Bug-Out-Boot

  • Im der Zeitspanne wo ich hier nicht im Forum geschrieben habe ist ein Bug-Out-Boot zu meiner "Ausrüstung" dazu gekommen. Da immer mal wieder das Thema Boot im Prepperkontext hoch-poppt wollte ich hier quasi als Review das Projekt mal in den kommenden Tagen in mehreren Posts Revue passieren lassen. Das Teil hab ich mit einem Kumpel zusammen, der auch auf der Prepperschiene unterwegs ist. Gekommen sind wir zu dem Ding wie die Jungfrau zum Kinde beim Bier und daraus entwickelte sich ein doch recht zeitaufwendiges Projekt in das mittlerweile über 1.000 Arbeitsstunden geflossen ist, doch dazu in den nächsten Tagen (mit Bildern) mehr.


    Diese Postabfolge soll kein "das ist richtig" oder "das ist falsch" Ratschlaggeber sein. Bei Booten gibt es so viel unterschiedliche Ausgangslagen das jeder nur fü sich entscheiden kann welchen Weg er geht. Im Inland mag ein Kajak oder ein Ruderboot die beste Wahl sein, für uns in Hamburg gab es andere Vorraussetzungen die auch mit Nicht-Prepperargumenten zu begründen sind.


    Für uns sollte das Teil eine Mischung aus Tauchboot (Hobby) und für Fluchtdienste vorhanden sein, als wir es quasi geschenkt bekommen haben. Nun muss man wissen das wenn man in Hamburg ein BOB (Bug Out Boot) hat es nur den Weg Richtung Nordsee gibt. Das Inland ist quasi nur bis zu wenige Kilometer landeinwärts im SHTF befahrbar, dann kommt bei Geesthacht eine Schleuse und da ist dann im Zweifelsfall Schluß, denn man trägt das Teil nicht mal so eben über Land an der Schleuse vorbei.

    Also nur eine Fluchtruchtung, dafür soll das Böötchen uns aber im Zweifelsfall nach England, Helgoland oder sonst wo hinbringen, je nachdem wie weit wir mit dem Benzin kommen würden. Und es müsste 5 Personen tragen. Zugelassen ist es für 8, mit 5 Personen haben wir aber schon längere Touren in Kroatien gemacht.....doch nun zur Geschichte des Bootes und wie wir beim technischen Upgrade ein kleines RIB (Schlauchboot mit Festrumpf) von 5,3m Länge hochseetauglich bekommen haben und wo es in Deutschland vielleicht 10 Boote in dieser Größenklasse gibt die eine solch umfangreiche technische Ausstattung haben....

    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Ein Kumpel und ich hatten vor Weihnachten 2018 das grosse Glück gehabt, dass ein Bekannter sein RIB loswerden wollte. Bezahlen mussten wir nur den Suzuki 50DF (aus 2009) mit unter 100 Betriebsstunden das RIB gab es wegen Mängeln geschenkt dazu. Es ist ein APEX Boot mit 5,30m Länge.

    Wir wollen das Ding zum Tauchen nutzen. Am Anfang dachten wir: scheisse das Boot kreiert nur Entsorgungskosten. Der ganze Innenbereich voll mit verfaulten Kiefernnadeln, dicke Schimmelschicht in den Backskisten, beschlagene Instrumente. Da der Motor aber in sehr gutem Zustand war (klinisch sauber) und bei einem kurzen Probelauf sofort startete und gesund klang haben wir zugeschlagen.

    Dann ging es erst einmal zur nächsten Waschbox und wir haben einen Müllsack Biomasse aus dem Boot geholt. Der gröbste Grind auf den Hypalonschläuchen ging auch ab und dann erst einmal Schrubben. Um überhaupt Erfolge zu erreichen haben wir Scheuermilch genommen (ja ja böse geht aber gut) und dann festgestellt das die Schaluppe ein Glücksgriff war. Keine Flicken, GFK ohne Osmoseblasen und nach einer anschliessenden Politur war das Ding wieder ansehnlich. Einziges Manko: das Hypalon hat sich im Heckbereich auf 30cm vom GFK gelöst, ist aber kein Drama,  das Boot ging Anfang Mai 2019 zum Kleben in Kiel..


    Nach dem Grundputz wurde das Boot über Winter erst einmal untergestellt. 

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    Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd

  • Den Schimmel sind wir mit einer Chlorbleiche los geworden in den Backskisten. Nun kamen im Frühjahr die technischen Umbauten. Einen Geräteträger haben wir uns gebraucht besorgt und auf die entsprechende Breite und Höhe gebracht. Von 2,50m Breite auf 1,20m und in der Höhe haben wir jetzt 1,4m.

    Dann kam die Frage: wie wollen wir das Bötchen ausstatten und wie können wir es Bedienerfreundlich vom Armaturenbrett her ausstatten. Die analogen Instrumente sollten rausfliegen und wir wollen verschiedene BUS-Systeme zur Steuerung einsetzen, neben einem NMEA2000. Am Ende haben wir 5 verschiedene BUS-System miteinander verheiratet was ein Drecksprogrammierarbeit war. Da war zum Glück der Kumpel absoluter Spezi drin.


    Entschieden haben wir uns als Hauptsteuerelementfür ein Schaltpanneel von Innomatic mit entsprechendem Steuerungskasten. Das Ding ersetzt quasi nahezu alle analogen Schalter. Bestandteile des Systems sind:

    Zentralsteuergerät Pico FP one

    Bedienteil 2000 mit 12 Tasten und Displayanzeige 2,4“ RGB Typ BT2012

    IBS Batteriesensoren zur Zusandsüberwachung der Batterie

    Das Bedienteil kennen vielleicht einige von euch aus dem RTW oder anderen Industrieanwendungen:


    inomatic.de/produktgalerie/wp-…Serie-2000-_TBT-Serie.pdf

    Da der Hersteller keine wirklich wasserdichten Installationen anbietet haben wir hier eine Konstruktion ausgeklüngelt, wo wir von hinten das Element (ragt in den Steuerstand) schotten ohne das Gefahr der Überhitzung besteht, gleichzeitig das Ding aber wasserdicht ist, gerade bei salzhaltiger Seeluft. Die Folientastatur ist per se wasserdicht wird nur entsprechende im Schacht eingedichtet und gut is.


    Das Zentralsteuergerät kam im Batteriefach noch mal zusätzlich in eine wasserdichte Junctionbox

    inomatic.de/can-bus-steuerungen/




    Das hat dann den Vorteil, dass wir nahe an der Hauptbatterie und der Notbatterie sind die wiederun mit „intelligenten“ IBS Batteriesensoren ausgestattet werden.



    inomatic.de/intelligenter-batteriesensor/



    Somit kan im kleinen Display der Steuereinheit von beiden Batterien die Batterie-Spannung, Strom und Temperatur Angezeigt werden. Theoretisch könnte man die Werte auch an NMEA 2000 übergeben, wäre aber mehr Programmierarbeit, mal schauen ob wir die BUS Systeme verheiraten oder nicht. Programmierung macht der Kumpel mit dem zusammen ich das Boot habe der ist irgendwie in allen BUS-Arten zu Hause während ich mir da immer einen abbreche.



    Dann haben wir uns ein Edelstahlblech auslasern lassen, da sieht man das grusse Innomatic Bedienteil schon eingebaut (12 Tasten und Display) das kleine mit 3 Tasten zu dem komme ich später noch mal. Die Simrad Anzeige ist für von uns gewünschte Daten die dort über NMEA 2000 ihre Anzeigeheimat finden.

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  • Das dazugehörige Steuermodul wurde schon in einer wasserdichten Schaltbox eingebaut inklusiv der notwendigen Sicherungen.

    Wir nahmen statt der normalen KFZ-Sicherungen (ATO) die Mini-Fuse-Teile um Platz zu sparen. Ist eine Drecksarbeit hier die Kabel so aufzulegen, dass es auch ordentlich wird. Dann ging es dann an den eigentlichen Bau des Kabelbaums zum Geräteträger und die BUS-Verkabelung. Oberhalb der Sicherungsschiene sieht man das Inomatic-Element was dann wiederum mit dem Tastaturelement im Steuerstand zusammenarbeitet. Gleichzeitig liefert das Modul auch die Daten an das Display des Tastaturelementes und signalisiert über die Tasteneinfärbung den Zustand (Ok oder Störung) der angeschlossenen Komponente. 


    Ich finde, die Verkabelung ist uns super gelungen.


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  • Bezüglich der Geräteträgers wurde dieser klappbar und demontierbar.

    Der schwierigste Teil waren die Unterbrechungen im Kabelbaum die von uns gewollt sind. Ein Beispiel ist z.B. die Verbindung zum Geräteträger am Heck.  Außerdem sollte der Geräteträger auch zum Bug hin klappbar sein, damit man auf dem Hänger eine geringe Gesamthöhe hat, gerade wenn man das Boot abgeplant durch die Gegend fährt. Auch das Umklappen für eine lange Fahrt erfordert eine temporäre Trennung des Kabelbaums.


    Dafür haben wir spezielle Stecker genommen. Und zwar aus der UTS-Serie von Souriau. Der Kumpel von mir hat dafür die benötigte Krimp-Zange im Bestand. Diese Stecker werden sowohl beim Militär, als auch in diversen Baumaschinen und bei Outdoor-Industrieanlagen eingesetzt. Sind arschteuer aber wir haben noch welche im Bestand. Eigenschaften:

    IP68/69K


    1/3 Bayonett-Kupplung mit hörbarem "Klick", wenn der Stecker einkuppelt

    UV-beständig auch in langem Außeneinsatz (sind dafür konzipiert)

    UL94V0/UL94HP

    sowohl für Strom- als auch Datendurchleitung geeignet (gibt sogar LWL-Einsätze für die Teile)

    kein Problem im BUS-System

    Verschlusskappe für den entkuppelten Zustand für Männlein und Weiblein

    Verschlusskappe kann nicht verloren gehen durch flexible Verbindung

    Die Teile sind der absolute Burner.


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  • Die vielen Sicherungen im "Verteilerkasten" hatten mehrere Gründe. Zum Einen wollten wir die Stromkreise möglichst kleinteilig halten, so dass wenn eine Sicherung durchbrennt der Fehlerkreis schon mal sehr eingeschränkt ist. Zum Anderen hat quasi jeder Eingang des Inomatic Steuerteils eine eigene Absicherung. 

    Dies ist notwendig für die Überwachung. Die Tasten in der grossen Schaltereinheit des Armaturenbrettes als auch bei dem kleinen 3er Schalterteil haben unterschiedliche Hinterleuchtungsfarben. Fällt eine Sicherung aus wird das mit rotem Licht und Blinken in der Taste signalisiert, sonst leuchten die Tasten in einem Warmgelb. Man kann also In-Time Störungen sofort erkennen und wenn man will auch akustisch über einen eingebauten Summer wahrnehmen. Die Steuer- und Schalteinheiten sind in tausenden Rettungs-, Polizei- und Feuerwehrwagen bewährt, die sind extrem haltbar. Ferner hatten wir schon Schwellwerte Programmiert wo Verbraucher die nach Oben oder Unten aus der normalen Range laufen eine Fehlermeldung generieren. Wie als Beispiel die Bilgenpumpe. Sind hier die tatsächlichen Verbrauchswerte nicht im Sollbereich blinkt die entsprechende Taste beim Inomatic. Wäre ohne BUS System schwerer abzubilden, da unsere Bilgenpumpe keinen Rückmeldekontakt von Haus aus mitbringt.

    Uns ging es aus Spass an der Sache auch einfach darum mal ein kleines Boot auf dem Stand der Technik auszustatten weil uns das Basteln viel Spass macht. Zur Redundanz sind in dem Konstrukt Motor und Trimmung auch bei vollkommendem Ausfall der Steuerungseinheiten zu bedienen.

    Das Gesamtkonzept basiert neben den technischen Spielereien auch immer auf einer Redundanzebene. So haben wir z.B. als Batterie neben der Varta AGM Silver Line 110Ah für den normalen Betrieb noch eine LiFePo4-Mover-Batterie eingebaut, damit man z.B. bei einem Batterieausfall auch immer noch eine Weitere Starterbatterie an Bord hat, als auch eine mobile Batterie um die Kühlbox (Waeco CF 35) am Strand betreiben zu können. Bei der LiFePo handelt es sich um eine 20Ah Batterie. LiFePo hat den Vorteil einer Grössen- und Gewichtseinsparung als auch einer besseren Entladekurve.


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  • Beleuchtungstechnisch kamen dann an den Bügel von Hella 4 Stück Powerbeam 1800 und eine Hella Lightbar 450. Diese werden über das 3er Beienteil der Inomatic gesteuert. Die 1800er als Flutstrahler (diffuse Linse) als Seitenstrahler an der Bügelseite (je 1 Stück) und unter der Querbar des Bügels 2 Stück als Fernstrahler (klare Linse). Die kann man dann auch für Schleppvorgänge nach Heck schwenken. Lightbar dient als reiner Frontscheinwerfer, die Bar gibt durch die Linsenbeschaffenheit quasi einen gebündelten Lichtstrahl nach Vorne ab, da ist nur wenig diffuses Streulicht als „Verlust“ im Nahbereich zu verzeichnen


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  • Dann waren wir auch irgendwann vollständig mit der Programmierung der Inomatic durch. Das sieht dann heute so aus:


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    Tasten aktiviert = leuchtet grün

    Taste nicht geschaltet = weiss

    Dimmung der Tasten: tagsüber keine Dimmung laufen auf 100% bei Einschalten der Steuerstandbeluchtung (nachts) automatisches Abdimmen aller Tasten auf 25% 

    Beim Einschalten einer Taste erscheint im Display das dazugehöige Zeichen, sonst ist es ausgeblendet

    Bei Installationen mit Rückmeldekontakt und Fehler blinkt die entsprechende Taste rot

    Einige wenn-dann-Abhängigkeiten in der Steuerung implementiert (Ankerlicht, Rücklicht, Wärmebildkamera etc.)

    Min. Und Maxwerte der Verbraucher hinterlegt ab wann Fehlermeldungen kommen bei Installationen die vom Stromverbrauch her überwacht werden

    Dimmfunktion Verbraucher durch mehrmaliges drücken der Taste Ambientebeleuchtung realisiert in den Stufen 100%, 75%, 50% und 25%. Für diese Beleuchtung nutzten wir 4 Hella Marine Ambientebeluchtungs-Lampen die das Deck in warmweiss schummerig anstrahlen. Auch die allgemeine, idirekte Steuerstandsbeleuchtung wurde dimmbar , ist auch über die Inomatic gesteuert.


    Dann die Verkabelung des Geräteträgers.......


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  • Die Inomatic schaltet übrigens intern nur bis 5A max. Die Steuerungen die mehr abkönnen müssen sind dann aber viel zu teuer, dieses Model was wir nutzen ist preislich für eine Spielerei auch schon Obergrenze.

    Wir nahmen für die großen Verbraucher Relais aus dem KFZ-Bereich mit entsprechenden Sockeln die wir über die Inomatic ansteuern, da wir sonst über 5A kommen. Dies betrifft 3 Komponenten, also 3 Schalter auf der Einheit. Im Bild oben sieht man nur 2 Relais, ein drittes hatten wir irgendwann später eingebaut nach dem Foto.


     Dies Komponenten mit hohem Verbrauch sind:


    1. Zwei Stück Hella Power Beam 1800 und die Hella Light Bar. Die werden als „Scheinwerfer nach vorne“ zusammen angeschaltet. Jede 1800er hat 4,7A und die Light Bar noch mal 4,1A. Zusammen also 13,5A. Für die Schaltung bauten wir das dritte Relais ein, wofür zum Glück noch Platz war. Das sind die von uns gemessenen Werte.

    2. Der Nav Schalter für die grosse Simrad Touchpanel-Einheit die später installiert wurde. Darüber wird auch das kleine Simrad Display mit aktiviert.

    3. Funkgerät

    Der Rest lag unter 5A. Die Back- und Steuerbord Hella Power Beams auch, liegen wie oben geschrieben unter 5A. Hat soweit auch alles gut funktioniert, wir hatten die Grossverbraucher sozusagen trocken am Wohnzimmertisch provisorisch verkabelt, um zu testen ob uns hier Sicherungen durchknallen.

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  • Nun ging so langsam die eigentliche Montage am Boot los. Das heisst das Boot zerpflücken. Erst einmal Alt-Batterie raus, das gesamte Compartment im Heck mit Chlorbleiche behandelt um den Schimmel weg zu bekommen damit Grund reinkommt zum Anschleifen. In den Bereich kam neuer Bilgenlack drauf.

    Dann die Konsole (Steuerstand) entkabelt und die alten Instrumente entsorgt. Gesamte Kabel in der Konsole bis auf Steuerhebel rausgeschnitten. Anschliessend Lenkung demontiert und Gashebel und dann die Jockey-Konsole entfernt. Danach die grosse Bodenplatte demontiert. Da wir das Boot noch nicht so kannten hatten wir schon Befürchtungen das wir da einen Eingeschäumten Tank vorfinden. 
    Dies war zum Glück nicht so, Tank war mit Edelstahllaschen an den seitlichen GFK-Rahmenelementen befestigt. Auch den ganzen Bereich mit Chlorbleiche vorbehandelt und Tank mit Hochdruck unterspült um überall den Dreck und Spark raus zu bekommen.

    Tank war und ist immer noch ein 100 Liter Edelstahltank, in Bilgenform gebaut, also unten spitz zulaufend auf Gummipuffern im seitlichen Kielbereich aufelagert, macht einen sehr hochwertigen Eindruck. GFK im Tankbereich zum Glück wie neu, deshalb haben wir den Tank auch nicht ausgebaut, lediglich die Oberseite einmal kurz überpoliert.


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  • zu der Zeit hab ich dann auch meinen Bootführerschein mach wollen/müssen. Scheiss Lernerei aber der Navigationspart war super interessant. Für über 15PS und auf dem Rhein baucht man den Schein und das auch für See und Binnen, sonst kommt man in Hamburg nicht weit.

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  • Anschließend das Batteriecompartment, die Ankerkiste und die vordere Backskiste angeschliffen und die erste Schicht grauen Bilgenlack aufgebracht. Dann nach der Trockenzeit die zweite Schicht. Ferner auch um den Tank herum die GFK-Flächen mit Bilgenlack versehen.

    Dazu noch Edelstahl-Vierkant-Rohr besorgt (2,5x2,5cm; Stärke 2mm). Da wir das Boot ja (auch) zum Tauchen nehmen wollten und hier bei max. 4 Personen ein Zusatzgewicht von 200kg an Ausrüstung rauf kommt haben wir unter dem GFK-Deckel der den Tankbereich verschließt einen Verstärkungsrahmen geschweisst und montiert (WIG-Schweißen), der Punktbelastungen abhält um Beschädigungen des GFK-Deckels zu vermeiden. Der Rahmen liegt auf den üppig dimensionierten Haltelaschen des Tanks auf und wird mittels Drehfüssen einjustiert. GFK-Deckel wurde dann auf dem Rahmen verschraubt und liegt dann noch auf der GFK-Aufnahme des Decksbereichs zusätzlich auf.

    Schwierig war das Hinbiegen der Rahmenstreben. Da der gesamte Deckbereich (auch die GFK-Abdeckung) leicht gewölbt ist (Deck fällt zu den Entwässerungsöffnungen am Heck ab) musste auch der Rahmen leicht "schief" sein. Da die Längsseiten des Rahmens somit eine Krümmung brauchen haben wir den nächsten Gulli vor dem Haus genommen und dort das Edelstahl Vierkantrohr so gebogen (es geht um eine Krümmung mit einem Höhenunterschied von ca. 12mm) das es der Deckelform 100% angepasst ist.

    Dazu das Rohr zwischen die Gulli-Streben gesteckt, 1 Mann am Gulli-Ende draufgestellt damit man den Gulli-Deckel beim Biegen nicht anhebt, an den markierten Biegepunkte Stück für Stück das Edelstahl in Form gebracht. Nachbarn haben blöd geglotzt.


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  •  Die Auslässe für den Geräteträger kamen an, wo die Kabelbäume durchlaufen. Werden auf den Bügel gesetzt mit verlängertem Einführungsrohr, um Wassereintritt zu verhindern.
    Die hat ein Kumpel von mir gemacht. Der ist, was die Feinarbeiten anbelangt ein wahrer Künstler, man schaue sich die Schweißnaht an:


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    Passgenau auf den Außendurchmesser des Bügels gearbeitet, nun konnte es mit dem Geräteträger langsam los gehen.

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  • Dann war einen ganzen Tag Metallbau angesagt. Bügel fertig geschweisst und das Umklappscharnier gebaut. Anschließend mit Elektrolytverfahren die Verfärbungen aus dem Schrnierteil genommen. Mit unserer Konstruktion ist er nicht nur klappbar sondern über 2 Steckachsen die gleichzeitig Drehachsen sind jederzeit komplett demontierbar.


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    Testmontage auf der Schaluppe:


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  • Ungefähr zur gleichen Zeit kam das Simrad NSS12 Evo3 im Bundle mit dem 4G Radar eingetrudelt, wurden aber noch nicht montiert. Die hässliche weisse Haube vom Radar ging gleich zum Lackierer um sie in schwarz zu haben, gab nur einen "Trockentest".


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  • Hier noch mal eine kurze Erklärung zur Elektrolytbehandlung verfärbter Schweissnähte, sonst hat man auch bei Edelstahl Rostgefahr. Beim Schweißen von Edelstahl entwickelt sich eine sehr intensive Hitze, wodurch das Chrom um den Schweißbereich herum abgebaut wird und folglich eine höhere Eisenkonzentration zurückbleibt.

    In Verbindung mit den hohen Temperaturen oxidiert das Eisen und zeigt sich optisch durch eine typische blaue und braune Verfärbung. Der geringe Chromanteil in diesem Bereich kann das Metall durch eine mangelhafte Passivierung nicht ausreichend schützen und ist demnach sehr anfällig für Korrosion.

    Wir nehmen immer eine Phosphorsäureemulsion zur Behandlung. Es wird sofort eine Passivschicht mit hoher Qualität und optimaler chemischer Resistenz erzielt. Die Passivierung ist deshalb grundsätzlich eine Voraussetzung für einen optimalen Korrosionsschutz. Damit hat man im Gegensatz zur Beizpaste sofortigen Rostschtz.

    Bei Edelstahl kann man schon beim Schweissen viel Mist machen, z.B. wenn man die Rohre vom Geräteträger nicht vor dem Schweissen mit Schutzgas füllt. Ich hab schon in etlichen Bereichen Edelstahlschweissungen gesehen wo die Schweisswurzel über die Zeit schön von Innen nach Aussen korrodiert ist in solchen Fällen wo in Rohren und Trägern beim Scweissen keine Schutzgasatmosphäre im Innern aufgebaut wurde.

    Oder Sandstrahlen mit Sand der einen höheren Eisenanteil hat. Da wundern sich dann Leute warum es anfängt zu Rosten. Hätten sie mal Glaspelenstrahlen gewählt....


    nach dem Schweißen:.


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    nach der Behandlung:


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    das Gerät dazu:


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    Zu sehen sind hier Befestigungsplatten im Technikcompartement.



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  • Na,das nenne ich mal eine erfolgreiche Überholung ! Sieht ja aus wie neu die Sache !

    Man soll sich manchmal wundern was unter Dreck und Spörk alles so zu finden ist - hab das ja auch schon oft im KFZ Bereich erlebt das nach einer gefühlten "Entwanzung" wieder was brauchbares bei rauskommt !


    Wegen dem "Einsatzplan" noch einige kritische Anmerkungen...


    Wenn ich "Nordsee" , "Helgoland" oder sogar "England" lese...

    "Nordsee ist Mordsee" - da beisst die Maus keinen Faden ab !


    Ich erinnere mich nur noch zu gut an einen Bootsausflug mit einer Schaluppe ähnlicher Größe den wir von Bujadingen aus nach Helgoland machen wollten. Als wir dann - bei schönstem Wetter - aus dem Schutz des Jadebusens /der Wesermündung auf die Nordsee zuliefen hatten schon die ersten Süsswassermatrosen grüne Gesichter. 30 min später waren 2 davon so durch das wir die Insel Mellum anglaufen haben,legten die Jungs ein paar Stunden an den Strand und sind dann bei auflaufender Tide wieder zurück...

    Und das bei Wind ablandig 2-3 , aber noch ohne weisse Wellenköpfe....


    Wenn Du also auf die Nordsee raus m u s s t - solltest Du über eine Bordapotheke nachdenken...

    - MCP

    - Vomex A ( für zum schlucken u n d für hinten rein )

    Und für den Fall das da einer unkontrollierbar durchdreht :

    - Haldol

    - Valium oder Tramal


    Ich weiss,die o.g. Sachen sind kein Speilzeug - aber in einer echten Notfall Bug-out Tour über die Nordsee kann einem der "Totalausfall" einer oder mehrerer Mitreisender den kompletten Plan zu nichte machen !

    Daher ganz ausdrücklich : Kein Naschzeugs - nur kurz vor "dem Absaufen" anwenden !


    Von wegen " Elbe zu ab Geeshacht"

    Geht da nicht noch was über die Ilmenau - ab Mündung Zollenspieker ? Da sollte doch zumindest noch Lüneburg drin sein,denn Euer Tiefgang wird ja überschaubar sein ;)

  • Bestückung Geräteträger hat dann im "Trockenen" bei meinem Kumpel auf der Terrasse begonnen:

    Radar
    seitliche Power Beam 1800 von Hella
    Frontlicht Power Beam 1800
    Hella Light Bar 450
    Antennenfuss VHF für Procom Antenne
    Procom Antenne UHF
    Hupe/Horn
    Beleuchtung Aqua Signal 43



    Was noch fehlte zu dem Zeitpunkt aber mitlerweile drn ist:

    Druckkammerlautsprecher
    Wärmebildkamer 

    Warnleuchte


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