellen. Ich war 2011 Teil einer Übung, in der unter anderem ein schweres Sturmereignis unser Bundesland erwischte. Die Übung war nur auf Stabsebene - also reines Hirnw**** in den jeweiligen Kommanden.


    Kurz nachdem die Szenarien so richtig losgingen, wurde ich von der Übungsleitung als Kommandant abgezogen - es gab ein eigenes Szenario "scavenger", welches lautete, dass mein Elternhaus schwer von einem lokalen Wetterereignis getroffen wurde. Somit wurde in bereits in Stunde 4 aus einer 48h stündigen Übung rausgenommen, weil die Übungsleitung sehen wollte, wie mein Kommando ohne mich zurecht kommen wird.


    Das hat mich damals auch für mich privat zum Nachdenken gebracht.